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Mittwoch, 25. Januar 2012

El Hierro Vulkan - noch riesiger Magmavorrat

News: Neuer Erdstoß um 13.00 Uhr von 1,6 RSk. bei Restinga in 13 km Tiefe.
- Die Beben werden heftiger um 17.01 Uhr mit 2,5 RSk. und um 17.06 mit 1,8 RSk. beide  um den Eldiscreto in 14 km Tiefe
- Weiteres Beben um 20.22 Uhr mit 2,8 RSk. in 12 km Tiefe im Süden
Gestern zeigte der Eldiscreto wieder einmal seine ganze Kraft. Es war nach der Oktober Eruption die stärkste sichtbare Aktivität. Stundenlang dampfte und rauchte es über der Eruptionsstelle. Dabei warf er Lavaklaster, Gase und durch die Hitze entstandenen Wasserdampf aus. Durch die über ihm liegende tonnenschwere Wassersäule von noch über 100 m Höhe wird seine wahre Gewalt im Moment noch gebändigt. Auch am Abend kurz vor Sonnenuntergang sprudelte es noch heftig.

Um 20.29 Uhr ereignete sich unter dem Epizentrum in 14 km Tiefe ein Beben von 1,6 RSk.  Der Tremor spielt verrückt und gibt nicht die tatsächlich zu beobachtende Eruptionsaktivität wieder. Auch meine gestern in den Raum gestellte Frage der Gezeitenwirkung scheint sich nicht zu bestätigen. Ein evtl. von Flut und Ebbe abzuleitender Rhythmus war zumindest in den letzten 24 Stunden nicht erkennbar. Der Eldiscreto macht einfach was er will und ist trotz aller Theorien und Mutmaßungen nicht berechenbar und sicher für weitere Überraschungen gut. Auch heute Morgen sind wieder rege Aufwallungen und Gasaustritte auf der Meeresoberfläche zu beobachten.
Das Foto zeigt das Gebiet oberhalb des Eldiscreto an der Straße von La Restinga Richtung dem jetzt gesperrten Tacoron. Hier sind noch deutlich die Spuren früherer Vulkanausbrüche zu erkennen. Diese Gebiete werden auch als "Malpaises" als unfruchtbares Land bezeichnet. Jüngste Schätzungen von Wissenschaftlern des Forschungsschiff Ramon Margalef gehen von einer vom Eldiscreto bisher ausgestoßenen Lavamenge von mehr als 145 Millionen m³ aus. Das entspricht der 12 fachen Menge die 1971 der Teneguia auf La Palma ausgespuckt hatte. Rekordhalter ist aber immer noch der Timanfaya von Lanzarote der in seiner fast 6 jährigen Aktivitätphase von 1730 - 1736 es auf 4 Milliarden m³ Lava brachte.
Lavaformation bei Tacoron
Dass sich auch die Wissenschaft täuschen kann, zeigen die Angaben zum Umfang der ursprünglich angegebenen Magmamassen in der unter dem Golfo liegenden Hauptkammer. Wie der Direktor Joan Marti der CSIS aus Barcelona im Oktober 2011 berechnete, sollten sich ca. 50 Millionen m³ Magma dort befinden. Diese Zahl ist inzwischen überholt. Jetzt geht man nach neuesten Schätzungen von weit über einer Milliarde m³ Magma aus. Vorräte die den Magmanachschub des Eldiscreto für mindestens ein Jahr lang sichern. Man wird sich also wenn diese Schätzungen zutreffen, noch auf einen langen Zeitraum und ein Weiterleben des Eldiscreto einstellen müssen. Erfreulich für Vulkanologen und Naturbegeisterte, aber wahrscheinlich weniger toll für die Bewohner von La Restinga.

Dienstag, 2. April 2013

Vulkan - Eldiscreto NASA Foto des Jahres ?

NEWS:
15.50 Uhr - die Beben halten sich heute zurück. Sowohl in der Anzahl als auch der Stärke ist ein Rückgang zu verzeichnen. Von einem Abflauen zu sprechen, aber noch zu früh. Das wissen wir aus der Vergangenheit.
Gestern 84 Beben vor der Westküste in rund 20 km Tiefe. Der Bebenschwerpunkt hat sich etwas in den östlichen Sektor (rote Punkte) verlagert. So lange die Beben aus dieser großen Tiefe kommen, dürfte keine Gefahr einer Eruption bestehen. Allerdings schließen Fachleute weitere Beben um ML4,9 nicht aus.
Es gab auch drei Erdstöße im Inselinnern um den Tanganasoga aus 11 bzw. 12 km Tiefe (weiße Pfeile). Eine direkte Verbindung zum Westzentrum ist allerdings im Moment aufgrund des Bebenverlaufs nicht erkennbar.
Die Roman Margalef hat bei ihren näheren Untersuchungen des Eldiscreto im Süden (rote Pfeile) nicht nur eine periodisch austretende Gasfahne entdeckt, sondern auch eine erhöhte Wassertemperatur gemessen. An den Vulkanflanken liegt die Meereswassertemperatur um ca. 3°C höher als im umgebenden Meer. Die IGN konnte dies gestern nicht genau begründen, führt es aber auf eine erhöhte Ausgasung zurück.

Das Magmasystem im Untergrund ist als ein komplexes und verknüpftes Labyrinth von Kammern und Gängen zu sehen. Beben am Westende können natürlich auch Auswirkungen im 26.2 Kilometer entfernten Süden zeigen. Zwischen dem jetzigen Bebenzentrum im Westen und der alten Eldiscreto Eruptionsstelle, liegt ja noch auf halber Strecke die El Julan Magmakammer in rund 20 km Tiefe. Hier hatten wir im Sommer 2012 auch Beben bis ML4,0. Dieser Bereich bleibt aber im Augenblick noch ruhig.
Wenn die Beben weiter nach Osten voran dringen, könnte es natürlich wieder zu einer Aktivierung in diesem Sektor oder sogar im Küstenbereich des Golfo, wo die Magmaschichten bis 5 km unter die Inseloberfläche reichen,  kommen. Das werden wir aber in den nächsten Tagen noch sehen.
Heute Morgen bereits 13 Beben bis ML3,3 um 2.31 Uhr (Ortszeit 3.31 Uhr) in 20 km Tiefe.

