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Montag, 4. Februar 2013

El Hierro Vulkan - die La Palma Theorie

NEWS:
12.58 Uhr - Es bleibt ruhig. Bisher keine weiteren Erdstöße.

Heute möchte ich mich weiter mit der Entstehung der Kanarischen Inseln und mit einer Theorie zu La Palma befassen, die um die Jahrtausendwende international für Schlagzeilen gesorgt hat. Noch heute sprechen mich häufig Gäste an: "Was ist denn mit dem Abrutschen der Insel La Palma".
Eine Sache die mich persönlich über Jahre schon beschäftigt. Schließlich lebe ich auf dieser Insel und möchte auch gerne wissen, was mir in Zukunft vielleicht noch blüht.
Es ist ein "heißes Thema" und ich werde es nach bestem Wissen einmal behutsam angehen.

5. La Palma - Die Tsunami-Theorie

Wie die Überschrift schon sagt, handelt es sich um eine Theorie des englischen Vulkanologen Dr. Simon Day vom Benfield Hazard Research Centre und Dr. Steven Ward von der Universität Kalifornien. Mit der Veröffentlichung ihrer Forschungsergebnisse zu einem möglichen Abrutschen des Westteil von La Palma haben die Wissenschaftler 1998 ein breites Presseecho erhalten, das auch in einer Dokumentation der BBC verfilmt wurde. Wie an vielen Theorien ist auch hier etwas dran, das allerdings im Folgeszenario fast einen halben Weltuntergang prognostizierte.

Um den Hindergrund und die Motivation von Dr Simon Day etwas besser zu verstehen muß man wissen, daß das Benfield Hazard Research Centre, ein Institut für Risikoforschung ist und sich mit den Folgewirkungen von Naturkatastrophen beschäftigt. Auftraggeber und Finanziers sind meist große amerikanische Versicherungs- Gesellschaften die mit den Forschungsergebnissen ihre zukünftigen Risiken besser einschätzen wollen.

Direktor des Benfield Hazard Research Centre ist übrigens der Geologe und Vulkanologe Prof. Bill McGuire, der aus vielen Wissenschaftsendungen bekannt ist. Er ist auch Autor von mehreren Fachbüchern die sich nicht nur mit Vulkanen sondern auch mit der Klimaerwärmung oder Meteoriteneinschläge und den daraus entstehenden Folgewirkungen beschäftigt.

Es sind alles anerkannte Wissenschaftler die nach neuesten wissenschaftlichen Methoden arbeiten und gemäß ihrer Aufgabenstellung auch nicht gern gehörte, aber mögliche "Horror" Theorien entwerfen. Soviel zur Ehrenrettung.

Was die Presse dann daraus macht ist ein anderes Kapitel.

Wie entstand das Szenario?


Das 1994 gestartete Forschungsprojekt von Dr. Simon Day sollte mögliche Tsunami- Risiken für die USA heraus finden. Ein Tsunami kann durch großflächige Verwerfungen am Meeresgrund (siehe Indischer Ozean), durch einen Kometeneinschlag oder auch durch das Abrutschen von großen Landmassen ins Meer entstehen.
Was lag also näher sich die in Reichweite liegenden Inseln einmal genauer anzuschauen. Auch wenn die Kanarischen Inseln einige Tausend Kilometer vom amerikanischen Kontinent entfernt liegen, hindert keine dazwischen liegende Landmasse einen evtl. Tsunami in den USA seine Gewalt zu entfalten.
Die Insel La Palma kam ins Visier.
Aufgrund ihrer hohen Berge (Roque de los Muchachos 2424 m) und vieler weiteren über 2000 Meter hohen Gebirge und der kleinen aus dem Meer heraus ragenden Grundfläche von nur 708 km², gilt sie als steilste Insel der Welt.

Wenn nicht hier wo dann, könnte in Zukunft ein gigantischer Bergrutsch erfolgen.

Dr. Simon Day entdeckte am Westhang eine Spalte von über einem Kilometer Länge, die 1949 beim Ausbruch des Vulkan San Juan entstanden war. Sie hat eine Breite von 2 bis 4 Meter und soll bis zum Meeresgrund reichen.
Durch eingedrungenes Wasser könnte sich bei einem der nächsten Vulkanausbrüche eine explosive Eruption entwickeln und den gesamten Westteil der Insel absprengen. Die in das Meer abrutschenden Gesteinsmassen von mehreren Kubikkilometern Größe würden einen "Mega Tsunami" auslösen, der 6 Stunden später die Küste der USA mit einer Wellenhöhe von 20 bis 50 Meter erreichen wird. So seine Theorie.

Was es tatsächlich mit dieser Theorie auf sich hat und welche optischen und geologischen Veränderungen vor Ort heute erkennbar sind, in den nächsten Tagen dazu mehr.

Freitag, 27. Dezember 2013

Was bleibt vom jüngsten Bebenschwall zurück ?

NEWS:
Um 17.46 Uhr ein starkes ML5,1 Beben aus 15 km Tiefe. Selbst auf La Palma spürbar. Näheres folgt.

Der jüngste Bebenschwall (IGN Aufzeichnung) scheint langsam sein Ende zu finden. Mit 110 Beben am 23. Dezember 2013 ist die Intensität bis heute fast wieder auf ein Normalniveau von bisher 4 Beben zurück gegangen. Es ist nun der 4. Aktivitätsschub seit der Eldiscreto Eruption im Oktober 2011. Es wird auch in naher Zukunft zu einem weiteren Anstürmen  und Vordringen von Magma kommen. So lange bis eine Lücke zur Erdoberfläche gefunden ist.
Es ist keine Erscheinung die sich über kurz oder lang in Luft auflöst, auch wenn das manche Stellen versuchen zu suggerieren.
Alle Inselteile waren bisher betroffen. Nur der Nordteil von El Hierro fehlt noch. Um so verwunderlicher, da er dem 1971 ausgebrochenen Teneguia in La Palma`s Süden doch am Nächsten liegt (ca. 65 km). Die ganze Vulkanaktivität darf nicht isoliert für El Hierro allein betrachtet werden. Es bestehen doch enge Zusammenhänge mit der Nachbarinsel. Gespeist werden sie alle aus einem Magmatopf. Es wird vermutet, dass diese Magmakammer und der Hotspot sich zwischen La Palma und El Hierro befindet.
Was ist geblieben?  Die Bodenverformung ist weiter angewachsen. Hier am Messpunkt HI09 bei La Restinga in den letzten Tagen um fast 80 mm in die Höhe. Mit abnehmender Bebenaktivität wird die Blase auch etwas zurück gehen, in ihrer Substanz und dem aufgebauten Innendruck aber weitgehenst erhalten bleiben. Diese GPS Tabelle der IGN spiegelt allerdings nur die vergangenen 3 Monate (Oktober - Dezember 2013) wieder.
Vergessen werden darf jedoch nicht, die bereits vorhanden Bodenverformung aus früheren Aktivitäten. Nach den GPS Daten der japanischen Sagiya Universität ist am Messpunkt HI09 seit 2012 die Verformung von -8 cm auf +5 cm = 13 cm angewachsen. Die neuen Werte sind in dieser Grafik noch nicht berücksichtigt. Somit kommen wir in La Restinga auf einen Gesamtanstieg seit 2012 von rund 21 cm über Normal.
Die Uni Sagiya unterhält bereits seit vielen Jahren ein Netz von GPS Stationen auf mehreren kanarischen Inseln.
Dieser Verformungsdruck wird sich auch bald optisch durch Rissbildung auf der Inseloberfläche zeigen.
Alle reden heute über die BBC Dokumentation vom Mega Tsunami der gestern Abend im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurde. Auslöser soll ein Flankenrutsch auf La Palma sein, der die Küsten Europas und der USA zerstören wird.
Mit diesem Thema habe ich mich schon intensiv beschäftigt, vor Ort recherchiert (direkt vor meiner Haustür) und viel geschrieben u.a. in meinem Buch "Geheimnisvolles El Hierro".
Grundsätzlich bleibt festzustellen:
Dr. Simon Day - engl. Geologe - hat 1998 im Auftrag einer amerikanischen Versicherungsgesellschaft eine Risikostudie über mögliche Natur-Gefahren für die Ostküste der USA erstellt. Dabei nahm er auch entfernt liegende Gefahren- Quellen für einen Tsunami ins Auge. Gegenüber von Florida, wenn auch auf der anderen Seite des Globus, liegen die Kanarischen Inseln.

