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Montag, 25. Januar 2016

Starkes Erdbeben von ML 6,3 bei Gibraltar

Gibt es einen Zusammenhang mit den Kanarischen Vulkanen?


Selbst auf den Kanaren schlugen die Erdbeben-Seismografen in der vergangenen Nacht ungewöhnlich stark aus.
Ein Erdbeben südöstlich der Straße von Gibraltar von ML6,3um 4.22 Uhr war die Ursache. Wie hier der Seismograf von Lanzarote oder auch auf den Messgeräten von La Palma oder El Hierro. Ein mächtiges Erdbeben der Stärke ML6,3 hatten wir selbst während der Eldiscreto Eruption auf El Hierro nicht erlebt. Hier erreichte der kräftigste Erdstoß am 27.Dezember 2013 ML5,1 auf der Richterskala.
Das Epizentrum lag rund 160 km südöstlich der Straße von Gibraltar, vor der Mittelmeerküste von Marokko.
Bereits seit Tagen rumorte es zwischen den spanischen Enklaven Ceuta und .. weiter

Sonntag, 8. November 2015

Erdbeben von ML3,7 auf El Hierro

Die Beben werden wieder stärker


Am Samstagabend gab es unmittelbar am südlichen Küstenbereich von El Hierro ein Erdbeben der Stärke ML3,7. Dieser Erdstoß wurde von den Bewohnern, vor allem im südlichen Inselteil, gespürt. Schäden sind nicht zu vermelden.

Um 20.01 Uhr bebte für einige Sekunden die Insel. Das Zentrum lag in 14,3 km Tiefe, unweit der alten Eldiscreto Eruptionsstelle(Grafik IGN). Bereits am Vormittag um 3.45 bzw. 6.35 Uhr gab es zwei leichtereErdbeben von ML1,0 und 1,5 im Süden und im nordwestlichen Golfotal.
Ein Beben von ML3,7 ist bei einer vulkanischen Aktivität in die mittlere Kategorie einzustufen. Das stärkste Erdbeben das wir überhaupt auf El Hierro hatten war der ML5,1 Erdstoß im Dezember 2013. Damals waren die Auswirkungen bis nach La Palma zu spüren.
Überhaupt sind in den letzten Tagen und Wochen verstärkte seismische Aktivitäten rund um die Insel zu registrieren.

Nach einer Zeit mit relativ wenigen Erdstößen, flammt seit 5. November 2015 (siehe IGN Grafik) die Zahl der registrierten Erdbeben wieder auf. Auch im weiteren Umfeld zwischen Teneriffa und Gran Canaria oder im 60 km südlich von El Hierro liegenden  Seamount Umfeld werden Beben gemeldet.
   
Noch sind diese verstärkten Aktivitäten als„Normal“ zu betrachten. Es könnten aber auch erste Anzeichen für einen vermehrten Magmafluss in dem untereinander verbundenen und verzweigten System andeuten. Die nächsten Tage und Wochen werden es zeigen, ob es die ersten Boten für ein Wiederaufleben der vulkanischen Aktivität sind.

Sicher ist nur, daß El Hierro als jüngste Kanarische Insel sich noch im Aufbau befindet.
Der Hotspot wird der Insel in geologischer Zukunft noch einige Eruptionen bescheren. Völlig unsicher dagegen ist, wann und in welcher Zeitspanne neue Vulkane die Insel weiter Formen und Vergrößern.
Seit der letzten Eldiscreto Eruption im Jahre 2011 beobachte ich täglich die seismische Entwicklung und auch die Ruhephasen auf El Hierro. Die Bodenverformung der Inseloberfläche weist immer noch nach den GPS-Daten eine Aufwölbung von +22 cm im Südteil auf. Die Magmakammer steht also weiter unter Druck. Für einen Druckabbau hat sich noch kein Weg gefunden. Jeder weitere Magmanachschub aus dem Erdinnern vergrößert das Volumen und kann Erdbeben und mehr auslösen.
Es lohnt sich immer wieder einen Blick in das Archiv (linke Seitenleiste) zum Nachlesen und als Dokumentation der doch dramatischen Zeiten von 2011/ 2012 zu werfen.

Mittwoch, 2. September 2015

Neue Erdbeben unter El Hierro

Erdbeben und Felsrutsch - gibt es einen Zusammenhang?


In den vergangenen Tagen gab es wieder vermehrt Erdbeben bis ML2,9 unter der Insel El Hierro.
Das Zentrum lag an der Südflanke in Nähe des alten Vulkankegel Tanganasoga. Es war ein Erdbeben der Stärke ML2,9 aus 19 km Tiefe (gelbes Dreieck) und ein Beben mit ML2,1 aus 18 km Tiefe (rosa Punkt). Die große Tiefe deutet darauf hin, dass der Ursprung im Bereich der Magmakammer zu suchen ist. Es sind relativ schwache Beben die nur von den Seismographen registriert werden.

Viele Erdbeben hinterlassen natürlich auch Spuren. In den letzten 4 Jahren wurden von der IGN unter und um El Hierro genau 22.016 Erdbeben aufgezeichnet.

Es waren viele schwache, aber auch starke und beängstigende Beben bis ML5,1. Wie auf einer Rüttelplatte leidet unter den ständigen Erschütterungen die gesamte Inselstruktur. Selbst das massivste Gestein bekommt Risse und stürzt letztendlich der Schwerkraft folgend zu Tal. Die Auswirkungen müssen nicht gleich sichtbar werden. Aber„Steter Tropfen höhlt den Stein“ – mit Langzeitwirkung.

Felsbrocken zerstört Straße


Geschehen vor 2 Wochen als eine herab krachende Felsplatte mit mehreren Tonnen Gewicht, die Hauptverbindungsstraße von Sabinosa in der Nacht zerstörte (Foto: Descubriendo Sabinosa). Nicht nur die Straße, sondern ... Weiterlesen

Samstag, 4. Juli 2015

El Hierro heute

Was gibt es Neues auf El Hierro


Vier Jahre ist es nun her, seit der Vulkan unter El Hierro sich mit neuen Leben füllte. Nach über 300 Jahren Ruhezeit rüttelte er mit fast 24.000 Erdstößen bis ML5,1 die Insel wieder wach. Die Eruption kurz vor der Küste von La Restinga lies damals Größeres befürchten.

Es gab ein seltenes Naturschauspiel mit bunt gefärbtem Meerwasser durch austretende Gase und Schwebepartikel. Über viele Quadratkilometer konnte sogar aus dem Weltall dieses Spektakel beobachtet werden.

Auch wurden erstmalig bei einem Vulkanausbruch weiße Lavabrocken mit schwarzem Schokoladenüberzug ausgeworfenen- die Restingolitas.

Ein neuer Unterwasservulkan wurde geboren. Noch 88 Meter unter der Meeresoberfläche verborgen – der Eldiscreto. Seitdem ist wieder Pause angesagt. Aber noch keine Ruhe. Immer wieder gab es in den vergangenen Jahren Erdbeben und auch die letzten Tage kleinere Erdstöße.

Auf der Insel läuft alles wieder seinen geregelten Gang. Die spanienweite Wirtschaftskrise hat auch auf El Hierro tiefe Einschnitte hinterlassen. Viele Bewohner sind ausgewandert und noch mehr arbeitslos. Die maßlose Bauwut und eine verfehlte Wirtschafts- und Subventionspolitik hat gravierende Spuren hinterlassen. Das eine ist Vergangenheit, aber an den Folgen wird die Insel noch lange zu knabbern haben.

