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Samstag, 4. April 2015

Vulkanausbruch setzt Zeichen

Eine Botschaft der Götter?


Ein V auf der Erdoberfläche. Was hier wie ein Buchstabe aussieht, sind die Spuren eines Vulkanausbruch in Kamtschatka im Osten von Russland.
 
… und keine Spuren von Göttern oder Außerirdischen. Auch wenn auf den ersten Blick die V-förmige Figur die sich auf über 100 km erstreckt – Rätsel aufgibt.

Als Bild der Woche präsentiert die NASA diese Satellitenaufnahme vom 23. März 2015 vom Vulkanausbruch im Osten.

Es sind auf den Schnee herab gefallene Aschepartikel des Vulkan Schiwelutsch, der am 8. Januar 2015 seine letzte Eruptionsphase hatte. Durch eine Windänderung fielen erst die Lavapartikel nach Nordosten und dann in nordwestliche Richtung.

Die Aschepartikel beim Vulkanausbruch wurden bis zu 5000 m hoch in die Atmosphäre geblasen und konnten sich daher soweit ausdehnen. Der Vulkan entstand vor 60.000 bis 70.000 Jahren und es sind bisher etwa 60 Eruptionen nachgewiesen worden.


Ein Vulkanausbruch ist immer für eine Überraschung gut

 

Im Jahre 2013 wurden gleichzeitig vier Vulkane auf der Halbinsel Kamtschatka aktiv. Auf engstem Raum boten sie ein spektakuläres Naturschauspiel.

Vierfach-Inferno am Ende der Welt” titulierte damals der Spiegel dieses einmalige Ereignis. Ein einziger Überflug genügte dem Nasa-Satelliten “Terra”, um die vier Vulkanausbrüche zu fotografieren – so eng liegen die Vulkane beieinander. Hier ist der Artikel vom 30. Januar 2013 zum Nachlesen.

Dienstag, 18. August 2015

Der letzte Vulkanausbruch der Kanaren

Vulkan Eldiscreto schon Geschichte ?


Vor vier Jahren rückte die kleine Insel El Hierro plötzlich in den Mittelpunkt der Weltöffentlichkeit. Vermehrte Erdbeben deuteten darauf hin, dass in Kürze ein Vulkanausbruch zu erwarten war.

"Vulkanausbruch im Ferienparadies" war nur eine der Schlagzeilen.

In den Folgewochen kam es dann im Südteil vor La Restinga, zu einer Unterwassereruption, die den Vulkankegel des Eldiscreto erschuf. Eine sprudelnde und bunt gefärbte Meeresoberfläche, auftauchende Lavabrocken und eine erhöhte Gaskonzentration die zur Evakuierung des Küstenortes La Restinga führte.
Alles verlief zum Glück glimpflich und ohne Personenschäden. Aber der Schock sitzt immer noch tief. Es ist die Ungewissheit, ob eine neue Aktivität in der nächsten Woche oder erst wieder in einigen hundert Jahren erfolgt.

Erinnerungen an damals



Es sind nur wenige Zeugnisse, die heute an die damals dramatische Zeitspanne im Jahre 2011 erinnern. Optisch blieb nicht viel zurück. Es wurde kein sichtbarer Vorzeigevulkan, wie der Antonio oder Teneguia auf La Palma. Die Spitze des Vulkankegel ist nicht sichtbar und liegt 88 Meter unter der Meeresoberfläche. Nur eine Boje weist ca. 2 km vor der Küste auf den unter ihr liegenden Vulkan hin.


Ein im Februar 2015 eröffneter Geoparque an der HI-4 zwischen La Restinga und El Pinar und das Restingolita Museum (Foto) im Hafenort La Restinga stellen Fotos, Karten, Seismogramme und Unikate der erstmals mit einem weißen Kern ausgeworfenen Lava aus.

Mehrere Gedenktafeln im Hafen von La Restinga zeugen von dem Mitgefühl und der Anteilnahme der Menschen von den kanarischen Nachbarinseln, die alle auf einen guten Ausgang hofften. Solidarität unter den Canarios wird auch heute noch groß geschrieben.

Jeder Canario und hier lebende Mensch weiß, dass er auf einem Vulkan bzw. einem Hotspot lebt. Ohne vulkanische Aktivität gäbe es überhaupt keine der Kanarischen Inseln. Jederzeit kann sich ein Vulkan zurück melden. Man weiß aber auch, dass sich die Natur dafür Zeit lässt. Die letzten Vulkanausbrüche gab es 1949 und 1971 auf La Palma und 2011 auf El Hierro. Jede Generation hat also mindestens einmal die Chance oder das Pech, einen Vulkanausbruch Live mitzuerleben ...und Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich diese Regel.

In Angst lebt deshalb aber niemand. Allerdings steckt im Unterbewusstsein immer das oft verdrängte Gefühl - "Morgen oder nächste Woche könnte es vielleicht wieder los gehen".  Daran glauben möchte man nicht, aber die latente Unsicherheit ist im Innern vorhanden.

Klar ist aber auch, dass eine Vulkaneruption nicht plötzlich und von jetzt auf nachher erfolgt. Zumindest bei dem kanarischen Vulkantyp (soweit dokumentiert) gab es immer schon Tage oder Wochen zuvor eindeutige Anzeichen. Wer wollte hatte immer die Zeit, rechtzeitig die Flucht zu ergreifen. Aber es scheint menschlich zu sein, lieber - vielleicht auch aus Bequemlichkeit - nicht gleich das Schlimmste zu befürchten.

Auch auf El Hierro waren die Hinweise auf eine bevorstehende Eruption eindeutig. Hier mein Beitrag aus dem Jahre 2011 zum Nachlesen:


Weitere Erdstöße auf El Hierro 
vom Donnerstag, 25. August 2011

Auf der kleinen Nachbarinsel El Hierro werden seit dem 20.07.2011 vermehrt Erdbeben registriert. Täglich ereignen sich bis zu 170 Erdstöße im Bereich des Golfotales. 

Da es sich um schwache Beben bis zu 2,3 auf der Richterskala handelt, werden sie vom Menschen kaum wahrgenommen. 
Ungewöhnlich sind leichte Beben auf den Kanaren nicht. Nur die Häufung der Stöße lässt die Geologen aufhorchen. Sie beobachten derzeit genau die weitere Entwicklung.
Genau im jetzigen Golfotal auf der Nordwestseite von El Hierro hat sich vor ca. 20.000 Jahren ein gigantischer Bergrutsch ereignet, der die heutige Hufeisenform der Insel entstehen ließ. Die Tsunamie Auswirkungen waren damals noch in der Karibik spürbar.

In meinem 2010 erschienen Buch "Geheimnisvolles El Hierro " bin ich ausführlich auf diese Katastrophe eingegangen

Wer die Entwicklung von 2011 Nacherleben möchte, geht in den Chronik-Rückblick. ... oder besorgt sich gleich mein Buch "Eldiscreto - Chronologie des El Hierro Vulkan". Alles aufbereitet und bequem zum Nachzulesen.