Die damals vulkanaktivste Insel (letzter Ausbruch 1971) mit steilen Bergen und Flanken war die Insel La Palma.
Hier entdeckte er einen mehrere Kilometer langen Riss auf 1700 m Höhe auf der Westseite, der beim Ausbruch des Vulkan San Juan 1949 entstanden war. Er ging dabei davon aus, dass dieser Riss weit in den Inselkern hinein reicht und bei einem neuen Vulkanausbruch Teile der Westseite wegsprengen könnte.
Losgelöst würden nach seiner Berechnung ca. 3 bis 4 Kubikkilometer Gestein, das dann direkt ins Meer abrutschen und einen "Mega Tsunami" auslösen würde.

Hätte Dr. Simon Day heute diese Studie zu fertigen, würde er sich sicher El Hierro als Kandidat aussuchen. Aktive Beben und und eine hohe Eruptionswahrscheinlichkeit und eine märchenhafte, aber gefährliche Kulisse im Golfotal. Eine senkrechte über 1000 m hohe Felsflanke über eine Länge von 8 km mit Blickrichtung nach Amerika. Von hier wurde bereits vor 120.000 Jahren ein Tsunami ausgelöst, der bis in die Karibik reichte.

Was Dr. Simon Day damals als Studie erstellte und was später BBC Filmtechnisch in zwei Dokumentationen daraus machte, war von ihm sicher so nicht beabsichtigt.

Faktum: Der Riss auf La Palma ist vorhanden und eine Vulkaneruption in absehbarer Zeit auch möglich. Das Szenario wird also irgendwann eintreffen.
In den nächsten Tagen dazu aber mehr.
Wer sich die BBC Doku anschauen möchte hier zu finden: VOX - Überleben wir einen Mega Tsunami

Sonntag, 17. Februar 2013

El Hierro - Vulkane der Nachbarinseln

NEWS:
Auf El Hierro bleibt es bis auf ein ein kleines Beben von ML1,3 um den Tanganasoga ruhig.


7. La Palma - Die Tsunami-Theorie Teil III



Der Mittel- und Südteil von La Palma gilt als die aktivste Vulkanzone dieser Erde. Seit 1493 brachen auf diesem 14 Kilometer langen Höhenzug sieben der 120 Vulkane aus. Auf der Karte (Carracedo) sind die Eruptionspunkte und der Lavafluß gut zu erkennen. Allein im letzten Jahrhundert hatten wir hier zwei Ausbrüche. Der San Juan 1949 und der Teneguia 1971 im Süden. Je mehr solcher Ausbrüche, desto höher wird die Insel. Damit werden die Seitenflanken steiler und können nach dem Schwerkraft Prinzip leichter abrutschen.  Vergleichbar vielleicht mit einem Sandhaufen den ich immer weiter anhäufe. Irgendwann rutscht eine Seitenflanke ab. Geschieht das an Land vergrößert sich nur die Basis.  Steht aber mein Sandhaufen im flachen Wasser wird beim Abrutschen Wasser verdrängt und es entsteht eine Welle. Nach diesem Prinzip könnte bei entsprechender Masse auch ein Tsunami entstehen.


Hier oben die Ausschnittvergrößerung des betroffen Inselteil, der Cumbre Vieja. Zwischen den Eruptionspunkten des 1949 ausgebrochenen Vulkan San Juan befindet sich die ca. 4 Kilometer lange Erdspalte (rote Pfeile). Ob sie erst 1949 entstanden ist oder bereits vorhanden war ist ungeklärt. Sie hat eine Versetzung horizontal- und vertikal von 1 bis 4 Meter. Im übrigen gibt es hier noch weitere Felsspalten im etwas tiefer liegenden Steilgelände. Nach der Hypothese von Dr Simon Day soll diese Spalte mindestens 1500 Meter Tiefe haben. Dies ist seine Theorie und nicht zu überprüfen. Durchaus kann sie auch bereits nach 20- 30 Meter Tiefe enden. In diese Spalte soll nach Day nun durch wasserführende Schichten große Mengen Regenwasser eindringen können.
Dies ist durchaus möglich, da wir in dieser Höhe auch eine Quelle am Vulkan San Martin haben.
Steigt bei einem zukünftigen Ausbruch die Magma im Vulkanschlot auf, verdampft die Hitze dieses Wasser unter großem Druck. Diese phreatomagmatische Eruption (Wasserdampfexplosion) könnte die Spalte auseinander drücken und einen gigantischen Inselrutsch auslösen. 

So stellt sich Dr. Simon Day das Abrutschen der Westflanke vor.  Bis zu 500 Milliarden Tonnen Gestein der Westflanke der Cumbre Vieja könnten sich bei einem weiteren Vulkanausbruch lösen, in den Atlantik stürzen und dort so gewaltige Wellen werfen, daß noch 6000 Kilometer entfernt Teile New Yorks von 25 Meter hohen Brechern verheert würden.

Dieser fiktive Vorgang wurde in einem Schweizer Labor am Modell durchgespielt und berechnet. Bei diesem Prozess würde so viel Energie frei gesetzt, wie die gesamten USA in einem Jahr verbrauchen.
Das war diese Tsunami These die 1999 weltweit für Schlagzeilen sorgte.

Natürlich ist es möglich, ja sogar wahrscheinlich, daß mit dem weiteren Anwachsen der Cumbre Vieja ein oder mehrere Hangrutsche ausgelöst werden können. Die Wahrscheinlichkeit daß die heutige Generation dies miterlebt, bleibt aber gering. 

Nach Untersuchungen der Technischen Universität Delft ist es sogar in den nächsten 10.000 Jahren unwahrscheinlich, da die Cumbre erst noch kräftig um 1000 Meter anwachsen muß und heute noch nicht steil genug ist. Für einen kompletten Flankenrutsch wäre die Kraft von bis zu 28 Billionen Newton notwendig. 

Einen gewaltigen Flankenrutsch gab es bereits im Norden von La Palma vor 500.000 Jahren. Teile der Westflanke des ca. 3.000 Meter hohen Taburiente Vulkan rutschten ins Meer und hinterließen die heutige Caldera de Taburiente.
Genauso der Bergrutsch El Julan im Süden von El Hierro vor ca. 150.000 Jahren oder der Einsturz des Golfo-Vulkan vor 120.000 Jahren auf der Westseite.
Es sind also natürliche Vorgänge die es immer schon gab und auch in Zukunft weiter geben wird. Wir reden hier allerdings von geologischen Zeiträumen und nicht wie Day und die Presse von Menschenjahren.