Zu geblendet haben die Aussagen von bleibendem Wohlstand und Reichtum. Madrid hat es vorgemacht und jede spanische Region, Provinz und Gemeinde wollte das versprochene Wachstum auch nicht versäumen. An Stillstand oder gar Rückschritt dachten nur die Pessimisten. Aber so sollte es dann auch kommen. Jede Medaille hat zwei Seiten. Solange die Subventionen aus fremden Kassen fließen und keine nachhaltige eigene Wirtschaft aufgebaut wird, es es nur eine Frage der Zeit bis sich die Medaille dreht.

Von Betonpalästen, breiten Straßen, Wellness Bädern oder einem Kongresszentrum im Rohbau kann niemand leben. Das kostet nur Unterhalt oder wird Verrotten.

Jetzt müssen und werden kleinere Brötchen gebacken. Hier hat man es im Gegensatz zu Griechenland kapiert und ist mit kleinen Schritten dabei sich langsam zu erholen. Einschnitte im Sozialsystem, im Arbeitsrecht, Steuererhöhungen und die Streichung von Vergünstigungen sind nur einige Punkte … und dann soll noch ein Land finanziell auch aus spanischen Kassen am Leben gehalten werden, das mit aller Gewalt seinen hohen Lebensstandard behalten will. Das soll mal ein Ziegenhirte auf Europas südlichsten Zipfelchen verstehen.

Globalisierung heißt das Schlagwort, wenn weit ab vom Golfotal die EU Milliarden in der Akropolis versenkt werden. Solange aus Brüssel Mittel kamen wurden die auch ungefragt von El Hierro genommen. Jetzt wo es ans Zahlen geht, erinnert man sich gerne wieder an die eigenen Interessen und an die eigene Partei. Im Mai 2015 wurde der bisherige Inselpräsident Alpidio Armas (Koalition überregionaler Parteien) abgewählt und eine Dame – Belén Allende der nationalen Inselpartei AHI, zur Präsidentin gekürt …ob Fortschritt oder Rückschritt vermag ich nicht zu beurteilen.

Vielen, auch auf den Nachbarinseln, wird die Macht und das nebulöse Wirken des Beamtenapparat in Brüssel langsam unheimlich. Die anfängliche Euphorie vom Stern Europa ist längst verflogen. Der Regulierungswahn ist inzwischen in der letzte Bar in Tacoron angekommen. Nur noch eine auf Hygiene überprüfte Köchin darf jetzt die Pizza zubereiten. Schilder am Eingang sagen jetzt dem Gast, ob der Innenraum noch Kapazität aufnehmen kann oder die maximale Personenzahl bereits überschritten ist. Gemüseeinkauf geht nur noch mit dem Plastikhandschuh und die bisher kostenlosenTüten im Supermarkt kosten plötzlich Geld.

Nicht alles ist falsch. Aber damit ging das besondere Flair, die Atmosphäre und die gewissen Eigenarten immer mehr im Bürokratiesumpf verloren. Hatte man damals noch erwartungsvoll den teuren Euro gegen die Leichtmetall-Peseta eingetauscht, wäre ich mir heute nicht mehr so sicher.
Die langen Arme aus Brüssel, greifen schon bis zum Eldiscreto. Hier haben sie allerdings noch einmal ihr Füllhorn ausgeschüttet und den Bau eines Vulkanzentrum ermöglicht.

Der Vulkanpark von El Hierro


Der im Februar 2015 neu eröffnete Geoparque liegt an der HI-4 zwischen La Restinga und El Pinar, unweit der Abzweigung zur Badebucht Tacoron in einem renaturierten Steinbruch.
Auf den ersten Blick vielleicht etwas unscheinbar, ist er doch einen Besuch wert und bietet mit mehreren gut gemachten interaktiven Multimedia Shows eine Menge Informationen rund um den Unterwasservulkan vor La Restinga.  
Ralf Rehbock (Fotos) hat vor einigen Wochen El Hierro besucht und wird uns seine gewonnenen Eindrücke schildern (Danke).
In Vitrinen sind einige  Restingiolas zu sehen, die während der aktiven Phase vom Eldiscreto vor Restinga vom Rettungskreuzer aus dem Meer gefischt wurden.

Auf der kurzen geführten Wanderung zwischen den zwei Ausstellungsgebäuden macht eine Rangerin auf viele geologische Besonderheiten in dem Lavafeld aufmerksam an denen man sonst vielleicht achtlos vorbei gelaufen wären.

Sie hat auch erzählt das mitunter kleine Gruppen von Einwohnern aus Restinga vorbei schauen die sich dann oft sehr emotional an die Zeit der Evakuierungen erinnern. In einer Nacht und Nebelaktion mussten damals die Bewohner „Notevakuiert“ werden.

Hier die dramatischen Stunden zum Nachlesen „Restinga evakuiert„. Die Behörden hatten trotz eindeutiger Anzeichen die Gefahr falsch eingeschätzt und verharmlost.

Der Besuch dauert eine gute Stunde und ist kostenlos. Weitere Infos gibt es im Internet unter www.geoparqueelhierro.es

Das „alte“ Restingolita-Museeum der Gemeinde direkt in La Restinga ist weiter geöffnet.
In Folge erscheinen nun weitere Vorort Berichte von Ralf Rehbock zur heutigen Situation auf El Hierro.

Samstag, 11. April 2015

Delfine – Erdbeben Vorwarnung ?

Gestrandete Delfine versetzen Japan in Angst


Über 150 Breitschnabel- Delfine wurden in der vergangenen Nacht an die japanische Ostküste gespült. Nur drei Delfine konnten gerettet werden (Foto: jap.coast guard).
Das war die traurige Bilanz heute am Samstag.

Normalerweise bewegen sich Breitschnabeldelfine im tiefen Ozean. Wieso sie nun massenweise an den Strand angespült wurden, ist noch unklar.
Der Vorfall ereignete sich an einem Küstenabschnitt etwa 100 Kilometer nordöstlich von Tokio.
Noch gut in Erinnerung ist den Japanern ein ähnlicher Vorfall im Jahre 2011. Nur wenige Tage später kam es zur Tsunami-Katastrophe. Damals waren es 50 Delfine die qualvoll am Strand starben.
In Internet Kommentaren und auf Twitter häufen sich heute die Warnungen vor einem starken Erdbeben und einem Tsunami. Der morgige Sonntag wird als Epi-Tag genannt.

Sind Delfine Vorboten einer nahenden Katastrophe?

 

Wissenschaftlich konnte der Zusammenhang vom plötzlichen Delfin Massensterben und einem Erdbeben bisher noch nicht bewiesen werden. Bekannt ist aber, dass Tiere einen 7.Sinn für ein drohendes Unheil haben.

Schon in der Antike galt “Die Ratten verlassen das sinkende Schiff”. Jüngere Untersuchungen an Ziegen und Ameisen ergaben, dass eine innere Unruhe und ein auffälliges Verhalten sich vor einem schweren Beben einstellt. Langzeit-Studien sind im Augenblick noch im Gange, konnten aber bis jetzt diese ungewöhnlichen Verhaltensmuster noch nicht aufklären.

Von den Beben auf El Hierro von 2011 bis zum Jahre 2013 (bis ML5,1) wissen wir auch, dass auf der Insel keine Auffälligkeiten zu beobachten waren. Es wurde wohl von bellenden Hunden und aufgeregten Katzen berichtet – wie die Kommentare damals ergaben. 
Das ist aber aus den unterschiedlichsten Gründen auf den Kanaren normal. Wenn ich danach gehen würde, müsste nach dem Hunde-Gekläffe heute bei unserer Wanderung, in den nächsten Tagen hier ein ML 7,0 Beben los brechen.

