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Sonntag, 8. November 2015

Erdbeben von ML3,7 auf El Hierro

Die Beben werden wieder stärker


Am Samstagabend gab es unmittelbar am südlichen Küstenbereich von El Hierro ein Erdbeben der Stärke ML3,7. Dieser Erdstoß wurde von den Bewohnern, vor allem im südlichen Inselteil, gespürt. Schäden sind nicht zu vermelden.

Um 20.01 Uhr bebte für einige Sekunden die Insel. Das Zentrum lag in 14,3 km Tiefe, unweit der alten Eldiscreto Eruptionsstelle(Grafik IGN). Bereits am Vormittag um 3.45 bzw. 6.35 Uhr gab es zwei leichtereErdbeben von ML1,0 und 1,5 im Süden und im nordwestlichen Golfotal.
Ein Beben von ML3,7 ist bei einer vulkanischen Aktivität in die mittlere Kategorie einzustufen. Das stärkste Erdbeben das wir überhaupt auf El Hierro hatten war der ML5,1 Erdstoß im Dezember 2013. Damals waren die Auswirkungen bis nach La Palma zu spüren.
Überhaupt sind in den letzten Tagen und Wochen verstärkte seismische Aktivitäten rund um die Insel zu registrieren.

Nach einer Zeit mit relativ wenigen Erdstößen, flammt seit 5. November 2015 (siehe IGN Grafik) die Zahl der registrierten Erdbeben wieder auf. Auch im weiteren Umfeld zwischen Teneriffa und Gran Canaria oder im 60 km südlich von El Hierro liegenden  Seamount Umfeld werden Beben gemeldet.
   
Noch sind diese verstärkten Aktivitäten als„Normal“ zu betrachten. Es könnten aber auch erste Anzeichen für einen vermehrten Magmafluss in dem untereinander verbundenen und verzweigten System andeuten. Die nächsten Tage und Wochen werden es zeigen, ob es die ersten Boten für ein Wiederaufleben der vulkanischen Aktivität sind.

Sicher ist nur, daß El Hierro als jüngste Kanarische Insel sich noch im Aufbau befindet.
Der Hotspot wird der Insel in geologischer Zukunft noch einige Eruptionen bescheren. Völlig unsicher dagegen ist, wann und in welcher Zeitspanne neue Vulkane die Insel weiter Formen und Vergrößern.
Seit der letzten Eldiscreto Eruption im Jahre 2011 beobachte ich täglich die seismische Entwicklung und auch die Ruhephasen auf El Hierro. Die Bodenverformung der Inseloberfläche weist immer noch nach den GPS-Daten eine Aufwölbung von +22 cm im Südteil auf. Die Magmakammer steht also weiter unter Druck. Für einen Druckabbau hat sich noch kein Weg gefunden. Jeder weitere Magmanachschub aus dem Erdinnern vergrößert das Volumen und kann Erdbeben und mehr auslösen.
Es lohnt sich immer wieder einen Blick in das Archiv (linke Seitenleiste) zum Nachlesen und als Dokumentation der doch dramatischen Zeiten von 2011/ 2012 zu werfen.

Sonntag, 29. März 2015

Erdbeben – kommt El Hierro Vulkan zurück?

Erdbeben mit der Stärke von ML3,1


Nach über einem Jahr Ruhe meldete sich heute Morgen mit einem ML3,1 Erdbeben der Vulkan Eldiscreto zurück.
 
Um 5.48 Uhr erfolgte der erste nun wieder spürbare Erdstoß aus 19 km Tiefe (siehe IGN Grafik). Das Epizentrum lag ca. 2 km vor der Südküste von El Hierro im Gebiet von El Julan.

Bereits Tage zuvor gab es mehrere kleine nicht spürbare Erdbeben, die von den Seismografen aufgezeichnet wurden. Es war ein Erdstoß am 27. März 2015 von ML2,2 aus 12 km Tiefe weit im Westen (blauer Punkt). Gestern ein ML1,9 Beben aus 22 km Tiefe im Bereich der alten Eruptionstelle von 2011 im Süden (gelb) und heute Morgen als Dreieck gekennzeichnet dazwischen.

Noch haben die jetzt wieder verstärkt auftretenden Beben nicht das Wiederaufflammen alter Aktivität zu bedeuten. Auch in Zeiten der vermeintlichen Ruhe gab es kleine Beben. Es können Magmaverlagerungen und dadurch entstehende Spannungsbeben sein. Die Tiefe von 12 und mehr Kilometer liegt im Bereich der vermuteten Magmakammer.


Was sagen die GPS-Verformungswerte?

Die Bodenverformung auf El Hierro hat sich in den vergangenen 12 Monaten kaum verändert. Nach den GPS Messwerten herrscht weiter konstant hoher Innendruck, der an manchen Messpunkten eine Aufwölbung von über 20 cm seit der Eruption im Jahre 2011 bewirkt hat.

Mit einem Auge beobachte ich in den vergangenen Jahren ständig auch in “Ruhezeiten” diese Werte. Größere Änderungen bis zu 75 mm hat nur der Messpunkt IZAN auf Teneriffa zu verzeichnen.

Erdbeben auch zwischen Teneriffa und Gran Canaria?

Interessant in diesem Zusammenhang sind auch die in den letzten Tagen verstärkt wahrgenommenen Erdbeben zwischen Teneriffa und Gran Canaria

Erdstöße bis ML2,4 aus großer Tiefe um die 32 km wurden hier registriert. Es ist ein alter Vulkanbereich, der in über 3.000 m Meerestiefe auch schon Vulkankegel von 600 m Höhe geschaffen hat. In den nächsten Monaten sollte unabhängig von den jetzigen Aktivitäten mit dem Forschungsschiff Ángeles Alvariño (siehe meine Besichtigungstour vom 7.4.2014) dieser Sektor näher unter die Lupe genommen werden. Das Untersuchungsprogramm sieht im weiteren Verlauf auch einen Besuch des Eldiscreto auf El Hierro vor.

Wie wir wissen, hängen alle Erdbeben- und Vulkanaktivitäten unter den Kanaren zusammen.
Es ist ein weit verzweigtes Kanalsystem, das sogar bis ins Atlasgebirge in Westafrika reicht. Eine Veränderung im Osten, kann eine Reaktion ganz im Westen bei El Hierro auslösen.

Mutter dieser Aktivitäten ist der wahrscheinliche Hotspot mit Zentrum jetzt zwischen La Palma und El Hierro. Ein stationärer Punkt über den sich die afrikanische Kontinentalplatte immer weiter noch Nordosten hinweg schiebt. 

Sonntag, 15. Februar 2015

Weiter Erdbeben unter El Hierro

NEWS: Dienstag, 17.03.15 - heute Morgen um 3.28 Uhr ein ML2,5 Beben aus 11 km Tiefe in Nähe der alten Eldiscreto Eruptionsstelle - gefolgt um 9.47 Uhr von einem ML2,0 Beben aus 12 km Tiefe an der selben Stelle.

Erdbeben Frühwarnung doch möglich?


Auch wenn es unter El Hierro stiller geworden ist, dürfen die seismischen Aktivitäten nicht ganz aus dem Auge verloren werden. Richtig “Still” ist es nämlich nicht. Auch in den vergangenen Tagen gab es täglich mindestens ein Erdbeben. Zwei ML1,7 Erdbeben aus 11 km Tiefe im südlichen Inselteil (siehe IGN Tabelle).

