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Freitag, 9. Januar 2015

Energieprojekt Gorona Erfolgsbilanz?

El Hierro - 6 Monate nach der Inbetriebnahme


Am 27.Juni 2014 wurde das einmalige Energieprojekt “Gorona” auf El Hierro eingeweiht. 100% Strom, nur aus regenerativer Energie gewonnen – so das erklärte Ziel. Seitdem drehen sich auch die Windräder.
Jetzt nach 6 Monaten Betrieb wird es auch einmal Zeit über den Erfolg oder Misserfolg der 84 Millionen Euro teuren Anlage vom Energieprojekt Gorona zu berichten.

Die Betreiberfirma und das Cabildo El Hierro als Hauptanteilseigner des Energieprojekt Gorona halten sich mit Erfolgsmeldungen bisher zurück. Es gibt nur Meldungen über Besuche und Fernsehreportagen aus anderen Ländern, die das Projekt in seiner Gesamtheit bewundern. Den Projektablauf können Sie hier Nachlesen.

Doch wie sieht es mit der erzeugten Leistung und dem 100%igen schadstofffreien Strom aus? Noch raucht und stinkt das alte Diesel (Schweröl) Kraftwerk. Die Aufnahmen (M.Antonakis – danke) wurden Ende Dezember 2014 gemacht








Hatte man nicht versprochen 6000 Tonnen Diesel jährlich einzusparen. Auch der Schadstoffausstoss sollte jährlich um 18 700 Tonnen CO2, 100 Tonnen Schwefeldioxid und 400 Tonnen Stickoxid sinken. Danach sieht es zumindest nach 6 Monaten Betriebsdauer noch nicht aus. Aus der Ferne lässt sich natürlich nicht genau die Auslastung und die Menge der ausgestoßenen Schadstoffe einschätzen. Doch es qualmt und raucht weiter, wie in alten Zeiten. 
Ein Prototyp birgt immer Risiken und nicht vorhersehbare Schwierigkeiten. Das muss man auch hier zugute halten. Nach Endesa Angaben braucht so ein Projekt 6 bis 7 Monate Anlaufzeit um notwendige Feinjustierungen und Programmabläufe zu trainieren. Geben wir uns im Moment einmal damit zufrieden. Zur Zeit soll das neue Gorona Projekt erst rund 60% des Strombedarfs von El Hierro decken. Bald läuft aber diese Schonfrist ab und jeder auf El Hierro kann mit einem Blick auf das alte Dieselkraftwerk selbst feststellen, ob die Kaminklappe auf oder zu ist. Nur als Reservekraftwerk sollte es weiter erhalten werden – so die ursprüngliche Erklärung.

Wir werden sehen wie weit Wunsch und Wirklichkeit auseinander liegen. Zu wünschen wäre es auf jeden Fall, wenn bald 100% Strom nur aus Windenergie und ohne Schadstoffe vom Energieprojekt Gorona die Insel versorgen.

Das Energieprojekt Gorona in der Presse


 Interessant sind auch so einige Pressemeldungen die etwas an der Realität vorbei gehen:

” Die Stromgewinnung mit Wasser und Wind wird erwartungsgemäss 23 Prozent günstiger als bisher sein, was sich demnächst auf den Strompreis auf El Hierro auswirken soll”

Die neue Stromgewinnung wird sicher einen Einspareffekt bringen. Die Stromrechnung wird aber für den Verbraucher auf El Hierro um keinen Cent günstiger. In Spanien werden die Kilowattpreise zentral von Madrid festgelegt, unabhängig vom Ort oder der Erzeugungsart. Positiv kann es sich höchstens auf den Gewinn der 60%igen Beteiligung der Inselregierung von El Hierro auswirken. Sie hat dann die Möglichkeit z.B. die von ihr kontrollierten Wasserpreise zu senken.

Bis 2020 sollen auch alle der rund 6000 Fahrzeuge auf der Insel mit Elektroantrieb fahren. Sind die Windanlagen einmal abbezahlt, würden die Einwohner El Hierros dann fast gratis tanken, denn die reinen Betriebs- und Wartungskosten eines Windparks sind gering – so die Zeitschrift “Wirtschaftswoche“.

Das ist bis dato auch nur Wunschdenken. Es gibt seit über 2 Jahren auf El Hierro bereits eine ausreichende Anzahl sogenannter Strom-Tankstellen. Bis heute aber erst ganze 9 zugelassenen Elektromobile – und die gehören meist dem Cabildo bzw. den Kommunen.

Die bestehende Allianz Renault-Nissan wird seine Technologiekompetenz teilen, um ein Wiederaufladesystem mit ihren Fahrzeugen kompatibel umzusetzen und verpflichtet sich, auf die Bedürfnisse der Inselbewohner angepasst Elektrofahrzeuge zu vermarkten – so eine vertragliche Vereinbarung.
Die Endesa (Tochter des ital. Energieriesen Enel) soll die Entwicklung, Implementierung und Wartung eines Ladenetzes verwirklichen. Dies ist bereits geschehen.
Aber auch Kaufanreize durch Subventionszahlungen über das Cabildo von El Hierro, konnte bis heute noch nicht all zu viele Bürger vom Kauf eines Elektrofahrzeug überzeugen.

Hier ist also noch einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten. Ich kann mir allerdings auch nur schlecht vorstellen, dass in 5 Jahren plötzlich 6.000 Fahrzeuge auf El Hierro mit Elektroantrieb herum fahren sollen.
Aber die Welt steckt voller Überraschungen. Sind wir optimistisch und lassen uns einfach mal überraschen.

Mittwoch, 25. Juni 2014

Die Welt blickt nach El Hierro

Das Regenerative Energieprojekt "Gorona" startet

Jetzt ist es soweit. Die Central Hidroeolica de El Hierro (Gorona) wird am kommenden Freitag, den 27. Juni 2014 offiziell in Betrieb gehen (Foto: Gorona). Ein Meilenstein im Bereich der Erneuerbaren Energie. Erstmals wird zu 100 % eine Insel mit Wind-Strom versorgt. Ein ausgeklügeltes System mit  Energie- Speicherbecken soll auch Windflauten überbrücken. Nach 20 Jahren Planung und einer Bauzeit von 5 Jahren (Baubeginn August 2009) ist es jetzt geschafft, diesen Prototyp der Welt vorzuzeigen. Bereits während der Bauphase hat er das Interesse internationaler Planer und Investoren auf sich gezogen. Selbst aus dem fernen Japan wurde das Projekt aufmerksam verfolgt und ständig in der örtlichen Presse und im TV berichtet.

Stolz kann El Hierro nun auf die Fertigstellung sein. Die kleine Insel am südwestlichsten Punkt Europas (geographisch Afrika) hat es geschafft in den Zenit für "Saubere Energie" zu treten.

Ohne die großzügige finanzielle Hilfe der EU wäre natürlich die Verwirklichung dieses Projekt ein Traum geblieben. Rund 90 Millionen Euro, internationale Planer und Konstrukteure und eine Vielzahl von Firmen aus aller Welt (Windräder aus Deutschland, Transformatoren von ABB, Pumpen aus Festlandspanien) haben diese Vision nun Wirklichkeit werden lassen.

Es ist nach meiner Meinung eines der wenigen Projekte in Spanien, wo Subventionen sinnvoll und nachhaltig eingesetzt wurden. Während der letzten Jahre hatte ich Gelegenheit dieses Projekt zu begleiten und zu dokumentieren. Auf Naturwissenschaft EX (rechte Seitenleiste) sind die wichtigsten Beiträge in Blockform aufgelistet.