Betzwieser, Manfred
Preis: 19,90 EUR

Sonntag, 21. Oktober 2012

El Hierro Vulkan - Lava Aufbau näher erforscht

NEWS:
14.32 Uhr - 2 weitere Beben um 8.19 Uhr mit ML2,1 in 28 km Tiefe am Golfowestzipfel und um 10.10 Uhr mit ML1,5 in 11 km Tiefe unter dem Tanagasoga.
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In den letzten 24 Stunden nur eine geringe Aktivität. Ein Beben im Golfo mit ML1,2 und im Süden mit ML0,6.
 

Röntgenstrahlen ermöglichen tiefere Einblicke in die Struktur von Lava. Dadurch ist es erstmals gelungen in Echtzeit die Entstehung und den Aufbau des Vulkan Auswurfmaterial mit zu verfolgen. Foto oben ein Lavaklaster vom Eldiscreto und links ein Brocken unter dem Elektronenmikroskop  des BioLab Ars Electronica Center in Linz (Österreich). Birgit Hartinger vom BioLab hatte mir dankenswerter Weise einige Aufnahmen zur Verfügung gestellt.
Experimente am Paul Scherrer Institut in der Schweiz haben nun gezeigt, daß die ersten Sekunden beim Übergang von flüssiger Magma in die etwas festere Lava entscheidend sind, welche Art von Vulkantyp entsteht. Die Zusammensetzung der Lava ist entscheidend, wie heftig ein Vulkan ausbricht.

 

Das Experiment

Ein internationales Forschungsteam hat mit einem Lasersystem ein kleines Stück vulkanisches Material so aufgeheizt, dass darin Bedingungen entstanden, wie sie am Beginn eines Vulkanausbruchs herrschen.
Dazu wurde Gestein aufgeschmolzen und mit einem Röntgenlicht aus der Synchrotron Lichtquelle Schweiz SLS des Paul Scherrer Instituts PSI beobachtet.
Die Blasenbildung in der sich entwickelnden Lava in den ersten Sekunden ist dabei entscheidend, wie heftig die Eruption erfolgt.
 "Auch wenn es verschiedene Faktoren gibt, die einen Vulkanausbruch auslösen, so spielt die Freisetzung von Wasser und Gasen aus dem geschmolzenen Gestein eine wichtige Rolle. Wenn das geschmolzene Gestein aus den Tiefen der Erde aufsteigt, erzeugt Wasser (und andere flüchtige Substanzen) Blasen im Gestein. Diese Blasen schwächen das Gestein und erzeugen gleichzeitig einen Pfad, auf dem die Gase entweichen können. Wenn sich die Blasen schneller ausdehnen als die Gase entweichen können, kommt es zu einem Vulkanausbruch. Dehnt sich das Gas langsamer aus, findet es einen günstigeren Pfad, über den es aus den Blasen entweichen kann, so dass sich die Gefahr eines Vulkanausbruchs verringert". 
Es war ein Forschungsteam unter der Leitung von Don Baker von der McGill University (Kanada) und Wissenschaftler am Tomografie-Messplatz TOMCAT des Paul Scherrer Institut die an der Synchrotron Lichtquelle Schweiz des Paul Scherrer Instituts diese Untersuchungen durchgeführten und im Fachjournal Nature Communications veröffentlichten.
Es sind die ersten Sekunden die darüber entscheiden ob es zu einem gemäßigten oder heftigen Vulkanausbruch kommt. Die rasche Zunahme der Blasen schwächt das Gestein und führte schließlich zum Zusammenbruch der beobachteten Proben. Bleibt das Magma dagegen stationär, können Gänge entstehen, über die Gase entweichen können. Es reduziert damit das Risiko einer Eruption.
Diese Untersuchung liefert einen Beitrag zukünftig den Typ eines Vulkanausbruch besser zu verstehen und die Vulkanart voraussagen zu können.
 
Für diesen Hinweis Danke an Carlos und Nachzulesen bei der Schweizerische Eidgenossenschaft
Zu BioLab Ars Electronica Center  ein Blogbeitrag : "Tiefe Einblicke"
 

Sonntag, 2. Oktober 2011

Planetenkonstellation - kein Einfluss auf Vulkane

Auch der Sonntag ist bisher ruhig verlaufen. Gestern gab es 116 Beben mittlerer Stärke. Bleibt Zeit einmal Zwischenbilanz des bisherigen Verlaufs zu ziehen:

Insgesamt wurden seit Mitte Juli bis heute 8862 Erdstöße registriert. Die stärkste Magnitude lag bei 3,8 auf der Richterskala. Der Hauptteil der Beben kam aus einer Tiefe zwischen 9 - 14 km. Das Zentrum hat sich vom Golfotal im Nordwesten in den Küstenbereich von Tacaron bzw. dem Mar de las Calmas in den Süden verlagert.

Durch die besondere Konstellation der Gestirne am gestrigen Samstag, hatte ich eigentlich ein Aufbrausen der Erdbeben Aktivitäten erwartet. Der besondere Abstand Sonne, Erde und Mond und verschiedene andere Einflüsse am gestrigen Tage, hatte nämlich eine besonders hohe Flut auf den Kanaren ausgelöst. Es wurden Rekordstände von teilweise mehr als 2 m über Normal gemessen. Auf den Vulkan hatte dies jedoch keinen Einfluss. Somit haben wir wieder einen neuen Erfahrungswert, daß besondere Planetenkonstellationen auf Vulkane keinen Einfluss ausüben können.

Des einen Freud - des anderen Leid. So könnte man vielleicht folgenden Bericht einer Schweizer Zeitung kommentieren:

Unternehmer auf El Hierro erhoffen Vulkanausbruch       
Der Vorsitzende der Vereinigung kleiner und mittlerer Unternehmen auf der Insel, Herminio Sánchez, sieht sogar riesige Vorteile in einer - begrenzten - Naturkatastrophe. Er erhofft sich davon einen massiven Zustrom neugieriger Vulkan-Touristen. «Wenn Hawaii davon lebt, warum wir nicht? Der Vulkan soll so schnell wie möglich explodieren.»
«Das ist das Beste, was uns passieren kann», beteuert Sánchez, dessen Verein 120 Unternehmen angehören, nach einem Online-Bericht der spanischen Zeitung «El País» vom Freitag. Nach seiner Schätzung könnte ein Vulkanausbruch die Anzahl der Besucher auf der Insel verzehnfachen.
Sánchez ist nicht der einzige Insel-Bewohner, der dieser Meinung ist. Auch der Besitzer des Restaurants «Don Din 2» in der Ortschaft Frontera, hofft auf einen Vulkanausbruch, «vorausgesetzt, dass es keine Opfer gibt» - komplett nachzulesen in südostschweiz.ch

La Frontera im Golfotal mit seinem weithin sichtbaren Glockenturm

Dienstag, 15. November 2011

El Hierro Vulkan - Wie können wir helfen ?

