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Sonntag, 28. August 2016

Grüne Energie für ganz El Hierro?

Wunsch und Wirklichkeit


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100% Grüne Energie für eine ganze Insel. Die kleine Kanareninsel El Hierro mit rund 7000 Bewohnern sollte komplett mit Windenergie versorgt werden. Das war die Zielvorgabe als vor mehr als 10 Jahren das einmalige Gorona-Energieprojekt gestartet wurde.

Die erste emissionsfreie und Energie autarke Insel der Welt. Das war der Hammer und zog das internationale Interesse von Anhängern, Sympathisanten der Grünen Energie und auch der Presse an. Aus allen Erdteilen kamen Abordnungen und Regierungsvertreter um sich das Konzept näher anzuschauen. El Hierro war stolz – nicht nur einen aktiven Vulkan (Eldiscreto-Eruption 2011), sondern auch eine zukunftsweisende und vielleicht brauchbare Grüne Energie Projektierung vorzeigen zu können. Zunächst war geplant das Stromnetz und ... weiter

Samstag, 9. Januar 2016

Enttäuschende Bilanz des Energieprojekt Gorona

Doch keine komplette Stromversorgung mit Regenerativer Energie möglich?


Seit Juni 2014 läuft das neuartige Hydro-Wind Projekt auf El Hierro. 100% Strom aus Regenerativen Energiequellen war das ehrgeizige Ziel. Die 7000 Bewohner von El Hierro sollen nur mit aus Wind und Wasserkraft erzeugter Elektrizität versorgt werden.

20.000 Tonnen eingesparte Kohlendioxid Abgase pro Jahr und die erste „Grüne Insel“ der Erde ohne Einsatz fossiler Brennstoffe. Das alte Schwerölkraftwerk Llanos Blancos am Hafen von Puerto de La Estaca sollte nur noch für den Notfall in Reserve gehalten werden.
Jetzt 19 Monate später präsentiert die Betreibergesellschaft Gorona del Viento El Hierro erstmals ernüchternde Zahlen:

„Im Jahre 2015 wurde der Wunschtraum 100% Strom aus Erneuerbarer Energie zu beziehen am 9. August für etwas mehr als 2 Stunden erreicht. In der ersten Jahreshälfte konnten die sauberen Energiequellen zu 30% genutzt werden. In den Monaten Juli und August lagen die Mittelwerten zwischen 49 und 55%. Die fehlende Energie musste das alte Schwerölkraftwerk beisteuern das man eigentlich stilllegen wollte“
– so die Zahlen des Betreibers. Nachzulesen auf der span. Gorona-Seite.

Nicht allzu toll für das erste Jahr nach dem 6-monatigen Probebetrieb im Jahre 2014. Hier vom „Übertreffen der kühnsten Erwartungen“ so Gorona – zu sprechen, ist maßlose Übertreibung und Beschönigung der tatsächlichen Fakten. 80% im Jahres-Durchschnitt hätte der Betrachter schon erwartet.
Leider wird sich die Vision von der saubersten Insel der Welt nun doch nicht erfüllen lassen und eine Vision bleiben. Vielleicht waren es doch zu viele Vorschuss-Lorbeeren  ... Weiterlesen

Sonntag, 26. Juli 2015

Regenerative Energie auf El Hierro

100 % Regenerative Energie für die Insel ?


Strombilanz El Hierro vom Sonntag um 12.30 Uhr
Die Schonfrist für das Regenerative Energie -Projekt Gorona auf El Hierro ist nun vorbei. Nach der Einweihung im Juni 2014 und einem Jahr Einstellungs- und Probebetrieb kommen jetzt die Fakten auf den Tisch.
Die Betreibergesellschaft Gorona war mit Zahlen in den vergangenen Monaten sehr zurückhaltend. Ihr gutes Recht – die deutsche Kanzlerin hatte 100 Tage und Gorona ganze 365 Tage um die Anlage fit zu machen, einzujustieren und nun das Ergebnis zu präsentieren. Über Jahre hatte ich am Rande den Planungs- und Bauprozess mitverfolgt, die Daumen gedrückt und auf den Erfolg gehofft.
Ziel war es, El Hierro mit 100 % Strom aus Regenerativer Energie zu versorgen.
81 % des notwendigen Strom konnte nun im Juli 2015 aus Wind- und Wasserkraft gewonnen werden.
Dieser Prozentsatz war noch der Spitzenwert der vergangenen Monate und dürfte sich auch in Zukunft nur unwesentlich verbessern lassen. Das alte Schwerölkraftwerk im Hafen muss also rund 20 % dreckige Energie beisteuern.

Verteilung der Energieträger
Aber 81 % Regenerative Energie ist schon eine Leistung und ein Erfolg für die Insel. Rund 600 Tonnen CO2 Emission jährlich werden weniger die Umwelt belasten (1000 Tonnen CO2 waren geplant). Fast unabhängig von der Öleinfuhr und unabhängig von den Ölpreisen und dafür auf eine Energiequelle gesetzt, die immer kostenlos auf der Insel vorhanden ist. Wie in Euro gerechnet am Ende die Bilanz aussehen wird, kommt noch. Die Ölpreise sind im Moment im Keller, aber das kann sich schnell wieder ändern.
Diese Art von Energieerzeugung ist natürlich wesentlich aufwändiger (Windräder, Entsalzungsanlage, Pumpen, Speicherbecken, Turbinen, Generatoren) und störanfälliger als ein normales Dieselkraftwerk.

Energiebilanz an einem normalen Wochentag (Donnerstag)
Auch lässt sich diese komplexe Anlage nur langsam hoch- oder wieder herunterfahren und kann nicht flexibel genug auf unvorhergesehene Stromverbrauchsspitzen reagieren. Entweder geht viel erzeugter Strom verloren oder er fehlt bei Bedarf und die Lichter gehen aus.
Der Kompromiss für diese Situationen ist das alte Ölkraftwerk. Es wird also weiter dampfen und stinken müssen. Auf der Grafik eines normalen Arbeitstages ist der verbrauchte Strom (gelb) und unterlegt der mit natürlichen Ressourcen erzeugte und eingespeiste Strom abzulesen. Rechts im grauen Feld die mit Diesel zusätzlich erzeugte MW-Menge. Wer die Werte beobachten möchte, kann hier in Echtzeit die Grafik aufrufen.

Das Regenerative Energie Ziel fast erreicht


Die neue Herreño Cabildo Präsidentin, Bethlehem Allende, geht bei der Vorstellung der Zahlen von zufriedenstellenden Werten, die die vorsichtigen Prognosen für das Regenerative Energie Projekt Gorona sogar noch übertroffen haben, aus. Ganz so euphorisch stimme ich dem nicht zu (100 % sind einfach 100 %), möchte aber die Leistung und den Erfolg in keinster Weise schmälern.
Statt einem großartigen und geschlossenen Erlebnisbad, einem Kongresszentrum im Rohbau oder einer vor sich hingammelnden Marmeladen- Produktionsstraße in Isora, steht nun mit der Gorona-Anlage, das erste funktionierende alternative Energieprojekt in dieser kombinierten Bauweise auf der Insel.
Auch wenn sich heute viele einen Orden an die Brust heften möchten, ist doch eines klar. Ohne den geistigen Vater und Visionär Javier Morales gäbe es dieses Projekt heute nicht. Gegen einen großen Widerstand hatte er mit einigen Mitstreitern, sich immer und zäh dafür eingesetzt und dieses Projekt schließlich nach El Hierro geholt … und das sollte man nicht vergessen.

Montag, 29. Juni 2015

Bajada de La Virgen auf La Palma

Mit der Romería de Bajada del Trono hat nun offizielle gestern Abend die Bajada de La Virgen begonnen. In der Semana Chica (kleine Woche) wurden die Teile des Altars in einer Romeria (Festzug) vom Stammsitz der Inselheiligen von der Iglesia Las Nieves in die Hauptstadt Santa Cruz de La Palma gebracht. Die aus mexikanischem Beutesilber hergestellten Altarteile werden in der Iglesia El Salvador (Stadtkirche) aufgebaut um für die große Bajada (Herabkunft der Jungfrau) in der nächsten Woche gerüstet zu sein.

