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Freitag, 28. Oktober 2016

Teneguia Vulkanausbruch vor 45 Jahren

Letzter Vulkanausbruch auf La Palma im Jahre 1971 –


Am 26. Oktober 1971 um 15.10 Uhr brach mit Getöse der Vulkan Teneguia im Süden von #La Palma aus.

Groß war die Angst als sich der Boden in Fuencaliente öffnete und Feuer aus seinem Bauch in die Höhe stieß. Genau heute vor 45 Jahren begann die Eruption des Vulkan Teneguia die 24 Tage andauern sollte.

Die Insel wuchs dabei einige hundert Meter und 29 Hektar nach Süden. 40 Millionen Kubikmeter Material wurde von dem 950 bis 1050° heißen Lavastrom nach oben befördert.

Über 2700 Einwohner von Fuencaliente waren bereits evakuiert worden, da der genaue Eruptionspunkt nicht bestimmt werden konnte. Andere schliefen aus Angst im Freien, da viele Häuser nicht erdbebensicher waren. Der ganze Süden galt als Risikogebiet.

Bereits seit Tagen erschütterten heftige Erdbeben, die sich bis nach Los Llanos erstreckten, die Insel. Als dann am 22. Oktober die Stärke der Beben immer heftiger wurden wusste jeder, dass in Kürze mit einem Vulkanausbruch zu rechnen ist.

Groß war die Erleichterung als dann am 26. Oktober gegen 15.10 Uhr sich der Schlund in einer unbewohnten Gegend unterhalb des Ortsteil Quemados öffnete.

Einen ähnlichen Vorgang hatten wir auch im Jahre 2011 auf El Hierro als starke Beben unter dem Golfotal im Westen das Schlimmste befürchten ließ. Auch hier erfolgte dann die Eruption des Eldiscreto einige Kilometer südlich im Meer vor La Restinga.

Beim Teneguia Ausbruch gab es ein Todesopfer durch giftige Gase. Zerstört wurden nur Rebflächen, aber keine Häuser oder Straßen.

Es war die militärische US Hydrophon Station im nahen Puerto Naos die die seismischen Aktivitäten registrierte und das Epizentrum in etwa bestimmen konnte. Eine Einrichtung des amerikanischen Verteidigungsministerium für die Kontrolle der russischen U -Boote im Nordatlantik. Längst abgerissen und heute Parkplatz oberhalb des Strandes.

Vulkan Teneguia im Fokus der Besucher


Als klar wurde, dass keine Gefahr durch die Eruption vom #Vulkan #Teneguia ausging, entwickelte sich das Naturschauspiel ...Weiterlesen

Samstag, 23. Januar 2016

Vulkanlandschaft: Wie die Natur einen Lavastrom erobert

Merkwürdige und skurrile Gebilde


Bizarre und doch grazile Gebilde verändern eine Vulkanlandschaft. Wie Eiskristalle oder Korallen wirken auf den ersten Blick diese sonderbaren Formationen.
Bei +20° Umgebungstemperatur kann es aber kein gefrorenes Wasser sein. Nur im tiefen Minusbereich wachsen bei entsprechender Feuchtigkeit Eiskristalle in den Himmel.

Korallen als festsitzende Meerestiere brauchen Nährstoffen und Spurenelementen aus strömungsreichen Meerwasser und kommen ausschließlich im Meer und an den Küsten von La Palma vor. Die Fundstelle liegt aber auf 1400 Meter Höhe in den Bergen über dem Atlantik. 
Gewöhnlich werden Lavaströme von der Gattung Zackenmützenmoos als Pionierpflanze zuerst bevölkert. Viele Beispiele dazu gibt es hier, auf El Hierro oder auch Lanzarote. ... weiter

Donnerstag, 19. März 2015

Geologische Spurensuche

Was hat die Natur da nur gemacht ?


Vulkanische Lehrstunde pur. Auf den jüngsten kanarischen Westinseln El Hierro (1,2 Mio. Jahre) und La Palma (1,8 Mio. Jahre) ist es schwer an den geologischen Zeugnissen der Entstehungsgeschichte achtlos vorbei zulaufen.
Natürlich bedarf es eines wachsamen Auges um Formationen und geologische Gesteinsfärbungen auch richtig zu deuten.

So führte mich in den vergangenen Tagen ein Familienausflug in das nur wenige Kilometer – nördlich von Santa Cruz de La Palma – liegende Gemeindegebiet von Puntallana.

Weinrot/Purpur bis Violett gehen die Gesteinsfärbungen und jede Menge an Lavahöhlen (Foto) und Felsüberhänge sind zu entdecken. Sehr eisenhaltige Lava erzeugte diese doch ungewöhnliche Farben (siehe auch Lavaschmuck). Aber nicht nur die mineralische Zusammensetzung sondern die Temperatur des Lavastrom von 650°- 870°C ist für den Farbton verantwortlich gewesen ... weiterlesen

Samstag, 6. Dezember 2014

Lavastrom auf den Kapverden walzt alles nieder

NEWS: 07.12.14 - 18.00 Uhr - aktuelle Aufnahmen vom vorrückenden Lavastrom.

Der Lavastrom ist nicht aufzuhalten.

Es ist schon beängstigend wie machtlos der Mensch gegen den vorrückenden Lavastrom ist. Wie ein Bulldozer bahnt sich die glühende Lava auf der Insel Fogo auf den Kapverdischen Inseln seinen Weg. Was nicht verbrennt wird von der Lava zerstört, platt gemacht und begraben.


