Lässt sich die Gewalt eines Vulkan berechnen?
Die Gewalt eines Vulkan kann sich auch langsam entladen. Anders als zunächst erwartet, verläuft die Eruption des Bardarbunga "friedlich". Keine hohen Aschewolken die über weite Teile Nordeuropa hinwegziehen und den Flugverkehr beeinträchtigen. Aber die Eruption ist noch nicht zu Ende. Unter dem Gletscher scheint sich Lava zu sammeln, das immer noch die große Eisschmelze auslösen und zu einer explosiven Eruption führen kann. Dann würde sich die Gewalt des Vulkan komprimiert offenbaren.
Die Gewalt eines Vulkan steckt auch im Gas
Im Moment beobachten die Vulkanologen aber mit Sorge die immense Gasemission. Täglich werden 20.000 bis 40.000 Tonnen Schwefeldioxid (SO2) ausgestoßen. SO2 verwandelt sich in Verbindung mit Wasser zu einer gefährlichen Säure, die das Leben und das Klima nicht nur in Island nachhaltig beeinträchtigen kann. Siehe auch hierzu "Klimafolgen von Vulkan Eruption - es könnte kalt werden" im Spiegel-Online.
Die Schwefeldioxidwolke treibt auch heute (Grafik IMO) in die dichter besiedelten Gebiete um Reykjavik im Südwesten. SO2 ist nur ein Gas - auch große Mengen des umweltschädlichen Kohlendioxid (CO2) oder Methan werden freigesetzt.
Experten vermuten, dass diese Vulkan Eruption noch lange andauern kann. Im fast menschenleeren Eruptionsgebiet im östlichen Teil der Insel, stören die großen Lavaströme kaum. Es ist nur wenig Infrastruktur vorhanden. Erst bei größeren Schmelzprozessen könnte das freiwerdende Wasser auch ins Inselinnere vordringen und Thermalkraftwerke und andere Einrichtungen gefährden. Das wären dann die sekundären Auswirkungen der Gewalt eines Vulkan.
Eine interessante 3D Animation-Video (danke dfmorvan) von August 2014 bis heute zeigt, wie sich die Beben vom eigentlichen Vulkan Barbardunga zunächst nach Norden zur Spalteneruption verlagert haben. Um dann seit einigen Wochen wieder langsam zum heutigen Epizentrum zurück zu kehren. Magma als Bebenauslöser weicht genauso wie andere Elemente (Wasser, Luft) einem Hindernis aus, um an einer dünnen und leicht zu durchdringenden Gesteinsschicht seine Energie in die Atmosphäre abzubauen.
Es drängt sich die Vermutung auf, dass jetzt direkt in der Bardabunga Caldera (Höhlkörper) sich ein Sammelplatz für die austretende Lava gefunden hat. Allerdings gilt es, den einige hundert Meter dicken und darüber liegenden Eispanzer noch aufzuschmelzen. Ob das gelingt entscheidet der weitere Magmanachschub aus dem Erdinnern. Das Ergebnis werden wir sehen.
Es drängt sich die Vermutung auf, dass jetzt direkt in der Bardabunga Caldera (Höhlkörper) sich ein Sammelplatz für die austretende Lava gefunden hat. Allerdings gilt es, den einige hundert Meter dicken und darüber liegenden Eispanzer noch aufzuschmelzen. Ob das gelingt entscheidet der weitere Magmanachschub aus dem Erdinnern. Das Ergebnis werden wir sehen.
Wie können wir die Gewalt eines Vulkan abschätzen?
Es sind ungeheure Kräfte die bei einer Vulkaneruption freigesetzt werden. Die Energiemenge wie Druck, die Wärme oder die Kräfte der ausgestoßenen Gase lassen sich nicht einmal abschätzen, geschweige denn Berechnen.
Bei der Bebenstärke die messbar ist und kumuliert wird, kann die freigesetzte Energie in etwa bestimmt werden. Wie bei Kernwaffen wird die Sprengkraft in Megatonnen TNT umgerechnet.
Am Beispiel Bardarbunga haben sich von August bis Mitte Oktober 2014 insgesamt 7.7e17 Nm = Joule angesammelt. Das wären dann 184,8 Megatonnen TNT und entspricht rund 14.000 Hiroshima Atombomben (Danke an Peter Kocksholt für die Berechnung o. Gewähr).
Eine unvorstellbare Kraft die sich in den letzten Wochen noch weiter maximiert hat - und das ist nur die Energie der Beben bis 15. Oktober 2014.
Wer das ganze einmal Nachrechnen möchte, hier die empirische Formel:
E [J] ≈ 10(4.8+1.5MS)
Eine Erhöhung von MS um 1 bedeutet also eine Steigerung der abgestrahlten Energie um einen Faktor 101.5 ≈ 30.
Sofern MS und MW übereinstimmen, ergibt sich hieraus
E ≈ 10(4.8+1.5 (2/3 log10M0-6.1) ) ≈ 5×10-5 M0
Das aktuelle Zahlenmaterial ist über diesen Link.: Bardarbunga Seismicity (ganz oben) zu entnehmen.
Wenn wir einen Energie-Weltmeister auf Erden haben, dann Vulkane. Bei einer Eruption entfacht die Gewalt eines Vulkan Kräfte, die wir nur bestaunen können. In den Griff bekommen wir diese Giganten nicht - wir können nur davon laufen. In der Geschichte wurden Inseln auseinander gerissen, ganze Städte in minutenschnelle verschüttet oder eine Eiszeit ausgelöst. Diese Gewalt eines Vulkan gilt als stärkste und unberechenbarste Naturkraft auf unserem Globus und war aber auch maßgeblich an der Entstehen unseres Leben beteiligt. Dazu aber in einem späteren Beitrag mehr.




