Bei Delfinen mag dies vielleicht anders sein. Delphine können über große Entfernungen Geräusche wahrnehmen, sicher auch magnetische Veränderungen in der Erdkruste spüren oder chemische Ausdünstungen in großen Meerestiefen wahrnehmen. Warum Delfine aber flüchten, stranden um dann in großer Zahl zu Sterben, ist schon merkwürdig.

Warten wir einfach einmal ab, ob Delfine Vorboten eines starken Erdbeben sind. In wenigen Tagen werden wir es wissen.

Mittwoch, 25. Februar 2015

Bald nur noch Ziegen auf El Hierro?

Verwirrende Pressemeldung.


Seit Beginn der Krise hat die Insel El Hierro etwa 6.800 Anwohner verloren. Viele, vor allem junge Leute, wanderten nach Europa aus um ihr Glück dort zu finden - so eine Pressemeldung von Radio Europa.


Bei gerade einmal 7500 Einwohnern (Stand 2010) auf El Hierro wäre das eine Katastrophe. Ganze 700 Bewohner würden auf der Insel verbleiben. Ziegen gab es schon immer mehr als Einheimische. Wozu brauche ich dann noch einen Inselpräsidenten und ein Cabildo oder weitere Verkehrsanbindungen - für die Ziegen etwa?

Sicher sind in den letzten Krisenjahren Menschen von der Insel abgewandert. 680 könnte realistisch sein, aber sicher nicht 6800 Personen. Es ist eine schlecht recherchierte und nicht überprüfte Pressemeldung die hier verbreitet wird.

Auch La Palma hat seit dem Beginn der Wirtschaftskrise rund 4000 Einwohner verloren. Offiziell hat aber La Palma immer noch 84.000 statistisch ausgewiesene Bewohner.

Jede Gemeinde auf den Kanaren ist bestrebt, möglichst viele Gemeindemitglieder zu erfassen. Danach werden die Zuschüsse aus den fremden Kassen (Madrid/Brüssel) ermittelt. Abmeldungen und Bereinigungen werden nur zögerlich oder überhaupt nicht vorgenommen. Oft sind Personen in mehreren Gemeinden gleichzeitig angemeldet oder wohnen schon seit 10 Jahren wieder in einem anderen Land. Auch die Zusammensetzung und Größe des Gemeindeparlament und deren Bezahlung hängt davon ab … oder das Bestreben der Zentralregierung in Madrid die Kosten der Gemeinden durch Zusammenlegung zu reduzieren.

So Manche wären ihr gutbezahltes Amt oder ihren Job dann los. Einige Kanaren Bürgermeister verdienen hier mehr als der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy.
Es ist nachzuvollziehen aber nicht zu rechtfertigen, dass auf Kosten der Allgemeinheit mit “gezinkten” Statistiken argumentiert wird. Eine genaue Zählung würde sicher interessante Daten liefern.

Heute wissen viele kanarische Mütter nicht, was sie ihren Kindern Abends auf den Tisch stellen sollen – andere müssen Auswandern um ihre Familie weiter ernähren zu können. Keiner außer dem spanischen König Felipe VI kürzt aber freiwillig seine Bezüge.

Erbeben in Südspanien

Ein Beben von ML5,2 hat am Montag das Gebiet um die 2500 Seelen Ortschaft Ossa de Montiel in der Provinz Albacete in Südostspanien erschüttert. Das Epizentrum liegt auf halber Strecke zwischen Madrid und Cordoba im Süden.

Die IGN gab zunächst eine Bebenstärke von ML5,4 an – korrigierte dann aber später. Die Ausgangstiefe lag bei 14 km. Es gab keine Personen- oder Materialschäden. Bereits im Jahre 2009 gab es hier Erdbeben. Die Ursache und der Auslöser ist laut IGN noch unbekannt.

In verschiedenen Pressemeldungen und auch im Internet (siehe Facebook unten) kursieren Aufnahmen von Bebenschäden zum jüngsten Ereignis. Wie Risse in den Straßen – die aber vom ML5,1 Beben 2011 in Lorca (Südspanien) stammen. Damals gab es 9 Tote und große Gebäudeschäden.

Trotz der gleichen oder jetzt sogar höheren ML-Bebenstärke, können die Schäden unterschiedlich ausfallen. In Lorca entstand das Beben in nur in geringer Tiefe von 3 km. Die Energie wurde nicht gedämpft oder verbraucht und konnte an der Erdoberfläche so große Schäden hinterlassen. In Ossa de Montiel lag das Zentrum am Montag in 14 km Tiefe. Als Ergänzung folgender Artikel zum Lesen: “Spanisches Erdbeben schürt Fracking-Ängste

Eine Pressemeldung gibt nicht gleich die Tatsache wieder. So auch die Märe vom “Unterwasser-Vulkan vor El Hierro wieder ausgebrochen” vom 16.02.2015. Es mag der Drang möglichst schnell und ohne Überprüfung News an den Mann zu bringen. Der Wahrheitsgehalt bleibt dann leider oft auf der Strecke.

Samstag, 12. Juli 2014

Beben in Japan und Vulkaneruption in Indonesien

Die Erde entwickelt sich weiter



Seit Wochen schon spuckt der indonesische Sangeang Api Asche aus. Auf dem NASA Satellitenbild ist die Rauchsäule des 2000 Meter hohen Zwillingsvulkan zu erkennen. Die seit Ende Mai andauernde Eruption beeinträchtigt den Flugverkehr bis ins nördliche Australien. Nicht nur Vulkanausbrüche sondern auch starke Erdbeben sind der ständige Wegbegleiter der Erdentwicklung.
In der vergangenen Nacht um 5.12 UHR Ortszeit (22.12 Uhr MESZ) erschütterte ein ML6,5 Erdstoß Japan (USGS-Karte). 129 km vor der Küste der japanischen Präfektur Miyagi und nahe am zerstörten Atommeiler Fukushima, gab es aus 11,1 km Tiefe einen starken Erdstoß. Da ein Tsunami wie 2011 befürchtet wurde, erfolgten von den örtlichen Behörden Evakuierungen. Die Tsunami- Welle stellte sich allerdings nur als Miniwelle von 20 cm Höhe heraus. Schäden oder Verletzte soll es nach ersten Berichten nicht gegeben haben. Im März 2011 gab es wie wir wissen nach einem ML9,0 Beben fast 19.000 Tote und ein zerstörtes Atomkraftwerk.

Noch heute - nach über drei Jahren hat man die radioaktiven Folgen der Explosion im Kernkraftwerk Fukushima nicht unter Kontrolle (Foto: Tepco). Weite Gebiete sind verstrahlt und werden weiter verseucht. Nur mit großem menschlichen Einsatz können die Auswirkungen der Kernschmelze einigermaßen unter Kontrolle gehalten werden. Diese Technik wird vom Menschen (noch) nicht beherrscht.


Ein Land wie Japan, das bereits im 2. Weltkrieg schmerzhafte Erfahrungen mit der Atombombe gesammelt hat, scheint nicht dazu gelernt zu haben. Statt auf andere Energieträger, wurde auf den Einsatz von Kernreaktoren gesetzt. Zudem liegen die Inseln am Pazifischen Feuerring - einem besonders Erdbeben gefährdeten Gebiet. Es gab dort immer schon starke Beben und die wird es auch in Zukunft weiter geben. Von den anderen Naturkatastrophen wie Taifune erst gar nicht zu reden.