Auch wenn die kanarische Involcan mangelnde Frühwarneinrichtungen auf Fogo kritisiert, dürfte in den gefährdeten Gebieten überhaupt keine Wohnsiedlungen errichtet werden. Es ist nicht das erste Mal, dass die jetzt wieder betroffene Caldera (Tiefebene) von Lava geflutet wird.

Der Mensch lernt aber nicht dazu oder ignoriert einfach die latente Gefahr eines Lavastrom. Mut zum Risiko hat dann aber auch diese Folgen. Es mag vielleicht auch die Not der auf Fogo lebenden Bewohner gewesen sein, gerade in dieser fruchtbaren Talsenke zu siedeln.

Der Mensch ist gegen diese Naturgewalt machtlos. In einigen Fällen war es wohl machbar, den Lavastrom um kleine Orte mechanisch durch rasch aufgetürmte Felsbarrieren umzuleiten, in einem Kessel gibt es aber keinen Ausweg.
Auch in der "zivilisierten" Welt wie z.B. im italienischen Neapel wischt man die Folgen einer zukünftigen  Eruption des Vesuv beiseite. Hier ist es sicher nicht die Notlage, sondern die Ignoranz oder eine gewisse Lethargie und Überheblichkeit die Stadt sogar noch ständig zu erweitern. Die Eruption wird auch hier früher oder später kommen. Ob es allerdings nur bei einem Lavastrom bleibt, wird sich dann schnell heraus stellen.


Zum Glück wurden bisher nur Gebäude und Infrastruktur durch den Lavastrom vernichtet. Menschen kamen nicht zu Schaden.
Es liegt auch an der zähflüssigen Lava, dass die Bewohner rechtzeitig flüchten konnten. Fast im Schneckentempo - mit ungefähr 15 Metern in der Stunde rückt der Lavastrom vor. Nicht auszudenken und sicher auch mit Menschenopfern verbunden, würde eine schnell fließende Lava oder ein Pyroklastischer Strom auftreten. Mit bis zu 700 km/h Geschwindigkeit sind diese Ströme unterwegs. Ein Entkommen ist dann nicht mehr möglich.


Unsere Vulkane auf den Kanaren, wie auch auf den Kapverdischen Inseln, sind wohl von der Magmazusammensetzung für einen pyroklastischen Strom nicht prädestiniert. Entsprechende Ausbrüche sind bisher auch noch nie vorgekommen. Ich würde es aber auch nicht darauf ankommen lassen, da bei entsprechender Konstellation und einem anderen Mischungs- Verhältnis der Magma, dies doch möglich sein könnte. Eine Garantie für einen "harmlosen" Ausbruch kann niemand geben.


Auch wenn wir Menschen uns meist für besonders intelligent halten, zeigt aber oft genug die Natur, wer tatsächlich der Herr auf diesem Globus ist. Es sind dann Ausflüchte "wie unvorhersehbar, das war nicht voraus zu sehen oder völlig überraschend" - unsere oft dann armseligen Ausreden. So sind wir Menschen eben- unvollkommen und nur ein kleines unbedeutendes Rädchen im Gesamtgefüge des Universum.

Sonntag, 30. November 2014

Vulkanausbruch auf den Kapverdischen Inseln

Eruption südlich der Kanaren. 


Seit einigen Tagen ist auf den benachbarten 
Kapverdischen Inseln ein Vulkan ausgebrochen. Die Kapverdischen Inseln liegen rund 1500 km südlich der Kanarischen Inseln, 450 km westlich vor Senegal. Es ist ein selbständiger Inselstaat (Amtssprache ist portugiesisch) mit 15 Inseln.und wie die Kanaren vulkanischen Ursprung. 

Schon seit Jahren erschüttern zeitgleich mit El Hierro Erdbeben die Inseln. Auf der südwestlichen Insel Fogo spukt nach 19 Ruhejahren der Vulkan Pico de Fogo jetzt wieder Asche und Rauch aus. Der Lavastrom hat bereits eine Länge von 4 km erreicht und bedroht die Ortschaft Cha das Caldeiras mit 1000 Einwohnern. Der Ort wurde evakuiert, da bereits erste Häuser und Gebäude den Flammen zum Opfer fielen. 


Die Situation auf Fogo spitzt sich zu.



"Die Lage ist unvorhersehbar, sie entwickelt sich sehr schnell" - so ein örtlicher Sicherheitsexperte der Kapverdischen Inseln in der Hauptstadt Praia auf der benachbarten Insel Santiago. Nachdem am vergangenen Freitag sich noch ein zweiter Schlot am 2829 Meter hohen Pico de Fogo geöffnet hat. Jetzt schießen mehrere Lavaströme den Berghang hinab und es ist zu befürchten, dass weitere Orte von den Lavazungen erreicht werden. Auf Fogo (dt. Feuer) selbst leben 22.000 Einwohner. Die Regierung hat gestern bei den "Vereinten Nationen" um Hilfe nachgesucht, da sich der Inselstaat selbst überfordert fühlt und eine Zuspitzung der Lage befürchtet.
Satellitenaufnahmen lassen eine Asche-Emission über den Kapverdischen Inseln erkennen, die bereits 9,1 km (30.000 ft) hoch und rund 220 km in nordwestliche Richtung über den Atlantik treibt. Eine hohe Schwefeldioxid Konzentration wurde von den Messgeräten ermittelt.