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LG aus Deutschland-Sandra
Gruß moni
Patricia
Angst ist sicherlich keine Schande, aber denke mal an die Menschen die am Ätna oder auf Island leben. Permanenter Vulkanismus gehört dort zum Lebensalltag (und da knallst manchmal richtig).
Sicher ist die augenblickliche Situation unangenehm und nicht beeinflußbar, aber die Kirche muß man schon im Dorf lassen, denn eure Zukunft ist weiß Gott nicht unbestimmt.
Es gehört nicht in die Art eurer Vulkane, dass sie sich mit giftigen Aschewolken oder pyroklastischen Explosionen zu Wort melden. Es ist auch nicht ihre Art, dass sie über Jahre Lava spucken und alles unter sich begraben.
Ansonsten erlebt ihr ein seltenes Naturschauspiel und sitzt auf dem Balkon in der ersten Reihe - seht es mit dem gebührenden Respekt vor den Naturgewalten in erster Linie positiv.
Und falls du noch nicht Gelegenheit hattest, helfe anderen auf eurer Insel (bspw. evakuierten Bewohnern).
Das vor allem mit dem Selbstzweck, dass Helfen hilft auch mit der eigenen Situation umzugehen und sie zu verarbeiten. Und ihr werdet sehen, es wird euch gut gehen vor allem in der Zukunft, denn die ist ganz bestimmt nicht ungewiß.
Grüße Lars - Potsdam
http://www.ts-bochum.de/?p=2618
Schöne Grüße Stephan
HPS
Ja, bitte sofort melden:
www.praesidentabsetzen.com
Wird dann sofort erledigt.
...sag mal, meinst du, die Inseln wurden aus Eierkuchen gebacken, oder wie sollen sie entstanden sein?
1909 ist auf Teneriffa der Chinero ausgebrochen und hätte um ein Haar Santiago del Teide unter sich begraben, wenn es weitergegangen wäre, auch Tamaimo und die Küstenorte.
Was allein giftige Dämpfe auslösen können, wurde gestern über einen Link auf einen Spiegelartikel sehr verdeutlicht.
Man kann doch nicht alles so herunterspielen, das ist ja Gobierno-Politik.
Langsam nervt so etwas!
Gruß Claus
Sollte ein Dankeschön werden an den Herrn Betzwieser für die viele Arbeit und Mühe !
Patricia
Gerne bleib' ich bei den Tatsachen. Denn auch du weißt sicherlich, dass die Dimension dieses Ausbruchs nicht nur kanarenweit, sondern auch eine weltweite Seltenheit darstellt und so gar nicht richtig in die jüngere Vulkantätigkeit der Kanaren passen will. Die ist kurz und verhältnismäßig schmerzlos. Die Ausnahme bestätigt hier die Regel und es halte es für falsch, den Teufel an die Wand zu malen.
Bis jetzt ist, glaub' ich, von einem 1 Kubikkilometer Magma die Rede. Das meiste wird davon unter Wasser bleiben.
Grüße Lars aus Potsdam
Kann man denn irgendwo sehen wie sich die anderen Vulkane auf La Palma, Tenerife etc. verhalten? Ich schaue immer mal wieder nach Infos zum Teide, finde aber keine Daten, vielleicht kann mir ja jemand helfen....
Gruß aus Winterthur
Benny
HPS
Gruß HPS
Das ist schon nen verdammt riesiger Unterschied zwischen Tenerife und El Hierro...
da ich mich generell nicht auf irgendwelchen
Socialnetwork´s oder ähnlichem Anmelde wird es auch so bleiben :-)
Igendwie hab ich das Gefühl das es zwischen 22:00uhr - 02:00uhr in der Nacht kritisch wird.
Es ist aber nur ein reines Bauchgefühl, hoffentlich passiert nichts.
Ich fühle mit den Betroffenen!
Gruß Björn aus Niedersachsen!
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Ich möchte eigentlich nur vor unfundierter Hysterie warnen.
Bis jetzt haben wir einen Vulkan oder eine Spalteneruption vor der Südseite der Insel. Alle Evakuierungen oder sonstige Maßnahmen geschahen rein der Vorsorge wegen. Niemand ist bisher zu Schaden gekommen noch sind Häuser zerstört.
Begleitet wird der Magmaaufstieg von leichter Bebentätigkeit (auch wenn es einigen unangenehmer vorkommt). Da es sich nicht um plattentektonische Ereignisse handelt, wird die Intensität der Beben nicht wesentlich zunehmen.
Das Magma sucht sich seinen Weg von einer etwas nördlich der Insel gelegenen Magmakammer leicht schräg gfs. über ältere aber noch teilw. vorhandene Kanäle (also unter der Insel hinweg) nach Süden zur Austrittsstelle. Das ist das Ventil. Sollte dieses Ventil hinreichend sein, bleibt das ganze auch auf diesen Ort beschränkt (was nicht heißt, dass es auch an Land noch zu einer Eruption kommt).
Ansonsten kann man natürlich auch tausende Beispiele aufführen wo Ortschaften verschüttet wurden (rein medial lohnt es sich ja auch nicht, über eine Lavazunge zu berichten, die einfach mal so den Berg hinabfließt).
Und wenn es dir auf die Nerven geht, dass sich hier Menschen mit unterschiedlicher Meinung begegnen, dann lies den Blog einfach nicht.
Das ich verharmlosend auf die Entscheidungen der gobierno einwirke, ist eher unwahrscheinlich.
Grüße Lars - Potsdam
Wir haben hier übrigens ein prima GeoForschungsinstitut in Potsdam