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Mittwoch, 9. Januar 2013

El Hierro Vulkan - wie war das nun in der Vorzeit?

NEWS:
Die Ruhe hält an. Gestern nur zwei unbedeutende Erdstöße um den Tanganasoga.

Zeit sich über die geologische Vergangenheit der Kanaren Gedanken zu machen. Heute zunächst die geografische Einordung - in den nächsten Tagen die Entstehung und in Folge auch die These von Dr.Simon Day vom "La Palma-Tsunami" - dem Abrutschen der Insel.

1. Die geografische Lage und das Alter der Kanarischen Inseln

Die Kanarischen Inseln sind Teil des afrikanischen Kontinent. Gerade knapp 100 Kilometer trennen die östliche Insel Fuerteventura von Süd- Marokko. Von La Palma im Westen aus sind es rund 480 km (Google/NASA Karte).
Die Kanaren liegen also auf keiner eigenen Platte, wie früher vermutet wurde. Es ist eine Absenkung der afrikanischen Platte die bis 3500 Meter unter dem Meeresspiegel liegt und sich weit über die Kanaren hinaus in den Atlantik erstreckt. Hier spricht man auch von dem "Kanaren Becken".

Die Inseln selbst entstanden erst in jüngerer geologischer Vergangenheit. Die älteste Insel ist Fuerteventura ganz im Osten. Ihr Alter wird auf 22 Millionen Jahre datiert. Einige Wissenschaftler sprechen gar von 28 Millionen Jahren. Gefolgt von Lanzarote mit 15,5 Millionen Jahren. Beide Inseln waren früher verbunden und haben auch heute nur einen 10 km breiten und 40 Meter tiefen Meeresstreifen zwischen sich ( Karte unten rote Pfeile).
Es folgten Gran Canaria (14,5 Mio.), die Insel Teneriffa ( 12 Mio.) und La Gomera vor ca. 11 Millionen Jahren. Erst mit großem Abstand kamen dann die beiden Westinseln La Palma und El Hierro. La Palma schätzt man auf ein Alter von 1,8 bis 2 Millionen Jahre und El Hierro als kleinste und jüngste Insel des Archipel auf rund 1,2 Millionen Jahre.

Neben den 7 Hauptinseln gibt es noch 6 Kleininseln. Wie La Graciosa, Alegranza, Montana Clara, Roque del Este oder Roque del Oeste im Norden von Lanzarote und Los Lobos zwischen Fuerteventura und Lanzarote.
Alle Kleininseln bis auf La Graciosa sind unbewohnt und Naturschutzgebiet. Sie dürfen ohne Erlaubnis nicht betreten werden. Nur auf La Graciosa hat sich ein bescheidener Tourismus gebildet. Hier ein paar Bilder und Eindrücke von La Graciosa.

Aber auch Inseln - so genannte Seamount -  die noch nicht bis zur Meeresoberfläche gewachsen sind gibt es um die Kanaren. Besonders viele finden wir südlich von El Hierro. Hier auf der Karte von Prof.H.-U. Schmincke eingezeichnet. Vulkankegel bis zu mehr als 1000 Meter Höhe, die allerdings noch nicht groß erforscht sind. Ob es Seamounts jüngeren Datums sind, also Vorboten oder das Fundament von noch an der Meeresoberfläche auftauchender Inseln, ist ungewiss. Mit Sicherheit und davon bin ich überzeugt gibt es im Augenblick mehrere aktive Vulkane am Meeresboden. Aufgrund der großen Tiefe von 3500 m sind durch die inselferne Lage und Meeresverwirblungen nur keine oberflächlichen Spuren zu erkennen.

Erdbeben gab es in der Vergangenheit zwischen den Kanarischen Inseln genug. Erst gestern Abend um 18.21 Uhr ein ML1,8 Beben in 30 km Tiefe westlich von Fuerteventura. Erst wenn es technisch und finanziell möglich ist mit U-Booten oder unbemannten ROV`s flächendeckend den Meeresboden zu erforschen, wird man sicher auf so manche Überraschung stoßen. Von den bekannten aufgetauchten 13 Inseln, ist auch heute nur ca. 5 % der Masse zu sehen. Der größte Teil davon liegt unsichtbar unter dem Meeresspiegel.

Mittwoch, 12. Juni 2013

Vulkan - Sand, Gestein und Wüste

NEWS:

Um 20.49 Uhr gestern Abend ein ML1,9 Beben aus 15 km Tiefe vor der Westspitze. Insgesamt in den letzten 24 Stunden 3 Erdstöße.



Die Sahara als größte Wüste der Erde hat ungefähr die 26-fache Größe Deutschlands. Mit 9 Millionen Quadratkilometer erstreckt sie sich vom Roten Meer (NASA Satellitenaufnahme oben) über mehr als 5.000 Kilometer bis zur Atlantikküste kurz vor die Kanarischen Inseln (Foto links). Es handelt sich nicht wie vielfach geglaubt um eine reine Sand- und Dünenwüste (nur 20 %), sondern um eine Stein- und Felswüste (Hammada).