Betreiber der Anlage ist zu 60 % das Cabildo Insular El Hierro (Inselregierung), zu 30 % der italienische Energiekonzern Eni S.p.A. über die spanische Tochter Endesa und 10 % das Instituto Tecnologico de Canarias (ITC - Kanarische Regierung).



Es lies sich nicht ganz vermeiden einen Energiegiganten mit ins Boot zu holen. Auf das Wissen und die technischen Möglichkeiten war man angewiesen. Zudem betreibt Endesa das alte Kraftwerk - das als Notfall-Lösung eingeplant bleibt und ist Besitzer des Stromleitungsnetzes auf der Insel.

Was haben denn nun die Bewohner von El Hierro vom Gorona Projekt

-  das Gefühl auf einer noch umweltbewussteren Insel zu Leben. Unabhängig von Erdöllieferanten, eine saubere Luft, keine Gefahr einer Meeresverschmutzung durch die Tankschiffe und nur noch vom Wind abhängig - und der bläst beständig.
Ganz unabhängig vom Erdöl ist die Insel aber trotzdem nicht. Die Fahrzeuge werden noch mit Benzin und Diesel betrieben. Der Wunsch ist es aber in Zukunft alles auch auf Elektroantrieb umzurüsten.

- die monatliche Stromrechnung wird auch mit regenerativer Energie nicht geringer ausfallen. In Spanien wird der Strompreis zentral festgelegt, egal wie und wo die Energieerzeugung erfolgt.

- besser sieht es mit dem Wasserpreis aus. Gorona liefert auch Strom für die angeschlossene Meeresentsalzungsanlage. Das obere Speicherbecken wird von ihr mit Wasser versorgt und dient auch als Trinkwasserspeicher. Hier soll nach dem Willen des Inselpräsidenten Alpidio Armas an der Preisschraube gedreht werden. Ob es auf Dauer zu günstigeren Wasserpreisen führt, wird sich in Zukunft zeigen.

Am kommenden Freitag wird mit 150 geladenen Gästen der beteiligten Firmen, Geldgebern, Initiatoren und Repräsentanten aus der Politik die Anlage offiziell in Betrieb genommen. Zahlreiche Pressevertreter und Fernsehteams aus aller Welt haben sich bereits angemeldet.

Schonung fossiler Energieressourcen unter Verwendung von erneuerbarer Energie um auch die Umwelt zu schonen, wird als die Priorität bei der Realisierung dieses innovativen und beispielhaften Projekt als Muster und Maßstab für zukünftige Entwicklungen dienen.

Das Inselchen am "Ende der Welt" hat es verdient, "groß" in den Schlagzeilen der Weltpresse zu erscheinen.

Sonntag, 26. Juli 2015

Regenerative Energie auf El Hierro

100 % Regenerative Energie für die Insel ?


Strombilanz El Hierro vom Sonntag um 12.30 Uhr
Die Schonfrist für das Regenerative Energie -Projekt Gorona auf El Hierro ist nun vorbei. Nach der Einweihung im Juni 2014 und einem Jahr Einstellungs- und Probebetrieb kommen jetzt die Fakten auf den Tisch.
Die Betreibergesellschaft Gorona war mit Zahlen in den vergangenen Monaten sehr zurückhaltend. Ihr gutes Recht – die deutsche Kanzlerin hatte 100 Tage und Gorona ganze 365 Tage um die Anlage fit zu machen, einzujustieren und nun das Ergebnis zu präsentieren. Über Jahre hatte ich am Rande den Planungs- und Bauprozess mitverfolgt, die Daumen gedrückt und auf den Erfolg gehofft.
Ziel war es, El Hierro mit 100 % Strom aus Regenerativer Energie zu versorgen.
81 % des notwendigen Strom konnte nun im Juli 2015 aus Wind- und Wasserkraft gewonnen werden.
Dieser Prozentsatz war noch der Spitzenwert der vergangenen Monate und dürfte sich auch in Zukunft nur unwesentlich verbessern lassen. Das alte Schwerölkraftwerk im Hafen muss also rund 20 % dreckige Energie beisteuern.

Verteilung der Energieträger
Aber 81 % Regenerative Energie ist schon eine Leistung und ein Erfolg für die Insel. Rund 600 Tonnen CO2 Emission jährlich werden weniger die Umwelt belasten (1000 Tonnen CO2 waren geplant). Fast unabhängig von der Öleinfuhr und unabhängig von den Ölpreisen und dafür auf eine Energiequelle gesetzt, die immer kostenlos auf der Insel vorhanden ist. Wie in Euro gerechnet am Ende die Bilanz aussehen wird, kommt noch. Die Ölpreise sind im Moment im Keller, aber das kann sich schnell wieder ändern.
Diese Art von Energieerzeugung ist natürlich wesentlich aufwändiger (Windräder, Entsalzungsanlage, Pumpen, Speicherbecken, Turbinen, Generatoren) und störanfälliger als ein normales Dieselkraftwerk.

Energiebilanz an einem normalen Wochentag (Donnerstag)
Auch lässt sich diese komplexe Anlage nur langsam hoch- oder wieder herunterfahren und kann nicht flexibel genug auf unvorhergesehene Stromverbrauchsspitzen reagieren. Entweder geht viel erzeugter Strom verloren oder er fehlt bei Bedarf und die Lichter gehen aus.
Der Kompromiss für diese Situationen ist das alte Ölkraftwerk. Es wird also weiter dampfen und stinken müssen. Auf der Grafik eines normalen Arbeitstages ist der verbrauchte Strom (gelb) und unterlegt der mit natürlichen Ressourcen erzeugte und eingespeiste Strom abzulesen. Rechts im grauen Feld die mit Diesel zusätzlich erzeugte MW-Menge. Wer die Werte beobachten möchte, kann hier in Echtzeit die Grafik aufrufen.

Das Regenerative Energie Ziel fast erreicht


Die neue Herreño Cabildo Präsidentin, Bethlehem Allende, geht bei der Vorstellung der Zahlen von zufriedenstellenden Werten, die die vorsichtigen Prognosen für das Regenerative Energie Projekt Gorona sogar noch übertroffen haben, aus. Ganz so euphorisch stimme ich dem nicht zu (100 % sind einfach 100 %), möchte aber die Leistung und den Erfolg in keinster Weise schmälern.
Statt einem großartigen und geschlossenen Erlebnisbad, einem Kongresszentrum im Rohbau oder einer vor sich hingammelnden Marmeladen- Produktionsstraße in Isora, steht nun mit der Gorona-Anlage, das erste funktionierende alternative Energieprojekt in dieser kombinierten Bauweise auf der Insel.
Auch wenn sich heute viele einen Orden an die Brust heften möchten, ist doch eines klar. Ohne den geistigen Vater und Visionär Javier Morales gäbe es dieses Projekt heute nicht. Gegen einen großen Widerstand hatte er mit einigen Mitstreitern, sich immer und zäh dafür eingesetzt und dieses Projekt schließlich nach El Hierro geholt … und das sollte man nicht vergessen.

Samstag, 9. Januar 2016

Enttäuschende Bilanz des Energieprojekt Gorona

Doch keine komplette Stromversorgung mit Regenerativer Energie möglich?


Seit Juni 2014 läuft das neuartige Hydro-Wind Projekt auf El Hierro. 100% Strom aus Regenerativen Energiequellen war das ehrgeizige Ziel. Die 7000 Bewohner von El Hierro sollen nur mit aus Wind und Wasserkraft erzeugter Elektrizität versorgt werden.