Zur aktuellen Situation: Seit gestern sprudelt die Eruptionsstelle vor La Restinga wieder stärker. Wie die Aufnahme der INVOLCAN aus einem Guardia Civil Helikopter zeigt, steigen Gasblasen, Dampf und rauchende Lavastücke an der Meeresoberfläche auf. Der Tremor ist unverändert aktiv. Weiter sucht sich also das Magma seinen Weg nach oben.
Auch die Beben im Golfo halten unvermindert an. Die stärksten Erdstöße mit 2,9 RSk. ereigneten sich um 17.55 Uhr und in der Nacht um 1.03 Uhr in 19 bzw. 17 km Tiefe.
Nachtrag: News - Beben von 3,4 RSk. um 8.52 Uhr im Golfo

Wie ich aus vielen Mails und Telefonaten von El Hierro weiß, liegen die Nerven der Einwohner blank. Die ständigen Beben am Tage und in der Nacht, die Angst vor einem großen Vulkanausbruch und die Ungewissheit vor der Zukunft und wie es weiter gehen soll, macht die Menschen mürbe und krank.

Am Beben- und Vulkangeschehen selbst können wir nichts ändern. Aber wir können vielleicht mithelfen die aktuelle Not etwas zu lindern. 
Ich wurde von meiner langjährigen Freundin Karin Kamm aus El Hierro, die sich schon viele Jahre für soziale Belange auf der Insel einsetzt und Herrn Dr. Spriegel gebeten, einen Aufruf zu starten: 


Wir freuen uns über die Öffnung des Tunnels und hoffen, dass nichts passiert!! Er ist tatsächlich die Lebensader der Gemeinde Frontera und lässt nicht nur den Verkehr zirkulieren..
Bevor es ihn gab, war das Golftal für viele Herreños aus dem Nordosten und Süden fast wie eine andere Insel, man fuhr nur über den oft nebligen Bergkamm, wenn es etwas wichtiges zu erledigen gab oder zum Sonntagsausflug. Nach der Fertigstellung des Tunnels 2003 wurde Tigaday die heimliche Hauptstadt der Insel - keine Wolkendecke wie in Valverde, angenehmere Temperaturen, nette Restaurants und kleine Läden siedelten sich an, dazu die Naturschwimmbecken, das Museumsdorf ect., alles nur 10-15 Minuten von Mocanal entfernt, ein Katzensprung, wir fahren in den Golf, dort pulsiert das Leben..
Bei längerer Sperrung des Tunnels, siehe oben, wenn dann auch noch die Touristen ihren Urlaub im Golftal stornieren, weil sie Angst vor den Beben oder einem Vulkanausbruch haben, ist die Situation der Anwohner wie die in La Restinga - leere Restaurants, leere Läden, leere Apartments, Hotels und Häuser, leere Kassen und im schlimmsten Fall leere Mägen.
Jeden Tag wird die Situation ein wenig schlechter, nicht hochdramatisch, sondern eher schleichend. Eine Arbeitslosenquote von 35 % ist sehr hoch, dazu noch ein "Naturereignis" mit offenem Ausgang, von ungewisser Dauer, ist finanziell und psychisch kaum zu verkraften. Wer keine feste Stelle bei einer staatlichen Institution oder von Haus aus Geld hat, benötigt einen langen Atem, muss fest daran glauben, dass alles bald besser wird und er braucht Hilfe, wenn kein einziger Euro mehr in der Geldbörse ist.
Unterstützung soll von offizieller Seite kommen, aber die Mühlen mahlen eher langsam und es gibt Familien die in Not sind und JETZT Hilfe brauchen. Wir (deutsche Residenten, die seit vielen Jahren auf El Hierro leben) bitten um Spenden für unsere Nachbarn. 



Spendenaufruf für die Insel El Hierro

Liebe Freunde El Hierros!

Von den Erdbeben und dem Vulkanausbruch sind alle Einwohner El Hierros betroffen, viele Familien in ganz besonderem Maße. Einige von ihnen haben buchstäblich nichts zu essen. Aus purer Scham trauen sie sich nicht, sich an die zuständigen Behörden zu wenden.

Ich bin deutscher Rechtsanwalt aus München und lebe seit 6 Jahren fest auf der Insel El Hierro im Golfotal. Den Betroffenen soll schnell und unbürokratisch geholfen werden. Ich habe dazu ein Rechtsanwaltsanderkonto (Treuhandkonto) eingerichtet und bitte Sie mit Ihren Spenden um Hilfe. Natürlich spende ich auch.

Ich versichere Ihnen, dass jeder Cent Ihrer Spende die Betroffenen erreicht. Irgendwelche Kosten für Verwaltung etc. werden von mir übernommen.

Die Verteilung an die Bedürftigen wird in Zusammenarbeit mit den örtlichen sozialen Stellen vorgenommen werden. Wenn die größte Not gelindert sein wird, werde ich an dieser Stelle einen genauen Bericht über das Spendenaufkommen und die Art und Weise, wie es verwendet wurde, veröffentlichen.

Ihre Spenden überweisen Sie bitte auf folgendes Konto:

Asesoría Dr. Spriegel S.L.U., Kontonummer bzw. IBAN: ES4821001528710200111538
bei der Bank „La Caixa“, BIC: CAIXESBB

Wer sich über meine Person genauer informieren möchte, kann dies über meine Website http://www.drspriegel.de/ gerne tun.

Mit einem herzlichen Dankeschön im Voraus und freundlichen Grüßen

Ihr Helmut Spriegel

Freitag, 28. Oktober 2016

Teneguia Vulkanausbruch vor 45 Jahren

Letzter Vulkanausbruch auf La Palma im Jahre 1971 –


Am 26. Oktober 1971 um 15.10 Uhr brach mit Getöse der Vulkan Teneguia im Süden von #La Palma aus.

Groß war die Angst als sich der Boden in Fuencaliente öffnete und Feuer aus seinem Bauch in die Höhe stieß. Genau heute vor 45 Jahren begann die Eruption des Vulkan Teneguia die 24 Tage andauern sollte.

Die Insel wuchs dabei einige hundert Meter und 29 Hektar nach Süden. 40 Millionen Kubikmeter Material wurde von dem 950 bis 1050° heißen Lavastrom nach oben befördert.

Über 2700 Einwohner von Fuencaliente waren bereits evakuiert worden, da der genaue Eruptionspunkt nicht bestimmt werden konnte. Andere schliefen aus Angst im Freien, da viele Häuser nicht erdbebensicher waren. Der ganze Süden galt als Risikogebiet.

Bereits seit Tagen erschütterten heftige Erdbeben, die sich bis nach Los Llanos erstreckten, die Insel. Als dann am 22. Oktober die Stärke der Beben immer heftiger wurden wusste jeder, dass in Kürze mit einem Vulkanausbruch zu rechnen ist.

Groß war die Erleichterung als dann am 26. Oktober gegen 15.10 Uhr sich der Schlund in einer unbewohnten Gegend unterhalb des Ortsteil Quemados öffnete.

