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Freitag, 27. Dezember 2013

Vulkan - starkes ML5,1 Beben

NEWS:
22.09 Uhr - IGN korrigiert die Tiefe des ML5,1 Beben von 14 auf 11 km. Andere Erdbebenzentren wie das CSEM/EMSC geben die Stärke gar mit ML5,4 an. Verletzte scheint es nicht gegeben zu haben.

20.18 Uhr - nach Angaben des Gobierno de Canarias liegt das Bebenzentrum 10 km vor der Westküste in 14,6 km Tiefe. Die Straßen aus dem Golfotal ab Sabinosa Richtung Westzipfel (Lomo Negro) sind wegen Erdrutsch und Steinschlag gesperrt. Mehrere Menschen wurden von der Guardia Civil von den südwestlichen Badestränden evakuiert. Das Golfotunnel und die alte Bergstrecke über die Cumbre sind befahrbar.
Auch hier auf La Palma und La Gomera wurde das Beben von fast allen Bewohnern wahrgenommen. Scheppernde Glasscheiben, plötzlich in Schwingung versetzte Bäume und aufkommender Wellengang in den großen Bewässerungsbecken, aufgeschreckte Vögel und der schwankende Boden lies sofort auf ein stärkeres Beben in El Hierro schließen. Manche Nachbarn wollen auch ein Grollen gehört haben.

19.10 Uhr - Vor Ort Bericht: Etwa 17.48 Uhr hat unser ganzes Haus gewackelt wie nie zuvor. Ein Erdstoß hier in Barranqueras, welcher stärker als jemals zuvor. Kein Brummen nichts vorher, wie aus dem Nichts wackelte die ganze Hütte.

Wenn man zu früh Entwarnung gibt, wird man von der Realität schnell wieder eingeholt. Ein kräftiges ML5,1 Beben um 17.46 Uhr (Seismogramm oben), das stärkste jemals auf El Hierro gemessene Beben lies selbst auf der Nachbarinsel La Palma die Häuser wackeln. Das Epizentrum liegt dieses Mal ganz im Westen. Es dürfte ca. 5 km vor dem Westzipfel liegen und kam aus 15 km Tiefe. Gefolgt von einer Reihe weiterer Erdstöße bis ML2,9 aus nur 11 km Tiefe. Auf El Hierro wackelten die Gebäude - die Anwohner sind verschreckt - wie mir soeben Bewohner telefonisch mitteilten. Über Schäden liegen noch keine Informationen vor. Ich bleibe am Ball !

Dienstag, 23. September 2014

El Hierro Erdbebenstatistik im Vergleich

Die El Hierro Erdbebenstatistik zeigt Unterschiede zu Island auf.


Die jüngsten Beben der vergangenen Tage unter El Hierro lagen bei einem Maximum von ML2,1 – siehe IGN Grafik oben. Auch der stärkste Erdstoß vom Dezember 2013 erreichte “nur” ML5.1. Im Vergleich zu Island waren das noch bescheidene und selten auftretende Starkbeben. Allerdings hatte das Dezember Beben auf El Hierro schon erhebliche Erdrutsche und Steinschlag verursacht. Auf Island gehören seit 4 Wochen Beben von mehr als ML5,0 zum Tagesprogramm. So auch heute Morgen um 4.33 Uhr der ML5,2 Erdstoß aus 10 km Tiefe (Siehe IMO Seismograf). Es waren bisher über 20 Starkbeben bis ML5,9.

Vulkan ist nicht gleich Vulkan


Hier gibt es zwischen der El Hierro Erdbebenstatistik und dem Bardarbunga auf Island gravierende Unterschiede. Die tägliche Bebenanzahl mit den Schwarmbeben ist nahezu mit der eruptiven Phase 2011/12 auf El Hierro identisch. Nur liegt die Intensität und Stärke der Erdstöße um einiges höher. Auch wenn es vielleicht zunächst nicht den Anschein hat, so beträgt der Unterschied zwischen einem gemessenen Beben von ML5,0 zu ML6,0 die 33 fache Steigerung. Die Erhöhung der Magnitude um 1 bedeutet dabei eine 33-fach höhere Energiefreisetzung – siehe auch meine Erklärung im Blog.
Und das hätte erhebliche Auswirkungen auf die geologische Struktur von El Hierro gehabt. Fast nur hohe Berge und Steilwände und kaum ebene Rückzugsgebiete – dafür ist die Insel zu klein. Nicht nur die Bebenstärke sondern auch die Anhäufung der Starkbeben, hätte große Gesteinsplatten gelockert und abgesprengt und der Schwerkraft ins Tal folgen lassen. Mit entsprechenden Folgen zum Beispiel für die Anwohner im Golfotal oder der Ostflanke.
Auf Island sind weite Teile im Nordosten dagegen unbewohnt. Hier spielt es keine große Rolle ob Erdrutsche oder Lava (bisher 33 km²) Flächen bedecken. Hier sind es die Vulkangase die auch in weiter entfernten Gebieten Menschen bedrohen können.

Das in großen Mengen ausgestoßene Schwefeldioxid (SO2) hier auf der aktuellen Vedur-Karte rot – zieht im Augenblick nach Nordosten ab. Schon eine Richtungsänderung des Windes in den bewohnten Bereich im Westen könnte zur Gefahr werden. Aufgrund der Inselgröße wird es aber immer Ausweichmöglichkeiten bei einer evtl. Evakuierung geben. Noch beschränkt sich die Eruption auf ein Gebiet nördlich der weißen Eismasse. Große Mengen Wasser sind in diesem bis zu 600 Meter dicken Gletschereis gespeichert. Falls der Vulkan Teile des Eises ab schmilzt, sind starke Wasserläufe und  Überschwemmungen zu erwarten.

Noch ist es aber nicht so weit. Das von der IMO veröffentlichte NASA Satellitenbild vom 22. September 2014 zeigt die Spalteneruption. Über eine Länge von ca. 3 km hat sich der Boden geöffnet. Zwei Lavaströme – nach Norden und nach Osten – leiten die Lava in tiefere Regionen. Der Gletscher liegt hier weiter südlich und ist auf der Aufnahme nicht zu erkennen. Zwei Vulkane, aber mit unterschiedlicher Prägung.
Unter El Hierro speist ein Hotspot den Magmanachschub. Er brennt sich durch eine feste Erdplatte nach oben durch und erzeugt Vulkanbeben.
Island liegt dagegen auf dem Rand von zwei Kontinentalplatten. Die Magma dringt zwischen den Plattengrenzen nach oben und erzeugt damit auch größere Verwerfungen – Folge: mehr und stärkere Beben. Es dürfte sich also um eine Kombination von tektonischen und vulkanischen Beben handeln.
Unabhängig vom Vulkantyp (= Magma-Zusammensetzung) zeigt fast jeder Vulkan sein eigenes Profil. Entscheidend ist der geografische Standort und der geologische Untergrund. Danach baut sich dann auch das zu erwartende Gefahrenpotential für den Menschen auf.