20.000 Tonnen eingesparte Kohlendioxid Abgase pro Jahr und die erste „Grüne Insel“ der Erde ohne Einsatz fossiler Brennstoffe. Das alte Schwerölkraftwerk Llanos Blancos am Hafen von Puerto de La Estaca sollte nur noch für den Notfall in Reserve gehalten werden.
Jetzt 19 Monate später präsentiert die Betreibergesellschaft Gorona del Viento El Hierro erstmals ernüchternde Zahlen:

„Im Jahre 2015 wurde der Wunschtraum 100% Strom aus Erneuerbarer Energie zu beziehen am 9. August für etwas mehr als 2 Stunden erreicht. In der ersten Jahreshälfte konnten die sauberen Energiequellen zu 30% genutzt werden. In den Monaten Juli und August lagen die Mittelwerten zwischen 49 und 55%. Die fehlende Energie musste das alte Schwerölkraftwerk beisteuern das man eigentlich stilllegen wollte“
– so die Zahlen des Betreibers. Nachzulesen auf der span. Gorona-Seite.

Nicht allzu toll für das erste Jahr nach dem 6-monatigen Probebetrieb im Jahre 2014. Hier vom „Übertreffen der kühnsten Erwartungen“ so Gorona – zu sprechen, ist maßlose Übertreibung und Beschönigung der tatsächlichen Fakten. 80% im Jahres-Durchschnitt hätte der Betrachter schon erwartet.
Leider wird sich die Vision von der saubersten Insel der Welt nun doch nicht erfüllen lassen und eine Vision bleiben. Vielleicht waren es doch zu viele Vorschuss-Lorbeeren  ... Weiterlesen

Dienstag, 25. März 2014

Regeneratives Energieprojekt - Probelauf

NEWS:

Mit großem Werbeaufwand hat die Betreibergesellschaft Gorona del Viento El Hierro, den Start ihres Regenerativen Energieprojekt verkündet. Anlässlich einer Tagung in Madrid wurde die internationale Presse informiert. Darauf darf man auch Stolz sein, als erste Insel zu 100% den Strombedarf mit natürlicher Energie zu decken. Weltweit wird darüber berichtet. Es ist jetzt allerdings erst der Probelauf der Anlage.


Die Windräder drehen sich und das große Speicherbecken bei Valverde ist gefüllt. Jetzt muss erstmals das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten getestet werden.

Strom wird mit Windkraft erzeugt und in das Netz eingespeist. Meerwasser wird in der Entsalzungsanlage gereinigt und in das Hauptspeicherbecken gepumpt. Bei Windflaute wird das gespeicherte Wasser abgelassen und schießt durch die Turbinen (Foto), sammelt sich im unteren Auffangbecken und wird bei entsprechender Windkraft wieder hinauf in das große Speicherbecken gepumpt. Erst dieses Zusammenspiel macht die Einmaligkeit dieser Anlage aus und das wird jetzt getestet.

Ich hatte mehrfach während der Bauphase Gelegenheit das Projekt zu besuchen und auch hinter die Kulissen zu schauen. Die Windräder kommen aus deutscher Produktion, die Transformatoren von BBC und die Turbinen aus Festlandspanien.
Die modernste internationale Technologie wurde verbaut (im Archiv links nach "Gorona" suchen).
Bis zum Juni 2014 soll die Erprobungsphase abgeschlossen sein. Dann wird es ans Netz gehen und zu 100% den Inselstrom liefern.

Während meiner geplanten Tour (bei entsprechender Teilnehmeranzahl) Anfang Juni auf El Hierro werden wir auch dieses Projekt näher in Augenschein nehmen - weiteres dazu hier.

Es gibt weiter Beben. Keine berauschende Stärke - nur bis ML2,1 aus 12 bis 21 km Tiefe. Quer verteilt vom Nordosten bis weit in den Westen (Kreise). Der Doppelkreis zeigt die letzten beiden Beben im Norden an. Hier genau befindet sich auch das Haupt- Wasserspeicherbecken der Gorona- Energieanlage. Bei der Planung vor vielen Jahren gab es noch keine vulkanische Aktivität und Beben auf der Insel. Solange die Bebenstärke im Rahmen bleibt, dürfte es mit der Dichtigkeit dort keine Probleme geben.

Auf La Palma haben wir im Norden bei Barlovento ein mehr als doppelt so großes Speicherbecken - die "Laguna de Barlovento".
Mehrere Leckagen konnten trotz Einsatz japanischer Spezialfirmen nicht abgedichtet werden. Das Becken darf heute nur noch zu 40% befüllt werden. Auch ohne große Erdbeben kann es also Schwierigkeiten geben.

Dienstag, 8. Oktober 2013

Regenerative Energie im politischen Sumpf

NEWS:

Windräder bei Valverde

Hauptspeicherbecken oberhalb von Valverde
Es ist schon zum Heulen. Was läuft hier für ein schäbiges Spiel.
Bei der Erdölförderung - wie den Probebohrungen vor Fuerteventura oder den Erdgaseinlagerungen im Castor-Projekt im Golf von Valencia werden vom zuständigen Madrider Energie-, Industrie- und Tourismusminister José Manuel Soria schnell die notwendigen Genehmigungen erteilt. Geht es um ein einmaliges regeneratives Energieprojekt wie der Wind- und Wasserkraftanlage "Gorona" (in der Archivsuche links diesen Begriff eingeben) auf El Hierro lässt der Minister sich Zeit.

Hier sind keine großen Energiekonzerne mehrheitlich beteiligt. 60% der Anteile hält noch die Inselregierung über ihre Tochter "Gorona". Das Vorzeigeprojekt auf El Hierro ist nun fast fertig (hier Archivbilder vom Bau aus dem Jahre 2012) und könnte in den Probebetrieb gehen. Keine Lobby oder drängende Konzerne die dem Ministerium Dampf machen - also hat Soria Zeit oder gar ganz andere Pläne.

Um den Hintergrund besser zu verstehen empfehle ich zunächst den Artikel in der TAZ "Rajoy ignoriert die Wut" zu lesen. Genau dieser Partei Partido Popular (PP) gehört auch Minister Soria an. Bewiesen sind diese Vorwürfe noch nicht, deshalb wollen wir auch nichts unterstellen. Es zeigt aber doch den Charakter der Parteielite und ihre wahrscheinlich enge Verknüpfung zum Kapital und den Energiekonzernen.

Wasserauffangbecken am Meer mit dem Turbinen/Pumpenhaus
Um was geht es auf El Hierro im Einzelnen:
Der frühere Sozialist und Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero ermöglichte private Investitionen in die Strom- und Energieversorgung. Großzügige Subventionen sollten langfristig planbar einen Anreiz schaffen in Wind-, Wasser- oder Sonnenenergie zu investieren. Das wurde auch vieler Orts - auch auf El Hierro - gemacht. Beim Gerona-Projekt waren es wohl kaum private Anleger, sondern meist Finanzmittel von öffentlichen Töpfen aus Brüssel und Madrid. Hohe Subventionen für jedes eingespeiste KW/h waren der Köder.

Mit dem Regierungswechsel zu einer konservativen Regierung (PP) im Dezember 2011 änderten sich aber diese Prioritäten.

Erst wurde die Förderung auf 25 Jahre begrenzt, dann wurden die subventionierten Kilowattstunden beschränkt und zusätzlich im letzten Jahr noch eine Ökosteuer auf den eingespeisten Strom erhoben.
Sicher war die gutgemeinte Subvention für alternative Energie zu hoch und auf Dauer auch zu kostspielig.

