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Freitag, 9. Januar 2015

Energieprojekt Gorona Erfolgsbilanz?

El Hierro - 6 Monate nach der Inbetriebnahme


Am 27.Juni 2014 wurde das einmalige Energieprojekt “Gorona” auf El Hierro eingeweiht. 100% Strom, nur aus regenerativer Energie gewonnen – so das erklärte Ziel. Seitdem drehen sich auch die Windräder.
Jetzt nach 6 Monaten Betrieb wird es auch einmal Zeit über den Erfolg oder Misserfolg der 84 Millionen Euro teuren Anlage vom Energieprojekt Gorona zu berichten.

Die Betreiberfirma und das Cabildo El Hierro als Hauptanteilseigner des Energieprojekt Gorona halten sich mit Erfolgsmeldungen bisher zurück. Es gibt nur Meldungen über Besuche und Fernsehreportagen aus anderen Ländern, die das Projekt in seiner Gesamtheit bewundern. Den Projektablauf können Sie hier Nachlesen.

Doch wie sieht es mit der erzeugten Leistung und dem 100%igen schadstofffreien Strom aus? Noch raucht und stinkt das alte Diesel (Schweröl) Kraftwerk. Die Aufnahmen (M.Antonakis – danke) wurden Ende Dezember 2014 gemacht








Hatte man nicht versprochen 6000 Tonnen Diesel jährlich einzusparen. Auch der Schadstoffausstoss sollte jährlich um 18 700 Tonnen CO2, 100 Tonnen Schwefeldioxid und 400 Tonnen Stickoxid sinken. Danach sieht es zumindest nach 6 Monaten Betriebsdauer noch nicht aus. Aus der Ferne lässt sich natürlich nicht genau die Auslastung und die Menge der ausgestoßenen Schadstoffe einschätzen. Doch es qualmt und raucht weiter, wie in alten Zeiten. 
Ein Prototyp birgt immer Risiken und nicht vorhersehbare Schwierigkeiten. Das muss man auch hier zugute halten. Nach Endesa Angaben braucht so ein Projekt 6 bis 7 Monate Anlaufzeit um notwendige Feinjustierungen und Programmabläufe zu trainieren. Geben wir uns im Moment einmal damit zufrieden. Zur Zeit soll das neue Gorona Projekt erst rund 60% des Strombedarfs von El Hierro decken. Bald läuft aber diese Schonfrist ab und jeder auf El Hierro kann mit einem Blick auf das alte Dieselkraftwerk selbst feststellen, ob die Kaminklappe auf oder zu ist. Nur als Reservekraftwerk sollte es weiter erhalten werden – so die ursprüngliche Erklärung.

Wir werden sehen wie weit Wunsch und Wirklichkeit auseinander liegen. Zu wünschen wäre es auf jeden Fall, wenn bald 100% Strom nur aus Windenergie und ohne Schadstoffe vom Energieprojekt Gorona die Insel versorgen.

Das Energieprojekt Gorona in der Presse


 Interessant sind auch so einige Pressemeldungen die etwas an der Realität vorbei gehen:

” Die Stromgewinnung mit Wasser und Wind wird erwartungsgemäss 23 Prozent günstiger als bisher sein, was sich demnächst auf den Strompreis auf El Hierro auswirken soll”

Die neue Stromgewinnung wird sicher einen Einspareffekt bringen. Die Stromrechnung wird aber für den Verbraucher auf El Hierro um keinen Cent günstiger. In Spanien werden die Kilowattpreise zentral von Madrid festgelegt, unabhängig vom Ort oder der Erzeugungsart. Positiv kann es sich höchstens auf den Gewinn der 60%igen Beteiligung der Inselregierung von El Hierro auswirken. Sie hat dann die Möglichkeit z.B. die von ihr kontrollierten Wasserpreise zu senken.

Bis 2020 sollen auch alle der rund 6000 Fahrzeuge auf der Insel mit Elektroantrieb fahren. Sind die Windanlagen einmal abbezahlt, würden die Einwohner El Hierros dann fast gratis tanken, denn die reinen Betriebs- und Wartungskosten eines Windparks sind gering – so die Zeitschrift “Wirtschaftswoche“.

Das ist bis dato auch nur Wunschdenken. Es gibt seit über 2 Jahren auf El Hierro bereits eine ausreichende Anzahl sogenannter Strom-Tankstellen. Bis heute aber erst ganze 9 zugelassenen Elektromobile – und die gehören meist dem Cabildo bzw. den Kommunen.

Die bestehende Allianz Renault-Nissan wird seine Technologiekompetenz teilen, um ein Wiederaufladesystem mit ihren Fahrzeugen kompatibel umzusetzen und verpflichtet sich, auf die Bedürfnisse der Inselbewohner angepasst Elektrofahrzeuge zu vermarkten – so eine vertragliche Vereinbarung.
Die Endesa (Tochter des ital. Energieriesen Enel) soll die Entwicklung, Implementierung und Wartung eines Ladenetzes verwirklichen. Dies ist bereits geschehen.
Aber auch Kaufanreize durch Subventionszahlungen über das Cabildo von El Hierro, konnte bis heute noch nicht all zu viele Bürger vom Kauf eines Elektrofahrzeug überzeugen.

Hier ist also noch einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten. Ich kann mir allerdings auch nur schlecht vorstellen, dass in 5 Jahren plötzlich 6.000 Fahrzeuge auf El Hierro mit Elektroantrieb herum fahren sollen.
Aber die Welt steckt voller Überraschungen. Sind wir optimistisch und lassen uns einfach mal überraschen.

Sonntag, 30. November 2014

Vulkanausbruch auf den Kapverdischen Inseln

Eruption südlich der Kanaren. 


Seit einigen Tagen ist auf den benachbarten 
Kapverdischen Inseln ein Vulkan ausgebrochen. Die Kapverdischen Inseln liegen rund 1500 km südlich der Kanarischen Inseln, 450 km westlich vor Senegal. Es ist ein selbständiger Inselstaat (Amtssprache ist portugiesisch) mit 15 Inseln.und wie die Kanaren vulkanischen Ursprung. 

Schon seit Jahren erschüttern zeitgleich mit El Hierro Erdbeben die Inseln. Auf der südwestlichen Insel Fogo spukt nach 19 Ruhejahren der Vulkan Pico de Fogo jetzt wieder Asche und Rauch aus. Der Lavastrom hat bereits eine Länge von 4 km erreicht und bedroht die Ortschaft Cha das Caldeiras mit 1000 Einwohnern. Der Ort wurde evakuiert, da bereits erste Häuser und Gebäude den Flammen zum Opfer fielen. 


Die Situation auf Fogo spitzt sich zu.



"Die Lage ist unvorhersehbar, sie entwickelt sich sehr schnell" - so ein örtlicher Sicherheitsexperte der Kapverdischen Inseln in der Hauptstadt Praia auf der benachbarten Insel Santiago. Nachdem am vergangenen Freitag sich noch ein zweiter Schlot am 2829 Meter hohen Pico de Fogo geöffnet hat. Jetzt schießen mehrere Lavaströme den Berghang hinab und es ist zu befürchten, dass weitere Orte von den Lavazungen erreicht werden. Auf Fogo (dt. Feuer) selbst leben 22.000 Einwohner. Die Regierung hat gestern bei den "Vereinten Nationen" um Hilfe nachgesucht, da sich der Inselstaat selbst überfordert fühlt und eine Zuspitzung der Lage befürchtet.
Satellitenaufnahmen lassen eine Asche-Emission über den Kapverdischen Inseln erkennen, die bereits 9,1 km (30.000 ft) hoch und rund 220 km in nordwestliche Richtung über den Atlantik treibt. Eine hohe Schwefeldioxid Konzentration wurde von den Messgeräten ermittelt.


