Freitag, 29. August 2014

Island - Sichtbare Spalteneruption hat begonnen

Warnung: Eine Spalteneruption hat nördlich von Dynjujökull gestartet.


Das ist der offizielle Warnhinweis des Iceland Met Office (IMO) und der Vedur. Die ersten Webcam Aufnahmen zeigen einen Feuerschein und austretende Dämpfe. Gegen Mitternacht hat, wie von vielen erwartet, die sichtbare Eruption des Bardarbunga begonnen. Die letzten starken Beben haben den Eisdurchbruch geschafft. 

In der bereits gestern erwähnten Eisspalte, nördlich des Dyngju tritt an mehreren Punkten Lava und Gas aus. Wie lang diese so genannte Spalteneruption ist, wird sich erst heute abschätzen lassen. Der erste Eruptionsschub hat sich gegen 2.40 Uhr verlangsamt.


Es hat jetzt doch einige Tage angedauert, bis die am 23. August 2014 begonnene Eruption die dicken Eisbarrieren durchschmolzen hat. Gestern wurde noch festgestellt, dass ein naher See innerhalb von 24 Stunden seinen Wasserstand durch zufließendes Gletscherwasser um 10 Meter erhöht hat.

Nach IMO Angaben sind noch keine den Flugverkehr beeinträchtigenden Aschepartikel in die Atmosphäre geblasen worden. Trotzdem wurde im Vulkangebiet die Warnstufe wieder auf "Rot" gesetzt. Große Mengen Magma sind in den letzten Tagen in die Kammer nachgeströmt. Das Potential für eine starke Eruption ist vorhanden.



Jedoch könnte in den kommenden Tagen der Ex-Hurrikan Cristobal zur Hilfe kommen. Das Tiefdruckgebiet dreht sich gegen den Uhrzeigersinn und könnte eine mögliche Aschenwolke nach Nordosten verwehen. Dann würde Skandinavien ein Problem bekommen.

Aber die Natur und die Vulkane sind unberechenbar. In der Regel sind es nur wage Vermutungen, aber wie jetzt ausnahmsweise die Eruption, lies sich anhand von Fakten zu 90 % vorhersagen. Wie lange und wie stark die Eruption andauert, liegt nicht in Menschenhand.

Es kann nur ein kurzer Druckabbau mit Gas und wenig Lava sein -  aber bei entsprechendem Magmanachschub aus dem Erdinnern sich auch kräftig wie die Eyjafjallajökull - Eruption  2010 entwickeln.

Das eigentliche Problem für die Isländer liegt aber im Abschmelzen der Eiskappen. Riesige Wassermengen könnten in kürzester Zeit die Bäche und Flüsse anschwellen lassen und auch weiter im Landesinnern größere Schäden verursachen.

Donnerstag, 28. August 2014

Island - Riss in der Eisdecke entdeckt

Erste Spuren einer Eruption ?

Nördlich des Bardarbunga hat sich eine Eisspalte geöffnet. Wie die IMO (Foto) mitteilte, wurde bei einem Kontrollflug der Küstenwache gestern eine ca. 4 bis 6 km lange und 10 bis 15 m tiefe Spalte im hier 400 - 600 m dicken Eis entdeckt. Es wird vermutet, dass im Untergrund der Gletscher abschmilzt und die Eismassen nachgeben. Größere Wasserströme wurden jedoch noch nicht entdeckt.
In den vergangenen Tagen hatten sich die Beben immer weiter nach Norden in Richtung Vulkan Askja verschoben.



Fast 37 km weiter nördlich vom Bardarbunga  hat sich das Magma einen Weg gesucht (siehe IMO Grafik). Hier finden auch die stärksten Beben statt. Bis zu ML5,4 am 26. August aus nur 2 km Tiefe. Es stellt sich die Frage wie stark vulkanische Beben ansteigen können. Den kräftigsten Erdstoß hatte Island mit ML6,3 im Jahre 2008 erlebt. Mir sind auch keine Beben über ML6,5 weltweit bei einer rein vulkanischen Aktivitäten bekannt. In Island ist dies jedoch geologisch auch etwas anders als auf den Kanaren.

Island liegt am Zusammentreffen zweier Kontinentalplatten (siehe letzten Beitrag). Auf der Grafik links ist der Bebenverlauf der letzten Jahre (rot) markiert. Es ist genau die Plattengrenze wo Magma hervortritt und neue Vulkane entstehen lässt. Theoretisch können hier durch die Verschiebung der Platten tektonische Beben und vulkanische Beben auftreten. Ein Wechselspiel mit auch noch kräftigeren Beben ist möglich.
Die IMO kann nicht genau sagen, wo Magma bereits unter dem Eis ausgetreten ist. Klar ist nur, dass eine Eruption erfolgte. Bislang sind außer dem Riss in der Eisdecke aber noch keine Oberflächenspuren gefunden worden.


Auch gibt es noch keine auffälligen Gaskonzentrationen an der Erdoberfläche. Die dicke Eisdecke hindert auch das Ausströmen von Schwefel, Helium oder Kohlendioxid. Durch den Riss kann es jetzt aber eine Spalte geben, aus der dann erhöhte Gasemissionen gemessen werden können.