Ein fast bankrottes Land wie Spanien konnte das nicht weiter verkraften. Bezahlt hat diese Kosten im Endeffekt sowieso der Endverbraucher über seine Stromrechnung. Der Strompreis stieg auf den Kanaren in den letzten 5 Jahren um über 60% an.

Durch das Gorona Projekt auf El Hierro und den selbsterzeugten Strom hätte sich für die Insel selbst nichts am Strompreis von heute rund 0,14 € pro KW/h geändert. Der Strompreis wird zentral aus Madrid, unabhängig wieviel Ökostrom vor Ort selbst eingespeist wird, festgelegt.
Es bleibt aber das schöne Gefühl, selbsterzeugten sauberen Strom zu verbrauchen.

Anders sieht es aber für den Eigner der Anlage, das Cabildo von El Hierro aus. Die Insel ist für die Wartung und Instandhaltung ihrer Anlage selbst verantwortlich. Über die Einspeisevergütung soll der Unterhalt finanziert werden. Bleibt davon noch etwas übrig, könnte das über eine Senkung des Wasserpreises zum Beispiel auch an die Anwohner weiter gegeben werden. So könnten dann Alle von dem Projekt doch noch profitieren.
So auch der Gedanke und Wunsch von Alpidio Armas, dem Inselpräsidenten.

Wäre da nicht schon wieder Minister Soria. Er entscheidet wie das alternative Energieprojekt von El Hierro in das nationale Tarifsystem für Energieerzeuger eingestuft wird. Hier gibt es gute und schlechte Varianten und letztendlich entscheidend wie der Gewinn oder auch Verlust ausfällt. Auch hegt der Minister Gedanken die komplette alternative Stromerzeugung in eine Hand unter Madrider Kontrolle zu stellen. Das käme dann fast einer Enteignung gleich.

Das brachte nun den Cabildo Präsidenten Armas von El Hierro auf die Palme. Er drohte mit dem Bruch des Regierungsbündnis zwischen Partido Popular (PP) und seiner sozialistischen Partei. Seit 2011 wird El Hierro von dieser Koalition regiert.
Darauf hat Minister José Manuel Soria schnell reagiert. Er möchte rasch diese Frage klären und seine Unterschrift unter das entsprechende Dokument setzen.

Wie diese Entscheidung auch ausfällt - jeder Tag ist ein verlorener Tag. Im Grunde kann sich Spanien dieses politische Gerangel gar nicht mehr leisten. Für teureres Geld muss jeden Tag neues Erdöl eingeführt werden und die Verbrennung von Schweröl in den kanarischen Kraftwerken verschmutzt und belastet die Umwelt weiter.

... und hier steht ein sauberes Kraftwerk ungenutzt herum, nur weil ein Minister es in den letzten Jahren nicht für notwendig gehalten hat sich rechtzeitig Gedanken zu machen und sich darum zu kümmern ...  armes Spanien.

Jüngste Bebenaktivität
Auf El Hierro hatten wir am Sonntag 23 Beben bis ML2,4. Gestern wurden 10 Erdstöße von der IGN registriert. Heute bisher 3 schwache Beben. Die Ausgangstiefe liegt weiter bei 10 bis 11 km unter dem Inselmassiv. 

Donnerstag, 19. Februar 2015

Regeneratives Energie Projekt Gorona

TV - Programmtipp


Ein Filmbeitrag auf ARTE zum Regenerativen Energieprojekt Gorona auf El Hierro.  Dieser Beitrag wird am kommenden Samstag, 21. Februar 2015 um 13.30 Uhr (MEZ) gesendet. Ob auf Deutsch oder mit deutschen Untertiteln konnte ich nicht feststellen.

Futuream 21.02.2015 um 13:30 Uhr auf arte Wie werden sich technologische und wissenschaftliche Innovationen künftig auf unseren Alltag auswirken? Welche Lösungen bieten sie für Energieversorgung, Gesundheitsprobleme und Stadtplanung? Wer sind die Köpfe hinter den Erfindungen? Das ARTE-Magazin "Future" gibt spannende Einblicke in die Welt von morgen: Am TV-Bildschirm immer samstags um 13.30 Uhr, als umfangreiches Second-Screen-Angebot unter www.arte.tv/futuremag und in den sozialen Netzwerken, futuremag..Bildvia TVinfo

 

Hoher Seegang - Unwetterwarnung

Nach einigen schönen Karneval-Tagen regieren nun wieder die Naturkräfte. Heftiger Seegang mit 4 bis 5 Meter hohen Wellen lassen selbst die Seismografen auf El Hierro kräftig zittern (siehe IGN Grafik). Der Wetterdienst AEmet hat für alle Kanarischen Inseln die "gelbe" Warnstufe ausgerufen. Weiteres dazu auf Kanaren NEWS

Samstag, 19. Juli 2014

Vulkan - Es ist noch nicht zu Ende

Der Hotspot ist weiter aktiv

Auch um die Nachbarinsel Teneriffa lassen sich seit geraumer Zeit verstärkte Bebenaktivitäten feststellen. Heute Morgen erst ein ML2,7 und gestern ein ML2,1 Erdstoß (links Grafik IGN). Die Beben kommen meist aus großer Tiefe, wie aktuell aus 27 und 39 Kilometer Tiefe. Je weiter wir nach Westen Richtung El Hierro gehen, desto flacher liegen die Störzonen. Um die 9 bis 11 km Tiefe wie in den vergangenen Tagen. Die Beben liegen mit kleinen Ausnahmen alle auf der Spur des Hotspot ( weiße Linie) und lassen sich bis zur afrikanischen Westküste verfolgen.

Seit Jahresbeginn 2014 werden auf Teneriffa verstärkte Kohlendioxidwerte (CO²) gemessen. Jetzt erstmals im Juli 2014 (siehe Grafik Volcanes de Canarias) gehen die Emissionswerte leicht zurück. Im Durchschnitt sind es aber immer noch 4887,6 ppm in 2014. Die Vulkanologen sind sich einig, dass die Hauptaktivität bereits im Jahre 2000 begonnen hat. Höhepunkt war die starke Bebenaktivität im Jahre 2004 auf Teneriffa und 2011 die Eldiscreto Eruption auf El Hierro ...und diese Aktivitätsphase dauert an und ist noch nicht beendet. Auch wenn es im Augenblick unter El Hierro den Anschein hat alles sei Geschichte, müssen wir uns auf ein erneutes Aufflammen in absehbarer Zeit einstellen.

Insel entstehen und Inseln verschwinden auch wieder.Aus der Satellitenperspektive (links Google) sind eine ganze Reihe von Inseln nördlich der heutigen Kanaren zu erkennen. Es sind Inseln die es nie über die Meeresoberfläche geschafft haben oder im Laufe der Zeit durch die Erosion von Wind und Wellen im Atlantik wieder verschwunden sind. Es mag Spekulation sein, welche Inseln früher tatsächlich optisch wahrzunehmen und vielleicht auch bewohnt waren.

Wissenschaftlich nachgewiesen ist aber, dass Lanzarote und Fuerteventura früher eine zusammenhängende Insel war.
Wind und Wetter haben diese Insel abgetragen und schließlich getrennt. Heute liegen die beiden Inseln nur wenige Kilometer von einander entfernt. Die Trenn- Passage hat nur eine durchschnittliche Meerestiefe von jetzt rund 20 Meter Meerestiefe. Wenn alte Dokumente zutreffen, war es noch vor 200 Jahren möglich per Fuß diese Meeresenge zu überwinden.
In nächster Zukunft werden es diese Inseln sein, die das Schicksal ihrer nördlichen "Brüder" teilen und im Meer versinken.