Während auf El Hierro kaum große Sturzfluten zu erwarten sind, wird Island keine Bergrutsche befürchten müssen. Hier gibt es einfache Fluchtmöglichkeiten, während auf einer kleinen Insel schon größere Anstrengungen notwendig sind.
Ein Vulkan ist und bleibt gefährlich und unberechenbar. Ständiges Beobachten und Kontrollieren ändert zwar nicht seine Gewalt, gibt aber etwas Zeit sich vor einer Eruption und den Folgen in Sicherheit zu bringen.

Sonntag, 24. August 2014

Island Vulkan Beben von ML5,1

Bisher geringer Magmaaustritt


NEWS



16.30 Uhr - um 16.01 Uhr ein Beben der Stärke ML5,0 aus nur 4,6 km Tiefe im zweiten nordwestlichen Kanal (siehe Grafik unten).
11.32 Uhr - Ein weiteres kräftiges ML4,2 Beben aus 11,6 km Tiefe. 


Die Beben halten weiter an. In der vergangenen Nacht gab es seit Beginn der Aktivität die bisher schwersten Erdstöße. Um 0.09 Uhr ein ML5,1 (EMC ML5,3) und um 5.33 Uhr ein ML4,9 Beben. Beide Beben entstanden in 10 km Tiefe etwas westlich des eigentlichen Epizentrum (siehe IMO Grafik). Es scheint als würde hier ein neuer Aufstiegskanal entstehen. Aufsteigendes Magma muss sich erst noch einen Durchgang durch die Gesteinschichten schaffen.  Die Grafik zeigt die Beben der vergangenen 12 Stunden. Die Tiefe der Schwarmbeben reicht jetzt bis zu 0,7 km zur Erdoberfläche. Die Hauptaktivität liegt aber um die 3,0 km Tiefe.
Die IMO bestätigte einen kleinen Magmaaustritt unter der Eisfläche. Die Eisschicht sei hier bis zu 400 Meter dick. Es könne eine zeitlang dauern bis auch optisch Lava zu erkennen sei. Es sei ein so genannter subglazialer Vulkanausbruch. Wegen des Gletscher-Druck sei es nicht sicher, ob Magma bis zur Atmosphäre vordringt.


Die gestern zu beobachtende "Dampffahne" war nach IMO Angaben kein austretender Wasserdampf oder Gas. Die gemessene Gasemission sei noch nicht erhöht und im normalen Wert für die Gegend. Das hätten Messungen bei Überflüge von Wissenschaftlern der Universität von Island gestern ergeben. Auch konnten keine vermehrten Schmelzwasser Austritte beobachtet werden.

Das Foto (Ruf) unten zeigt den überflogenen Bereich.


Montag, 13. Januar 2014

Vulkan - Bebenstärke und Energiefreisetzung

NEWS:
14.01.13/ 12.24 Uhr - heute bisher nur ein leichter Erdstoß von ML1,6 aus 13 km Tiefe am Tanganasoga.


Heute Morgen zwischen 4.00 und 5.00 Uhr eine langgezogene Bebenaufzeichnung (links) mit einem ungewöhnlichen Schwingungsmuster. Beben unter der Insel haben normal eine andere Struktur. Ein technischer Fehler oder ein Fernbeben ?
Es war ein ML6,4 Beben vor der Küste von Puerto Rico. Mit einigen Minuten Zeitverzögerung erreichen auch die Schwingungswellen den Seismografen auf El Hierro. Die auf der Insel eingesetzte Messmethode lässt allerdings keinen Schluss über die Stärke und Intensität des tatsächlichen Beben in Südamerika zu.

Eingesetzt wird ein modifiziertes Richter System nach der so genannten Richterskala das verlässliche Daten nur über eine max. Entfernung von 600 bis 1000 km Abstand vom Epizentrum liefert. Hier können keine Amplituden die quer durch den Erdball gehen, sondern nur Strahlungswerte die direkt in der Erdkruste verlaufen, gemessen werden. Daher werden sie auch als Lokalbebenmagnitude (ML) bezeichnet.
Interessant ist, dass es weltweit pro Jahr rund 200 Erdbeben mit einer Stärke von ML6,0 und mehr gibt (Quelle: IRIS, Washington). Das ML5,1 Beben am 27.12.13 unter El Hierro wiederholt sich jährlich 2000 Mal.


Eine Differenz von einer Magnitude bedeutet dabei ein zehn Mal stärkeres Beben - ein Erdbeben der Magnitude 5,0 ist also zehn Mal so stark wie eines der Magnitude 4,0. 

Bei der dabei freigesetzten Energie sieht es jedoch noch dramatischer aus. Die Steigerung von einer Magnitude zur Nächsten setzt dabei sogar die 30-Fache Energie frei. Der Unterschied von 2 Magnitudeneinheiten (ML4,0 zu ML6,0) entspricht bereits der 1000-fachen Energiefreisetzung. Auf der Grafik oben (rechte Seite) sind dabei die Energieeinheiten aufgeführt die das ML5,1 Beben ungefähr freigesetzt hat.

4 Millionen Pounds (1 Pfund = 0,453 Kg) oder grob umgerechnet knapp 2 Millionen Kilogramm Sprengstoff TNT wurden in Sekunden entfesselt. Diese Sprengkraft und Wucht die davon ausging, haben wir Ende Dezember auf den Westinseln zu spüren bekommen.

Nur zum Vergleich und einer ungefähren Größenvorstellung (oben ML/unten MS):

"Ein Erdbeben mit der Oberflächenwellenmagnitude MS = 5,5 hat danach die seismische Energie ES ≈ 3 GWh, die innerhalb weniger Sekunden freigesetzt wird. Die gleiche seismische Magnitude würde eine unterirdische Nuklearexplosion mit einem Äquivalent von einer Megatonne (Mt) chemischen Sprengstoffes erzielen. Allerdings würde bei der Explosion nur etwa ein Prozent seismische Wellenenergie erzeugt werden, während die restliche Energie in Wärmeerzeugung und in die Zerkleinerung des Gesteinsmaterials fließen würde" (nach Wikipedia).

Sonntag, 29. Dezember 2013

Vulkan - was kommt nun ?

NEWS:
Eine kleine Bitte: Wenn Sie vor Ort etwas Auffälliges beobachten, spüren oder riechen sollten, teilen Sie es mir als Kommentar (unten) oder per Mail La.Palma@web.de - auch mit Foto - mit. Danke!


Selbst die AIDAstella hatte heute Morgen Probleme in den Hafen von Santa Cruz de La Palma einzulaufen. Starker Seegang mit 3 bis 4 Meter hohen Wellen, hatte bereits eine Routenänderung von Lanzarote nach La Palma für Heute erzwungen. Diese Brandungswellen machen sich auch auf dem Seismogramm von El Hierro bemerkbar. Ob es bereits einen leichten Tremor gibt, lässt sich im Moment nicht ablesen. Gestern Abend sah es zunächst so aus als ob der Durchhänger in der Bebenaktivität beendet sei. 7 Beben von 20.00 bis 23.00 Uhr bis ML2,4 aus 11 km Tiefe und dann wieder Ruhe.

