Plötzliche Vulkan Eruption des Tavurvur auf Video festgehalten.
Selten wurde bisher der Beginn einer explosiven Vulkan- Eruption mitverfolgt und auf Video aufgenommen. Es war sicher ein nicht geplanter und zufälliger Schnappschuss der Linda McNamara hier gelang. Sie war am 29. August 2014 mit ihrem Mann als Tourist auf einem Kreuzfahrtschiff vor der Insel unterwegs. Aus mehreren Kilometer Entfernung erlebten sie die plötzliche Eruption des Vulkan Tavurvur auf Papua Neuginea. Trotz der explosiven Eruption und der zeitverzögerten Druckwelle lies sie ihren Finger auf dem Auslöser.
Eine erneute Eruption des Tavurvur hatte sich bereits seit Wochen angekündigt. Die Ausbruchstelle liegt in einer alten Caldera. Auch wenn es kein submariner Vulkan ist, so liegt er doch in Meeresnähe. Es mag das einströmende und sofort verdampfte Wasser gewesen sein, das die Vulkan Eruption zu einem explosiven Ausbruch machte.
Wasser vergrößert sein Volumen beim Übergang zu Wasserdampf. Durch die 1000 bis 1300 C° heiße Gesteinsschmelze wird in Bruchteilen einer Sekunde aus 1 Liter Wasser rund 1673 Liter Wasserdampf. Diese plötzliche Volumenausdehnung sprengt Gestein auseinander und reist Lavabrocken weit in die Luft.
Bereits im Jahre 1994 hatte der Vulkan Tavurvur die Stadt Rabaul unter Asche begraben. Sie wurde an anderer Stelle neu aufgebaut.
Der Island Vulkan Bardarbunga spukt weiter Lava aus seiner Spalteneruption. Die Aschewolke reicht bis in 4000 Meter Höhe. Über 220.000 m³ Lava sind nach Einschätzung der IMO bereits ausgetreten. Von den Lavaströmen bedeckt wird inzwischen eine Fläche von 19 km².
Im Eruptionsgebiet wurden hohe Werte von Schwefel- und Kohlendioxid gemessen.
Die unter dem Eis liegende Caldera hat sich nach Beobachtungen abgesenkt. Eine erwartete Deflation nach dem Ausströmen großer Lavamengen.
An bestimmten Stellen im Gletschereis wurden Mulden von mehr als 12 Meter Tiefe gefunden.
Auch heute Morgen starke Beben bis ML5,5 aus 2,6 km Tiefe.
Unter El Hierro ist es dafür verhältnismäßig ruhig. Heute aber auch bereits 5 kleine Erdstöße bis ML1,3 um die 10 km Tiefe unter dem Inselmassiv.
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Mittwoch, 10. September 2014
Explosive Vulkan Eruption in Neuginea
Labels:El Hierro,Kanarische Inseln,Kanaren,Spanien
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Donnerstag, 28. August 2014
Island - Riss in der Eisdecke entdeckt
Erste Spuren einer Eruption ?
Nördlich des Bardarbunga hat sich eine Eisspalte geöffnet. Wie die IMO (Foto) mitteilte, wurde bei einem Kontrollflug der Küstenwache gestern eine ca. 4 bis 6 km lange und 10 bis 15 m tiefe Spalte im hier 400 - 600 m dicken Eis entdeckt. Es wird vermutet, dass im Untergrund der Gletscher abschmilzt und die Eismassen nachgeben. Größere Wasserströme wurden jedoch noch nicht entdeckt.
In den vergangenen Tagen hatten sich die Beben immer weiter nach Norden in Richtung Vulkan Askja verschoben.
Fast 37 km weiter nördlich vom Bardarbunga hat sich das Magma einen Weg gesucht (siehe IMO Grafik). Hier finden auch die stärksten Beben statt. Bis zu ML5,4 am 26. August aus nur 2 km Tiefe. Es stellt sich die Frage wie stark vulkanische Beben ansteigen können. Den kräftigsten Erdstoß hatte Island mit ML6,3 im Jahre 2008 erlebt. Mir sind auch keine Beben über ML6,5 weltweit bei einer rein vulkanischen Aktivitäten bekannt. In Island ist dies jedoch geologisch auch etwas anders als auf den Kanaren.
Island liegt am Zusammentreffen zweier Kontinentalplatten (siehe letzten Beitrag). Auf der Grafik links ist der Bebenverlauf der letzten Jahre (rot) markiert. Es ist genau die Plattengrenze wo Magma hervortritt und neue Vulkane entstehen lässt. Theoretisch können hier durch die Verschiebung der Platten tektonische Beben und vulkanische Beben auftreten. Ein Wechselspiel mit auch noch kräftigeren Beben ist möglich.
Die IMO kann nicht genau sagen, wo Magma bereits unter dem Eis ausgetreten ist. Klar ist nur, dass eine Eruption erfolgte. Bislang sind außer dem Riss in der Eisdecke aber noch keine Oberflächenspuren gefunden worden.
Auch gibt es noch keine auffälligen Gaskonzentrationen an der Erdoberfläche. Die dicke Eisdecke hindert auch das Ausströmen von Schwefel, Helium oder Kohlendioxid. Durch den Riss kann es jetzt aber eine Spalte geben, aus der dann erhöhte Gasemissionen gemessen werden können.
Eine 3D-Simulation von dfmorvan (Danke) verdeutlicht den bisherigen Bebenverlauf um den Bardarbunga.
Nördlich des Bardarbunga hat sich eine Eisspalte geöffnet. Wie die IMO (Foto) mitteilte, wurde bei einem Kontrollflug der Küstenwache gestern eine ca. 4 bis 6 km lange und 10 bis 15 m tiefe Spalte im hier 400 - 600 m dicken Eis entdeckt. Es wird vermutet, dass im Untergrund der Gletscher abschmilzt und die Eismassen nachgeben. Größere Wasserströme wurden jedoch noch nicht entdeckt.
In den vergangenen Tagen hatten sich die Beben immer weiter nach Norden in Richtung Vulkan Askja verschoben.
Fast 37 km weiter nördlich vom Bardarbunga hat sich das Magma einen Weg gesucht (siehe IMO Grafik). Hier finden auch die stärksten Beben statt. Bis zu ML5,4 am 26. August aus nur 2 km Tiefe. Es stellt sich die Frage wie stark vulkanische Beben ansteigen können. Den kräftigsten Erdstoß hatte Island mit ML6,3 im Jahre 2008 erlebt. Mir sind auch keine Beben über ML6,5 weltweit bei einer rein vulkanischen Aktivitäten bekannt. In Island ist dies jedoch geologisch auch etwas anders als auf den Kanaren.
Island liegt am Zusammentreffen zweier Kontinentalplatten (siehe letzten Beitrag). Auf der Grafik links ist der Bebenverlauf der letzten Jahre (rot) markiert. Es ist genau die Plattengrenze wo Magma hervortritt und neue Vulkane entstehen lässt. Theoretisch können hier durch die Verschiebung der Platten tektonische Beben und vulkanische Beben auftreten. Ein Wechselspiel mit auch noch kräftigeren Beben ist möglich.
Die IMO kann nicht genau sagen, wo Magma bereits unter dem Eis ausgetreten ist. Klar ist nur, dass eine Eruption erfolgte. Bislang sind außer dem Riss in der Eisdecke aber noch keine Oberflächenspuren gefunden worden.
Auch gibt es noch keine auffälligen Gaskonzentrationen an der Erdoberfläche. Die dicke Eisdecke hindert auch das Ausströmen von Schwefel, Helium oder Kohlendioxid. Durch den Riss kann es jetzt aber eine Spalte geben, aus der dann erhöhte Gasemissionen gemessen werden können.
Eine 3D-Simulation von dfmorvan (Danke) verdeutlicht den bisherigen Bebenverlauf um den Bardarbunga.
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Donnerstag, 21. August 2014
Vulkan Bardarbunga auf Island kurz vor Ausbruch ?
Alle Anzeichen deuten auf eine baldige Eruption
Während es unter El Hierro im Moment relativ ruhig bleibt, meldet sich in Island der Vulkan Bárðarbunga zu Wort. Einer dieser komplizierten Namen, der sich nach einem Siedler und der Endung "bunga" = Wölbung zusammensetzt.
Fast 3000 Beben in den letzten Tagen aus einer Tiefe zwischen 1,1 und 12,9 km. Die örtlichen Behörden haben die Warnstufe "Orange" ausgerufen (= 2. höchste Stufe) und das Gebiet weiträumig gesperrt. Der Umkreis ist nicht bewohnt. Nur ca. 200 Touristen sollen sich dort aufgehalten haben, die evakuiert wurden. Der Bardarbunga liegt in einem Gletschergebiet (siehe Google Karte) unter einer bis zu 600 Meter dicken Eisplatte und ist Teil einer Caldera (Senkkrater) mit 10 km Durchmesser und 700 Meter Tiefe. Der letzte dokumentierte größerer Ausbruch erfolgte im Jahre 1902.
Beben bis ML4,5 und 1605 Schwarmbeben allein in den letzten 48 Stunden, lassen nach Auskunft des Islandic Met Office (Quelle: Grafiken und Karten) auf etwas Größeres schließen. Solche Ausschläge auf den Seismogrammen wie hier, sind wir noch von El Hierro gewohnt. Der anhaltende Tremor (breites Band vor und nach dem Hauptbeben) lässt auf vordringende Magma schließen.
Es ist die in Ritzen und Spalten aufsteigende Magma die diese "Minibeben" produziert. Bei einer Eruption könnten wieder große Lava- und Gesteinsmassen in die Atmosphäre geblasen werden, die zu Beeinträchtigung des nordatlantischen Flugverkehr führen würden.
Und es gibt noch ein Zweites Problem. Die dicken Eismassen werden geschmolzen. Viel Schmelzwasser würde sich einen Weg suchen. Soweit ich die Karten studiert habe, gibt es zwei Flusstäler aus diesem Caldera Bereich. Hier würde sehr viel Wasser auch in das weitere Umfeld strömen.