Stromnachfrage auf El Hierro sinkt

Kaum ist das neue Regenerative Energieprojekt "Gorona" am Netz, schreckt die Betreiber die neuesten Zahlen zum Stromverbrauch in der ersten Hälfte des Jahres 2014 auf.
El Hierro hat in den vergangenen 6 Monate 5,1% weniger Strom als im Vergleichszeitraum des Vorjahres verbraucht.
Im Grunde eine erfreuliche Nachricht. Ob es das vermehrte Umweltbewusstsein oder die höhere Stromrechnung ausmacht, bleibt dahin gestellt.
Es muss ja auch nicht während des Tages bei geschlossenen Fensterläden nonstop die alte 100 Watt Glühbirne brennen oder das TV 20 Stunden am Tage plärren.

Nach den Endesa Zahlen wurden im ersten Halbjahr 4.138 GWh Strom verbraucht. Hochgerechnet im Jahr 2014 somit rund 8,2 GWh.
Damit reicht die Leistung der Gorona-Anlage mit 11 GWh Leistung üppig aus und dürfte auch die nächsten Jahre den Strombedarf decken können.
Aber auch auf den Nachbarinseln Teneriffe -2,0 %, La Gomera -0,9 % und La Palma mit -0,7 % ging der Stromverbrauch zurück.

Dienstag, 28. Januar 2014

Warum läuft das regenerative Energieprojekt nocht nicht ?

NEWS:
Mittwoch, den 29.01.14 - ein leichter ML0,9 Seufzer um 13.26 Uhr aus 11 km Tiefe unter dem Inselmassiv. Morgen wird starke Meeresbrandung erwartet - die Seismografen werden darauf mit Ausschlägen reagieren.


Mit dem alternativen Energieprojekt "Gorona" von El Hierro hatte ich mich schon mehrfach beschäftigt. Seit Herbst 2013 sind die Baumaßnahmen abgeschlossen und es könnte nun eigentlich in den Probebetrieb gehen. In der Tat steht es aber still (siehe Leserbrief von gestern). Nach den ursprünglichen Planungen sollte es bereits seit 2011 "grünen Strom" produzieren. Ich hatte in den vergangenen Jahren mehrmals die Gelegenheit vor Ort, mich etwas tiefer mit der Technik zu beschäftigen und auch Einblick in den Baufortschritt zu werfen ( siehe Natur und regenerative Energie und die Folgebeiträge).

Auch ein längeres Gespräch mit dem Kopf und "Vater" dieses Projektes, dem damaligen Vizepräsidenten von El Hierro - Javier Morales - der als Visionär und Initiator diese Idee auf El Hierro erst möglich machte, überzeugte auch mich von der einmaligen Chance, zu 100% die Insel mit sauberer Energie zu versorgen (...der Visionär).
Die Technik selbst ist nicht neu - aber die Koppelung von Wind- und Wasserkraft soll und das ist bisher einmalig, eine ganze Insel mit Strom versorgen.

.. und warum läuft nun die Anlage noch nicht ?

Es sind die Wirren und nur schwer zu durchschauenden Interessenlagen des politischen Alltags.

Der frühere Sozialist und Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero ermöglichte private Investitionen in die Strom- und Energieversorgung. Großzügige Subventionen sollten langfristig planbar einen Anreiz schaffen in Wind-, Wasser- oder Sonnenenergie zu investieren. Das wurde auch vieler Orts - auch auf El Hierro - gemacht. Beim Gerona-Projekt waren es wohl kaum private Anleger, sondern meist Finanzmittel von öffentlichen Töpfen aus Brüssel und Madrid. Hohe Subventionen für jedes eingespeiste KW/h waren der Köder.

Mit dem Regierungswechsel zu einer konservativen Regierung (PP) im Dezember 2011 änderten sich aber diese Prioritäten.

Erst wurde die Förderung auf 25 Jahre begrenzt, dann wurden die subventionierten Kilowattstunden beschränkt und zusätzlich im letzten Jahr noch eine Ökosteuer auf den eingespeisten Strom erhoben.
Sicher war die gutgemeinte Subvention für alternative Energie zu hoch und auf Dauer auch zu kostspielig.

Ein fast bankrottes Land wie Spanien konnte das nicht weiter verkraften. Bezahlt hat diese Kosten im Endeffekt sowieso der Endverbraucher über seine Stromrechnung. Der Strompreis stieg auf den Kanaren in den letzten 5 Jahren um über 60% an.

Durch das Gorona Projekt auf El Hierro und den selbsterzeugten Strom hätte sich für die Insel selbst nichts am Strompreis von heute rund 0,14 € pro KW/h geändert. Der Strompreis wird zentral aus Madrid, unabhängig wie viel Ökostrom vor Ort selbst eingespeist wird, festgelegt.
Es bleibt aber das schöne Gefühl, selbsterzeugten sauberen Strom zu verbrauchen.

Anders sieht es aber für den Eigner der Anlage, das Cabildo von El Hierro aus. Die Insel ist für die Wartung und Instandhaltung ihrer Anlage selbst verantwortlich. Über die Einspeisevergütung soll der Unterhalt finanziert werden. Bleibt davon noch etwas übrig, könnte das über eine Senkung des Wasserpreises zum Beispiel auch an die Anwohner weiter gegeben werden. So könnten dann Alle von dem Projekt doch noch profitieren.
So auch der Gedanke und Wunsch von Alpidio Armas, dem Inselpräsidenten.

Wäre da nicht schon wieder Minister Soria aus Madrid (Konservative Partei). Er entscheidet wie das alternative Energieprojekt von El Hierro in das nationale Tarifsystem für Energieerzeuger eingestuft wird. Hier gibt es gute und schlechte Varianten und letztendlich entscheidend wie der Gewinn oder auch Verlust ausfällt. Auch hegt der Minister Gedanken die komplette alternative Stromerzeugung in eine Hand unter Madrider Kontrolle zu stellen. Das käme dann fast einer Enteignung gleich.

... und dieser Prozess läuft. Javier Morales der Initiator wurde Senator im Gesamtkanarischen Parlament (er hatte nicht das richtige Parteibuch) und die jetzige Inselregierung von El Hierro unter dem Sozialisten Alpidio Armas nicht den richtigen Draht ins konservative Madrid.

So möchte ich kurz und hoffentlich verständlich die derzeitige Situation darstellen.
Bleibt also abzuwarten - vielleicht den Kopf zu schütteln und sich zu ärgern - über das Unvermögen und dieses politische Geplänkel.
Schade für die Umwelt und Schade für El Hierro.

Fast schon berechenbarer geht es mit den vulkanischen Aktivitäten unter El Hierro zu. Auch wenn die Natur unsere mathematischen Regeln nicht einhält oder besser wir die natürlichen Abläufe noch nicht ganz kapiert haben, bleibt die Bodenverformung im Südteil der Insel bestehen. Links die GPS- Referenzpunkte HI 08/09/10) von El Pinar und La Restinga. Auch wenn es tägliche Schwankungen gibt, haben wir im Durschnitt seit Mitte Dezember 2013 eine vertikale Verwerfung von 60 mm (von -20 auf +40). Der Innendruck bleibt also vorhanden und kann sich nicht abbauen. Seit 27.12.13 bis heute sind weitere Beben fast ganz ausgeblieben.
Nur Stillstand - aber keine Entwarnung.