Die Kapverdischen Inseln stehen seit Jahren in engem Kontakt mit den Vulkanologen der Kanaren. Daher wurde ein Team um Dr. Nemesio Perez von Involcan zur Hilfe gerufen. Fogo (Pfeil) teilt das gleiche Schicksal wie El Hierro und ist auch eine der jüngsten Inseln. Auch diese Insel liegt am südlichen Westrand und ist die einzig vulkanisch aktive Insel des Archipel. Das gesamte vulkanische System hier ist eng miteinander verzahnt und reagiert in Wechselwirkung auch mit unseren vulkanischen Aktivitäten. Die genauen Zusammenhänge sind allerdings noch nicht richtig erforscht. 

Die Kapverdischen Inseln wurden in den vergangenen Jahren etwas touristisch erschlossen und werden auch regelmässig von der AIDAcara auf ihrer Kanarenroute angefahren. Fogo ist allerdings wegen dem kleinen Hafen und der spärlichen Infrastruktur keine Zielinsel. 
Ein erstes Video von der jüngsten Eruption gibt es hier:







Sonntag, 9. November 2014

Gewalt eines Vulkan kalkulierbar?

Lässt sich die Gewalt eines Vulkan berechnen?


Während es unter El Hierro weiter ruhig zugeht, spukt der Bardarbunga auf Island weiter große Mengen an Lava aus. Auf El Hierro werden aber auch fast täglich kleine Beben registriert, wie aus dem IGN Bebendiagramm der letzten 90 Tage links hervor geht. Es sind Mini-Erdstöße die selten die Stärke von ML1,5 überschreiten. Heftiger geht es in Island zu. Beben bis ML5,0 (am 6.11. gar bis ML5,4) sind an der Tagesordnung, Inzwischen wurde nach Schätzungen der IMO fast 2 km³ Lava an die Inseloberfläche befördert. Die Lava bedeckt eine Fläche von 70 km² und dürfte seit der Laki Eruption im Jahre 1783 - 1784 der größte Lavaauswurf auf Island sein. 

Die Gewalt eines Vulkan kann sich auch langsam entladen. Anders als zunächst erwartet, verläuft die Eruption des Bardarbunga "friedlich". Keine hohen Aschewolken die über weite Teile Nordeuropa hinwegziehen und den Flugverkehr beeinträchtigen. Aber die Eruption ist noch nicht zu Ende. Unter dem Gletscher scheint sich Lava zu sammeln, das immer noch die große Eisschmelze auslösen und zu einer explosiven Eruption führen kann. Dann würde sich die Gewalt des Vulkan komprimiert offenbaren.


Die Gewalt eines Vulkan steckt auch im Gas


Im Moment beobachten die Vulkanologen aber mit Sorge die immense Gasemission. Täglich werden 20.000 bis 40.000 Tonnen Schwefeldioxid (SO2) ausgestoßen. SO2 verwandelt sich in Verbindung mit Wasser zu einer gefährlichen Säure, die das Leben und das Klima nicht nur in Island nachhaltig beeinträchtigen kann. Siehe auch hierzu "Klimafolgen von Vulkan Eruption - es könnte kalt werden" im Spiegel-Online.
Die Schwefeldioxidwolke treibt auch heute (Grafik IMO) in die dichter besiedelten Gebiete um Reykjavik im Südwesten. SO2 ist nur ein Gas - auch große Mengen des umweltschädlichen Kohlendioxid (CO2) oder Methan werden freigesetzt.

Experten vermuten, dass diese Vulkan Eruption noch lange andauern kann. Im fast menschenleeren Eruptionsgebiet im östlichen Teil der Insel, stören die großen Lavaströme kaum. Es ist nur wenig Infrastruktur vorhanden. Erst bei größeren Schmelzprozessen könnte das freiwerdende Wasser auch ins Inselinnere vordringen und Thermalkraftwerke und andere Einrichtungen gefährden. Das wären dann die sekundären Auswirkungen der Gewalt eines Vulkan.

Eine interessante 3D Animation-Video (danke dfmorvan) von August 2014 bis heute zeigt, wie sich die Beben vom eigentlichen Vulkan Barbardunga zunächst nach Norden zur Spalteneruption verlagert haben. Um dann seit einigen Wochen wieder langsam zum heutigen Epizentrum zurück zu kehren. Magma als Bebenauslöser weicht genauso wie andere Elemente (Wasser, Luft) einem Hindernis aus, um an einer dünnen und leicht zu durchdringenden Gesteinsschicht seine Energie in die Atmosphäre abzubauen. 
Es drängt sich die Vermutung auf, dass jetzt direkt in der Bardabunga Caldera (Höhlkörper) sich ein Sammelplatz für die austretende Lava gefunden hat. Allerdings gilt es, den einige hundert Meter dicken und darüber liegenden Eispanzer noch aufzuschmelzen. Ob das gelingt entscheidet der weitere Magmanachschub aus dem Erdinnern. Das Ergebnis werden wir sehen.

Wie können wir die Gewalt eines Vulkan abschätzen?


Es sind ungeheure Kräfte die bei einer Vulkaneruption freigesetzt werden. Die Energiemenge wie Druck, die Wärme oder die Kräfte der ausgestoßenen Gase lassen sich nicht einmal abschätzen, geschweige denn Berechnen.
Bei der Bebenstärke die messbar ist und kumuliert wird, kann die freigesetzte Energie in etwa bestimmt werden. Wie bei Kernwaffen wird die Sprengkraft in Megatonnen TNT umgerechnet.

Am Beispiel Bardarbunga haben sich von August bis Mitte Oktober 2014 insgesamt 7.7e17 Nm = Joule angesammelt. Das wären dann 184,8 Megatonnen TNT und entspricht rund 14.000 Hiroshima Atombomben (Danke an Peter Kocksholt für die Berechnung o. Gewähr).

Eine unvorstellbare Kraft die sich in den letzten Wochen noch weiter maximiert hat - und das ist nur die Energie der Beben bis 15. Oktober 2014.

Wer das ganze einmal Nachrechnen möchte, hier die empirische Formel:

E [J] ≈ 10(4.8+1.5MS)
Eine Erhöhung von MS um 1 bedeutet also eine Steigerung der abgestrahlten Energie um einen Faktor 101.5 ≈ 30.
Sofern MS und MW übereinstimmen, ergibt sich hieraus
E ≈ 10(4.8+1.5 (2/3 log10M0-6.1) ) ≈ 5×10-5 M0
Das aktuelle Zahlenmaterial ist über diesen Link.: Bardarbunga Seismicity (ganz oben) zu entnehmen.

Wenn wir einen Energie-Weltmeister auf Erden haben, dann Vulkane. Bei einer Eruption entfacht die Gewalt eines Vulkan Kräfte, die wir nur bestaunen können. In den Griff bekommen wir diese Giganten nicht - wir können nur davon laufen. In der Geschichte wurden Inseln auseinander gerissen, ganze Städte in minutenschnelle verschüttet oder eine Eiszeit ausgelöst. Diese Gewalt eines Vulkan gilt als stärkste und unberechenbarste Naturkraft auf unserem Globus und war aber auch maßgeblich an der Entstehen unseres Leben beteiligt. Dazu aber in einem späteren Beitrag mehr.