Einen ähnlichen Vorgang hatten wir auch im Jahre 2011 auf El Hierro als starke Beben unter dem Golfotal im Westen das Schlimmste befürchten ließ. Auch hier erfolgte dann die Eruption des Eldiscreto einige Kilometer südlich im Meer vor La Restinga.

Beim Teneguia Ausbruch gab es ein Todesopfer durch giftige Gase. Zerstört wurden nur Rebflächen, aber keine Häuser oder Straßen.

Es war die militärische US Hydrophon Station im nahen Puerto Naos die die seismischen Aktivitäten registrierte und das Epizentrum in etwa bestimmen konnte. Eine Einrichtung des amerikanischen Verteidigungsministerium für die Kontrolle der russischen U -Boote im Nordatlantik. Längst abgerissen und heute Parkplatz oberhalb des Strandes.

Vulkan Teneguia im Fokus der Besucher


Als klar wurde, dass keine Gefahr durch die Eruption vom #Vulkan #Teneguia ausging, entwickelte sich das Naturschauspiel ...Weiterlesen

Montag, 26. September 2011

Trotz Druckanstieg kein explosiver Vulkan

Bisher gab es heute 119 Erdstöße mit bis zu 2,5 Magnituden auf der Richter Skala. Alle Beben entstanden in einer Tiefe von 10 - 14 km. Nur um 8.05 Uhr wurde ein schwaches Beben von 1,10 Mag. in 6 km Tiefe gemessen. Das könnte darauf hin deuten, daß sich Magmakanäle einen Weg an die Oberfläche suchen.

Im Innern hat sich inzwischen ein Überdruck aufgebaut, der mit jedem Tag weiter anwächst. Vergleichbar mit einem Druckkochtopf der bei Überdruck die heiße Luft über das Ventil ab bläst. Nach der Grafik ist der Druckanstieg, der sich rechnerisch ermitteln lässt, in den letzten Tagen kräftig angestiegen.
Diese Kurve gibt den angespeicherten Energiewert in der Magmakammer wieder. Falls die Kurve weiter in die Höhe schnellt, wird nach Adam Riese irgendwann eine Entladung stattfinden. Das Ganze nennt man dann -Vulkanausbruch.
Ein Vulkanologe könnte dazu sicher mehr sagen.

Aus der Geschichte wissen wir allerdings, daß es auf den Kanaren noch nie einen explosiven Vulkanausbruch gegeben hat. Dafür ist einfach der Deckel - also das Gestein über der Magmakammer,  zu perös und durchlässig. Darüber sind sich alle Wissenschaftler einig. Selbst der letzte Vulkanausbruch, des Vulkan Teneguia bei mir vor der Haustüre auf La Palma, verlief 1971 weitgehend friedlich.

Mittwoch, 11. Juli 2012

El Hierro Vulkan - neuer Bebenschwall

NEWS:
19.13 Uhr - Heute bisher ein ruhiger Tag mit wenig Beben. Erwähnenswert ein Erdstoß von ML1,6 in nur 3 km Tiefe unter dem alten Vulkanberg Tanganasoga oberhalb des Golfotales.
Es sah gestern doch alles so ruhig aus. Nach dem Beben um 4.04 Uhr mit ML3,8 wurden kaum weitere Erdstöße aufgezeichnet. Bis dann um 17.30 Uhr für 3 Stunden der nächste Bebenschwall erfolgte. Das putschte dann doch die Bebenbilanz auf 69 Erdstöße am Dienstag in die Höhe. Das Tiefenzentrum lag bei mehr als 20 km mit Ausrutscher bis 27 km Tiefe. Die geringste Tiefe betrug 15 km. Aber auch zwei Beben in nur 2 km Tiefe wurden gemessen. Hier dürfte es sich aber um einen Spannungsabbau der sich durch die Verformung der Insel gebildet hat, handeln.
Die Ausgangslage der Beben erstreckte sich über den gesamten Westbereich El Hierros. Beben im Golfo, direkt unter der Insel, die Westspitze bis nach Tacoron im Süden. Es war keine klare Struktur zu erkennen. Die Avcan Grafik links zeigt jetzt nur die neuen Erdstöße der letzten Stunden. Es ist davon auszugehen, daß neue Magma aus dem Erdinnern in die Hauptkammer in 20 bis 25 km Tiefe eindringt und den Druck verstärkt. Die Kammer dehnt sich aus und erzeugt die seit Tagen stabil in großer Tiefe anhaltenden Beben. Ein Weg zur Erdoberfläche wurde noch nicht gefunden.


Zum besseren Verständnis hier eine Strukturkarte der Insel. Nur ein kleiner Teil (grün) liegt über dem Meeresspiegel. Im Süden eine langgezogene Bergkette mit dem Eldiscreto Eruptionspunkt 2011 (rot). Links davon eine Mulde, dem El Julan Gebiet wo sich die Bebenaktivitäten zur Zeit konzentrieren. Diese Mulde ist ähnlich wie im Golfo durch einen gigantischen Erdrutsch vor 130.000 Jahren entstanden. Am linken Westzipfel wieder flacheres Gelände mit Bergen.
Eine evtl. Eruption im Mar de las Calmas vor dem El Julan Sektor würde in einer wesentlich größeren Tiefe stattfinden als der Ausbruch 2011.

Gasmessungen zur CO² (Kohlendioxid) Konzentration auf der gesamten Insel haben keine erhöhten Werte ergeben. Wie die Involcan mitteilte ergaben Messungen im Zeitraum vom 5 - 8. Juli eine Emission von 332 Tonnen/Tag. Der normale Durschnittswert liegt bei 345 t/Tag.
Erhöhte Emissionswerte treten normal erst dann auf, wenn Magma in flachere Höhen aufsteigt und das Gas verdrängt und aus der Erdoberfläche drückt.

Inzwischen haben auch die deutschen Medien El Hierro wieder entdeckt. Nicht das jüngste Aufleben der Vulkanaktivität, sondern ein veröffentlichter Forschungsbericht zu den Folgewirkungen der 2011 Eruption erregt die Gemüter.

Mit Schlagzeilen wie

Vulkanausbruch vor El Hierro macht Ozean wochenlang zur Todeszone in der WAZ oder die Frankfurter Rundschau: Todeszone vor Kanareninsel El Hierro und auch in der Welt: Vulkanausbruch vor El Hierro macht Ozean wochenlang zur Todeszone

wird nicht gerade für ein ruhiges und erholsames Urlaubsziel geworben. Auch wenn der Inhalt der Artikel den Tatsachen entspricht, werden durch den Titel doch viele Urlaubsuchende abgeschreckt.

Dienstag, 7. Mai 2019

Erneutes Erdbeben von ML3,7 auf El Hierro -


Kleine Beben gehören seit dem Vulkanausbruch im Jahre 2011 zum Alltag auf El Hierro. Gestern am Sonntag, dem 5.Mai 2019 gab es wieder mal einen stärkeren Erdstoß. Ein Beben von ML3,0 vor der Westküste und gefolgt von einer Reihe kleinerer Beben.