Ist es Dummheit, Ignoranz oder sind es wirtschaftliche Interessen die den japanischen Geist Einnebeln. Ein fortschrittlich reiches Land mit entsprechender Intelligenz sollte diese Gefahr rechtzeitig erkennen. Oder nimmt man den Tod von tausenden Mitmenschen einfach in Kauf. Das sind dann, um den militärischen Ausdruck zu nehmen - wohl Kollateralschäden.

Auf den Kanaren gibt es zum Glück keine Atomkraftwerke. Auch liegen wir nicht am Feuerring oder Kontinental Plattenrand. Das in den letzten Jahren stärkste Beben brachte es auf ML5,1 (am 27.12.2013 auf El Hierro) Auch nach den alten Aufzeichnungen der vergangenen Hundert Jahren hat ein vulkanisches Beben auf den Kanaren niemals die Schwelle von ML6,0 überschritten. Trotzdem gab es auch gestern zwei schwache Beben von ML0,9 und ML1,7 aus 10 und 14 km Tiefe (siehe IGN Karte).

Montag, 14. April 2014

Vulkan, Erdbeben und Erdölförderung

NEWS:
Dienstag, 15.04.14 - 14.35 Uhr - heute ein ML1,8 und kurz darauf ein ML1,6 Beben aus 12 bzw. 13 km Tiefe um den Tanganasoga an der Golfokante.


Gestern wurde es wieder etwas lebhafter unter der Insel. Insgesamt 6 Erdstöße - der stärkste Erdstoß mit ML2,1 im südlichen Bereich von EL Pinar (Grafik) aus 11 km Tiefe. Alle Beben vom Sonntag lagen in diesem Sektor und kamen aus unterschiedlich tiefen Lagen zwischen 10 und 22 km. Heute Morgen um 4.40 Uhr auch ein schwaches Beben von ML1,5 im nördlichen Inselteil bei Valverde aus 20 km Tiefe.


Es verdichten sich immer mehr die Hinweise, dass Erdölförderungen im Mai 2012 im Norditalienischen Emilia-Romagna Erdbeben ausgelöst haben. 27 Menschen wurden durch zwei schwere Erdstöße am 20. Mai von ML5,9 und am 29. Mai von ML5,6 dabei getötet.
Ein lange unter Verschluss gehaltener Untersuchungsbericht eines Gremium von Geowissenschaftlern wurde nun veröffentlicht. Die Geologen verdächtigen das Cavone-Ölfeld des Unternehmens Gas Plus das in 20 km Entfernung liegt, als möglichen Auslöser.

Just nachdem im April 2011 die Fördermenge im Cavone-Feld gesteigert wurde, nahm auch die seismische Aktivität zu. Die Ölförderung und auch das Verpressen von Wasser unter hohem Druck, könne zwar selbst keine starken Beben auslösen. Aber bereits vorhandene Verwerfungen des Gestein, könnte durch die Förderung den letzten Impuls zu einem Beben bekommen haben - so die Wissenschaftler.

Menschliche Eingriffe waren schon mehrfach der Grund von Beben.

Erwiesen ist, dass drei Erdstöße in den USA zwischen ML4,5 und ML5,0 auf  das Einpumpen von Chemikalien zurückgeführt werden kann. Ebenso drei Beben im November 2011 in Oklahoma mit über ML5,0. Hier wurde Abwasser unter hohem Druck in ein altes Ölbohrloch entsorgt.

In Italien ist die These noch eine Vermutung der Forscher und noch nicht bewiesen. Den Beweis will man nun mit einer physikalischen Simulationen der Hydrodynamik erbringen.

Dieses Thema hat in Italien eine gewisse Brisanz. 2009 wurden bei einem Erdbeben in  L'Aquila über 300 Menschen getötet. 6 Wissenschaftler und ein Behördenvertreter wurden wegen wissentlicher Fehleinschätzung zu sechs Jahren Haft verurteilt. Das Verfahren befindet sich im Moment noch in der Revisionphase.

Für die Kanaren könnten die Ereignisse in Emilia-Romagna ein weiteres Mosaiksteinchen gegen die beabsichtigte Erdölförderung vor der Küste von Fuerteventura sein. Hier will man in Richtung eines aktiven Hotspot Bohrungen ausbringen. Noch gewagter und noch mit mehr Risiko behaftet.

Wer weis wie stark die Spannungen um das vermutete Erdölfeld bereits sind. Vielleicht genügt der letzte "Klick" um nicht nur ein Beben, sondern die unter Druck stehende Magma zu einer nicht vorhersehbaren Entfaltung anzuregen.
Es ist nicht unbedingt eine Ölverschmutzung wie die Kritiker vermuten, sondern in meinen Augen vielleicht die Initialzündung für eruptive Prozesse die damit in Gang gesetzt werden könnten.
Bevor hier der Bohrmeisel angesetzt wird, sollten erstmals neutrale und umfassende Untersuchungen des Untergrundes angestellt werden.
Internationale Geologen und Vulkanologen die ohne Zeitdruck, mit den heute möglichen Methoden den Untergrund analysieren. Erst dann sollten Gedanken an eine evtl. Ölverschutzung mit ihren Folgen angestellt werden.
... und so lange kann es keine privaten Bohrungen geben.

Den britischen Premierministers David Cameron interessiert im Moment diese Diskussion sicher nicht. Er verbringt zusammen mit seiner Familie seinen Osterurlaub auf Lanzarote. Nicht mit dem Privatjet oder einer englischen Regierungsmaschine, sondern im Sparflieger mit einer Boeing 737-800 der irischen Ryanair, kam er am Wochenende hier an.
Auch Frau Merkel hatte schon zweimal ihren Urlaub auf La Gomera verbracht.

Freitag, 14. Februar 2014

Die IGN und das Wetter melden sich zu Wort

NEWS:
Samstag, den 15.02.14 - 15.50 Uhr - Ungemütlich Heute - Starker Regen und noch mehr Sturm. Seit Mitternacht vor allem im Norden und auf der Ostseite (Flugplatz, Hafen) auf El Hierro kräftig spürbar. Auf La Palma heute Morgen nur 8°C (9.00 Uhr), Schnee in den höheren Berglagen und hohe Brandungswellen.


Die Seismografen liefern wieder Daten. Bisher keine neuen Beben zu verzeichnen. Da aus meinem Beitrag nicht die genaue Lage der Felsverwerfungen erkennbar waren (siehe Kommentare), hat Andreas F. (Danke) diese Skizze auf "Copyright by Google Earth" angefertigt - zum Vergrößern anklicken.



Kein neues Beben, sondern die seismografische Aufzeichnung des ML5,1 Beben vom 27.12.2013. Seit gestern sind alle IGN Seismografen auf El Hierro ausgefallen. Ich denke es ist eine technische Störung an der Übertragungsstrecke zum IGN Koordinierungszentrum in Madrid. Hoffen wir, dass dieser Defekt trotz des Wochenende rasch wieder behoben wird.


Erstmals hat sich nach langer Zeit das Instituto Geografico National (IGN) in einem Bulletin zu den seismischen Vorgängen im Dezember 2013 unter El Hierro öffentlich geäußert.