Das Zentrum bleibt vor der Westküste (Kreis) mit Wanderungstendenz zum westlichen Inselmassiv. Das blaue Dreieck kennzeichnet das ML5,1 Beben. Inzwischen ist die Bebenfront nach Osten weiter marschiert und liegt mit den Spitzen ca. 8 km vor der Küste. Auch ein ML1,9 Erdstoß an der Ostküste aus nur 2 km Tiefe lies aufhorchen. Hier dürfte es sich aber um Spannungsbeben gehandelt haben. Seit 17 Stunden war kein weiteres Beben mehr zu verzeichnen.

Ist dies ein gutes oder schlechtes Zeichen?

Ich denke es ist eine Reorganisationsphase - eine Pause zum Kräfte sammeln - um dann wieder loszulegen. Also kein gutes Zeichen.
Inzwischen erwartet auch der "Expertenkreis" um den Krisenstab Pevolca eine Fortsetzung der vulkanischen Aktivität mit Beben um die ML5,0.
Vulkanologen sind sich ziemlich sicher, dass in den vergangenen Wochen große Mengen von 90 - 120 Kubikkilometer Magma eingeflossen sind.
Nicht allein unter El Hierro sondern in den gesamten Hauptkammerbereich der sich unter dem Atlantik bis La Palma erstreckt. Die sichtbare Insel El Hierro ist dabei nur die Spitze des Eisberg.

Auch die Bodenverformung die sich auf dieses gesamte Meeresgebiete erstreckt, hat weiter zugenommen. Gemessen wird sie allerdings nur auf festem Boden - die GPS-Station La Restinga (HI09) meldet z.B. heute einen vertikalen Anstieg von jetzt 85 mm nur in den letzten Tagen.
Eine bisher seit Beginn der Vulkanaktivität 2011 noch nie gemessene Verformung und das bisher stärkste Beben von ML5,1.
Jeder logisch denkende Mensch kann sich selbst seinen Reim darauf machen, was wohl als nächstes Folgen muss.
Ohne eine Entlüftung (Eruption) wird sich der Überdruck nicht abbauen können. Es kann durchaus sein, dass wir in den nächsten Tagen nicht nur starke Beben sondern auch noch einen weiteren Druckanstieg erleben werden.

Freitag, 26. Oktober 2012

El Hierro Vulkan - durch Menschen verursachte Beben

NEWS:

Noch ist er nicht eingeschlafen. Gestern gab es wieder einen kleinen Erdstoß um 16.22 Uhr von ML1,6 in 11 km Tiefe. Das Ausgangszentrum lag unter Tigaday im Golfo (IGN Grafik). Diese vermeintlichen Ruhepausen oder besser Verschnaufpausen kennen wir ja bereits aus der Vergangenheit.
Auch in Süditalien bebte die Erde. Ein Beben von ML5,3 erschütterte in der vergangenen Nacht das Städtchen Mormanno in Kalabrien. Menschen wurden nach den ersten Berichten nicht verletzt. Es soll allerdings im Altstadtbereich Gebäudeschäden gegeben haben.
 

Hausgemachte Erdbeben

Erdbeben die vom Menschen selbst verursacht werden sind hinreichend bekannt. Ob im Bergbau durch das Anlegen von Stollen und Gängen die den natürlichen Gesteinsformationen ihre Stabilität nehmen und durch Abbruch oder Verschieben Beben auslösen. Oder durch den Einbruch ganzer künstlicher Höhlensysteme die die Erde zum Vibrieren bringt. Auch der Bau von unterirdischen Wasserreservoire, Flüssigkeitsinjektionen oder die Gas- und Erdölförderung können Auslöser sein. Im Grunde jede Veränderung in der Erdkruste die das natürliche Druck- und Stabilitätverhältnis verändert.
So wurde in den 1970 Jahren in den Rocky Mountain in Colorado, USA große Mengen Abwasser in die Tiefe gepumpt. Durch diese Injektion wurden in den Folgejahren eine Serie von Beben bis ML5,1 registriert. Schlussendlich hat die US-Armee damit begonnen das Abwasser wieder zu entfernen.

Untersuchungen haben ergeben, daß nicht durch den Zusatzdruck des Abwassers sondern durch den erhöhten Porendruck sich die ohnehin vorhandene Scherspannungen über seismische Bewegungen leichter abbauen konnten. Außerdem wurde die Reibung auf den Scherflächen durch einen Schmiereffekt verringert.

Aber auch die Entnahme von großen Mengen Grundwasser kann starke Beben auslösen.

Am 11. Mai 2011 wurden in Lorca in Südostspanien durch ein ML5,1 Beben 9 Menschen getötet und Hunderte verletzt. Ein Forscherteam hat durch Satellitendaten und Nachforschungen festgestellt, daß durch große Wasserentnahmen in den letzten 50 Jahren sich der Grundwasserspiegel um ganze 250 Meter abgesenkt hatte. Durch diesen menschlichen Eingriff hätten sich die ohnehin aktiven Spannungen im Untergrund verändert und das Beben ausgelöst oder zumindest begünstigt. Ein ausführlicher Bericht dazu ist nachzulesen in Scinexx.
 
Was hat das nun mit unserem El Hierro zu tun. Auch hier wurden in den 1960 Jahren große Süsswasservorkommen unter dem Golfotal entdeckt. Trinkwasservorkommen unter der Insel und unter dem Meeresspiegel liegend und durch natürliche wasserundurchlässige Schichten vom salzhaltigen Meereswasser getrennt.
Zu dieser Zeit wurde die Talebene im Golfo gerade kultiviert und mit Bananen und Ananas bepflanzt. Nur durch das entdeckte natürliche Trinkwasserreservoir war hier in der trockenen Tiefebene Landwirtschaft überhaupt erst möglich. Es wurden Tiefbrunnen gebaut über die auch heute noch große Wassermengen entnommen werden.
 
Wie weit hier inzwischen der Grundwasserspiegel abgesunken ist kann ich nicht beurteilen. Durch die geringen Regenmengen in den vergangenen Jahren dürfte zumindest der Wassernachschub sehr gering gewesen sein. Es könnte sich inzwischen eine Art Vakuum gebildet haben, das die Aktivität der Beben und des Vulkan begünstigt.
Zumindest wäre es eine Überlegung wert, warum gerade jetzt nach über 200 Jahren Ruhe (letzter Ausbruch im Jahre 1796) wieder Aktivitäten zu verzeichnen sind.
Eine eingehende Untersuchung ob das vermutete Absinken des Grundwasserspiegel Einfluss darauf hat, wäre sicher angebracht. 