Als ich 1986/87 die Sahara mit unseren alten Hanomag durchquerte (Algerien, Mali, Mauretanien), sind wir tagelang nur über bläulich schimmernde Gesteinsplatten gefahren. Vorbei an erodierten Gebirgszügen, mächtig steil aufragenden Bergen und durch tief eingeschnittene Wadis (ehemalige Flussläufe).
Hier floss vor 6000 Jahren noch kräftig Wasser und die Landschaft war Grün und Fruchtbar. Nach der letzten Eiszeit wanderten die Tropen ca. 800 km nach Norden und es entstand hier eine Savannenlandschaft.
Unsere Expedition fand damals in den Wintermonaten mit verträglichen Temperaturen von 25°C am Tag und in der Nacht mit leichtem Frost statt. Oft waren am Morgen die Trink- Wasservorräte zu Eis erstarrt.
Im Sommer kann es hier Temperaturen bis +60°C und in den höheren Lagen, vor allem im Atlasgebirge, im Winter auch -10°C geben.

Das Innere der Sahara ist menschenleer aber nicht tot. "Die Wüste lebt" so der Walt Disney Dokumentarfilm aus den 50-er Jahren, der eindrucksvoll das Tier- und das bescheidene Pflanzenleben in der Wüste beschreibt.

Nach 14 Tagen Einsamkeit traf unsere 6-Mann Gruppe (Geologe, Arzt, Techniker und ich war der Wüstenkoch) erstmals auf einige Tuareg- Nomaden. Gleich wurde Tee aufgegossen und in einem französisch/arabischen Kauderwelsch der weitere Pistenverlauf besprochen.
6 Wochen Sahara die mir unvergesslich in guter Erinnerung bleiben. Vielleicht schaffe ich es noch einmal in diesem Leben dort einige Wochen zu verbringen. Die Sahara liegt ja direkt vor meiner Haustür.

Langsam aber stetig breitet sich die Sahara auch auf die Kanaren aus. Fuerteventura als älteste Vulkaninsel der Kanaren und nur knapp 100 km von Westafrika entfernt, ist schon so weit abgetragen, dass Teile der Insel im Grunde eine Verlängerung der Sahara nach Westen darstellen. Die Google Aufnahme links zeigt den Nordosten von Fuerteventura. Sand und noch einmal Sand und inmitten eine Hotelanlage.




Hier die Vergrößerung des RIU Oliva Beach bzw. Palace Tres Islas Komplex mitten in der Einöde. Nur mit großem technischen Aufwand und viel Geld, kann die Oase vor dem Versanden bewahrt werden. Die Wüste hat auch bereits den Südteil der Insel erfasst. Das Überlebens- Elixier Wasser muss mit Entsalzungsanlagen nutzbar gemacht werden und das kostet Geld. Irgendwann ist Fuerteventura komplett eine Sandwüste und wird dann auch durch die immer weiter fortschreitende Erosion von der Landkarte verschwinden. Bis dahin haben wir aber noch einige tausend Jahre Zeit.
Das Foto unten zeigt das RIU Hotel im Hintergrund zwischen den Sanddünen, von der "Wüstenstraße" aus.

Es zeigt aber auch, wie unterschiedlich die Kanarischen Inseln beschaffen sind. Trockene wüstenähnliche Inseln im Osten und grüne und saftige Inseln im Westen des doch kleinen Archipel.
 
Vielleicht auch ein kleiner Denkanstoß für ihren nächsten Kanarenbesuch.
Insel-Hopping - innerhalb von einer oder zwei Stunden mit unserem Binter- "Inselhüpfer" von der "Sahara" in den "Dschungel".

Montag, 26. November 2012

El Hierro - das Wetter und die Ölsuche

NEWS:
 
Alles noch einmal gut gegangen. Das angekündigte Unwetter mit Windspitzen bis 110 km/h und kräftigem Regen zieht nach Norden ab und soll Festlandspanien beglücken. Auf der Satellitenkarte sind links oben nur noch Wolkenfetzen über den Kanaren auszumachen. So schnell kann sich die Einstellung zum Thema Regen ändern. Vor Wochen noch sehnsüchtig erwartet, freuen wir uns heute wenn der Kelch an uns vorüber zieht. Es hat ja auch genügend Nass gegeben. In manchen Regionen innerhalb von 3 Tagen über 400 Liter/m². Mehr als die Hälfte der sonst üblichen Gesamt-Jahresniederschlagsmenge. Das Kraut und vor allem das Unkraut ist bereits kräftig am sprießen. Auch in Sachen Vulkanismus und Beben gibt es nichts Neues zu berichten. Gestern und in der vergangenen Nacht gab es keinen weiteren Erdstoß. Zeit uns weiter mit der Erdölförderung vor Fuerteventura und Lanzarote zu beschäftigen.