Die traditionelle La Bajada de La Virgen de las Nieves (Jungfrau vom Schnee) findet nur alle 5 Jahre statt – dauert insgesamt 6 Wochen – und ist das größte Ereignis der kulturell/christlichen Art auf La Palma.

... auch El Hierro war dabei


Angeführt von den Tänzern der Sabinosas aus El Hierro – ja richtig gelesen aus Sabinosa im Golfotal – mit Javier Morales (Foto) – dem Vater des regenerativen Energieprojekt „Gorona“ und beruflich Senator im Kanarischen Parlament (hatte leider nicht viel Zeit mit ihm zu Reden) – sind bei der Romeria Jung und Alt vereint. Viele tausend Besucher, die meisten aus Südamerika ... zum kompletten Artikel

Donnerstag, 19. Februar 2015

Regeneratives Energie Projekt Gorona

TV - Programmtipp


Ein Filmbeitrag auf ARTE zum Regenerativen Energieprojekt Gorona auf El Hierro.  Dieser Beitrag wird am kommenden Samstag, 21. Februar 2015 um 13.30 Uhr (MEZ) gesendet. Ob auf Deutsch oder mit deutschen Untertiteln konnte ich nicht feststellen.

Futuream 21.02.2015 um 13:30 Uhr auf arte Wie werden sich technologische und wissenschaftliche Innovationen künftig auf unseren Alltag auswirken? Welche Lösungen bieten sie für Energieversorgung, Gesundheitsprobleme und Stadtplanung? Wer sind die Köpfe hinter den Erfindungen? Das ARTE-Magazin "Future" gibt spannende Einblicke in die Welt von morgen: Am TV-Bildschirm immer samstags um 13.30 Uhr, als umfangreiches Second-Screen-Angebot unter www.arte.tv/futuremag und in den sozialen Netzwerken, futuremag..Bildvia TVinfo

 

Hoher Seegang - Unwetterwarnung

Nach einigen schönen Karneval-Tagen regieren nun wieder die Naturkräfte. Heftiger Seegang mit 4 bis 5 Meter hohen Wellen lassen selbst die Seismografen auf El Hierro kräftig zittern (siehe IGN Grafik). Der Wetterdienst AEmet hat für alle Kanarischen Inseln die "gelbe" Warnstufe ausgerufen. Weiteres dazu auf Kanaren NEWS

Montag, 19. Januar 2015

Kanaren - Inseln der Ahnungslosen?

Ahnungslos oder Inseln der Glückseligen?


Nichts sehen – nichts hören – nichts sagen in einer etwas moderneren Version (Bild: Supernature).
Auch auf El Hierro oder La Palma dringen in gedämpfter Form die aktuellen Probleme aus Nordeuropa ein. Die ganz so Ahnungslosen sind wir nicht. Attentat in Paris, Pegida Demonstrationen in Dresden oder die Geschichten aus der Ostukraine. Auch der Ausspruch von Frau Merkel “Der Islam sei ein Teil von Deutschland” oder Sprüche wie “Deutschland wird am Hindukusch verteidigt” und die amerikanischen Abhöraktionen – lassen Aufhorchen.

Man müsste schon als Einsiedler in den Wäldern oder ganz im Südwesten in der Einöde der Insel wohnen, um sich wie die “Drei Affen” vom Weltgeschehen abschotten zu können. Ohne Radio, TV, Handy, Smartphone oder Internet wäre man Ahnungslos.

In der “modernen Welt”, ob nun zum Fluch oder Segen – dringen auch diese Schallwellen bis in den letzten Winkel der südwestlichsten kanarischen Insel. Hier ist man aber geografisch weit vom Epizentrum (3670 km bis Berlin) entfernt, so dass ohne große Emotionen die Nachrichten nur als Begleiterscheinung registriert werden. Der Nordeuropäer der hier lebt, ist nicht nur wegen den klimatischen Bedingungen, sondern vielleicht auch genau wegen dieser für ihn nicht akzeptablen Umstände ausgewandert und hat Deutschland, der Schweiz oder Österreich den Rücken gekehrt.
 

Uns beschäftigen hier ganz andere Probleme.

  • Warum liegt die Arbeitslosigkeit immer noch bei über 30 % und warum gelingt es der Regierung nicht, die Situation zu entschärfen? Warum finden 56 % der Jugendlichen keinen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz?
  • Warum werden auf Gran Canaria amerikanische Truppen stationiert? Wird nun auch von den Kanaren der “US Kampf gegen das Böse” geführt?
  • Warum hat Repsol die Suche nach Erdöl jetzt so überraschend eingestellt? Liegt es an den im Mai 2015 stattfindenden Wahlen.
  • Wie läuft es mit dem regenerativen Energieprojekt “Gorona” auf El Hierro? Warum ist das alte Dieselkraftwerk immer noch in Betrieb?

Und natürlich noch unseren Naturgewalten – Was macht der Vulkan unter El Hierro?



Zur Zeit nicht viel. Gestern um 15.40 Uhr gab es wieder ein ML2,5 Beben aus 29 km Tiefe zwischen El Pinar und La Restinga (IGN Grafik). An der Inseloberfläche nicht spürbar, aber von den Seismografen registriert.
Seit 2011 eine beständige Frage. Im Moment nicht aktuell und in den Hintergrund verdrängt. Alle Bewohner wissen jedoch, dass es nur eine Frage der Zeit ist. In Zukunft kann dieses Thema ganz schnell wieder zum Hauptproblem werden.





Weniger interessiert da schon, was aus dem fernen Weltall in den nächsten Wochen auf uns zukommt.
 




Ein Asteroid mit einem halben Kilometer im Durchmesser wird am 26. Januar 2015 an der Erde vorbei rasen (Grafik NASA). Es ist der größte jemals registrierte Asteroid der so nah an die Erde heran kommt. Mit 1,2 Millionen Kilometer Entfernung aber immer noch so weit entfernt, dass keine Bedrohung für die Erde entsteht. Der mit “2004 BL86″ bezeichnete Asteroid wurde bereits 2004 entdeckt. Würde er sich auf Kollisionskurs befinden, hätte sich die Menschheit längst etwas einfallen lassen müssen oder würde ein ähnliches Schicksal wie die Dinosauriere erleben.

Es sind andere Themen und andere Probleme die die Bewohner der Kanarischen Inseln bewegen. Nicht die Ahnungslosigkeit, sondern der Blick (besser Überblick) aus der Ferne, weniger persönliche Anteilnahme, der südländische Charakter und die Eigenschaft mit Dingen nicht so ernst umzugehen, lassen diese entfernt ablaufende Geschehnisse oft mit einem Schmunzeln oder Kopfschütteln leichter quittieren.

Und diese Charaktereigenschaften färben natürlich auf die eingewanderten Nordländer irgendwann auch ab. Schließlich leben wir hier auf den “Glückseligen Inseln” (= wer mit dem Gegenwärtigen, wie es auch immer sei, zufrieden ist) und wollen nicht unbedingt Alles wissen. Die Konfuzius Analekte von den Drei Affen „mizaru, kikazaru, iwazaru“ (見ざる、聞かざる、言わざる)” von den Ahnungslosen, gilt also hier nur begrenzt.

Freitag, 9. Januar 2015

Energieprojekt Gorona Erfolgsbilanz?

El Hierro - 6 Monate nach der Inbetriebnahme


Am 27.Juni 2014 wurde das einmalige Energieprojekt “Gorona” auf El Hierro eingeweiht. 100% Strom, nur aus regenerativer Energie gewonnen – so das erklärte Ziel. Seitdem drehen sich auch die Windräder.
Jetzt nach 6 Monaten Betrieb wird es auch einmal Zeit über den Erfolg oder Misserfolg der 84 Millionen Euro teuren Anlage vom Energieprojekt Gorona zu berichten.