Dienstag, 21. Januar 2014

Vulkan - der Intervall der Beben

NEWS:


Pünktlich zum Jahresende hat Eldiscreto noch einmal gezeigt was in ihm steckt. Ein Bebenschub mit bis zu 174 Beben am 23.12.13 - siehe links IGN Histogramm der letzten 90 Tage - um dann wieder in Lethargie zu verfallen. Bereits auf der absteigenden roten Linie noch den bisher stärksten ML5,1 Erdstoß am 27.12.13 zum Abschied. Das war es dann, bis heute. Im Januar 2014 nur noch ein paar leichte Zuckungen.

Sollte es das gewesen sein - ich denke wir sind noch nicht am Ende. Ein Blick auf die Bebenstatistik über den Gesamtablauf der vulkanischen Aktivität unter El Hierro zeigt die regelmäßigen Intervalle. Ganz links die Eruption 2011 und dann bis Ende 2013 vier weitere Aktivitätsphasen. Die Anzahl der Beben ging wohl insgesamt zurück, aber die Heftigkeit der einzelnen Beben (März 2013 ML4,9 - Dezember 2013 ML5,1) hat zugenommen. Wir dürften uns jetzt wieder in einer der trügerischen Regenerationsphasen befinden.

Erdbeben in Neuseeland:
Tonnenschwerer Hobbit-Adler stürzt in Flughafenhalle
- und was denken Sie jetzt bei dieser Schlagzeile?

Wahrscheinlich das gleiche wie ich - Tonnenschwerer Adler ???  - noch ein aufgetauchtes Relikt aus der Vorzeit? - oder ein Flugzeug?
Die Aufklärung verschafft ein Blick in die Süddeutsche.de

Freitag, 14. Februar 2014

Die IGN und das Wetter melden sich zu Wort

NEWS:
Samstag, den 15.02.14 - 15.50 Uhr - Ungemütlich Heute - Starker Regen und noch mehr Sturm. Seit Mitternacht vor allem im Norden und auf der Ostseite (Flugplatz, Hafen) auf El Hierro kräftig spürbar. Auf La Palma heute Morgen nur 8°C (9.00 Uhr), Schnee in den höheren Berglagen und hohe Brandungswellen.


Die Seismografen liefern wieder Daten. Bisher keine neuen Beben zu verzeichnen. Da aus meinem Beitrag nicht die genaue Lage der Felsverwerfungen erkennbar waren (siehe Kommentare), hat Andreas F. (Danke) diese Skizze auf "Copyright by Google Earth" angefertigt - zum Vergrößern anklicken.



Kein neues Beben, sondern die seismografische Aufzeichnung des ML5,1 Beben vom 27.12.2013. Seit gestern sind alle IGN Seismografen auf El Hierro ausgefallen. Ich denke es ist eine technische Störung an der Übertragungsstrecke zum IGN Koordinierungszentrum in Madrid. Hoffen wir, dass dieser Defekt trotz des Wochenende rasch wieder behoben wird.


Erstmals hat sich nach langer Zeit das Instituto Geografico National (IGN) in einem Bulletin zu den seismischen Vorgängen im Dezember 2013 unter El Hierro öffentlich geäußert.

Hier der sinngemäße Wortlaut:

"Im Monat Dezember 2013 erfolgte auf El Hierro eine neue Phase der magmatischen Reaktivierung, mit einem klaren Anstieg in der Anzahl und Stärke der Erdbeben in Südosten im Gemeindegebiet von El Pinar aus 15 km Tiefe. In diesem Zeitraum wurden 280 Beben registriert, davon 14 Beben auch von der Bevölkerung gespürt. In dieser neuen Serie erfolgte am 27. Dezember 2013 auch das ML5,1 Beben etwa 9 km westlich der Insel. Dieses wurde auch auf den Nachbarinseln La Palma, La Gomera und Teneriffa wahrgenommen.
Begleitend zu den seismischen Aktivitäten wurde eine horizontale Bodenverformung von 7 cm und 4 cm in die vertikale Komponente von den südlichen GPS Stationen aufgezeichnet. Diese Werte bleiben auch Ende Dezember stabil.
In diesem globalen Prozess der im Juli 2011 begann hat sich die Oberflächenverformung bis jetzt auf über 20 cm summiert und es wurden mehr als 20.000 Beben registriert."

Soweit so gut - Dinge die wir schon seit Wochen kennen. Kein Ausblick und keine Prognose wie sich aus wissenschaftlicher IGN Sicht die Aktivität in naher Zukunft entwickeln könnte. Auch keine Entwarnung!

Vorsichtig - Ratlos oder Unwissend?
Schon einmal lag die IGN mit ihrer Feststellung zum Ende der vulkanischen Aktivität Anfang 2012 völlig daneben.

Es ist halt auch nur eine staatliche Behörde (die IGN möge mir verzeihen) die lieber die Vergangenheit kommentiert (verwaltet) als einen Blick in die viel wichtigere nahe Zukunft wagt.
Es mag durchaus sein, dass im stillen Hinterzimmer der IGN auch die weitere Entwicklung diskutiert wird. Es sind doch Wissenschaftler - Geologen und Vulkanologen - und nicht nur Beamte.

Ein Lob aber trotzdem an die IGN. Ihre Daten und Messungen sind meist aktuell (von heute einmal abgesehen), öffentlich und lassen nach dem bisher technisch Machbaren, doch eine Menge Rückschlüsse zu.

Wesentlich forscher geht dagegen die kleinere kanarische INVOLCAN (INSTITUTO VOLCANOLÓGICO DE CANARIAS) da vor. Auch nur eine staatliche Behörde - ein kanarisches Institut, mit ihrem Leiter dem Vulkanologen Nemesio Perez.
Ständig im Konkurrenzkampf mit dem großen Bruder IGN werden doch schon über ihr Sprachrohr AVCAN nützliche und notwendige Dinge zur Diskussion gestellt.




So aktuell die Bergrutsch- und Steinschlaggefahr im südwestlichen Golfotal.

" Die Situation der Instabilität in den felsigen Berghängen ist eine Gefahr für die Bewohner und Besucher der Insel. Bisher ist zum Glück noch nichts passiert. Wir sehen aber, das neben der natürlichen Erosion  mit jeder weiteren seismischen Aktivität sich die Gefahr erhöht. Wir fordern ausdrücklich, jetzt Maßnahmen zu ergreifen"

Es könnten meine Worte sein. Seit Jahren sehe ich die größte Gefahr nicht in einer Vulkaneruption, sondern durch die mit jedem weiteren Beben akutere Möglichkeit eines massiven Steinschlag oder Bergrutsch.
Wer das Golfotal persönlich kennt, weiß auch von was ich rede.

Geschehen ist in dieser Hinsicht bisher nicht viel. Noch heute kann jeder Tourist durch diese Steilhänge wandern, die darunter befindliche Straße befahren oder sich zum spektakulären Aussichtspunkt de Bascos direkt am Klippenrand begeben.
Obwohl sich bereits unterhalb seit einiger Zeit eine breite Kluft (Avcan Foto) geöffnet hat.