Freitag, 7. September 2012

El Hierro - Gegenwart und Zukunftsvision

NEWS:
8.03 Uhr - Beben von ML1,9 in 11 km Tiefe Tanganasoga
9.25 Uhr - Beben von ML1,6 in 20 km Tiefe Golfo/Tigaday Küste

Auch gestern wieder 13 Beben bis ML1,9 im Bereich um Sabinosa. Die Tiefe liegt unverändert zwischen 9 und 10 km. Einige Erdstöße auch Süden unter den Hängen des El Julan in 18 km Tiefe.
Gestern sollen sich gegen 19.00 Uhr oberhalb von Sabinosa kleine Erdrutsche gelöst haben. Bei den steilen Hängen ein häufig zu beobachtender Vorgang. Vor allem im Winter nach starken Regenfällen ein Folge der Erosion. Regen ist im Moment sicher nicht der Auslöser, aber auch viele kleine Erdstöße "höhlen den Stein" und können dann Erdrutsch und Steinschlag auslösen. Es ist überhaupt auf El Hierro die größere Gefahr, daß sich von den fast senkrecht über 1000 Meter in den Himmel ragenden Steilwänden Felsplatten oder große Felsen lösen und ins Tal stürzen.

Regenerative Energie - der Vater des Gorona-Projekt (Teil VI)



Javier Morales - der herrenische Senator im Kanarischen Parlament in Aktion. Seine Ausdauer und Überzeugungskraft und das tretmühlenartige Wiederholen seiner Argumente machte es erst möglich.

"Dadurch ersparen wir der Umwelt jedes Jahr den Verbrauch von 6000 Tonnen Diesel. Das vermeidet den Ausstoß von 18.700 Tonnen Kohlendioxid - etwa so viel, wie ein 20.000 Fußballplätze großer Wald aufnimmt. Außerdem sparen wir jede Menge Kraftstoff, da ja für die Stromerzeugung kein Diesel mehr auf die entlegene Insel transportiert werden muss."
Den meisten Nachbarinseln fehlt der Wille, obwohl sie ähnliche Vorraussetzungen haben. Bei uns war der Wille vorhanden und wir haben es geschafft. Trotz seiner bescheidenen Art ist sein Stolz aus den Augen zu lesen. Ein Modellprojekt das sicher - wenn es einmal funktioniert- Nachahmer auf der ganzen Welt finden wird.

Wird der Strom dadurch für die Herrenos billiger oder müssen sie gar mehr zahlen?
Das wollte ich in unserem Gespräch in Valverde wissen.

Der Strompreis für den Endabnehmer wird sich dadurch nicht ändern. Eine Kommission in Madrid legt diese Preise für ganz Spanien fest. Darauf haben wir keinen Einfluss. Allerdings können wir in Zukunft sicher sein, daß 100 % unseres Stromes hier auf der Insel aus der Natur selbst erzeugt wurde. Das macht uns von Öl-Lieferungen aus Venezuela und den arabischen Ländern unabhängig.

War es eine gute Idee einen Monopolisten wie die Endesa die heute im Besitz des größten italienischen Energiegiganten Enel ist, mit an Bord zu nehmen?

Wir - das Cabildo von El Hierro -  haben das Sagen und die Mehrheit der Anteile. Endesa ist nur zu rund 30 % am Projekt beteiligt. Dies war notwendig, da Endesa das alte Dieselkraftwerk für den Notfall bei einer Störung oder bei Wartungsarbeiten bereit hält. Auch verfügt Endesa über das notwendige Know-How auf diesem Gebiet. Ein privatwirtschaftliches Unternehmen hat eine andere Ausrichtung als eine Behörde oder staatliche Institution und bringt positive Impulse ein. Die Kombination zwischen Privat und Staat war bisher schon und ist auch in Zukunft eine Bereicherung für das Gorona Projekt.

Javier Morales denkt aber schon weiter.
Noch wird auf den Straßen der Insel Benzin und Diesel in den Fahrzeugen verfeuert. Seine Vision und seine Gedanken beschäftigen sich längst mit dieser Problematik. Nicht das Elektroauto wird das zukünftige Fortbewegungsmittel sein, wie jetzt vielleicht viele glauben.
Er brütet hier an einer viel besseren Idee, die durchaus auch nach meiner Überzeugung Zukunft haben könnte.
Dazu aber in den nächsten Tagen mehr.

Donnerstag, 2. August 2012

El Hierro - Natur und regenerative Energie

NEWS:
In der vergangenen Nacht um 2.04 Uhr nur ein Beben von ML1,8 in 20,8 km Tiefe. Das Zentrum lag ca. 1 km (grüner Pfeil) vor dem Leuchtturm Orchilla (rot). Wie die Daten von den verschiedenen Seismographen im Auswertezentrum der IGN in Madrid einlaufen, zeigt das Datenblatt unten ( zum Vergrößern anklicken). Hier werden erst von einem Geologen die Zahlen überprüft und die ermittelten Durchschnittswerte festgestellt. Die Computer können zwar viel, aber der logische Menschenverstand ist auch hier noch gefragt. Daher kann es oft Stunden dauern bis die "amtlichen" Werte in der Statistik auftauchen bzw. nachträglich noch korrigiert werden.


Das regenerative Energieprojekt Gorona

Nicht nur die Naturgewalt des Vulkan Eldiscreto mit all seinen Vor- und Nachteilen erweckt das Interesse der Öffentlichkeit, sondern auch das von Menschenhand zur Zeit im Bau befindliche "Gerona del Viento El Hierro". Ein einmaliges Projekt das auch indirekt mit der Natur - dem Wind zu tun hat und in einigen Monaten (vielleicht auch noch Jahre) die Insel El Hierro zu 100 % mit Strom versorgen soll.
Ich hatte schon mehrfach darüber berichtet und habe mich in den letzten Wochen intensiv mit dieser Sache beschäftigt. In loser Abfolge werde ich, wenn Eldiscreto Ruhe gibt, nun darüber berichten.


Heute zunächst eine Bestandsaufnahme.
Inzwischen stehen am windigsten Ort der Insel, in Nähe der Hauptstadt Valverde, die fünf Windräder aus deutscher Produktion. Diesen Standort hat man ausgewählt, da pro Jahr hier nur an drei aufeinander folgenden Tagen (es gab eine lange Messreihe) kein verwertbarer Wind weht.

Das obere Speicherbecken mit 380.000 m³ Fassungsvermögen ist fertiggestellt. Es wurde in einem alten Vulkankrater errichtet und soll auch Beben überstehen Mit diese Problematik werde ich mich noch ausführlich beschäftigen. Auf La Palma haben wir auch ohne große Beben unsere negativen Erfahrungen bereits gesammelt.
Das kleiner in Küstennähe liegende Auffangbecken ist noch in Arbeit. Es wird mit sechs Sperrschichten unterschiedlichster Bauart zur Zeit abgedichtet. Es soll sich um das modernste Verfahren handeln. Im Hindergrund das Turbinenhaus. Dort werden im Moment die Turbinen und Generatoren installiert. Ich war bei der Montage dabei und werde noch ausführlich auf die Montage und die Besonderheiten eingehen. Um das gesamte Wirkungsprinzip besser zu verstehen hier noch ein Video von und über das Gorona-Projekt.