Das NASA-Foto des Jahres 2012




Noch ist es nicht ganz soweit. Bis zum 5. April wissen wir aber, ob unser Eldiscreto als Satelliten Foto des Jahres 2012 gekürt wurde. Die Chancen stehen gut. Den 2. Platz haben wir bereits erreicht, aber jetzt geht es noch um die Krönung auf dem Siegerpodest.

Wenn jeder Leser, wie oben auf dem Shot, sein Votum für unseren Eldiscreto abgibt, sollte es zu schaffen sein. Hier der Link zum NASA-Tournament.
Es wäre natürlich ein Prestigeerfolg für den Eldiscreto und El Hierro. Eine weltweit kostenlose Werbung für unseren "Kleinen" und die kleine Insel... und das wollen wir ja sicher Alle - also Voten.

Freitag, 23. März 2012

El Hierro Vulkan - rund um den Eldiscreto

NEWS:
Einige Beobachter vor Ort berichteten gestern von neuen Verfärbungen an der Meeresoberfläche über dem Eldiscreto. Heute Morgen ist es aber ruhig und es lassen sich keine Aktivitäten oder Meeresverfärbungen beobachten. Auch gab es keine neuen Beben.
12.22 Uhr - Eldiscreto fängt wieder an zu sprudeln (siehe Webcam)


Inzwischen gibt es auch ein Flugsimulator Programm, das einen Rundflug über El Hierro ermöglicht. Interessant, daß auch der Eldiscreto in der Simulation auftaucht. Unter X-Plane
findet man El Hierro als photorealistische Scenery für den X-Plane Flugsimulator - inklusive Vulkaneruption unter Wasser. Nun kann also jeder der Lust hat selbst einen kleinen Rundflug über die Insel machen. Danke an den Geologen Stefan Roth aus Norwegen für den Tipp.
Das Orginal Eldiscreto Eruptionswasser künstlerisch dargestellt. Den ersten Abdruck habe ich erhalten. Unter dem Mikroskop hat Robert Poschacher aus Österreich fotografisch die "Grüne Brühe" auf ganz andere Art heraus gearbeitet. Ein Blickfang für das Wohnzimmer. Hier der Link zu seiner Homepage. Es ist schon interessant was sich so alles um den Vulkan entwickelt und wie Ideen umgesetzt werden. Von den ersten Lavabrocken, den "Restingolitas" über Ebay zu beziehen, demnächst vielleicht auch als Halskette, oder das Restingolita Feingebäck. Wie wäre es denn mit einer Eldiscreto Nusstorte. Den Auftrag für einen Prototyp habe ich bereits an meine Frau - übrigens eine begnadete Konditorin - erteilt. Sobals das Projekt fertig ist, werde ich es hier vorstellen.

Freitag, 27. Januar 2012

El Hierro Vulkan - neue Forschungsergebnisse

NEWS:
Nichts kann die ruhige Idylle trüben. Diesen Eindruck erweckt zumindest heute der Anblick des Meeres bei Restinga und die Tremorstatistik.
Bereitet sich Eldiscreto bereits auf den königlichen Besuch am kommenden Montag vor? Kronprinz Felipe und seine Gattin statten ihm am 30.1.12 einen Staatsbesuch ab. Felipe feiert zudem an diesem Tage seinen 44. Geburtstag. Welch eine Ehre für unseren Unbekannten.
Aber wir sollten uns nicht täuschen lassen. Solche Siesta Ruhepausen hat unser Eldiscreto schon mehrfach eingelegt um anschließend mit gesammelter Kraft desto kräftiger weiter zu poltern.
Im Untergrund sieht es dagegen nicht ganz so ruhig aus. Am gestrigen Nachmittag um 16.49 Uhr erfolgte in 23 km Tiefe im Golfo ein Beben von 1,9 RSk. und in der Nacht um 4.24 Uhr im Süden von 2,0 RSk. in 13 km Tiefe. 
Jetzt dringen auch die ersten wissenschaftlichen Detail Untersuchungsergebnisse der wochenlangen baythymetrischen Vermessungsarbeiten der Forschungschiffe Ramon Margalef und der Sarmiento de Gamboa vom Instituto Espanol de Oceanografia (IOE) an die Öffentlichkeit. Danach sieht die Unterwasser Landschaft am Südzipfel von El Hierro wie auf der Karte aus. Prof. Elena Gonzales Cardenas, Dekan an der Universität von Castilla-La Mancha hat in Zusammenarbeit mit der Avcan die Ergebnisse erläutert.
Die obere rote Aufnahme zeigt das Meeresgebiet vor Beginn der eruptiven Phase. Mit Ausbruchsbeginn im Oktober 2011 hat sich unser Eldiscreto (Crater) im Umfang und in der Höhe immer weiter ausgedehnt und dürfte vor zwei Wochen ungefähr die Ausmaße wie im Bild grün unten angenommen haben. Ein Großteil der ausgeworfenen Lava ist hangabwärts (Lengua) ins tiefer liegende Tal abgeflossen.
Hier der Blick von der Rückseite (aus Norden) auf den Eldiscreto und dahinter das steil abfallende Meerestal (Richtung blau).
Während der Eruptionsphase könnte dann, wie zeichnerisch dargestellt, die östliche Vulkanflanke abgebrochen sein und hat damit der nachströmenden Lava freien Ausgang talabwärts gegeben. Damit lässt sich auch der geringe Höhenaufbau des Vulkankegel erklären.
Hier der Gesamtüberblick mit dem Eldiscreto (rot) und die davon geflossenen Lavamassen (braun). Der erste Blick sollte nicht täuschen, aber die Lavazunge hat eine Länge von mindestens 5 Kilometer. Auch das Gefälle der Landschaft beträgt vom Eldiscreto bis zum linken Bildrand fast 1400 m. Hier hat es natürlich die dünnflüssige Lava vorgezogen dem Talverlauf abwärts zu folgen.
Der Querschnitt von Westen bzw. Süden aus gesehen macht die Sache noch etwas deutlicher. Warum allerdings die ausgetretene Lava entgegen aller physikalischer Grundsätze hier nach oben fließen soll, ist auch mir unverständlich. Nach jüngsten Verlautbarungen der IOE soll sich inzwischen die Südflanke (talabwärts) so stark ausgebaut haben, daß nicht mehr die großen Mengen Lava abfließen können. Dies kann dann einen schnelleren Kegelaufbau zur Folge haben.