Hier der sinngemäße Wortlaut:

"Im Monat Dezember 2013 erfolgte auf El Hierro eine neue Phase der magmatischen Reaktivierung, mit einem klaren Anstieg in der Anzahl und Stärke der Erdbeben in Südosten im Gemeindegebiet von El Pinar aus 15 km Tiefe. In diesem Zeitraum wurden 280 Beben registriert, davon 14 Beben auch von der Bevölkerung gespürt. In dieser neuen Serie erfolgte am 27. Dezember 2013 auch das ML5,1 Beben etwa 9 km westlich der Insel. Dieses wurde auch auf den Nachbarinseln La Palma, La Gomera und Teneriffa wahrgenommen.
Begleitend zu den seismischen Aktivitäten wurde eine horizontale Bodenverformung von 7 cm und 4 cm in die vertikale Komponente von den südlichen GPS Stationen aufgezeichnet. Diese Werte bleiben auch Ende Dezember stabil.
In diesem globalen Prozess der im Juli 2011 begann hat sich die Oberflächenverformung bis jetzt auf über 20 cm summiert und es wurden mehr als 20.000 Beben registriert."

Soweit so gut - Dinge die wir schon seit Wochen kennen. Kein Ausblick und keine Prognose wie sich aus wissenschaftlicher IGN Sicht die Aktivität in naher Zukunft entwickeln könnte. Auch keine Entwarnung!

Vorsichtig - Ratlos oder Unwissend?
Schon einmal lag die IGN mit ihrer Feststellung zum Ende der vulkanischen Aktivität Anfang 2012 völlig daneben.

Es ist halt auch nur eine staatliche Behörde (die IGN möge mir verzeihen) die lieber die Vergangenheit kommentiert (verwaltet) als einen Blick in die viel wichtigere nahe Zukunft wagt.
Es mag durchaus sein, dass im stillen Hinterzimmer der IGN auch die weitere Entwicklung diskutiert wird. Es sind doch Wissenschaftler - Geologen und Vulkanologen - und nicht nur Beamte.

Ein Lob aber trotzdem an die IGN. Ihre Daten und Messungen sind meist aktuell (von heute einmal abgesehen), öffentlich und lassen nach dem bisher technisch Machbaren, doch eine Menge Rückschlüsse zu.

Wesentlich forscher geht dagegen die kleinere kanarische INVOLCAN (INSTITUTO VOLCANOLÓGICO DE CANARIAS) da vor. Auch nur eine staatliche Behörde - ein kanarisches Institut, mit ihrem Leiter dem Vulkanologen Nemesio Perez.
Ständig im Konkurrenzkampf mit dem großen Bruder IGN werden doch schon über ihr Sprachrohr AVCAN nützliche und notwendige Dinge zur Diskussion gestellt.




So aktuell die Bergrutsch- und Steinschlaggefahr im südwestlichen Golfotal.

" Die Situation der Instabilität in den felsigen Berghängen ist eine Gefahr für die Bewohner und Besucher der Insel. Bisher ist zum Glück noch nichts passiert. Wir sehen aber, das neben der natürlichen Erosion  mit jeder weiteren seismischen Aktivität sich die Gefahr erhöht. Wir fordern ausdrücklich, jetzt Maßnahmen zu ergreifen"

Es könnten meine Worte sein. Seit Jahren sehe ich die größte Gefahr nicht in einer Vulkaneruption, sondern durch die mit jedem weiteren Beben akutere Möglichkeit eines massiven Steinschlag oder Bergrutsch.
Wer das Golfotal persönlich kennt, weiß auch von was ich rede.

Geschehen ist in dieser Hinsicht bisher nicht viel. Noch heute kann jeder Tourist durch diese Steilhänge wandern, die darunter befindliche Straße befahren oder sich zum spektakulären Aussichtspunkt de Bascos direkt am Klippenrand begeben.
Obwohl sich bereits unterhalb seit einiger Zeit eine breite Kluft (Avcan Foto) geöffnet hat.

Pech gehabt - wird es dann heißen. Es mag die südländische Lethargie sein oder mein doch noch vorhandenes deutsches Sicherheitsdenken, das die unterschiedlichen Standpunkte ausmacht.
Froh bin ich nun allerdings, dass auch eine kanarische Institution dieses Problem erkannt hat und hoffentlich bald Schutzmaßnahmen ergriffen werden.

Zum Wochenende meldet sich das Wetter von der mehr unfreundlichen Seite zu Wort.
Regen und Sturm bis 90 km/h sind von der AEmet links für Samstag und Sonntag angesagt. Die Wetterwarnstufe "Orange" wurde verkündet. Brandung mit 5 bis 6 Meter hohen Wellen werden prognostiziert. Dabei wird es kalt, mit Temperaturen zwischen 6 und 14°C. Die Schneefallgrenze fällt auf 1200 m.


Bitte keine Wanderung einplanen und die Küstennähe unbedingt meiden. Vielleicht ein Besuch in La Restinga im "Restingolita- Vulkanmuseum" oder noch besser Zuhause bleiben.

Sonntag, 9. Februar 2014

Die Geburtswehen eines Unterwasser-Vulkan

NEWS:



Am 29. Januar 2014 erfasst die Advanced Land Imager (ALI) auf dem Satelliten Earth Observing-1 (EO-1), diese Unterwasser Eruption. Es ist der Kavachi, ein Unterwasser-Vulkan am südlichen Rand der Salomonen-Inseln im westlichen Pazifik. Die NASA Satellitenaufnahme oben, zeigt die durch das austretende Gas und Aschepartikel verfärbte und abdriftende Meeresverfärbung. Ähnliche Meeresverfärbungen hatten wir 2011 noch detaillierter bei der Eldiscreto Eruption im Süden von El Hierro beobachten können.

Bereits mindestens 8 Ausbrüche wurden seit dem Jahre 1939 hier beobachtet. Die NOAA Aufnahme links entstand während einer Erkundungsexpedition am 14.5.2000. Trotzdem hat es der Kavachi bis heute nicht geschafft, eine dauerhafte Insel über der Meeresoberfläche zu entwickeln. Immer wieder wurde die aus dem Meer ragende Vulkanspitze durch abrutschende Lavafragmente und die starke Meeresströmung nach bereits wenigen Tagen abgetragen. Die Basis des Kavachi Vulkan liegt auf 1100 m Meerestiefe und soll einen Durchmesser von inzwischen rund 8 km haben. Auch dieses Mal erwarten die Wissenschaftler keine neue Insel. Er wird also noch einige Anläufe benötigen, bis sich ein tragfähiges Fundament gebildet hat.

Während es zur Zeit auf unserem Globus eine Reihe von Vulkan Eruptionen und noch mehr Erdbeben gibt, bleibt es seit 6 Wochen um El Hierro verhältnismäßig ruhig. Ich denke, dass das starke ML5,1 Beben am 27.12.13 sehr viel Kraft gekostet hat und sich die aufgebauten Spannungen in der äußeren Erdkruste erst einmal entladen haben. Aber es gab auch am 7.2.14 ein ML1,5 und gestern zwei Beben bis ML1,7. Das Zentrum liegt um den Tanganasoga (IGN Grafik) in 10 bis 12 km Tiefe. Der Kammerdruck bleibt mit kleinen Abweichungen stabil, aber auf hohem Niveau.

Je länger diese "Ruhephase" nun andauert, desto mehr "Spannungsdruck" kann sich wieder aufbauen. Auch in dieser Phase wirkt der vorhandene Innendruck auf das umliegende Gestein und wird die Kammern und Kanäle weiter dehnen und ausweiten und das erzeugt neue Spannung und Energie.
Zu wünschen wäre eigentlich eine etappenweise Entladung durch kleinere Energieabgaben. Die Beben würden dabei schwächer ausfallen.