Die Erdöl Gegner machen mobil

Was die spanische Regierung in Madrid erfreut, wird von den Kanaren und besonders von den direkt betroffenen Anwohnern auf Fuerteventura und Lanzarote mit Sorge betrachtet.
Hat man es in den vergangenen Jahrzehnten endlich geschafft aus einer Ziegeninsel eine Goldgrube im Massentourismus zu machen, riskiert man nun mit einer Erdölförderung vor den Stränden den erreichten Wohlstand wieder aufs Spiel zu setzen. Im Gegensatz zu den Westinseln wo die Landwirtschaft (Bananen, Avocados und Ananas) dominiert, stellt auf den Ostinseln der Tourismus den Hauptwirtschaftszweig dar. Viele Bewohner verdienen dort ihr tägliches Brot und fürchten durch eine mögliche Ölkatastrophe ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Die katastrophalen Auswirkungen im Golf von Mexiko sind noch lebendig und dienen als Beispiel. Die großen Touristikkonzerne hat man als Verbündete und sie werden nicht Müde vor den Folgen zu warnen. Waren es doch sie, die den Massentourismus auf die Inseln gebracht und weite Strandabschnitte zu betoniert haben. Dies ist aber ein anderes Thema.

Auch die Wasserversorgung sieht man gefährdet. Aufgrund geringer Niederschläge muß das Trinkwasser auf Fuerteventura und Lanzarote mit Entsalzungsanlagen zu fast 100 % aus dem Meer gewonnen werden.

Demonstrationen, Protestveranstaltungen und Eingaben sind seit Monaten an der Tagesordung. Auch die nicht direkt betroffenen Inseln wie z.B. El Hierro hatten bereits einen Protestzug organisiert. Es ist primär die Solidarität die unter den Canarios groß geschrieben wird. Nur zu gut erinnern sich die kampferprobten Herrenos an die Unterstützung der Nachbarinseln als es vor Jahren gegen die geplante Satelliten Abschussbasis auf ihrer Insel ging.

Um den Widerstand gegen die Ölförderung und den Ölmulti Repsol zu organisieren, hat sich eine Plattform gebildet die auch mit ihren Argumenten im Internet vertreten ist.


Nein zur Ölförderung - STOPPEN WIR DIE ÖLPLATTFORMEN VON REPSOL (hier der Link).

Auch die Grünen-Abgeordneten im EU Parlament Bart Staes (Belgien) und Rául Romera (Spanien) wollen sich die spanische Entscheidung nicht so einfach gefallen lassen. Sie haben eine Anfrage an den Parlamentspräsidenten José Manuel Durao Barroso gerichtet.

Parlamentarische Anfragen
23. November 2011

Anfrage zur schriftlichen Beantwortung E-010860/2011
an die Kommission
Artikel 117 der Geschäftsordnung
Bart Staes (Verts/ALE)

Betrifft: Erdölbohrungen vor den Kanarischen Inseln
 
Das australische Unternehmen Tangiers Petroleum sucht nach Partnern für Offshore-Erdölbohrungen in marokkanischen Hoheitsgewässern. Das Potenzial des Offshore-Blocks Tarfaya soll bei fast 1 Mrd. Barrel liegen. Das spanische Unternehmern Repsol YPF (Tanger‑Larache‑Blöcke) und Kosmos Energy schlossen kürzlich zwei Verträge über die Offshore-Erdölförderung im Block Kap Bojador. Die spanische Regierung verfolgt offenbar Pläne, Explorationstätigkeiten in den spanischen Hoheitsgewässern aufzunehmen.

Diese Gewässer liegen nahe der Kanarischen Inseln, einer bekanntlich vulkanisch aktiven und stark erdbebengefährdeten Region. Eine Ölpest wäre nicht nur für die landschaftlich wertvolle Meeresumwelt als vielmehr auch für die vom Tourismus geprägten Küstenregionen auf marokkanischer und kanarischer Seite verhängnisvoll.
Nach der Katastrophe mit der BP-Bohrinsel im Golf von Mexiko gab die Kommission im Oktober 2010 auf Druck des EP eine Mitteilung zum aktuellen Stand bezüglich der Stärken und Schwächen der derzeit geltenden einzelstaatlichen und EU-Rechtsvorschriften heraus.