Heute dann ein Beben von ML3,7 aus 17 Kilometer Tiefe um 16.11 UTM Zeit - also um 17.16 Uhr El Hierro Ortszeit. Auch am Vormittag (siehe IGN Grafik oben) gab es bereits kleine Erdstöße.

Das Zentrum lag im westlichen Inselteil in der sogenannten La Dehesa. Ein unbewohntes Gebiet in dem höchstens Ziegen- oder Schafherden mit ihren Hirten anzutreffen sind.

Verspürt scheint diesen Erdstoß niemand zu haben. Normal werden Erdbeben ab ML3,0 von Menschen wahrgenommen.

Just zu diesem Zeitpunkt befand ich mich in unmittelbarer Nähe. Nicht, dass jetzt jemand glaubt, ich ziehe Erdbeben oder gar schlimmeres an.

Zurzeit bin ich auf El Hierro und habe heute das Inselheiligtum die Santuario Insular de Senora de los Reyes in der La Dehesa besucht. Eine kleine Kirche in der die Schutzheilige von El Hierro untergebracht ist. 
Gespürt oder wahrgenommen habe ich nichts, obwohl ich mich direkt über dem Zentrum des Bebens befand. 
Ein kräftiger Wind und die faszinierende Landschaft haben wahrscheinlich meinen "Bebenspürsinn" abgelenkt.

Hier links die kleine Kapelle weit ab von der Zivilisation. Bis zum nächsten größeren Ort La Frontera sind es rund 20 km mit unendlich vielen Kurven. 

Eigentlich wollte ich über die Veränderungen seit dem Vulkanausbruch des Eldiscreto (heißt jetzt Tagoro) im Jahre 2011 schreiben. 

Die nächsten Tage gibt es einige Berichte und Fotos zum Leben, den Menschen, der Landschaft und natürlich den Vulkanen von El Hierro.

Hoffe nur, dass aktuelle Geschehnisse meinen Plan nicht durcheinander bringen.

Dienstag, 27. September 2011

Wie werden die Erdbeben auf El Hierro gemessen ?

Jeder Vulkanausbruch kündigt sich zunächst einmal an. Meist sind es Erdbeben, die aus den unterirdischen Magmakammern kommen. Diese Kammern liegen unter El Hierro in einer Tiefe von 9 - 15 km.
Beim Aufsteigen der heißen Dämpfe und der flüssigen Magma werden Steine und Felsplatten beiseite geschoben oder gesprengt. Die Magma muß sich unter dem enormen Druck Platz verschaffen. Dies sind die momentan messbaren Erdstösse, die auch sogenannte Schwarmbeben, also viele kleine Beben, auslösen.
Mit einem Seismographen lassen sich selbst kleinste Beben registrieren, messen, lokalisieren und aufzeigen.


Jeder kennt diese Zitterlinien, die die Stärke, die Zeit und die Dauer eines Erdbeben aufzeigen. Mit den modernen Breitbandseismometer lassen sich in einem weiten Frequenzbereich Erschütterungen, die ein Mensch nicht wahrnehmen kann, aufspüren.

Den Tieren sagt man ja nach, daß sie Veränderungen und Bewegungungen früher empfinden und mit Unruhe darauf reagieren. Vielleicht sollte man die nächste Zeit verstärkt auf seine Haustiere oder die Ziegen im Vorgarten achten.
Die seismische Bebengrafik oben, stammt übrigens von heute Vormittag, aufgezeichnet auf der Hochebene von El Hierro.

Es gibt noch ein weiteres Anzeichen für einen Vulkanausbruch. Wenn Magma aufsteigt und sich im Inneren des Vulkans sammelt, schwillt er allmählich an. Die Oberfläche des Vulkans dehnt sich und es entstehen Risse. Die Forscher können diese Veränderungen messen. Dazu verwenden die Wissenschaftler das Satellitensystem GPS.
Dazu werde ich die nächsten Tage noch etwas schreiben. 

Dienstag, 16. August 2016

Eldiscreto Vulkanausbruch bringt neues Meeresleben

Meeresleben in bisher unbekannter Vielfalt


Ein Vulkanausbruch zerstört zunächst alles Meeresleben.
Giftige Gase – bis zu 1200°C heiße Temperaturen und die auslaufende Lava vernichten in Sekundenschnelle die Flora und Fauna im weiten Umkreis. Was nicht durch die Druckwelle oder die enorme Hitze getötet wird, erstickt unter einer meterdicken Lavaschicht.

So war es auch Ende 2011 vor der Südküste von El Hierro als der Unterwasservulkan Eldiscreto ausbrach und alles Meeresleben verschlang. 
Tote Fische schwammen an der Wasseroberfläche. Der Atlantik verwandelte sich im Umkreis um den Küstenort La Restinga in eine sauerstoffarme und lebensfeindliche Suppe. Schlamm und Asche überzogen den Meeresboden und bedeckten und erstickten jedes pflanzliches Leben.
Jetzt nur 5 Jahre später erlebt dieser Meeresbereich eine Renaissance. Nicht nur eine Reanimation oder ein Comeback von altbekannter Güte, sondern ... weiter

Freitag, 19. September 2014

Wie gefährlich sind Vulkangase?

Was macht das Vulkangas Schwefeldioxid SO2 so gefährlich?


Bei jedem Vulkanausbruch werden große Mengen an Vulkangasen ausgestoßen. Es ist besonders das Schwefeldioxid SO2 das für 
Mensch und Tier auch in weiten Entfernungen von der Eruptions- Stelle noch gefährlich werden kann. Auf der Karte (DLR) ist der Ausbreitungsweg vom Vulkan Bardarbunga auf Island zur Küste Norwegens und über das Nordmeer nach Osten zu erkennen. Dunkelrote Einfärbungen zeigen eine besonders hohe Konzentration.

Mit dem UV-Spektrometer Gome 2 auf dem Erdbeobachtungssatelliten MetopA und MetopB empfängt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen alle zwei Stunden die neuesten Messdaten der Schwefeldioxid-Wolke.


Schwefeldioxid, SO2, ist das Anhydrid der Schwefligen Säure H2SO3. Schwefeldioxid ist ein farbloses, schleimhautreizendes, stechend riechendes und sauer schmeckendes, giftiges Gas. Es ist sehr gut (physikalisch) wasserlöslich und bildet mit Wasser in sehr geringem Maße Schweflige Säure (Quelle: Wikipedia).


Schwefeldioxid schädigt in hohen Konzentrationen Mensch, Tiere und Pflanzen. Die Oxidationsprodukte führen zu „saurem Regen“, der empfindliche Ökosysteme wie Wald und Seen gefährdet sowie Gebäude und Materialien angreift. Entschwefelungsanlagen und andere technischen Einrichtungen sollen die künstlich vom Menschen erzeugten Schwefeldioxidwerte reduzieren.

Eine Schwefeldioxidkonzentration, die über dem Normalwert liegt, kann beim Menschen zu Kopfschmerzen, Übelkeit und Benommenheit führen. In höheren Konzentrationen schädigt das Gas stark die Bronchien und Lungen.