Neuer Magmanachschub aus größerer Tiefe scheint im Moment nicht zu erfolgen, da seit Wochen keine Erdstöße aus 15 und mehr Kilometer Tiefe registriert werden.
Es bleibt also interessant die weitere Entwicklung genau zu beobachten. Treffen die Einschätzungen  zu oder hat die Natur gar einen ganz anderen Weg im Auge.

Dienstag, 21. Januar 2014

Vulkan - der Intervall der Beben

NEWS:


Pünktlich zum Jahresende hat Eldiscreto noch einmal gezeigt was in ihm steckt. Ein Bebenschub mit bis zu 174 Beben am 23.12.13 - siehe links IGN Histogramm der letzten 90 Tage - um dann wieder in Lethargie zu verfallen. Bereits auf der absteigenden roten Linie noch den bisher stärksten ML5,1 Erdstoß am 27.12.13 zum Abschied. Das war es dann, bis heute. Im Januar 2014 nur noch ein paar leichte Zuckungen.

Sollte es das gewesen sein - ich denke wir sind noch nicht am Ende. Ein Blick auf die Bebenstatistik über den Gesamtablauf der vulkanischen Aktivität unter El Hierro zeigt die regelmäßigen Intervalle. Ganz links die Eruption 2011 und dann bis Ende 2013 vier weitere Aktivitätsphasen. Die Anzahl der Beben ging wohl insgesamt zurück, aber die Heftigkeit der einzelnen Beben (März 2013 ML4,9 - Dezember 2013 ML5,1) hat zugenommen. Wir dürften uns jetzt wieder in einer der trügerischen Regenerationsphasen befinden.

Erdbeben in Neuseeland:
Tonnenschwerer Hobbit-Adler stürzt in Flughafenhalle
- und was denken Sie jetzt bei dieser Schlagzeile?

Wahrscheinlich das gleiche wie ich - Tonnenschwerer Adler ???  - noch ein aufgetauchtes Relikt aus der Vorzeit? - oder ein Flugzeug?
Die Aufklärung verschafft ein Blick in die Süddeutsche.de

Mittwoch, 15. Januar 2014

Vulkan - Ruhephase, Statistik und das italienische L’Aquila

NEWS:
Donnerstag, 16.01.14
14.59 Uhr - Heute Morgen um 2.53 Uhr ein ML2,0 Beben aus 10 km Tiefe vor der südlichen Ostküste bei El Pinar.


Seit dem ML5,1 Beben am 27. Dezember 2013 bleibt alles ruhig. Es hat den Eindruck, als wurde damit viel angestaute Energie freigesetzt. Nach dem Bebenschwall um die Weihnachtszeit (IGN Histogramm) auf der südlichen Ostseite und dem doch überraschend ausgelösten Starkbeben in 40 km Entfernung auf dem westlichen Atlantik ist die Aktivität fast erloschen. Nur vereinzelt schwache Beben bis ML2,3 waren in den letzten 20 Tagen zu beobachten. Die Bodenverformung und damit der Druck bleibt aber nahezu unverändert erhalten. Diese Ruhe- oder besser Regenerationsphasen gab es auch schon in der Vergangenheit. Erst wenn sich wieder entsprechender Druck aufgebaut hat oder neue frische Magma aus tieferen Regionen nachfließt, findet die messbare und spürbare Aktivität seine Fortsetzung.


 


Etwas Passagier-Statistik

Nun liegen auch die jüngsten Zahlen über das Flugpassagier- Aufkommen der AENA vor. Die AENA ist der staatliche Flughafenbetreiber und damit auch für den kleinen Flugplatz El Hierro zuständig. Im Jahre 2013 wurden insgesamt 139.154 Passagiere abgefertigt. Ein Minus von 8,9 % gegenüber 2012.

Jeder Passagier wird bei der Ankunft und beim Abflug gezählt. Korrekt waren es dann rund 70.000 Passagiere. Davon entfallen nach Erfahrungswerten mindestens 70% auf einheimische Fluggäste. Auch auf La Palma als Vergleichszahl gingen die Passagiere sogar um 16,2 % zurück.

Die Westinseln konnten also nicht von dem veränderten Verbraucherverhalten durch die politischen Unruhen in Nordafrika profitieren. Die umständliche und kostenintensive Anreise und die Politik der großen Touristikunternehmen führten diesen Strom auf die Ostinseln.

Es dürfte aber vor allem die spanische Wirtschaftskrise sein, die viele Canarios vom Fliegen abhält oder den finanziell günstigeren aber umständlichen Weg mit der Fähre den Vorrang gibt. Dazu liegen aber keine Daten vor.


L’Aquila - kommt nicht zur Ruhe. Nun noch ein Korruptionsfall ?

Vor fast fünf Jahren erschütterte ein ML6,3 Beben am 6. April 2009 das italienische L’Aquila. 307 Tote und 70.000 Obdachlose forderte diese Katastrophe.
Sechs Mitglieder des Katastrophenstab wurden zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.
  
Ich hatte berichtet - hier Nachzulesen oder links in der Seitenleiste im "Archiv durchsuchen" das Stichwort "L’Aquila" eingeben.

Auch heute können noch immer viele Bewohner nicht in ihre Häuser und Wohnungen zurück. Ein Korruptionsskandal in der Stadtverwaltung, die sich wohl an der Not der Menschen bereichert haben, wird zur Zeit von der italienischen Staatsanwaltschaft untersucht.

"Ein Kommunalbeamter sprach in abgehörten Telefonaten vom Erdbeben als „Riesen-Glücksfall“. Wer die einmalige Chance Geld zu machen nicht nutze, sei dumm. Einige Verdächtige sollen 1,2 Millionen Euro Wiederaufbau-Hilfe mittels gefälschter Abrechnungen in die eigenen Taschen gelenkt haben".

"Ein bereicherndes Erdbeben" so der Titel in der Berliner Zeitung (lesenswert).

Montag, 13. Januar 2014

Vulkan - Bebenstärke und Energiefreisetzung

NEWS:
14.01.13/ 12.24 Uhr - heute bisher nur ein leichter Erdstoß von ML1,6 aus 13 km Tiefe am Tanganasoga.


Heute Morgen zwischen 4.00 und 5.00 Uhr eine langgezogene Bebenaufzeichnung (links) mit einem ungewöhnlichen Schwingungsmuster. Beben unter der Insel haben normal eine andere Struktur. Ein technischer Fehler oder ein Fernbeben ?
Es war ein ML6,4 Beben vor der Küste von Puerto Rico. Mit einigen Minuten Zeitverzögerung erreichen auch die Schwingungswellen den Seismografen auf El Hierro. Die auf der Insel eingesetzte Messmethode lässt allerdings keinen Schluss über die Stärke und Intensität des tatsächlichen Beben in Südamerika zu.

Eingesetzt wird ein modifiziertes Richter System nach der so genannten Richterskala das verlässliche Daten nur über eine max. Entfernung von 600 bis 1000 km Abstand vom Epizentrum liefert. Hier können keine Amplituden die quer durch den Erdball gehen, sondern nur Strahlungswerte die direkt in der Erdkruste verlaufen, gemessen werden. Daher werden sie auch als Lokalbebenmagnitude (ML) bezeichnet.
Interessant ist, dass es weltweit pro Jahr rund 200 Erdbeben mit einer Stärke von ML6,0 und mehr gibt (Quelle: IRIS, Washington). Das ML5,1 Beben am 27.12.13 unter El Hierro wiederholt sich jährlich 2000 Mal.