Im Laufe der zurück liegenden Eruptions- phasen wurden immer wieder räumlich auseinander liegende Gasausströmungen beobachtet. Wie hier auf der Aufnahme gut zu erkennen. Möglicherweise gab es mehrere Nebenöffnungen, ein so genannter "Mund oder Münder", die bei Überdruck zeitweise auch Gase abgaben. Inzwischen konzentriert sich der Lava- und Gasausstoß fast nur noch auf den Hauptkrater.




Auch im Golfo gab es zwei Stellen mit erhöhter Gas Emission. Der eine Punkt lag bei Salmor Roques (Felsen) im Norden und der Zweite in Nähe der Arenas Blancas im Südwesten. Was sich hier genau ereignet hat, wird im Bericht nicht näher erwähnt. Soweit meine zusammenge- fasste Interpretation. Den gesamten Bericht (span.) finden Sie hier.


Wer noch auf die Schnelle einen Vulkan Kalender 2012 von El Hierro erhaschen möchte, schreibt eine Mail an harald.kugel@arcor.de. Fam. Kugel hat von ihrem Teneriffa Besuch noch 3 Exemplare in Reserve.

Montag, 8. April 2013

NASA - Eldiscreto Foto des Jahres

NEWS:  91% der Stimmen entfielen auf unseren Eldiscreto (Quelle NASA)
Jetzt ist es offiziell - der Sieger im NASA Wettbewerb Tournament Earth "Satellitenfoto 2012" ist die Aufnahme des Eldiscreto von El Hierro.

Wir freuen uns herzlich und gratulieren der Insel zu diesem Erfolg.

Nach all der leidvollen Zeit hat es auch ohne sichtbaren Vulkankegel allein die Aura und gigantische Verfärbung der Meeresoberfläche des Eldiscreto geschafft, aus den besten 32 Satellitenaufnahmen als Jahressieger ausgewählt zu werden.

Eine Prämierung durch die NASA ist schon eine Sache. Die größte und bekannteste Weltraum- Organisation wählt als beste Satellitenaufnahme des Jahres unseren bescheidenen Eldiscreto aus.

Natürlich wäre das alles nicht so ausgegangen, wenn nicht Avcan, Involcan, Earthquark und hier im Blog entsprechende Werbung gemacht worden wäre.
Sie liebe Leser waren aber die Entscheider. Ohne Ihr Votum hätten wir es nicht geschafft. Dafür meinen besonderen Dank.

Es liegt nun an der Insel selbst - am Patronato de Turismo - was sie aus diesem Erfolg machen. Die Basis ist gelegt. Eine einmalige Chance die jetzt ausbaufähig ist.

Donnerstag, 1. Januar 2015

Vulkan Eldiscreto macht Schlagzeilen

Neue Erdölquelle am Eldiscreto gefunden ?


Erdöllache am Eldiscreto vor der Südspitze von EL Hierro. Mehrere tausend Liter Erdöl sprudeln aus der Eruptionsstelle des 2011 ausgebrochenen Unterwasservulkan. Große Meldung in der Universario Canario. Geschmückt mit dem Foto des Kanarenpräsident Paulino Rivero und seiner Aussage: "Jetzt könnte der Spritpreis für die Kanaren bald auf 35 Cent pro Liter fallen".

Spätestens jetzt klingt die Geschichte unglaubwürdig. Es war ein Scherz zum 28. Dezember. Was in Deutschland der 1. April ist, gibt es hier zum 28. Dezember. "Santos Inocentes" - die Heilige Unschuldige - erlaubt jedem einen Streich zu spielen. Der Tag der unschuldigen Kinder geht zurück auf König Herodes, der die Tötung aller unter 2-jährigen Kinder befahl.
Dieser 28. Dezember wird nicht nur in Spanien, sondern auch in Lateinamerika für einen "Aprilscherz" genutzt. Tag der unschuldigen Leben in der spanischsprachigen Welt könnte auch auf die oft brutale Inquisitation durch die Spanier zurück gehen. Vielleicht als Racheakt oder als Persiflage entstanden. Genau lässt sich dieser Brauch und das Datum jedoch nicht erklären.

Vulkan Eldiscreto ruht sich aus.


Tatsächlich bleibt es unter El Hierro weiter ruhig. Kein Erdöl und auch nur schwache Erdbeben. Den stärksten Erdstoß am 23. Dezember 2014 mit ML2,4 aus 13 km Tiefe südlich des Tanganasoga. Die leichten nicht spürbaren Beben halten aber weiter an. Die IGN Grafik links zeigt die vergangenen 15 Tage. Anders als bei der Teneguia Eruption 1971 auf La Palma, wo nach 2 Monaten totale Ruhe herrschte, brodelt es unter El Hierro weiter. Fast regelmässig, mit mehreren Tagen Abstand, meldet sich der Vulkan.

Auch bei der Bodenverformung gibt es keine Entspannung. Seit März 2014 bleibt nach den GPS-Messungen auch die vertikale Aufwölbung -der Innendruck- fast konstant auf hohem Niveau. Von einer Entspannung oder gar dem Ende der Vulkanaktivität darf also noch nicht ausgegangen werden. Es ist im Moment eine lange Ruhepause. Seit März 2014 bis heute kam es zu keinen nennenswerten Aktivitäten. Wie lange diese Pause andauert, wissen nur die Götter. Aus der vergangenen nun über 3-jährigen Eldiscreto Entwicklung wissen wir aber, dass recht schnell dieses "Nickerchen" beendet sein kann.

Die Vulkanologen melden sich zu Wort


Es ist für mich immer wieder erstaunlich wie berufsmäßige Vulkanologen von einer zweiten Eruption im Juni 2012 auf der Westseite von El Hierro in Fachpublikationen berichten. Von der eigentlich zuständigen IGN völlig unbemerkt will Involcan überraschend, wie jetzt im November 2014 in der Springer Bulletin of Volcanology veröffentlicht, mehrere weitere Eruptionspunkte nach umfangreichen Auswertungen zweifelsfrei erkannt haben.