Die Kommission wird um Beantwortung folgender Fragen ersucht:

1.Sind ihr die oben genannten Pläne bekannt?
2.Wie steht sie zu Erdölbohrungen in Gebieten, in denen von sehr starken Erdbeben und Vulkanausbrüchen auszugehen ist?
3.Liegt ihr eine „unabhängige“ Untersuchung zur den möglichen Umweltauswirkungen und Folgen von Erdölbohrungen in vulkanischem Gebiet vor?
4.Über welche Instrumente verfügt sie, um bei den spanischen und marokkanischen Behörden darauf hinzuwirken, dass die bestehenden Pläne höchsten Sicherheitsnormen entsprechen?
5.Ist sie gegebenenfalls bereit, diesbezüglich mit beiden Behörden Gespräche aufzunehmen und mitzuteilen, welche Maßnahmen zum Schutz der Küstenbevölkerung und der Küstengebiete in den bedrohten Zonen vor einem möglichen massiven Austritt von Erdöl in materieller und finanzieller Hinsicht ergriffen werden können?

und die Antwort von Herrn Oettinger im Auftrag der Kommission:


"Betreiber müssen gründlich Bewertung der Risiken und Gegenmaßnahmen, die angemessen auf die Gefahren der Tätigkeit zu gewährleisten die Sicherheit der Arbeitnehmer und den Schutz der Meeresumwelt, folgende Richtlinie 92/91/EG. Die Kommission schlägt vor, diese Anforderungen zu ergänzen, einschließlich in Bezug auf Umweltschutz und Lizenzierung, durch ihren Vorschlag für eine Verordnung über die Sicherheit von offshore Öl und gas Prospektion, Exploration und Produktion Aktivitäten am 27. Oktober 2011 (final COM2011 688) angenommen.

Das legislative Tool soll verstärken die Mittel, um Offshore-Sicherheitsstandards zu beeinflussen. Zum Beispiel verpflichten es die Mitgliedstaaten unterrichten die Kommission wo grenzüberschreitende Auswirkungen der Offshore-Unfälle absehbar sind, solche Risiken Rechnung zu tragen, in deren externe Notfallpläne und testen Sie regelmäßig ihre Notfallvorsorge, Zähler grenzüberschreitende Luftverschmutzung.

Der Vorschlag für eine Verordnung sieht einen Dialog innerhalb der EU sowie mit Drittländern einen koordinierten Ansatz für die Sicherheit in den angrenzenden Regionen."

Soweit so gut. Hier taucht in der Anfrage zum ersten Mal die Frage nach den Vulkanischen Risiken auf. Sitzen wir doch alle auf einem Hotspot. Ölbohrungen könnten ein Sicherheitsrisiko darstellen. Untersuchungen oder Vergleichsbeispiele gibt es so gut wie keine.
Auf diesen Themenkomplex möchte ich in den nächsten Tagen näher eingehen.

Freitag, 16. Januar 2015

Repsol stoppt Erdölbohrung

Die Repsol-Karawane zieht weiter


Nach einer erreichten Tiefenbohrung von 3.093 Metern stoppt Repsol vor Fuerteventura die weitere Erdölsuche (Foto: Repsol). Wie der Konzern heute mitteilte, seien nur unzureichende Mengen Erdöl und Erdgas gefunden worden. Die Bohrung mit dem Bohrschiff “Rowan Renaissance” (bei 882 Meter Wassertiefe und tatsächlicher Bohrung vom Meeresgrund in 2211 Meter Tiefe) hätten bei diesem Explorations- Programm nur geringe Mengen von Kohlenwasserstoffen ergeben. Das vor allem gefundene Erdgas würde jedoch von der Menge und Qualität keine Förderung lohnen. Auf eine weitere Probebohrung im benachbarten Sektor Chirimoya für das auch eine Genehmigung aus Madrid vorliegt, wird verzichtet.

Insgesamt seien an diesem Explorationsprogramm 750 Mitarbeiter aus 50 Unternehmen beteiligt gewesen. Die Rowan Renaissance wird in den nächsten Tagen das Seegebiet bei den Kanaren verlassen und weiter nach Angola zur nächsten Bohrung verlegt. Die Karawane zieht weiter … Das Bohrloch wird laut Repsol fachmännisch versiegelt um einen Kohlenwasserstoff Austritt zu vermeiden.

Entwarnung für Fuerteventura und Lanzarote

Großes Aufatmen auf den östlichen Kanareninseln Fuerteventura und Lanzarote. Keine Bohrtürme vor den Inseln und keine mögliche Ölverschmutzung der Strände. Nicht die ganzen Proteste, sondern die Natur hat den Ölgiganten Repsol besiegt. Kein Öl – kein Gewinn und daher auch kein weiteres Interesse. Besser hätte es gar nicht kommen können. So übermächtig wie das Gespenst “Erdölförderung” im Jahre 2014 herauf gezogen ist, so schnell hat es sich wieder in Luft aufgelöst.

Vielleicht spielt im Hintergrund auch der Verfall des Erdölpreis eine wichtige Rolle. Ganz lässt sich Repsol hier nicht in die Karten schauen. Die Aktie des Repsol Konzern ist in den letzten Wochen auf seinen Tiefstand gefallen. Von 19,80 € noch im September 2014 auf jetzt 14,80 €. Bei einem Erdölpreis von jetzt unter 50 US-Dollar pro Barrel lohnt sich vielleicht im Moment eine Erdölförderung nicht. Es bleibt aber bei aller Freude über das erlahmte Interesse von Repsol immer ein wachsames Auge auf den Giganten zu richten.