… und einen ML2,3 Erdstoß ca. 8 km vor der Westspitze. Die Ausgangstiefe konnte von der IGN (Grafik links) nicht ermittelt werden. Alle derzeitigen Erdbeben sind für den Menschen nicht spürbar und können nur mit den empfindlichen Seismografen registriert werden.

Auch die aktuelle Bodenverformung zeigt seit März 2014 keine Veränderung. Die Magmakammer weist nach wie vor einen erheblichen Überdruck – wie ein gefüllter Luftballon – auf. Es dürfte Magma und Gas in Kombination sein, das die Oberflächenverformung aufrecht hält. Seit der Eruption des Eldiscreto Ende 2011 rumort es ohne nennenswerte Unterbrechung – mit gedrosselter Gangart – weiter.


Deutsches Frühwarnsystem rettet Menschen weltweit vor tödlichen Erdbeben


Diese Schlagzeile sorgte in den letzten Tagen für Aufmerksamkeit. Ein Frühwarnsystem soll 30 Sekunden vor dem Erdbeben Alarm schlagen und Gasleitungen und Fahrstühle abschalten. Es ist eine Erfindung der Firma Secty Electronics aus Castrop-Rauxel im Ruhrgebiet und wurde in Zusammenarbeit mit dem Geo Forschungs Zentrum (GFZ) Potsdam entwickelt.
 
Links die Produktion der Sensoren auf der Lötstraße (Foto: secty electronics). Das System ist bereits in 25 erdbebengefährdeten Ländern im Einsatz und hat sich bereits bewährt. Auch die Fernwärme- und Gasleitungen in Basel wurden bereits mit diesen Sensoren ausgestattet.

Das System erfasst die dem eigentlichen Erdbeben voraus eilenden ungefährlichen P- Erdbebenwellen. Eine Auswertungselektronik analysiert die Art und Stärke dieser P-Wellen und schaltet gefärdete Elemente ab oder alarmiert die Bevölkerung. 30 Sekunden bleiben maximal Zeit, bis dann der vielleicht tödliche Erdstoß eintrifft. Diese Zeit sollte zum Abschalten von Geräten oder ventilgesteuerten Gas- oder Stromleitungen ausreichen. Ob ein Mensch innerhalb einer halben Minute auf diesen Alarm reagiert und sich in Sicherheit bringen kann, wird die Zukunft zeigen.
Ab 3000.- Euro ist die kleinste Sensoreinheit für 4 Wohneinheiten bereits zu haben. Technische Daten dazu auf der Firmenseite.

Donnerstag, 1. Januar 2015

Vulkan Eldiscreto macht Schlagzeilen

Neue Erdölquelle am Eldiscreto gefunden ?


Erdöllache am Eldiscreto vor der Südspitze von EL Hierro. Mehrere tausend Liter Erdöl sprudeln aus der Eruptionsstelle des 2011 ausgebrochenen Unterwasservulkan. Große Meldung in der Universario Canario. Geschmückt mit dem Foto des Kanarenpräsident Paulino Rivero und seiner Aussage: "Jetzt könnte der Spritpreis für die Kanaren bald auf 35 Cent pro Liter fallen".

Spätestens jetzt klingt die Geschichte unglaubwürdig. Es war ein Scherz zum 28. Dezember. Was in Deutschland der 1. April ist, gibt es hier zum 28. Dezember. "Santos Inocentes" - die Heilige Unschuldige - erlaubt jedem einen Streich zu spielen. Der Tag der unschuldigen Kinder geht zurück auf König Herodes, der die Tötung aller unter 2-jährigen Kinder befahl.
Dieser 28. Dezember wird nicht nur in Spanien, sondern auch in Lateinamerika für einen "Aprilscherz" genutzt. Tag der unschuldigen Leben in der spanischsprachigen Welt könnte auch auf die oft brutale Inquisitation durch die Spanier zurück gehen. Vielleicht als Racheakt oder als Persiflage entstanden. Genau lässt sich dieser Brauch und das Datum jedoch nicht erklären.

Vulkan Eldiscreto ruht sich aus.


Tatsächlich bleibt es unter El Hierro weiter ruhig. Kein Erdöl und auch nur schwache Erdbeben. Den stärksten Erdstoß am 23. Dezember 2014 mit ML2,4 aus 13 km Tiefe südlich des Tanganasoga. Die leichten nicht spürbaren Beben halten aber weiter an. Die IGN Grafik links zeigt die vergangenen 15 Tage. Anders als bei der Teneguia Eruption 1971 auf La Palma, wo nach 2 Monaten totale Ruhe herrschte, brodelt es unter El Hierro weiter. Fast regelmässig, mit mehreren Tagen Abstand, meldet sich der Vulkan.

Auch bei der Bodenverformung gibt es keine Entspannung. Seit März 2014 bleibt nach den GPS-Messungen auch die vertikale Aufwölbung -der Innendruck- fast konstant auf hohem Niveau. Von einer Entspannung oder gar dem Ende der Vulkanaktivität darf also noch nicht ausgegangen werden. Es ist im Moment eine lange Ruhepause. Seit März 2014 bis heute kam es zu keinen nennenswerten Aktivitäten. Wie lange diese Pause andauert, wissen nur die Götter. Aus der vergangenen nun über 3-jährigen Eldiscreto Entwicklung wissen wir aber, dass recht schnell dieses "Nickerchen" beendet sein kann.

Die Vulkanologen melden sich zu Wort


Es ist für mich immer wieder erstaunlich wie berufsmäßige Vulkanologen von einer zweiten Eruption im Juni 2012 auf der Westseite von El Hierro in Fachpublikationen berichten. Von der eigentlich zuständigen IGN völlig unbemerkt will Involcan überraschend, wie jetzt im November 2014 in der Springer Bulletin of Volcanology veröffentlicht, mehrere weitere Eruptionspunkte nach umfangreichen Auswertungen zweifelsfrei erkannt haben.

Am 28. Juni 2012 hat das Forschungsschiff  "Hesperides" auf akustischen Unterwasser-  Aufzeichnungen Unregelmäßigkeiten im Westteil der Insel festgestellt. Es waren unentdeckte Eruptionen in Küstennähe, die Auswürfe bis 48 m unter die Meeresoberfläche anhäuften. Das Ganze ereignete sich vor dem alten Vulkan Negro.
Bereits am 25. Juli 2012 beobachtet und berichtete ich mit Fotos unter " ... neuer Gasaustritt" hier zum Nachlesen, von einer weiteren Eruption. Die Konzentration und die flache Tiefe der Beben ließen auch für einen Hobby-Vulkanologen nur den Schluss zu, dass es zu einer weiteren Eruption gekommen sein muss. Erst 8 Monate später bestätigte Involcan pressewirksam dieses Ereignis und jetzt im November 2014 in einem Fachjournal mit eindeutigen Beweisen. Das Instituto Geografico National (IGN) verliert dazu keine Worte. Zunächst wurde die weitere Eruption sogar bestritten.