Am 28. Juni 2012 hat das Forschungsschiff  "Hesperides" auf akustischen Unterwasser-  Aufzeichnungen Unregelmäßigkeiten im Westteil der Insel festgestellt. Es waren unentdeckte Eruptionen in Küstennähe, die Auswürfe bis 48 m unter die Meeresoberfläche anhäuften. Das Ganze ereignete sich vor dem alten Vulkan Negro.
Bereits am 25. Juli 2012 beobachtet und berichtete ich mit Fotos unter " ... neuer Gasaustritt" hier zum Nachlesen, von einer weiteren Eruption. Die Konzentration und die flache Tiefe der Beben ließen auch für einen Hobby-Vulkanologen nur den Schluss zu, dass es zu einer weiteren Eruption gekommen sein muss. Erst 8 Monate später bestätigte Involcan pressewirksam dieses Ereignis und jetzt im November 2014 in einem Fachjournal mit eindeutigen Beweisen. Das Instituto Geografico National (IGN) verliert dazu keine Worte. Zunächst wurde die weitere Eruption sogar bestritten.

Es mag in der Fachwelt alles etwas länger dauern bis gewissenhaft "Recherchiert" worden ist. Lohn und Anerkennung gibt es aber erst mit der Veröffentlichung in einem Fachjournal. Solange - und das mag ich nicht akzeptieren - bleiben Auskünfte und Beweise unter Verschluss.
Verlage entscheiden, wann die Öffentlichkeit über wissenschaftliche Neuigkeiten informiert wird. Wissenschaftler in öffentlicher Funktion und aus Steuergeldern finanziert, dürften ihre Entdeckungen nicht so lange verbergen.
Zudem verlangt der Verlag für ein vollständiges Manuskript ein hohes Honorar. Das passt nicht mehr in die heutige Zeit. Es wird Zeit dieses Machtmonopol zu brechen und eine andere Art der "Würdigung" zu finden.

Durch diese in allen wissenschaftlichen Fachbereichen übliche Praxis, wurde sicher auch Involcan gehindert, gleich nach "ihrer Entdeckung" Details preiszugeben.

Donnerstag, 5. Januar 2012

El Hierro Vulkan - erstmals glühende Lavabrocken ausgeworfen

NEWS: Beben um 17.05 Uhr der Stärke 3,5 RSk. westlich von Lanzarote in 11 km Tiefe
Das ist der vor wenigen Wochen ausge- brochene Zubair Vulkan im Roten Meer. Aufgrund der geringen Meerestiefe hat er den Durchbruch bis über die Wasseroberfläche geschafft und eine neue Insel entstehen lassen. Ein ähnliches Szenario hätte sich und kann sich noch um den Eldiscreto entwickeln. Was dann zu erwarten ist, zeigen die Fotos eindrucksvoll. Wir wollen es nicht hoffen, aber einen Gedanken ist die Sache wert. Diese heftigen Wasserdampf- und Gaswolken entwickeln sich, wenn die Vulkan- spitze die kritische Grenze zur Meeresoberfläche erreicht hat. Wissenschaftler gehen davon aus, daß dies bei 80 bis 100 m bis zur Wasseroberfläche der Fall sein wird.
Momentan vermuten wir die Austrittsöffnung unseres Eldiscreto in ca. 150 m Meerestiefe. Tag für Tag wächst er aber weiter in die Höhe, auch wenn große Lavamassen durch die Hanglage ins seitlich Meerestal wegfliesen. Auf der bereits im Oktober erstellten Grafik können wir in etwa den Weg der Lavazunge (Lengua de lava) erkennen. Auch bei einem stetigen täglichen Lavaaustritt von geringer Menge, wird das Faß irgend wann zum Überlaufen kommen. Selbst der angesehene Vulkanologe Dr. Nemesio Perez - Direktor des Institut für Technologie und erneuerbarer Energie (Iter) ist von der Dauer der Eruption überrascht. Seit Oktober 2011 dauert nun schon die Eruptionswelle an. Aus historischen Aufzeichnungen wissen wir, daß die durchschnittliche eruptive Phase von Kanarischen Vulkanen 30 Tage andauert. Allerdings ist vor kurzer Zeit ein altes Dokument in der Universität von La Laguna aufgetaucht, das einen Ausbruch im 17. Jahrhundert über eine Dauer von fast 6 Jahren bezeugt. Wenn dem nun auch so sein sollte, dann können wir uns noch auf ein langes Gastspiel unseres Eldiscreto einstellen.
Hier das aus einem Helikopter gedrehte Video zur Zubair-Inselgruppe

In der vergangenen Nacht spuckte der Eldiscreto erstmals glühende Lavabrocken aus. Auf der Webcam waren diese kurzen Lichtblitze über einen längeren Zeitraum zu beobachten. Ich denke nicht, daß es sich hierbei wieder um Lichterscheinungen von Schiffen handelt. Was können wir für Rückschlüsse ziehen: Entweder sind diese Lavabrocken so groß, daß sie noch soviel Hitze gespeichert haben um an der Meeresoberfläche nachzuglühen oder der Auswurfschlot befindet sich nun näher an der Wasseroberfläche. Die Lavaaustrittstemperatur beträgt normal um die 1200° und wird durch das Wasser schnell abgekühlt. Näheres werden wir vielleicht heute in Erfahrung bringen können.
Heute kurz nach Mitternacht um 00.02 Uhr gab es unter der Eruptionsstelle ein leichtes Beben von 1,8 RSk. in 13 km Tiefe. Der Tremor zieht ruhig, wie auch in den vergangenen Tagen, seine Bahnen. Das Magma stößt also auf keine großen Widerstände und kann ungehindert austreten.

Der Eldiscreto Kalender 2012 ist ab heute zu erhalten. Zunächst auf der Insel bei: Bibliothek Alamo, Dr. Quintero 7, Valverde, - Bibliothek Francis,  8 Rumbaso, Frontera - Tajaraste, Calle Tigaday s/n, Frontera -  Buchhandlung Marga, c / Bachelor Bueno 6, Valverde -   Flughafen, Valverde und  Bar Taperío (Hotel El Pinar), El Pino 64, El Pinar.
So zumindest der offizielle oder halboffizielle Bezugsquellennachweis.
Karin hat sich die letzten Tage intensiv mit den Behörden wegen des Kalender- versandes nach Deutschland/Austria/Schweiz unterhalten. In den nächsten Tagen will man hier eine gangbare Möglichkeit präsentieren. Wie ich aus den vielen Anfragen weiß, ist großes Interesse vorhanden. Sobald eine Lösung vorliegt berichte ich natürlich hier.