Die Kapverdischen Inseln stehen seit Jahren in engem Kontakt mit den Vulkanologen der Kanaren. Daher wurde ein Team um Dr. Nemesio Perez von Involcan zur Hilfe gerufen. Fogo (Pfeil) teilt das gleiche Schicksal wie El Hierro und ist auch eine der jüngsten Inseln. Auch diese Insel liegt am südlichen Westrand und ist die einzig vulkanisch aktive Insel des Archipel. Das gesamte vulkanische System hier ist eng miteinander verzahnt und reagiert in Wechselwirkung auch mit unseren vulkanischen Aktivitäten. Die genauen Zusammenhänge sind allerdings noch nicht richtig erforscht. 

Die Kapverdischen Inseln wurden in den vergangenen Jahren etwas touristisch erschlossen und werden auch regelmässig von der AIDAcara auf ihrer Kanarenroute angefahren. Fogo ist allerdings wegen dem kleinen Hafen und der spärlichen Infrastruktur keine Zielinsel. 
Ein erstes Video von der jüngsten Eruption gibt es hier:







Mittwoch, 17. September 2014

Keine Vulkanaktivität - noch Sommerpause?

Die Vulkanaktivität ruht und es kommt Segen von Oben?


Während unter El Hierro der Eldiscreto in den letzten Tagen keine neuen vulkanischen Aktivitäten zeigt, könnte der erste Regen dieses Sommer fallen. Auf der aktuellen Eumetsat Satellitenaufnahme (links) steuert ein breites Wolkenband direkt auf die Kanaren zu. Die Insel Madeira (Portugal) ca 500 km nördlich der Kanaren, liegt bereits unter den Wolken. Regen können wir dringend gebrauchen.


Auch wenn es durch den reichlich nächtlichen Tau in diesem Sommer nicht so Trocken war, ist Regen von der Natur und den Bewohnern erwünscht. Zum Glück gab es in diesem Jahr auch  keinen Calima (Saharawind mit viel Sand und hohen Temperaturen) und auch keine größeren Waldbrände.

Für Donnerstag und Freitag sagen die Wetterfrösche von Eltiempo (links) leichte Niederschläge auf den Westinseln voraus.

Dabei sollen es für El Hierro ca. 3,5 Liter/m² sein. Also kein ergiebiger Regen - es ist hier ja noch Sommer. Die erste Hälfte des Monat September hatten wir bis jetzt Tagestemperaturen von 28°C, die auch in der Nacht kaum tiefer als 22°C fielen. Die Wassertemperatur liegt bei 24°C. Ideale Bedingungen für einen Urlaub auf den Kanaren.

Überhaupt ist der Spätsommer September/Oktober für mich die ideale Zeit für längere Wanderungen. Kaum Touristen, ideale Temperaturen, die Kinder gehen wieder zur Schule und damit Zeit zur Inselerkundung.

Was gibt es in Neues in Island? 


Da ich parallel auch die Aktivitäten des Bardarbunga auf Island beobachte hier ein Foto von Freysteinn Sigmundsson gestern in der Abenddämmerung. Die Feuer spuckende Eruptionsspalte mit dem links oben dahin schlängelnden Lavastrom. Heftige Erdbeben bis ML5,4 in der vergangenen Nacht.

Sorgen bereitet der IMO der hohe Schwefeldioxidgehalt, der bei einer Windänderung auch bewohnte Gebiete erreichen kann. Am und um den ca. 15 km entfernt liegenden Gletscher, sind außer der bekannten Caldera-Absenkung sonst noch keine optischen Spuren für einen Lavaaustritt zu beobachten.


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Auch für das Jahr 2015 gibt es wieder die begehrten Wandkalender in verschiedenen Formaten. Meine schönsten Fotografien von El Hierro begleiten Sie durch das kommende Jahr. Monat für Monat mit einer neue Ansicht. Sie wecken vielleicht schöne Erinnerungen an vergangene Aufenthalte oder als richtige Einstimmung für einen noch zukünftigen Urlaub. 


Der Calvendo Verlag hat meine Kalender für 2015 wieder neu aufgelegt. Vom Tischkalender (A5) über den Wandkalender in A3 oder A4 Größe, sind die Kalender in den gängigen Formaten verfügbar.
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Mittwoch, 3. September 2014

Vulkan - Wie geht es weiter ?

NEWS:

Auf El Hierro vergeht auch nach 3 Jahren seit der Eldiscreto Eruption, kaum ein Tag ohne ein Beben. Es sind keine starken Erdstöße, wie heute Morgen das ML1,8 Beben im südlichen Golfotal. Sie sind aber weiter vorhanden. Auf dem IGN Histogramm links sind die Intervalle seit dem 18.7.2011 aufgelistet. Erstmals seit Ende Dezember 2014 nach dem ML5,1 Beben, ist bis heute - außer einem kleineren Schwall im April - die Bebenaktivität soweit abgeklungen, dass die täglichen Erdstöße an den Fingern einer Hand abzuzählen sind. Ob es die Schlussphase oder nur eine kleine Verschnaufpause ist, wird die Zukunft zeigen. Einige Faktoren, wie die nach wie vor starke Bodenverformung nach den jüngsten GPS Messungen, sprechen mehr für eine Fortsetzung der Vulkanaktivität.