Gehen wir einfach einmal davon aus, daß in Nähe der festgestellten Felsspalte auf der Cumbre Vieja eine phreatomagmatische Eruption mit großer Explosionskraft stattfindet. Wer sagt uns denn, daß gleich die komplette Flanke, der Westteil über 20 km Länge der Insel La Palma in das Meer stürzen muß? 
Das Gesteinsmaterial ist viel zu brüchig um aufgrund eines Ereignisses in seiner Gesamtheit abzurutschen.
Viele Vulkanologen wie auch Dr. Carracedo von der Uni Las Palmas halten höchstens einen Teilabrutsch, der keinen Tsunami auslösen kann,  irgendwann für möglich.

Viel früher und das ist meine Meinung, wird auf El Hierro die senkrechte über 1200 Meter hohe Golfosteilküste sich selbständig machen und abrutschen. Hier brauchen wir keinen explosiven Vulkan. Bereits mehrere ML5,0 bis ML6,0 Beben in unmittelbarer Nähe dürften dafür ausreichen.

Hoffen wir, daß Beides in unserem Menschenleben nicht passiert. Dafür stehen die Chancen gut. 
Daß es aber irgendwann passieren wird, ist so sicher wie das "Amen" in der Kirche.

Donnerstag, 14. Februar 2013

El Hierro Vulkan - Dr. Simon Day und die Fakten

NEWS:

Nachdem die Ruhe unter El Hierro andauert, will ich die Zeit nutzen in Fortsetzung der  La Palma Tsunami-Theorie heute die vorhandenen und sichbaren vulkanologischen Gegebenheiten näher zu erläutern.

6. La Palma - Die Tsunami-Theorie Teil II




Wie sehen nun die Vorort Fakten aus. Das Bild (Quelle:Liviatour) oben zeigt den Bergrücken, die Cumbre Vieja (alte Gipfel). Schon die Namensgebung Vieja (= alt) stimmt nicht. Tatsächlich handelt es sich um den jüngsten - den südlichen Teil von La Palma. Alle nördlichen Bergrücken sind wesentlich früher entstanden.

Etwa oberhalb der Wolkengrenze brach 1949 der Vulkan San Juan aus. Am 1. Juli 1949, dem San Juan Tag,  gegen 18.00 Uhr bebte die Insel so stark, daß auch Häuser beschädigt wurden. Die Beben erreichten in den Folgetagen die Stärke bis ML7,0. Das Ausgangszentrum lag in nur 1,5 km Tiefe.
In der Reihe taten sich drei Eruptionspunkte (Karte Carracedo links) auf. Der Hoyo del Banco, Hoyo Negro und der Duraznero. Die Gesamteruptionsdauer betrug etwa 3 Monate.Es war eine so genannte Spalteneruption die wahrscheinlich eine direkte Verbindung untereinander hatten.
Die gestrichelte Linie zeigt die Spalte und die Verwerfung von 1 bis 4 Meter die bei der Theorie von Dr. Day und Ward später eine große Rolle spielen wird.

Hier noch einmal die Google Seitenansicht aus Westen. Oben die drei Eruptionspunkte und der Hauptlavastrom (gelbe Pfeile) zur Küste. Auf dieser Ansicht ist etwas verfälscht die Steillage von 0 Meter bis zum Duraznero (knapp 1900 m) zu erkennen. In Wirklichkeit ist der Steigungswinkel nicht so drastisch. Das Hypozentrum mit der Magmablase lag nicht sehr tief, wahrscheinlich am unteren Bildbereich im Bergmassiv.










Der Hauptlavastrom des nördlichsten Vulkan Hoyo del Banco, hier in ca. 1500 Meter aufgenommen, spuckte die Hauptmenge der Lava aus. Das Lavafeld erstreckt sich bis zum Meer und erweiterte die Insel nach Westen um einige Kilometer.
Der Hoyo Negro (schwarzes Loch) war der gefährlichste und gewaltigste Vulkanschlund. Es war eine phreatomagmatische Explosion deren Knall bis nach Teneriffa ( Entfernung 100 km) zu hören war. Eindringendes Wasser war nach Vermutung der Vulkanologen der Auslöser. Wasser verwandelt sich bei direkter Berührung mit glühender Lava augenblicklich zu Wasserdampf und vergrößert sein Volumen um mehr als das 700 fache. Das war auch die Befürchtung auf El Hierro bei einem weiter anwachsenden Eldiscreto.
Der Hoyo Negro hatte kaum einen Lavaausfluß. Es dürfte sich nur um eine kurze aber heftige Reaktion gehandelt haben.

Und als dritter Eruptionspunkt der Duraznero. Nur er erzeugte einen feinen Lavastrom Richtung Osten, der auf halber Gefällstrecke vor dem Ort Mazo zum Stillstand kam. Der Hauptteil der Auswurfmasse sammelte sich am Fuße des Kegel (Foto) zum Lavasee El Fraile.

Diese drei fast gleichzeitig entstandenen Vulkanöffnungen und die bei dem Ausbruch entstandene Spalte von knapp 4 Kilometer Länge bildet die Basis für die Tsunami Theorie. Dr. Simon Day geht von einer tiefreichenden Störung, einer Spalte die sich von der Gipfeloberfläche bis auf Meerehöhe und noch tiefer erstreckt, aus.
Dazu aber in den nächsten Tagen die Fortsetzung.

Donnerstag, 3. April 2014

Sahara Sandsturm über Deutschland ?

NEWS:
Ein erneutes Beben der Stärke ML7,6 hat sich in der vergangenen Nacht rund 40 km vor der Küste von Chile ereignet. Wie die amerikanische USGS (Grafik) mitteilte, lag das Zentrum in 19 km Tiefe. Es wurde wieder für den gesamten Küstenstreifen eine Tsunami Warnung heraus gegeben. Heute waren die Tsunami Wellen nicht ganz so hoch wie am Vortag. Rund 1 m sollen sie betragen haben. Die Warnung wurde inzwischen aufgehoben. Dieses Beben wurde auch von allen Seismografen auf den Kanarischen Inseln registriert und wie unten auf La Palma aufgezeichnet. Auch gestern (ich bin inzwischen überzeugt) waren es die Fernwirkungen aus Chile. Durch die unterschiedliche Justierung der einzelnen Seismografen auf den Inseln kam es zunächst nicht so eindeutig zum Ausdruck..

Saharastaub bedeckt das Land - Wolke über Deutschland: Wie gefährlich ist der Wüstensand?
- Artikel im Focus von heute.

Den Calima (Bruma) wie er hier genannt wird - heftige Sandstürme aus der 100 bis 400 km entfernten Sahara - hüllt die Kanaren 3 bis 4 mal im Jahr ein. Im Winter durchaus angenehm, da die Temperatur innerhalb weniger Stunden um 10° C nach oben schießt. Im Sommer unerträglich heiß. Ich habe schon Tagestemperaturen von 43,8°C auf La Palma gemessen. Die Luftfeuchtigkeit fällt dabei von normal 60 - 70 % auf nicht mehr messbare Werte um 0,0 %. 