Island ist bekannt für Vulkane. Hekla, Krafla oder der unaussprechbare Vulkan Eyjafjallajökull sind noch in Erinnerung.
Hier links auf der Karte sind die Vulkane eingezeichnet. Der Bardarbunga liegt im südöstlich weißen Bereich. Auch haben die isländischen Vulkanologen ganz andere Erfahrungswerte wie ihre IGN Kollegen in Spanien. Waren kurz vor der Eldiscreto Eruption auf El Hierro die Behörden zurückhaltend und beschwichtigend und haben La Restinga erst geräumt als schon das Meerwasser "kochte". So wird auf Island das Gebiet abgeriegelt und offen über zu erwartende Möglichkeiten gesprochen. Allerdings sind in Island die örtlichen Verhältnisse auch etwas anders. Es bleibt interessant die Arbeit der Vulkanologen und der Behörden zu beobachten und Vergleiche zu ziehen.
Auch die GPS Messungen zeigen in den letzten Tagen Veränderungen. Während sich die Messpunkte nach Nordosten verschieben, wölbt sich die Eisfläche über dem Bardarbunga vertikal um gut 20 mm in die Höhe (untere Grafik).
Es sind eindeutige Anzeichen für einen Druckaufbau um die Magmakammer. Tief liegt hier das Magmafeld nicht mehr - ich schätze um die 5 km Tiefe - was auch die 3D Grafik verdeutlicht. Was ich allerdings noch nicht gefunden habe, sind aktuelle Messwerte der Gasemission. Es ist aber zu erwarten, dass vermehrt Kohlendioxid (CO2 - danke an P. Gerstberger - mit meiner Tastatur geht es leider nicht besser), Schwefel und Helium austritt. Alles deutet nach jetzigem Stand auf eine Vulkan- Eruption hin. Wie stark und wie gewaltig der Ausbruch erfolgen wird, weis niemand. Die Forschungsleiterin Kristin Vogfjöro vom Islandic Met Office spricht allerdings von einer ungewöhnlich großen Magmamenge im Untergrund.
Auch eine Webcam wurde bereits installiert. Noch ist darauf außer Geröll und Eis nicht viel zu sehen. Doch - das möchte ich noch anmerken, bei Sonnenaufgang heute Morgen hatten wir im August auf Island (Höhe unbekannt) - 18°C.
Während es unter El Hierro im Moment relativ ruhig bleibt, meldet sich in Island der Vulkan Bárðarbunga zu Wort. Einer dieser komplizierten Namen, der sich nach einem Siedler und der Endung "bunga" = Wölbung zusammensetzt.
Fast 3000 Beben in den letzten Tagen aus einer Tiefe zwischen 1,1 und 12,9 km. Die örtlichen Behörden haben die Warnstufe "Orange" ausgerufen (= 2. höchste Stufe) und das Gebiet weiträumig gesperrt. Der Umkreis ist nicht bewohnt. Nur ca. 200 Touristen sollen sich dort aufgehalten haben, die evakuiert wurden. Der Bardarbunga liegt in einem Gletschergebiet (siehe Google Karte) unter einer bis zu 600 Meter dicken Eisplatte und ist Teil einer Caldera (Senkkrater) mit 10 km Durchmesser und 700 Meter Tiefe. Der letzte dokumentierte größerer Ausbruch erfolgte im Jahre 1902.
Beben bis ML4,5 und 1605 Schwarmbeben allein in den letzten 48 Stunden, lassen nach Auskunft des Islandic Met Office (Quelle: Grafiken und Karten) auf etwas Größeres schließen. Solche Ausschläge auf den Seismogrammen wie hier, sind wir noch von El Hierro gewohnt. Der anhaltende Tremor (breites Band vor und nach dem Hauptbeben) lässt auf vordringende Magma schließen.
Es ist die in Ritzen und Spalten aufsteigende Magma die diese "Minibeben" produziert. Bei einer Eruption könnten wieder große Lava- und Gesteinsmassen in die Atmosphäre geblasen werden, die zu Beeinträchtigung des nordatlantischen Flugverkehr führen würden.
Und es gibt noch ein Zweites Problem. Die dicken Eismassen werden geschmolzen. Viel Schmelzwasser würde sich einen Weg suchen. Soweit ich die Karten studiert habe, gibt es zwei Flusstäler aus diesem Caldera Bereich. Hier würde sehr viel Wasser auch in das weitere Umfeld strömen.
Island ist bekannt für Vulkane. Hekla, Krafla oder der unaussprechbare Vulkan Eyjafjallajökull sind noch in Erinnerung.
Hier links auf der Karte sind die Vulkane eingezeichnet. Der Bardarbunga liegt im südöstlich weißen Bereich. Auch haben die isländischen Vulkanologen ganz andere Erfahrungswerte wie ihre IGN Kollegen in Spanien. Waren kurz vor der Eldiscreto Eruption auf El Hierro die Behörden zurückhaltend und beschwichtigend und haben La Restinga erst geräumt als schon das Meerwasser "kochte". So wird auf Island das Gebiet abgeriegelt und offen über zu erwartende Möglichkeiten gesprochen. Allerdings sind in Island die örtlichen Verhältnisse auch etwas anders. Es bleibt interessant die Arbeit der Vulkanologen und der Behörden zu beobachten und Vergleiche zu ziehen.
Auch die GPS Messungen zeigen in den letzten Tagen Veränderungen. Während sich die Messpunkte nach Nordosten verschieben, wölbt sich die Eisfläche über dem Bardarbunga vertikal um gut 20 mm in die Höhe (untere Grafik).
Es sind eindeutige Anzeichen für einen Druckaufbau um die Magmakammer. Tief liegt hier das Magmafeld nicht mehr - ich schätze um die 5 km Tiefe - was auch die 3D Grafik verdeutlicht. Was ich allerdings noch nicht gefunden habe, sind aktuelle Messwerte der Gasemission. Es ist aber zu erwarten, dass vermehrt Kohlendioxid (CO2 - danke an P. Gerstberger - mit meiner Tastatur geht es leider nicht besser), Schwefel und Helium austritt. Alles deutet nach jetzigem Stand auf eine Vulkan- Eruption hin. Wie stark und wie gewaltig der Ausbruch erfolgen wird, weis niemand. Die Forschungsleiterin Kristin Vogfjöro vom Islandic Met Office spricht allerdings von einer ungewöhnlich großen Magmamenge im Untergrund.
Auch eine Webcam wurde bereits installiert. Noch ist darauf außer Geröll und Eis nicht viel zu sehen. Doch - das möchte ich noch anmerken, bei Sonnenaufgang heute Morgen hatten wir im August auf Island (Höhe unbekannt) - 18°C.
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Dienstag, 29. Juli 2014
Vulkan - fast 700 Tonnen CO² Ausstoss täglich
Die Gasemission ist wieder angestiegen
NEWS: 1. August 2014 - um 11.32 Uhr ein ML2,9 Beben aus 25 km Tiefe vor der Westspitze. Zwei Stunden später um 13.35 Uhr ein ML1,5 Erdstoß im Süden aus 14 km Tiefe.
Auf El Hierro werden jetzt täglich 698 Tonnen Kohlendioxid (CO²) +/- 28 t - vom Vulkansystem ausgestoßen. Das ergaben Messungen und Hochrechnungen der Involcan im vergangenen Monat Juni 2014. Vor einem Jahr (Juni 2013) lag der Wert noch bei 556 t/Tag.
Eine unvorstellbare Menge Gas, das bei einer Dichte von 1,977 kg/m³ unter Normbedingungen (1013 mbar, o°) hier Austritt. Die Involcan unterhält auf El Hierro im Süden und Westen ein stationäres Messnetz (links blaue Markierungen) sowie mehrere mobile Stationen. Umgerechnet auf 278 km² Inselfläche sind das pro Quadratkilometer 2510 kg Kohlendioxid täglich. CO² ist ungefähr 1,5 mal schwerer als Luft und verdrängt bei entsprechender Konzentration in Bodennähe den Sauerstoff. Allerdings ist diese diffuse aus Spalten und Ritzen austretende Menge noch im unbedenklichen Bereich. CO² ist geruchlos und wird schnell durch die Winde zerstreut und verteilt.
Gefährlich für den Menschen kann es im Moment höchstens in geschlossenen Höhlensystemen und vielleicht auch tiefen Kellern werden.
Die Normalmenge an CO² auf El Hierro - vor der Eruption 2011 - lag bei 345 Tonnen/Tag. Während der Eruption 2011 ist dieser Wert allerdings für einige Tage auch auf 2400 Tonnen/Tag angestiegen und das kann gefährlich werden. Es gab damals mehrere "Vergiftungsfälle".
Grundsätzlich liegt die Abgabemenge bis 930 Tonnen/Tag noch im vertretbaren Bereich und hinterlässt keine gesundheitlichen Schäden.
Die Gasemission von Schwefel-, Methan- oder Kohlendioxid ist ein wichtiger Frühindikator für aufsteigende Magma und damit ein Zeichen für eine bevorstehende Eruption.
Magma verdrängt beim Aufstieg die gebildeten oder vorhandenen Gase vermehrt in die Atmosphäre.
Vermissten-Suche
Nachbarschaftshilfe hat gestern die AEA Hundestaffel La Palma den Kollegen von El Hierro gegeben. Ein 74 jähriger Rentner aus Tigaday im Golfotal wird seit Sonntag in den Bergen vermisst. Gestern wurde der Suchtrupp am alten Flugplatz La Palma (Foto: AEA) vom Helikopter abgeholt und nach El Hierro geflogen. Obwohl über 60 Mann von Polizei und Feuerwehr unter Einsatz des Hubschraubers gesucht haben und weiter suchen, konnte der Vermisste bislang noch nicht aufgespürt werden.
Auf La Palma erleben wir das häufig. Meist sind es ortsunkundige Wanderer, die sich in der Wildnis nicht mehr zurecht finden oder verletzen. Oft nimmt die Vermisstensuche einen glimpflichen Ausgang.