Voll im Gange ist dagegen die Eruption des Bardarbunga auf Island. Rauch und Aschewolken entströmen dem 6- 800 Meter langen Spalt im nördlichen Bereich (siehe Mila Webcam). Heute Morgen um 3.09 Uhr ein ML5,5 Beben aus 7 km Tiefe. Hier dürfte noch einiges an Magma nachkommen. Trotzdem verhält sich der Ausbruch gemäßigt. Keine weit aufsteigenden Aschepartikel, so dass der Flugverkehr im Moment nicht beeinträchtigt wird. Der Lavastrom erstreckt sich laut IMO über eine Fläche von 4,2 km². Insgesamt sollen bis jetzt 20 bis 30 Millionen m³ Lava ausgelaufen sein.

Trotzdem bleibt unklar, ob nicht doch noch unter dem Eis eine größere Eruption direkt am Bardarbunga erfolgt. Das könnte dann eine explosive Eruption mit viel Schmelzwasser bedeuten. Die IMO hält diese Variante für immer noch sehr wahrscheinlich.

Dienstag, 29. April 2014

Vulkan - Planspiel einer explosiven Eruption

NEWS:

Üben für den Ernstfall. Nur wenn der Lenkungsausschuss und die Administration mögliche Katastrophen durchspielt, kann es im Falle eines Falles auch klappen. So hat in den vergangenen Tagen der Kanarische Katastrophenstab (Pevolca) als Szenario einen Vulkanausbruch mit Beben der Größenordnung bis ML5,1 aus 2 km Tiefe auf Teneriffa simuliert. Angenommen wurde eine explosive Eruption am Pico Viejo, auch Chahorra genannt mit 3135 Meter Höhe (Fotos: Vulcanes de Canarias). Er ist ein Nebenkrater südwestlich des Teide. Sein letzter Ausbruch erfolgte im Jahre 1798 mit einem ausgedehnten Lavastrom.



Ein bewohntes Gebiet mit ca. 40.000 Menschen könnte durch Lava- und pyroklastische Ströme betroffen werden. Es galt Vorbereitungen für die Evakuierung der Gemeinde Icod und die Täler von La Orotava zu treffen, da die Bevölkerung in diesen Gebieten, am nächsten zum Vulkan liegen. Durchgespielt wurden Pläne und Routen der Evakuierung, die elektrische Versorgung, Telefon und Handy- Ausfall, mögliche Unterkünfte, Kontrolle der Straßen, Zwischenfälle im Luftverkehr, die Kommunikation und weiteres. Auf der Ostseite im Gemeindebereich von Candelaria, im Steinbruch Punta Larga, wurde auch praktisch geübt. Der Einsturz eines Gebäudes, Explosion eines Tank mit gefährlichen Gütern und die Evakuierung einer Schule.

Es war im Grunde eine Planübung am Tisch die fiktiv im Jahre 2024 spielte. Ein Szenario für den Ernstfall, das auf jeder anderen Kanarischen Insel - auch auf El Hierro - Wirklichkeit werden könnte.
Stabsrahmen-Übungen sind wichtig, um das Zusammenspiel aller notwendigen Hilfseinheiten ob militärisch, kommunal oder privat, die Einbindung von wissenschaftlichen Instituten und auch der Bevölkerung zu testen und zu simulieren.
Fehler und Fehleinschätzungen des Planungsstabes können nur so erkannt und bereinigt werden. Es ist natürlich nicht möglich real hier für eine Übung Tausende von Menschen zu evakuieren.
Jede echte Katastrophe wird auch anders aussehen.
 
Bei aller Kritik die die Pevolca bei der El Hierro Krise meist wegen der mangelhaften Öffentlichkeitsarbeit einstecken musste, bleibt festzuhalten:
Wenn es in der Vergangenheit bei den "Waldbrandkatastrophen" auf La Gomera, Teneriffa oder hier auf La Palma darauf ankam, wurden von der Pevolca innerhalb kürzester Zeit Löschflugzeuge, Hubschrauber und anderes technisches Gerät und hunderte von Löschmannschaften - selbst aus Festlandspanien - hierher geschafft.

Bemerkenswert war auch bei dieser Übung, dass Techniker und Wissenschaftler von den Azoren, Kap Verde, Madeira, Deutschland und Italien als Beobachter anwesend waren. Gefehlt haben allerdings Vulkanspezialisten aus Island. Das europäische Land mit der wahrscheinlich größten Vulkanerfahrung.

In den letzten Tagen nur wenige Beben. Am vergangenen Samstag ein ML2,1 Erdstoß südlich bei El Pinar und Vorgestern einige flache  Erdstöße aus 4 und 9 km Tiefe im Golfo.





Mittwoch, 6. November 2013

Vulkan - rapider Rückgang der Bodenverformung


Das NASA Satellitenbild der Woche von den Vulkanen auf der russischen Halbinsel Kamtschatka. Der Vulkan Kljutschewskaja Sopka ist in der Sammlung dieser Feuerberge der aktivste und größte Vulkan auf der Nordhalbkugel. Seit Oktober ist der inzwischen auf 4800 Meter hochgewachsene Gipfel wieder aktiv.
Die NASA Aufnahme stammt vom Satelliten "Landsat 8" und wurde in Infrarot Falschfarben aufgenommen. Deutlich zu erkennen ist der Lavastrom und die bis in 10 Kilometer Höhe aufsteigende Rauchsäule.
Mit solchen Giganten können und wollen wir auf El Hierro nicht mithalten. Der Kljutschewskaja Sopka steht in einem fast menschenleeren Gebiet im Osten von Russland.