Es mag in der Fachwelt alles etwas länger dauern bis gewissenhaft "Recherchiert" worden ist. Lohn und Anerkennung gibt es aber erst mit der Veröffentlichung in einem Fachjournal. Solange - und das mag ich nicht akzeptieren - bleiben Auskünfte und Beweise unter Verschluss.
Verlage entscheiden, wann die Öffentlichkeit über wissenschaftliche Neuigkeiten informiert wird. Wissenschaftler in öffentlicher Funktion und aus Steuergeldern finanziert, dürften ihre Entdeckungen nicht so lange verbergen.
Zudem verlangt der Verlag für ein vollständiges Manuskript ein hohes Honorar. Das passt nicht mehr in die heutige Zeit. Es wird Zeit dieses Machtmonopol zu brechen und eine andere Art der "Würdigung" zu finden.

Durch diese in allen wissenschaftlichen Fachbereichen übliche Praxis, wurde sicher auch Involcan gehindert, gleich nach "ihrer Entdeckung" Details preiszugeben.

Sonntag, 5. Oktober 2014

El Hierro Vulkan unter Beobachtung

Der El Hierro Vulkan ruht weiter.


Auch wenn es im Moment wenig über den El Hierro Vulkan zu berichten gibt, wollen wir ihn nicht ganz aus den Augen verlieren. Immer mit einem Seitenblick auf die aktuellen Messdaten und die neuesten Entwicklungen des El Hierro Vulkan. Gestern ein ML2,5 Beben (gelb IGN Karte) im südlichen El Julan Gebiet aus 22 km Tiefe. Ein Erdstoß aus großer Tiefe vom Boden der Magmakammer. Am Freitag insgesamt 5 schwache Beben und in der vergangenen Nacht ein ML1,0 Erdstoss aus 11 km Tiefe unter dem Golfotal (rot).

Die Bodenverformung bleibt auf dem März 2014 Niveau mit relativ geringen Schwankungen. Also auch keine GPS-Entspannung oder ein Druckabbau zu beobachten. Es ist die trügerische Ruhe, mit der es schon in einigen Tagen oder Wochen wieder vorbei sein kann.

Island Vulkan Bardarbunga


Wesentlich heftiger und intensiver geht es im Augenblick um den Bardarbunga in Island zu. Fast täglich werden weiter Beben um die ML5,0 registriert (siehe auch Link in der Seitenleiste).

Hier kommt der Bebenreigen aus flachen Tiefen von 0 bis 10 km Tiefe. Vor wenigen Stunden erst ein ML4,8 Erdstoß aus 8,3 km Tiefe (IMO Grafik). Das Hauptbebengebiet liegt bereits seit Tagen nicht im Sektor der Spalteneruption ca. 15 km nördlich des Bardarbunga. Es liegt jetzt direkt unter dem dicken Gletschereis am Caldera-Rand des Bardarbunga. Viele Erdstöße werden von der IMO mit 0 oder nur wenige hundert Meter Tiefe angegeben. Die internationalen Normen legen den 0-Messpunkt auf Meereshöhe fest. Die Oberfläche des Gletscher lag vor einigen Wochen noch bei über 1900 Meter Höhe und ist inzwischen um mehr als 30 Meter eingesackt. Wie dick der Eispanzer selbst ist, kann nur abgeschätzt werden. Von bis zu 600 Meter Dicke war bisher die Rede.

Ein Blick auf die IMO Karte zeigt die Spalteneruption (roter Pfeil) und die aktuellen Beben (grüne Sterne). Auch hier hat sich die Magma, wie wir das auch beim El Hierro Vulkan erlebt haben, den leichteren Weg zur Atmosphäre weiter im Norden gesucht. Unter El Hierro liegt die Magmakammer unter dem Golfo im Westen und die Eldiscreto Eruption 2011 erfolgte im Süden vor La Restinga.
Ich bin nicht genau im Bilde wie stark die Festigkeit und Dichte von Gletschereis ist. Es scheint aber leichtere Wege durch die Gesteinsschichten zu geben. Mit jedem neuen Tag wird nun die heiße Magma den Eispanzer weiter Aufschmelzen und in einiger Zeit auch die Oberfläche finden. Vorausgesetzt – dass der Magma-Vorrat bis dann nicht schon aufgebraucht ist.

Mit einer Drohne am Vulkankessel


Eindrucksvolle Aufnahmen von der Spalteneruption wurden von einer unbemannten DJI Mini-Drohne aufgenommen und “Filmreif” in Szene gesetzt.

Samstag, 6. September 2014

Vulkan - Neue GPS Messwerte zur Bodenverformung

Vergleichswerte zur Bodenverformung El Hierro - La Palma - Island

Die Beben haben sich nicht weiter fortgesetzt. Es gab wohl in den letzten 24 Stunden einige kleine Erdstöße bis ML1,9 - diese sind aber unter El Hierro an der Tagesordnung. Zeit sich die aktuellen GPS Messdaten der Universität Nagoya (Grafiken) anzusehen. Links die vertikale Bodenverformung vom Messpunkt El Pinar im südlichen Inselteil von El Hierro. Seit Anbeginn der vulkanischen Aktivität im Jahre 2011 bläht sich mit jedem neuen Bebenschub die Inseloberfläche weiter in die Höhe. Seit März 2014 verharren die Werte auf hohem Niveau. Kein Rückgang und damit kein Entweichen oder Nachlassen des Innendruck ist zu verzeichnen. Es sind 23 cm vertikale Oberfächenverformung seit Ende 2011.

Ein Blick zur Nachbarstation Sabinosa im Golfotal zeigt ähnliche Werte (unterer Grafik UD). Die horizontale Verschiebung nach Norden (mittlere Grafik) bleibt auch konstant, während die Verschiebung auf der Achse Ost/West stark rückläufig ist (obere Grafik).

Es sind insgesamt GPS-Werte die auf kein schnelles Ende der Aktivtät hindeuten. Dies sind im Moment - neben der Gasemission - die einzigen Daten die einen Einblick in die geologischen Vorgänge unter der Insel ermöglichen. Schon beim nächsten größeren Magmanachschub aus dem Erdinnern kann die noch stabile Hülle Risse bekommen. Eine Eruption wäre die Folge.
Wann das allerdings sein wird, kann auch kein Wissenschaftler beantworten. Sicher ist nur, dass nach den heute zur Verfügung stehenden Messdaten, eine Eruption zu erwarten ist.
Es macht natürlich keinen Sinn darauf zu Warten, aber man sollte vorbereitet sein. Neue Beben in größerer Anzahl sind dann der letzte Wink für aufsteigende Magma.

Interessant als Vergleich sind die GPS Daten der nur 70 km entfernten Nachbarinsel La Palma (links). Es ist der gleichen Zeitraum.von Anfang 2012 bis heute. Kaum Veränderungen oder größere Ausschläge. Die vertikale Bodenverformung und auch die horizontale Verschiebung der Insel ist gleich Null. Das sind normale Werte wie sie auch auf den restlichen Kanaren zu beobachten sind. Das ist der Istzustand der sich auch auf La Palma schnell verändern kann. Der Hotspot ist kein regionales Ereignis. Er liegt auch unter dem südlichen Teil von La Palma. Zur Zeit hat er allerdings seine Fühler mehr Richtung El Hierro ausgestreckt. Die Haupt-Magmakammer die ihn speist, wird auf 60 x 60 km Größe geschätzt. Es sind alles Schätzwerte, verlässliche Daten gibt es nicht.

Wie schnell alles gehen kann, haben wir am Beispiel Bardarbunga auf Island gesehen. Innerhalb von 3 Wochen (Mitte August bis heute) hat sich die Inseloberfläche nur um 4,5 cm angehoben. Siehe die Grafik der Universität Iceland am Messpunkt GSIG in Nähe des Bardarbunga unten. Viele und auch starke Beben bis zur Eruption.