Für den Bananenanbau und die Landwirtschaft eine Katastrophe, da die Pflanzen mehr Wasser Verdunsten als zur gleichen Zeit zugegossen werden kann. Die Sicht ist auf wenige hundert Meter eingeschränkt und Asthmatiker bekommen so ihre Atemprobleme ... und die Brandgefahr wird extrem hoch.
Auf den Satellitenfotos vom Eumetsat bekommen oben die Ostinseln Lanzarote/ Fuerteventura ihre Sanddusche ab. Kommen die Stürme aus der südlichen Sahara werden wir auf den Westinseln beglückt (unten).

Das ist aber alles noch harmlos. Ich hatte in den 1980er Jahren bei einer Sahara Wüsten Durchquerung zwei deftige Sandstürme im Grenzgebiet von Algerien/Mali erlebt.

Drei Tage dauerte der Sandsturm an. Die Fahrzeuge hatten auf der dem Wind zugewandten Seite anschließend keinen Lack mehr und die Autoscheiben waren blind. Wie ein Sandstrahlgebläse fegten die Sandkörner horizontal über den Wüstenboden.
Jedes Korn verursachte Nadelstiche auf der nackten Haut. Das Atmen war nur unter einem Schal - wir hatten uns Tücher um den Mund gebunden - möglich. Nur mit Sandbrillen (wie eine Taucherbrille) war ein Aufenthalt im Freien überhaupt erst möglich.
Ein unheimlich lautes Getöse umgab uns Tag und Nacht. Selbst die Nahrungsaufnahme war nicht einfach. Sand zwischen den Zähnen, Sand im Kaffee oder am Boden des Bierbecher. Die Hosentaschen waren mit Sand gefüllt und im Schlafsack fühlte es sich wie in einem Sandhaufen an.  Gut - es war ein Erlebnis.

Ganz so schlimm wird es in Deutschland sicher nicht ankommen. Es wird noch etwas wärmer und am nächsten Tag wird eine leichte Sand/Staubschicht auf den Fahrzeugen und den Gartenmöbeln vorzufinden sein.

Samstag, 12. Juli 2014

Beben in Japan und Vulkaneruption in Indonesien

Die Erde entwickelt sich weiter



Seit Wochen schon spuckt der indonesische Sangeang Api Asche aus. Auf dem NASA Satellitenbild ist die Rauchsäule des 2000 Meter hohen Zwillingsvulkan zu erkennen. Die seit Ende Mai andauernde Eruption beeinträchtigt den Flugverkehr bis ins nördliche Australien. Nicht nur Vulkanausbrüche sondern auch starke Erdbeben sind der ständige Wegbegleiter der Erdentwicklung.
In der vergangenen Nacht um 5.12 UHR Ortszeit (22.12 Uhr MESZ) erschütterte ein ML6,5 Erdstoß Japan (USGS-Karte). 129 km vor der Küste der japanischen Präfektur Miyagi und nahe am zerstörten Atommeiler Fukushima, gab es aus 11,1 km Tiefe einen starken Erdstoß. Da ein Tsunami wie 2011 befürchtet wurde, erfolgten von den örtlichen Behörden Evakuierungen. Die Tsunami- Welle stellte sich allerdings nur als Miniwelle von 20 cm Höhe heraus. Schäden oder Verletzte soll es nach ersten Berichten nicht gegeben haben. Im März 2011 gab es wie wir wissen nach einem ML9,0 Beben fast 19.000 Tote und ein zerstörtes Atomkraftwerk.

Noch heute - nach über drei Jahren hat man die radioaktiven Folgen der Explosion im Kernkraftwerk Fukushima nicht unter Kontrolle (Foto: Tepco). Weite Gebiete sind verstrahlt und werden weiter verseucht. Nur mit großem menschlichen Einsatz können die Auswirkungen der Kernschmelze einigermaßen unter Kontrolle gehalten werden. Diese Technik wird vom Menschen (noch) nicht beherrscht.


Ein Land wie Japan, das bereits im 2. Weltkrieg schmerzhafte Erfahrungen mit der Atombombe gesammelt hat, scheint nicht dazu gelernt zu haben. Statt auf andere Energieträger, wurde auf den Einsatz von Kernreaktoren gesetzt. Zudem liegen die Inseln am Pazifischen Feuerring - einem besonders Erdbeben gefährdeten Gebiet. Es gab dort immer schon starke Beben und die wird es auch in Zukunft weiter geben. Von den anderen Naturkatastrophen wie Taifune erst gar nicht zu reden.

Ist es Dummheit, Ignoranz oder sind es wirtschaftliche Interessen die den japanischen Geist Einnebeln. Ein fortschrittlich reiches Land mit entsprechender Intelligenz sollte diese Gefahr rechtzeitig erkennen. Oder nimmt man den Tod von tausenden Mitmenschen einfach in Kauf. Das sind dann, um den militärischen Ausdruck zu nehmen - wohl Kollateralschäden.

Auf den Kanaren gibt es zum Glück keine Atomkraftwerke. Auch liegen wir nicht am Feuerring oder Kontinental Plattenrand. Das in den letzten Jahren stärkste Beben brachte es auf ML5,1 (am 27.12.2013 auf El Hierro) Auch nach den alten Aufzeichnungen der vergangenen Hundert Jahren hat ein vulkanisches Beben auf den Kanaren niemals die Schwelle von ML6,0 überschritten. Trotzdem gab es auch gestern zwei schwache Beben von ML0,9 und ML1,7 aus 10 und 14 km Tiefe (siehe IGN Karte).

Donnerstag, 17. September 2015

Seismografen auf El Hierro schlagen aus

Seismografen registrieren Erdbeben von Chile


Um 23.07 Uhr schlagen die Seismografen auf El Hierro Alarm. Ein schweres Seebeben jenseits des Atlantik, vor der Küste von Chile, schickt seine Bebenwellen auch über die Kanaren.
Ein ML8,3 Erdbeben 55 km vor der Küste von Chile aus 11 km Tiefe, lässt weltweit die Seismografen ausschlagen. Dank der installierten Tsunami Frühwarnung werden über 1 Million Menschen an der Küste aufgefordert, sofort ihre Häuser zu verlassen und höhere Regionen im Umland aufzusuchen.
Wenige Stunden nach dem Beben hat eine 4,75 Meter hohe Wasserwand die Innenstadt des Küstenort Coquimbo überflutet. Nach ersten Meldungen fanden 5 Menschen den Tod. Viele Bewohner wurden verletzt. Zahlreiche Gebäude seien eingestürzt oder von der Flutwelle mitgerissen worden.

Zahlreiche Nachbeben bis zur Stärke ML6,2 ereigneten sich bis heute Morgen gegen 5.00 Uhr Kanarenzeit (Grafiken: IGN). Ganze 13 Minuten dauerte der Weg der Bebenwelle von Südamerika über den Atlantik. Zum Glück ereignete sich das kräftige Beben nicht in den Nachtstunden, sondern am Abend gegen 19.54 Uhr Chile-Zeit. So konnte die Tsunami Warnung von allen Küsten-Bewohnern empfangen und entsprechende Maßnahmen ergriffen werden. Erste Bilder der Verwüstung auf dem TV-Chile.