Samstag, 27. September 2014

Erdbeben bei verändertem Grundwasser?

Erdbeben Indikator bei erhöhten chemischen Wasser-Werten.


Die chemische Zusammensetzung von Grundwasser ändert sich vor einem Erdbeben. Das fanden nun Wissenschaftler der Universität Stockholm heraus. Forschungsobjekt war eine heiße Quelle auf Island. Fünf Jahre lang entnahmen die Geologen wöchentlich aus 100 Meter tiefe Wasserproben. Untersucht wurden die Proben auf die Isotope Sauerstoff-18 und Wasserstoff-2 (Deuterin).


Links ein Screen aus dem aktuellen ZDFVideo von Reinhard Wurzel zur Eruption des Bardarbunga auf Island. Das komplette und interessante Video finden Sie weiter unten.



Bereits Monate vor einem starken Beben stiegen diese Werte auf neuen Höchststand an und hielten bis zum Erdstoß das hohe Level. Ab April 2012 schnellte der Wasserstoff-2 Wert in die Höhe. Im Oktober 2012 gab es im Messgebiet ein ML5,6 Erdbeben. Genauso im Februar 2013 und zwei Monate später im April ein ML5,5 Erdbeben. Auch der Natrium Gehalt des Grundwassers hatte sich erhöht.
Gut – es kann jetzt Zufall gewesen sein, aber auch auf El Hierro wurden vor der Eldiscreto Eruption mit starken Erdbeben, höher Wasserwerte gemessen.
Ein starkes Erdbeben kommt nicht aus heiterem Himmel. Zur Auslösung eines entsprechenden Erdstoß müssen sich im Untergrund bereits Kräfte summiert haben, die kleine Risse und Spalten bilden und das Gestein unter Druck setzen. Durch diese Spalten kann Grundwasser in tiefere Regionen vordringen und andere Mineralien aus dem Gestein lösen. Dieses neue Mischungsverhältniss ist dann messbar. Ein Erdbeben oder eine Vulkaneruption lässt sich damit aber nicht sicher voraus sagen. Es ist nur ein weiteres Indiz – neben dem Seismografen, der GPS Oberflächenverformung und den sich verändernden Kohlen- und Schwefeldioxid- Werten in der Atmosphäre, die auf eine gravierende Änderung im geologischen Untergrund hinweisen.

Der Wink der Natur mit dem Zaunpfahl … und das sollte der Mensch auch ernst nehmen. Ein Frühindikator den man nur richtig deuten muss. Oft haben sich dann starke Erdbeben oder eine vulkanische Eruption in der Folgezeit eingestellt.
Oder auch mysteriöse Lichterscheinungen die in der Vergangenheit vor Erdbeben beobachtet wurden. Durch die Gesteinsreibung können elektrische Spannungen aufgebaut werden, die sich bei hoher Konzentration über die Luftmoleküle in sichtbarem Licht entladen.
Auch gibt es Menschen die förmlich bevorstehende Erdbeben riechen oder spüren können. Es sind vielleicht Spannungen oder noch nicht bekannte Gas-Ausdünstungen die für besonders sensible Mitmenschen wahrnehmbar werden. Bei Tieren wurde dies schon teilweise nachgewiesen.
Hier gibt es noch viel Forschungsbedarf. Einiges wird heute noch mit “Spinnerei” oder “Pseudowissenschaft” abgetan. Ich bin mir aber sicher, dass sich einige Rätsel in Kürze auch physikalisch erklären lassen. Schließlich war unsere Erdkugel auch mal eine Platte und der Mittelpunkt der Welt.

Hubschrauberflug über die Eruptionsspalte des Bardarbunga

Dienstag, 23. September 2014

El Hierro Erdbebenstatistik im Vergleich

Die El Hierro Erdbebenstatistik zeigt Unterschiede zu Island auf.


Die jüngsten Beben der vergangenen Tage unter El Hierro lagen bei einem Maximum von ML2,1 – siehe IGN Grafik oben. Auch der stärkste Erdstoß vom Dezember 2013 erreichte “nur” ML5.1. Im Vergleich zu Island waren das noch bescheidene und selten auftretende Starkbeben. Allerdings hatte das Dezember Beben auf El Hierro schon erhebliche Erdrutsche und Steinschlag verursacht. Auf Island gehören seit 4 Wochen Beben von mehr als ML5,0 zum Tagesprogramm. So auch heute Morgen um 4.33 Uhr der ML5,2 Erdstoß aus 10 km Tiefe (Siehe IMO Seismograf). Es waren bisher über 20 Starkbeben bis ML5,9.

Vulkan ist nicht gleich Vulkan


Hier gibt es zwischen der El Hierro Erdbebenstatistik und dem Bardarbunga auf Island gravierende Unterschiede. Die tägliche Bebenanzahl mit den Schwarmbeben ist nahezu mit der eruptiven Phase 2011/12 auf El Hierro identisch. Nur liegt die Intensität und Stärke der Erdstöße um einiges höher. Auch wenn es vielleicht zunächst nicht den Anschein hat, so beträgt der Unterschied zwischen einem gemessenen Beben von ML5,0 zu ML6,0 die 33 fache Steigerung. Die Erhöhung der Magnitude um 1 bedeutet dabei eine 33-fach höhere Energiefreisetzung – siehe auch meine Erklärung im Blog.
Und das hätte erhebliche Auswirkungen auf die geologische Struktur von El Hierro gehabt. Fast nur hohe Berge und Steilwände und kaum ebene Rückzugsgebiete – dafür ist die Insel zu klein. Nicht nur die Bebenstärke sondern auch die Anhäufung der Starkbeben, hätte große Gesteinsplatten gelockert und abgesprengt und der Schwerkraft ins Tal folgen lassen. Mit entsprechenden Folgen zum Beispiel für die Anwohner im Golfotal oder der Ostflanke.
Auf Island sind weite Teile im Nordosten dagegen unbewohnt. Hier spielt es keine große Rolle ob Erdrutsche oder Lava (bisher 33 km²) Flächen bedecken. Hier sind es die Vulkangase die auch in weiter entfernten Gebieten Menschen bedrohen können.

Das in großen Mengen ausgestoßene Schwefeldioxid (SO2) hier auf der aktuellen Vedur-Karte rot – zieht im Augenblick nach Nordosten ab. Schon eine Richtungsänderung des Windes in den bewohnten Bereich im Westen könnte zur Gefahr werden. Aufgrund der Inselgröße wird es aber immer Ausweichmöglichkeiten bei einer evtl. Evakuierung geben. Noch beschränkt sich die Eruption auf ein Gebiet nördlich der weißen Eismasse. Große Mengen Wasser sind in diesem bis zu 600 Meter dicken Gletschereis gespeichert. Falls der Vulkan Teile des Eises ab schmilzt, sind starke Wasserläufe und  Überschwemmungen zu erwarten.