Keine jahrelange Vorwarnzeiten - es kann auch sehr schnell gehen.
Island ist natürlich kein El Hierro. Es liegt auch an der geologischen Beschaffenheit und Zusammensetzung der Erdkruste, wie schnell das Magma die Hülle durchschmelzen kann ... und hier scheinen wir auf den Kanaren ein ziemlich zähes Gestein zu haben.


Donnerstag, 4. September 2014

Vulkan - Erdbeben von ML3,8

Unter El Hierro wird es wieder aktiver

Schneller als erwartet hat sich mit einem ML3,8 Beben der El Hierro Vulkan in Erinnerung gerufen. In der vergangenen Nacht um 22.35 Uhr erfolgte der für El Hierro starke Erdstoß (siehe IGN Grafiken) 3,9 km vor der Westküste. Das Ausgangszentrum lag bei 15,6 km Tiefe.

Stunden zuvor um 19.53 Uhr hatte bereits ein ML2,4 Beben aus 33 km Tiefe Aktivitäten angekündigt.
Auch heute Morgen ein weiterer ML1,4 Erdstoß dieses Mal unter dem Inselmassiv (blauer Punkt)) aus 10 km Tiefe.

Es könnte sich bei einer Fortsetzung der Aktivitäten bewahrheiten, dass eine gewisse Regelmäßigkeit in den Intervallen (siehe auch Kommentar gestern von R. Harter) zu beobachten ist. Auslöser dürfte jetzt ein neuer Magmanachschub aus großer Tiefe gewesen sein. Eine aufsteigende Magmablase aus dem Erdinnern kann sich den Aufstiegskanal freigemacht haben. Interessant wären es in diesem Zusammenhang GPS-Werte der Bodenverformung vor der Küste am Meeresgrund zu erhalten . Dies ist allerdings technisch heute noch nicht möglich.

Es zeigt sich doch wieder, wie wenig wir über die Struktur und des Verhalten unseres Erdball wissen. Kometen- und Asteroidenbahnen kann der Mensch Jahre im voraus Berechnen. Wann aber ein starkes Erdbeben oder ein Vulkanausbruch zu erwarten ist, nur über einen wagen Zeitraum Einschätzen und in etwa Vorhersagen. Dabei sterben viel mehr Menschen durch Erdbeben oder an den Folgen einer Vulkaneruption, als durch Kometen.

Die Vulkanforschung ist allerdings noch eine junge Wissenschaft. Im Gegensatz zur Astronomie die seit grauer Vorzeit beobachtet und Daten sammelt, entwickelte sich die ernsthafte Vulkanologie erst im späten 18. Jahrhundert.

Noch heute gibt es keinen eigenen Diplom Studiengang zum Vulkanologen. Die Wissenschaftler kommen aus dem Umfeld der Geologie oder Physik. Es wäre vielleicht für die Kanaren oder Island interessant, sich im Bereich der Bildung vom Rest der Welt abzuheben und einen eigene Diplom Studiengang  "Vulkanologie" einzurichten. Die Studienexponate liegen dort direkt vor den Füssen.

Mittwoch, 3. September 2014

Vulkan - Wie geht es weiter ?

NEWS:

Auf El Hierro vergeht auch nach 3 Jahren seit der Eldiscreto Eruption, kaum ein Tag ohne ein Beben. Es sind keine starken Erdstöße, wie heute Morgen das ML1,8 Beben im südlichen Golfotal. Sie sind aber weiter vorhanden. Auf dem IGN Histogramm links sind die Intervalle seit dem 18.7.2011 aufgelistet. Erstmals seit Ende Dezember 2014 nach dem ML5,1 Beben, ist bis heute - außer einem kleineren Schwall im April - die Bebenaktivität soweit abgeklungen, dass die täglichen Erdstöße an den Fingern einer Hand abzuzählen sind. Ob es die Schlussphase oder nur eine kleine Verschnaufpause ist, wird die Zukunft zeigen. Einige Faktoren, wie die nach wie vor starke Bodenverformung nach den jüngsten GPS Messungen, sprechen mehr für eine Fortsetzung der Vulkanaktivität.

Voll im Gange ist dagegen die Eruption des Bardarbunga auf Island. Rauch und Aschewolken entströmen dem 6- 800 Meter langen Spalt im nördlichen Bereich (siehe Mila Webcam). Heute Morgen um 3.09 Uhr ein ML5,5 Beben aus 7 km Tiefe. Hier dürfte noch einiges an Magma nachkommen. Trotzdem verhält sich der Ausbruch gemäßigt. Keine weit aufsteigenden Aschepartikel, so dass der Flugverkehr im Moment nicht beeinträchtigt wird. Der Lavastrom erstreckt sich laut IMO über eine Fläche von 4,2 km². Insgesamt sollen bis jetzt 20 bis 30 Millionen m³ Lava ausgelaufen sein.

Trotzdem bleibt unklar, ob nicht doch noch unter dem Eis eine größere Eruption direkt am Bardarbunga erfolgt. Das könnte dann eine explosive Eruption mit viel Schmelzwasser bedeuten. Die IMO hält diese Variante für immer noch sehr wahrscheinlich.

Mittwoch, 6. August 2014

Erstmals Kontakt mit dem Kometen Tschuris

Rosetta - der Kometenjäger

Das sind die aktuellsten Aufnahmen (Fotos DLR) vom Kometen "Tschuris" (67P/T Churyumov-Gerasimenko) aus ca. 100 km Entfernung. Heute Morgen gegen 11.30 (Uhr MESZ) ist die europäische ESA Sonde "Rosetta" nach einer Flugzeit von über 10 Jahren in die Umlaufbahn um den Kometen eingetreten.
Nach ersten Einschätzungen hat der Komet eine Größe von 5 x 3 km und eine Oberflächen- Temperatur von -70°C. Auch besteht seine Oberfläche nicht wie vermutet aus Eis, sondern aus Gestein und Staub. Zahlreiche Narben und Krater zeugen von einem regen Meteoritenbeschuss oder von Vulkanaktivitäten.

Das will man alles näher untersuchen und schickt Anfang November 2014 dem mitgebrachten Lander "Philae" (Foto links ESA) auf die Kometenoberfläche. Der ungefähr 100 kg schwere ballistische Lander, ist ein High-Tech-Würfel mit einer Kantenlänge von einem Meter und bestückt mit zehn wissenschaftlichen Instrumenten. Seine Hauptaufgabe ist die Vorort Analyse des Kometenmaterials, des wohl ursprünglichsten und ältesten Materials, das es in unserem Sonnensystem gibt.

Der Komet "Tschuris" ist ein relativ kleiner Körper mit wenig Schwerkraft. Der Lander Philae wiegt so auf der Kometenoberfläche nur noch wenige Gramm. Beim Landeanflug könnte er wie ein PingPong abprallen und ins All zurück geschleudert werden. Aus diesem Grund besitzt Philae zwei Harpunen, die beim ersten Oberflächenkontakt in den Kometen- Boden geschossen werden und ihn verankern. 
Es ist das erste Mal in der Menschheitsgeschichte, dass direkt auf einem Kometen gelandet wird. Erstaunlicher ist noch, dass Alles vollautomatisch erfolgen muss. Ein Signal von der Erde zum jetzt ca. 404 Millionen Kilometer entfernten Kometen, braucht selbst bei Lichtgeschwindigkeit eine halbe Stunde.