Die Betreiberfirma und das Cabildo El Hierro als Hauptanteilseigner des Energieprojekt Gorona halten sich mit Erfolgsmeldungen bisher zurück. Es gibt nur Meldungen über Besuche und Fernsehreportagen aus anderen Ländern, die das Projekt in seiner Gesamtheit bewundern. Den Projektablauf können Sie hier Nachlesen.

Doch wie sieht es mit der erzeugten Leistung und dem 100%igen schadstofffreien Strom aus? Noch raucht und stinkt das alte Diesel (Schweröl) Kraftwerk. Die Aufnahmen (M.Antonakis – danke) wurden Ende Dezember 2014 gemacht








Hatte man nicht versprochen 6000 Tonnen Diesel jährlich einzusparen. Auch der Schadstoffausstoss sollte jährlich um 18 700 Tonnen CO2, 100 Tonnen Schwefeldioxid und 400 Tonnen Stickoxid sinken. Danach sieht es zumindest nach 6 Monaten Betriebsdauer noch nicht aus. Aus der Ferne lässt sich natürlich nicht genau die Auslastung und die Menge der ausgestoßenen Schadstoffe einschätzen. Doch es qualmt und raucht weiter, wie in alten Zeiten. 
Ein Prototyp birgt immer Risiken und nicht vorhersehbare Schwierigkeiten. Das muss man auch hier zugute halten. Nach Endesa Angaben braucht so ein Projekt 6 bis 7 Monate Anlaufzeit um notwendige Feinjustierungen und Programmabläufe zu trainieren. Geben wir uns im Moment einmal damit zufrieden. Zur Zeit soll das neue Gorona Projekt erst rund 60% des Strombedarfs von El Hierro decken. Bald läuft aber diese Schonfrist ab und jeder auf El Hierro kann mit einem Blick auf das alte Dieselkraftwerk selbst feststellen, ob die Kaminklappe auf oder zu ist. Nur als Reservekraftwerk sollte es weiter erhalten werden – so die ursprüngliche Erklärung.

Wir werden sehen wie weit Wunsch und Wirklichkeit auseinander liegen. Zu wünschen wäre es auf jeden Fall, wenn bald 100% Strom nur aus Windenergie und ohne Schadstoffe vom Energieprojekt Gorona die Insel versorgen.

Das Energieprojekt Gorona in der Presse


 Interessant sind auch so einige Pressemeldungen die etwas an der Realität vorbei gehen:

” Die Stromgewinnung mit Wasser und Wind wird erwartungsgemäss 23 Prozent günstiger als bisher sein, was sich demnächst auf den Strompreis auf El Hierro auswirken soll”

Die neue Stromgewinnung wird sicher einen Einspareffekt bringen. Die Stromrechnung wird aber für den Verbraucher auf El Hierro um keinen Cent günstiger. In Spanien werden die Kilowattpreise zentral von Madrid festgelegt, unabhängig vom Ort oder der Erzeugungsart. Positiv kann es sich höchstens auf den Gewinn der 60%igen Beteiligung der Inselregierung von El Hierro auswirken. Sie hat dann die Möglichkeit z.B. die von ihr kontrollierten Wasserpreise zu senken.

Bis 2020 sollen auch alle der rund 6000 Fahrzeuge auf der Insel mit Elektroantrieb fahren. Sind die Windanlagen einmal abbezahlt, würden die Einwohner El Hierros dann fast gratis tanken, denn die reinen Betriebs- und Wartungskosten eines Windparks sind gering – so die Zeitschrift “Wirtschaftswoche“.

Das ist bis dato auch nur Wunschdenken. Es gibt seit über 2 Jahren auf El Hierro bereits eine ausreichende Anzahl sogenannter Strom-Tankstellen. Bis heute aber erst ganze 9 zugelassenen Elektromobile – und die gehören meist dem Cabildo bzw. den Kommunen.

Die bestehende Allianz Renault-Nissan wird seine Technologiekompetenz teilen, um ein Wiederaufladesystem mit ihren Fahrzeugen kompatibel umzusetzen und verpflichtet sich, auf die Bedürfnisse der Inselbewohner angepasst Elektrofahrzeuge zu vermarkten – so eine vertragliche Vereinbarung.
Die Endesa (Tochter des ital. Energieriesen Enel) soll die Entwicklung, Implementierung und Wartung eines Ladenetzes verwirklichen. Dies ist bereits geschehen.
Aber auch Kaufanreize durch Subventionszahlungen über das Cabildo von El Hierro, konnte bis heute noch nicht all zu viele Bürger vom Kauf eines Elektrofahrzeug überzeugen.

Hier ist also noch einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten. Ich kann mir allerdings auch nur schlecht vorstellen, dass in 5 Jahren plötzlich 6.000 Fahrzeuge auf El Hierro mit Elektroantrieb herum fahren sollen.
Aber die Welt steckt voller Überraschungen. Sind wir optimistisch und lassen uns einfach mal überraschen.

Samstag, 19. Juli 2014

Vulkan - Es ist noch nicht zu Ende

Der Hotspot ist weiter aktiv

Auch um die Nachbarinsel Teneriffa lassen sich seit geraumer Zeit verstärkte Bebenaktivitäten feststellen. Heute Morgen erst ein ML2,7 und gestern ein ML2,1 Erdstoß (links Grafik IGN). Die Beben kommen meist aus großer Tiefe, wie aktuell aus 27 und 39 Kilometer Tiefe. Je weiter wir nach Westen Richtung El Hierro gehen, desto flacher liegen die Störzonen. Um die 9 bis 11 km Tiefe wie in den vergangenen Tagen. Die Beben liegen mit kleinen Ausnahmen alle auf der Spur des Hotspot ( weiße Linie) und lassen sich bis zur afrikanischen Westküste verfolgen.

Seit Jahresbeginn 2014 werden auf Teneriffa verstärkte Kohlendioxidwerte (CO²) gemessen. Jetzt erstmals im Juli 2014 (siehe Grafik Volcanes de Canarias) gehen die Emissionswerte leicht zurück. Im Durchschnitt sind es aber immer noch 4887,6 ppm in 2014. Die Vulkanologen sind sich einig, dass die Hauptaktivität bereits im Jahre 2000 begonnen hat. Höhepunkt war die starke Bebenaktivität im Jahre 2004 auf Teneriffa und 2011 die Eldiscreto Eruption auf El Hierro ...und diese Aktivitätsphase dauert an und ist noch nicht beendet. Auch wenn es im Augenblick unter El Hierro den Anschein hat alles sei Geschichte, müssen wir uns auf ein erneutes Aufflammen in absehbarer Zeit einstellen.

Insel entstehen und Inseln verschwinden auch wieder.Aus der Satellitenperspektive (links Google) sind eine ganze Reihe von Inseln nördlich der heutigen Kanaren zu erkennen. Es sind Inseln die es nie über die Meeresoberfläche geschafft haben oder im Laufe der Zeit durch die Erosion von Wind und Wellen im Atlantik wieder verschwunden sind. Es mag Spekulation sein, welche Inseln früher tatsächlich optisch wahrzunehmen und vielleicht auch bewohnt waren.

Wissenschaftlich nachgewiesen ist aber, dass Lanzarote und Fuerteventura früher eine zusammenhängende Insel war.
Wind und Wetter haben diese Insel abgetragen und schließlich getrennt. Heute liegen die beiden Inseln nur wenige Kilometer von einander entfernt. Die Trenn- Passage hat nur eine durchschnittliche Meerestiefe von jetzt rund 20 Meter Meerestiefe. Wenn alte Dokumente zutreffen, war es noch vor 200 Jahren möglich per Fuß diese Meeresenge zu überwinden.
In nächster Zukunft werden es diese Inseln sein, die das Schicksal ihrer nördlichen "Brüder" teilen und im Meer versinken.