Unter El Hierro hatten wir gestern 4 und heute bereits 3 Beben. Schwache Erdstöße bis ML1,6 aus 11 und 12 km Tiefe. Das Zentrum liegt weiter direkt unter dem Inselmassiv südlich des Tanganasoga.
Die Insel ist in den letzten Jahren komplett mit Messgeräten bestückt worden. Links die GPS Messpunkte die die Bodenverformung messen. Blau gekennzeichneten sind die dauerhaft installierten Geräte - lila die nur sporadisch eingesetzten Standorte.


Seit Tagen bereits ist mein Augenmerk auf den rapiden Rückgang dieser Bodenverformung gerichtet. Links die aktuellen Messwerte von oben Frontera, HI02 und HI03. Alles Messpunkte in der Senke des Golfokessel - in der Linie La Frontera Richtung Pozo de La Salud (Sabinosa). Seit Jahren beobachte ich diese Messkurven und hatte bis jetzt noch niemals so einen schnellen Rückgang erlebt.
Von +40 mm Ende Oktober 2013 bis in den Minusbereich von -25 mm - also eine Veränderung von bis zu 65 mm innerhalb weniger Tage und ohne optisch an der Oberfläche eine Aktivität wahrzunehmen oder zu sehen.

Primär eigentlich ein gutes Zeichen. Allerdings - wohin hat sich dieser Druck abgebaut?  In das umliegende Gestein ist fast ausgeschlossen, dafür hatte es über 2 Jahre Zeit und niemals geschafft.

Es kann eigentlich nur eine Eruption in dem umliegenden Gewässer stattgefunden haben. So tief, dass an der Meeresoberfläche nichts davon wahrzunehmen war. Ein Vorgang der sich in früheren Jahrhunderten oft wiederholt hat.


Nicht umsonst zeigen Kartografien vom Küstenbereich unzählige alte oder auch jüngere Vulkankegel auf. Durch den steilen Küstenabfall haben wir bereits in einer Entfernung von 1 bis 2 km vor der Küste 1000 Meter Wasser unter unseren Füßen.
Große Eruptionen in dieser Tiefe wären sicher beobachtbar. Kleinere Eruptionen werden durch die Meeresströmung verteilt und verwischt - und damit für den Land-Beobachter unsichtbar. Nur Luftaufnahmen könnten diese These wahrscheinlich schnell beweisen.

Die IGN hat sich dazu bis heute noch nicht geäußert. Es wäre auch nicht zum ersten Mal (siehe Neue Eruptionstelle entdeckt), dass eine weitere Eruption "Verschlafen" wird.

Wie dem auch sei - alle Anzeichen deuten darauf hin und ich glaube damit richtig zu liegen.

Mittwoch, 23. Oktober 2013

3 Millionen Aufrufe - Zeit für Gedanken

News:
Freitag, den 25.10.2013 - 07.20 Uhr - Heute bereits 14 schwache Erdstöße. Das bisher stärkste Beben um 5.04 Uhr mit ML2,1 aus 11 km Tiefe. Alle Beben kommen aus 9 bis 12 km Tiefe. Das Zentrum hat sich etwas nach Süden in den oberen Bereich von El Julan verlagert.


Gestern Abend hat diese Seite die 3 Millionen Grenze überschritten. 760 Beiträge habe ich in den letzten 26 Monaten verfasst. Viel Herzblut und Zeit waren dafür notwendig ... aber es scheint anzukommen und zu interessieren ... dazu aber später mehr.

Wenden wir uns dem aktuellen Geschehen zu. Auch heute in den frühen Morgenstunden 6 Beben zwischen ML0,9 und ML2.1 (siehe Avcan Grafik). Der ML2,1 Erdstoß erfolgte um 2.18 Uhr am Golfo- Kraterrand aus 12 km Tiefe. Es sind keine starken Beben - aber es sind Erdstöße, die nun seit Wochen stationär an der gleichen Stelle in 9 bis 12 km Tiefe ihren Ausgang finden. Es scheint im Moment kein neuer Magmanachschub aus tieferen Erdschichten zu erfolgen, obwohl vereinzelte Beben auch aus 22 km Tiefe weiter draußen vor der Golfoküste registriert wurden. Die Bodenverformung und der Magmakammer Druck bleibt dabei stabil auf dem für El Hierro Höchstwert vom März diesen Jahres.

Eine vom Instituto Hidrográfico de la Marina (IHM) und dem Instituto Español de Oceanografía (IEO) veröffentlichte Seekarte, zeigt den unterseeischen Lavastrom der 2011 vom Eldiscreto im Süden ausging. Nach deren Schätzungen sollen mehr als 329 Millionen Kubikmeter Lava in die tieferen Seitentäler abgeflossen sein.
Gut auf der Karte auch die Verlängerung der Insel nach Süden (als South-Riff bezeichnet) zu erkennen. Viele Eruptionen in den letzten 1,2 Millionen Jahren habe eine reiche unterseeische Insellandschaft erschaffen. Die Eldiscreto-Eruption war also nur die Fortsetzung des Inselaufbaues und weitere Eruptionen werden mit Sicherheit folgen.

Wer interessiert sich für El Hierro und seine vulkanische Entwicklung?
 
Links aus der Google Statistik die Besucher nach den Herkunftsländern. Deutschland führt erwartungsgemäß die Liste an. Gefolgt von Spanien, Schweiz und Österreich. Auch ein Blick auf die verwendeten Browser (unten) zeigt, dass der Firefox (39%) den Microsoft Explorer (24%) inzwischen überholt hat. Beim Betriebssystem ist aber Windows mit 73% führend.
 