Es bleibt also spannend, was auf  Tschuris so alles gefunden wird. Wahrscheinlich gibt es Wasser - 
Aber, aus was besteht der Kometenkern? 
Gibt es oder gab es aktive Vulkane?
Wie entsteht bei Sonnenannäherung der Kometenschweif?  
Sind Grundelemente für Leben vorhanden? 
- und noch einiges  mehr.

Viele Fragen - die technischen Geräte zur Untersuchung sind alle an Bord. Ich denke wir werden einige Überraschungen erleben. Ich bleibe am Ball.
Unter unseren Füßen ist es weiter ruhig. Es gibt wohl täglich unter El Hierro mindestens ein schwaches Beben. Auch bleibt die Bodenverformung aufgebläht stehen und ohne große Veränderung. Sonst ist aus vulkanischer Sicht weiter "Ruhepause" angesagt.

Wer sich die über 10 jährige Entwicklung des Kometenjäger Rosetta näher Anschauen möchte, hier das ESA Video:



Samstag, 14. Juni 2014

Neue Mitmach-Seite Naturwissenschaft EX

NEWS:
Die neue Mitmach-Seite  Naturwissenschaft EX
          

Vielleicht haben Sie es schon gesehen. Ein neuer Blog "Naturwissenschaft EX" ist am Entstehen. Ein Mitmach Blog - eine Experimentalseite (EX) - mit Gastbeiträgen rund um die Naturwissenschaft.
Themen die nicht unbedingt auf den Kanaren angesiedelt sind, sondern ein breiteres Wissens- Spektrum auch geographisch abdecken. Die "ISS Live miterleben" mit direkter LiveCam und dem Funkverkehr aus dem All. Zum Start habe ich auch die ganze Entwicklungsgeschichte um das Regenerative Energieprojekt "Gorona" von El Hierro eingestellt.

Das Neue daran - nicht nur meine Beiträge - sondern Berichte, Erlebnisse, Fotos und Meinungen von Ihnen sollen dominieren.
Erdbeben in Südhessen oder Sachsen, Unwetter oder Sturmflut in Norddeutschland, Geothermie Projekt in Basel, Meteoritenstrom über Plauen oder auch Themen aus Ihrem Hobbybereich wie Aquariumaufzucht einer besonderen Spezies, erfolgreiche Schädlingsbekämpfung an meinen Gartenrosen oder unbekannte Entdeckung auf meiner Urlaubsreise.

Kurz - alles was mit Natur und/oder Wissenschaft zu tun hat, ist willkommen.
Oft sind Sie Augenzeuge und näher am Geschehen und können aus erster Hand am Besten berichten.
Die technischen Möglichkeiten, habe ich geschaffen. Nun dürfen Sie die Seite mit Inhalt füllen. Alles Nähere auf  Naturwissenschaft EX (Kopfzeile).


Zeit sich wieder mit El Hierro zu beschäftigen. Die Bebenaktivität unter der Insel bleibt ruhig. Aber doch gibt es fast täglich schwache Beben. Hier auf dem IGN-Bebenhistorie der letzten 90 Tage steht jeder Strich für mindestens ein Beben. Gestern ein ML1,7 Erdstoß aus 11 km Tiefe am Westzipfel.

Wesentlich beunruhigender sieht die Bodenverformung aus. Hier gibt es wohl keinen weiteren Zuwachs weil die Beben fehlen, aber der Innendruck nimmt auch nicht ab. Links die vertikale Bodenverformung am Messpunkt El Pinar im Süden. Wie ein aufgepumpter Fahrrad- Reifen, hält sich bereits über einen langen Zeitraum der Überdruck im Kammerbereich. Der Druck kann nicht entweichen oder sich verteilen. Beim Fahrrad sicher erwünscht, beim Vulkan aber irgendwann mit Konsequenzen. Beim nächsten Bebenschwall wird nachrückende Magma den Druck weiter erhöhen.

Erdölförderung vor Fuerteventura


Der Repsol-Vorsitzende, Antonio Brufau, freut sich nach der Genehmigungserteilung für seinen Konzern. Für ihn zeige Europa Schwäche, wenn man gegen die Förderung eigener fossiler Energievorräte demonstriere.
Man solle stattdessen froh sein und das Vorhaben unterstützen, wenn es um die Unabhängigkeit von arabischen und russischen Öl- und Gasressourcen geht. Erdölförderung sei immer noch besser als ein Atomkraftwerk.
Im Grunde hat der Repsol Vertreter auch Recht. Öl und Gas verbrauchen, aber keine Förderstelle vor der Haustür dulden. Das Problem ist ja auch in Deutschland bekannt. Regenerative Windenergie fordern - aber nur kein Windrad in der Nachbarschaft.

Bei einem Ölfeld sieht es noch etwas anders aus. Ein Ölfeld lässt sich nicht beliebig verschieben. Endlich hat Spanien eine eigene Ölquelle gefunden, aus der sich 10 bis 15 % des spanischen Ölbedarf decken lassen und das - so Repsol und die Madrider Regierung - für mindestens die nächsten 25 Jahre.
Konsequenterweise müsste jeder Demonstrant ab morgen erst einmal sein Auto stehen lassen und sich zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf den Weg machen. Keine Getränke in Plastikflaschen mehr kaufen ... und so weiter.
Würde in Sevilla oder Barcelona ein ähnliches Erdölfeld gefunden, gäbe es die gleichen Proteste. Hier würde die Ölförderung vielleicht nicht den Tourismus schädigen, sondern ein einmaliges UNESCO Kulturdenkmal, die Trinkwasserversorgung oder die geballte Anzahl der Bewohner.

Ein Grund findet sich immer. Energie im Überfluss verbrauchen, möglichst günstig  - aber kein eigenes Risiko eingehen. Saudi Arabien, der Golf von Mexiko oder Venezuela ist weit weg. Sollen die doch mit den Risiken leben.
Es ist ein egoistisches Denken. Irgendwann werden die negativen Auswirkungen aber auch uns erreichen. Nur etwas später. Wir leben gemeinsam auf diesem Erdball.
Jeder Eingriff, ob das Abholzen des Tropenwaldes im Amazonas oder das Verbrennen von Erdöl in unseren Heizungen oder Fahrzeugen, verändert das natürliche Gefüge.

Nicht, dass ich für eine Erdölförderung vor unseren Küsten wäre. Nein - ganz im Gegenteil. Nur sehe ich das Problem mit evtl. negativen Auswirkungen nicht primär in einer Umweltverschmutzung  mit  "katastrophalen" Folgen für den Tourismus.

Die geologische Beschaffenheit unseres Untergrundes mit einem Hotspot wird überhaupt bei all den Überlegungen nicht bedacht. Wir leben auf aktiven Vulkanen die nicht nur auf El Hierro beschränkt sind. Es ist ein Magmasystem das quer unter den Kanarischen Inseln verläuft. Gerade im Bereich des gefundenen Ölfeldes zwischen Fuerteventura und der westafrikanischen Küste verläuft, wie wissenschaftliche Untersuchungen ergeben haben, ein Magmakanal.

Ein instabiles Gebilde, das in der Vergangenheit schon oft Auslöser für Erdbeben war. Zunächst sind es nur Probebohrungen die vorangetrieben werden sollen. Sind die Probebohrungen erfolgreich, wird die Lagerstätte ausgebeutet. Große Mengen Erdöl werden entnommen und das Vakuum wahrscheinlich mit Meerwasser wieder aufgefüllt.