Noch ist es aber nicht so weit. Das von der IMO veröffentlichte NASA Satellitenbild vom 22. September 2014 zeigt die Spalteneruption. Über eine Länge von ca. 3 km hat sich der Boden geöffnet. Zwei Lavaströme – nach Norden und nach Osten – leiten die Lava in tiefere Regionen. Der Gletscher liegt hier weiter südlich und ist auf der Aufnahme nicht zu erkennen. Zwei Vulkane, aber mit unterschiedlicher Prägung.
Unter El Hierro speist ein Hotspot den Magmanachschub. Er brennt sich durch eine feste Erdplatte nach oben durch und erzeugt Vulkanbeben.
Island liegt dagegen auf dem Rand von zwei Kontinentalplatten. Die Magma dringt zwischen den Plattengrenzen nach oben und erzeugt damit auch größere Verwerfungen – Folge: mehr und stärkere Beben. Es dürfte sich also um eine Kombination von tektonischen und vulkanischen Beben handeln.
Unabhängig vom Vulkantyp (= Magma-Zusammensetzung) zeigt fast jeder Vulkan sein eigenes Profil. Entscheidend ist der geografische Standort und der geologische Untergrund. Danach baut sich dann auch das zu erwartende Gefahrenpotential für den Menschen auf.

Während auf El Hierro kaum große Sturzfluten zu erwarten sind, wird Island keine Bergrutsche befürchten müssen. Hier gibt es einfache Fluchtmöglichkeiten, während auf einer kleinen Insel schon größere Anstrengungen notwendig sind.
Ein Vulkan ist und bleibt gefährlich und unberechenbar. Ständiges Beobachten und Kontrollieren ändert zwar nicht seine Gewalt, gibt aber etwas Zeit sich vor einer Eruption und den Folgen in Sicherheit zu bringen.

Freitag, 19. September 2014

Wie gefährlich sind Vulkangase?

Was macht das Vulkangas Schwefeldioxid SO2 so gefährlich?


Bei jedem Vulkanausbruch werden große Mengen an Vulkangasen ausgestoßen. Es ist besonders das Schwefeldioxid SO2 das für 
Mensch und Tier auch in weiten Entfernungen von der Eruptions- Stelle noch gefährlich werden kann. Auf der Karte (DLR) ist der Ausbreitungsweg vom Vulkan Bardarbunga auf Island zur Küste Norwegens und über das Nordmeer nach Osten zu erkennen. Dunkelrote Einfärbungen zeigen eine besonders hohe Konzentration.

Mit dem UV-Spektrometer Gome 2 auf dem Erdbeobachtungssatelliten MetopA und MetopB empfängt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen alle zwei Stunden die neuesten Messdaten der Schwefeldioxid-Wolke.


Schwefeldioxid, SO2, ist das Anhydrid der Schwefligen Säure H2SO3. Schwefeldioxid ist ein farbloses, schleimhautreizendes, stechend riechendes und sauer schmeckendes, giftiges Gas. Es ist sehr gut (physikalisch) wasserlöslich und bildet mit Wasser in sehr geringem Maße Schweflige Säure (Quelle: Wikipedia).


Schwefeldioxid schädigt in hohen Konzentrationen Mensch, Tiere und Pflanzen. Die Oxidationsprodukte führen zu „saurem Regen“, der empfindliche Ökosysteme wie Wald und Seen gefährdet sowie Gebäude und Materialien angreift. Entschwefelungsanlagen und andere technischen Einrichtungen sollen die künstlich vom Menschen erzeugten Schwefeldioxidwerte reduzieren.

Eine Schwefeldioxidkonzentration, die über dem Normalwert liegt, kann beim Menschen zu Kopfschmerzen, Übelkeit und Benommenheit führen. In höheren Konzentrationen schädigt das Gas stark die Bronchien und Lungen.

Eine hohe Schwefeldioxidkonzentrationen über einen längeren Zeitraum aufgenommen, führt durch die Zerstörung des für die Blutbildung wichtigen B12-Vitamins zu Anämie (Blutarmut) und kann zum Tode führen.


Bisher war Island und Skandinavien noch nicht direkt betroffen. Die Windströme führten die Schwefeldioxidwolken noch nördlich um die bewohnten Gebiete herum. Aber eine Richtungsänderung des Windes kann schnell die Situation ändern. Die Messmethoden lassen zur Zeit nur die räumliche Ausbreitung per Satellit erkennen. Die Genauigkeit der Schwefeldioxid-Werte oder eine Vorhersage über den Strömungsverlauf ist noch beschränkt. Es sind grobe Schätzungen und Hochrechnungen aus den Werten der örtlichen Messeinrichtungen, die die Konzentration in entfernteren Regionen in etwa Abschätzen lassen.

Wie mehrere Institute übereinstimmend vermuten, werden aus den Vulkanschloten auf Island zur Zeit pro Sekunde 700 bis 1000 kg Schwefeldioxid ausgestoßen

Nicht nur die Vulkangase, sondern auch die Verformung wird interessant.


Fast 150 Erdbeben wurden gestern auf Island registriert. Über 45 Beben traten am Bardarbunga auf. Das stärkste Beben von ML5,3 am nördlichen Rand der Caldera um 14.22 Uhr. 

Hatte sich die Caldera in den letzten Tagen durchschnittlich pro Tag um 50 cm gesenkt, scheint nun eine Änderung einzutreten. Die IMO Grafik zeigt den Kurvenverlauf der letzten 3 Tage. Seit heute Morgen scheint die Absenkung gestoppt und eine leichte Aufblähung zu erfolgen (Danke an Peter Kockshold).

Was kann das bedeuten?
Der Magmaabfluss zur 20 km nördlich entfernten Eruptionsspalte versiegt – oder es steigt kräftig neue Magma aus dem Erdinnern in die Magmakammer nach.
Nach den Indizien der jüngsten starken Beben direkt beim Barbarbunga (aktuelle Werte in der rechten Seitenleiste anklicken) muss eigentlich unterstellt werden, dass jetzt die Zeit für den Bardarbunga selbst gekommen ist. Die flachen Bebentiefen bis 0,8 km Tiefe (gemessen wird ab Meereshöhe) werden oder haben schon bereits einen Durchbruch unter der bis zu 600 Meter dicken Gletscherschicht geschafft.

Die isländischen Wissenschaftler sind sich auch nicht im Klaren, ob die Eisschicht bereits von heißer Magma erreicht wurde. Es müssten größere Wasserabläufe aus der Caldera zu beobachten sein. Dies ist aber noch nicht der Fall. Auch wäre es möglich, dass sich unter dem Gletscher bereits ein See gebildet hat, der noch von den harten Eisschichten gefangen gehalten wird. Es wäre dann allerdings nur eine Frage der Zeit bis die Dämme brechen.

Auch dieser Vulkanausbruch auf Island steckt wieder voller Geheimnisse … und auch wenn ich mich wiederhole “Die Natur lässt sich nicht so einfach in ihre Karten schauen”.
Die Wissenschaft um die Vulkanologie ist erst am Anfang. Sie kennt bisher nur die Rahmen -Bedingungen – die genauen Spielregeln müssen noch entdeckt werden.

Sonntag, 14. September 2014

Vulkan Krisenmanagement Island - El Hierro

Die Lage in Island spitzt sich weiter zu.

Wie verhält sich das Vulkan Krisenmanagement auf Island. Welche Informationen darf der Bürger erfahren? An einigen Beispielen möchte ich die Unterschiede zwischen Island und El Hierro aufzeigen.