Chile liegt in einer Erdbeben gefährdeten Zone. Die Bewohner sind Erdstöße gewohnt. Im Jahre 2010 kamen bei einem ML8,8 Beben allein über 500 Menschen ums Leben.

Samstag, 11. April 2015

Delfine – Erdbeben Vorwarnung ?

Gestrandete Delfine versetzen Japan in Angst


Über 150 Breitschnabel- Delfine wurden in der vergangenen Nacht an die japanische Ostküste gespült. Nur drei Delfine konnten gerettet werden (Foto: jap.coast guard).
Das war die traurige Bilanz heute am Samstag.

Normalerweise bewegen sich Breitschnabeldelfine im tiefen Ozean. Wieso sie nun massenweise an den Strand angespült wurden, ist noch unklar.
Der Vorfall ereignete sich an einem Küstenabschnitt etwa 100 Kilometer nordöstlich von Tokio.
Noch gut in Erinnerung ist den Japanern ein ähnlicher Vorfall im Jahre 2011. Nur wenige Tage später kam es zur Tsunami-Katastrophe. Damals waren es 50 Delfine die qualvoll am Strand starben.
In Internet Kommentaren und auf Twitter häufen sich heute die Warnungen vor einem starken Erdbeben und einem Tsunami. Der morgige Sonntag wird als Epi-Tag genannt.

Sind Delfine Vorboten einer nahenden Katastrophe?

 

Wissenschaftlich konnte der Zusammenhang vom plötzlichen Delfin Massensterben und einem Erdbeben bisher noch nicht bewiesen werden. Bekannt ist aber, dass Tiere einen 7.Sinn für ein drohendes Unheil haben.

Schon in der Antike galt “Die Ratten verlassen das sinkende Schiff”. Jüngere Untersuchungen an Ziegen und Ameisen ergaben, dass eine innere Unruhe und ein auffälliges Verhalten sich vor einem schweren Beben einstellt. Langzeit-Studien sind im Augenblick noch im Gange, konnten aber bis jetzt diese ungewöhnlichen Verhaltensmuster noch nicht aufklären.

Von den Beben auf El Hierro von 2011 bis zum Jahre 2013 (bis ML5,1) wissen wir auch, dass auf der Insel keine Auffälligkeiten zu beobachten waren. Es wurde wohl von bellenden Hunden und aufgeregten Katzen berichtet – wie die Kommentare damals ergaben. 
Das ist aber aus den unterschiedlichsten Gründen auf den Kanaren normal. Wenn ich danach gehen würde, müsste nach dem Hunde-Gekläffe heute bei unserer Wanderung, in den nächsten Tagen hier ein ML 7,0 Beben los brechen.

Bei Delfinen mag dies vielleicht anders sein. Delphine können über große Entfernungen Geräusche wahrnehmen, sicher auch magnetische Veränderungen in der Erdkruste spüren oder chemische Ausdünstungen in großen Meerestiefen wahrnehmen. Warum Delfine aber flüchten, stranden um dann in großer Zahl zu Sterben, ist schon merkwürdig.

Warten wir einfach einmal ab, ob Delfine Vorboten eines starken Erdbeben sind. In wenigen Tagen werden wir es wissen.

Mittwoch, 2. April 2014

Im Banne der Natur

NEWS:
Keine moderne Kunst zeigt heute Vormittag die Aufzeichnung des Seismografen links auf El Hierro. Es dürften wetterbedingte Störungen durch die heftigen Stürme oder eingedrungenes Regenwasser in die Elektronik sein. Es gab keine nennenswerten Beben. Die Westinseln machen im Moment ihrem Namen als "Inseln des ewigen Frühling" wenig Ehre.
Gestern mussten allein auf La Palma fünf Condor Flieger aus Deutschland ihre Landeversuche wegen extremer Fallwinde abbrechen und Unterschlupf auf östlichen Inseln suchen (siehe La Palma Seite). Auch die Temperatur von 12°C bis 18°C heute animiert nicht gerade zum Baden.

Ein starkes Beben von ML7,8 (erst ML8,2 dann korrigiert) gab es am Dienstag vor der Pazifikküste von Chile. Aus 38,9 km Tiefe kam dieser Erdstoß und löste einen kleinen Tsunami von 2 Meter Wellenhöhe aus. Mindestens 5 Menschen starben. Weitere Nachbeben um ML5,0 folgten.
Chile liegt in einem Erdbeben gefährdeten Gebiet und hatte 1960 den stärksten jemals registrierten Erdstoß von ML9,5. Damals kamen über 5.000 Menschen zu Tode.

Dienstag, 7. Januar 2014

Hoher Wellengang - nervöse Seismografen

NEWS:

Aus dem Norden kommt heute starker Seegang mit hohen Wellen auf die Kanaren zu. Was hier auf der Karte wie ein Tsunami (gelb/rot) aussieht, ist die Ausbreitung- und Strömungsrichtung nach Südosten. Ganz so stark wie prognostiziert (5 bis 6 m hoch) werden sie nach meiner Beobachtung jedoch auf den Westinseln nicht ankommen. Wer sich den aktuellen Strömungsverlauf ansehen möchte, geht auf Marine-Weather.

Wie bereits gestern angekündigt, wird auf den Seismografen diese Brandung registriert. Hier links auf dem CTIG Seismografen auf der Ostseite von El Hierro mit fortlaufenden Ausschlägen (wie Tremor). Kleinere Beben werden zwar im Moment auch aufgezeichnet, können jedoch in diesem Wellental nicht mehr eindeutig identifiziert werden.
Gestern wurde allerdings auch bei ruhiger See das ML2,3 Beben um 14.06 Uhr im Westen auf diesem Gerät nicht registriert. Je nach dem wie die Stationen justiert sind, gehen manchmal auch Beben unter.

Schließlich wird in Spanien erst heute so langsam die Arbeit im Neuen Jahr wieder aufgenommen. Die IGN hat nun so einiges zu Richten. Die seismischen Aufzeichnungen für Teneriffa stehen bereits seit Weihnachten auf "Sturm" und die Histogramme sind seit Ende Dezember nicht mehr aktualisiert worden.
Eile mit Weile - in einigen Tagen wird wieder alles Funktionieren.

Hier noch ein ergänzender Nachtrag von Rolf Otte (Danke):

Die extremen Tiefdruckgebiete auf dem Nordatlantik erzeugen Wellenhöhen, die leicht über 15 m hinausgehen.
Diese Wellen laufen dann oft hunderte von Kilometern weiter (siehe Wellen im Dorfteich, wenn ein Stein hineingeworfen wurde) und verändern ihre Form (Abstände zwischen den Wellenbergen werden z.B. länger).
Diese Wellen nennen wir Nautiker “Dünung” und unterscheiden diese deutlich von der Windsee (Wellen, die aktuell durch den Wind entstehen).
Dabei können Windsee und Dünung aus völlig unterschiedlichen Richtungen kommen (dann werden auf den AIDA Schiffen garantiert die Tüten verteilt).
 
Treffen Wellen (egal welche) auf eine Flachwasserstelle oder ganz normal auf eine Küste, bildet sich die Brandung.
Diese ist abhängig vom Anstieg und der Formation der Küste und wird an einem langsam ansteigendem Sandstrand auf Fuerteventura ganz anders aussehen als an einer felsigen Steilküste, wie z.B. am Charco Manso auf El Hierro.
 
 
Hier ist ein LINK, den zu beobachten es sich lohnt (Bild von heute).
 