Pech gehabt - wird es dann heißen. Es mag die südländische Lethargie sein oder mein doch noch vorhandenes deutsches Sicherheitsdenken, das die unterschiedlichen Standpunkte ausmacht.
Froh bin ich nun allerdings, dass auch eine kanarische Institution dieses Problem erkannt hat und hoffentlich bald Schutzmaßnahmen ergriffen werden.

Zum Wochenende meldet sich das Wetter von der mehr unfreundlichen Seite zu Wort.
Regen und Sturm bis 90 km/h sind von der AEmet links für Samstag und Sonntag angesagt. Die Wetterwarnstufe "Orange" wurde verkündet. Brandung mit 5 bis 6 Meter hohen Wellen werden prognostiziert. Dabei wird es kalt, mit Temperaturen zwischen 6 und 14°C. Die Schneefallgrenze fällt auf 1200 m.


Bitte keine Wanderung einplanen und die Küstennähe unbedingt meiden. Vielleicht ein Besuch in La Restinga im "Restingolita- Vulkanmuseum" oder noch besser Zuhause bleiben.

Samstag, 28. Dezember 2013

ML5,1 Bebenanalyse

NEWS:
18.33 Uhr - das letzte Beben von ML2,0 war um 8.55 Uhr heute Morgen. Seit dem überhaupt kein Beben mehr. Es ist schon verdächtig ruhig. Ich hoffe nur, dass sich nicht wieder etwas Größeres zusammenbraut.


Dass es noch Heftiger geht, das haben wir gestern Abend mit dem ML5,1 Beben erlebt. Ein Beben von besonders langer Intensität. Der Hauptstoß um 17.46 Uhr dauerte ganze 3 Minuten. Bis das Beben dann  endgültig Abklang, dauerte es über 14 Minuten (IGN Grafik grün). Um 22.47 gab es einen weiteren Erdstoß von ML3,7 aus 20 km Tiefe und heute in den frühen Morgenstunden um 0.42 Uhr ein weiterer Nachschlag von ML3,3 aus 12 km Tiefe. Gestern somit insgesamt 18 Beben.
Nicht viele Erdstöße, aber von besonders kräftiger Natur. Dass El Hierro Beben ab ML4,5 auch auf der Nachbarinsel La Palma intensiv zu spüren sind, wissen wir bereits seit März diesen Jahres.

Ich saß wie üblich an meinem Schreibtisch als plötzlich das Gebälk meines kanarischen Holzdach über mir zu Knarren begann. Noch während ich über der Ursache nachdachte, begann der Boden unter mir zu vibrieren und das ganze Haus schüttelte sich. Es war schnell klar, dass es sich um ein Beben handelt und das Epizentrum bei El Hierro liegen müsse - was sich kurz darauf durch die seismischen Aufzeichnungen auch bestätigte.

Wesentlich intensiver wurde natürlich der Erdstoß auf El Hierro wahrgenommen. Erdrutsch und Steinschlag - bis zur Größe von einem Kubikmeter und breite Risse in der Asphaltdecke, machten die südliche Golfoausfahrt unpassierbar.


 
Selbst auf der Ostseite bei Valverde kamen Geröll- und Staublawinen zu Tal, wie das Kurzvideo von Antonio Lijo zeigt.
 
Auch wenn man gerne alles als "Normal" eingestuft sehen möchte, wird nach meiner Einschätzung die Stärke der Beben in Zukunft weiter zunehmen. Dann werden es keine "harmlosen" Erdrutsche mehr sein. Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass ganze Segmente und Steinplatten sich lösen und ins Golfotal ergießen.
"Steter Tropfen höhlt den Stein" - jedes weitere Beben kommt der "Sollbruchstelle" näher.
Es ist nicht eine Vulkaneruption die mir primär Sorgen macht, sondern die Beben und ihre Folgen.
 
Bewusst ist mir natürlich auch, dass es ein Spagat zwischen den wirtschaftlichen Interessen, wie dem Tourismus und evtl. Vorsorgemaßnahmen mit allen notwendigen Einschränkungen ist. Das sowieso durch die spanische Wirtschaftskrise schwer gezeichnete El Hierro möchte nicht noch weitere "Lebensgrundlagen" freiwillig opfern und ihr bisher "geregeltes" Leben einfach so weiter führen.
 
Aber man sollte sich zumindest darüber einmal seine Gedanken machen. Nach dem Ereignisfall ist man dann immer schlauer.
 
Die Ausgangslage der jüngsten Beben kam dann doch überraschend. In über 20 Kilometer Entfernung vom letzten Zentrum (Ostseite blau) wurde ohne Vorwarnung ein alt bekanntes Aktivitätsgebiet (Westen gelb/rot) wieder aktiv. Im März gab es dort bereits einen Bebenreigen in einer Tiefe von 18 bis 20 km. Jetzt spielt sich alles in flacheren Zonen von 8 bis 12 km Tiefe ab. Der Atlantik hat dort eine Tiefe von ca.3.000 Meter.
Die seismischen Tiefenmessungen erfolgen immer vom gleichen Niveau, das ungefähr der Meeresoberfläche entspricht. Das flachste Beben liegt also nur 5 km unter dem Meeresgrund.

Das wäre ein Tiefe - die eine echte Chance für eine Eruption haben könnte. Weit genug von bewohntem Gebiet entfernt, aber doch sichtbar.
Es ist allerdings bei 3.000 Meter Meerestiefe sehr schwer beobachtbar was dort wirklich so vorgeht. Ich könnte mir vorstellen, dass heute aus der Luft dieses Gebiet beobachtet wird um Meeresverfärbungen aufzuspüren.
Warten wir einmal ab, was die nächsten Tage so noch alles bringen.

Sonntag, 9. Februar 2014

Die Geburtswehen eines Unterwasser-Vulkan

NEWS:



Am 29. Januar 2014 erfasst die Advanced Land Imager (ALI) auf dem Satelliten Earth Observing-1 (EO-1), diese Unterwasser Eruption. Es ist der Kavachi, ein Unterwasser-Vulkan am südlichen Rand der Salomonen-Inseln im westlichen Pazifik. Die NASA Satellitenaufnahme oben, zeigt die durch das austretende Gas und Aschepartikel verfärbte und abdriftende Meeresverfärbung. Ähnliche Meeresverfärbungen hatten wir 2011 noch detaillierter bei der Eldiscreto Eruption im Süden von El Hierro beobachten können.

Bereits mindestens 8 Ausbrüche wurden seit dem Jahre 1939 hier beobachtet. Die NOAA Aufnahme links entstand während einer Erkundungsexpedition am 14.5.2000. Trotzdem hat es der Kavachi bis heute nicht geschafft, eine dauerhafte Insel über der Meeresoberfläche zu entwickeln. Immer wieder wurde die aus dem Meer ragende Vulkanspitze durch abrutschende Lavafragmente und die starke Meeresströmung nach bereits wenigen Tagen abgetragen. Die Basis des Kavachi Vulkan liegt auf 1100 m Meerestiefe und soll einen Durchmesser von inzwischen rund 8 km haben. Auch dieses Mal erwarten die Wissenschaftler keine neue Insel. Er wird also noch einige Anläufe benötigen, bis sich ein tragfähiges Fundament gebildet hat.