Stromnachfrage auf El Hierro sinkt

Kaum ist das neue Regenerative Energieprojekt "Gorona" am Netz, schreckt die Betreiber die neuesten Zahlen zum Stromverbrauch in der ersten Hälfte des Jahres 2014 auf.
El Hierro hat in den vergangenen 6 Monate 5,1% weniger Strom als im Vergleichszeitraum des Vorjahres verbraucht.
Im Grunde eine erfreuliche Nachricht. Ob es das vermehrte Umweltbewusstsein oder die höhere Stromrechnung ausmacht, bleibt dahin gestellt.
Es muss ja auch nicht während des Tages bei geschlossenen Fensterläden nonstop die alte 100 Watt Glühbirne brennen oder das TV 20 Stunden am Tage plärren.

Nach den Endesa Zahlen wurden im ersten Halbjahr 4.138 GWh Strom verbraucht. Hochgerechnet im Jahr 2014 somit rund 8,2 GWh.
Damit reicht die Leistung der Gorona-Anlage mit 11 GWh Leistung üppig aus und dürfte auch die nächsten Jahre den Strombedarf decken können.
Aber auch auf den Nachbarinseln Teneriffe -2,0 %, La Gomera -0,9 % und La Palma mit -0,7 % ging der Stromverbrauch zurück.

Dienstag, 1. Juli 2014

Grüner Strom und das zu 100 Prozent

Der Tag danach mit Regenerativer Energie


Nachdem nun der Trubel der Einweihungs- Feierlichkeiten verflogen und die geladenen Gäste und die Presse die Insel wieder verlassen haben, bleibt ein Blick auf das "Geschaffene".

Der Strom kommt nach wie vor aus der Steckdose. Aber nun nicht mehr erzeugt aus umweltschädlichem Erdöl aus fernen Wüsten, sondern hier gewonnen aus unserer Natur. Beliebig vorhanden, selbst erzeugt, unabhängig und ohne Umweltbelastung. Zunächst nur ein gutes und schönes Gefühl.
Es geht also - und wir auf El Hierro sind die Vorreiter!

Das Hauptspeicherbecken mit 380.000 Kubikmeter Speichervolumen. Nicht das größte Becken der Kanaren - das ist die Laguna de Barlovento mit 3.120.000 m³ hier auf La Palma - aber für den angestrebten Zweck ausreichend. Im Hintergrund die fünf Windräder E70 von Enercon aus dem norddeutschen Aurich.
Sie wurden an der windbeständigsten Stelle oberhalb der Inselhauptstadt Valverde aufgestellt. Nur an 3 bis 4 Tagen im Jahr, das ergaben Messungen über mehrere Jahre, weht kein Wind oder ein Orkan. Dann liefern die Windräder keinen Strom. Sonst können sie ihre Energie aus den relativ gleichmäßig aus Nordost kommenden Passatwinden beziehen.
Dieser erzeugte Strom fließt am Tage in das Inselstromnetz und in der Nacht in die Meereswasser- Entsalzungsanlage und die Pumpen, die das Speicherbecken füllen. Die hier im Wasser gespeicherte Energie (bei vollem Becken) liefert ausreichend Strom für 4 Tage (je 11,5 MW)
























Das untere Auffangbecken (Foto) am Hafen fasst 150.000 m³ Wasser. Über die Fall-Leitung links schießt das Wasser aus 680 m Höhe in das Pumpen- und Turbinenhaus. Über Generatoren wird hier Strom erzeugt und mit den vier Transformatoren von ABB (rechts im Bild) auf die notwendige Stärke für das Stromnetz transformiert. Das zweite Rohr ist die Steigleitung, über die das obere Speicherbecken wieder aufgefüllt wird. Nicht im Bild im Rücken, die Entsalzungsanlage und rechts das alte Endesa Schweröl- Kraftwerk, das im Falle eines Falles als Ersatz einspringen kann.

Im Grunde ein fein durchdachtes System, das für die Kanaren nicht so selbstverständlich ist. Nicht nur mich hat es gewundert, dass wohl mit Zeitverzögerung (das gibt es auch in Berlin), Gorona fertiggestellt wurde. Den eigentlichen Zweck, den Praxistest muss es jetzt allerdings noch bestehen.

Es ist natürlich einfacher auf einer kleinen Insel mit gerade 9.000 Einwohnern und 7,8 MW derzeitigem Stromverbrauch solch ein Projekt zu konzeptieren. 100 % Strom aus grüner Energie für die ganze Insel, ist aber schon eine tolle Sache.
In Gesamtspanien gab es 2013 insgesamt 819 Windparks mit einer Gesamtleistung von 21.506 MW. Aber keine Stadt oder eine andere Insel die sich zu 100 % mit eigener regenerativer Energie versorgen konnte.

El Hierro setzt Maßstäbe - nicht nur als Fleck - der über Jahrhunderte am Null Meridian lag, nicht die Insel mit dem jüngsten Vulkan Europas, sondern als die Insel die es weltweit als erste Insel geschafft hat, sich komplett mit grünen Strom zu versorgen. Quasi vom Ar.... zum Nabel der Öko-Welt.
Für die aktuellen Fotos meinen Dank an Guido und Conny.

Aber es geht noch weiter. Ganz auf Erdöl kann noch nicht verzichtet werden. Fast alle Fahrzeuge und Maschinen laufen noch mit Benzin und Diesel. Seit einigen Jahren werden auf der Insel Strom- Tankstellen installiert. Wie hier auf dem Bild beim Mirador La Pena im Norden. Weitere Versorgungs- Stationen hat Endesa in Valverde, im Golfo und in El Pinar installiert. Zur Zeit gibt es aber noch keine zehn Fahrzeuge, die dieses Angebot nutzen können. Es ist noch einiges an Aufklärungsarbeit zu leisten, bevor der Herreno auf sein geliebtes "Stink" -Mobil verzichtet und auf ein Elektrofahrzeug umsteigt. Es sind Kostengründe - viele sind ohne Arbeit und ohne eigenes Einkommen -  und vielleicht stellt der Markt im Moment noch nicht das richtige "Volks- Elektrofahrzeug" zu einem erschwinglichen Preis zur Verfügung.

Hier überlegt der Visionär und heutige Senator im Kanarischen Parlament Javier Morales schon seit Jahren über Möglichkeiten nach. Nach dem Gorona- Projekt sollen nun auch alle Inselfahrzeuge auf eigene grüne Energie umgestellt werden. Das Speicherproblem - die Batterie - ist noch das Problem. Vielleicht Druckluft - elektrisch erzeugt, könnte hier helfen. Dieses System wäre in der Anschaffung als auch im Verbrauch kostengünstiger.
Wenn man sich mit ihm unterhält ist spürbar, dass diese Idee keine Fiktion, sondern bald Realität sein wird.
Wer das eine Projekt schafft, wird auch dieses Problem noch lösen können - so meine Meinung.

... und wer sich die Insel einmal direkt Anschauen möchte, hier eine interessante Möglichkeit:


Der Kanarische Touristikverband verlost eine 7-tägige Flugreise für 2 Personen auf eine Kanaren- Insel Ihrer Wahl in einem 4*- Hotel inklusive Mietwagen.
Nur die Beantwortung einiger Fragen und etwas Glück ist notwendig. Hier geht es zur Werbeaktion
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Sonntag, 29. Juni 2014

Central Hidroeolica (Gorona) in Betrieb

El sueño renovable de El Hierro ya es una realidad
Der Traum wurde Wirklichkeit. Das Regenerative Energieprojekt von El Hierro ist Realität. Am vergangenen Freitag wurde nach 5-jähriger Bauzeit und einer über 20 Jahre andauernden Planungsphase das vollendete Projekt seiner Bestimmung übergeben. Nicht der neue spanische König Felipe V, sondern nur ein Staatsminister aus dem Madrider Energieministerium war bei der Eröffnungszeremonie anwesend. Rechts der Präsident Paulino Rivero der Kanarischen Regierung, der Altpräsident Tomas Padron von El Hierro, zwischen den Damen der Altpräsident von Teneriffa Ricardo Melchior (ein entscheidender Förderer) und links verdeckt Alpidio Armas (jetziger Inselpräsident von El Hierro). Gänzlich fehlte bei dieser Eröffnungsfeier der eigentliche Vater und geistige Vordenker des ganzen Projektes - Javier Morales.  