Eine hohe Schwefeldioxidkonzentrationen über einen längeren Zeitraum aufgenommen, führt durch die Zerstörung des für die Blutbildung wichtigen B12-Vitamins zu Anämie (Blutarmut) und kann zum Tode führen.


Bisher war Island und Skandinavien noch nicht direkt betroffen. Die Windströme führten die Schwefeldioxidwolken noch nördlich um die bewohnten Gebiete herum. Aber eine Richtungsänderung des Windes kann schnell die Situation ändern. Die Messmethoden lassen zur Zeit nur die räumliche Ausbreitung per Satellit erkennen. Die Genauigkeit der Schwefeldioxid-Werte oder eine Vorhersage über den Strömungsverlauf ist noch beschränkt. Es sind grobe Schätzungen und Hochrechnungen aus den Werten der örtlichen Messeinrichtungen, die die Konzentration in entfernteren Regionen in etwa Abschätzen lassen.

Wie mehrere Institute übereinstimmend vermuten, werden aus den Vulkanschloten auf Island zur Zeit pro Sekunde 700 bis 1000 kg Schwefeldioxid ausgestoßen

Nicht nur die Vulkangase, sondern auch die Verformung wird interessant.


Fast 150 Erdbeben wurden gestern auf Island registriert. Über 45 Beben traten am Bardarbunga auf. Das stärkste Beben von ML5,3 am nördlichen Rand der Caldera um 14.22 Uhr. 

Hatte sich die Caldera in den letzten Tagen durchschnittlich pro Tag um 50 cm gesenkt, scheint nun eine Änderung einzutreten. Die IMO Grafik zeigt den Kurvenverlauf der letzten 3 Tage. Seit heute Morgen scheint die Absenkung gestoppt und eine leichte Aufblähung zu erfolgen (Danke an Peter Kockshold).

Was kann das bedeuten?
Der Magmaabfluss zur 20 km nördlich entfernten Eruptionsspalte versiegt – oder es steigt kräftig neue Magma aus dem Erdinnern in die Magmakammer nach.
Nach den Indizien der jüngsten starken Beben direkt beim Barbarbunga (aktuelle Werte in der rechten Seitenleiste anklicken) muss eigentlich unterstellt werden, dass jetzt die Zeit für den Bardarbunga selbst gekommen ist. Die flachen Bebentiefen bis 0,8 km Tiefe (gemessen wird ab Meereshöhe) werden oder haben schon bereits einen Durchbruch unter der bis zu 600 Meter dicken Gletscherschicht geschafft.

Die isländischen Wissenschaftler sind sich auch nicht im Klaren, ob die Eisschicht bereits von heißer Magma erreicht wurde. Es müssten größere Wasserabläufe aus der Caldera zu beobachten sein. Dies ist aber noch nicht der Fall. Auch wäre es möglich, dass sich unter dem Gletscher bereits ein See gebildet hat, der noch von den harten Eisschichten gefangen gehalten wird. Es wäre dann allerdings nur eine Frage der Zeit bis die Dämme brechen.

Auch dieser Vulkanausbruch auf Island steckt wieder voller Geheimnisse … und auch wenn ich mich wiederhole “Die Natur lässt sich nicht so einfach in ihre Karten schauen”.
Die Wissenschaft um die Vulkanologie ist erst am Anfang. Sie kennt bisher nur die Rahmen -Bedingungen – die genauen Spielregeln müssen noch entdeckt werden.

Dienstag, 27. November 2012

El Hierro Vulkan - El Tiempo oder der Zeitfaktor

NEWS:

Heute etwas später - ich musste erst meine AIDA Gäste versorgen. ----  Keine weiteren Beben, es bleibt ruhig. Wenn wir uns das Histogram seit Anbeginn der Vulkanaktvität im Sommer 2011 etwas näher betrachten, können wir gut die Bebenintervalle erkennen. Im Juli/August 2011 der große Bebenschwall bis zur Eruption im November 2011. Dann Ruhe bis zum Februar 2012 mit einem leichten Aufbäumen. Im Juli 2012 ging es dann mit vielen und kräftigen Beben an der Südwestspitze weiter bis wieder eine Schwächephase erfolgte. Den letzten Schwall erlebten wir dann im vergangenen September 2012 direkt unter der Insel beim Berg Tanganasoga und südwestlich beim Ort El Pinar (zum Vergrößern Grafik anklicken).
 
Ich denke in diesem Rhythmus könnte es noch eine Weile so weiter gehen. Der relativ stabile Druck unter El Hierro spricht nicht für ein Abklingen der Vulkanaktivität. Wie und wann dann letztendlich diese Episode sein Ende findet, kann heute niemand beantworten.
Es ist ein Prozess, der Zeit - viel Zeit benötigt. Es ist die Natur die alle Kanarischen Inseln erschaffen hat. Ohne unseren Hotspot mit vielen Vulkanausbrüchen gäbe es keine Inseln und wir würden nicht hier leben. Der Zahn der Zeit nagt an unseren Küsten. Die Erosion ob Wind, Regen oder das Meer trägt alle Inseln ab. Irgendwann würden die Kanaren dann von der Landkarte verschwinden. Nur durch neuen Magmanachschub und durch viele zukünftige Vulkanausbrüche ist der Fortbestand gesichert.
 
Das macht die Natur auch ohne unser Zutun. Wir können nur betrachten, staunen oder uns fürchten. So wie es bereits unseren Vorahnen ergangen ist und es auch unsere Kinder und Kindeskinder hoffentlich noch erleben werden.
 
Nur ist heute die Deutung und das Verständnis in diese Vorgänge besser erklärbar und keine Götter und Feuerteufel müssen dafür mehr herhalten. Aber es ist noch viel zu tun und viel zu erforschen. Die Geologie und besonders die Vulkanologie hat gegenüber anderen Wissenschaftszweigen großen Nachholbedarf. Viele Abläufe und Zusammenhänge und letztendliche Folgen können noch nicht logisch erklärt werden und sind oft Vermutungen. Jeder Vulkanausbruch und jedes neue Beben bringt ein neues Puzzlesteinchen und Erfahrungswerte in das komplexe Gebilde ein. Irgendwann wird es dann vielleicht in der Zukunft auch möglich sein, einen Vulkanausbruch oder ein Erdbeben im voraus genau zu datieren. 
Noch ein Wunschdenken, aber durchaus möglich.

Montag, 11. April 2016

El Hierro: Angst vor einem Vulkanausbruch?

Zur Zeit gibt es für eine Eruption keine Anzeichen


„Angst vor Vulkanausbruch – Forscher erkunden die Unterwasserwelt von El Hierro“ so betitelt N-TV seine jüngste Reportage zum Eldiscreto Unterwasser-Vulkan.
Angst braucht im Moment aber niemand auf El Hierro zu haben. 
Der im Jahre 2011 überraschend auf El Hierro ausgebrochene Vulkan Eldiscreto hat sich inzwischen beruhigt.
Nur noch wenige schwache Erdbeben die von den Seismografen aufgezeichnet werden, lassen heute die Insel erzittern. Leichte Beben – bis auf einige Ausnahmen – die vom Menschen nicht verspürt werden.