Donnerstag, 5. April 2012

El Hierro Vulkan - Neu "Eldiscreto Buch"

News:
Gestern gab es keine weiteren Beben. Beobachtet wurden allerdings leichte Gasaustritte an der Meeresoberfläche. Teilweise auch an Stellen die nicht direkt über dem Kraterschlund lagen.

... und was macht ein Autor wenn er sich monatelang mit einem interessanten Thema beschäftigt. Ein Thema das sehr viel Zeit und Ausdauer erfordert (hat) und es sich dazu noch um einen Vulkanausbruch vor der Haustüre handelt ... richtig ... er schreibt darüber ein Buch.
Genau das ist geschehen - man möge mir verzeihen.

Vorstellen möchte ich Ihnen meine aktuelle Neuerscheinung:

Eldiscreto

Chronologie des El Hierro Vulkan
Eine einmalige Dokumentation der dramatischen Entwicklung des El Hierro Unterwasser-Vulkan auf den Kanarischen Inseln. In allen Einzelheiten hat der Autor auf spannende Weise die Entstehung des Eldiscreto Vulkan festgehalten. Nicht nur seine Urgewalt, sondern auch die Ängste und Befürchtungen seiner Beobachter.

Auf verständliche Weise sind die geologischen Zusammenhänge erklärt, das vulkanologische Wirkungsprinzip mit Fotos und Grafiken anschaulich dargestellt und auch die biologischen Auswirkungen auf das Meer und die Umwelt erläutert.



Das Tagebuch eines Vulkan. Teil I bis zur Eruption im November 2011.

Taschenbuch:   224 Seiten
Verlag:               BOD-Verlag - 1. Auflage April 2012
ISBN:                  978-3-8482-0058-0
INFO:                  www.eldiscreto.de

Das Buch wird in den nächsten Tagen im örtlichen Buchhandel und jetzt bereits bei Amazon und Libri zu erhalten sein. Alles weitere auf der Buchseite.

Teil II wird folgen, wenn Eldiscreto endgültig seine Ruhe gefunden hat.

Dienstag, 6. März 2012

El Hierro Vulkan - Adios Eldiscreto

NEWS:
Seit gestern ist es amtlich. Die Pevolca (Krisenstab) hat die Vulkanaktivität in Abstimmung mit allen beteiligten wissenschaftlichen Instituten für beendet erklärt. Es ist nicht mehr mit einem Aufleben des Eldiscreto zu rechnen. Zwar werden in den nächsten Monaten aufgrund der immer noch vorhandenen Bodenverformung, der erhöhten Gaswerte und der immer noch auftretenden Beben die Kontrollmaßnahmen aufrecht erhalten bleiben. Eine neue Eruption wird nach heutigem Kenntnisstand jedoch ausgeschlossen. Eldiscreto hat sich zur Ruhe gelegt. Wie lange diese Schlafphase dauert, ob tausend Jahre oder nur wenige Monate, wird uns die Zukunft zeigen. Er ist und bleibt ein aktiver Vulkan.

Zurück bleiben durchlebte spannende Monate und wunderschöne Foto- und Videoaufnahmen die immer an die aufregenden Momente zurück erinnern werden. Auch wenn nun doch keine neue Vorzeige Insel entstanden ist, ist jetzt gerade El Hierro das Urlaubsziel um direkt vor Ort das Durchlebte noch einmal in Gedanken Revue nachzuerleben und die einzigartige und unverfälschte Natur zu geniessen.

Dieser Blog der doch viele gefesselt hat, wird bleiben. Ich bleibe am Ball und werde weiter berichten. Auch wird uns Karin aus El Hierro mit neuen Infos von der Insel versorgen. 
Jetzt kommen die wissenschaftlichen Auswertungen der Geologen, Vulkanologen und der Meeresbiologen. Manche Überraschung ist gewiss.
So wie gestern der Abschlussbericht über die Kampagne des Schiffes Ramón Margalef des Spanischen Institut für Ozeanographie, daß sich die Spitze des Vulkankegel überraschender Weise nur noch 88 m unter der Meeresoberfläche befindet. 88 m mehr und unser Eldiscreto hätte das Tageslicht erblickt. Dieses Mal sollte es noch nicht sein.
Auch habe ich für die nächsten Tage noch etwas "Besonderes" in petto bei dem der Eldiscreto die Hauptrolle spielt. Etwas das Sie wahrscheinlich noch nie gesehen haben. Wir arbeiten noch daran. Lassen Sie sich überraschen!


... und noch etwas. Dieser Blog wurde für den Besucher-Award nominiert. Hier bitte ich Sie unter "Freizeit" um Ihre Stimme. Danke !

Samstag, 4. Februar 2012

El Hierro Vulkan - Bebenserie in der Nacht

NEWS: - 15.39 Uhr - Eldiscreto wirft wieder rauchende Lavaklaster aus. Aufgrund des starken Sturmes (bis zu 90 km/h) ist das Meer stark aufgewühlt und die Webcam instabil.
- 16.48 Uhr Beben mit 2,1 RSk. in 12 km Tiefe im Süden
Das war heute keine ruhige Nacht für La Restinga. Eine Bebenserie bis zur Stärke von 3,4 RSk. um 4.40 Uhr ließ den Boden um den Eldiscreto erschüttern. Der Tremor (links)  ist wie in alten Tagen wieder aufgebraust. Neuer Magmanachschub sucht sich seinen Weg an die Erdoberfläche. Ob sich der alte Lavakanal erweitert oder sich die Magma einen neuen Ausgang sucht, kann anhand der Tremoraufzeichnung nicht ausgesagt werden. Auf jeden Fall ist im Untergrund einiges im Gange.
Die Tabelle zeigt nur die stärksten Erdstöße der vergangenen Stunden. Innerhalb von 2 Stunden in der vergangenen Nacht, zwischen 2.41 Uhr und 4.43 Uhr alleine 4 Beben. Darunter der für alle spürbare Erdstoß mit 3,4 RSk.
Das Bebenzentrum lag wie die roten Punkte der Avcan Karte zeigen, um den Eldiscreto bzw. im Bereich des vermuteten Lavakanal unter der Insel. Die Bebentiefe liegt zwischen 13 und 16 km. Also dort wo wir in den vergangenen Wochen schon häufig kleinere Erdstöße erlebt haben. Es bleibt zu vermuten, daß die Beben anhalten und vielleicht noch an Stärke zu nehmen. Das Endergebnis wird in den nächsten Stunden oder Tagen über der Eruptionsstelle des Eldiscreto sichtbar sein. Im Moment sprudelt es trotz der aufgewühlten See sichtbar stark und verfärbt einen weiten Bereich in das bekannte Eldiscreto-Grün.