Es gibt aber auch Fälle wie der eines deutschen Touristen, der seit März 2014 im Nordwesten von La Palma trotz umfangreicher Suche nicht gefunden werden konnte.
Oft ist es Selbstüberschätzung, falsches Schuhwerk oder Alleingänge die solch eine Situation erst herauf beschwören. Mit großem Helfer- und Materialaufwand und entsprechenden Kosten setzen sich die Suchtrupps oft selbst Gefahren aus.
Gesucht wird jeder Vermisste, bislang blieben die Kosten beim Cabildo Insular hängen. In Zukunft will man bei Vorsatz oder grob-fahrlässigem Verhalten dem Verursacher die Suchkosten aber in Rechnung stellen.
Wie oft habe ich selbst erlebt, dass in schwer begehbarem Gebiet in 2.000 Meter Höhe "Wanderer" in Badelatschen und ohne Trinkwasser unterwegs sind. Es muss wohl die Höhenluft sein, die hier den normalen Instinkt lähmt oder abschaltet.
Auf meiner LP-Wandererseite habe ich so einige grundsätzliche Dinge zusammen gestellt, die auch auf El Hierro gelten.
NEWS: 1. August 2014 - um 11.32 Uhr ein ML2,9 Beben aus 25 km Tiefe vor der Westspitze. Zwei Stunden später um 13.35 Uhr ein ML1,5 Erdstoß im Süden aus 14 km Tiefe.
Auf El Hierro werden jetzt täglich 698 Tonnen Kohlendioxid (CO²) +/- 28 t - vom Vulkansystem ausgestoßen. Das ergaben Messungen und Hochrechnungen der Involcan im vergangenen Monat Juni 2014. Vor einem Jahr (Juni 2013) lag der Wert noch bei 556 t/Tag.
Eine unvorstellbare Menge Gas, das bei einer Dichte von 1,977 kg/m³ unter Normbedingungen (1013 mbar, o°) hier Austritt. Die Involcan unterhält auf El Hierro im Süden und Westen ein stationäres Messnetz (links blaue Markierungen) sowie mehrere mobile Stationen. Umgerechnet auf 278 km² Inselfläche sind das pro Quadratkilometer 2510 kg Kohlendioxid täglich. CO² ist ungefähr 1,5 mal schwerer als Luft und verdrängt bei entsprechender Konzentration in Bodennähe den Sauerstoff. Allerdings ist diese diffuse aus Spalten und Ritzen austretende Menge noch im unbedenklichen Bereich. CO² ist geruchlos und wird schnell durch die Winde zerstreut und verteilt.
Gefährlich für den Menschen kann es im Moment höchstens in geschlossenen Höhlensystemen und vielleicht auch tiefen Kellern werden.
Die Normalmenge an CO² auf El Hierro - vor der Eruption 2011 - lag bei 345 Tonnen/Tag. Während der Eruption 2011 ist dieser Wert allerdings für einige Tage auch auf 2400 Tonnen/Tag angestiegen und das kann gefährlich werden. Es gab damals mehrere "Vergiftungsfälle".
Grundsätzlich liegt die Abgabemenge bis 930 Tonnen/Tag noch im vertretbaren Bereich und hinterlässt keine gesundheitlichen Schäden.
Die Gasemission von Schwefel-, Methan- oder Kohlendioxid ist ein wichtiger Frühindikator für aufsteigende Magma und damit ein Zeichen für eine bevorstehende Eruption.
Magma verdrängt beim Aufstieg die gebildeten oder vorhandenen Gase vermehrt in die Atmosphäre.
Vermissten-Suche
Nachbarschaftshilfe hat gestern die AEA Hundestaffel La Palma den Kollegen von El Hierro gegeben. Ein 74 jähriger Rentner aus Tigaday im Golfotal wird seit Sonntag in den Bergen vermisst. Gestern wurde der Suchtrupp am alten Flugplatz La Palma (Foto: AEA) vom Helikopter abgeholt und nach El Hierro geflogen. Obwohl über 60 Mann von Polizei und Feuerwehr unter Einsatz des Hubschraubers gesucht haben und weiter suchen, konnte der Vermisste bislang noch nicht aufgespürt werden.
Auf La Palma erleben wir das häufig. Meist sind es ortsunkundige Wanderer, die sich in der Wildnis nicht mehr zurecht finden oder verletzen. Oft nimmt die Vermisstensuche einen glimpflichen Ausgang.
Es gibt aber auch Fälle wie der eines deutschen Touristen, der seit März 2014 im Nordwesten von La Palma trotz umfangreicher Suche nicht gefunden werden konnte.
Oft ist es Selbstüberschätzung, falsches Schuhwerk oder Alleingänge die solch eine Situation erst herauf beschwören. Mit großem Helfer- und Materialaufwand und entsprechenden Kosten setzen sich die Suchtrupps oft selbst Gefahren aus.
Gesucht wird jeder Vermisste, bislang blieben die Kosten beim Cabildo Insular hängen. In Zukunft will man bei Vorsatz oder grob-fahrlässigem Verhalten dem Verursacher die Suchkosten aber in Rechnung stellen.
Wie oft habe ich selbst erlebt, dass in schwer begehbarem Gebiet in 2.000 Meter Höhe "Wanderer" in Badelatschen und ohne Trinkwasser unterwegs sind. Es muss wohl die Höhenluft sein, die hier den normalen Instinkt lähmt oder abschaltet.
Auf meiner LP-Wandererseite habe ich so einige grundsätzliche Dinge zusammen gestellt, die auch auf El Hierro gelten.
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Sonntag, 12. Januar 2014
Vulkan - seltene Gerüche und Geräusche aus dem Untergrund
NEWS:
Seit drei Tagen hören Anwohner auf der Hochebene von El Pinar, Isora bis in das nördliche Erese Geräusche aus dem Untergrund. Es sind Geräusche wie von einem Bach oder Fluss oder so wird es auch beschrieben "als sich bewegende oder rollende Steine". Leichte Vibrationen und ein Zittern würden diese Geräusche begleiten.
Auch die Luft und ihr gewohnter Geruch habe sich verändert. Es rieche nach morschem Holz - nach Kohlenwasserstoff oder erinnere auch an Bleichmittel. Andere wollen deutlich den Geruch von Schwefel wahrgenommen haben. - einfach seltene Gerüche. Die gewohnte Umgebung habe sich verändert und erscheine im Moment unwirklich und fremd.
Das berichtet AVCAN aktuell auf seiner Facebook Seite. Auch aus dem Golfotal von Sabinosa und Los Llanitos wurden entsprechende Beobachtungen gemeldet.
Auf dem IGN Seismogramm gestern waren keine Besonderheiten registriert worden. Allerdings gab es gestern um 14.55 Uhr ein Ml1,4 Beben aus 17 km Tiefe in Nähe der alten Eldiscreto Eruptionstelle im Süden. Dieser Erdstoß ist hier nicht zu erkennen. Gravierender ist aber, dass auch das ML2,3 Beben vom Freitag um 17.01 Uhr von diesem Seismografen nicht aufgezeichnet wurde. Es handelt sich bei dieser Station um den Messpunkt CTIG unterhalb von Valverde im Norden der Insel. Seine Empfindlichkeit scheint soweit herunter justiert zu sein, dass erst ML3,0 der 4,0 Beben überhaupt eine Reaktion zeigen. Es fragt sich natürlich, was für einen Nutzen dieser Seismograf dann überhaupt hat.
Aber es gibt auf der Insel noch andere Geräte die ganz andere Dinge aufzeigen und nicht auf der offiziellen Seite zur Schau gestellt werden. Hier links der Seismograf CRST im Süden, in Nähe von La Restinga. Der gleiche Zeitraum wie oben aber ein völlig anderes Bild. Seit 10.00 Uhr am gestrigen Samstagmorgen sind hier viele Vibrationen - fast ein leichter Tremor - zu erkennen. Die Erschütterungen dauerten bis in den späten Abend an. Heute sind sie wieder verschwunden.
Es können natürlich auch schwere Baumaschinen gewesen sein, die die Mikrobeben ausgelöst haben. Allerdings am Samstagnachmittag bis in den späten Abend - sehr unwahrscheinlich. Starker Wind, Regen oder kräftiger Seegang waren auch nicht verantwortlich. Gestern und auch heute herrscht ruhige See und normales Wetter.
Vielleicht doch ein Zusammenhang mit den gemeldeten Beobachtungen. Wir wissen, dass besonders im südlichen Bereich um El Pinar der Untergrund kräftigen Druck aufgebaut hat.
Aus eigener Erfahrung weis ich, dass der Boden in diesem Bereich, wie ein "Schweizer Käse" durchlöchert ist. Gerade in den Pinienwäldern (botanisch kanarische Kiefer) um El Pinar hat man oft den Eindruck, gerade auf einem großen Hohlraum unter seinen Füßen zu wandern. Der Schrittklang und wahrscheinlich auch das leichte Zittern lässt es so Fühlen.
Wasser wird es nicht sein, das im Moment in diesen Gängen unterwegs ist. Es könnten Gase oder gar Magma sein. Durch das unterirdische Röhrensystem dürfte auch der Schall weit nach oben getragen werden.
Warten wir einfach mal ab und beobachten die Vorgänge weiter.
Seit drei Tagen hören Anwohner auf der Hochebene von El Pinar, Isora bis in das nördliche Erese Geräusche aus dem Untergrund. Es sind Geräusche wie von einem Bach oder Fluss oder so wird es auch beschrieben "als sich bewegende oder rollende Steine". Leichte Vibrationen und ein Zittern würden diese Geräusche begleiten.
Auch die Luft und ihr gewohnter Geruch habe sich verändert. Es rieche nach morschem Holz - nach Kohlenwasserstoff oder erinnere auch an Bleichmittel. Andere wollen deutlich den Geruch von Schwefel wahrgenommen haben. - einfach seltene Gerüche. Die gewohnte Umgebung habe sich verändert und erscheine im Moment unwirklich und fremd.