Statistiken sind sicher hin und wieder interessant. Für mich aber nicht das Motiv zu schreiben. Sicher freut es mich die 3 Millionen Schwelle erreicht zu haben. Wichtiger jedoch ist die Neugier und das Interesse am Fortgang der Vulkanentwicklung unter meinen Füßen. Es ist inzwischen neben meiner beruflichen Tätigkeit (siehe Kreuzfahrt) zum Hobby geworden. Nicht nur das Schreiben, sondern die Recherche erfordert seine Zeit ... und wenn ich dabei auf viele Gleichgesinnte treffe ... um so besser. Das ist mein Ansporn und so soll es bleiben.
 
Bleibt mir den vielen treuen Lesern recht herzlich zu danken, für die Mails mit Anmerkungen, Hinweisen und Tipps.
Auch die Kommentarfunktion sollte wieder mehr benutzt werden - für sachliche Anmerkungen und Fragen. Nicht als Plattform für das eigene Ego oder Störfeuer. Ich werfe weiter meinen Blick darauf und schalte erst dann den Kommentar frei.
In diesem Sinne - nochmals vielen Dank.



Sonntag, 2. Juni 2013

Vulkan - etwas vulkanische Historie

NEWS:

Vor 64 Jahren erschütterte die Eruption des San Juan die Insel La Palma. Im Juni 1949 (historische Archivaufnahme) öffnete sich am Llano del Banco auf der Westseite der dritte Eruptionskrater und ergoss seine Lavastrom über die steile Bergflanke bis zum Meer zur heutigen Playa Bombilla kurz vor Puerto Naos.

Und so sieht der erstarrte Lavastrom heute aus. Die Aufnahmeposition liegt an einem etwas tieferen Standort nördlich von San Nicolas und lässt den Lavafluss gut erkennen. Langsam holt sich die Natur ihr verlorenes Terrain wieder zurück. Die Kanarischen Kiefern übernehmen dabei die Vorreiterrolle.  Es wird allerdings noch einige hunderte Jahre dauern bis hier wieder fruchtbares Ackerland entsteht.
Ein schwaches Beben von ML1,6 gestern Abend um 20.59 Uhr vor der Westspitze von El Hierro (siehe IGN Karte). Es lag ca. 3 bis 4 Kilometer vor der Küste und kam nach IGN-Messungen aus nur 2 km Tiefe. Die Tiefenmessung erfolgt immer aus Meereshöhe (0-Linie) und das Meer dürfte dort ungefähr 800 - 1000 Meter tief sein. Also ein sehr flaches Beben, aber ohne weitere Nachfolge Erdstöße. Wahrscheinlich ein Spannungsbeben, da die Oberflächenverformung immer noch hoch ist und sich seit März kaum verändert hat. Heute Morgen dann noch um 2.29 Uhr ein weiterer ML1,6 Erdstoß weiter draußen im Atlantik aus 17 km Tiefe.

Donnerstag, 16. Mai 2013

Vulkan - aus den Erfahrungen lernen ?

NEWS:
Während es unter El Hierro gestern nur 2 schwache Beben bis ML1,4 in 11 und 17 km Tiefe gab, möchte ich mich heute etwas mit dem menschlichen Verhalten in aktiven Vulkanzonen beschäftigen.

Die Kanaren sind durch Vulkane entstanden. Viele Ausbrüche in der Vergangenheit und sicher auch noch viele Eruptionen in der Zukunft. Trotzdem nimmt die Einwohnerzahl beständig zu. Viele Zuwanderer und noch mehr Urlaubsgäste genießen das milde Klima, das Meer, die Sonne und die oft noch unverbrauchte Natur der Inseln. Ob bewusst oder in Unkenntnis leben inzwischen hier über 2 Millionen "Canarios".
Daß wir auf einem Hotspot leben und alle 30 bis 40 Jahre mit einem Vulkanausbruch rechnen müssen, wird in Kauf genommen. Der menschliche Spürsinn "Angst" der uns eine Gefahrensituation signalisiert und das Überleben der Rasse sichert, springt nicht an.

Rein statistisch erlebt eine Generation höchstens eine Vulkan-Eruption. Zudem waren die vergangenen Aktivitäten relativ harmlos und haben kaum Menschenleben gekostet. Die positiven Aspekte auf den Kanaren zu wohnen überwiegen also.
Außerdem könnte man sich Inseln im östlichen Bereich der Kanaren heraus suchen, die schon lange nicht mehr als besonders Aktiv eingestuft werden (z.B. Fuerteventura, Lanzarote oder Gran Canaria).

Das spielt aber bei vielen Menschen anscheinend keine große Rolle. Sie siedeln auch direkt am Fuße eines aktiven Vulkan wie Ätna oder Vesuv in Italien. Selbst Millionenstädte wie Neapel am Vesuv oder San Francisco an einer Beben Bruchkante schrecken sie nicht ab.

Ist es Ignoranz, Bequemlichkeit, Trotz, Tradition oder der Gedanke "Nach mir die Sintflut, es wird schon nichts passieren"?
Schwer nachzuvollziehen aber irgendwie doch zu verstehen. Schon die Eltern und Großväter haben hier gelebt und meist überlebt. Wir sind von hier, wurden hier geboren und bleiben auch hier.