Donnerstag, 4. Oktober 2012

El Hierro Vulkan - jetzt wollen wir es aber Wissen

NEWS:

Am 21.10.12 veranstalteten die kreativen Köpfe vom Sportverein Nisdafe auf El Hierro, mit Unterstützung des Cabildos (Inselregierung) und des Ayuntamientos El Pinar, einen etwas ungewöhnlichen Schwimmwettkampf. Gegen Strömung und Wellen soll es von La Restinga kraulend bis zum Eldiscreto und zurück gehen. Etwas durchgeknallt? Wahrscheinlich nicht mehr als bei anderen Risiko und Extremsportarten.. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, Bojen werden gesetzt, Boote zur Sicherheit der Schwimmer eingewiesen, von der Logistik her scheinen sie alles im Griff zu haben, es gibt auch einen Plan B für den Fall von Wetter oder Vulkangezicke. Ihre Absicht ist es, Besuchern die Insel schmackhaft zu machen, zu demonstrieren, dass im Mar de las Calmas alles im grünen Bereich ist und Spass an dem sportlichen Ereignis zu haben. Die Arrmas Fährlinie bietet Sondertarife für die Teilnehmer und es hat, man höre und staune, 140 Anmeldungen gegeben, überwiegend von Teneriffa und Gran Canaria. Fast 100 Sportler werden die große Route von 6 km bis zum Eldiscreto schwimmen, für weitere 40, nicht ganz so Hartgesottene, wird eine kleinere Runde von 2500 m angeboten. Mehr zum Thema hier unter Programm - (Danke für den Hinweis an Karin).
 
Ja - auch ich habe im ersten Moment gestutzt als ich das gehört habe. Jetzt will man also aller Welt zeigen, wie harmlos - zumindest im Moment - unser Eldiscreto ist. Etwas Wagemut, Nervenkitzel und eine Portion Trotz - die typisch herrenische Art, legen die Veranstalter schon in die Waagschale. Tatsächlich ist es aber zur Zeit ungefährlich über den in 84 m Tiefe schlummernden Eldiscreto zu kraulen. Ich denke auch, daß der genaue Streckenverlauf nur an den Rand der immer noch existenten Sperrzone um den Eruptionspunkt führen wird.
Bemerkenswert ist aber, daß man nun endlich auch werbewirksam den Eldiscreto einsetzt und ihn nicht weiter als ungeliebtes Kind verdrängt.

Auch gestern hatten wir 14 Beben bis ML2,3. Die Lage unverändert um Sabinosa im Golfo in 9 bis 11 km Tiefe und unter dem Inselinnern westlich von El Pinar in rund 20 km Tiefe (siehe Avcan Grafik). Die seit Tagen gleiche Situation lässt vermuten, daß das Magma weiter bohrt und schafft, aber noch keinen Weg frei machen konnte um weiter zur Oberfläche vorzudringen. Die beständigen Beben und die doch hohen Druckverhältnisse lassen auch auf kein Abklingen der Aktivität im Untergrund deuten. Es ist eine der bekannten typischen "Zwischenphasen" bis dann über kurz oder lang erkennbar wird wohin der weitere Weg führt.
 

Dienstag, 17. Januar 2012

El Hierro Vulkan - Eldiscreto Geschichte ?

NEWS:
Das sind jüngste Involcan Aufnahmen vom 12.1.12. Zur Zeit ist nur einer der drei Vulkanschlote aktiv. Er spuckt unaufhörlich sein magmatisches Material aus. Magma Nachschub scheint genügend vorhanden zu sein, was auch der heutige Tremorverlauf anzeigt.
Gestern Abend gab es um 23.17 Uhr unter dem Eldiscreto wieder ein neues Beben von 2,0 RSk. in 13 km Tiefe. Diese Beben dauern nun bereits seit 5 Monaten an. Es ist verständlich, daß die Bewohner gerne wieder zu einem normalen und ruhigen Leben zurück finden wollen. Die ständige latente Angst und Gefahr im Nacken was vielleicht als nächstes um den Eldiscreto passieren könnte, zehrt und zerrt an den Nerven der Einwohner. Nichtsdestotrotz versucht man die unterschwellige Angst zu verdrängen und hat am Wochenende ein erstes Vulkanmuseum oder besser gesagt eine kleine vulkanische Ausstellung in La Restinga eröffnet. Mit Fotos, seismischen Aufzeichnungen und Lavafundstücken, den sogenannten "Restingolitas" möchte man gerne die Eldiscreto Episode als längst überstandenes Ereignis in die Vergangenheit verschieben. Noch ist aber der Vulkan aktiv und lässt sich nicht so leicht in der "Schublade der Geschichte" ablegen. Ich kann mir gut vorstellen, daß er noch so manche Überraschung im Gepäck hat.
Auch diese um den 10.1.12 entstandene "TeideAstro" Aufnahme aus dem NASA Satelliten von den unter Wolkenschleier liegenden Westkanaren, lassen die Eldiscreto Spuren (links unten) gut erkennen.


Mittwoch, 20. Juni 2012

El Hierro Vulkan - wie geht es weiter ?