Das berichtet AVCAN aktuell auf seiner Facebook Seite. Auch aus dem Golfotal von Sabinosa und Los Llanitos wurden entsprechende Beobachtungen gemeldet.
Auf dem IGN Seismogramm gestern waren keine Besonderheiten registriert worden. Allerdings gab es gestern um 14.55 Uhr ein Ml1,4 Beben aus 17 km Tiefe in Nähe der alten Eldiscreto Eruptionstelle im Süden. Dieser Erdstoß ist hier nicht zu erkennen. Gravierender ist aber, dass auch das ML2,3 Beben vom Freitag um 17.01 Uhr von diesem Seismografen nicht aufgezeichnet wurde. Es handelt sich bei dieser Station um den Messpunkt CTIG unterhalb von Valverde im Norden der Insel. Seine Empfindlichkeit scheint soweit herunter justiert zu sein, dass erst ML3,0 der 4,0 Beben überhaupt eine Reaktion zeigen. Es fragt sich natürlich, was für einen Nutzen dieser Seismograf dann überhaupt hat.
Aber es gibt auf der Insel noch andere Geräte die ganz andere Dinge aufzeigen und nicht auf der offiziellen Seite zur Schau gestellt werden. Hier links der Seismograf CRST im Süden, in Nähe von La Restinga. Der gleiche Zeitraum wie oben aber ein völlig anderes Bild. Seit 10.00 Uhr am gestrigen Samstagmorgen sind hier viele Vibrationen - fast ein leichter Tremor - zu erkennen. Die Erschütterungen dauerten bis in den späten Abend an. Heute sind sie wieder verschwunden.
Es können natürlich auch schwere Baumaschinen gewesen sein, die die Mikrobeben ausgelöst haben. Allerdings am Samstagnachmittag bis in den späten Abend - sehr unwahrscheinlich. Starker Wind, Regen oder kräftiger Seegang waren auch nicht verantwortlich. Gestern und auch heute herrscht ruhige See und normales Wetter.
Vielleicht doch ein Zusammenhang mit den gemeldeten Beobachtungen. Wir wissen, dass besonders im südlichen Bereich um El Pinar der Untergrund kräftigen Druck aufgebaut hat.
Aus eigener Erfahrung weis ich, dass der Boden in diesem Bereich, wie ein "Schweizer Käse" durchlöchert ist. Gerade in den Pinienwäldern (botanisch kanarische Kiefer) um El Pinar hat man oft den Eindruck, gerade auf einem großen Hohlraum unter seinen Füßen zu wandern. Der Schrittklang und wahrscheinlich auch das leichte Zittern lässt es so Fühlen.
Wasser wird es nicht sein, das im Moment in diesen Gängen unterwegs ist. Es könnten Gase oder gar Magma sein. Durch das unterirdische Röhrensystem dürfte auch der Schall weit nach oben getragen werden.
Warten wir einfach mal ab und beobachten die Vorgänge weiter.
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Montag, 28. Oktober 2013
Vulkan - Lavabrocken und Diamanten
NEWS:
Dienstag, den 29.10.2013 - 07.51 Uhr
Gestern um 18.37 Uhr ein ML2,5 Beben aus 13 km Tiefe und heute Morgen um 04.09 Uhr ein ML2,2 Erdstoß aus 11 km Tiefe - beide unter dem Inselmassiv.
Ein eingeschlossener Diamant in einem Lavabrocken (Foto:Wikipedia) kann selbst im Rohzustand Begierden wecken. Ein seltenes und teueres Mineral für Industriezwecke und ... um den Hals der Liebsten zu schmücken. Größere Diamanten wie hier dieser aus einer südafrikanischen Mine, kommen aus unserer Erde. Kleinere Diamantensplitter oder besser Diamantenstaub, können aber auch mit Meteoriten oder Kometen auf die Erdoberfläche gebracht werden.
Nach seiner These - so Jamie Wilkinson könnte ein Computermodell entworfen werden, das das Auffinden von lohnenden Erzlagerstätten vereinfacht.
Dazu - und das ist meine Meinung, müsste zuerst genau festgestellt werden, welche Mineralien in den Tiefen überhaupt ruhen. Eine Art "Geologischer Mineralienkatalog" nicht nur von der obersten Erdkruste, sondern vom Bereich um die Magmakammern - und die liegen bei 10 bis 25 km und mehr Kilometer in der Tiefe.
Die bislang tiefste Bohrung ins Innere der Erde, zwischen 1970 und 1994 auf der russischen Halbinsel Kola, diese so genannte Kola-Bohrung erreichte eine Tiefe von gerade einmal 12.262 Metern. Hier gibt es also noch etwas zu tun.
Auf El Hierro gab es gestern 7 Erdstöße. Heute bislang ein Beben von ML1,4 aus 11 km Tiefe. Das Zentrum bleibt wie gehabt um den Tanganasoga (siehe IGN Karte).
Dienstag, den 29.10.2013 - 07.51 Uhr
Gestern um 18.37 Uhr ein ML2,5 Beben aus 13 km Tiefe und heute Morgen um 04.09 Uhr ein ML2,2 Erdstoß aus 11 km Tiefe - beide unter dem Inselmassiv.
Ein eingeschlossener Diamant in einem Lavabrocken (Foto:Wikipedia) kann selbst im Rohzustand Begierden wecken. Ein seltenes und teueres Mineral für Industriezwecke und ... um den Hals der Liebsten zu schmücken. Größere Diamanten wie hier dieser aus einer südafrikanischen Mine, kommen aus unserer Erde. Kleinere Diamantensplitter oder besser Diamantenstaub, können aber auch mit Meteoriten oder Kometen auf die Erdoberfläche gebracht werden. Doch wie entsteht überhaupt ein Diamant?
Diamanten bilden sich nur im Erdmantel in 150 bis 650 km Tiefe bei hohem Druck und Temperaturen von über 1200 °C. Das Diamant-Muttergestein im Erdmantel sind Peridotit und Eklogit.
Das Peridotit ist ein von Magnesium- und Eisensilikaten geprägtes Mineral mit Olivin als dominierendem Mineral.
Das Eklogit besteht aus Silikat und rotem Granat und ist das dichteste aller bisher bekannten Silikatgesteine.
Das genaue Zusammenwirken aller genannten Komponenten, kann dann den uns bekannten Diamanten produzieren.
Bei einer Vulkaneruption wird mit der Magma auch der Diamant ans Tageslicht befördert. Die Transportdauer aus großer Tiefe darf dabei nur wenige Stunden betragen, da sonst eine Umwandlung in Graphit erfolgt.
Nur wenn alle Voraussetzungen so auch eintreffen, können wir aus dem Vulkanschlot auch einen Diamanten heraus fischen. Dies passiert aber sehr selten und ist daher so teuer.
Meist werden sie im offenen Bergbau gefördert.
500 Fundorte wurden bisher bekannt. Auch in Deutschland im Nördlinger Ries und bei Forchheim an der Taalsperre Saidenbach. Auf den Kanaren wurden bisher noch keine Diamanten- Funde bekannt.
Nun hat der englische Wissenschaftler Jamie Wilkinson vom Imperial College London vier wichtige Mechanismen herausgefiltert, wann und wo größere Mengen an Metall und Schwefel - aber auch Gold, Kupfer und andere Mineralien entstehen und gefunden werden können.
- Nach seiner in der Fachzeitschrift Nature Geoscience veröffentlichten These wird beim Eindringen von frischer Magma in eine alte Magmakammer die vorhanden Altmagma damit vermischt. Durch die Zirkulation und das Aufschmelzen der Kammerwände soll sich die Magma immer stärker mit Metall anreichern und Absondern.
- Der Schwefelanteil im geschmolzenen Gestein der Magmakammer erhöht sich durch die neu nachströmende Magma. Flüchtige Bestandteile wie Wasser, Kohlendioxid und Schwefeldioxid entweichen aus dem frischen Magma und lösen in der Kammer vorhandene Schwefelablagerungen auf. Der konzentrierte Schwefel kann sich nun besser an Metall binden. Es kommt zu Metallablagerungen.
- Die dritte These beschäftigt sich mit Kupfer und Gold. Mit dem Entstehen von Magnetiten wird der Sauerstoffanteil im Magma verringert. Notwendig ist dafür ein Umgebungsgestein, das reich an Kohle oder nicht-oxidiertem Eisen ist. Durch den geringen Sauerstoffgehalt geht Schwefel eine Verbindung mit Kupfer oder Gold ein. Bei Vorliegen dieser Voraussetzungen könnten sich dann ergiebige Erzlagerstätten bilden.
- Die vierte Mechanismus beschreibt den Magmaaufstieg. Durch das schnelle Aufsteigen im engen Magmakanal kühlt die Magma schnell ab. Der enorme Tiefendruck, lässt rasch nach. Die Magma dehnt sich aus, und es kommt zu hochkonzentrierten Ablagerungen von Schwefel-Metall-Verbindungen im Vulkanschlot und dem umgebenden Gestein.
Nach seiner These - so Jamie Wilkinson könnte ein Computermodell entworfen werden, das das Auffinden von lohnenden Erzlagerstätten vereinfacht.
Dazu - und das ist meine Meinung, müsste zuerst genau festgestellt werden, welche Mineralien in den Tiefen überhaupt ruhen. Eine Art "Geologischer Mineralienkatalog" nicht nur von der obersten Erdkruste, sondern vom Bereich um die Magmakammern - und die liegen bei 10 bis 25 km und mehr Kilometer in der Tiefe.
Die bislang tiefste Bohrung ins Innere der Erde, zwischen 1970 und 1994 auf der russischen Halbinsel Kola, diese so genannte Kola-Bohrung erreichte eine Tiefe von gerade einmal 12.262 Metern. Hier gibt es also noch etwas zu tun.
Auf El Hierro gab es gestern 7 Erdstöße. Heute bislang ein Beben von ML1,4 aus 11 km Tiefe. Das Zentrum bleibt wie gehabt um den Tanganasoga (siehe IGN Karte).
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Montag, 21. Oktober 2013
Vulkan - Schatzkiste oder Scherbenhaufen ?