Bereits im nächsten Jahr kann der Ölpreis wieder auf 120 $ steigen. Dann kann sich für Repsol eine Förderung lohnen. Er wäre ja auch schlecht beraten alle Erkenntnisse die Repsol jetzt gewonnen hat, gleich an die große Glocke zu hängen. Die Konkurrenz schläft nicht.

Hinweis:
Zum Thema: "Wandern - die Tücken und Gefahren" habe ich einen Beitrag auf Kanaren NEWS geschrieben, der genauso auf die Insel El Hierro zutrifft.

Dienstag, 11. Juni 2013

Vulkan - und die Wüste kommt

NEWS:
12.12 Uhr - der Erdstoß östlich von Fuerteventura wurde von der IGN auf ML3,7 angehoben. Zwei weitere Beben in diesem Bereich um 6.41 Uhr mit ML2,0 in 10 km Tiefe und um 6.43 Uhr mit ML2,4 in 36 km Tiefe wurden registriert.

Während man sich im Rheinland mit: "Ganz Köln stinkt nach Maggi - Feuerwehr sucht Quelle" beschäftigt, bewegen uns ganz andere Naturphänomene.
 
Während es unter El Hierro relativ ruhig blieb - wir hatten gestern ein ML1,8 und heute Morgen um 5.36 Uhr ein ML1,6 Beben aus 12 bzw. 20 km Tiefe im Westen - gab es bei Fuerteventura einen stärkeren Erdstoß. Ein ML3,5 Beben aus 20 km Tiefe östlich der Insel (siehe IGN-Gafik). Es lag genau im Bereich des schon länger vermuteten Magmatunnel Richtung Atlas Gebirge in Afrika. Darüber hatte ich schon mehrfach geschrieben.


Die Wüste schreitet voran

Da ich mich auch gerne mit Randthemen die die Kanaren in irgendeiner Form betreffen beschäftige, heute zu einem Punkt der vor allem für die zukünftigen Generationen zu einem großen Problem werden kann.

Bereits 40 Prozent von Spanien soll bereits von der Wüstenbildung, der Desertifikation wie es auch genannt wird, betroffen sein.
Nicht nur die Klimaerwärmung, sondern auch die intensive Landwirtschaft, das Abholzen der Wälder, der Tourismus mit seiner Bauwut und seinem steigenden Boden- und Wasserbedarf und die dadurch wachsende Bodenerosion, zerstört irreparabel ganze Landstriche.

Die Gefahr der Wüstenbildung (Grafik: PAND) zeigt rot eingefärbt die Risikogebiete. Ein Gebiet in Südspanien ist bereits Wüste. Die Desierto de Tabernas in Andalusien, ca. 30 km nördlich von Almeria, erstreckt sich bereits über 280 km². Eine Wüste die sie alle von Spielfilmen und aus dem Fernsehen kennen. Bekannte Filmklassiker wurden dort teilweise gedreht. "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug" von Steven Spielberg oder "Vier Fäuste für ein Halleluja" und die Winnetou-Filme nach Karl May. Nicht im "Wilden Westen" von Amerika, in Mexiko oder Arabien lag die Kulisse, sondern in Spanien.

Auch diese Filmstreifen sind hier entstanden:
- Die glorreichen Sieben (1960)
- El Cid (1961)
- Lawrence von Arabien (1962)
- Cleopatra (1963)
- Für eine Handvoll Dollar (1964)
- Zwei glorreiche Halunken (1966)
- Spiel mir das Lied vom Tod (1968)
- Conan, der Barbar (1981)
- Der Schuh des Manitu (2001)


Die Wüste von Tabernas liegt in Europa. Aber auch auf den Kanaren und damit geografisch in Afrika, schreitet die Wüstenbildung Richtung Westen voran. Die Insel Fuerteventura, nur 100 Kilometer von der Sahara entfernt, ist heute bereits in weiten Teilen eine Wüste. Die Aufnahme links entstand im Nordosten bei Corralejo in den "Los Jablitos" Dazu aber als Fortsetzung morgen noch mehr.


 

Mittwoch, 16. Januar 2013

El Hierro Vulkan - die Geburtswehen der Kanaren

NEWS:
Es gibt keine neuen vulkanische Aktivitäten unter El Hierro in den letzten Stunden. 


Zeit sich wieder der geologischen Vergangenheit der Inseln zu widmen. 
Nach 1. Die geografische Lage und das Alter der Kanarischen Inseln heute zur Fortsetzung:

2. Der Hotspot und die Entstehung der Kanaren


Die Kanarischen Inseln sind im Laufe der letzten 22 Millionen Jahre langsam von Ost nach West entstanden. Von Fuerteventura/ Lanzarote (Bild 1+2) über Gran Canaria, Teneriffa und dem Anhängsel La Gomera (Bild 3-5) folgten erst mit größerem zeitlichen Abstand die jüngsten Inseln (Bild 6). La Palma und El Hierro (Grafiken Dr. Carracedo, Uni Las Palmas). Die Vulkanaktivität verschob sich dabei immer weiter Richtung Westen in den Atlantik. Die jüngsten Vulkanausbrüche hatten wir 1949 San Juan, 1971 Teneguia (beide La Palma) und 2011 mit dem Eldiscreto auf El Hierro. Nach Meinung vieler Vulkanologen ist für diese Entwicklung ein so genannter Hotspot verantwortlich.