Di 07.01.2014 00 UTC
 

Mittwoch, 9. Januar 2013

El Hierro Vulkan - wie war das nun in der Vorzeit?

NEWS:
Die Ruhe hält an. Gestern nur zwei unbedeutende Erdstöße um den Tanganasoga.

Zeit sich über die geologische Vergangenheit der Kanaren Gedanken zu machen. Heute zunächst die geografische Einordung - in den nächsten Tagen die Entstehung und in Folge auch die These von Dr.Simon Day vom "La Palma-Tsunami" - dem Abrutschen der Insel.

1. Die geografische Lage und das Alter der Kanarischen Inseln

Die Kanarischen Inseln sind Teil des afrikanischen Kontinent. Gerade knapp 100 Kilometer trennen die östliche Insel Fuerteventura von Süd- Marokko. Von La Palma im Westen aus sind es rund 480 km (Google/NASA Karte).
Die Kanaren liegen also auf keiner eigenen Platte, wie früher vermutet wurde. Es ist eine Absenkung der afrikanischen Platte die bis 3500 Meter unter dem Meeresspiegel liegt und sich weit über die Kanaren hinaus in den Atlantik erstreckt. Hier spricht man auch von dem "Kanaren Becken".

Die Inseln selbst entstanden erst in jüngerer geologischer Vergangenheit. Die älteste Insel ist Fuerteventura ganz im Osten. Ihr Alter wird auf 22 Millionen Jahre datiert. Einige Wissenschaftler sprechen gar von 28 Millionen Jahren. Gefolgt von Lanzarote mit 15,5 Millionen Jahren. Beide Inseln waren früher verbunden und haben auch heute nur einen 10 km breiten und 40 Meter tiefen Meeresstreifen zwischen sich ( Karte unten rote Pfeile).
Es folgten Gran Canaria (14,5 Mio.), die Insel Teneriffa ( 12 Mio.) und La Gomera vor ca. 11 Millionen Jahren. Erst mit großem Abstand kamen dann die beiden Westinseln La Palma und El Hierro. La Palma schätzt man auf ein Alter von 1,8 bis 2 Millionen Jahre und El Hierro als kleinste und jüngste Insel des Archipel auf rund 1,2 Millionen Jahre.

Neben den 7 Hauptinseln gibt es noch 6 Kleininseln. Wie La Graciosa, Alegranza, Montana Clara, Roque del Este oder Roque del Oeste im Norden von Lanzarote und Los Lobos zwischen Fuerteventura und Lanzarote.
Alle Kleininseln bis auf La Graciosa sind unbewohnt und Naturschutzgebiet. Sie dürfen ohne Erlaubnis nicht betreten werden. Nur auf La Graciosa hat sich ein bescheidener Tourismus gebildet. Hier ein paar Bilder und Eindrücke von La Graciosa.

Aber auch Inseln - so genannte Seamount -  die noch nicht bis zur Meeresoberfläche gewachsen sind gibt es um die Kanaren. Besonders viele finden wir südlich von El Hierro. Hier auf der Karte von Prof.H.-U. Schmincke eingezeichnet. Vulkankegel bis zu mehr als 1000 Meter Höhe, die allerdings noch nicht groß erforscht sind. Ob es Seamounts jüngeren Datums sind, also Vorboten oder das Fundament von noch an der Meeresoberfläche auftauchender Inseln, ist ungewiss. Mit Sicherheit und davon bin ich überzeugt gibt es im Augenblick mehrere aktive Vulkane am Meeresboden. Aufgrund der großen Tiefe von 3500 m sind durch die inselferne Lage und Meeresverwirblungen nur keine oberflächlichen Spuren zu erkennen.

Erdbeben gab es in der Vergangenheit zwischen den Kanarischen Inseln genug. Erst gestern Abend um 18.21 Uhr ein ML1,8 Beben in 30 km Tiefe westlich von Fuerteventura. Erst wenn es technisch und finanziell möglich ist mit U-Booten oder unbemannten ROV`s flächendeckend den Meeresboden zu erforschen, wird man sicher auf so manche Überraschung stoßen. Von den bekannten aufgetauchten 13 Inseln, ist auch heute nur ca. 5 % der Masse zu sehen. Der größte Teil davon liegt unsichtbar unter dem Meeresspiegel.

Mittwoch, 24. April 2013

Vulkan - Wetterphänomene

NEWS: Gestern am Nachmittag bzw. am Abend noch ein Beben von ML2,2 aus 29 km Tiefe direkt am Leuchtturm und um 21.31 Uhr ein ML1,5 Erdstoß aus 21 km Tiefe im Westen.

Seltenes Wetterphänomen

 

Was das Wetter angeht sind wir hier ja so einige Kapriolen und Schauspiele gewohnt. Die vergangenen Tage während des heißen Calima gab es aber doch etwas recht ungewöhnliches auf der Ostseite von La Palma zu beobachten. Wie ein heran rollender Tsunami stand für ungefähr eine Stunde am Morgen während des Sonnenaufgang diese Wolkenwand direkt über dem Küstenbereich stationär stehen. Wie ein überkochender Milchtopf fielen an der mir zugewandten Seite kaskadenartig die Wolken talwärts. Ein Schauspiel das man öfter auf der der Cumbre (Berggipfel) von der Westseite beobachten kann. Hier werden allerdings durch die Bergkette die heraneilenden Passatwolken durch ein festes Hinderniss abgebremst. Bei diesem Phänomen über dem Meer gab es allerdings keine sichtbare Barriere. Auch der Wind spielte keine Rolle. Wahrscheinlich waren große Luftdruckgegensätze für diese unsichtbare Wand verantwortlich.

Beobachtet habe ich diesen Vorgang nicht von irgendeiner Bergspitze, sondern direkt von unserer Terrasse in 440 Meter Höhe aus. Normal sieht der morgendliche Blick über das Meer wie auf dem Foto unten aus. Hinter der ca. 100 km entfernten Insel Teneriffa (links der höchste Berg Spaniens der Teide mit 3718 m) steigt die Sonne auf.

 

Samstag, 5. Januar 2013

El Hierro Vulkan - spielt der Seismograf verrückt ?

NEWS: 10.45 Uhr - schwacher Erdstoß von ML1,2 - Tiefe unbekannt - im Golfo.

Ein erstaunter Blick auf die seismografische Aufzeichnung heute Morgen von El Hierro. Bei solchen Ausschlägen muß etwas "Größeres" im Gange sein. Das war es auch, aber nicht unter El Hierro. Um 9.58 Uhr gab es im Süden von Alaska ein 7,7 Beben in 9 km Tiefe. Inzwischen gibt es auch eine Tsunami-Warnung. Mit etwas Zeitverzögerung wurde auch dieses starke Beben auf den Kanaren registriert. Unterschiedlich wie links die Kurve von Teneriffa zeigt. Je nach Einstellung der Geräte werden die Beben Frequenzen gefiltert und aufgezeichnet. La Palma übrigens -  ist heute die Insel der Ruhe und war "Bebenfrei". Hier ist der Seismograf komplett ausgefallen.

Montag, 6. April 2015

Irrsinn – Naturgewalt als Waffe ?