Als Zeichen und Erinnerung an diesen denkwürdigen Tag, wurden Dokumente, eine Urkunde und Planungsunterlagen in einer "Zeitkapsel" einbetoniert und im Boden versenkt. (Fotos: Flickr Gobierno de Canarias). Nun werden jährlich mit diesem Gorona Projekt 40.000 Barrel Erdöl oder 81.450.000 Euro eingespart und die Umwelt um 18.500 Tonnen schädlicher Abgase entlastet. Ob alles so auch in der Praxis funktioniert, werden die nächsten Jahre zeigen. Mit einer Leistung von 11,5 MW durch die 5 Windräder ist die Anlage so konzipiert, dass zukünftig auch noch Elektrofahrzeuge mit Strom versorgt werden können. Der jährliche Inselverbrauch liegt zur Zeit bei 7,8 MW elektrischer Energie.

Mit einigen Jahren Verzögerung konnte nun das Regenerative Energieprojekt erfolgreich abgeschlossen werden. Trotz spanischer Wirtschaftskrise und knappem Geld ist es nicht wie so manch anderes Prestigeobjekt, als Mahnmal für eine ehemals "bessere Zeit" oder als Bauruine stecken geblieben. 
Manch eine Nachbarinsel wäre heute froh, wenn sie die üppigen Subventionen der vergangenen Jahre, nicht in sinnlose Betonburgen, Brücken oder Autobahnen, sondern in ein nachhaltiges Energieprojekt investiert hätten. 
Heute ist diese Einsicht zu spät. Der Wille mag nun vorhanden sein, die nötigen Finanzierungsmittel bleiben aber aus. 

Gestern gab es wieder drei kleine Beben zwischen ML1,3 und ML1,6 aus 11 bis 22 km Tiefe. Alle Erdstöße der vergangenen Tage liegen im westlichen Teil der Insel (IGN Karte links). 

Mittwoch, 25. Juni 2014

Die Welt blickt nach El Hierro

Das Regenerative Energieprojekt "Gorona" startet

Jetzt ist es soweit. Die Central Hidroeolica de El Hierro (Gorona) wird am kommenden Freitag, den 27. Juni 2014 offiziell in Betrieb gehen (Foto: Gorona). Ein Meilenstein im Bereich der Erneuerbaren Energie. Erstmals wird zu 100 % eine Insel mit Wind-Strom versorgt. Ein ausgeklügeltes System mit  Energie- Speicherbecken soll auch Windflauten überbrücken. Nach 20 Jahren Planung und einer Bauzeit von 5 Jahren (Baubeginn August 2009) ist es jetzt geschafft, diesen Prototyp der Welt vorzuzeigen. Bereits während der Bauphase hat er das Interesse internationaler Planer und Investoren auf sich gezogen. Selbst aus dem fernen Japan wurde das Projekt aufmerksam verfolgt und ständig in der örtlichen Presse und im TV berichtet.

Stolz kann El Hierro nun auf die Fertigstellung sein. Die kleine Insel am südwestlichsten Punkt Europas (geographisch Afrika) hat es geschafft in den Zenit für "Saubere Energie" zu treten.

Ohne die großzügige finanzielle Hilfe der EU wäre natürlich die Verwirklichung dieses Projekt ein Traum geblieben. Rund 90 Millionen Euro, internationale Planer und Konstrukteure und eine Vielzahl von Firmen aus aller Welt (Windräder aus Deutschland, Transformatoren von ABB, Pumpen aus Festlandspanien) haben diese Vision nun Wirklichkeit werden lassen.

Es ist nach meiner Meinung eines der wenigen Projekte in Spanien, wo Subventionen sinnvoll und nachhaltig eingesetzt wurden. Während der letzten Jahre hatte ich Gelegenheit dieses Projekt zu begleiten und zu dokumentieren. Auf Naturwissenschaft EX (rechte Seitenleiste) sind die wichtigsten Beiträge in Blockform aufgelistet.

Betreiber der Anlage ist zu 60 % das Cabildo Insular El Hierro (Inselregierung), zu 30 % der italienische Energiekonzern Eni S.p.A. über die spanische Tochter Endesa und 10 % das Instituto Tecnologico de Canarias (ITC - Kanarische Regierung).



Es lies sich nicht ganz vermeiden einen Energiegiganten mit ins Boot zu holen. Auf das Wissen und die technischen Möglichkeiten war man angewiesen. Zudem betreibt Endesa das alte Kraftwerk - das als Notfall-Lösung eingeplant bleibt und ist Besitzer des Stromleitungsnetzes auf der Insel.

Was haben denn nun die Bewohner von El Hierro vom Gorona Projekt

-  das Gefühl auf einer noch umweltbewussteren Insel zu Leben. Unabhängig von Erdöllieferanten, eine saubere Luft, keine Gefahr einer Meeresverschmutzung durch die Tankschiffe und nur noch vom Wind abhängig - und der bläst beständig.
Ganz unabhängig vom Erdöl ist die Insel aber trotzdem nicht. Die Fahrzeuge werden noch mit Benzin und Diesel betrieben. Der Wunsch ist es aber in Zukunft alles auch auf Elektroantrieb umzurüsten.

- die monatliche Stromrechnung wird auch mit regenerativer Energie nicht geringer ausfallen. In Spanien wird der Strompreis zentral festgelegt, egal wie und wo die Energieerzeugung erfolgt.

- besser sieht es mit dem Wasserpreis aus. Gorona liefert auch Strom für die angeschlossene Meeresentsalzungsanlage. Das obere Speicherbecken wird von ihr mit Wasser versorgt und dient auch als Trinkwasserspeicher. Hier soll nach dem Willen des Inselpräsidenten Alpidio Armas an der Preisschraube gedreht werden. Ob es auf Dauer zu günstigeren Wasserpreisen führt, wird sich in Zukunft zeigen.

Am kommenden Freitag wird mit 150 geladenen Gästen der beteiligten Firmen, Geldgebern, Initiatoren und Repräsentanten aus der Politik die Anlage offiziell in Betrieb genommen. Zahlreiche Pressevertreter und Fernsehteams aus aller Welt haben sich bereits angemeldet.

Schonung fossiler Energieressourcen unter Verwendung von erneuerbarer Energie um auch die Umwelt zu schonen, wird als die Priorität bei der Realisierung dieses innovativen und beispielhaften Projekt als Muster und Maßstab für zukünftige Entwicklungen dienen.

Das Inselchen am "Ende der Welt" hat es verdient, "groß" in den Schlagzeilen der Weltpresse zu erscheinen.

Samstag, 14. Juni 2014

Neue Mitmach-Seite Naturwissenschaft EX

NEWS:
Die neue Mitmach-Seite  Naturwissenschaft EX
          

Vielleicht haben Sie es schon gesehen. Ein neuer Blog "Naturwissenschaft EX" ist am Entstehen. Ein Mitmach Blog - eine Experimentalseite (EX) - mit Gastbeiträgen rund um die Naturwissenschaft.
Themen die nicht unbedingt auf den Kanaren angesiedelt sind, sondern ein breiteres Wissens- Spektrum auch geographisch abdecken. Die "ISS Live miterleben" mit direkter LiveCam und dem Funkverkehr aus dem All. Zum Start habe ich auch die ganze Entwicklungsgeschichte um das Regenerative Energieprojekt "Gorona" von El Hierro eingestellt.

Das Neue daran - nicht nur meine Beiträge - sondern Berichte, Erlebnisse, Fotos und Meinungen von Ihnen sollen dominieren.
Erdbeben in Südhessen oder Sachsen, Unwetter oder Sturmflut in Norddeutschland, Geothermie Projekt in Basel, Meteoritenstrom über Plauen oder auch Themen aus Ihrem Hobbybereich wie Aquariumaufzucht einer besonderen Spezies, erfolgreiche Schädlingsbekämpfung an meinen Gartenrosen oder unbekannte Entdeckung auf meiner Urlaubsreise.