Nach Wikipedia gibt es dafür folgende Defination:

Als Hotspots (engl.: heiße Flecken) werden Zentren vulkanischer Aktivität bezeichnet, die nicht direkt durch plattentektonische Prozesse verursacht werden und daher nicht an Plattenränder gebunden sind. Sie entstehen durch thermische Anomalien im (tieferen) Erdmantel und treten oftmals innerhalb vonLithosphärenplatten auf. Der Hotspot-Vulkanismus unterscheidet sich demnach von der vulkanischen Aktivität an Plattengrenzen, die mit plattentektonischen Vorgängen wie Ozeanbodenspreizung und Subduktion einher geht.
Der Erdmantel unterhalb eines Hotspots ist besonders heiß, da dort Mantelmaterial aus dem tiefen Erdinneren (eventuell von der Kern-Mantel-Grenze) aufsteigt. Die etwa 150 km breiten Zonen des Aufstiegs werden auch als Manteldiapire ("mantle plumes") bezeichnet. Die höheren Temperaturen bedingen im oberen Mantel eine erhöhte Aufschmelzung. Die Schmelzen können aufgrund ihrer geringen Dichte bis an die Oberfläche aufsteigen und verursachen dort einen zumeist basaltischen Vulkanismus.


Am Beispiel der kanarischen Inseln sehen wir links auf der Grafik den Hotspot (Pluma). Wie ein Schneidbrenner (rote Spur) hat er in den vergangenen Jahrmillionen von Ost nach West den äußeren Erdmantel aufgeschmolzen und regelmässig neue Inseln entstehen lassen. Tatsächlich ist der Hotspot aber stationär und verharrt an seiner Stelle. Nur die obere afrikanische Platte verschiebt sich allmählich Richtung Osten (Avance de la placa).

Aufgrund dieser Entwicklung werden in Zukunft westlich der heutigen Kanaren neue Inseln entstehen und die alten Inseln langsam im Meer versinken.
Die Erosion (Regen, Wind und Meer) tragen bereits heute Fuerteventura und Lanzarote ab. Die noch höchste Erhebung ist der Pico de la Zarca mit 807 m auf Fuerteventura. Auf Lanzarote der Penas del Chanche mit gar nur noch 670 m Höhe.
Weil hier der Lavanachschub fehlt, werden irgendwann nur noch die aus dem Meer ragenden Bergspitzen an diese Inseln erinnern bis sie dann gänzlich im Atlantik versinken.

Bereits heute sieht das Größenverhältnis  unter den Inseln wie links auf der Grafik (nach Dr. Schmincke) aus. Da wir hier von geologischen Zeiträumen sprechen, wird das Versinken der Altinseln aber noch einige Jährchen dauern.
Aber es gibt auch noch eine andere Hypothese zur Entstehung der Kanaren. Das kommt dann im nächsten Teil.

Donnerstag, 14. August 2014

Ölbohrung vor Fuerteventura kann beginnen

Madrider Regierung gibt grünes Licht

So wird es bald vor der Ostküste von Fuerteventura und Lanzarote aussehen. Die Ölmultis haben nun offiziell, nach dem auch das spanische Umweltministerium grünes Licht gegeben hat, die Genehmigung mit Probebohrungen zwischen den Kanaren und der Westküste Marokkos zu beginnen.
In wenigen Wochen will das Konsortium aus Repsol, der australischen Woodside Energy und der deutschen RWE, die erste Bohrung ausbringen. Die technische Ausrüstung und das Equipment liegen bereits seit geraumer Zeit im Hafen von Las Palmas (Gran Canaria) vor Anker.

Trotz aller Proteste der Kanarischen Regierung und von Umweltschutz-Verbänden, hat der Madrider Industrieminister Jose Manuel Soria (ein Canario), das nationale spanische Interesse über die regionalen Bedenken gesetzt und die Genehmigung erteilt. Es seien alle Einwände ausreichend geprüft worden und Spanien könne sich nicht den Luxus leisten, auf die Erdölsuche zu verzichten. 99 % des benötigten Erdöl würden zur Zeit importiert. Im benachbarten Marokko - nur wenige Kilometer von der beabsichtigten Bohrstelle entfernt - hat das schottische Unternehmen Cairn Energy bereits im März 2014 Erdöl gefunden und will es Ausbeuten.