Eine Differenz von einer Magnitude bedeutet dabei ein zehn Mal stärkeres Beben - ein Erdbeben der Magnitude 5,0 ist also zehn Mal so stark wie eines der Magnitude 4,0. 

Bei der dabei freigesetzten Energie sieht es jedoch noch dramatischer aus. Die Steigerung von einer Magnitude zur Nächsten setzt dabei sogar die 30-Fache Energie frei. Der Unterschied von 2 Magnitudeneinheiten (ML4,0 zu ML6,0) entspricht bereits der 1000-fachen Energiefreisetzung. Auf der Grafik oben (rechte Seite) sind dabei die Energieeinheiten aufgeführt die das ML5,1 Beben ungefähr freigesetzt hat.

4 Millionen Pounds (1 Pfund = 0,453 Kg) oder grob umgerechnet knapp 2 Millionen Kilogramm Sprengstoff TNT wurden in Sekunden entfesselt. Diese Sprengkraft und Wucht die davon ausging, haben wir Ende Dezember auf den Westinseln zu spüren bekommen.

Nur zum Vergleich und einer ungefähren Größenvorstellung (oben ML/unten MS):

"Ein Erdbeben mit der Oberflächenwellenmagnitude MS = 5,5 hat danach die seismische Energie ES ≈ 3 GWh, die innerhalb weniger Sekunden freigesetzt wird. Die gleiche seismische Magnitude würde eine unterirdische Nuklearexplosion mit einem Äquivalent von einer Megatonne (Mt) chemischen Sprengstoffes erzielen. Allerdings würde bei der Explosion nur etwa ein Prozent seismische Wellenenergie erzeugt werden, während die restliche Energie in Wärmeerzeugung und in die Zerkleinerung des Gesteinsmaterials fließen würde" (nach Wikipedia).

Mittwoch, 8. Januar 2014

Kündigen Blitze Erdbeben an ?

NEWS:

Der Geowissenschaftler Robert Thériault vom Ministerium für natürliche Ressourcen der kanadischen Provinz Québec hat Berichte ausgewertet, die Lichtphänomene vor und während eines Erdbeben beschreiben.
Augenzeugen sahen unmittelbar vor einem Beben Blitze aus dem Boden steigen, merkwürdige Himmelsverfärbungen wie links auf einem Foto aus Mexiko dokumentiert - oder Lichtkugeln aus der Erde aufsteigen, die nach wenigen Sekunden wieder verschwanden. Diese Erdbebenlichter (Earthquake Lights) können mitunter Wochen vor den Erdstößen und Hunderte Kilometer vom Epizentrum eines Bebens entfernt auftreten, wie der Wissenschaftler in der Fachzeitschrift  "Seismological Research Letters" berichtet.

Es sind Beobachtungen die bis ins 16.Jahrhundert zurück reichen. Auch in Deutschland gab es mehrere Ereignisse von denen Augenzeugenberichte vorliegen. So am späten Abend des 16. November 1911 bei Ebingen auf der Schwäbischen Alb. Dort gab es insgesamt 110 Beobachter, die von einem Blitz aus dem Boden, der sich zu einer Kugel formte - kurz vor einem ML5,8 Beben, berichteten. Auch bei dem verheerenden Erdbeben 2009 in L'Aquila (ich hatte berichtet) gaben Lichterscheinungen einem Bewohner offenbar sogar die Möglichkeit, seine Familie zu retten. Der Mann brachte seine Familie vor dem Hauptbeben aus dem Haus ins  Sicherheit.
Was da nun dran ist, das möchte Robert Thériault physikalisch erklären. Es sind ernstzunehmende Berichte, die von Lichtern erzählen, die fast immer vor oder während der Erdstöße auftraten (Foto links aus Japan). Interessant ist auch, dass es sich um ein Phänomen handelt, das nicht an den Kontinentalrändern mit 95% der Beben, sondern immer auf der Kontinentalplatte beobachtet wurde. Er vermuten, dass sich unter großer mechanischer Spannung elektrische Ladung aufbaut und entlang der entstehenden Risse an die Oberfläche steigt, wo sie Luftmoleküle auflädt. Reibung erzeugt Wärme und wahrscheinlich auch elektrische Spannung die sich in Form eines Blitzes dann entladen kann.

Es ist ein interessantes Forschungsgebiet das sich im Moment nur auf einzelne Berichte stützt. An fast Allem ist aber in der Regel auch etwas dran. Rein logisch sind diese "Reibungsblitze" möglich.

Ich denke mit technischen Hilfsmitteln, wie durch eine Langzeitbeobachtung mit Infrarottechnologie oder Instrumente zur Messung einer elektrische Spannung bzw. Entladung, wäre es in einem Feldversuch vielleicht auch nachzuweisen.
Es würde natürlich dann eine ganz neue Möglichkeiten zur Erdbebenvorhersage darstellen. Nur wenige Minuten Vorwarnzeit könnten ausreichen, viele Menschen zu retten -

und ... El Hierro wäre im Moment genau der richtige Ort mit dieser Forschung zu beginnen. 
Schon mit geringem technischen Aufwand wäre es zumindest den Versuch wert, diesem Lichtphänomen auf die Spur zukommen.

Gestern und auch heute Vormittag wäre allerdings auf der Insel nichts zu beobachten gewesen. Es gab keine neuen Beben.
Die Bodenverformung bleibt allerdings auf ihrem hohen Niveau.

Reisen nach El Hierro

In den letzten Tagen erreichen mich Telefonate, Mails oder wie hier als Kommentar:

"Wir wollen in den nächsten Tagen Urlaub in einer Finca auf El Hierro machen. Gibt es in der jetzigen Situation Verhaltungsmassregeln, wie man sich als Tourist zu verhalten hat? Zumindest, wenn die Bebentätigkeit stärker wird, und die höchste Gefahrenstufe ausgerufen wird, was muss ich dann als Tourist beachten? Kann man da was nachlesen?"

Dazu Grundsätzlich:
Erdbeben treten plötzlich, vielleicht heftig und unerwartet auf. Es gibt keine Möglichkeit der Vorhersage und Frühwarnung.
Bestes Beispiel das ML5,1 Beben am 27. Dezember 2013. Weiterer Beben in dieser Größenordung in den nächsten Wochen werden von der IGN nicht ausgeschlossen.

Verhaltensregeln zum Nachlesen finden Sie im Merkblatt Erdbeben   Was mache ich, wenn in Starkbebengebieten die Erde bebt?
Es ist ein globales Dokument von Prof. Dr. Peter Bormann vom Deutschen Geo Forschungs Zentrum (GFZ) in Potsdam und auch für El Hierro gültig. Örtliche Merkblätter haben einen ähnlichen Inhalt.
Die Vulkan-Ampel für El Hierro steht auf "Grün" - also im Moment alles "Normal". Zuständig dafür ist der Kanarische Krisenstab - die Pevolca. Er koordiniert auch alle Warn- und Vorsorgemassnahmen.
Bei einer Änderung der Warnstufe werden die erforderlichen Massnahmen auf der Seite des Cabildo de El Hierro (span.) veröffentlicht.

Soweit die formellen und offiziellen Quellen.

Es ist der "gesunde Menschenverstand" den ich einsetzen würde.
Beben, Erdrutsch und Steinschlag sind wahrscheinlich. Also weg von den Steilhängen und möglichen Gefahrenquellen. Auch Straßen - wie im südlichen Golfo ab Sabinosa/ Pozo de la Salud Richtung Westspitze würde ich meiden. Sicher ist der Nordteil der Insel, die Hochlagen und der Süden um La Restinga. Auch im Golfotal alles was meerseitig der Hauptverkehrsstraße liegt.