Das bei dem ganzen Procedere entstehende Ungleichgewicht mit Druckverlagerungen im Untergrund kann den Magmaauftrieb beschleunigen und fördern. Mit Auswirkungen die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können.
Hier wären jetzt zunächst die geologischen Institute (wie IGN oder Involcan) gefragt, dazu Stellung zu nehmen. Vielleicht wurden sie auch gefragt. Die Gutachten sind aber bis jetzt nicht öffentlich zugänglich.

Ähnliche Beispiele dazu gab es ja auch schon im Golf von Valencia in Festlandspanien. Nachzulesen in meinem Beitrag "Erdgasspeicher und Ölbohrung" vom 5. Oktober 2013.

Dienstag, 27. Mai 2014

Wo schlägt der Glücks-Seismograf am stärksten aus ?

NEWS:
Mittwoch, 28.05.14 - In den frühen Nachtstunden um 0.50 Uhr ein ML2,9 Beben aus 21 km Tiefe. Die Lage direkt an der äußersten Westküste im Gebiet der 2. Eruption.

Auch wichtig zu wissen:

Die glücklichsten Menschen auf diesem Erdball leben in Paraguay.
Einem Land von dem man nicht allzu viel weiß - nur dass es in Südamerika liegt. Es ist überhaupt erstaunlich, dass unter den ersten zehn glücklichsten  Ländern, gleich neun aus Südamerika kommen. Nur Dänemark auf Platz 8 ist als einziges europäisches Land ist in der Top Ten Liste zu finden. Als Exot scheinen hier die Dänen noch die meisten Glücks- Hormone zu spüren. Das ist das Ergebnis einer amerikanischen Studie des Gallup Institut. Befragt wurden im Jahre 2013 jeweils mehr als 1000 Bewohner aus 136 Ländern.

Wohlstand und Geld macht nicht glücklich. Als wohlhabendes Land reiht sich Deutschland an 46. Stelle (74 Punkte), gleich auf mit dem afrikanischen Senegal und Kenia, im Mittelfeld ein. Spanien und Portugal folgen mit 73 bzw. 72 Punkten. Zum kompletten Untersuchungsergebnis (engl.) von Gallup hier.

Das Glücksmoment ist sicher nicht mit wissenschaftlichen Methoden exakt zu messen. Es ist mehr eine Momentaufnahme. Wissenschaftlichen Stellenwert kann es vielleicht erlangen, wenn Statistiken über einen längeren Zeitraum erhoben werden. Dann spielen aber immer noch persönliche Lebensumstände, die Gene, die Telekommunikation und wahrscheinlich der Wissensstand eine Rolle. Je weniger ich aus der Welt weiß, desto weniger mache ich mir Sorgen. Nicht umsonst kamen andere Studien zum Ergebnis, dass abgeschottete Naturvölker die glücklichsten Menschen seien.

Glücklich und Zufrieden ist natürlich auch eine persönliche Einstellungssache. Würde ich heute nach meinem Glückszustand befragt - so wäre meine Antwort:
Zufrieden ja - mit Glücksmomenten. Würde ich allerdings nach meinem Lieblingswohnort gefragt, so fällt die Antwort eindeutig aus - La Palma oder El Hierro.
... und nicht wieder Deutschland oder eine andere Insel. Allerdings fehlen mir die letzten 18 Jahre Deutschland, um aktuell einen direkten Vergleich anstellen zu können. Dieses Thematik hatte ich aber mit allen Vor- und Nachteilen in meinem Buch " Soll ich Auswandern" ausführlich erläutert.


Glücklich wird aber sicher dieser Mensch sein. Er startet morgen als dritter Deutscher zur Internationalen Raumstation ISS. Dr. Alexander Gerst (Foto) hier bei einer Antarktis- Expedition, erfüllt sich seinen Lebenstraum. Als Landsmann aus dem nahen Künzelsau ist er der erste deutsche Vulkanologe, der vom russischen Weltraumbahnhof mit dem Russen Maxim Suraev und dem Nasa-Astronauten Gregory Wiseman ins All starten wird.
Als ESA Astronaut wird er 100 Experimente in der Schwerelosigkeit der ISS absolvieren - von der Materialphysik über die Raumfahrtmedizin bis hin zur Biologie. Davon werden 25 Experimente unter deutscher Leitung oder mit deutscher Industriebeteiligung durchgeführt. Sicher sind dabei auch Untersuchungen aus dem Bereich Vulkanismus dabei.
Als Geophysiker entwickelte er bereits in der Vergangenheit an der Uni Hamburg mit Kollegen neue wissenschaftliche Instrumente für die vulkanologische Forschung.
Seine Doktorarbeit trägt den Titel "The First Second of a Strombolian Volcanic Eruption" deutsch - "Die erste Sekunde der Stromboli- Eruption"

Für 6 Monate wird er nun über unseren Köpfen dahin schweben. Erst zum 10. November 2014 ist seine Rückkehr zur Erde eingeplant.
Für etwas mehr Einblick die Internetseite von Alexander Gerst.

Unter El Hierro hatten wir gestern ein ML1,6 Beben aus 12 km Tiefe. Der Erdstoß lag im südwestlichen El Julan Gebiet. In den nächsten Tagen werde ich mich etwas mit den aktuellen GPS Daten zur Bodenverformung beschäftigen, die konstant hoch sind und bleiben.

Dienstag, 22. April 2014

Osterbilanz - Flugzeugwrack gefunden

NEWS:

Auch das ist El Hierro. Der Kontrast von saftigen und dicht bewaldeten Bereichen und die karge und von alten Vulkankegel übersäte Lavawüste im Süden (Foto: Jörg Gröger danke) und im Südwesten der Insel.
Erfreulich war die Osterbilanz im Tourismus. 75 % Belegung meldet die Wirtschaftsgesellschaft Ashotel für El Hierro und La Palma. Die Auslastung für La Gomera gar bei 90 % und Teneriffa bei 95 %. Auch der Der Präsident des Bundesverbandes der Arbeitgeber in Hotellerie und Tourismus (FEHT), Fernando Fraile, ist mit der Osterbelegung mehr als zufrieden. Auch wenn über die Feiertage die Flugpreise hoch sind, haben mehr Gäste als im Vorjahr auch die kleineren Westinseln besucht.

El Hierro, La Gomera und La Palma haben doch einiges mehr an unberührter Natur und Ruhe zu bieten, als die überlaufenen größeren Ostinseln. Jeder der schon einmal seinen Urlaub hier verbracht hat, weis diese Vorzüge, die Herzlichkeit der Menschen und die einzigartige Atmosphäre zu schätzen. Der Urlauber ist nicht nur zahlender Kunde, sondern ein gern gesehener Gast und das ist nachhaltig zu spüren und bleibt in Erinnerung.
Immer wieder kehrende Stammgäste sind das Ergebnis. Bei einem Massenansturm wäre dieses besondere Flair schnell verloren. Deswegen begnügen wir uns mit weniger Gästen, die dafür um so intensiver betreut und umsorgt werden können.
Auch die Kreuzfahrt-Saison geht nun langsam zu Ende. Die AIDA`s, TUI Mein Schiff und Co. befahren über die Sommermonate das Mittelmeer und die nördlichen Meeresgebiete.