NEWS:
Nach dem kleinen Bebenschwall vom Samstag mit 21 Erdstößen bis ML2,2 ist diese Phase wieder abgeebbt. Gestern hatten wir noch 10 Beben bis ML1,8 aus 11 bis 19 km Tiefe. Das Zentrum bleibt unter dem Inselmassiv.
Wenn auch die kanarischen Vulkane keine Edelsteine oder imaginäre Schätze an die Erdoberfläche befördern, so liefern die Schlote mit ihrer Lava wichtige Mineralien ans Tageslicht.
Nährstoffe, die den Boden anreichern und intensiven Ackerbau ermöglichen. Kommt dann noch entsprechender Regen dazu, kann sich eine ertragreiche Landwirtschaft entwickeln. Gerade die Westinseln La Palma, La Gomera und El Hierro gelten als die grünsten Inseln der Kanaren, mit ausgedehnten Kiefer- und Lorbeerwäldern und einer ausgeprägten landwirtschaftlichen Nutzung wie der Bananenanbau.
Nutzbar wäre auch die thermische Energie die durch das heiße Magma Grund- oder Sickerwasser erhitzt und über Kraftwerke in Strom umwandelt. Davon wurde bisher auf den Inseln noch kein Gebrauch gemacht. Gute und erfolgreiche Beispiele haben wir aber z.B. in Island.
Schwefel - der in den ausströmenden Gasen gelöst ist, wird in der Industrie benötigt. Ob zur Reifenherstellung, Bleichmittel für Textilien, für die Herstellung von Schwarzpulver oder in der Medizin. Das "Sulfur" ist eine wichtige Basis in der Homöopathie.
Hier auf den Inseln wird es - wie immer wieder sichtbar - für den Pflanzenschutz im Wein- und Kartoffelanbau eingesetzt. Schwefel hält Schadinsekte fern und verhindert oder mildert aufkommende Pilzerkrankungen.

Nicht nur in den kondensierten Vulkangasen, sondern auch in der ausgeworfener Lava ist es enthalten. Gelb gefärbte Lavabrocken (Foto) zeigen einen hohen Schwefelanteil an. Allerdings lohnt sich die Herauslösung und Nutzung des so gebundenen Mineral nicht. Bei chemischen Prozessen fällt heute soviel Schwefel als Abfallprodukt an, dass die Industrie trotz riesiger Lagerstätten davon keinen Gebrauch macht. Nur in Indonesien riskieren noch Menschen inmitten von hochkonzentrierten Schwefeldämpfen unter Einsatz ihrer Gesundheit aus einem Vulkankrater das gelbe Mineral abzubauen und mühsam in das Tal zu schleppen. Dort wird es zum Bleichen von Zuckerrohr eingesetzt.

Auch hohe Eisen oder oxydierte Bestandteile (Foto) davon sind in der Lava enthalten. Wie beim Schwefel lohnt sich hier der Abbau auch nicht. Es gibt weltweit hochkonzentrierte Erzlagerstätten, die eine Eisengewinnung wirtschaftlicher machen. Bleibt noch die Nutzung der Lava als Bimsstein und Basalt für den Bausektor. Wurden früher die Häuser mit massivem Basalt errichtet, ist es heute auch der in Deutschland bekannte Hohlblock mit Bimsanteil. Im Mauer- und Straßenbau wird der hiesige Basalt weiter vewendet. Es sind die schön anzusehenden Natursteinmauern, früher als Trockenmauern aufgeschichtet, die hinter der Fassade jetzt mit Beton verstärkt werden.
Ob im verborgenen noch sinnvoll nutzbare Mineralien vorhanden sind, ist nicht bekannt.
Ein wesentlicher Bestandteil der Lava ist Siliciumdioxid (SiO2). Je nach Vulkantyp lassen sich vier Haupttypen unterscheiden:
Felsisches Magma enthält mehr als 63 % SiO2 - das Rhyolith
Intermediäres Magma enthält zwischen 52 und 63 % SiO2 - das Andesit oder Diorit
Mafisches Magma enthält zwischen 45 und 52 % SiO2 - der Basalt
Ultramafisches Magma enthält weniger als 45 % SiO2 - das Pikrit (hier Picon)
Je höher der Siliciumdioxid Anteil im Magma, desto explosiver verläuft eine Eruption. Unser Hotspot und die damit verbundenen Vulkane, wie jetzt unter El Hierro, enthalten nur geringe Siliciumdioxid Anteile. Sie sind der Gattung der mafischen und ultramafischen Magma zuzuordnen.
In Verbindung mit Wasser aber, kann es zu heftigen Reaktionen kommen.
Am Beispiel Eldiscreto in 84 m Wassertiefe, würde bei einer erneuten Eruption der Vulkaninnendruck den darüber liegenden Wassersäulen-Druck nach kurzer Zeit überwinden können. Die Folge wäre eine Wasserdampf Explosion oder auch eine phreatomagmatische Explosion. Dies hat aber nichts mit dem Anteil an Siliciumdioxid zu tun.
Es ist auch unter dem Namen Quarzsand bekannt und wird z.B. im Lebensmittelbereich gegen das Verklumpen von einzelnen Komponenten, als Füllstoff, Trägerstoff und Trennmittel für bestimmte Lebensmittel verwendet. Das ist der Zusatzstoff der als E 551 bezeichnet wird.
Schon am frühen Morgen kommen Sie jeden Tag in Hautkontakt mit Siliciumdioxid. Vorausgesetzt Sie putzen regelmäßig ihre Zähne.
In fast allen Zahnpasten wird es als Grobkörper zur Putzhilfe eingesetzt.
Aber auch in Farben und Lacken, Kunst- und Klebstoffen ist es ebenso wichtig wie in modernen Fertigungsprozessen in der Halbleitertechnik oder als Pigment in Inkjetpapier-Beschichtungen
Die mengenmäßig größte Bedeutung kommt Siliciumdioxid in Form von Glas zu - es sind die sogenannten Quarzgläser. Als Hauptbestandteil - meist noch veredelt - ist es aus der heutigen Welt nicht mehr weg zu denken.
Damit lässt sich also hier auch kein Geschäft machen. Rhyolith mit hohem SiO² -Anteil wäre nötig und der ist hier nicht vertreten.
Vielleicht finden sich aber noch andere, bisher unbekannte Mineralien in unserer Lava.
Erst wenn neue technologische Innovationen nach neuen Stoffen schreien, wird man auch hier wieder suchen und vielleicht fündig.
Für den Augenblick bleibt festzustellen: Unsere Magma- bzw. Lava- Zusammensetzung gibt es an vielen Stellen auf der Erdkugel. Wir haben also nichts Besonderes.
Jamie Wilkinson vom Imperial College London hat nach eingehenden Untersuchungen einen Mechanismus entwickelt und eine Theorie aufgestellt, nach der "Vulkanische Erzlagerstätten mit großer Mengen von Kupfer, Molybdän, Gold und Silber" einfach gefunden werden können.
Über seine Idee, Vorgehensweise und Gedanken in den nächsten Tagen mehr.
Nach dem kleinen Bebenschwall vom Samstag mit 21 Erdstößen bis ML2,2 ist diese Phase wieder abgeebbt. Gestern hatten wir noch 10 Beben bis ML1,8 aus 11 bis 19 km Tiefe. Das Zentrum bleibt unter dem Inselmassiv.
Wenn auch die kanarischen Vulkane keine Edelsteine oder imaginäre Schätze an die Erdoberfläche befördern, so liefern die Schlote mit ihrer Lava wichtige Mineralien ans Tageslicht.
Nährstoffe, die den Boden anreichern und intensiven Ackerbau ermöglichen. Kommt dann noch entsprechender Regen dazu, kann sich eine ertragreiche Landwirtschaft entwickeln. Gerade die Westinseln La Palma, La Gomera und El Hierro gelten als die grünsten Inseln der Kanaren, mit ausgedehnten Kiefer- und Lorbeerwäldern und einer ausgeprägten landwirtschaftlichen Nutzung wie der Bananenanbau.
Nutzbar wäre auch die thermische Energie die durch das heiße Magma Grund- oder Sickerwasser erhitzt und über Kraftwerke in Strom umwandelt. Davon wurde bisher auf den Inseln noch kein Gebrauch gemacht. Gute und erfolgreiche Beispiele haben wir aber z.B. in Island.
Schwefel - der in den ausströmenden Gasen gelöst ist, wird in der Industrie benötigt. Ob zur Reifenherstellung, Bleichmittel für Textilien, für die Herstellung von Schwarzpulver oder in der Medizin. Das "Sulfur" ist eine wichtige Basis in der Homöopathie.
Hier auf den Inseln wird es - wie immer wieder sichtbar - für den Pflanzenschutz im Wein- und Kartoffelanbau eingesetzt. Schwefel hält Schadinsekte fern und verhindert oder mildert aufkommende Pilzerkrankungen.

Nicht nur in den kondensierten Vulkangasen, sondern auch in der ausgeworfener Lava ist es enthalten. Gelb gefärbte Lavabrocken (Foto) zeigen einen hohen Schwefelanteil an. Allerdings lohnt sich die Herauslösung und Nutzung des so gebundenen Mineral nicht. Bei chemischen Prozessen fällt heute soviel Schwefel als Abfallprodukt an, dass die Industrie trotz riesiger Lagerstätten davon keinen Gebrauch macht. Nur in Indonesien riskieren noch Menschen inmitten von hochkonzentrierten Schwefeldämpfen unter Einsatz ihrer Gesundheit aus einem Vulkankrater das gelbe Mineral abzubauen und mühsam in das Tal zu schleppen. Dort wird es zum Bleichen von Zuckerrohr eingesetzt.