Im Fall eines Falles wird Ihnen ein stärkeres Beben sicher nicht entgehen. Schnelle Information erhalten Sie von ihren Nachbarn, den Einwohnern und den deutschen Residenten. Die Behörden reagieren hier meist etwas zu langsam.
... oder natürlich hier ein Blick auf diese Seite.

El Hierro ist immer ein Erlebnis - auch in der vulkanischen Krise.
Ich denke damit ist alles gesagt.

Freitag, 7. Dezember 2012

El Hierro Vulkan - kleine Beben

NEWS:

Gestern 2 schwache Beben um 13.58 Uhr mit ML1,1 und ML1,0 um den Tanganasoga (Grafik). Ein Beben davon in nur 1 km Tiefe. Es dürfte sich um ein Verformungs- bzw. Spannungsbeben gehandelt haben. Um 19.42 Uhr ein weiterer Erdstoß von ML0,9 im gleichen Bereich und dieses Mal in der bekannten Tiefe von 10 km.
Der Geologe und Vulkanologe Francisco José Pérez Torrado von der Universität Las Palmas de Gran Canaria untersucht im Moment im Auftrag der Geovol die geologischen Zusammenhänge die zur Eruption vor El Hierro geführt haben. Er betont, daß die Erdbeben auf den Kanaren auch in der Vergangenheit nie stärker als um ML5,0 ausgefallen seien, da es keine tektonische Plattengrenze unter den Inseln gebe. Die Kanaren stehen fest auf der afrikanischen Platte. Beben entstehen hier nur durch den Magmavortrieb und deren Stärke halte sich daher in Grenzen.
Kritisiert hat er in diesem Zusammenhang die schlechte und mangelhafte Informationspolitik der Behörden im letzten Jahr. Widersprüchliche Angaben und das Verschweigen von Tatsachen  schürten nur die Angst und Unsicherheit in der Bevölkerung. Dies müsse sich in Zukunft ändern.

Angst und Bange kann einem im ersten Augenblick schon werden, wenn man sich die Seismografen Aufzeichnung von CCAN Teneriffa (oben)  zwischen 6.00 und 7.00 Uhr gestern Morgen anschaut. Wilde Ausschläge und Beben von bis zu einer Minute Dauer. Alles aber nur halb so wild. Die starken senkrechten Linien sind technische Störungen, die wahrscheinlich auf dem Wege der Satellitenübertragung nach Madrid entstanden sind. Da dieser Seismograf eine andere - eine empfindlichere Einstellung als CHIE El Hierro im Vergleich dazu zur gleichen Zeit (Bild) hat, werden auch die kleinsten Erschütterungen aufgezeichnet. Sie tauchen dann später in der IGN Statistik erst gar nicht auf. Der CHIE Seismograf von El Hierro ist dagegen so eingestellt, dass Beben bis ML1,5 kaum zu erkennen sind. Das mag bei dem öffentlich zugänglichen Seismografen technisch notwendig oder so gewollt sein. Es gibt ja noch sechs weitere Geräte auf El Hierro die wahrscheinlich eine andere und empfindlichere Einstellung aufweisen.

Freitag, 26. Oktober 2012

El Hierro Vulkan - durch Menschen verursachte Beben

NEWS:

Noch ist er nicht eingeschlafen. Gestern gab es wieder einen kleinen Erdstoß um 16.22 Uhr von ML1,6 in 11 km Tiefe. Das Ausgangszentrum lag unter Tigaday im Golfo (IGN Grafik). Diese vermeintlichen Ruhepausen oder besser Verschnaufpausen kennen wir ja bereits aus der Vergangenheit.
Auch in Süditalien bebte die Erde. Ein Beben von ML5,3 erschütterte in der vergangenen Nacht das Städtchen Mormanno in Kalabrien. Menschen wurden nach den ersten Berichten nicht verletzt. Es soll allerdings im Altstadtbereich Gebäudeschäden gegeben haben.
 

Hausgemachte Erdbeben

Erdbeben die vom Menschen selbst verursacht werden sind hinreichend bekannt. Ob im Bergbau durch das Anlegen von Stollen und Gängen die den natürlichen Gesteinsformationen ihre Stabilität nehmen und durch Abbruch oder Verschieben Beben auslösen. Oder durch den Einbruch ganzer künstlicher Höhlensysteme die die Erde zum Vibrieren bringt. Auch der Bau von unterirdischen Wasserreservoire, Flüssigkeitsinjektionen oder die Gas- und Erdölförderung können Auslöser sein. Im Grunde jede Veränderung in der Erdkruste die das natürliche Druck- und Stabilitätverhältnis verändert.
So wurde in den 1970 Jahren in den Rocky Mountain in Colorado, USA große Mengen Abwasser in die Tiefe gepumpt. Durch diese Injektion wurden in den Folgejahren eine Serie von Beben bis ML5,1 registriert. Schlussendlich hat die US-Armee damit begonnen das Abwasser wieder zu entfernen.

Untersuchungen haben ergeben, daß nicht durch den Zusatzdruck des Abwassers sondern durch den erhöhten Porendruck sich die ohnehin vorhandene Scherspannungen über seismische Bewegungen leichter abbauen konnten. Außerdem wurde die Reibung auf den Scherflächen durch einen Schmiereffekt verringert.

Aber auch die Entnahme von großen Mengen Grundwasser kann starke Beben auslösen.

Am 11. Mai 2011 wurden in Lorca in Südostspanien durch ein ML5,1 Beben 9 Menschen getötet und Hunderte verletzt. Ein Forscherteam hat durch Satellitendaten und Nachforschungen festgestellt, daß durch große Wasserentnahmen in den letzten 50 Jahren sich der Grundwasserspiegel um ganze 250 Meter abgesenkt hatte. Durch diesen menschlichen Eingriff hätten sich die ohnehin aktiven Spannungen im Untergrund verändert und das Beben ausgelöst oder zumindest begünstigt. Ein ausführlicher Bericht dazu ist nachzulesen in Scinexx.
 
Was hat das nun mit unserem El Hierro zu tun. Auch hier wurden in den 1960 Jahren große Süsswasservorkommen unter dem Golfotal entdeckt. Trinkwasservorkommen unter der Insel und unter dem Meeresspiegel liegend und durch natürliche wasserundurchlässige Schichten vom salzhaltigen Meereswasser getrennt.
Zu dieser Zeit wurde die Talebene im Golfo gerade kultiviert und mit Bananen und Ananas bepflanzt. Nur durch das entdeckte natürliche Trinkwasserreservoir war hier in der trockenen Tiefebene Landwirtschaft überhaupt erst möglich. Es wurden Tiefbrunnen gebaut über die auch heute noch große Wassermengen entnommen werden.
 
Wie weit hier inzwischen der Grundwasserspiegel abgesunken ist kann ich nicht beurteilen. Durch die geringen Regenmengen in den vergangenen Jahren dürfte zumindest der Wassernachschub sehr gering gewesen sein. Es könnte sich inzwischen eine Art Vakuum gebildet haben, das die Aktivität der Beben und des Vulkan begünstigt.
Zumindest wäre es eine Überlegung wert, warum gerade jetzt nach über 200 Jahren Ruhe (letzter Ausbruch im Jahre 1796) wieder Aktivitäten zu verzeichnen sind.
Eine eingehende Untersuchung ob das vermutete Absinken des Grundwasserspiegel Einfluss darauf hat, wäre sicher angebracht.