Die jetzt erteilte Bohrgenehmigung für Repsol & Co. betrifft nur die Probebohrung. Insgesamt sollen drei Bohrungen ca. 50 bis 60 Kilometer vor der kanarischen Küste erfolgen (siehe auch Vulkan und Erdölförderung).
Für die eigentliche Erdölförderung ist eine neue eigene Erlaubnis notwendig.

Die Suchbohrungen erfolgen in eine Tiefe von 3.000 bis 6.900 Meter Tiefe. Dabei gibt es Auflagen:

Sollte sich während der Probebohrung um Umkreis von 75 km ein Erdbeben mit mehr als ML4,5 ereignen oder Gefahren für die Umwelt auftreten, muss die Bohrung sofort gestoppt werden.

Repsol muss zur Behebung evtl. Schäden eine Sicherheitsleistung von 60 Millionen Euro in Madrid hinterlegen.
Es ist die besondere Situation über einem vulkanischen Hotspot und seiner Seitenverästelung Bohrungen auszubringen. (siehe auch Gewinn oder Vernunft).

Auch die Madrider Regierung hat inzwischen erkannt - das zeigen die Auflagen, dass es ein Risiko ist, in Richtung eines Vulkan zu bohren. Es gibt kaum Erfahrungswerte für Erdölbohrungen um aktive Magmakammern. Auch wurde die Beschaffenheit und Struktur dieses Meeressektors kaum untersucht bzw. die Ergebnisse nicht veröffentlicht.

Es wäre dringend angeraten, staatliche Geologen/Vulkanologen der IGN oder des Institut für Meeresforschung vor Ort einzusetzen. Eine direkte Überwachung und wissenschaftlich neue Erkenntnisse über den Gesteinsaufbau am Meeresgrund wären so sicher zu gewinnen.
Wenn schon gebohrt werden muss, soll auch die Vulkanwissenschaft davon partizipieren.
Wann haben Wissenschaftler denn schon die Möglichkeit vor Ort - 6900 Meter tief in die Erdkruste zu schauen ?

Bei allem "Für" und "Wider" bleibt festzustellen:

1. Minister Soria ist verpflichtet alle Möglichkeiten der eigenen Erdölförderung auszuschöpfen, bevor es der Nachbar Marokko umsetzt.

2. Die betroffenen Ostinsel leben vom Tourismus und von sauberen Stränden. Eine "Ölkatastrophe" wie im Golf von Mexiko oder eine Ölverschmutzung ist nicht auszuschließen. Es wäre der Niedergang des wichtigsten Wirtschaftszweig.

3. Es ist ein Experiment und gewagtes Unternehmen in einen vulkanisch aktiven Untergrund zu Bohren mit ungewissem Ausgang. Die Probebohrungen selbst dürften nicht die eigentliche Gefahr darstellen. Erst die spätere Ölförderung könnte das geologische Gleichgewicht durcheinander bringen mit all seinen Folgen.
Negative Beispiele hat man auch bei Almeria auf der spanischen Halbinsel bereits gesammelt (siehe Erdgasspeicher und Ölbohrung).

Es zeigt sich auch hier wieder, dass zwei wirtschaftlich orientierte Interessengruppen aufeinander prallen. Die Ölmultis und die Tourismusindustrie.
Beide haben primär wirtschaftliche Interessen. Die eigentlichen Ökologen bilden nur eine Randgruppe und werden nur zur Unterstützung des eigenen Ziel gerne mit ins Boot geholt.

Warum hat man in der Vergangenheit die Landschaft zu betoniert und nicht in saubere und nachhaltige Energie (siehe El Hierro) investiert.
Geld war genügend vorhanden und jede Insel könnte heute seinen eigenen regenerativen Strom produzieren - ohne Erdöl.
Wind, Sonne und Wasser war und ist genügend vorhanden.
Darüber sollte man sich seine Gedanken machen ... oder liege ich so falsch?

Aktueller Nachtrag vom 15.08.2014

Jetzt hat der Kanarische Inselpräsident Paulino Rivero der Zentralregierung in  Madrid gar mit dem Abbruch der offiziellen Beziehungen gedroht, sollte die Genehmigung nicht widerrufen werden.
Es ist allerdings nur ein Lippenbekenntnis des Präsidenten, da die Kanaren finanziell von Madrid abhängig sind und die Subventionen aus Madrid dringend brauchen. Ob sich die Zentralregierung davon beeindrucken lässt, ist eher unwahrscheinlich.
Der Industrieminister Jose Manuel Soria wurde bereits im März 2014 von Fuerteventura zur Persona non grata erklärt.

Interessant ist auch in diesem Zusammenhang, dass so einige kanarische Politiker vor einem Jahr noch eine ganz andere Meinung zur Ölbohrung hatten. Als aber bekannt wurde, dass die Inseln an den evtl Einnahmen der Ölförderung nicht beteiligt werden, wurde über Nacht die Meinung und das Lager gewechselt.