Warnung: Die vorläufige Prognose zeigt eine hohe Konzentration von Schwefeldioxid (SO2) im nördlichen Teil von Island. Eine weitere Ausbreitung kann nicht ausgeschlossen werden (gültig bis 18.00 Uhr am Sonntagabend)

So der offizielle Warnhinweis der isländischen IMO. Zweimal am Tag wird morgens und am Abend ein Bulletin mit der aktuellen Entwicklung und weiteren Einschätzung heraus gegeben. Nur soviel zur Informationspolitik Island - El Hierro.
Die Spalteneruption dauert weiter an (Foto: IMO Arman Höskuldsson). Rund 40 Beben bis ML4,0 wurden in der vergangenen Nacht registriert. Die GPS Geräte zeichnen in den letzten Stunden ein Absinken des Eispanzers um - 20 cm. Innerhalb von 24 Stunden ist der Gletscher im Bereich der Caldera damit um über einen halben Meter abgesunken. Die Eismulde weist inzwischen eine Gesamttiefe von über 20 Meter auf.
200 Millionen Kubikmeter Lava sind nach IMO Einschätzung bereits ausgetreten und bedecken eine Fläche von 24,5 Quadrarkilometer.

Eine Schwefeldioxidwolke (SO2) driftet nach Nordosten. 4000 Mikrogramm pro m³ werden an der Ausbruchstelle gemessen. Es sind die höchsten Werte die jemals auf Island gemessen wurden. Noch treiben sie in unbewohnte Inselteile. Bei einem Windwechsel könnten aber auch die bewohnten Regionen betroffen werden.

Um die bisherige Entwicklung etwas besser zu verdeutlichen, links eine vorläufige Grafik der IMO. Die Beben begannen am 16. August um den Bardarbunga. Das Magma hat es vorgezogen unter dem Gletscher (weißes Feld) zunächst nach Nordosten zu wandern. Die Spalteneruption ereignete sich rund 20 km nördlich des Bardarbunga. Auf eine Länge von mehreren Kilometer Länge haben sich viele Eruptionspunkte geöffnet. In den letzten Tagen konzentrieren sich die Erdstöße wieder um die eigentliche Magmakammer unter dem Bardarbunga.

Welche weiteren Optionen sind in Island möglich?


Folgende Szenarien hält die Uni Island (Grafiken) und die IMO für denkbar. Die Caldera gibt weiter nach und der Gletscher bricht sichtbar ein. Die Magmakammer (rot) entleert sich Richtung Nordosten (Pfeil). Keine neue Magma aus tieferen Schichten füllt die Kammer auf. Der Kammerdruck baut sich langsam ab und die Eruption kommt langsam zum Stillstand. Das war der Istzustand.bis gestern.

Vieles deutet aber durch die jüngsten Beben darauf hin, dass auch folgender Fall eintreten kann. Der Magmaabfluss nach Nordosten kommt zum Erliegen. Die Magma steigt direkt zur Caldera auf. Große Eismengen werden geschmolzen. Es entsteht ein unterirdischer See. Die Kombination von 1200°C heißer Magma mit Wasser wird eine explosive Eruption auslösen. Nun wird genau der Vorgang ablaufen, den man sich nicht wünscht. Große Mengen Gestein und Gase gelangen in die Atmosphäre. Eine Aschewolke könnte den Flugverkehr je nach Windrichtung zum Erliegen bringen. Dinge - die wir im Jahre 2010 alle erst erlebt haben. Das plötzliche Schmelzwasser wird weite Täler überfluten und Zerstörung anrichten. Das ist für die Inselbewohner die größte Gefahr.

Beobachter vor Ort erwarten in den nächsten Tagen genau dieses Szenario. Nach ihrer Meinung kommt es zu einem Caldera Kollaps. Auch die staatliche IMO bereitet sich darauf vor. Strom- und Kommunikationverbindungen könnten durch die Fluten unterbrochen werden. Liegen doch eine Reihe von Kraftwerken genau im Einzugsbereich.
Alle Bewohner wurden aufgerufen, Batterie betriebene Rundfunkgeräte bereit zu halten und sich auf diesen Fall einzustellen.

Krisenmanagement Island - El Hierro


Das sind die Möglichkeiten die in Kürze eintreten könnten. Alles wird in Island offen diskutiert und veröffentlicht. Jeder Bewohner und auch Tourist kennt so sein Risiko und kann für sich die notwendigen Maßnahmen ergreifen.
Ob Gaswerte, GPS-Daten und natürlich die Stärke und Lage der Erdbeben - alle Daten Live und meist auch durch die IMO kommentiert.
Kein Versteckspiel, um nur nicht die Touristen zu verscheuchen. 2011 auf El Hierro war das alles etwas anders.

Es stellt sich nun die Frage, welche Kommunikationsform mehr Vertrauen schafft?

Der kühle Isländer scheint hier dem Südländer einen Schritt voraus zu sein - so meine Meinung. Auch hat er natürlich mit Vulkanen und Eruptionen wesentlich mehr Erfahrungswerte.

Fazit:
Durch Beobachten und Zuschauen lernen und die positiven Aspekte sich Aneignen und in Zukunft bei Bedarf auch hier Umsetzen.

Montag, 23. Juni 2014

Vulkan - Der Hotspot lässt Grüssen

Vermehrte Beben auf Teneriffa

In den letzten Tagen ist eine vermehrte seismische Aktivität unter der Insel Teneriffa festzustellen. So gab es am 18. Juni 2014 zwischen 3.00 und 4.00 Uhr Ortszeit eine Serie von Kleinbeben bis ML1,8. Insgesamt 11 Beben um den Berg Teide, meist auf der Cañadas- Hochebene zwischen Vilaflor und Guía de Isora (siehe IGN-Google Karte). Diese Beben kommen mit kleinen Ausnahmen aus 2 bzw. 3 Kilometer Tiefe. Also aus einer geringen Tiefe und sollen laut IGN auf "fumarole" Aktivitäten hinweisen. Es dürften neue Magmaverlagerungen unter dem Teide sein, so wie wir sie zuletzt im Jahre 2004 in wesentlich stärkerem Ausmaß erlebt haben.

Die Erde bzw.der Vulkan lebt. Teneriffa ist kein statisch fester Felsbrocken im Atlantik, sondern wie auch die vulkanaktiven Nachbarinseln immer in Bewegung. Es sind Kleinstbewegungen die für die Anwohner nicht zu spüren, aber mit der GPS- Methode zu Messen sind.

Einzelbeben bis ML2,4 hatten wir schon in den vergangenen Wochen und sie halten weiter an. Bei vulkanischen Beben in so geringer Tiefe steigen auch die Gaswerte an der Inseloberfläche an. Vermehrte CO² und Schwefeldioxid- Konzentrationen wurden gemessen. Ein natürlicher Verdrängungsvorgang der bei horizontal oder vertikal steigender Magma größere Mengen Gase in die Atmosphäre presst.
Nach Auskunft der IGN besteht aber keine Gefahr für die Inselbevölkerung. Dramatische Veränderungen würden durch die Messgeräte sofort erkannt und entsprechende Maßnahmen ergriffen.


Nicht nur in Teneriffa sondern auch unter El Hierro gab es wieder schwache Beben. Gestern 4 Erdstöße bis ML1,9 aus 12 bis 13 km Tiefe im südlichen Sektor. Auf der Karte links ist der Verlauf der jüngsten Erdstöße zu erkennen. Von El Hierro (links unten) über Teneriffa bis Fuerteventura (ganz rechts) verläuft der vermutete Magmakanal bis ins Atlas Gebirge in Marokko.
Es ist ein Prozess der nicht nur auf eine Insel beschränkt ist, sondern den Verlauf der Kontinentaldrift nach Nordosten aufzeigt. El Hierro ist als jüngste Kanareninsel wohl die Speerspitze des Hotspot. Hier dürfte sich auch im Moment das Zentrum des Magmaaufstieg befinden.