Wagemut oder der gewisse Adrenalin-Kick kann es auch nicht sein. Solange dauert der Hormon Monekül Nachschub nun auch nicht an.
Fehlt vielleicht noch die Dummheit.
Unwissenheit kann es in der aufgeklärten Welt heute auch nicht sein. Aus der Geschichte kennt jeder den Untergang von Pompeji oder Herculaneum 79 n.Chr.
 


So ein Beispiel gibt es auch auf den Kanaren. Auf Teneriffa im Nordwesten - die Stadt Garachico. Vom 5. Mai bis 13. Juni 1705 verschüttete der Montana/Arenas Negra oder auch Vulkan de Trebejo weite Teile der Stadt und des Hafenbecken. Alte Gemälde und Karten zeigen den breit gefächerten Lavastrom. Nur wenige Gebäude und die Kirche wurden verschont. Garachico war damals eine der bedeutendsten Hafenstädte von Teneriffa.

Genau an gleicher Stelle wurde die Stadt wieder aufgebaut. Selbst das mit Lava aufgefüllte alte Hafengelände wurde bebaut. Die Stadt liegt heute mitten im alten Lavastrom, wie auf dem Foto zu erkennen. Der neue Hafen wurde nun links von der Stadt erst 2012 wieder eröffnet.
Nichts dazu gelernt aus den alten Erfahrungen oder ist die Zeitspanne von über 300 Jahren ein kalkulierbares Risiko für die Planer und Bewohner?

Jährlich wird auf jeden Fall mit einer "Feuershow" und Raketen an das Ereignis im Jahre 1705 gedacht und erinnert. Ob das erleuchtete Kreuz nur als christliches Symbol oder Garant und Hoffnungträger für keine Wiederholung der schrecklichen Vorgänge steht, bleibt die Frage.

Sonntag, 28. April 2013

Vulkan, Lava und unser Leben

NEWS: Um 15.06 und 15.07 Uhr heute je ein ML2,6 Beben in 18 und 15 km Tiefe vor der Westspitze.
In der vergangenen Nacht wieder einige kleine Erdstöße bis ML1,7 im Westen.

Aus einer relativ kleinen Eruptionsöffnung ohne mächtigen Krater kann sich je nach Menge der austretenden Lava, ein breiter und langer Lavastrom bilden. Am Beispiel des Llano del Banco - einem der drei Eruptionspunkte des 1949 auf La Palma ausgebrochenen Vulkan San Juan will ich das zeigen. Oben die an einem Steilhang liegende Öffnung. Die Lava hat sich im Oberlauf mit über 1000°C ein eigenes Barranco geschmolzen und läuft zunächst wie ein Gebirgsbach in einem noch eng begrenzten Lauf nach unten.
 
 



 
Im weiteren Verlauf kühlt die Lava immer weiter ab und schafft es nicht mehr einen eigenen Flusslauf frei zu schmelzen. Der Lavafluss verbreitert sich durch die nachrückende Lavamasse und erreicht schließlich eine Breite von fast 600 Meter. Hier entstehen dann auch die so genannten Lavaröhren (=Höhlen). Die oberflächig verlaufende Lavaschicht erkaltet und wird starr, während der tiefer laufende Lavastrom nun isoliert und die flüssige Form beibehaltend weiter strömt. Bis er nach ca. 12 Kilometer das Meer erreicht und ausströmt. Zurück bleiben Lavaröhren bis zu 7 km Länge.

Im Laufe der vergangenen 60 Jahre hat sich die Natur ein Stück davon zurück geholt. Inzwischen wachsen vereinzelt Moose, Blumen und Kiefern auf der Lavaschlacke. Irgendwann wird der gesamte Lavastrom im Oberlauf wieder bewaldet sein. Je nach Zusammensetzung der Mineralien entsteht dann über kurz oder lang fruchtbarer Boden. Das ist die Quelle, dem wir nicht nur unsere Inselfläche sondern in Kombination mit den ausgestoßenen Gasen überhaupt unser Leben zu verdanken haben. Ohne Vulkanausbrüche und Kometeneinschläge (hier ist sich die Wissenschaft noch nicht einig) würde es wahrscheinlich das Leben wie wir es auf der Erde kennen, überhaupt nicht geben.

Donnerstag, 14. Februar 2013

El Hierro Vulkan - Dr. Simon Day und die Fakten

NEWS:

Nachdem die Ruhe unter El Hierro andauert, will ich die Zeit nutzen in Fortsetzung der  La Palma Tsunami-Theorie heute die vorhandenen und sichbaren vulkanologischen Gegebenheiten näher zu erläutern.

6. La Palma - Die Tsunami-Theorie Teil II




Wie sehen nun die Vorort Fakten aus. Das Bild (Quelle:Liviatour) oben zeigt den Bergrücken, die Cumbre Vieja (alte Gipfel). Schon die Namensgebung Vieja (= alt) stimmt nicht. Tatsächlich handelt es sich um den jüngsten - den südlichen Teil von La Palma. Alle nördlichen Bergrücken sind wesentlich früher entstanden.