Nach dem 90-Tage Histogramm der IGN liegen die meisten Erdstöße zwischen ML2,0 und ML3,0. Auch die Aufwölbung und Verschiebung der Inseloberfläche von El Hierro bleibt nach den GPS-Messdaten stabil. Trotzdem gehen die Verwerfungen auch nach dem Abklingen der vulkanischen Aktivitäten nicht zurück. Die Spitzenwerte im südlichen Inselteil verharren bei bis zu 24 cm horizontaler Aufblähung ... Weiterlesen

Montag, 3. Oktober 2011

El Hierro - Vulkanausbruch ja oder nein ?

Die Erdbebensituation auf El Hierro hat sich nicht groß verändert. Nach 143 leichten Erdstößen am Sonntag, gab es heute am frühen Morgen um 2.34 Uhr und 4.19 Uhr vier Beben mit mehr als 3,0 auf der Richterskala. Es ist schon auffällig, daß sich in den letzten Tagen die etwas kräftigeren Beben immer in der Nacht ereignen. Vielleicht eine böse Laune der Natur, den schlafenden Herrenos zu zeigen, daß sie auf einem nun nicht mehr schlafenden Vulkan schlafen ?

Heute möchte ich mich noch mit dem dritten Teil der Vulkanbeobachtung beschäftigen:

Vulkangase - eine Möglichkeit der Vorhersage ?

Die Menge und die Zusammensetzung der austretenden Gase ist ein weiterer Indikator für einen bevorstehenden Vulkanausbruch. Auch bereits seit langer Zeit erloschene Vulkane setzen Gase frei. Schweflige Gase und Rauch sind normalerweise die ersten Merkmale, die Menschen wahrnehmen, wenn sie einen aktiven oder einen erst in jüngerer Zeit erloschenen Vulkan besuchen.

Auch unser 1971 erloschener Vulkan Teneguia auf La Palma strömt auch heute noch, für jede Nase wahrnehmbar, schwefelhaltige Gase aus. Auf den Kanarischen Inseln verdampfen so Tag für Tag mehrere Tonnen Gase in die Atmosphäre.

Lavafeld bei Tacoron im Süden von El  Hierro
Was sind das nun für Gase: Neben Wasserdampf finden sie darin meist Gase wie Kohlendioxid, Helium, Stickstoff, Methan oder Schwefelverbindungen. Doch auf einen Bestandteil achten die Vulkanologen besonders: Schwefeldioxid. Dieses Gas könnte den Ernstfall ankündigen. Denn in der Vergangenheit wurden häufig stark erhöhte Schwefeldioxid-Werte einige Zeit vor Vulkanausbrüchen beobachtet.  Wichtig sind signifikante Änderungen in der Gaszusammensetzung.
Nach Wikipedia ist Schwefeldioxid, SO2, das Anhydrid der Schwefligen Säure H2SO3. Schwefeldioxid ist ein farbloses, schleimhautreizendes, stechend riechendes und sauer schmeckendes, giftiges Gas. Es ist sehr gut (physikalisch) wasserlöslich und bildet mit Wasser in sehr geringem Maße schweflige Säure.

so genannte Stricklava auf El Hierro (wahrscheinlich vom Ausbruch 1738)

Um die Gaszusammensetzung festzustellen, werden unterschiedliche Methoden eingesetzt. Die direkte Entnahme von Gasproben ist die genauste Möglichkeit. Die flüchtigen Stoffe werden in, mit Analyselösung gefüllte Glaskolben geleitet, gesammelt und später im Labor untersucht. Leider liefert diese Methode nur eine Momentaufnahme.

Gasmessung
Am besten sind kontinuierliche Messungen der Gaszusammensetzung vor Ort. Sie ist technisch sehr viel aufwändiger liefert jedoch vollautomatische Ergebnisse lückenlos und in Echtzeit.
Aus der Ferne erfolgt die Messung vulkanischer Gase mit einem Gasspektrometer, dem so genannten GOSPEC. Auch ist heute bereits aus dem Weltall über Satellitenbeobachtung eine Gasbestimmung möglich. Zu diesem Thema empfehle ich auch einen Spiegel Artikel von 1986, wo durch Vulkangase in Nordkamerun über Nacht fast 1800 Menschen erstickt sind, der Titel "Tödliches Geheimnis"

Alle bisher genannten Mess- und Beobachtungverfahren, wie Seismometer, GPS-Satellitenmessung der Bodenverformung, die Gaszusammensetzung und die Temperaturmessung sind für sich alleine nicht aussagekräftig genug um Vorhersagen über das Verhalten eines Vulkans zu treffen. Erst in ihrer Gesamtheit ergeben sich genügend Daten um relevante Aussagen machen zu können. Dennoch ist man wissenschaftlich noch weit von einer präzisen Vorhersage eines Vulkanausbruchs entfernt.

Zur Situation auf El Hierro kann anhand der oberen blauen Balken keine große Erhöhung der CO² (Kohlendioxid) Werte festgestellt werden. Leider gibt die Grafik über SO² (Schwefeldioxid) keine Auskunft. Ich werde mir diese Daten aber noch besorgen. Die roten Balken darunter zeigen eine leichte Zunahme der Boden-Temperatur in den letzten 30 Tagen an. Diese Werte allein sind nicht Besorgnis erregend.


Samstag, 14. April 2012

El Hierro Vulkan - aktuelle Eindrücke

NEWS: Eine Gruppe von Madrider Parlamentarier weilt zur Zeit auf El Hierro. Sie wollen sich vor Ort ein Bild von der noch im Bau befindlichen "Hidroeolica", die El Hierro in einigen Jahren mit 100% erneuerbarer Energie versorgen soll und natürlich vom Eldiscreto machen. Vulkan- oder Bebenaktivitäten sind die letzten Tage nicht zu verzeichnen.
Heute kommen wir zum letzten Teil der Reise- beobachtung auf El Hierro - "In der Hauptstadt Valverde liegen zwei Lavastücke in der Touristeninfo ausgestellt und es gibt ein Faltblatt „Restingolita" mit Informationen auf Spanisch. In La Restinga gibt es in einer Seitenstraße eine kleine Ausstellung in der ein Film läuft („Fang" von Restingoliten vom Boot aus). Es gibt einen Bildschirm mit dem aktuellen Tremor, eine Übersicht des Tremors von Beginn bis Ende Januar, einige Erklärungstafeln und natürlich einige prachtvolle Lavastücke zu sehen.

Auf der Fahrt nach La Restinga am südlichen Ende entlang, kommt man durch beeindruckende Lavalandschaften, die noch sehr „frisch" wirken. Natürlich sind sie schon älter, aber noch weitgehend frei von Bewuchs, kann man alle Arten von Lava erkennen und die Fließrichtungen der Ströme verfolgen, sowie Aschekegel bewundern.