Freitag, 2. Mai 2014

Vulkan - mit Flugdrohne in den Schlund des Krater

Technik und Innovation:

Was früher noch als Spielzeug konzipiert war, findet heute immer mehr Nutzen im Alltag, in der Wissenschaft und auch in der Vulkanforschung.
Als Ing. Dieter Schlüter im April 1970 in Jügesheim bei Frankfurt/M. seinen ersten Modell- Hubschrauber zum Fliegen brachte, dachte er sicher noch nicht an die spätere vielseitige Nutzung seines ferngesteuerten Fluggerät. Ich hatte damals mehrfach die Gelegenheit ihn bei seinen Versuchen und Vorführungen zu beobachten.

Die modifizierte Form finden wir heute teilweise mit autonomer Steuerung bei der Polizei und dem Militär als Beobachtungs- und Erkundungsdrohnen oder demnächst vielleicht auch im Bereich der Logistik. Google und Amazon arbeiten bereits daran.
In Zukunft bekommen sie dann ihr Paket per Drohne direkt in den Vorgarten angeliefert. Heute noch etwas futuristisch, aber technisch sicher bald machbar.
Gerade über Vulkanen, wo nicht unbedingt menschliche Versuchskaninchen den giftigen Dämpfen, der Hitze und einem möglichen Lava- Ausstoß ausgesetzt werden müssen, bietet diese Technik eine interessante Möglichkeit und Alternative.


Der schottische Wissenschaftler Andrew McGonigle von der Universität Sheffield (Fotos) in Großbritannien hat einen handelsüblichen Modell- Hubschrauber mit zwei UV Kameras ausgerüstet. Eine der Kameras nimmt Licht der Wellenlänge 310 Nanometer auf. Die zweite Kamera wurde auf eine andere Wellenlänge eingestellt. Bei 310 Nanometer wird Licht durch die Vulkangase abgemildert und teilweise vom Schwefeldioxid verschluckt. Bei der anderen Kamera kann das Licht ungehindert die Gaswolke durchdringen und kommt fast vollständig ins Objektiv. Aus der Differenz dieser Werte kann der Vulkanologe die Gasmenge abschätzen.
Getestet wurde das Verfahren am Ätna auf Sizilien. Mit einem Mini-Computer und einem Spektrometer an Bord wurden die vulkanischen Ausdünstungen gemessen.

Als angehängte Arbeitsplattform diente ein leichter Plastikhocker (Foto links). Eine einfache und primitive Konstruktion, aber für diesen Versuch ausreichend. Der Hauptschlot des Ätna stößt pro Sekunde 86 Kilogramm CO2 in die Atmosphäre aus. Doch noch mehr wurde festgestellt. Die Gase am Ätna steigen nicht konstant nach oben, er atmet in Intervallen. Alle 90 Sekunden spie der Berg eine unsichtbare Wolke Schwefeldioxid und Kohlendioxid in die Atmosphäre aus. Die beteiligten Forscher vermuten, dass Gasblasen aus dem Erdinneren sich ihren Weg durch den Schlot bahnen, die an der Oberfläche platzen und dann in Intervallen  Gase  freisetzen.
Interessant könnte es kurz vor einer Eruption werden. Wird sich dann das "Atmen" beschleunigen und vielleicht als Indikator für einen bevorstehenden Ausbruch nutzbar sein ? 
Von El Hierro wissen wir, daß sich 2011 kurz vor der Eruption die Kohlendioxid- und Schwefelwerte um das Mehrfache erhöht haben. Die Gasausdünstung konnte direkt auf der Inseloberfläche bzw. vom bemannten Helikopter aus gemessen werden. Nicht ganz ohne Risiko.
 
Bei einem hohen Vulkankegel wie dem Ätna ist dies noch um einiges schwieriger. Ein unbemanntes Flugobjekt das stationär über längere Zeit an einer Stelle verharren könnte, macht die Messung genauer und gefährdet kein Menschenleben.
Auch Temperaturmessungen mit Fernsensoren direkt im Schlund und andere wissenschaftliche Beobachtungen sind so möglich ... und wenn es doch verloren geht, dann sind es nur einige tausend Euro die in den Krater stürzen - und die sind zu ersetzen.
Die Idee ist gut - muss noch verfeinert werden, hat aber Zukunft.


 
Während es die letzten Wochen zur Vulkan-Aktivität unter El Hierro wenig zu berichten gab, wurde westlich von Lanzarote heute ein Beben registriert. Um 2.24 Uhr erfolgte hier ein ML2,7 Erdstoß in 40 km Tiefe (IGN Grafik). Es ist der Bereich in dem ein unterirdischer Magmakanal Richtung afrikanischer Küste vermutet wird. Es war wieder eines der Beben, die schon seit Jahrzehnten unregelmäßig aber immer wieder, in großer Tiefe registriert werden. Auch hier pulsiert die Magma.
Außer seismografischen Messungen gibt es kaum andere Möglichkeiten diese Vorgänge etwas näher zu Erforschen und die Entwicklung genauer zu verstehen. Der Meeresboden liegt hier bei über 3000 m Tiefe. Selbst eine Eruption würde an der Wasseroberfläche nicht bemerkt werden. 

Montag, 28. Oktober 2013

Vulkan - Lavabrocken und Diamanten

NEWS:
Dienstag, den 29.10.2013 - 07.51 Uhr
Gestern um 18.37 Uhr ein ML2,5 Beben aus 13 km Tiefe und heute Morgen um 04.09 Uhr ein ML2,2 Erdstoß aus 11 km Tiefe - beide unter dem Inselmassiv.


Ein eingeschlossener Diamant in einem Lavabrocken (Foto:Wikipedia) kann selbst im Rohzustand Begierden wecken. Ein seltenes und teueres Mineral für Industriezwecke und ... um den Hals der Liebsten zu schmücken. Größere Diamanten wie hier dieser aus einer südafrikanischen Mine, kommen aus unserer Erde. Kleinere Diamantensplitter oder besser Diamantenstaub, können aber auch mit Meteoriten oder Kometen auf die Erdoberfläche gebracht werden.
 

Doch wie entsteht überhaupt ein Diamant?

 
Diamanten bilden sich nur im Erdmantel in 150 bis 650 km Tiefe bei hohem Druck und Temperaturen von über 1200 °C. Das Diamant-Muttergestein im Erdmantel sind Peridotit und Eklogit.
Das Peridotit ist ein von Magnesium- und Eisensilikaten geprägtes Mineral mit Olivin als dominierendem Mineral.
Das Eklogit besteht aus Silikat und rotem Granat und ist das dichteste aller bisher bekannten Silikatgesteine.
Das genaue Zusammenwirken aller genannten Komponenten, kann dann den uns bekannten Diamanten produzieren.
Bei einer Vulkaneruption wird mit der Magma auch der Diamant ans Tageslicht befördert. Die Transportdauer aus großer Tiefe darf dabei nur wenige Stunden betragen, da sonst eine Umwandlung in Graphit erfolgt.
Nur wenn alle Voraussetzungen so auch eintreffen, können wir aus dem Vulkanschlot auch einen Diamanten heraus fischen. Dies passiert aber sehr selten und ist daher so teuer. 
Meist werden sie im offenen Bergbau gefördert.
 
500 Fundorte wurden bisher bekannt. Auch in Deutschland im Nördlinger Ries und bei Forchheim an der Taalsperre Saidenbach. Auf den Kanaren wurden bisher noch keine Diamanten- Funde bekannt.
 