Während es zur Zeit auf unserem Globus eine Reihe von Vulkan Eruptionen und noch mehr Erdbeben gibt, bleibt es seit 6 Wochen um El Hierro verhältnismäßig ruhig. Ich denke, dass das starke ML5,1 Beben am 27.12.13 sehr viel Kraft gekostet hat und sich die aufgebauten Spannungen in der äußeren Erdkruste erst einmal entladen haben. Aber es gab auch am 7.2.14 ein ML1,5 und gestern zwei Beben bis ML1,7. Das Zentrum liegt um den Tanganasoga (IGN Grafik) in 10 bis 12 km Tiefe. Der Kammerdruck bleibt mit kleinen Abweichungen stabil, aber auf hohem Niveau.

Je länger diese "Ruhephase" nun andauert, desto mehr "Spannungsdruck" kann sich wieder aufbauen. Auch in dieser Phase wirkt der vorhandene Innendruck auf das umliegende Gestein und wird die Kammern und Kanäle weiter dehnen und ausweiten und das erzeugt neue Spannung und Energie.
Zu wünschen wäre eigentlich eine etappenweise Entladung durch kleinere Energieabgaben. Die Beben würden dabei schwächer ausfallen.

Neuer Magmanachschub aus größerer Tiefe scheint im Moment nicht zu erfolgen, da seit Wochen keine Erdstöße aus 15 und mehr Kilometer Tiefe registriert werden.
Es bleibt also interessant die weitere Entwicklung genau zu beobachten. Treffen die Einschätzungen  zu oder hat die Natur gar einen ganz anderen Weg im Auge.

Mittwoch, 25. Februar 2015

Bald nur noch Ziegen auf El Hierro?

Verwirrende Pressemeldung.


Seit Beginn der Krise hat die Insel El Hierro etwa 6.800 Anwohner verloren. Viele, vor allem junge Leute, wanderten nach Europa aus um ihr Glück dort zu finden - so eine Pressemeldung von Radio Europa.


Bei gerade einmal 7500 Einwohnern (Stand 2010) auf El Hierro wäre das eine Katastrophe. Ganze 700 Bewohner würden auf der Insel verbleiben. Ziegen gab es schon immer mehr als Einheimische. Wozu brauche ich dann noch einen Inselpräsidenten und ein Cabildo oder weitere Verkehrsanbindungen - für die Ziegen etwa?

Sicher sind in den letzten Krisenjahren Menschen von der Insel abgewandert. 680 könnte realistisch sein, aber sicher nicht 6800 Personen. Es ist eine schlecht recherchierte und nicht überprüfte Pressemeldung die hier verbreitet wird.

Auch La Palma hat seit dem Beginn der Wirtschaftskrise rund 4000 Einwohner verloren. Offiziell hat aber La Palma immer noch 84.000 statistisch ausgewiesene Bewohner.

Jede Gemeinde auf den Kanaren ist bestrebt, möglichst viele Gemeindemitglieder zu erfassen. Danach werden die Zuschüsse aus den fremden Kassen (Madrid/Brüssel) ermittelt. Abmeldungen und Bereinigungen werden nur zögerlich oder überhaupt nicht vorgenommen. Oft sind Personen in mehreren Gemeinden gleichzeitig angemeldet oder wohnen schon seit 10 Jahren wieder in einem anderen Land. Auch die Zusammensetzung und Größe des Gemeindeparlament und deren Bezahlung hängt davon ab … oder das Bestreben der Zentralregierung in Madrid die Kosten der Gemeinden durch Zusammenlegung zu reduzieren.

So Manche wären ihr gutbezahltes Amt oder ihren Job dann los. Einige Kanaren Bürgermeister verdienen hier mehr als der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy.
Es ist nachzuvollziehen aber nicht zu rechtfertigen, dass auf Kosten der Allgemeinheit mit “gezinkten” Statistiken argumentiert wird. Eine genaue Zählung würde sicher interessante Daten liefern.

Heute wissen viele kanarische Mütter nicht, was sie ihren Kindern Abends auf den Tisch stellen sollen – andere müssen Auswandern um ihre Familie weiter ernähren zu können. Keiner außer dem spanischen König Felipe VI kürzt aber freiwillig seine Bezüge.

Erbeben in Südspanien

Ein Beben von ML5,2 hat am Montag das Gebiet um die 2500 Seelen Ortschaft Ossa de Montiel in der Provinz Albacete in Südostspanien erschüttert. Das Epizentrum liegt auf halber Strecke zwischen Madrid und Cordoba im Süden.

Die IGN gab zunächst eine Bebenstärke von ML5,4 an – korrigierte dann aber später. Die Ausgangstiefe lag bei 14 km. Es gab keine Personen- oder Materialschäden. Bereits im Jahre 2009 gab es hier Erdbeben. Die Ursache und der Auslöser ist laut IGN noch unbekannt.

In verschiedenen Pressemeldungen und auch im Internet (siehe Facebook unten) kursieren Aufnahmen von Bebenschäden zum jüngsten Ereignis. Wie Risse in den Straßen – die aber vom ML5,1 Beben 2011 in Lorca (Südspanien) stammen. Damals gab es 9 Tote und große Gebäudeschäden.

Trotz der gleichen oder jetzt sogar höheren ML-Bebenstärke, können die Schäden unterschiedlich ausfallen. In Lorca entstand das Beben in nur in geringer Tiefe von 3 km. Die Energie wurde nicht gedämpft oder verbraucht und konnte an der Erdoberfläche so große Schäden hinterlassen. In Ossa de Montiel lag das Zentrum am Montag in 14 km Tiefe. Als Ergänzung folgender Artikel zum Lesen: “Spanisches Erdbeben schürt Fracking-Ängste

Eine Pressemeldung gibt nicht gleich die Tatsache wieder. So auch die Märe vom “Unterwasser-Vulkan vor El Hierro wieder ausgebrochen” vom 16.02.2015. Es mag der Drang möglichst schnell und ohne Überprüfung News an den Mann zu bringen. Der Wahrheitsgehalt bleibt dann leider oft auf der Strecke.

Samstag, 31. Mai 2014

Vulkan - Seismograf, GPS und viele Unbekannten

NEWS:

Wie wird das Wetter heute? Während für Viele der erste Blick morgens zum Himmel oder auf den Thermometer geht -  oben die aktuelle Satellitenansicht und links die Wettervorhersage von El Hierro - werfe ich noch ein Auge auf die Seismografen. Seit Jahren gilt mein Augenmerk den seismischen Aktivitäten unter El Hierro. Es ist schon mein tägliches Standartprogramm bis zum Frühstück die aktuellen Messdaten parat zu haben.