Kurz - alles was mit Natur und/oder Wissenschaft zu tun hat, ist willkommen.
Oft sind Sie Augenzeuge und näher am Geschehen und können aus erster Hand am Besten berichten.
Die technischen Möglichkeiten, habe ich geschaffen. Nun dürfen Sie die Seite mit Inhalt füllen. Alles Nähere auf  Naturwissenschaft EX (Kopfzeile).


Zeit sich wieder mit El Hierro zu beschäftigen. Die Bebenaktivität unter der Insel bleibt ruhig. Aber doch gibt es fast täglich schwache Beben. Hier auf dem IGN-Bebenhistorie der letzten 90 Tage steht jeder Strich für mindestens ein Beben. Gestern ein ML1,7 Erdstoß aus 11 km Tiefe am Westzipfel.

Wesentlich beunruhigender sieht die Bodenverformung aus. Hier gibt es wohl keinen weiteren Zuwachs weil die Beben fehlen, aber der Innendruck nimmt auch nicht ab. Links die vertikale Bodenverformung am Messpunkt El Pinar im Süden. Wie ein aufgepumpter Fahrrad- Reifen, hält sich bereits über einen langen Zeitraum der Überdruck im Kammerbereich. Der Druck kann nicht entweichen oder sich verteilen. Beim Fahrrad sicher erwünscht, beim Vulkan aber irgendwann mit Konsequenzen. Beim nächsten Bebenschwall wird nachrückende Magma den Druck weiter erhöhen.

Erdölförderung vor Fuerteventura


Der Repsol-Vorsitzende, Antonio Brufau, freut sich nach der Genehmigungserteilung für seinen Konzern. Für ihn zeige Europa Schwäche, wenn man gegen die Förderung eigener fossiler Energievorräte demonstriere.
Man solle stattdessen froh sein und das Vorhaben unterstützen, wenn es um die Unabhängigkeit von arabischen und russischen Öl- und Gasressourcen geht. Erdölförderung sei immer noch besser als ein Atomkraftwerk.
Im Grunde hat der Repsol Vertreter auch Recht. Öl und Gas verbrauchen, aber keine Förderstelle vor der Haustür dulden. Das Problem ist ja auch in Deutschland bekannt. Regenerative Windenergie fordern - aber nur kein Windrad in der Nachbarschaft.

Bei einem Ölfeld sieht es noch etwas anders aus. Ein Ölfeld lässt sich nicht beliebig verschieben. Endlich hat Spanien eine eigene Ölquelle gefunden, aus der sich 10 bis 15 % des spanischen Ölbedarf decken lassen und das - so Repsol und die Madrider Regierung - für mindestens die nächsten 25 Jahre.
Konsequenterweise müsste jeder Demonstrant ab morgen erst einmal sein Auto stehen lassen und sich zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf den Weg machen. Keine Getränke in Plastikflaschen mehr kaufen ... und so weiter.
Würde in Sevilla oder Barcelona ein ähnliches Erdölfeld gefunden, gäbe es die gleichen Proteste. Hier würde die Ölförderung vielleicht nicht den Tourismus schädigen, sondern ein einmaliges UNESCO Kulturdenkmal, die Trinkwasserversorgung oder die geballte Anzahl der Bewohner.

Ein Grund findet sich immer. Energie im Überfluss verbrauchen, möglichst günstig  - aber kein eigenes Risiko eingehen. Saudi Arabien, der Golf von Mexiko oder Venezuela ist weit weg. Sollen die doch mit den Risiken leben.
Es ist ein egoistisches Denken. Irgendwann werden die negativen Auswirkungen aber auch uns erreichen. Nur etwas später. Wir leben gemeinsam auf diesem Erdball.
Jeder Eingriff, ob das Abholzen des Tropenwaldes im Amazonas oder das Verbrennen von Erdöl in unseren Heizungen oder Fahrzeugen, verändert das natürliche Gefüge.

Nicht, dass ich für eine Erdölförderung vor unseren Küsten wäre. Nein - ganz im Gegenteil. Nur sehe ich das Problem mit evtl. negativen Auswirkungen nicht primär in einer Umweltverschmutzung  mit  "katastrophalen" Folgen für den Tourismus.

Die geologische Beschaffenheit unseres Untergrundes mit einem Hotspot wird überhaupt bei all den Überlegungen nicht bedacht. Wir leben auf aktiven Vulkanen die nicht nur auf El Hierro beschränkt sind. Es ist ein Magmasystem das quer unter den Kanarischen Inseln verläuft. Gerade im Bereich des gefundenen Ölfeldes zwischen Fuerteventura und der westafrikanischen Küste verläuft, wie wissenschaftliche Untersuchungen ergeben haben, ein Magmakanal.

Ein instabiles Gebilde, das in der Vergangenheit schon oft Auslöser für Erdbeben war. Zunächst sind es nur Probebohrungen die vorangetrieben werden sollen. Sind die Probebohrungen erfolgreich, wird die Lagerstätte ausgebeutet. Große Mengen Erdöl werden entnommen und das Vakuum wahrscheinlich mit Meerwasser wieder aufgefüllt.

Das bei dem ganzen Procedere entstehende Ungleichgewicht mit Druckverlagerungen im Untergrund kann den Magmaauftrieb beschleunigen und fördern. Mit Auswirkungen die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können.
Hier wären jetzt zunächst die geologischen Institute (wie IGN oder Involcan) gefragt, dazu Stellung zu nehmen. Vielleicht wurden sie auch gefragt. Die Gutachten sind aber bis jetzt nicht öffentlich zugänglich.

Ähnliche Beispiele dazu gab es ja auch schon im Golf von Valencia in Festlandspanien. Nachzulesen in meinem Beitrag "Erdgasspeicher und Ölbohrung" vom 5. Oktober 2013.

Dienstag, 10. Juni 2014

Tektonische Erdbeben auch in Südhessen

Geothermie und Tiefenbohrungen der Auslöser ?

Auch in Südhessen macht man sich Gedanken. Innerhalb weniger Wochen nun das dritte spürbare Beben. Am vergangenen Sonntag, dem 8.6.14 um 16.15 Uhr ein ML3,1 Erdstoß aus 5 km Tiefe bei Ober-Ramstadt. So wurde es vom Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG) von dem auch die Grafiken stammen, gemessen. Das GFZ, Potsdam kommt gar auf eine Stärke von ML3,2 aus 10 km Tiefe. Nach dem doch kräftigen Erdstoß von Ende März 2014 mit ML4,2 setzt sich also der Bebenreigen fort.
So wurde das Pfingssonntag-Beben vom Seismografen (links) aufgezeichnet. Es sind keine Schwarm- sondern Einzelbeben mit leichten Nachbeben. Die Anwohner in der Region sind natürlich beunruhigt. Mehrere Mails oder so wie im Kommentar (Auszug) von gestern bringt dies zum Ausdruck:

"Nun hatten wir gestern nachmittag schon das 4. Beben im Großraum Darmstadt innerhalb von nur 9 Wochen. Die Stärken werden als relativ gering, knapp über 3, angegeben (bis auf eines über 4). Man sollte diese Beben eigentlich kaum wahrnehmen. Fakt ist aber, dass es zuerst einen sehr lauten dumpfen Knall gibt, dann fängt alles an zu wackeln, die Fußböden oder gestern die Terrasse "buckeln". In den Medien wird das alles verniedlicht und klein geredet, "alles völlig normal für dieses Gebiet". Das stimmt so aber nicht: Ich lebe seit 50 Jahren hier, und habe nie so etwas erlebt, meine Eltern sind beide weit über 70 Jahre alt und auch sie sagen, das gab's noch nie. Es gibt keine Aufklärungt oder Hintergrundinfo durch die Medien, wodurch das Ganze ausgelöst sein könnte. Die zeitlichen Abstände der Beben verkürzen sich: Vom 1. zum 2. waren es rund 6 Wochen, dann 2 Wochen, dann 1 Woche. Viele glauben, dass das etwas mit den Tiefbohrungen im hessischen Ried zu tun haben könnte, aber, tiefes Schweigen in den Medien."

