Dienstag, 23. Juni 2015

Besucherzentrum auf dem Muchachos

Besucherzentrum für Astronomie


Jetzt wird auf La Palmas höchstem Berg ein Besucherzentrum gebaut. Das Visitor Center auf dem Roque de los Muchachos soll bis 2018/19 eröffnet werden. Wenn es allerdings mit der Geschwindigkeit wie bei manch anderen Projekten abläuft, kann es auch erst nach dem Jahre 2020 fertig werden. Das Besucherzentrum wird nach den heutigen Planungen eine Investitionssumme von von 4.400.000 € verschlingen. 
Wenn schon gebaut wird, dann aber richtig. Wie das Cabildo de La Palma mitteilt, soll auf dem 14.000 m² großen Grundstück neben dem Besucherzentrum, ein Verkaufsladen, ein Restaurant, Parkplatz, Garten und Terrassen entstehen (Fotos: Cabildo La Palma). Ob das alles auch gebraucht wird und sich amortisiert, wird sicher erst wieder nach Fertigstellung geprüft bzw. festgestellt werden. Ein auf den Kanaren übliches Verfahren. Erst werden die Zuschüsse verbraten, dann erst über den Sinn und die Größe solcher Baumaßnahmen diskutiert.

Astro-Hightech Forschung auf La Palma

Grundsätzlich ist ein Besucherzentrum auf dem Roque de los Muchachos sinnvoll. Viele Besucher können ... weiter

Samstag, 20. Juni 2015

Folklore vom Feinsten

Folklore und Romeria haben Tradition


Nur alle 5 Jahre steigt auf La Palma die Bajada de la Virgen. Jetzt ist es wieder soweit. In den nächsten 6 Wochen wird mit vielen Gästen gemeinsam die Bajada 2015 gefeiert. Rund 40.000 Besucher werden erwartet. Es sind keine fremden Gäste, sondern überwiegend die nach Kuba, Venezuela oder Kolumbien ausgewanderte Verwandschaft. Alle 5 Jahre wird die Bajada zum Anlass genommen, um die Familie auf La Palma zu besuchen und beim großen Inselfest mit dabei zu sein.
Den Auftakt bildet ein Folklore Konzert der wohl ... weiter

Sonntag, 14. Juni 2015

Wolkenwirbel aus dem All betrachtet

Wolkenwirbel über den Kanaren


Klein und einsam mitten im Atlantik erscheinen unter einem Wolkenwirbel die Kanaren. Wie gemalt zeigt sich die Natur hier wieder.
Diese NASA Satellitenaufnahme wurde vom Terra-Satelliten (EOS-1) aus 700 km Höhe aufgenommen. Seit dem Jahre 1999 umkreist er bereits die Erde und hat schon manche interessante Aufnah- me von der Kanarischen Inseln geliefert. Im Norden und 500 km von den Kanaren entfernt, die portugiesische Insel Madeira.

Der Wolkenwirbel – auch Kármánsche Wirbelstraße genannt entsteht, wenn Hindernisse sich der Wind- und Wolkenströmung in den Weg stellen. Es sind die hohen Vulkanberge die den Strömungsverlauf unterbrechen und diese langgezogenen Wolkenwirbel erzeugen. Wie hier bei dem vorherrschenden Nordost Passat.
 

Erdbeben vor El Hierro

Unter den Wolken gab es in der vergangenen Nacht drei Beben. Nach Wochen der Ruhe wurden auf El Hierro von den Seismografen wieder Erdbeben registriert. Bis zur Stärke ML2,6 kurz nach Mitternacht aus 18 km Tiefe vor der Südküste der Insel (Grafik IGN).
Nichts dramatisches und dazu noch aus großer Tiefe.
Die Bodenverformungswerte bleiben weiter stabil und ohne große Veränderungen. Seit März 2014 verharren die GPS-Werte damit auf hohem Niveau.

Vermehrte Erdstöße gibt es in den letzten Monaten im Meeresgebiet östlich von Teneriffa und Gran Canaria (ich hatte darüber berichtet). Auch heute Morgen um 5.35 Uhr ein schwaches ML1,8 Beben aus 89 km Tiefe. Die Teneriffa-Beben werden fast alle in Tiefen von über 20 km ausgelöst. Es dürfte sich um einen Zulaufkanal zum eigentlichen Hotspot der südlich von La Palma vermutet wird, handeln.

Phänomene und Rätsel

Wolkenwirbel und Vulkane sind nur zwei Naturphänomene der Kanaren. Andere Phänomene und Rätsel der Westinseln speziell auf der Insel La Palma beschäftigen mich intensiv nun seit fast einem Jahr.
Im Rahmen von Recherchen zu meinem neuen La Palma-Buch (Erscheinungstermin Juli/ August 2015) bin ich auf Dinge und Merkwürdigkeiten gestossen, die bisher nicht bekannt waren. Einen kleinen Vorgeschmack gibt es in den nächsten Tagen.