Eine 3D-Simulation von dfmorvan (Danke) verdeutlicht den bisherigen Bebenverlauf um den Bardarbunga.


Montag, 25. August 2014

Was haben El Hierro und Island gemeinsam ?

Der Insel Vergleich

Auch vor El Hierro gab es heute Morgen um 9.07 Uhr ein ML2,2 Beben (IGN Grafik) aus 12 km Tiefe. Im Vergleich zu Island ist es aber im Moment hier ruhig. Um den Bardarbunga auf Island summierten sich die Erdstöße in den letzten 48 Stunden auf 247 Beben. Zahlen die wir Ende 2011 auch auf El Hierro hatten. Island ist mit seinen 103.000 km² fast 370 mal größer als El Hierro (278 km²) und hat mit nur 320.000 Bewohnern eine noch viel geringere Bevölkerungsdichte wie auf El Hierro (40 Einwohner/km²).
Dafür aber jede Menge aktiver Vulkane. Im Schnitt alle 5 Jahre erlebt Island einen Vulkanausbruch.Auf der Karte links (IMO) sind die wichtigsten Vulkane aufgeführt. Viele (grün) befinden sich zur Zeit im Schlafmodus .Nur der Bardarbunga (rot) beschäftigt im Moment die Insulaner und den Rest der Welt.

Hier ist es kein stabiler Hotspot wie unter den Kanaren, sondern Island liegt auf dem tektonischen Plattenrand der Nordamerikanischen und der Eurasischen Platte. Quer durch die Insel verläuft diese Plattengrenze. Nur durch den beständigen Nachschub mit frischer Magma wird ein Auseinanderbrechen der Insel verhindert.

Zwei Inseln - El Hierro am südlichsten Rand des politischen Europa und Island genau entgegengesetzt am nördlichsten Rand. Auf El Hierro Vulkane und im Norden noch aktivere und ausbruchsgewaltigere Vulkane.

Damit sind aber schon fast alle Gemeinsamkeiten aufgezählt.

Auf Island haben wir eine jährliche max.Durchschnittstemperatur von +7°C - auf El Hierro von +22,9°C.
El Hierro also für Sonnenanbeter und Island für Eskimos.

Sonntag, 24. August 2014

Island Vulkan Beben von ML5,1

Bisher geringer Magmaaustritt


NEWS



16.30 Uhr - um 16.01 Uhr ein Beben der Stärke ML5,0 aus nur 4,6 km Tiefe im zweiten nordwestlichen Kanal (siehe Grafik unten).
11.32 Uhr - Ein weiteres kräftiges ML4,2 Beben aus 11,6 km Tiefe. 


Die Beben halten weiter an. In der vergangenen Nacht gab es seit Beginn der Aktivität die bisher schwersten Erdstöße. Um 0.09 Uhr ein ML5,1 (EMC ML5,3) und um 5.33 Uhr ein ML4,9 Beben. Beide Beben entstanden in 10 km Tiefe etwas westlich des eigentlichen Epizentrum (siehe IMO Grafik). Es scheint als würde hier ein neuer Aufstiegskanal entstehen. Aufsteigendes Magma muss sich erst noch einen Durchgang durch die Gesteinschichten schaffen.  Die Grafik zeigt die Beben der vergangenen 12 Stunden. Die Tiefe der Schwarmbeben reicht jetzt bis zu 0,7 km zur Erdoberfläche. Die Hauptaktivität liegt aber um die 3,0 km Tiefe.
Die IMO bestätigte einen kleinen Magmaaustritt unter der Eisfläche. Die Eisschicht sei hier bis zu 400 Meter dick. Es könne eine zeitlang dauern bis auch optisch Lava zu erkennen sei. Es sei ein so genannter subglazialer Vulkanausbruch. Wegen des Gletscher-Druck sei es nicht sicher, ob Magma bis zur Atmosphäre vordringt.


Die gestern zu beobachtende "Dampffahne" war nach IMO Angaben kein austretender Wasserdampf oder Gas. Die gemessene Gasemission sei noch nicht erhöht und im normalen Wert für die Gegend. Das hätten Messungen bei Überflüge von Wissenschaftlern der Universität von Island gestern ergeben. Auch konnten keine vermehrten Schmelzwasser Austritte beobachtet werden.

Das Foto (Ruf) unten zeigt den überflogenen Bereich.


Samstag, 23. August 2014

Island Vulkan um 13.00 Uhr ausgebrochen

NEWS:
Die Eruption des Bardarbunga hat begonnen.


Gegen 13.00 Uhr hat die eruptive Phase begonnen. Aus dem Vulkanbereich entströmen Dämpfe und Gase. Alles ist hier rechts in der Webcam zu beobachten. Die IMO hat die Warnstufe "ROT" ausgerufen.

Das betrifft zunächst den Flugverkehr im Nahbereich. Wie stark die aufsteigenden Dämpfe bereits mit Aschepartikeln durchsetzt sind und ob Magma an der Oberfläche austritt, ist nicht bekannt.

Es ist das Gletschergebiet Dyngje (rechts im Bild). Wahrscheinlich wird der Kratermund erst in einigen Stunden die dicke Eisschicht darüber aufgeschmolzen haben. Dann dürfte es etwas heftiger zur Sache gehen. Ich bleibe am Ball.