Grundsätzlich werden Beben vom Menschen ab ML3,0 wahrgenommen. Von sensible Personen auch schon darunter. Findet ein Beben in geringer Tiefe wie z.B. 5 km statt, ist oft auch akustisch ein Knall oder Grollen zu hören.
Wenn Gesteinschichten brechen oder in Hohlraume abstürzen erzeugen sie nicht nur eine Erschütterung sondern auch ein hörbares Geräusch. Je näher man am Epizentrum wohnt, desto lauter.
Die Region in Südhessen ist kein aktives Vulkangebiet wie im Chebgraben an der tschechischen Grenze.
Es sind tektonische Beben die normal an den Rändern der Kontinentalplatten auftreten. Südhessen liegt aber nicht an so einem Plattenrand. Es ist aber eine Senkung auf der Eurasischen Platte - dem Oberrheingraben. Dieser Graben führt an der Bergstraße entlang. Hier kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Verwerfungen und Senkungsbeben. Die Karte (HLUG) zeigt die Häufigkeit und Lage der Beben.

Damit ist aber nicht geklärt, warum in den letzten Wochen vermehrt stärkere Erdbeben erfolgten. Bleibt noch zu prüfen, ob der Mensch mit Tiefenbohrungen die Geologie stört und für die Beben mitverantwortlich ist. Grundsätzlich stören alle Eingriffe die Natur und damit auch den geologischen Erdaufbau.
Im Oberrheingraben  dehnt sich die Erdkruste durch die Aufwölbung der Erdmantelgrenze. Das erhöht den  Wärmefluss. Der Untergrund ist hier bereits in geringer Tiefe heiß. Die Wärmekarte links zeigt mit grün/gelber Verfärbung den wärmsten Untergrund in Südhessen. In Deutschland liegt im Durchschnitt der geothermische Gradient bei 30°C in 1000 Meter Tiefe - und hier bei 60°C. Es ist natürlich verlockend und auch sinnvoll diese Heizquelle anzuzapfen. Natürliche Wärmequellen als Geothermie nutzbar gemacht, spart Heizöl und macht vielleicht unabhängig.

Aber alles hat zwei Seiten. Es müssen Bohrungen ausgebracht werden, Wasser oder Gas wird in den Untergrund gepumpt oder dem Boden entnommen. Es werden unbekannte Gesteinschichten oder Kammern angebohrt. Ist es eine geologisch stabile Region dürfte der Versuch gelingen.

Aber es gibt auch genügend Beispiele wo ein Desaster damit herauf beschworen wurde. Im baden-württembergischen Staufen wurden durch Bohrungen zur Erdwärmenutzung Wasser in gipshaltige Erdschichten umgeleitet. Der Gips quoll in die Höhe und verursachte große Schäden an den Häusern - zum Nachlesen RP-Online.

Auch in Basel oder St.Gallen gab es bei Tiefenbohrungen große Probleme - siehe Tagblatt. Hier erfolgten und das ist nachgewiesen, durch diese Bohrungen Erdbeben.
Es gibt noch eine Reihe weiterer Orte wie bei Alicante in Südspanien oder in den USA - einfach links in der Seitenleiste unter "Archiv durchsuchen" Stichwort "Geothermie" eingeben.

Mir ist jetzt nicht bekannt was in Südhessen genau "Gebohrt" wird. Es kann aber sein, dass durch Tiefenbohrungen oder Untertagebau Senkungsbeben beschleunigt oder gar ausgelöst werden. Jeder Eingriff in die Natur durch den Menschen hat über kurz oder lang auch eine Reaktion zur Folge - und das können auch kräftige Erdbeben sein.

Es stellt sich natürlich auch die Frage: Wie viel Risiko nehme ich in Kauf um an günstige und eigene Energie zu kommen ?
Das müssen aber die Politiker und Menschen direkt vor Ort entscheiden.

Soviel aus meiner Sicht zu Südhessen.
Über El Hierro gibt es im Moment nicht viel zu berichten. Nur einige kleine Beben bis ML1,5 im Südwesten.
Am 27. Juni 2014 soll nun endlich das Regenerative Energieprojekt Gorona - 100 % Strom aus erneuerbarer Energie - auf der Insel eingeweiht werden. Dazu gibt es natürlich von mir dann eine Chronik und einen ausführlichen Bericht.

Sonntag, 18. Mai 2014

Vulkan - Erdbeben bei Darmstadt

NEWS:

Kein Seismografen Ausschlag auf El Hierro, sondern ein gestern aufgezeichnetes Erdbeben in Deutschland. Um 16.46 UTM Time - 18.46 Uhr Ortszeit ein ML3,6 Beben in Südhessen. Der Erdstoß (links) wurde vom Hessischen Landesamt f. Umwelt u. Geologie (HLUG) registriert. Nach Angaben von GFZ, Potsdam (hier schwanken die Daten bis ML4,2) erfolgte das Beben in 10 km Tiefe.
Das Epi-Zentrum befand sich ca. 2 km südlich von Darmstadt (siehe Google Karte). Es entstanden Sachschäden durch herabstürzende Kamine und Fassadenteile. Verletzte wurden nicht gemeldet. Spürbar war der Erdstoß von der Bergstraße bis in den Odenwald.

Bereits am Sonntag, den 30.03.2014 ereignete sich um 17:58 Ortszeit in Südhessen ein deutlich spürbares Erdbeben. Die automatische Ortung durch den Erdbebendienst beim HLUG lokalisierte das Beben der Magnitude 3,1 bei Ober-Ramstadt südöstlich von Darmstadt. Beben dieser Stärke treten in Südhessen gelegentlich auf. Sie sind lt. HLUG hauptsächlich auf die geologische Struktur des Oberrheingrabens zurückzuführen.

Auch in Deutschland - nicht nur im Zollernalbgraben und im Schweizer Grenzgebiet - kann es Beben geben. Es sind dann aber Erdstöße die auf geologische Verwerfungen an Bruchkanten oder durch menschliche Tätigkeiten im Untergrund verursacht werden.
Sie treten aber nicht so häufig wie seismische Erschütterungen in vulkanaktiven Zonen wie z. B. unter El Hierro auf.

Hier werden die Beben durch aufsteigendes Magma ausgelöst. Auch Magmaverlagerungen um die Kammer verursacht in fast regelmäßigen Abständen kleine Erdstöße. So auch gestern zwei Beben aus 12 und 16 km Tiefe bis ML1,7 (siehe IGN Karte). Die Topografie mit den fast senkrecht über 1000 Meter emporragenden Felswänden wie im Golfotal, birgt eine weitere Gefahr. Ständige Erschütterungen lockern im Laufe der Zeit Felsplatten und können größere Fels- und Erdrutsche auslösen. Letztendlich drückt und verformt der immense Druck im Bereich der Magmakammer die Inseloberfläche immer weiter nach oben. Durch diese Verformung entstehen Risse die neue Beben auslösen können.
Hier besteht dann auch Gefahr, das ein Riss in der Erdkruste wie ein Ventil Gase und Magma zur Erdoberfläche durchdringen lässt. Das wäre dann eine Eruption - ein Vulkanausbruch.

Auch auf den Kanarischen Inseln wird am nächsten Sonntag das neue "Europaparlament" gewählt. Das Wahl-Interesse ist auch hier gering. Vom Wahlplakat strahlt der Spitzenkandidat der regionalen Coalition Canarias (CC) Javier Morales. Der Mann aus El Hierro der als "Vater des Regenerativen Energieprojekt Gorona" gilt. Ein von mir hochgeschätzter Mann, Vordenker, Visionär und Politiker.


Als ehemaliger Vizepräsident von El Hierro hat er vor 10 Jahren verbissen und fast im Alleingang das Gorona Projekt durchgeboxt. Durch eine Veränderung der politischen Mehrheiten "musste" er in den vergangenen Jahren als Senator in das Kanarische Parlament nach Teneriffa/Gran Canaria umziehen und möchte jetzt die Kanaren in Brüssel vertreten.