Nun hat der englische Wissenschaftler Jamie Wilkinson vom Imperial College London vier wichtige Mechanismen herausgefiltert, wann und wo größere Mengen an Metall und Schwefel - aber auch Gold, Kupfer und andere Mineralien entstehen und gefunden werden können. 
 
  • Nach seiner in der Fachzeitschrift Nature Geoscience veröffentlichten These wird beim Eindringen von frischer Magma in eine alte Magmakammer die vorhanden Altmagma damit vermischt. Durch die Zirkulation und das Aufschmelzen der Kammerwände soll sich die Magma immer stärker mit Metall anreichern und Absondern.

  • Der Schwefelanteil im geschmolzenen Gestein der Magmakammer erhöht sich durch die neu nachströmende Magma. Flüchtige Bestandteile wie Wasser, Kohlendioxid und Schwefeldioxid entweichen aus dem frischen Magma und lösen in der Kammer vorhandene Schwefelablagerungen auf. Der konzentrierte Schwefel kann sich nun besser an Metall binden. Es kommt zu Metallablagerungen.

  • Die dritte These beschäftigt sich mit Kupfer und Gold. Mit dem Entstehen von Magnetiten wird der Sauerstoffanteil im Magma verringert. Notwendig ist dafür ein Umgebungsgestein, das reich an Kohle oder nicht-oxidiertem Eisen ist. Durch den geringen Sauerstoffgehalt geht Schwefel eine Verbindung mit Kupfer oder Gold ein. Bei Vorliegen dieser Voraussetzungen könnten sich dann ergiebige Erzlagerstätten bilden.

  • Die vierte Mechanismus beschreibt den Magmaaufstieg. Durch das schnelle Aufsteigen im engen Magmakanal kühlt die Magma schnell ab. Der enorme Tiefendruck, lässt rasch nach. Die Magma dehnt sich aus, und es kommt zu hochkonzentrierten Ablagerungen von Schwefel-Metall-Verbindungen im Vulkanschlot und dem umgebenden Gestein.

Nach seiner These - so Jamie Wilkinson könnte ein Computermodell entworfen werden, das das Auffinden von lohnenden Erzlagerstätten vereinfacht.

Dazu - und das ist meine Meinung, müsste zuerst genau festgestellt werden, welche Mineralien in den Tiefen überhaupt ruhen. Eine Art "Geologischer Mineralienkatalog" nicht nur von der obersten Erdkruste, sondern vom Bereich um die Magmakammern - und die liegen bei 10 bis 25 km und mehr Kilometer in der Tiefe.

Die bislang tiefste Bohrung ins Innere der Erde, zwischen 1970 und 1994 auf der russischen Halbinsel Kola, diese so genannte Kola-Bohrung erreichte eine Tiefe von gerade einmal 12.262 Metern. Hier gibt es also noch etwas zu tun.

Auf El Hierro gab es gestern 7 Erdstöße. Heute bislang ein Beben von ML1,4 aus 11 km Tiefe. Das Zentrum bleibt wie gehabt um den Tanganasoga (siehe IGN Karte).

 

Mittwoch, 4. September 2013

Blackout auf der Nachbarinsel La Palma

NEWS:

Während es unter der Insel El Hierro in den letzten 24 Stunden nur 4 kleine Erdstöße bis ML1,6 aus 10 bis 14 km Tiefe im Golfo gab, ging auf der Nachbarinsel La Palma das Licht aus.

Nicht weiter schlimm, da der Stromausfall am Tage erfolgte. Für über 4 Stunden war gestern ab 15.15 Uhr komplett der Strom weg. Bereits in der Nacht von Montag auf Dienstag war für eine Stunde die Versorgung unterbrochen. Im Endesa Kraftwerk in Santa Cruz hatte sich ein schwerwiegender Defekt ereignet, wie das Cabildo mitteilte. Das Foto zeigt das Kraftwerk mit seiner stinkenden Rauchsäule. 90 % der auf La Palma erzeugten Energie wird leider noch durch die Verbrennung von Schweröl erzeugt. Auch in den Boomjahren hatte man kein Geld um in saubere Energieerzeugung zu investieren. Die wenigen vorhandenen Windkrafträder konnten den Ausfall auch nicht überbrücken. Sie wurden wie am Flugplatz gestern sogar abgeschaltet, um wahrscheinlich eine Überspannung im Netz zu vermeiden.
Schwefeldioxid und andere umweltschädliche Gase werden so Tag für Tag in das Naturreservat La Palma geblasen. Alles mitten in einem stark besiedelten Wohngebiet bei der Hauptstadt Santa Cruz de La Palma und der Neubausiedlung La Grama von Brena Alta.

Für Gäste die mit einem Kreuzfahrtschiff auf der Insel ankommen, ist dies der erste Anblick. Nur wenige Meter vom Hafen entfernt qualmt und stinkt dieses Denkmal des Fortschritt und Wohlstand seit Jahrzehnten vor sich hin.
Oft geht der Zeigefinger der Gäste sofort nach dem Landgang fragend in Richtung Rauchsäule. Als Tourismus erfahrener Mensch versucht man natürlich das Werk herunter zu spielen und das Interesse schnellstens auf die beeindruckende Naturkulisse links und rechts daneben zu lenken.

Auf El Hierro hat man das schlauer gemacht. Durch den Bau des Windwasserkraftwerk "Gorona" bleibt die Insel in Zukunft weitgehend vom Ausstoß dieser Gase verschont.
Jährlich soll die Kohlendioxid-Emissionen um 18.700 Tonnen, der Schwefeldioxid-Emissionen um 100 Tonnen und der Stickoxid-Emissionen um 400 Tonnen vermindert werden.
Auch wenn das die gewünschten Optimalwerte sind die wahrscheinlich nicht ganz erreicht werden, bedeutet das doch eine immense Verringerung der umweltschädlichen Emission.

Bis es aber soweit ist, müssen nun noch administrative Hürden genommen werden. Das Kraftwerk ist weitgehendst fertiggestellt und könnte eigentlich in den Probebetrieb gehen.
Doch die Politik spielt noch nicht mit. Es ist derzeit noch ungewiss, in welches Tarifsystem der erzeugte Strom im Netz eingestuft werden soll.
Hier geht es wieder einmal um viel Geld. Auch möchte ein neues Gesetz die Trägerschaft neu regeln. Nach einem vorliegenden Gesetzesentwurf zur Sicherung und Versorgung der Energiesysteme, sollen die Besitzverhältnisse neu geregelt werden.

Bisher ist die Insel El Hierro, die private Endesa und das Iter Institut von Teneriffa Eigner der Anlage.

Auch dieses Problem wird sich lösen lassen. Bleibt nur zu hoffen, dass dies schnell erfolgt und im Interesse der Umwelt und Natur nicht noch Monate oder Jahre ungenutzt verstreichen.

Freitag, 24. Mai 2013

Vulkan - Eruption aus dem All beobachtet

NEWS: 10.48 Uhr - Neuer Erdstoß von ML2,1 aus 20 km Tiefe um 7.06 Uhr (UTC) vor Westküste.