Auch hohe Eisen oder oxydierte Bestandteile (Foto) davon sind in der Lava enthalten. Wie beim Schwefel lohnt sich hier der Abbau auch nicht. Es gibt weltweit hochkonzentrierte Erzlagerstätten, die eine Eisengewinnung wirtschaftlicher machen. Bleibt noch die Nutzung der Lava als Bimsstein und Basalt für den Bausektor. Wurden früher die Häuser mit massivem Basalt errichtet, ist es heute auch der in Deutschland bekannte Hohlblock mit Bimsanteil. Im Mauer- und Straßenbau wird der hiesige Basalt weiter vewendet. Es sind die schön anzusehenden Natursteinmauern, früher als Trockenmauern aufgeschichtet, die hinter der Fassade jetzt mit Beton verstärkt werden.
Ob im verborgenen noch sinnvoll nutzbare Mineralien vorhanden sind, ist nicht bekannt.
Ein wesentlicher Bestandteil der Lava ist Siliciumdioxid (SiO2). Je nach Vulkantyp lassen sich vier Haupttypen unterscheiden:
Je höher der Siliciumdioxid Anteil im Magma, desto explosiver verläuft eine Eruption. Unser Hotspot und die damit verbundenen Vulkane, wie jetzt unter El Hierro, enthalten nur geringe Siliciumdioxid Anteile. Sie sind der Gattung der mafischen und ultramafischen Magma zuzuordnen.
In Verbindung mit Wasser aber, kann es zu heftigen Reaktionen kommen.
Am Beispiel Eldiscreto in 84 m Wassertiefe, würde bei einer erneuten Eruption der Vulkaninnendruck den darüber liegenden Wassersäulen-Druck nach kurzer Zeit überwinden können. Die Folge wäre eine Wasserdampf Explosion oder auch eine phreatomagmatische Explosion. Dies hat aber nichts mit dem Anteil an Siliciumdioxid zu tun.
Was ist nun Siliciumdioxid?
Es ist auch unter dem Namen Quarzsand bekannt und wird z.B. im Lebensmittelbereich gegen das Verklumpen von einzelnen Komponenten, als Füllstoff, Trägerstoff und Trennmittel für bestimmte Lebensmittel verwendet. Das ist der Zusatzstoff der als E 551 bezeichnet wird.
Schon am frühen Morgen kommen Sie jeden Tag in Hautkontakt mit Siliciumdioxid. Vorausgesetzt Sie putzen regelmäßig ihre Zähne.
In fast allen Zahnpasten wird es als Grobkörper zur Putzhilfe eingesetzt.
Aber auch in Farben und Lacken, Kunst- und Klebstoffen ist es ebenso wichtig wie in modernen Fertigungsprozessen in der Halbleitertechnik oder als Pigment in Inkjetpapier-Beschichtungen
Die mengenmäßig größte Bedeutung kommt Siliciumdioxid in Form von Glas zu - es sind die sogenannten Quarzgläser. Als Hauptbestandteil - meist noch veredelt - ist es aus der heutigen Welt nicht mehr weg zu denken.
Damit lässt sich also hier auch kein Geschäft machen. Rhyolith mit hohem SiO² -Anteil wäre nötig und der ist hier nicht vertreten.
Vielleicht finden sich aber noch andere, bisher unbekannte Mineralien in unserer Lava.
Erst wenn neue technologische Innovationen nach neuen Stoffen schreien, wird man auch hier wieder suchen und vielleicht fündig.
Für den Augenblick bleibt festzustellen: Unsere Magma- bzw. Lava- Zusammensetzung gibt es an vielen Stellen auf der Erdkugel. Wir haben also nichts Besonderes.
Jamie Wilkinson vom Imperial College London hat nach eingehenden Untersuchungen einen Mechanismus entwickelt und eine Theorie aufgestellt, nach der "Vulkanische Erzlagerstätten mit großer Mengen von Kupfer, Molybdän, Gold und Silber" einfach gefunden werden können.
Über seine Idee, Vorgehensweise und Gedanken in den nächsten Tagen mehr.
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Vulkan
Montag, 14. Januar 2013
El Hierro - der Vulkan zum Anfassen
NEWS: Um 9.43 Uhr ein schwaches ML1,2 Beben an ungewöhnlicher Stelle im Meer vor der Nordküste in 33 km Tiefe.
Die vergangenen Stunden gab es keine weiteren Beben. Alles ist ruhig.
Es hat bei uns schon Tradition, daß wir mindestens einmal wöchentlich unsere Insel La Palma erwandern. Es gibt immer wieder auch nach 16 Jahren Neues und Interessantes zu entdecken. Gestern waren wir wieder einmal in Sachen Vulkan unterwegs. Ziel war der jüngste sichtbare Kanaren Vulkan Teneguia im Süden der Insel. Oben der Blick auf unseren Vorzeigevulkan San Antonio (632m/ü.M.) der offiziell 1677 ausgebrochen sei. Nach jüngeren C14 Gesteins-Datierungen liegt die Eruption aber mindestens 3200 Jahren zurück. 1677 war es wohl nur ein Nebenkrater der die alten Lavaschichten überdeckte.
Genau am südlichen Fuß davon befindet sich der 1971 entstandene Vulkan Teneguia (427m/ ü.M.- Foto). Nicht ganz so imposant und eindrucksvoll. 25 Tage lang spuckte er Lava und Gase aus. Der ca. 5 km entfernt liegende Ort Fuencaliente mit seinen Ortsteilen Los Canarios, Las Indias und Los Quemados blieben beim Ausbruch unberührt. Die Lava floss ins Meer ab und machte die Insel etwas länger.
Der Abstieg zum Kraterboden ist heute gefahrlos mit einiger Kletterei möglich. Vor 20 Jahren roch es hier noch sehr stark nach Schwefel. Auch drang aus vielen Felsspalten heiße Luft hervor. Durch die Erosion sind inzwischen die Kraterwände abgerutscht und haben den ursprünglichen Vulkanschlund verschüttet. Es mutet schon etwas wie eine unwirkliche, aber faszinierende Mondlandschaft an, wenn man durch die bizarr geformten Lavafelder steigt. Scharfkantige Gesteinsbrocken die meist in einem eisenhaltig rötlichen Licht erscheinen, machen das Terrain noch spannender. An der Südspitze von La Palma herrscht meist ein starker Wind, der die Kraxelei über den Lavastrom zur Seilakrobatik werden lässt.
Unten die "Vulkanologen" beim gemeinsamen Foto-Shooting.
Die vergangenen Stunden gab es keine weiteren Beben. Alles ist ruhig.
Exkursion zum Vulkan Teneguia auf La Palma
Es hat bei uns schon Tradition, daß wir mindestens einmal wöchentlich unsere Insel La Palma erwandern. Es gibt immer wieder auch nach 16 Jahren Neues und Interessantes zu entdecken. Gestern waren wir wieder einmal in Sachen Vulkan unterwegs. Ziel war der jüngste sichtbare Kanaren Vulkan Teneguia im Süden der Insel. Oben der Blick auf unseren Vorzeigevulkan San Antonio (632m/ü.M.) der offiziell 1677 ausgebrochen sei. Nach jüngeren C14 Gesteins-Datierungen liegt die Eruption aber mindestens 3200 Jahren zurück. 1677 war es wohl nur ein Nebenkrater der die alten Lavaschichten überdeckte.
Genau am südlichen Fuß davon befindet sich der 1971 entstandene Vulkan Teneguia (427m/ ü.M.- Foto). Nicht ganz so imposant und eindrucksvoll. 25 Tage lang spuckte er Lava und Gase aus. Der ca. 5 km entfernt liegende Ort Fuencaliente mit seinen Ortsteilen Los Canarios, Las Indias und Los Quemados blieben beim Ausbruch unberührt. Die Lava floss ins Meer ab und machte die Insel etwas länger.
Der Abstieg zum Kraterboden ist heute gefahrlos mit einiger Kletterei möglich. Vor 20 Jahren roch es hier noch sehr stark nach Schwefel. Auch drang aus vielen Felsspalten heiße Luft hervor. Durch die Erosion sind inzwischen die Kraterwände abgerutscht und haben den ursprünglichen Vulkanschlund verschüttet. Es mutet schon etwas wie eine unwirkliche, aber faszinierende Mondlandschaft an, wenn man durch die bizarr geformten Lavafelder steigt. Scharfkantige Gesteinsbrocken die meist in einem eisenhaltig rötlichen Licht erscheinen, machen das Terrain noch spannender. An der Südspitze von La Palma herrscht meist ein starker Wind, der die Kraxelei über den Lavastrom zur Seilakrobatik werden lässt.
Unten die "Vulkanologen" beim gemeinsamen Foto-Shooting.
Freitag, 14. Dezember 2012
El Hierro Vulkan - jetzt wieder an der Westspitze
NEWS:
.An der Westspitze gestern um 18.52 Uhr das ML2,6 Beben in 22 km Tiefe. Auf der Karte oben sind schön die einzelnen Aufstellorte der Seismografen zu erkennen. Unsere Daten beziehen wir vom Messpunkt CHIE rechts auf der Ostseite bei El Pinar. Die Bilanz der vergangenen Stunden insgesamt 5 Erdstöße. Die jüngsten Beben wieder um den Tanganasoga und an der Golfoküste in 10 km Tiefe. Es ergibt sich kein klares Bild. Wenn Magma aus tiefen Schichten wie gestern Nachmittag aus 22 km mit stärkeren Beben (als Indikator) nachrückt, erfolgen Stunden später auch in den flacheren Zonen im Golfo oder im Süden Reaktionen. Ungefähr wie in einem heißen Kochtopf, von dem sich Blasen am Boden lösen und zur Wasseroberfläche streben. Nur können sie als Gas den Topf nicht verlassen und bleiben unter der Kammerdecke eingesperrt. Das dürfte dann die flacheren Erschütterungen in 10 km Tiefe auslösen.
Links die komplette Bebenauflistung.