Auch wenn ich schon 18 Jahre hier lebe, freue ich mich alle Jahre wieder auf den ruhigen Monat Mai. Kaum Touristen, dafür überall frisches Grün, blühende Landschaften und meine Urlaubszeit. Nicht in die Ferne - sondern hier auf La Palma.
Wandern, Barrancos und Vulkankegel erklimmen, die Natur genießen und neues Entdecken (gibt es auch noch für mich) - oder einen Abstecher auf eine Nachbarinsel.


Auch die vulkanische Aktivität unter El Hierro ist weiter in der Ruhephase. Gestern nur zwei schwache Beben bis ML1,4 aus 11 bis 13 km Tiefe unter dem Inselmassiv (siehe IGN Karte). Eine trügerische Ruhe. Jederzeit - und dafür sprechen die GPS Daten der Bodenverformung - kann es mit der Ruhe wieder vorbei sein. Anders als die überirdische Natur, kennt die vulkanische Naturgewalt keine Jahreszeit. Hier ticken die Uhren etwas anders, ohne Rhythmus oder mit einem Schema, das wir aber noch nicht genau durchschaut haben.



Hubschrauber-Wrack im Atlantik gefunden

Die Überreste des vor einem Monat südlich von Fuerteventura abgestürzten SAR Puma Helikopter mit vier Besatzungsmitgliedern wurde gefunden. Das Wrack liegt im Atlantik in 2362 Meter Tiefe etwa 55 Kilometer südwestlich der Insel Fuerteventura.
Ein ROV (Unterwasserroboter) hat es entdeckt und Aufnahmen auch mit den vier toten Soldaten an das Suchschiff gesendet. Ob es der ROV der Ángeles Alvariño des Instituto Español de Oceanografía (IEO) oder der Roboter des Bergungsschiff der US amerikanischen Firma Phoenix International Holdings war, wurde vom Militär nicht mitgeteilt.
Nun will man versuchen, die Überreste aus dieser großen Tiefe zu bergen. Dies wird keine leichte Aufgabe sein.

In eigener Sache:

Ich schreibe Bücher - ich schreibe gerne Bücher rund um mein Leben. Nicht nur Reise- oder Vulkanliteratur, sondern auch über den Selbstbau meines Kachelofen.

Vor 6 Jahren ist dazu eine einfache Bauanleitung erschienen, die ich in viele Länder von Australien, Südafrika, Israel bis Island und natürlich auch in die deutschsprachigen Länder versandt habe. Oft wurde nach dieser Bauanleitung inzwischen mein Kachelofen erfolgreich nachgebaut.

Es wurde nun Zeit, dass ich die Bauanleitung überarbeitet in Buchform erscheinen lasse. Seit einigen Tagen kann nun das Buch "Kachelofen Selbstbau" im Handel und bei den Versandhändlern - wie Amazon - bezogen werden. Alles weitere dazu hier.


Mittwoch, 16. April 2014

Vulkan - Frühwarnung mit neuer Satellitengeneration

NEWS:


Mit dem Start des Sentinel-1A Beobachtungs- Satelliten, hat die ESA (Fotos) am 3. April 2014 den Ersten von einer neuen Flotte von Satelliten gestartet. Sie sollen eine Fülle an Daten und Bildmaterial von bisher nicht gekannter Präzision liefern. Mit einem C-Band Synthetic Aperture Radar (SAR) -  ein Allwetter-, Tag und Nacht Radar, wird die Erdoberfläche alle 6 Tage komplett frisch gescannt. Dabei können Oberflächenverformungen ab einem Millimeter Veränderung bereits erkannt werden. Die Radar- Interferometrie kombiniert zwei oder mehr Radarbilder über dem gleichen Gebiet, um Veränderungen von schon geringfügigen Bodenbewegungen zu registrieren.
Es ist eine neue Art von GPS Messung, die wir auf El Hierro durch die japanische Universität Nagoya kennen.
Eine Vulkanfrühwarnung auch für Gebiete die nicht ständig von GPS Sensoren überwacht werden. Aufsteigende Magma und erhöhter Druck in der Magmakammer wölbt die darüber liegende Erdkruste. Erste Anzeichen für eine bevorstehende Eruption.

Mit den Folgesatelliten soll bis 2015 ein lückenloses Warnsystem geschaffen werden. Auch soll es Informationen zur Überwachung von Gesteinsverschiebungen vor Erdbeben oder etwa drohenden Erdrutschen liefern.

In den letzten Tagen nehmen die Beben unter El Hierro wieder zu (IGN Grafik links). Gestern 8 Beben - heute bereits 2 Erdstöße. Es sind schwache Beben bis ML1,8. Die Tiefe variiert zwischen 9 und 13 km Tiefe.
Auch die Ausgangslage liegt jetzt wieder mehr zentral über der alten Haupt- Magmakammer um den Tanganasoga und dem Golfobecken (Grafik).

Die Bodenverformung bleibt konstant auf hohem Niveau. Hier hat sich seit dem letzten Bebenschwall Mitte März 2014 keine große Veränderung ergeben. Wie beim Aufpumpen eines Fahrradreifen bleibt der letzte Pumpstoß erhalten. Der Schlauch hält dicht bzw. es findet keine Druckabgabe in das Nachbargestein statt.

Mittwoch, 9. April 2014

Der Puls des Vulkan

NEWS:

Die Reliefaufnahme der IEO von El Hierro lässt sich hier nicht größer und detaillierter darstellen. Zu erkennen ist aber der steile Meeresabstieg auf 3470 Meter (rote Pfeile) nur 30 bis 35 km vor der Küste. Vom Sockelaufbau am Meeresgrund bis zum höchsten Berg Malpaso mit 1501 m über dem Meeresspiegel sind es also rund 6.000 m Höhen- Unterschied. Nur 25 % der Insel sind überhaupt sichtbar.
 
Die Abbruch- und Abrutschkante im Golfo (Schriftzug Hierro) hebt sich deutlich von der restlichen Unterwasserstruktur ab.
Der langgezogene südliche Inselausläufer, hier als "Rift del Hierro" bezeichnet, ist dagegen sehr flach. Viele Eruptionen haben in der Vergangenheit diese Unterwasser Landschaft mit Vulkankegeln von über 2000 m Höhe entstehen lassen. In diesem Gebirgszug befindet sich auch in Inselnähe der Eldiscreto.
 
Im Original ist diese Karte wesentlich beeindruckender. Wie mir die IEO Wissenschaftlerin erklärte, lassen sich in Zukunft diese Reliefkarten mit der neuen 3D Druckertechnologie viel einfacher und kostengünstiger herstellen.
 
 
Der Puls des Vulkan. So könnte die IGN Grafik links über die Bebenaktivität seit 2011 bezeichnet werden. In fast regelmäßigen Abständen erfolgten in den letzten 2,5 Jahren starke Impulse. Insgesamt hat sich aber die Bebenaktivität sowohl in der Anzahl der Erdstöße als auch in der Dauer des einzelnen Bebenschwall etwas abgeschwächt. Nur die Stärke einzelner Beben ( zuletzt am 27.12.2013 ML5,1) hat zugenommen. Aber - und da sind sich alle Fachleute einig - der nächste Schub wird kommen.
Zur Zeit sind wir wieder in einer Ruhephase. Es gibt aber trotzdem fast täglich neue leichte Beben. So wie heute Morgen um 2.44 Uhr ein ML1,9 Erdstoß im äußersten Westteil der Insel aus 11 km Tiefe.