NEWS:
17.01 Uhr - Heute bereits wieder zwei kleine Erdstöße. ML0,8 im Golfo und ML1,3 im Süden in 18 km Tiefe.
Das ist die jüngste Bebenbilanz der Nacht von Montag auf Dienstag und am gestrigen Tag. Insgesamt 47 Erdstöße, davon 5 mit mehr als ML2,0. Im direkten Vergleich mit der letzten Bebenwelle vom 14.6.12 ist die deutliche Zunahme der Aktivität zu erkennen. Es war nun bereits die dritte Bebenwelle nach dem - 4.6., dem  14.6. nun am 18.6. -. Nicht nur die verstärkte Intensität sondern auch die verkürzten Zeitintervalle zwischen den Wellen lassen auf eine Zunahme und ein Vordringen der Magma schließen. Auf der AVCAN-Grafik (links) sind die jüngsten Zentren der Beben markiert. Wie ein Band ziehen sie sich von der Magmakammer im Golfo, weiter im Magmakanal unter der Insel Richtung Süden. Es ist genau der direkte und altbekannte Weg zur Eruptionsstelle des Eldiscreto bei La Restinga. Wenn sich diese Entwicklung fortsetzt werden wir in den nächsten Tagen den nächsten Schwall weiter südlich erleben können.

Noch nie in der jüngeren Vulkangeschichte der Kanaren hat sich ein Vulkan soviel Zeit gelassen wie jetzt unter El Hierro. Seit fast einem Jahr ist nun Eldiscreto mit kleinen Unterbrechungen aktiv. Alle gut dokumentierten Ausbrüche hatten nach spätestens drei Monaten ihr Pulver verschossen. Nur ein Vulkan auf Lanzarote im 17. Jahrhundert strapazierte über zwei Jahre die Nerven der Einwohner, bis er sich dann doch entschloss einzuschlafen.
In der geologischen Zeitrechnung sind Jahre nur Sekundenbruchteile und nicht einmal ein Wimpernschlag. Für ein Menschenleben kann ein Jahr aber sehr lang werden. Rein statistisch hat jeder Bewohner auf den Kanarischen Westinseln 1 bis 2 mal in seinem Leben die Chance einen Vulkanausbruch mitzuerleben. 1949 (San Juan), 1971 (Teneguia) und 2011 der Eldiscreto. Ob es ein Glück oder mehr Pech ist, wird unterschiedlich gesehen.
Tatsache ist aber, daß seit der Besiedlung der Kanaren vor ca. 4000 Jahren Vulkane und deren Ausbrüche ständige Wegbegleiter waren und auch in Zukunft sein werden. Ohne Vulkanaktivität gäbe es diese Inseln nicht und/oder sie wären auch längst wieder unter dem Meeresspiegel verschwunden.
Betrachten wir es als Glücksfall, daß es uns gegönnt ist hautnah die Natur bei ihrem Schauspiel zu beobachten.

Seit zwei Tagen kreuzt wieder das Forschungsschiff "Hesperides" um den Eldiscreto und auch im Golfo. Es ist eine schon bereits vor Monaten geplante Beobachtungsmission und hat mit den jüngsten Ereignissen nichts zu tun. Vielleicht werden aber neue Einzelheiten und bathymetrische Messergebnisse in den nächsten Tagen veröffentlicht.
Anfang Mai hatte ich über den Wave-Glider, der mit einem neuartigen Wellenantrieb ausgestattet ist, berichtet. Dieses experimentelle unbemannte Wasserfahrzeug hat den Eldiscreto inzwischen selbständig erreicht und befindet sich bereits wieder auf dem Heimweg nach Gran Canaria. Es war bei dieser Mission nicht seine Aufgabe Vulkan-Untersuchungsergebnisse zu liefern. Der Testlauf sollte nur beweisen, daß ohne Benzin- oder Solarantrieb und über die GPS Steuerung selbständig und autonom ein Ziel erreicht werden kann.  Wer den Bericht noch einmal nachlesen möchte Wave-Glider.

Mittwoch, 7. März 2012

El Hierro Vulkan - außergewöhnliche Aufnahmen

NEWS: Beben um 17.58 Uhr mit ML1,8 in 13 km Tiefe im Süden.




Mal was ganz Neues. Ein Beben heute Morgen um 6.12 Uhr mit ML1,9 an der Westspitze in 37 km Tiefe. An diesem Zipfel hatten wir bisher noch keinen Erdstoß. Auch gestern um 10.43 Uhr ein leichtes Beben von ML1,4 im Süden. Gehen wir einfach mal davon aus, daß sich an der Westflanke der Magmakammer in großer Tiefe eine Spannung abgebaut hat. Der Krisenstab hat wie erwartet nun auch für Restinga und das Eldiscreto Gebiet. die Warnstufe auf "Gelb" = Vorwarnstufe gesenkt. Die 4 Meilen Sperrzone um die Eruptionsstelle bleibt erhalten, bis neue Gas- und Wasserproben ausgewertet sind. Das Baden, Tauchen und Fischen in diesem Bereich wird nicht empfohlen.
Der Seenotkreuzer "Salvamar Adhara" (Bild danke an Carlos) war am Dienstag auf Beobachtungsfahrt über der "ehemaligen" Eruptionsstelle. Er kann natürlich nur visuelle Beobachtungen und Temperaturmessungen vornehmen. Für Tiefenbeobachtungen ist er nicht ausgerüstet.


Was haben wir denn da ? Ein modernes Kunstwerk, - ein abstraktes Gemälde oder doch etwas Reales von unserem Eldiscreto. Gestern hatte ich Ihnen etwas Außergewöhnliches angekündigt. Lassen wir einfach  Rupert Poschacher zu Wort kommen:


Eldiscreto – sein feinstoffliches Abbild als Wasserbild



Wasserbilder unterschiedlichsten Ursprungs, entstehen im Mikrobereich unter
polarisiertem Licht und sind nicht retuschiert oder am Computer nachbearbeitet.
Wissenschaftlich zwar nicht belegbar – aber für den Betrachter trotzdem sehr
ansprechend und die Fantasie inspirierend...
Diese Wasserbilder mit wunderschönen, berührenden Farbstrukturen, die
gewissermaßen die Aura des Wassers sichtbar machen, stellen einen sehr
sensitiven Zugang zu unserem Lebenselixier dar.
Verblüffend sind die Vergleiche von realen Fotos von Pflanzen und von deren
feinstofflichem Abbild - Wasser, das nur kurz mit den Pflanzen in Berührung kam ... :

Nun zu Eldiscreto – als eifriger Leser dieses Blogs über den Eldiscreto faszinierten mich die Bilder – die Entstehung von neuem Leben – entsteht eine neue Insel, oder entsteht sie nicht? ...