Sonntag, 12. August 2012

El Hierro - das "Gorona Projekt" im weiteren Detail

NEWS:
Wieder ein flaches Beben. Gestern um 12.43 Uhr gab es einen  ML2,0 Erdstoß in 11 km Tiefe im Golfo (siehe IGN Grafik). Diese Beben aus nun nicht mehr 20 km Tiefe häufen sich in den letzten Tagen. Ein Schwerpunkt ist allerdings nicht aus zu machen. Der Ausgangspunkt wandert förmlich unter der Insel. Vom Eldiscreto im Süden über die Westspitze bis jetzt wieder zum Golfo. Auffallend ist nur deren Tiefe von 3 bis 14 km. Ein Tremor ist nicht vorhanden. Allerdings hat sich die Seismo Aufzeichnung seit gestern Abend verändert (unten). Statt einer relativ konstanten Linie erscheinen nun Punkte mit Unterbrechungen. Dies kann natürlich auch eine technische Ursache haben.


Regeneratives Energieprojekt "Gorona" - das Pumpenhaus (Teil IV)

Am tiefsten Punkt an der Küste in Nähe des Hafen von "La Estaca" liegt die Wasseraufbereitungs- Anlage. Die Meereswasser-Entsalzungsanlage und die Pumpstation. In dem zweistöckigen Gebäude befinden sich im Erdgeschoss die technischen Anlagen und im Obergeschoss (Bild oben) die Steuerungseinheit mit den Büros. Dieses Gebäude erinnert im Innern, die Fotos entstanden im Juli 2012, noch mehr an einen Rohbau. Es ist noch einiges zu machen. Hier wird das Meereswasser entnommen, entsalzt und dann zum oberen Speicherbecken in über 600 m Höhe gepumpt. Auch der Wasserkreislauf läuft über diese Pumpstation.



Die benötigten Pumpen sind bereits auf ihren Sockeln (hier in Plastik eingepackt). Auch die Druck- Rohrleitungen und das weitere Equipment noch in Holzkisten verpackt, dürfte größtenteils vor Ort sein. Begonnen wird nun mit der Installation der Rohr- Verbindungen, die von einer Firma aus Festland-Spanien stammen. Auf das Umfeld und die Anbindung an das Stromnetz mit dem alten Diesel- Ersatzkraftwerk gehe ich in den nächsten Tagen noch ein.

Dienstag, 1. Juli 2014

Grüner Strom und das zu 100 Prozent

Der Tag danach mit Regenerativer Energie


Nachdem nun der Trubel der Einweihungs- Feierlichkeiten verflogen und die geladenen Gäste und die Presse die Insel wieder verlassen haben, bleibt ein Blick auf das "Geschaffene".

Der Strom kommt nach wie vor aus der Steckdose. Aber nun nicht mehr erzeugt aus umweltschädlichem Erdöl aus fernen Wüsten, sondern hier gewonnen aus unserer Natur. Beliebig vorhanden, selbst erzeugt, unabhängig und ohne Umweltbelastung. Zunächst nur ein gutes und schönes Gefühl.
Es geht also - und wir auf El Hierro sind die Vorreiter!

Das Hauptspeicherbecken mit 380.000 Kubikmeter Speichervolumen. Nicht das größte Becken der Kanaren - das ist die Laguna de Barlovento mit 3.120.000 m³ hier auf La Palma - aber für den angestrebten Zweck ausreichend. Im Hintergrund die fünf Windräder E70 von Enercon aus dem norddeutschen Aurich.
Sie wurden an der windbeständigsten Stelle oberhalb der Inselhauptstadt Valverde aufgestellt. Nur an 3 bis 4 Tagen im Jahr, das ergaben Messungen über mehrere Jahre, weht kein Wind oder ein Orkan. Dann liefern die Windräder keinen Strom. Sonst können sie ihre Energie aus den relativ gleichmäßig aus Nordost kommenden Passatwinden beziehen.
Dieser erzeugte Strom fließt am Tage in das Inselstromnetz und in der Nacht in die Meereswasser- Entsalzungsanlage und die Pumpen, die das Speicherbecken füllen. Die hier im Wasser gespeicherte Energie (bei vollem Becken) liefert ausreichend Strom für 4 Tage (je 11,5 MW)
























Das untere Auffangbecken (Foto) am Hafen fasst 150.000 m³ Wasser. Über die Fall-Leitung links schießt das Wasser aus 680 m Höhe in das Pumpen- und Turbinenhaus. Über Generatoren wird hier Strom erzeugt und mit den vier Transformatoren von ABB (rechts im Bild) auf die notwendige Stärke für das Stromnetz transformiert. Das zweite Rohr ist die Steigleitung, über die das obere Speicherbecken wieder aufgefüllt wird. Nicht im Bild im Rücken, die Entsalzungsanlage und rechts das alte Endesa Schweröl- Kraftwerk, das im Falle eines Falles als Ersatz einspringen kann.

Im Grunde ein fein durchdachtes System, das für die Kanaren nicht so selbstverständlich ist. Nicht nur mich hat es gewundert, dass wohl mit Zeitverzögerung (das gibt es auch in Berlin), Gorona fertiggestellt wurde. Den eigentlichen Zweck, den Praxistest muss es jetzt allerdings noch bestehen.

Es ist natürlich einfacher auf einer kleinen Insel mit gerade 9.000 Einwohnern und 7,8 MW derzeitigem Stromverbrauch solch ein Projekt zu konzeptieren. 100 % Strom aus grüner Energie für die ganze Insel, ist aber schon eine tolle Sache.
In Gesamtspanien gab es 2013 insgesamt 819 Windparks mit einer Gesamtleistung von 21.506 MW. Aber keine Stadt oder eine andere Insel die sich zu 100 % mit eigener regenerativer Energie versorgen konnte.

El Hierro setzt Maßstäbe - nicht nur als Fleck - der über Jahrhunderte am Null Meridian lag, nicht die Insel mit dem jüngsten Vulkan Europas, sondern als die Insel die es weltweit als erste Insel geschafft hat, sich komplett mit grünen Strom zu versorgen. Quasi vom Ar.... zum Nabel der Öko-Welt.
Für die aktuellen Fotos meinen Dank an Guido und Conny.

Aber es geht noch weiter. Ganz auf Erdöl kann noch nicht verzichtet werden. Fast alle Fahrzeuge und Maschinen laufen noch mit Benzin und Diesel. Seit einigen Jahren werden auf der Insel Strom- Tankstellen installiert. Wie hier auf dem Bild beim Mirador La Pena im Norden. Weitere Versorgungs- Stationen hat Endesa in Valverde, im Golfo und in El Pinar installiert. Zur Zeit gibt es aber noch keine zehn Fahrzeuge, die dieses Angebot nutzen können. Es ist noch einiges an Aufklärungsarbeit zu leisten, bevor der Herreno auf sein geliebtes "Stink" -Mobil verzichtet und auf ein Elektrofahrzeug umsteigt. Es sind Kostengründe - viele sind ohne Arbeit und ohne eigenes Einkommen -  und vielleicht stellt der Markt im Moment noch nicht das richtige "Volks- Elektrofahrzeug" zu einem erschwinglichen Preis zur Verfügung.

Hier überlegt der Visionär und heutige Senator im Kanarischen Parlament Javier Morales schon seit Jahren über Möglichkeiten nach. Nach dem Gorona- Projekt sollen nun auch alle Inselfahrzeuge auf eigene grüne Energie umgestellt werden. Das Speicherproblem - die Batterie - ist noch das Problem. Vielleicht Druckluft - elektrisch erzeugt, könnte hier helfen. Dieses System wäre in der Anschaffung als auch im Verbrauch kostengünstiger.
Wenn man sich mit ihm unterhält ist spürbar, dass diese Idee keine Fiktion, sondern bald Realität sein wird.
Wer das eine Projekt schafft, wird auch dieses Problem noch lösen können - so meine Meinung.