NEWS: 7. April 2015 - 15.58 Uhr  - Erdstoss von ML2,7 aus 11 km Tiefe im Süden La Restinga
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Der menschlicher Irrsinn

Die Gedankenwelt mancher Politiker und Militärstrategen kennt wohl keine Grenzen. Einen Vulkanausbruch, ein Erdbeben oder einen Tsunami bewusst auszulösen um andersdenkende Menschen oder ganze Nationen auszulöschen – lässt schon schweren menschlichen Irrsinn oder Schizophrenie vermuten.

So empfiehlt der Leiter der russischen Akademie für geopolitische Fragen, der Geostratege Konstantin Sivkov,  Moskau einen nuklear Angriff auf die USA.

„Geologen glauben, dass der Supervulkan (Foto Flicka) im Yellowstone Park jederzeit explodieren kann. Es gibt Anzeichen von verstärkter Aktivität. Daher braucht es nur eine vergleichsweise kleine Explosion, etwa in der Stärke einer Megatonne, um den Ausbruch auszulösen. Die Folgen wären katastrophal für die Vereinigten Staaten. Das Land würde einfach von der Landkarte verschwinden.“ (Quelle: russisches Handelsblatt VPK)
Es sind vielleicht heute nur Gedanken- und Strategiespiele – die aber ... weiterlesen

Samstag, 30. Mai 2015

Seismografen schlagen aus

Starkes Erbeben vor Japans Küste



Um 11.42 Uhr (Kanaren Ortszeit) heute am späten Vormittag schlugen die Seismografen Alarm. Wie hier der IGN-Seismograf von La Palma. Schnell war klar, dass es sich um ein starkes Fernbeben handeln muss. Auf allen Kanarischen Inseln wurde von den Seismografen dieser Erdstoß registriert, aber nicht verspürt.

Ein Beben der Stärke ML7,7 nach Messung der GFZ – andere Stationen gehen gar noch von einem höheren Wert aus – ließ um 11.23 Uhr (UTC Zeit) die Häuser in Japan wackeln.
Rund 1000 km im Süden vor Japans Küsten bei der Insel Ogasawara lag das Epizentrum. Ein Beben aus 695 km Tiefe kann normal keinen Tsunami auslösen.

Mit rund 19 Minuten Verspätung kam die Bebenwelle auch auf den Kanaren an. Diese Bebenstärke kann auch nur bei tektonischen Platten-Beben wie jetzt wieder im Feuerring ereicht werden. Vulkanische Beben bringen es auf höchstens ML6,0 bis 6,5 auf der Skala.



Seismografen zeichneten auch Kanaren Beben auf


Schwache Erdstöße am 29. Mai 2015 von ML1,7 aus 16 km Tiefe um 9.18 Uhr im Südwesten von El Hierro und ein ML2,1 Erdstoß um 18.02 Uhr östlich von Gran Canaria aus 26 km Tiefe. Diese Beben hier können als “Normal” eingestuft werden und zeigen keine besonderen  Aktivitäten im Untergrund auf.

Montag, 29. September 2014

Kanaren Vulkane harmlos oder gefährlich?

Nicht nur die Kanaren Vulkane sind aktiv.


Eine oft gestellte Frage, die ich einmal versuche zu beantworten. Grundsätzlich sind Vulkane harmlos solange sie “Schlafen”. Auch in Deutschland gibt es eine Reihe von ruhenden, aber noch nicht gänzlich erloschenen Vulkanen (z.B. in der Vulkaneifel) die im Moment keinen Kummer bereiten. Dann haben wir in Westeuropa die aktiven Vulkane wie der vor kurzem ausgebrochene Barbardunga in Island, Ätna, Vesuv oder Stromboli in Italien und die Kanaren Vulkane wie auf El Hierro. Wenn diese Vulkane überwacht werden, kann rechtzeitig vor einer Eruption gewarnt werden.

Die plötzliche Eruption des Vulkan Ontake


Jedoch nicht immer werden die Vorzeichen einer Vulkan Eruption erkannt oder richtig gedeutet. Das jüngstes Beispiel haben wir am vergangenen Wochenende in Japan erlebt

31 tote Wanderer und eine unbekannte Anzahl an Verletzten. Das ist die vorläufige Bilanz beim Ausbruch des 3067 Meter hohen Vulkan Ontake, rund 210 Kilometer westlich von Tokio. Pyroklastische Ströme und der Auswurf großer Lava Schlacken (Foto: MyVideo) haben die 250 Wochenend Wanderer überrascht. Zuletzt war der Vulkan Ontake im Jahre 1979 ausgebrochen. Es gab Erdstöße und kleine Schwarmbeben bis ML3,0 um den Vulkan in der letzten Woche. Die zuständige Meteorologica Agency von Japan hat aber diesen Anzeichen keine Bedeutung beigemessen und die unterste Warnstufe 1 belassen. Am Sonntag nach der Eruption wurde die Warnstufe 3 verhängt und das Gebiet weiträumig abgesperrt. Zu spät für viele Wanderer. Am Ende des Beitrages können Sie das Augenzeugen Video ansehen (Danke an Carlos Bernal u. Peter Kocksholt für die Hinweise).

Hinweise waren vorhanden. Aber vielleicht keine eindeutig klaren Indizien für eine bevorstehende Eruption. Schwarmbeben deuten immer auf einen Magmafluss hin. Ob die Magmaströme dabei bis zur Erdoberfläche vordringen, kann niemand vorhersagen. Der Vulkan Berg war ein beliebtes Freizeitgebiet für Alpinisten, Vulkanfreunde und Wanderer. Also für nicht lebensnotwendige Aktivitäten – die nächsten Wohnorte liegen weiter entfernt.
Anzeichen für eine erhöhte vulkanische Aktivität waren also vorhanden. Ob vielleicht wirtschaftliche Interessen wie z.B. der Tourismus nicht gestört werden sollte, wissen nur die Entscheidungsträger vor Ort. Sicher ist es auch nicht ganz leicht bei solch einer bebenaktiven Insel wie Japan, noch den Überblick zu behalten. Auf der MAJ Karte oben sind allein die am vergangenen Samstag registrierten Erdbeben aufgelistet. Quer durch Japan gab es zahlreiche Erdstöße.

Kann das auch bei den Kanaren Vulkane passieren?


Auch alle Kanaren Vulkane werden ständig überwacht. Selbst die Japaner helfen hier aus. Als Land mit der größten Naturkatastrophen- Erfahrung (Erdbeben,Tsunami, Vulkane) unterhält die Universität Nagoya auf den Kanaren das GPS Überwachungs-System für die Oberflächen Verformungen.
Es drängt sich jetzt natürlich sofort die Frage auf – “Was kann das helfen, wenn die Japaner im eigenen Land von einer Vulkaneruption überrascht werden”.
Es ist nicht die Wissenschaft die letztendlich über eine Evakuierung oder Sperrung eines Gebietes entscheidet – es sind die Politiker im entsprechenden Krisenstab. Sie entscheiden in Abwägung aller- auch wirtschaftlicher – Interessen, was unternommen und welche Informationen an die Bevölkerung gegeben werden – siehe auch L`Aquila Erdbeben im April 2009 in Italien “Entrüstung unter Geologen“.
Es gibt zwei Gebiete bei den Kanaren Vulkane die als besonders Aktiv eingestuft werden können. Das Meeresgebiet nördöstlich zwischen Teneriffa und Fuerteventura und auf El Hierro. Allerdings sind im Moment die vulkanischen Aktivitäten in einer Art “Dämmerungszustand”. Es gibt zwar täglich schwache Erdbeben (El Hierro gestern 4 Beben bis ML1,7), aber keine Hinweise auf wandernde oder aufsteigende Magmaströme.
Das ist der Momentzustand, der sich auch schnell wieder ändern kann. Es lässt sich aber an der Stärke und Ausgangstiefe der Beben, der Gasemission und an den sich verändernden GPS Bodenverformungs- Werten rechtzeitig ablesen, ob eine neue Aktivitätsphase im Gange ist. Ob es dann zu einer Eruption kommt, liegt im Ermessen der Natur.
Jeder Vulkan, auch die Kanaren Vulkane, sind gefährlich. Die Stärke eines Ausbruch hängt nicht nur von der Magma Zusammensetzung ab. Auf einer Insel ist es auch entscheidend, ob die Eruption in den Bergen oder in Küstennähe stattfindet. Sobald viel Wasser mit ins Spiel kommt, kann aus einer “trockenen” Eruption, schnell eine explosive Reaktion entstehen.
Im Augenblick, so glaube ich aber, sind von den Kanaren Vulkane keine großen Überraschungen wie in Japan zu erwarten.