Die Bodenverformung ist im Moment der entscheidende Indikator. Stetig steigt die GPS Kurve, wie hier vom Messpunkt Sabinosa im südlichen Golfo, weiter an. Es ist die vertikale UD Verformung. Mit jedem neuen Bebenschub wird neuer Druck in der Magmakammer aufgebaut, der dann auch erhalten bleibt und sich summiert.
Auch beim Standort Frontera (Golfo Mittelteil) ist ähnliches zu beobachten. Es ist nicht nur flüssige Magma (1200° C) und Gas, sondern durchaus auch feste und inzwischen auf 700 - 800°C herabgekühltes Gestein, das diese Ausbeulung verursacht. Jeder neue Magmanachschub kann innerhalb von Stunden das "erstarrte" Gestein wieder verflüssigen und weiter zum Aufbau der Inselverformung beitragen.

Die amerikanischen Vulkanologen Kari Cooper von der University of California in Davis und Adam Kent von der Oregon State University in Corvallis fanden heraus, dass das Gestein in der Magmakammer vieler Vulkane die allermeiste Zeit in weitgehend festem Zustand vorliegt.
"Doch flüssiges Magma ist eine Voraussetzung dafür, dass ein Vulkan ausbrechen kann. Mit einer Eruption ist dann zu rechnen, wenn mehr als die Hälfte des Magmas geschmolzen ist. Beim Abkühlen dagegen kristallisiert die Schmelze zunehmend aus und erstarrt. Sie kann jedoch durch aufsteigendes Magma wieder erhitzt und so mobilisiert werden." - so die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift "Nature".

Samstag, 5. April 2014

Vulkan - Baythymetrische Meereserkundung

NEWS:

Abbildung Bathymetrie
Es ist die Vermessung mit einem Fächerecholot- Systemen das uns heute hochauflösende Bilder des Meeresboden liefert. Das System kann mit einem Öffnungswinkel von 90 oder 120 Grad betrieben werden. Dieses Bathymetrische System Hydrosweep DS-2 liefert 59 Einzelmessungen der Wassertiefe und Echostärke je Ping. Zusätzlich liefert es Bodensichtsonar- Information mit 2048 Echos pro Ping (Grafik links Alfred-Wegener-Institut). Es können so genau Karten der Meeresbodentopographie oder hochauflösende Modelle wie unten vom Eldiscreto erstellt werden. Vergleichbar mit den Satelliten- Aufnahmen (Google Earth) von der Erdoberfläche. Für genaue Detailaufnahmen in Echtzeit steht dann noch ein Unterwasser- Roboter (ROV) wie der Liropus 2000 auf der Ángeles Alvariño zur Verfügung.


  
 
 
Auch Deutschland betreibt derartige Forschungsschiffe. Das bekannteste dürfte die Polarstern (Foto: Michael Trapp) sein. Sie wird vom Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven betrieben. Das AWI gehört zum Helmholz Zentrum für Polar- und Meeresforschung. Aufgrund ihres Einsatzgebietes meist in den Polargebieten, ist das Schiff noch umfangreicher  ausgestattet. Zum Bordinventar gehört z.B. ein eigener Hubschrauber.
So ein Forschungsschiff nämlich die Ángeles Alvariño, die vor wenigen Tagen ihren El Hierro Einsatz abgeschlossen hat, werde ich mir morgen etwas näher anschauen. Sie liegt hier im Hafen von Santa Cruz de La Palma. Ich werde die nächsten Tage über meinen Besuch berichten.

Über die Bebenaktivität unter El Hierro bleibt nachzutragen. Schwache Erdstöße im Zentrum der Insel bis ML1,6 aus 11 bis 24 km Tiefe. In der vergangenen Nacht um 0.07 Uhr ein ML1,5 Beben im Süden  aus 21 km Tiefe. Die Bodenverformung bleibt mit kleinen Schwankungen auf dem Inselmassiv erhalten. Die Beben- Ruhephase hält weiter an.

Sonntag, 30. März 2014

Vulkan - IEO Kampagne abgeschlossen

NEWS:
Montag, 31.03.14 - Das Finale beim Tournament Earth 2014 - dem NASA Satellitenfoto des Jahres - ist erst einmal geschafft. Jetzt muss noch gegen den Vulkan Kliuchevskoi auf Kamtschatka angetreten werden. Hier geht es zur NASA-Abstimmung


Seit dem 28.03.14 ist El Hierro bebenfrei. Nach dem letzten Bebenschwall Mitte März 2014 waren nur noch vereinzelte Erdstöße (siehe IGN Grafik) verzeichnet worden. Die Ruhe darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass im Untergrund weiter starke Kräfte vorhanden sind, die jederzeit zu neuem Leben erwachen können.
Die aktuellen GPS Messergebnisse zeigen deutlich - wie hier links am Messpunkt Sabinosa, dass von einen Abflauen der Aktivität nicht auszugehen ist. Die Bodenverformung nimmt stetig weiter zu. Von einem Stillstand oder gar einem Rückgang zu reden wäre Selbsttäuschung und ein Verkennen der Realität.

Die jüngste Kampagne des IEO Forschungsschiff Ángeles Alvariño wurde abgeschlossen. Es wurden umfangreiche Messungen und Untersuchungen durchgeführt. Der Meeresgrund wurde mit der 3D Bathymetrie Methoden abgetastet und über 36 Stunden Unterwasser Aufnahmen gespeichert. Das Material wird als nächstes im Labor bzw. Institut ausgewertet. Ergebnisse liegen dann erst in einigen Wochen vor. Einen wie von mir erhofften Sucherfolg nach einem weiteren Eruptionspunkt im Westteil der Insel konnte bisher nicht bestätigt werden.

Erfolgreich verlief die Suche und Bergung der auf 200 Meter abgesunkenen Hightech- Messboje. Ein Materialfehler am Gehäuse hat den Totalausfall verursacht. Die Boje wird nun zum englischen Hersteller zurück transportiert und nach erfolgreicher Reparatur wieder an der alten Stelle beim Eldiscreto verankert.

Die Ángeles Alvariño liegt zur Zeit im Hafen von Las Palmas de Gran Canaria. Es wird im Augenblick überlegt, ob sie bei der Suche nach dem vor 10 Tagen abgestürzten Puma SAR Rettungshelikopter ( siehe Kanarenkreuzfahrt) südlich von Fuerteventura eingesetzt wird. Bei dem Unglück wurden 4 Besatzungsmitglieder mit in die Tiefe gerissen. Das Wrack wird in 2.000 Meter Tiefe vermutet. Die genauen Koordinaten sind bekannt.
Mit seinen technischen Möglichkeiten und dem an Bord vorhandenen ROV (Unterwasserroboter) sollte es möglich sein die Unglücksmaschine zu orten und mit Hilfe eines Kranschiffes zu bergen.

Auch wird die Ángeles Alvariño im Laufe des Monat April noch einen Abstecher in den Hafen von Santa Cruz de La Palma machen. Das freut mich natürlich besonders. Ich werde versuchen an Bord mir einige technische Einrichtungen anzuschauen und darüber dann auch berichten.

Noch ein Video das mit Vulkanen und den Kanaren nichts zu tun hat, aber immer wieder sehenswert ist. Es ist der Rekordsprung von Felix Baumgartner aus 39 Kilometer Höhe.