Der Kontakt zu Manfred war schnell hergestellt und so bekam ich eine Wasserprobe aus der Nähe der Eruptionsstelle. Gut verpackt und gegen Einflüsse durch Alufolie geschützt kam die Probe bei mir im winterlichen Salzburger Land an. Das Ergebnis sehen Sie oben und ein
Detailausschnitt hier:
Aufnahmen von Süßwasser zeigen sich als Wasserbilder sicher farbenprächtiger, ruhiger und harmonischer in der Struktur als Meerwasser.
Bei heißen Quellen ist dennoch ein Fingerabdruck erkennbar – alle Bilder zeigen helle, weise, aufstrebende Bereiche...
Weitere Aufnahmen von Süßwasser-Geothermalen-Quellen Geometrica/Chile: Bagby Hot Springs/ USA: Bad Blumau/Österreich unter:


www.wasserbild.at
oder auf Youtube:
http://www.youtube.com/watch?v=1UsWevVQRbs



Ich wünsche allen Bewohnern auf El Hierro, dass wieder Ruhe und Normalität
einkehrt!



„Ich bin vom Wasser, seiner Ausstrahlung und seiner Wirkung fasziniert“.
Die Fotos, die Rupert Poschacher vom Wasser unterschiedlichsten Ursprungs, besser von Wasserstrukturen erstellt, entstehen im Mikrobereich unter polarisiertem Licht und sind nicht retuschiert oder am Computer nachbearbeitet.



Nur in einer konzertierten Aktion von Udo Pasternak- als Wasserschöpfer, Karin Kamm und mir und natürlich Rupert Poschacher war diese ungewöhnliche Aufnahme möglich.
... Was halten Sie davon? - Auf Ihre Reaktion sind wir alle gespannt!


Sonntag, 1. Juli 2012

El Hierro Vulkan - der Mensch ist machtlos

NEWS: 18.16 Uhr - heute Morgen zwei Beben mit ML3,5 und kurz darauf um 10.11 Uhr von ML4,0. Beide in 22 km Tiefe ca. 2 - 3 km vor der Südwestküste. Im Moment nur ein schwacher Tremor.
... und kann zur Zeit nur beobachten. Genau beobachten und seine Rückschlüsse ziehen. Erfahrungswerte haben wir vom letzten Jahr. Ob der Vulkan sich auch jetzt wieder so verhält, wird die weitere Entwicklung zeigen. Es ist die Naturgewalt die sich nicht in die Karten schauen lässt und für Überraschungen sorgen kann.

Es ist kein Ende der Beben abzusehen. Wie Meereswellen rauschen sie regelmässig in kurzen Intervallen heran. Ein ML3,6 Beben (IGN Grafik oben) gestern Abend um 21.43 Uhr war auch im Norden zu spüren. Dieser Erdstoß hatte seinen Ausgangspunkt in 20 km Tiefe vor der Küste an der südlichen Westspitze.
Heute Morgen konnte ich das erste Mal eine Militärmaschine, ein Aufklärungsflugzeug über der Insel beobachten. Es stammt wahrscheinlich von der Militärbasis auf Gran Canaria und ist mit Wärmebildaufnahmen und Aufklärungsmaßnahmen über dem Südteil um das Bebenzentrum beschäftigt.
Nicht spektakulär, aber zum Nachdenken! Nach Wochen erstmals wieder ein Beben von ML2,1 bei La Restinga in 19 km Tiefe. Während sich Alle auf den Westzipfel der Insel konzentrieren, meldet sich Eldiscreto mit einem Seufzer zurück. Meine Theorie ging immer vom Wiederaufleben des Eldiscreto aus. Nachzulesen in den Beiträgen der vergangenen Wochen. Die ganzen Aktivitäten unter der Westspitze verharren in der gleichen Tiefe, zwischen 17 und 21 km. Wahrscheinlich sind die über der Magmakammer liegenden Deckschichten zu massiv und nicht zu durchdringen. Wenn das Magma aufsteigt, wird es den geringsten Widerstand suchen und das sind die alten Känäle zum Eldiscreto. Wir werden es sehen.
Wesentlich beunruhigender sind die doch rasch ansteigenden Verformungen der Insel. Bis zu 6 cm haben sich Teile der Insel in die Höhe gehoben. Messungen der Universität Tokio, die zusammen mit Involcan die GPS Stationen betreibt, haben dies festgestellt.
Da hinken die IGN Angaben etwas der Realität nach. Auch das Gobierno de Canarias (Kanaren-Regierung) hat darauf reagiert und eine Meldung zur Verformung heraus gegeben. Was geht hier eigentlich vor ? Durch den stetig aufbauenden Druck von Magma und Gasen in der Magmakammer wird imenser Druck auf alle Außenwände ausgeübt. Das schwächste Glied ist die Decke und die wölbt sich dann wie bei einem Luftballon in die Höhe. 6 cm Verformung mag nicht viel sein. Bei anderen Vulkanen gab es schon Beulen mit 5 Meter und mehr, bis es dann zum Knall - der Eruption kam.
Aber auf El Hierro ist das bisher einmalig. Selbst im letzten Jahr vor der Eruption betrug die Verformung nur 4 cm und dieser Druckanstieg erfolgte langsam, verteilt über mehrere Wochen. Jetzt geschieht alles  innerhalb von 2 Tagen. Die Grafik unten zeigt noch einmal die Standorte der GPS- Messpunkte.
Man könnte glauben, der Vulkan sei jetzt auf der Insel in aller Munde. Weit gefehlt - es wird demonstriert. Nicht gegen die Folgen der Wirtschaftskrise sonder gegen ein Fischfangverbot für alle Gelegenheits- und Hobbyangler. Erst vor wenigen Wochen hat die Kanarische Regierung zum Schutz des durch die Eldiscreto Krise dezimierten Fischbestandes, ein generelles und inselweites Angelverbot erlassen. Dies mit einhelliger Zustimmung der Berufsfischer von La Restinga. Damit ist nun aber der Rest der Insel aus unterschiedlichsten Gründen nicht einverstanden. Daher findet in Valverde am kommenden Montag eine "Manifestacion" statt. So sind sie einfach - die Herrenos.