Vulkanausbrüche sind weithin sichtbar und können in ihrem Umfang besonders eindrucksvoll aus dem Weltall beobachtet werden. Das wissen wir spätestens seit den Satellitenaufnahmen der Eldiscreto Meeresverfärbung. Nun sorgt der am 13. Mai 2013 ausgebrochene Parlof-Vulkan in Alaska für spektakuläre Bilder aus dem All. Diese Aufnahmen wurden am 18.5.2013 - 5 Tage nach der Eruption - von der NASA aus der internationalen Raumstation ISS geschossen. Die Aschewolke stieg dabei über 6000 Meter in die Höhe. Sie verteilt sich durch die Windströmung als dunkles Band über mehr als tausend Kilometer (zum Vergrößern einfach Bilder anklicken).
Es sind nicht nur kleine Lavapartikel sondern auch Gase wie das bekannte Schwefeldioxid oder freie Chlorradikale. Jeder Vulkan hat seine eigene Charakteristik auch in der Zusammensetzung seiner Aschewolke.
Was diese Auswürfe bei einer entsprechenden Konzentration alles anrichten können, wissen wir seit dem Ausbruch des Eyjafjallajökull auf Island. Er legte fast den ganzen europäischen Flugverkehr über Tage lahm.

 
Auf El Hierro gab es heute Morgen um 0.37 Uhr nur ein ML1,6 Beben aus 22 km Tiefe. Es lag wieder vor dem Westzipfel der Insel. Weitere Erdstöße unter dem Inselmassiv wurden nicht registriert.

Samstag, 18. August 2012

El Hierro Vulkan - Teneriffa Beben von ML3,8

NEWS:
14.55 Uhr - wenn nicht wieder technische Störungen vorliegen, dann hat gegen 12.00 Uhr der Tremor eingesetzt. Auch als Zitterbewegung auf EGOM (La Gomera) zu beobachten.
- kräftiger Druckabbau in den letzten Stunden (Tag) die Daten sind nie aktuell - die Verformung der Insel ging um 1 bis 2 cm zurück.


Der erste Blick heute Morgen auf den Seismographen ließ Größeres vermuten. Ein Beben von ML3,8 um 1.50 Uhr. Nicht auf El Hierro sondern vor der Küste von Teneriffa im Norden. Bei El Sauzal (Bild links) in 27 km Tiefe. Gefolgt von zwei weiteren Erdstößen mit ML2,8 und ML2,6. Diese Gebiet war in der Vergangenheit schon immer wieder Ausgangspunkt von Beben. Es zeigt sich, daß alle Kanarischen Inseln auf einem "Pulverfass" sitzen und vor allem die Westinseln jederzeit mit vulkanischen Aktivitäten rechnen müssen. Auf El Hierro ging es gestern etwas gemächlicher zu. 24 Erdstöße im Bereich bis ML2,0 in 10 km Tiefe. Schwerpunkt weiter der Golfo um Sabinosa. Vereinzelt aber nun auch Beben im Süden (siehe Grafik unten) in altbekannter Tiefe von 20 km. Die Golfobeben und damit der Magmastrom scheint sich langsam unter der Bergkette Richtung Süden zu bewegen.

Links haben wir das IGN Tiefenprofil der Beben. Das südwestliche Magmafeld (rote Punkte) liegt in 20 km Tiefe. Während das Golfo- Magma (blaue u. gelbe Punkte) in 10 km Tiefe liegt. Sollte sich der Vorschub nach Süden fortsetzen könnten sich beide Magmafelder vertikal treffen und vielleicht vereinigen. Das würden wir dann durch vermehrte Erdstöße in einem Tiefenbereich um die 15 km messen und feststellen können.

Gestern wurde in einem Kommentar (Danke) auf die zwei unterschiedlichen vulkanischen Schwefelgase hingewiesen.
Wir haben das Schwefeldioxid und den Schwefelwasserstoff. Nach Prof. Wikipedia handelt es sich um folgendes:

Schwefeldioxid, SO2, ist das Anhydrid der Schwefligen Säure H2SO3. Schwefeldioxid ist ein farbloses, schleimhautreizendes, stechend riechendes und sauer schmeckendes, giftiges Gas. Es ist sehr gut (physikalisch) wasserlöslich und bildet mit Wasser in sehr geringem Maße Schweflige Säure. Es entsteht vor allem bei der Verbrennung von schwefelhaltigen fossilen Brennstoffen wie Kohle oder Erdölprodukten, die bis zu 4 Prozent Schwefel enthalten. Dadurch trägt es in erheblichem Maß zur Luftverschmutzung bei, es ist der Grund für sauren Regen.

Schwefelwasserstoff  ist ein übel riechendes, stark giftiges Gas. Es ist eine Verbindung aus Schwefel und Wasserstoff mit der chemischen Formel H2S. Schwefelwasserstoff verursacht schon in extrem geringen Konzentrationen den typischen Geruch von faulen Eiern, der bei der Zersetzung von Proteinen aus schwefelhaltigen Aminosäuren durch Fäulnis- und Schwefelbakterien entsteht.
Schwefelwasserstoff ist brennbar und farblos.

Freitag, 17. August 2012

El Hierro Vulkan - wohin führt der Weg ?

NEWS:
10.57 Uhr - 3 neue Beben 6.54 Uhr ML2,1 - 7.45 Uhr ML1,6 und 8.39 Uhr ML1,9 in 10 bis 13 km Tiefe.
16.03 Uhr - weiteres Beben um 13.05 Uhr von ML1,8 in 9 km Tiefe vor Golfoküste
Die Lage ist unverändert. Auch heute Morgen bereits wieder 6 kleine Erdstöße bis ML1,6. Der Ausgangspunkt liegt in 9 bis 13 km Tiefe und ist im Moment konstant. Das Zentrum wie gehabt - rund 1 bis 2 km nördlich von Sabinosa. Auf der vergrößerten AVCAN/Google Karte haben wir links Sabinosa und rechts Los Llanillos. Die meisten Erdstöße liegen direkt vor der Küste und ziehen sich landeinwärts wie eine Perlenschnur zum Tanganasoga (unten rechts). Dieser neue Bebenschwall, es dürfte bereits der Vierte oder Fünfte seit Beginn der Aktivitäten sein, erfolgt nun wieder im Golfo in Nähe der vermuteten Magmahauptkammer. Beben im Golfo sind wir ja bereits gewohnt, nur die relativ geringe Tiefe von 10 km hatten wir in der Vergangenheit noch nicht. Einzelbeben wohl schon, aber nicht als Schwall.
Die IGN Grafik meldet für gestern 46 Erdstöße. Fast alle Beb(chen) unter ML2,0 (grüner Balken) und damit für die meisten Anwohner nicht spürbar.


Bei den Gasmessungen mit zwei mobilen Sensoren sind nach AVCAN Angaben seit einigen Tagen Veränderungen in der Schwefeldioxid (SO²) Emission spürbar. Nicht im Golfo sondern in La Restinga im Süden. Es wird ein stetiger Anstieg der SO² Konzentration festgestellt. Also wenn es nach "faulen Eiern" riecht, dann im Süden.
Mit dieser veränderten Grafik links lässt sich vielleicht in etwa der momentane Vorgang erklären. Die orange Magmablase hat einen Durchmesser von mehreren Kilometer und liegt in ca.10 km Tiefe. Am linken Rand liegt Sabinosa. Durch horizontales Aufschmelzungen nach links versucht die Blase ihr Volumen zu vergrößern um den vorhandenen Druck abzubauen. Dabei entstehen leichte Beben. Je höher nun dieses Magma wandert, desto mehr Gas wird freigesetzt. Der Druck lässt nach und das Gas kann sich aus der flüssigen Masse lösen. Das Gas steigt durch Spalten und Ritze auf und ist an der Erdoberfläche messbar. Aus diesem Grunde sind steil ansteigende Gaswerte, ein Indikator für eine bevorstehende Eruption. Davon sind wir aber im Augenblick noch weit entfernt.