Mehrfach hatte ich in den vergangenen Jahren Gelegenheit mich persönlich mit ihm zu unterhalten. Es gibt nur wenige Politiker (der ehemalige Inselpräsident Melchior von Teneriffa und Javier Morales von El Hierro) auf den Inseln, die auch über den Kanaren-Tellerrand blicken können.
Der gelernte Agrar-Ingenieur könnte sicher am meisten direkt auf El Hierro umsetzen, wird aber auch vielleicht in Brüssel seine Ideen und Visionen einfließen lassen können. Ich drücke ihm auf jeden Fall die Daumen.

Dienstag, 25. März 2014

Regeneratives Energieprojekt - Probelauf

NEWS:

Mit großem Werbeaufwand hat die Betreibergesellschaft Gorona del Viento El Hierro, den Start ihres Regenerativen Energieprojekt verkündet. Anlässlich einer Tagung in Madrid wurde die internationale Presse informiert. Darauf darf man auch Stolz sein, als erste Insel zu 100% den Strombedarf mit natürlicher Energie zu decken. Weltweit wird darüber berichtet. Es ist jetzt allerdings erst der Probelauf der Anlage.


Die Windräder drehen sich und das große Speicherbecken bei Valverde ist gefüllt. Jetzt muss erstmals das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten getestet werden.

Strom wird mit Windkraft erzeugt und in das Netz eingespeist. Meerwasser wird in der Entsalzungsanlage gereinigt und in das Hauptspeicherbecken gepumpt. Bei Windflaute wird das gespeicherte Wasser abgelassen und schießt durch die Turbinen (Foto), sammelt sich im unteren Auffangbecken und wird bei entsprechender Windkraft wieder hinauf in das große Speicherbecken gepumpt. Erst dieses Zusammenspiel macht die Einmaligkeit dieser Anlage aus und das wird jetzt getestet.

Ich hatte mehrfach während der Bauphase Gelegenheit das Projekt zu besuchen und auch hinter die Kulissen zu schauen. Die Windräder kommen aus deutscher Produktion, die Transformatoren von BBC und die Turbinen aus Festlandspanien.
Die modernste internationale Technologie wurde verbaut (im Archiv links nach "Gorona" suchen).
Bis zum Juni 2014 soll die Erprobungsphase abgeschlossen sein. Dann wird es ans Netz gehen und zu 100% den Inselstrom liefern.

Während meiner geplanten Tour (bei entsprechender Teilnehmeranzahl) Anfang Juni auf El Hierro werden wir auch dieses Projekt näher in Augenschein nehmen - weiteres dazu hier.

Es gibt weiter Beben. Keine berauschende Stärke - nur bis ML2,1 aus 12 bis 21 km Tiefe. Quer verteilt vom Nordosten bis weit in den Westen (Kreise). Der Doppelkreis zeigt die letzten beiden Beben im Norden an. Hier genau befindet sich auch das Haupt- Wasserspeicherbecken der Gorona- Energieanlage. Bei der Planung vor vielen Jahren gab es noch keine vulkanische Aktivität und Beben auf der Insel. Solange die Bebenstärke im Rahmen bleibt, dürfte es mit der Dichtigkeit dort keine Probleme geben.

Auf La Palma haben wir im Norden bei Barlovento ein mehr als doppelt so großes Speicherbecken - die "Laguna de Barlovento".
Mehrere Leckagen konnten trotz Einsatz japanischer Spezialfirmen nicht abgedichtet werden. Das Becken darf heute nur noch zu 40% befüllt werden. Auch ohne große Erdbeben kann es also Schwierigkeiten geben.

Freitag, 21. Februar 2014

Geothermie - Vulkane sind nicht zu unterschätzen

NEWS:
Samstag, 22.02.14 - 8.42 Uhr
Gestern Abend um 23.10 Uhr ein ML1,6 Beben unter dem südwestlichen Golfoausgang aus 12 km Tiefe.

Alles ruhig - im Moment keine weiteren Beben unter und um die Insel.

So sieht es aus, wenn unbeabsichtigt eine Magmakammer angebohrt wird (Foto: IDDP). Geschehen ist das Ganze im September 2011 am Vulkan Krafla in Island. Das Ziel war es eigentlich ein 5000 Meter tiefes Bohrloch nur in die Nähe der vermuteten Magmakammer zu treiben. Doch bereits nach einer Tiefe von 2100 Meter wurde eine dort nicht bekannte Magmablase direkt angebohrt. Mit hohem Druck schossen Gesteinsfragmente und Gase in einer schwarzen Wolke an die Oberfläche.

Nach 11 bis 12 Minuten färbte sich die Austrittswolke weiß. Jetzt kam vermehrt Wasserdampf unter hohem Druck an die Atmosphäre. Das Projekt wurde noch eine Weile weiter verfolgt, musste dann aber gestoppt werden, da die Hitze, der hohe Druck und aggressive Gase das Metall verformten und zersetzten. Als schließlich ein Ventil versagte, kam aus Sicherheitsgründen das schnelle Aus.

Als die Wissenschaftler die Bohrkrone herauszogen, entdeckten sie daran vulkanisches Glas - frisch erstarrte Magma. Jetzt wussten sie, dass die Bohrung mitten in das flüssige und 900°C heiße Gestein erfolgt war.
Dieses Experiment unter dem Namen Iceland Deep Drilling Projekt ging gerade noch einmal gut aus. Es hätte aber in der Folge auch zu einer unkontrollierten Eruption kommen können.

Erforscht werden sollte eigentlich die Möglichkeit und Gewinnung geothermischer Energie in Nähe einer Magmakammer bei 400°C heißem Gestein. Die angebohrte Magmablase hatte aber über 900°C und war mit dem heute zur Verfügung stehenden Material und der bekannten Technik nicht beherrschbar.

Das IDDP-Projekt sollte beweisen, dass mit überkritischem Gas, anders als bei gewöhnlichen Erdwärmekraftwerken, ein Vielfaches der Energie transportiert und auf eine Turbine übertragen werden kann.
Normale Geothermie-Kraftwerke arbeiten mit höchstens 200°C heißem Wasserdampf. Auch halten handelsübliche Sensoren selten mehr als 300 Grad Celsius aus. Eingesetzt wurden in Island Elektronik-Bauteile die für die Venus-Sonde der Nasa entwickelt worden waren. Aber auch diese Teile sind der Hitze eines Vulkan nicht gewachsen.

Es ist aber eine Möglichkeit viel Energie durch Geothermie in vulkanisch aktiven Gebieten, wie auch auf den Kanaren, zu gewinnen. Es muss natürlich noch viel erforscht werden - aber eine mögliche Zukunftstechnologie die für die Inseln das Energieproblem langfristig lösen könnte.

El Hierro würde ich im Augenblick nicht als geeigneten Standort dafür auswählen, da durch die aktive Vulkanphase die Risiken viel zu hoch sind. Durch Bohrungen könnte nur noch der bereits jetzt unter kräftigem Druck stehende Untergrund zu einer Eruption angeregt werden.
Idealer sind da schon Lanzarote, Teneriffa oder die Insel La Palma. Hier liegen heiße Gesteinsschichten in nur wenigen hundert Meter Tiefe.

Die Idee, der Wille und die Umsetzungskraft muss allerdings dafür vorhanden sein. Man befeuert lieber Kraftwerke mit Schweröl und verpestet weiter die Umwelt.

Auch das so tolle regenerative Energieprojekt "Gorona" auf El Hierro, das seit Herbst 2013 fertiggestellt ist, dämmert im Stillstand weiter vor sich hin.
Die politischen Entscheidungsträger wollen und können sich einfach nicht einigen. Ein Jammerspiel, das das Unvermögen und die  Engstirnigkeit lokaler und Madrider Gehirne nur wieder einmal mehr und deutlich zeigt.
Ich denke es wird so kommen, wie ich bereits im Jahre 2010 auf Seite 67 in meinem erschienenen Buch "Geheimnisvolles El Hierro" geschrieben habe:

"Ich wage einmal die Prognose der vollen Einsatzfähigkeit mit dem Jahre 2015.
Aber egal in welchem Jahr, - Ende gut, alles gut. Je früher desto besser ...gut für die Natur und die hier lebenden Menschen."