Ja, wir haben es „live" im Meer blubbern sehen. Wir haben mit einem Mietwagen fast alle Straßen der Insel befahren (wandern war grade nicht drin) und hatten einen erholsamen Urlaub mit viel Meeresrauschen, Nebelwald, Lavabergen, blühenden Bäumen und es gab auch wieder frischen Fisch. Und es wurde bereits vor Ostern wieder getaucht." - soweit die Reportage.
Ein herzliches Dankeschön an M.F. für die frischen Eindrücke. 
Unten sehen wir die Hafenpromenade von La Restinga. Leergefegte Restaurants und Cafés und das in der Osterwoche. Viele El Hierro Urlauber kommen wohl zu einer Stippvisite und vielleicht auf einen Kaffee nach La Restinga, wohnen jedoch auf einem anderen Teil der Insel.
Das Ort selbst wirkt auf mich wie ein Fremdkörper oder ein Satellitendorf mit seinen weißen Häusern in einer bizarren dunklen Lavalandschaft. Eine übergroße und auch bereits vor dem Vulkanausbruch meist schwach belegte Appartementanlage wurde in den letzten Jahren aus dem Boden gestampft. 
Das Dorf wurde erst um 1960 von zugewanderten Fischern aus La Gomera gegründet. Durch die interessante Unterwasserwelt haben sich Tauchbasen angesiedelt und es galt bis zum Vulkanausbruch als Zentrum für den Tauchsport. Bleibt zu hoffen, daß der Tauchtourismus wieder zurück findet und vielleicht die Eldiscreto Ereignisse bei richtiger Vermarktung sich als neuer Magnet entwickeln.

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Kann der Erdmond Beben auslösen?

Beeinflusst der Erdmond geologische Katastrophen?


Geschichten um den Erdmond und den Mythos des Drachen, der den Erdboden erzittern lässt und Feuer speit, wenn er wütend wird, gibt es vielleicht noch bei einigen Naturvölkern.

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts kennt der aufgeklärte Mensch die Ursache von tektonischen und vulkanischen Beben. Auch den Unterschied zwischen einem Vulkanausbruch am Kontinentalplatten-Rand und einem Hotspot. Dennoch wissen wir noch viel zu wenig über die Wechselwirkungen im Erdinnern und die Einflüsse von benachbarten Planeten oder dem Erdmond (Fotos: NASA/Stone).

Vollmond begünstigt starke Erdbeben. In der Zeit um Neu- und Vollmond kracht es häufiger – so eine große Tageszeitung vor einigen Tagen.

Diese Überschrift mag Spannung erzeugen, hat aber mit der Realität wenig zu tun. Licht bringt zwar Energie und der Vollmond kann das Wachstum der Pflanzen begünstigen oder auch das menschliche Leben beeinflussen. Auf die Geologie und die Vorgänge unter unseren Füssen hat es jedoch keinen oder nur wenig Einfluss.

Ob es die plötzlich auftretenden Schwarmbeben am vergangenen Sonntag auf #Teneriffa oder der Vulkanausbruch in #El Hierro oder die letzte Eruption auf #La Palma war – Voll- oder Neumond spielte dabei keine Rolle. Das haben wir auch während meiner Berichterstattung zur Eldiscreto-Eruption 2011 und 2012 mehrfach festgestellt ...Weiterlesen

Mittwoch, 12. Oktober 2011

El Hierro - Lage und Szenario

La Restinga ist inzwischen eine Geisterstadt. Nur noch Sicherungskräfte, Vulkanologen und einige Presseleute hasten durch die verlassenen Gassen. Alle Einwohner sind nach der überraschenden Evakuierung gestern Nachmittag bei Freunden und in den bereit gestellten Notunterkünften angekommen. Für den Bereich der Südspitze herrscht weiter die höchste Alarmstufe.

Gestern Abend und in der Nacht wurde die Insel von weiteren Erdbeben erschüttert. Der kräftigste Erdstoß ereignete sich um 2.33 Uhr mit einer Stärke von 2,4 auf der Richterskala in 18 km Tiefe. Der Tremor, also das Erzittern der Erde durch aufsteigende Magmamassen, hat dramatisch zugenommen.

Die Erschütterungen sind so heftig, daß die aufzeichnenden Geräte nur noch dicke sich überlappende Balken zu Papier bringen. Riesige Magmamassen müssen hier auf dem Wege zur Oberfläche sein. Es ist für mich nun sicher, daß es zu einem Vulkanausbruch kommt.

Besorgt bin ich allerdings über die Verlagerung der registrierten Beben. Waren sie in der Vergangenheit im Meer, so liegen die jetzigen Erdstöße direkt unter der Insel. Sie konzentrieren sich auf die Cumbre (Bergrücken) im Inselinnern. Ich glaube nicht, daß es einen Vulkanausbruch in Strandnähe von Restinga im Süden geben wird. Den Bereich um den Tanganasoga, ein Berg mit 1376 m Höhe, sehe ich als mögliche Ausbruchsstelle.

Die roten Punkte kennzeichnen die jüngsten Beben der vergangenen Nacht. Noch liegt der Schwerpunkt der Erdstöße südlich des Halbkraters El Golfo.











Fast alle Beben finden in großer Tiefe von 10-18 km statt. Das kann bedeuten, daß sich die Magmakammern mit neuem Material aus dem Erdinnern auffüllen und nachher eine große Menge Lava ausspucken können


Hier als Kreis markiert auf der Landkarte, der Sektor um den Tanganasoga. Ein Ausbruch in diesem Gebiet wäre sehr bedrohlich für das besiedelte Golfotal. Direkt durch den Kreis führt die über 1000m hohe und abfallende Abruchkante (dunkler Bereich). Die Lava könnte hier ungebremst ins Tal stürzen und Frontera und Sabinosa sowie die dazwischen liegenden Pueblos äuserst gefährlich werden.

Das sind meine Überlegungen und mein Szenario.
Ich könnte mir gut vorstellen, daß die Behörden in den nächsten Stunden zu einer ähnlichen Ansicht gelangen und auch für das Golfotal die höchste Alarmstufe ausrufen werden. 


Freitag, 4. November 2011

El Hierro Vulkan - Serien Vulkanausbruch ?



Neue Aufnahmen des IGN zeigen erstaunliches. Nicht nur ein oder zwei Vulkanschlote, sondern eine ganze Reihe von Eruptionen hat sich aktiviert. Aufgrund der Ausrichtung und Länge muß mit einem sich öffnenden Spalt - Vulkanausbruch gerechnet werden bzw. er ist bereits im Gange. Aufgrund der seismischen Aktivitäten und des noch immer starken Tremor gibt es wahrscheinlich auch genügend Magma Nachschub um viele Schlote bedienen zu können. Weitere Fotos unter diesem  Link.






News -Ticker
Neues Beben um 13.41 Uhr mit 3,8 RSk. in 21 km Tiefe im Golfo.
15.28 Uhr - starker Schwefelgeruch in Restinga
17.41 Uhr - wahrscheinlich drei Eruptionsherde ca. 1,5 km vor der Küste im Süden