Was war heute Nacht los? Die meist gestellte Frage zu Hause, von Nachbarn, Freunden und Kollegen. Nur bei Erdstößen über ML4,5 (die selten sind) verspürt auch jeder selbst auf La Palma was ihn in der Nacht geweckt hat.
Seit dem letzten starken Beben von ML5,1 am 27. Dezember 2013 auf El Hierro ist es relativ ruhig geblieben. Seit fast 6 Monaten gibt es nur noch schwache Erdstöße.
So auch am 28.5.14 ein ML2,9 und gestern ein ML1,1 Beben (siehe IGN Liste unten) im südlichen El Julan Sektor.

 
Auch für die Inselbewohner unbemerkt, verformt sich aber die Erdoberfläche immer weiter. Die Kurve links zeigt den kontinuierlichen vertikalen GPS Anstieg vom Messpunkt El Pinar im südlichen Inselteil.
Auch im Golfotal (links) ist genau diese Entwicklung zu beobachten. Weniger oder nur schwache Beben bedeuten im Falle El Hierro nicht, dass damit die Vulkanaktivität auch abnimmt oder zurück geht. Es ist nur eine Pause - der nächste Bebenschub wird kommen. Der aufgebaute Druck findet keine Möglichkeit sich zu verteilen oder abzubauen. Die japanische Universität Nagoya hat auf allen Kanarischen Inseln im Rahmen eines Forschungsprogramm diverse GPS Messpunkte eingerichtet. Es soll eine Vorhersage für bevorstehende Vulkaneruptionen ermöglichen. Dieser GPS Indikator hat sich inzwischen zu einem wichtigen und festen Bestandteil in der Vulkanforschung etabliert.
 
Wann aber dieser G-Punkt erreicht wird, hängt mit dem Gesteinsaufbau der Inseloberfläche zusammen. Die geologische Beschaffenheit bis in 15 oder mehr Kilometer Tiefe ist aber noch nicht genau erforscht. Wie viel Druck das Gestein noch verträgt bis es zu Bersten beginnt, bleibt die Unbekannte.
Gestein ist auch kein Material wie z.B. Metall bei dem ich eine exakte Sollbruchstelle ermitteln kann. Hitzeeinflüsse oder Aufschmelzungen durch die Magma verändern dazu ständig den homogenen Strukturaufbau des Untergrundes und damit seine Festigkeit.
 
Es ist ein Experiment - ein ständiges Messen und Beobachten. Irgendwann werden wir vielleicht schlauer sein und das "Spiel" der Natur etwas besser einschätzen können. 
100 % verstehen - so glaube ich, werden wir es aber nie.

Mittwoch, 15. Januar 2014

Vulkan - Ruhephase, Statistik und das italienische L’Aquila

NEWS:
Donnerstag, 16.01.14
14.59 Uhr - Heute Morgen um 2.53 Uhr ein ML2,0 Beben aus 10 km Tiefe vor der südlichen Ostküste bei El Pinar.


Seit dem ML5,1 Beben am 27. Dezember 2013 bleibt alles ruhig. Es hat den Eindruck, als wurde damit viel angestaute Energie freigesetzt. Nach dem Bebenschwall um die Weihnachtszeit (IGN Histogramm) auf der südlichen Ostseite und dem doch überraschend ausgelösten Starkbeben in 40 km Entfernung auf dem westlichen Atlantik ist die Aktivität fast erloschen. Nur vereinzelt schwache Beben bis ML2,3 waren in den letzten 20 Tagen zu beobachten. Die Bodenverformung und damit der Druck bleibt aber nahezu unverändert erhalten. Diese Ruhe- oder besser Regenerationsphasen gab es auch schon in der Vergangenheit. Erst wenn sich wieder entsprechender Druck aufgebaut hat oder neue frische Magma aus tieferen Regionen nachfließt, findet die messbare und spürbare Aktivität seine Fortsetzung.


 


Etwas Passagier-Statistik

Nun liegen auch die jüngsten Zahlen über das Flugpassagier- Aufkommen der AENA vor. Die AENA ist der staatliche Flughafenbetreiber und damit auch für den kleinen Flugplatz El Hierro zuständig. Im Jahre 2013 wurden insgesamt 139.154 Passagiere abgefertigt. Ein Minus von 8,9 % gegenüber 2012.

Jeder Passagier wird bei der Ankunft und beim Abflug gezählt. Korrekt waren es dann rund 70.000 Passagiere. Davon entfallen nach Erfahrungswerten mindestens 70% auf einheimische Fluggäste. Auch auf La Palma als Vergleichszahl gingen die Passagiere sogar um 16,2 % zurück.

Die Westinseln konnten also nicht von dem veränderten Verbraucherverhalten durch die politischen Unruhen in Nordafrika profitieren. Die umständliche und kostenintensive Anreise und die Politik der großen Touristikunternehmen führten diesen Strom auf die Ostinseln.

Es dürfte aber vor allem die spanische Wirtschaftskrise sein, die viele Canarios vom Fliegen abhält oder den finanziell günstigeren aber umständlichen Weg mit der Fähre den Vorrang gibt. Dazu liegen aber keine Daten vor.


L’Aquila - kommt nicht zur Ruhe. Nun noch ein Korruptionsfall ?

Vor fast fünf Jahren erschütterte ein ML6,3 Beben am 6. April 2009 das italienische L’Aquila. 307 Tote und 70.000 Obdachlose forderte diese Katastrophe.
Sechs Mitglieder des Katastrophenstab wurden zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.
  
Ich hatte berichtet - hier Nachzulesen oder links in der Seitenleiste im "Archiv durchsuchen" das Stichwort "L’Aquila" eingeben.

Auch heute können noch immer viele Bewohner nicht in ihre Häuser und Wohnungen zurück. Ein Korruptionsskandal in der Stadtverwaltung, die sich wohl an der Not der Menschen bereichert haben, wird zur Zeit von der italienischen Staatsanwaltschaft untersucht.

"Ein Kommunalbeamter sprach in abgehörten Telefonaten vom Erdbeben als „Riesen-Glücksfall“. Wer die einmalige Chance Geld zu machen nicht nutze, sei dumm. Einige Verdächtige sollen 1,2 Millionen Euro Wiederaufbau-Hilfe mittels gefälschter Abrechnungen in die eigenen Taschen gelenkt haben".

"Ein bereicherndes Erdbeben" so der Titel in der Berliner Zeitung (lesenswert).