Nun gibt es auch neue Ergebnisse zur Meeres- Wasserqualität um El Hierro. Ein Jahr nach dem Ausbruch des Eldiscreto hat das IEO (Instituto Español de Oceanografía) mit ihrem Forschungsschiff Angeles Alvarino seine Messreihe abgeschlossen. Die Untersuchung ist Teil des ozeanographischen Projekt RAPROCAN deren Hauptziel es ist, den Zustand der Gewässer der Kanarischen Inseln von der Oberfläche bis zum Meeresgrund zu beurteilen. Sie analysierten die physikalisch-chemischen und biologischen Eigenschaften von sieben hydrographischen Stationen in der Nähe des Vulkans von der Oberfläche bis zu 2000 Meter Tiefe. Dabei wurden 1500 Liter Meerwasser entnommen und analysiert. Mehr als 40 physikalisch-chemische und biologische Komponenten wurden untersucht, wie Temperatur, Salzgehalt, Sauerstoff, Nährstoffe, pH, CO2, Alkalität, Chlorophyll, Zooplankton, Phytoplankton, Bakterien usw.
An sechs der sieben Stationen waren die Werte im Normalbereich. Nur direkt an der Eldiscreto Eruptionsstelle gab es Abweichungen. Hier wurden abnormale Parameter wie saure pH-Werte und hohe Alkalität aufgezeichnet.
Die Konzentration von Schwefel lag bei allen Untersuchungsstationen bei Normalwert.
Weitere Laboruntersuchungen sollen nun noch erfolgen. Auch wurden erstmals vor El Hierro Bojen zur Aufzeichnung der Wasserwerte ausgesetzt. Sie senden in Echtzeit ihre Daten via Satellit an die Institute und sollen später für jeden Interessenten über das Internet abrufbar werden.
Hier geht es zum IEO-Bericht (span.)
.An der Westspitze gestern um 18.52 Uhr das ML2,6 Beben in 22 km Tiefe. Auf der Karte oben sind schön die einzelnen Aufstellorte der Seismografen zu erkennen. Unsere Daten beziehen wir vom Messpunkt CHIE rechts auf der Ostseite bei El Pinar. Die Bilanz der vergangenen Stunden insgesamt 5 Erdstöße. Die jüngsten Beben wieder um den Tanganasoga und an der Golfoküste in 10 km Tiefe. Es ergibt sich kein klares Bild. Wenn Magma aus tiefen Schichten wie gestern Nachmittag aus 22 km mit stärkeren Beben (als Indikator) nachrückt, erfolgen Stunden später auch in den flacheren Zonen im Golfo oder im Süden Reaktionen. Ungefähr wie in einem heißen Kochtopf, von dem sich Blasen am Boden lösen und zur Wasseroberfläche streben. Nur können sie als Gas den Topf nicht verlassen und bleiben unter der Kammerdecke eingesperrt. Das dürfte dann die flacheren Erschütterungen in 10 km Tiefe auslösen.
Links die komplette Bebenauflistung.Nun gibt es auch neue Ergebnisse zur Meeres- Wasserqualität um El Hierro. Ein Jahr nach dem Ausbruch des Eldiscreto hat das IEO (Instituto Español de Oceanografía) mit ihrem Forschungsschiff Angeles Alvarino seine Messreihe abgeschlossen. Die Untersuchung ist Teil des ozeanographischen Projekt RAPROCAN deren Hauptziel es ist, den Zustand der Gewässer der Kanarischen Inseln von der Oberfläche bis zum Meeresgrund zu beurteilen. Sie analysierten die physikalisch-chemischen und biologischen Eigenschaften von sieben hydrographischen Stationen in der Nähe des Vulkans von der Oberfläche bis zu 2000 Meter Tiefe. Dabei wurden 1500 Liter Meerwasser entnommen und analysiert. Mehr als 40 physikalisch-chemische und biologische Komponenten wurden untersucht, wie Temperatur, Salzgehalt, Sauerstoff, Nährstoffe, pH, CO2, Alkalität, Chlorophyll, Zooplankton, Phytoplankton, Bakterien usw.
An sechs der sieben Stationen waren die Werte im Normalbereich. Nur direkt an der Eldiscreto Eruptionsstelle gab es Abweichungen. Hier wurden abnormale Parameter wie saure pH-Werte und hohe Alkalität aufgezeichnet.
Die Konzentration von Schwefel lag bei allen Untersuchungsstationen bei Normalwert.
Weitere Laboruntersuchungen sollen nun noch erfolgen. Auch wurden erstmals vor El Hierro Bojen zur Aufzeichnung der Wasserwerte ausgesetzt. Sie senden in Echtzeit ihre Daten via Satellit an die Institute und sollen später für jeden Interessenten über das Internet abrufbar werden.
Hier geht es zum IEO-Bericht (span.)
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Samstag, 1. September 2012
El Hierro Vulkan - ein Wechselspiel
NEWS:
Nachdem wir gestern im Süden vermehrte Beben beobachten konnten, erfolgten in der vergangenen Nacht wieder zwei schwache Erdstöße im Golfo. Um 22.13 Uhr mit ML1,4 (Grafik) in 11 km Tiefe und heute Morgen um 3.10 Uhr mit ML1,6 in 9 km Tiefe. Wie ein Ping-Pong wechseln die Aktivitäten die Fronten. Entsteht im Süden ein Über- oder Unterdruck, versucht das System einen Druckausgleich herzustellen. So könnte man vielleicht physikalisch das Wechselspiel erklären. Zentrum und Mittelpunkt ist immer die Magmahauptkammer die unter dem Golfo bzw. Westzipfel in ca. 20 km Tiefe liegen dürfte. Der in ihr herrschende immense Druck bläht die Insel auf und wölbt die Inseloberfläche immer noch 6 bis 8 cm über dem Normalwert in die Höhe bzw. auch vertikal. Von all dem spürt man auf der Insel selbst nichts. Nur empfindliche Menschen können hin und wieder eine leichte Erschütterung verspüren. Auch die Gaswerte, also der Schwefel- und Kohlendioxid Ausstoss, liegen im Normalmass.
Regeneratives Energie-Projekt (Teil IV)
Auch im Umfeld des unteren Auffangbecken in La Estaca laufen die Baumaßnahmen zügig weiter. Hier werden zur Zeit die Überlauftrassen und das Bachbett hergestellt. Überflüssiges Wasser nach z.B. starken Regenfällen wird ins Meer abgeleitet. Dazu werden Stollen und Brücken betoniert. In Sichtweite (Bild unten) steht das alte Kraftwerk. Hier wird noch aus Schweröl der gesamte Inselstrom produziert. Nach Inbetriebnahme des Gorona-Projekt dient es nur noch als Ersatzkraftwerk. Große Mengen an Schadstoffen, die heute noch in die Umwelt abgegeben, können so eingespart werden. Das Kraftwerk ist im Besitz von Endesa, das dem größten italienischen Energiekonzern Enel gehört.
Nachdem wir gestern im Süden vermehrte Beben beobachten konnten, erfolgten in der vergangenen Nacht wieder zwei schwache Erdstöße im Golfo. Um 22.13 Uhr mit ML1,4 (Grafik) in 11 km Tiefe und heute Morgen um 3.10 Uhr mit ML1,6 in 9 km Tiefe. Wie ein Ping-Pong wechseln die Aktivitäten die Fronten. Entsteht im Süden ein Über- oder Unterdruck, versucht das System einen Druckausgleich herzustellen. So könnte man vielleicht physikalisch das Wechselspiel erklären. Zentrum und Mittelpunkt ist immer die Magmahauptkammer die unter dem Golfo bzw. Westzipfel in ca. 20 km Tiefe liegen dürfte. Der in ihr herrschende immense Druck bläht die Insel auf und wölbt die Inseloberfläche immer noch 6 bis 8 cm über dem Normalwert in die Höhe bzw. auch vertikal. Von all dem spürt man auf der Insel selbst nichts. Nur empfindliche Menschen können hin und wieder eine leichte Erschütterung verspüren. Auch die Gaswerte, also der Schwefel- und Kohlendioxid Ausstoss, liegen im Normalmass.Regeneratives Energie-Projekt (Teil IV)
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Samstag, 18. August 2012
El Hierro Vulkan - Teneriffa Beben von ML3,8
NEWS:
14.55 Uhr - wenn nicht wieder technische Störungen vorliegen, dann hat gegen 12.00 Uhr der Tremor eingesetzt. Auch als Zitterbewegung auf EGOM (La Gomera) zu beobachten.
- kräftiger Druckabbau in den letzten Stunden (Tag) die Daten sind nie aktuell - die Verformung der Insel ging um 1 bis 2 cm zurück.
Der erste Blick heute Morgen auf den Seismographen ließ Größeres vermuten. Ein Beben von ML3,8 um 1.50 Uhr. Nicht auf El Hierro sondern vor der Küste von Teneriffa im Norden. Bei El Sauzal (Bild links) in 27 km Tiefe. Gefolgt von zwei weiteren Erdstößen mit ML2,8 und ML2,6. Diese Gebiet war in der Vergangenheit schon immer wieder Ausgangspunkt von Beben. Es zeigt sich, daß alle Kanarischen Inseln auf einem "Pulverfass" sitzen und vor allem die Westinseln jederzeit mit vulkanischen Aktivitäten rechnen müssen. Auf El Hierro ging es gestern etwas gemächlicher zu. 24 Erdstöße im Bereich bis ML2,0 in 10 km Tiefe. Schwerpunkt weiter der Golfo um Sabinosa. Vereinzelt aber nun auch Beben im Süden (siehe Grafik unten) in altbekannter Tiefe von 20 km. Die Golfobeben und damit der Magmastrom scheint sich langsam unter der Bergkette Richtung Süden zu bewegen.
Links haben wir das IGN Tiefenprofil der Beben. Das südwestliche Magmafeld (rote Punkte) liegt in 20 km Tiefe. Während das Golfo- Magma (blaue u. gelbe Punkte) in 10 km Tiefe liegt. Sollte sich der Vorschub nach Süden fortsetzen könnten sich beide Magmafelder vertikal treffen und vielleicht vereinigen. Das würden wir dann durch vermehrte Erdstöße in einem Tiefenbereich um die 15 km messen und feststellen können.
Schwefelwasserstoff ist ein übel riechendes, stark giftiges Gas. Es ist eine Verbindung aus Schwefel und Wasserstoff mit der chemischen Formel H2S. Schwefelwasserstoff verursacht schon in extrem geringen Konzentrationen den typischen Geruch von faulen Eiern, der bei der Zersetzung von Proteinen aus schwefelhaltigen Aminosäuren durch Fäulnis- und Schwefelbakterien entsteht.