... und wer sich die Insel einmal direkt Anschauen möchte, hier eine interessante Möglichkeit:


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Sonntag, 18. Mai 2014

Vulkan - Erdbeben bei Darmstadt

NEWS:

Kein Seismografen Ausschlag auf El Hierro, sondern ein gestern aufgezeichnetes Erdbeben in Deutschland. Um 16.46 UTM Time - 18.46 Uhr Ortszeit ein ML3,6 Beben in Südhessen. Der Erdstoß (links) wurde vom Hessischen Landesamt f. Umwelt u. Geologie (HLUG) registriert. Nach Angaben von GFZ, Potsdam (hier schwanken die Daten bis ML4,2) erfolgte das Beben in 10 km Tiefe.
Das Epi-Zentrum befand sich ca. 2 km südlich von Darmstadt (siehe Google Karte). Es entstanden Sachschäden durch herabstürzende Kamine und Fassadenteile. Verletzte wurden nicht gemeldet. Spürbar war der Erdstoß von der Bergstraße bis in den Odenwald.

Bereits am Sonntag, den 30.03.2014 ereignete sich um 17:58 Ortszeit in Südhessen ein deutlich spürbares Erdbeben. Die automatische Ortung durch den Erdbebendienst beim HLUG lokalisierte das Beben der Magnitude 3,1 bei Ober-Ramstadt südöstlich von Darmstadt. Beben dieser Stärke treten in Südhessen gelegentlich auf. Sie sind lt. HLUG hauptsächlich auf die geologische Struktur des Oberrheingrabens zurückzuführen.

Auch in Deutschland - nicht nur im Zollernalbgraben und im Schweizer Grenzgebiet - kann es Beben geben. Es sind dann aber Erdstöße die auf geologische Verwerfungen an Bruchkanten oder durch menschliche Tätigkeiten im Untergrund verursacht werden.
Sie treten aber nicht so häufig wie seismische Erschütterungen in vulkanaktiven Zonen wie z. B. unter El Hierro auf.

Hier werden die Beben durch aufsteigendes Magma ausgelöst. Auch Magmaverlagerungen um die Kammer verursacht in fast regelmäßigen Abständen kleine Erdstöße. So auch gestern zwei Beben aus 12 und 16 km Tiefe bis ML1,7 (siehe IGN Karte). Die Topografie mit den fast senkrecht über 1000 Meter emporragenden Felswänden wie im Golfotal, birgt eine weitere Gefahr. Ständige Erschütterungen lockern im Laufe der Zeit Felsplatten und können größere Fels- und Erdrutsche auslösen. Letztendlich drückt und verformt der immense Druck im Bereich der Magmakammer die Inseloberfläche immer weiter nach oben. Durch diese Verformung entstehen Risse die neue Beben auslösen können.
Hier besteht dann auch Gefahr, das ein Riss in der Erdkruste wie ein Ventil Gase und Magma zur Erdoberfläche durchdringen lässt. Das wäre dann eine Eruption - ein Vulkanausbruch.

Auch auf den Kanarischen Inseln wird am nächsten Sonntag das neue "Europaparlament" gewählt. Das Wahl-Interesse ist auch hier gering. Vom Wahlplakat strahlt der Spitzenkandidat der regionalen Coalition Canarias (CC) Javier Morales. Der Mann aus El Hierro der als "Vater des Regenerativen Energieprojekt Gorona" gilt. Ein von mir hochgeschätzter Mann, Vordenker, Visionär und Politiker.


Als ehemaliger Vizepräsident von El Hierro hat er vor 10 Jahren verbissen und fast im Alleingang das Gorona Projekt durchgeboxt. Durch eine Veränderung der politischen Mehrheiten "musste" er in den vergangenen Jahren als Senator in das Kanarische Parlament nach Teneriffa/Gran Canaria umziehen und möchte jetzt die Kanaren in Brüssel vertreten.

Mehrfach hatte ich in den vergangenen Jahren Gelegenheit mich persönlich mit ihm zu unterhalten. Es gibt nur wenige Politiker (der ehemalige Inselpräsident Melchior von Teneriffa und Javier Morales von El Hierro) auf den Inseln, die auch über den Kanaren-Tellerrand blicken können.
Der gelernte Agrar-Ingenieur könnte sicher am meisten direkt auf El Hierro umsetzen, wird aber auch vielleicht in Brüssel seine Ideen und Visionen einfließen lassen können. Ich drücke ihm auf jeden Fall die Daumen.

Sonntag, 29. Juni 2014

Central Hidroeolica (Gorona) in Betrieb

El sueño renovable de El Hierro ya es una realidad
Der Traum wurde Wirklichkeit. Das Regenerative Energieprojekt von El Hierro ist Realität. Am vergangenen Freitag wurde nach 5-jähriger Bauzeit und einer über 20 Jahre andauernden Planungsphase das vollendete Projekt seiner Bestimmung übergeben. Nicht der neue spanische König Felipe V, sondern nur ein Staatsminister aus dem Madrider Energieministerium war bei der Eröffnungszeremonie anwesend. Rechts der Präsident Paulino Rivero der Kanarischen Regierung, der Altpräsident Tomas Padron von El Hierro, zwischen den Damen der Altpräsident von Teneriffa Ricardo Melchior (ein entscheidender Förderer) und links verdeckt Alpidio Armas (jetziger Inselpräsident von El Hierro). Gänzlich fehlte bei dieser Eröffnungsfeier der eigentliche Vater und geistige Vordenker des ganzen Projektes - Javier Morales.  


Als Zeichen und Erinnerung an diesen denkwürdigen Tag, wurden Dokumente, eine Urkunde und Planungsunterlagen in einer "Zeitkapsel" einbetoniert und im Boden versenkt. (Fotos: Flickr Gobierno de Canarias). Nun werden jährlich mit diesem Gorona Projekt 40.000 Barrel Erdöl oder 81.450.000 Euro eingespart und die Umwelt um 18.500 Tonnen schädlicher Abgase entlastet. Ob alles so auch in der Praxis funktioniert, werden die nächsten Jahre zeigen. Mit einer Leistung von 11,5 MW durch die 5 Windräder ist die Anlage so konzipiert, dass zukünftig auch noch Elektrofahrzeuge mit Strom versorgt werden können. Der jährliche Inselverbrauch liegt zur Zeit bei 7,8 MW elektrischer Energie.

Mit einigen Jahren Verzögerung konnte nun das Regenerative Energieprojekt erfolgreich abgeschlossen werden. Trotz spanischer Wirtschaftskrise und knappem Geld ist es nicht wie so manch anderes Prestigeobjekt, als Mahnmal für eine ehemals "bessere Zeit" oder als Bauruine stecken geblieben. 
Manch eine Nachbarinsel wäre heute froh, wenn sie die üppigen Subventionen der vergangenen Jahre, nicht in sinnlose Betonburgen, Brücken oder Autobahnen, sondern in ein nachhaltiges Energieprojekt investiert hätten. 
Heute ist diese Einsicht zu spät. Der Wille mag nun vorhanden sein, die nötigen Finanzierungsmittel bleiben aber aus. 

Gestern gab es wieder drei kleine Beben zwischen ML1,3 und ML1,6 aus 11 bis 22 km Tiefe. Alle Erdstöße der vergangenen Tage liegen im westlichen Teil der Insel (IGN Karte links).