Dienstag, 31. Dezember 2013

Vulkan - da kann man nur Staunen

NEWS:
01.01.14 - gestern Abend noch ein ML2,1 Beben aus nur 3 km Tiefe im Süden vor der Küste. 
31.12.13 - um 17.14 Uhr ein ML2,2 Erdstoß aus 15 km Tiefe - Inselmassiv (Tanganasoga)

Von der vor einigen Monaten im Meer vor Restinga stationierten Messboje sind keine ungewöhnlichen Wasserwerte registriert worden. Die von mehreren Forschungsinstituten betriebene Station zeigt auf der Vulcano Seite nur einen leichten Anstieg des pH-Wert (blau) und leicht fallende Co² Werte (grün). Luft- und Gasmessungen werden von der Involcan vorgenommen, die Daten aber nur sporadisch veröffentlicht. Aktuelle Zahlen liegen nicht vor (zur Frage von Monika). Heute 2 leichte Beben im Süden bzw. Westen. Die Ruhephase hält also weiter an.
Die Bodenverformungswerte sind nach den von der IGN veröffentlichten GPS Messungen leicht zurück gegangen. Es sind nie aktuelle Werte, sondern Messergebnisse von zurückliegenden Tagen. Die Basis bilden die per Satellit zur Uni Nagoya in Japan gefunkten Zahlen. Hier werden sie ausgewertet und von der spanischen IGN in einer eigenen Grafik übernommen und veröffentlicht.
Wie werden nun diese Daten gelesen? - (diese Frage wurde mehrfach gestellt). Zum besseren Verständnis links die japanische Originalgrafik vom Messpunkt La Frontera. Erste Tabelle die Veränderung von Ost nach West. Hier ein leichter Rückgang (rot). Zweite Tabelle die Verschiebung von Nord nach Süd und 3. der vertikale Anstieg Up down (in IGN Statistik nur mit "u" bezeichnet). Die roten Messpunkte sind die vorläufigen Werte, die erst noch überprüft werden und dann in Blau erscheinen. Im Grunde ist diese Grafik sehr ungenau da auf wenigen Zentimetern ein relativ langer Zeitraum dargestellt wird. Der ungefähre Trend ist aber abzulesen. Hier sollte sich die IGN vielleicht einmal etwas Detaillierteres ausdenken, da diese Zahlen doch viele Rückschlüsse und Vorhersagen zulassen. Neben den seismischen Aufzeichnungen und der Gaskonzentration, bilden die GPS Daten ein wichtiger Indikator für die zukünftige Entwicklung.

Sinneswandel in der Fachwelt

Das anerkannten Colegio de Geologos (ICOG) in Madrid hat gestern durch den Vizepräsident, den Geologen Jose Luis Barrera, in einer Pressemitteilung sinngemäß folgende Neuigkeit erklärt:

"Die vulkanische Aktivität unter El Hierro hat seit ihrer jüngsten Entstehung im Jahre 2011 bis heute überhaupt noch nicht aufgehört und wird erst durch einen Vulkanausbruch auf dem Inselmassiv oder als Unterwasser Eruption sein Ende finden. Wann dies sein wird, kann jedoch nicht vorhergesagt werden."

Da staunt der Laie zu welch sensationell neuen Erkenntnissen nun die "Fachwelt" kommt. Hatte nicht Pevolca und IGN bereits mehrfach das Ende der Vulkanaktivität verkündet ?

Es ist natürlich auch Balsam und Genugtuung für den "Propheten in der Wüste" solche Aussagen zu hören. Wurde von den Geologen und Vulkanologen die Lage etwa bisher falsch eingeschätzt.
Ich denke Nein.
Die Daten standen allen zur Verfügung ... und mit etwas logischem Denken und Einschätzen der Lage müssen sie zum gleichen Ergebnis gekommen sein.
Nur sind die Wissenschaftler in ihrem Handeln nicht unbedingt frei und ihrem Brötchengeber verpflichtet ...und die Politik verfolgt oft andere Wege.

Wie dem auch sei - auch ein Vulkanologe mit dem Vorsatz "Hobby" kann die Lage zutreffend beurteilen und vor allem offen dazu Schreiben.

So sah es nach dem jüngsten ML5,1 Beben auf der Straße im südlichen Golfoausgang (Foto Avcan) aus. Hier sollte man nicht unbedingt währen des Bebens unterwegs gewesen sein. Es war nicht die einzige Straße die von Geröll und Steinschlag unpassierbar wurde. Weitere Beben in ähnlicher Größenordnung werden auch von der IGN erwartet. Wäre es nicht ratsam steinschlaggefährdete Straßen, Steilhänge oder Wanderwege direkt am Kraterrand vorsorglich zu sperren? Die Pevolca hält dies im Moment für nicht erforderlich (ich hatte gestern dazu berichtet).

Sonntag, 8. November 2015

Erdbeben von ML3,7 auf El Hierro

Die Beben werden wieder stärker


Am Samstagabend gab es unmittelbar am südlichen Küstenbereich von El Hierro ein Erdbeben der Stärke ML3,7. Dieser Erdstoß wurde von den Bewohnern, vor allem im südlichen Inselteil, gespürt. Schäden sind nicht zu vermelden.

Um 20.01 Uhr bebte für einige Sekunden die Insel. Das Zentrum lag in 14,3 km Tiefe, unweit der alten Eldiscreto Eruptionsstelle(Grafik IGN). Bereits am Vormittag um 3.45 bzw. 6.35 Uhr gab es zwei leichtereErdbeben von ML1,0 und 1,5 im Süden und im nordwestlichen Golfotal.
Ein Beben von ML3,7 ist bei einer vulkanischen Aktivität in die mittlere Kategorie einzustufen. Das stärkste Erdbeben das wir überhaupt auf El Hierro hatten war der ML5,1 Erdstoß im Dezember 2013. Damals waren die Auswirkungen bis nach La Palma zu spüren.
Überhaupt sind in den letzten Tagen und Wochen verstärkte seismische Aktivitäten rund um die Insel zu registrieren.

Nach einer Zeit mit relativ wenigen Erdstößen, flammt seit 5. November 2015 (siehe IGN Grafik) die Zahl der registrierten Erdbeben wieder auf. Auch im weiteren Umfeld zwischen Teneriffa und Gran Canaria oder im 60 km südlich von El Hierro liegenden  Seamount Umfeld werden Beben gemeldet.
   
Noch sind diese verstärkten Aktivitäten als„Normal“ zu betrachten. Es könnten aber auch erste Anzeichen für einen vermehrten Magmafluss in dem untereinander verbundenen und verzweigten System andeuten. Die nächsten Tage und Wochen werden es zeigen, ob es die ersten Boten für ein Wiederaufleben der vulkanischen Aktivität sind.

Sicher ist nur, daß El Hierro als jüngste Kanarische Insel sich noch im Aufbau befindet.
Der Hotspot wird der Insel in geologischer Zukunft noch einige Eruptionen bescheren. Völlig unsicher dagegen ist, wann und in welcher Zeitspanne neue Vulkane die Insel weiter Formen und Vergrößern.
Seit der letzten Eldiscreto Eruption im Jahre 2011 beobachte ich täglich die seismische Entwicklung und auch die Ruhephasen auf El Hierro. Die Bodenverformung der Inseloberfläche weist immer noch nach den GPS-Daten eine Aufwölbung von +22 cm im Südteil auf. Die Magmakammer steht also weiter unter Druck. Für einen Druckabbau hat sich noch kein Weg gefunden. Jeder weitere Magmanachschub aus dem Erdinnern vergrößert das Volumen und kann Erdbeben und mehr auslösen.
Es lohnt sich immer wieder einen Blick in das Archiv (linke Seitenleiste) zum Nachlesen und als Dokumentation der doch dramatischen Zeiten von 2011/ 2012 zu werfen.