Schwefelwasserstoff ist brennbar und farblos.
14.55 Uhr - wenn nicht wieder technische Störungen vorliegen, dann hat gegen 12.00 Uhr der Tremor eingesetzt. Auch als Zitterbewegung auf EGOM (La Gomera) zu beobachten.
- kräftiger Druckabbau in den letzten Stunden (Tag) die Daten sind nie aktuell - die Verformung der Insel ging um 1 bis 2 cm zurück.
Der erste Blick heute Morgen auf den Seismographen ließ Größeres vermuten. Ein Beben von ML3,8 um 1.50 Uhr. Nicht auf El Hierro sondern vor der Küste von Teneriffa im Norden. Bei El Sauzal (Bild links) in 27 km Tiefe. Gefolgt von zwei weiteren Erdstößen mit ML2,8 und ML2,6. Diese Gebiet war in der Vergangenheit schon immer wieder Ausgangspunkt von Beben. Es zeigt sich, daß alle Kanarischen Inseln auf einem "Pulverfass" sitzen und vor allem die Westinseln jederzeit mit vulkanischen Aktivitäten rechnen müssen. Auf El Hierro ging es gestern etwas gemächlicher zu. 24 Erdstöße im Bereich bis ML2,0 in 10 km Tiefe. Schwerpunkt weiter der Golfo um Sabinosa. Vereinzelt aber nun auch Beben im Süden (siehe Grafik unten) in altbekannter Tiefe von 20 km. Die Golfobeben und damit der Magmastrom scheint sich langsam unter der Bergkette Richtung Süden zu bewegen.
Links haben wir das IGN Tiefenprofil der Beben. Das südwestliche Magmafeld (rote Punkte) liegt in 20 km Tiefe. Während das Golfo- Magma (blaue u. gelbe Punkte) in 10 km Tiefe liegt. Sollte sich der Vorschub nach Süden fortsetzen könnten sich beide Magmafelder vertikal treffen und vielleicht vereinigen. Das würden wir dann durch vermehrte Erdstöße in einem Tiefenbereich um die 15 km messen und feststellen können.
Gestern wurde in einem Kommentar (Danke) auf die zwei unterschiedlichen vulkanischen Schwefelgase hingewiesen.
Wir haben das Schwefeldioxid und den Schwefelwasserstoff. Nach Prof. Wikipedia handelt es sich um folgendes:
Schwefeldioxid, SO2, ist das Anhydrid der Schwefligen Säure H2SO3. Schwefeldioxid ist ein farbloses, schleimhautreizendes, stechend riechendes und sauer schmeckendes, giftiges Gas. Es ist sehr gut (physikalisch) wasserlöslich und bildet mit Wasser in sehr geringem Maße Schweflige Säure. Es entsteht vor allem bei der Verbrennung von schwefelhaltigen fossilen Brennstoffen wie Kohle oder Erdölprodukten, die bis zu 4 Prozent Schwefel enthalten. Dadurch trägt es in erheblichem Maß zur Luftverschmutzung bei, es ist der Grund für sauren Regen.
Schwefelwasserstoff ist brennbar und farblos.
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Freitag, 27. Juli 2012
El Hierro Vulkan - die Atlantic Explorer
NEWS:
14.12 Uhr - neues Beben mit ML2,1 in 20 km Tiefe unter dem Berg Tanganasoga
In den vergangenen 24 Stunden hatten wir 5 erwähnenswerte Beben bis ML2,1 in 13 bis 23 km Tiefe. Die Avcan Karte zeigt die Lage und Verteilung von der Westspitze bis kurz vor La Restinga. Der weiße Kreis ist das Gebiet mit der beobachteten Meeresverfärbung am vergangenen Montag. Die verwirrenden IGN Angaben der letzten Tagen hatten wohl technische Ursachen und wurden inzwischen weitgehendst behoben. Übrig blieb ein Erdstoß in 1 km Tiefe am Westzipfel, der wohl eine Setzungserschütterung war. Auch der Auslöser für die Meeresverfärbung konnte nicht festgestellt werden.
Wie versprochen möchte ich nun noch einige Eindrücke meines Besuches auf dem Forschungsschiff Atlantic Explorer beisteuern. Das Schiff das vielen von den letzten Monaten bekannt ist, führt diese Woche eine neue Kampagne um den Eldiscreto durch. Untersucht werden alle relevanten Punkte wie Wasserqualität, Sauerstoff-, Kohlendioxid - oder Schwefel Gehalt und die Unterwasser-Flora und Fauna. Es geht darum Veränderungen und die Weiterentwicklung der Unterwasserwelt nach der Eruption zu untersuchen und zu dokumentieren. Dazu kommen Wissenschaftler der Universität Las Palmas mit an Bord.
Der Kapitän Tomas von S.O.S. Oceanos hat sich sehr viel Zeit genommen uns ausführlich jeden Winkel seines Schiffes zu zeigen. Sein Vater, der Gründer der Organisation S.O.S., hat sein Kapital und seine ganze Kraft in die Erforschung und den Schutz des Meeres investiert. Überhaupt besteht die ganze Besatzung aus Familienmitgliedern (Bruder, Schwester) und Freunden. Die technische Ausrüstung und das Schiff wird von der Firma Qstar aus Barcelona gestellt. Ein Unternehmen das sich mit der maritimen Ausrüstung von Reedereien und Forschungseinrichtungen beschäftigt. Früher war die Atlantic Explorer ein britisches Marine Schiff, das nach dem Kauf entsprechend umgerüstet wurde.

An diesem Wochenende findet im Hafen von La Restinga die 15. Open-Fotosub statt. Eine Unterwasser Video Meisterschaft an der 30 Taucher von 9 Verbänden teilnehmen. Auch aus England, Frankreich und Italien sind Teilnehmer angereist.
Es geht darum ein Unterwasser-Video in einer vorbestimmten Zeit aufzunehmen, das dann im extra aufgebauten Festzelt im Hafen begutachtet und bewertet wird. Im letzten Jahr musste wegen der Eldiscreto Eruption diese Veranstaltung ausfallen.
Wer einen Blick auf das Programm werfen möchte - hier Open-Fotosub
14.12 Uhr - neues Beben mit ML2,1 in 20 km Tiefe unter dem Berg Tanganasoga
In den vergangenen 24 Stunden hatten wir 5 erwähnenswerte Beben bis ML2,1 in 13 bis 23 km Tiefe. Die Avcan Karte zeigt die Lage und Verteilung von der Westspitze bis kurz vor La Restinga. Der weiße Kreis ist das Gebiet mit der beobachteten Meeresverfärbung am vergangenen Montag. Die verwirrenden IGN Angaben der letzten Tagen hatten wohl technische Ursachen und wurden inzwischen weitgehendst behoben. Übrig blieb ein Erdstoß in 1 km Tiefe am Westzipfel, der wohl eine Setzungserschütterung war. Auch der Auslöser für die Meeresverfärbung konnte nicht festgestellt werden.
Da die Atlantik Explorer erst kurz vor unserem Besuch in La Restinga einlief, war noch viel Ausrüstung seefest verpackt und verzurrt. Die Besatzung machte sich aber trotzdem die Mühe die Gerätschaften auszupacken und zu zeigen. Wie hier oben eine Universal Plattform mit der Wasserproben in unterschiedlichen Tiefen entnommen und Temperatur- und Gasmessungen vorgenommen werden können oder auch der Blick in die kleine Kombüse und Kabinen.
Besonders für mich interessant war natürlich der Unterwasser-Roboter (ROV) mit dem schon eine Reihe von beeindruckenden Eldiscreto Videos gedreht wurden. Ein italienisches Fabrikat, kleiner wie ich mir dieses Gerät eigentlich vorstellte, mit seiner Linse (Foto unten) den beiden Suchscheinwerfern links und rechts. Mehrere kleine Propellerantriebe erzeugen den Vor- und Auftrieb. Dieser ROV lässt sich um jede Achse beliebig steuern und ist mit einem Spezialkabel, das wohl sehr teuer und schlecht zu bekommen ist, während der Unterwassermission mit dem Mutterschiff verbunden.
Der Kapitän erläuterte, daß es um den Eldiscreto eine extrem magnetische Anomalie gebe, die die exakte Ausrichtung des ROV sehr erschwere. Derart starke magnetische Abweichungen habe er noch bei keiner anderen Mission erlebt. Es müsse wohl mit der stark eisenhaltigen Lavazusammensetzung in Verbindung gebracht werden. Er sei auf jeden Fall immer wieder froh, wenn das edle und teure Gerät wieder unversehrt an Bord gehievt werde.
Im Bauch des Schiffes im Unterdeck befindet sich das eigentliche Herzstück - die Kommandozentrale.
Ausgerüstet mit modernen Computer- und Steuerungsanlagen wird von hier jede Mission gesteuert und überwacht. Verstärkt durch Wissenschaftler der ULPGC soll diese Woche das vorgesehene Forschungsprogramm durchgeführt werden. Ein großes Labor ist nicht an Bord. Nur kleinere Untersuchungen können direkt vorgenommen werden. Alle Proben gehen anschließend weiter zum Laboratorium der Universität Las Palmas auf Gran Canaria.
An dieser Stelle noch einmal meinen Dank an die nette und sehr aufgeschlossene Besatzung von S.O.S. Oceanos auf der Atlantic Explorer. Vielleicht kann ich in naher Zukunft selbst mal eine Mission begleiten und darüber berichten. Warten wir es einfach mal ab.
Es geht darum ein Unterwasser-Video in einer vorbestimmten Zeit aufzunehmen, das dann im extra aufgebauten Festzelt im Hafen begutachtet und bewertet wird. Im letzten Jahr musste wegen der Eldiscreto Eruption diese Veranstaltung ausfallen.
Wer einen Blick auf das Programm werfen möchte - hier Open-Fotosub
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