Mittwoch, 12. Oktober 2011

Informationsdefizit in der Krise


Mit solchen Interviews und Aussagen betreibt man keine ehrliche und offene Informationspolitik. Nachzulesen in Wochenblatt.online. Es war nicht irgendeine Person, sondern der Inselpräsident von El Hierro Alpidio Armas. Das Fernsehinterview wurde direkt nach der ersten kleinen Eruption gegeben. Dann frage ich mich, warum genau dieser Mann, keine 24 Stunden später die höchste Alarmstufe ausruft. 
Das ganze zeigt wie alles verniedlicht, verharmlost und schön geredet wird. Nur keinen Touristen abschrecken und die eigene Bevölkerung im Unklaren lassen.

Oder ist es Naivität und Unkenntnis ? Allerdings steht dem Krisenstab "PEVOLCA" auch ein Team von Wissenschaftlern zur Verfügung, die die Aktivitäten einschätzen sollten. Man diskutiert in diesem Krisenstab stundenlang, ob nun das gesperrte Tunnel wieder geöffnet werden soll oder nicht. Die eigentlich wichtigen Dinge aber werden vergessen oder nicht erkannt. 
Auch die extra eingerichtete Webseite: Emergencias El Hierro - die die Einwohner warnen und informieren sollte, wird nur sporadisch gefüttert. 
Bei dieser miesen Informationspolitik wird mehr Unruhe als die vielleicht beabsichtigte Ruhe erzeugt.

Interessant zu lesen und nur beispielhaft für viele Mails die mich in den letzten Tagen erreicht haben:

"Leider muss ich immer wieder feststellen,dass die Behörden entweder keine,verspätete oder sehr abgeschwächte Informationen heraus geben.
Mich versetzt diese Tatsache viel mehr in Angst, als das eigentliche Geschehen.Natürlich mache ich mir schon Sorgen über einen Tsunami und da bin ich nicht allein. Es wird weder aufgeklärt noch informiert.Vor einigen Tagen hieß es noch, dass eine Wahrscheinlichkeit für einen Vulkanausbruch bei, ich glaube es waren 10-20%,liegt.
Ich finde, dass die Behörden endlich ehrlich sagen sollen was los ist. Panik entsteht durch Unwissenheit und nicht durch Aufklärung und auch die Nachbarinseln sollten einbezogen werden."


Vielleicht sollten die Verantwortlichen für dieses Durcheinander öfter mal einen Blick in diesen Blog werfen, um die Stimmung und die Angst ihrer Bürger und Besucher überhaupt zu verstehen. Wir leben nicht mehr im Mittelalter !  Heute stehen schnelle Informationsmedien auch auf El Hierro zur Verfügung - wenn man nur will !

Sonntag, 12. Mai 2013

Vulkan - Kohlendioxid verändert den Globus

NEWS:

Historische Fotos vom Ausbruch des Vulkan San Juan auf La Palma im Juni 1949. Links deutlich eine bei der Eruption durch Beben entstandene horizontale Spalte, die inzwischen aber nicht mehr erkennbar ist. Es ist nicht die Spalte oder der Riss aus der die Hypothese vom Abrutschen der Westflanke und dem "Tsunami-Szenario" durch Dr. Simon Day und der BBC Dokumentation entstanden ist. Diese Spalte liegt weiter oben in Kraternähe. Bei jedem Vulkanausbruch werden auch große Mengen an Gas ausgestoßen. Gase - die in entsprechender Konzentration für den Menschen gefährlich werden können, aber insgesamt für das Leben und das Klima auf der Erde notwendig sind. Vorgänge und natürliche Abläufe die es seit der Entstehung unseres Globus gibt. Ein Gas das in großen Mengen bei einer Eruption austritt, ist das Kohlendioxid (CO²).
 

CO² wird auch vom Menschen produziert. Seit der Industrialisierung steigen diese Werte stetig an. Es ist in den Abgasen der Schornsteine enthalten oder kommt aus dem Auspuff der Autos. Es wird mehr Kohlendioxid produziert als die Natur verträgt bzw. abbauen kann. Erderwärmung und eine Klimaveränderung mit katastrophalen Folgen sind die Auswirkungen. Im Diagramm links ist der stetige Anstieg in den letzten 4 Jahren dargestellt. Es gibt eine symbolische Obergrenze von 400 ppm (Teile pro Million) die von vielen Wissenschaftlern als Knackpunkt angesehen wird. Ab diesem Zeitpunkt ist kurz- und mittelfristig eine Rückkehr nicht mehr möglich. Die Erde wird sich übermäßig Überhitzen und das Leben auf dem Planeten grundsätzlich umgestalten.
 
Forscher vermuten, daß dieser Vorgang mit einer ähnlich hohen Kolendioxid- Konzentration zum letzten Mal vor mehr als 3 Millionen Jahren geschehen ist. Damals schmolz alles Eis in der Arktis, die Sahara war eine fruchbare Savanne und der Meeresspiegel lag etwa 40 Meter höher als heute.
 
Dieser Wert wurde nun erstmals im Monat April 2013 auf Hawaii erreicht. Ähnliche Messergebnisse von über 400 ppm im Monat zeigen inzwischen auch die Stationen in der Arktis an.
Wie Professor Ralph Keeling vom Observatorium Hawaii mitteilte, lag der CO² Gehalt 1960 noch bei 310 ppm. Vor dem industriellen Zeitalter waren 280 ppm normal.
 
Wir schlittern immer schneller in eine ökologische Krise, die Hochwasser, Orkane und vielleicht auch mehr Vulkanausbrüche bewirkt. Die Spirale wird immer enger.
 
Alle werden die Folgen zu spüren bekommen. Vor allem die Kinder werden sich über unsere engstirnige Tatenlosigkeit wundern und uns vielleicht verfluchen. Warum haben unsere Väter nicht -als es noch möglich war - etwas dagegen unternommen.
 
Palaver und ergebnislose Klimakonferenzen helfen hier nicht weiter. Darüber sollte sich Jeder einmal seine Gedanken machen.
 

Gestern gab es 3 Erdstöße, heute Morgen bereits 2 Beben bis ML2,2 in 12 bis 15 km Tiefe vor dem Westzipfel.