Etwa oberhalb der Wolkengrenze brach 1949 der Vulkan San Juan aus. Am 1. Juli 1949, dem San Juan Tag,  gegen 18.00 Uhr bebte die Insel so stark, daß auch Häuser beschädigt wurden. Die Beben erreichten in den Folgetagen die Stärke bis ML7,0. Das Ausgangszentrum lag in nur 1,5 km Tiefe.
In der Reihe taten sich drei Eruptionspunkte (Karte Carracedo links) auf. Der Hoyo del Banco, Hoyo Negro und der Duraznero. Die Gesamteruptionsdauer betrug etwa 3 Monate.Es war eine so genannte Spalteneruption die wahrscheinlich eine direkte Verbindung untereinander hatten.
Die gestrichelte Linie zeigt die Spalte und die Verwerfung von 1 bis 4 Meter die bei der Theorie von Dr. Day und Ward später eine große Rolle spielen wird.

Hier noch einmal die Google Seitenansicht aus Westen. Oben die drei Eruptionspunkte und der Hauptlavastrom (gelbe Pfeile) zur Küste. Auf dieser Ansicht ist etwas verfälscht die Steillage von 0 Meter bis zum Duraznero (knapp 1900 m) zu erkennen. In Wirklichkeit ist der Steigungswinkel nicht so drastisch. Das Hypozentrum mit der Magmablase lag nicht sehr tief, wahrscheinlich am unteren Bildbereich im Bergmassiv.










Der Hauptlavastrom des nördlichsten Vulkan Hoyo del Banco, hier in ca. 1500 Meter aufgenommen, spuckte die Hauptmenge der Lava aus. Das Lavafeld erstreckt sich bis zum Meer und erweiterte die Insel nach Westen um einige Kilometer.
Der Hoyo Negro (schwarzes Loch) war der gefährlichste und gewaltigste Vulkanschlund. Es war eine phreatomagmatische Explosion deren Knall bis nach Teneriffa ( Entfernung 100 km) zu hören war. Eindringendes Wasser war nach Vermutung der Vulkanologen der Auslöser. Wasser verwandelt sich bei direkter Berührung mit glühender Lava augenblicklich zu Wasserdampf und vergrößert sein Volumen um mehr als das 700 fache. Das war auch die Befürchtung auf El Hierro bei einem weiter anwachsenden Eldiscreto.
Der Hoyo Negro hatte kaum einen Lavaausfluß. Es dürfte sich nur um eine kurze aber heftige Reaktion gehandelt haben.

Und als dritter Eruptionspunkt der Duraznero. Nur er erzeugte einen feinen Lavastrom Richtung Osten, der auf halber Gefällstrecke vor dem Ort Mazo zum Stillstand kam. Der Hauptteil der Auswurfmasse sammelte sich am Fuße des Kegel (Foto) zum Lavasee El Fraile.

Diese drei fast gleichzeitig entstandenen Vulkanöffnungen und die bei dem Ausbruch entstandene Spalte von knapp 4 Kilometer Länge bildet die Basis für die Tsunami Theorie. Dr. Simon Day geht von einer tiefreichenden Störung, einer Spalte die sich von der Gipfeloberfläche bis auf Meerehöhe und noch tiefer erstreckt, aus.
Dazu aber in den nächsten Tagen die Fortsetzung.

Montag, 14. Januar 2013

El Hierro - der Vulkan zum Anfassen

NEWS: Um 9.43 Uhr ein schwaches ML1,2 Beben an ungewöhnlicher Stelle im Meer vor der Nordküste in 33 km Tiefe.


Die vergangenen Stunden gab es keine weiteren Beben. Alles ist ruhig.

Exkursion zum Vulkan Teneguia auf La Palma



Es hat bei uns schon Tradition, daß wir mindestens einmal wöchentlich unsere Insel La Palma erwandern. Es gibt immer wieder auch nach 16 Jahren Neues und Interessantes  zu entdecken. Gestern waren wir wieder einmal in Sachen Vulkan unterwegs. Ziel war der jüngste sichtbare Kanaren Vulkan Teneguia im Süden der Insel. Oben der Blick auf unseren Vorzeigevulkan San Antonio (632m/ü.M.) der offiziell 1677 ausgebrochen sei. Nach jüngeren C14 Gesteins-Datierungen liegt die Eruption aber mindestens 3200 Jahren zurück. 1677 war es wohl nur ein Nebenkrater der die alten Lavaschichten überdeckte.

Genau am südlichen Fuß davon befindet sich der 1971 entstandene Vulkan Teneguia (427m/ ü.M.- Foto). Nicht ganz so imposant und eindrucksvoll. 25 Tage lang spuckte er Lava und Gase aus. Der ca. 5 km entfernt liegende Ort Fuencaliente mit seinen Ortsteilen Los Canarios, Las Indias und Los Quemados blieben beim Ausbruch unberührt. Die Lava floss ins Meer ab und machte die Insel etwas länger.

Der Abstieg zum Kraterboden ist heute gefahrlos mit einiger Kletterei möglich. Vor 20 Jahren roch es hier noch sehr stark nach Schwefel. Auch drang aus vielen Felsspalten heiße Luft hervor. Durch die Erosion sind inzwischen die Kraterwände abgerutscht und haben den ursprünglichen Vulkanschlund verschüttet. Es mutet schon etwas wie eine unwirkliche, aber faszinierende Mondlandschaft an, wenn man durch die bizarr geformten Lavafelder steigt. Scharfkantige Gesteinsbrocken die meist in einem eisenhaltig rötlichen Licht erscheinen, machen das Terrain noch spannender. An der Südspitze von La Palma herrscht meist ein starker Wind, der die Kraxelei über den Lavastrom zur Seilakrobatik werden lässt.
Unten die "Vulkanologen" beim gemeinsamen Foto-Shooting.