Donnerstag, 4. Juni 2015

Ölglocken sollen Ölpest stoppen

Fischtrawler verliert weiter Schweröl


Bislang konnten 5 der 8 Lecks durch die Unterwasserroboter (ROV) abgedichtet werden. Jetzt sollen Ölglocken das weiter austretende Öl auffangen. Drei Öffnungen lassen sich nicht schließen. Das spanische Entwicklungs- Ministerium hat grünes Licht für den Bau und die Absenkung von Ölglocken gegeben und dafür weitere 10 Millionen Euro bewilligt. Der auf 2700 Meter Tiefe liegende russische Fischtrawler Oleg Naydenov verliert täglich rund 240 Liter Schweröl. Ein Abpumpen ist in dieser Tiefe nicht möglich.

Ölglocken sollen die Rettung bringen


Es wird keine leichte Operation werden, Ölglocken über den Leckagen zu installieren. Entsprechende Erfahrungen konnten die mit der Bergung beauftragten Spezialfirmen bereits bei der BP Ölkatastrophe im Golf von Mexiko (Foto) sammeln. Die mehr als 100 Tonnen schwere Kuppel musste damals rund 1500 Meter tief abgeseilt werden.

Jetzt liegt das Wrack noch tiefer und es sollen kleinere Ölsammelhauben über jeder Austrittstelle positioniert werden. Wenn der Auffangbehälter der Ölglocke gefüllt ist, soll die Konstruktion an die Meeresoberfläche geholt und leer gepumpt werden. Niemand weiß wieviel Restöl noch in den Tanks der Oleg Naydenov vorhanden ist. Die Aktion kann sich über einen längeren Zeitraum hinziehen und auch noch einige Euro kosten. Das Anbringen der Ölglocken ist ein Experiment, da die Meeresströmung am Inselsockel unberechenbar und nicht kalkulierbar ist.

Auch wenn die Regierung bemüht ist, den Zwischenfall herunter zu spielen, werden doch immer wieder Ölklumpen an den Sandstränden von Gran Canaria angespült und verklebte Meerestiere gefunden.

Ölkatastrophe kann sich wiederholen


Das dies kein Einzelfall sein muß, zeigte sich erst vor einigen Tagen. Auf dem unter liberianischer Flagge laufende “Öltanker Lady M brach beim Durchfahren der Straße von Gibraltar ein Feuer aus. Der mit 94.000 Tonnen Erdöl beladene Tanker war auf dem Weg vom Persischen Golf in die USA. Der Brand im Maschinenraum konnte zwar gelöscht werden, aber das Schiff  trieb manövierungsunfähig nördlich der Kanaren. Nach eingehender Untersuchung wurde es schließlich zur Reparatur in den Hafen von Las Palmas de Gran Canaria geschleppt.
Nicht auszudenken, wenn ein Öltanker mit dieser Ladung sinkt. Die Oleg Naydenov hatte gerade einmal 2400 Tonnen Öl an Bord.

Samstag, 30. Mai 2015

Seismografen schlagen aus

Starkes Erbeben vor Japans Küste



Um 11.42 Uhr (Kanaren Ortszeit) heute am späten Vormittag schlugen die Seismografen Alarm. Wie hier der IGN-Seismograf von La Palma. Schnell war klar, dass es sich um ein starkes Fernbeben handeln muss. Auf allen Kanarischen Inseln wurde von den Seismografen dieser Erdstoß registriert, aber nicht verspürt.

Ein Beben der Stärke ML7,7 nach Messung der GFZ – andere Stationen gehen gar noch von einem höheren Wert aus – ließ um 11.23 Uhr (UTC Zeit) die Häuser in Japan wackeln.
Rund 1000 km im Süden vor Japans Küsten bei der Insel Ogasawara lag das Epizentrum. Ein Beben aus 695 km Tiefe kann normal keinen Tsunami auslösen.

Mit rund 19 Minuten Verspätung kam die Bebenwelle auch auf den Kanaren an. Diese Bebenstärke kann auch nur bei tektonischen Platten-Beben wie jetzt wieder im Feuerring ereicht werden. Vulkanische Beben bringen es auf höchstens ML6,0 bis 6,5 auf der Skala.



Seismografen zeichneten auch Kanaren Beben auf


Schwache Erdstöße am 29. Mai 2015 von ML1,7 aus 16 km Tiefe um 9.18 Uhr im Südwesten von El Hierro und ein ML2,1 Erdstoß um 18.02 Uhr östlich von Gran Canaria aus 26 km Tiefe. Diese Beben hier können als “Normal” eingestuft werden und zeigen keine besonderen  Aktivitäten im Untergrund auf.