Samstag, 14. Juni 2014

Neue Mitmach-Seite Naturwissenschaft EX

NEWS:
Die neue Mitmach-Seite  Naturwissenschaft EX
          

Vielleicht haben Sie es schon gesehen. Ein neuer Blog "Naturwissenschaft EX" ist am Entstehen. Ein Mitmach Blog - eine Experimentalseite (EX) - mit Gastbeiträgen rund um die Naturwissenschaft.
Themen die nicht unbedingt auf den Kanaren angesiedelt sind, sondern ein breiteres Wissens- Spektrum auch geographisch abdecken. Die "ISS Live miterleben" mit direkter LiveCam und dem Funkverkehr aus dem All. Zum Start habe ich auch die ganze Entwicklungsgeschichte um das Regenerative Energieprojekt "Gorona" von El Hierro eingestellt.

Das Neue daran - nicht nur meine Beiträge - sondern Berichte, Erlebnisse, Fotos und Meinungen von Ihnen sollen dominieren.
Erdbeben in Südhessen oder Sachsen, Unwetter oder Sturmflut in Norddeutschland, Geothermie Projekt in Basel, Meteoritenstrom über Plauen oder auch Themen aus Ihrem Hobbybereich wie Aquariumaufzucht einer besonderen Spezies, erfolgreiche Schädlingsbekämpfung an meinen Gartenrosen oder unbekannte Entdeckung auf meiner Urlaubsreise.

Kurz - alles was mit Natur und/oder Wissenschaft zu tun hat, ist willkommen.
Oft sind Sie Augenzeuge und näher am Geschehen und können aus erster Hand am Besten berichten.
Die technischen Möglichkeiten, habe ich geschaffen. Nun dürfen Sie die Seite mit Inhalt füllen. Alles Nähere auf  Naturwissenschaft EX (Kopfzeile).


Zeit sich wieder mit El Hierro zu beschäftigen. Die Bebenaktivität unter der Insel bleibt ruhig. Aber doch gibt es fast täglich schwache Beben. Hier auf dem IGN-Bebenhistorie der letzten 90 Tage steht jeder Strich für mindestens ein Beben. Gestern ein ML1,7 Erdstoß aus 11 km Tiefe am Westzipfel.

Wesentlich beunruhigender sieht die Bodenverformung aus. Hier gibt es wohl keinen weiteren Zuwachs weil die Beben fehlen, aber der Innendruck nimmt auch nicht ab. Links die vertikale Bodenverformung am Messpunkt El Pinar im Süden. Wie ein aufgepumpter Fahrrad- Reifen, hält sich bereits über einen langen Zeitraum der Überdruck im Kammerbereich. Der Druck kann nicht entweichen oder sich verteilen. Beim Fahrrad sicher erwünscht, beim Vulkan aber irgendwann mit Konsequenzen. Beim nächsten Bebenschwall wird nachrückende Magma den Druck weiter erhöhen.

Erdölförderung vor Fuerteventura


Der Repsol-Vorsitzende, Antonio Brufau, freut sich nach der Genehmigungserteilung für seinen Konzern. Für ihn zeige Europa Schwäche, wenn man gegen die Förderung eigener fossiler Energievorräte demonstriere.
Man solle stattdessen froh sein und das Vorhaben unterstützen, wenn es um die Unabhängigkeit von arabischen und russischen Öl- und Gasressourcen geht. Erdölförderung sei immer noch besser als ein Atomkraftwerk.
Im Grunde hat der Repsol Vertreter auch Recht. Öl und Gas verbrauchen, aber keine Förderstelle vor der Haustür dulden. Das Problem ist ja auch in Deutschland bekannt. Regenerative Windenergie fordern - aber nur kein Windrad in der Nachbarschaft.

Bei einem Ölfeld sieht es noch etwas anders aus. Ein Ölfeld lässt sich nicht beliebig verschieben. Endlich hat Spanien eine eigene Ölquelle gefunden, aus der sich 10 bis 15 % des spanischen Ölbedarf decken lassen und das - so Repsol und die Madrider Regierung - für mindestens die nächsten 25 Jahre.
Konsequenterweise müsste jeder Demonstrant ab morgen erst einmal sein Auto stehen lassen und sich zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf den Weg machen. Keine Getränke in Plastikflaschen mehr kaufen ... und so weiter.
Würde in Sevilla oder Barcelona ein ähnliches Erdölfeld gefunden, gäbe es die gleichen Proteste. Hier würde die Ölförderung vielleicht nicht den Tourismus schädigen, sondern ein einmaliges UNESCO Kulturdenkmal, die Trinkwasserversorgung oder die geballte Anzahl der Bewohner.

Ein Grund findet sich immer. Energie im Überfluss verbrauchen, möglichst günstig  - aber kein eigenes Risiko eingehen. Saudi Arabien, der Golf von Mexiko oder Venezuela ist weit weg. Sollen die doch mit den Risiken leben.
Es ist ein egoistisches Denken. Irgendwann werden die negativen Auswirkungen aber auch uns erreichen. Nur etwas später. Wir leben gemeinsam auf diesem Erdball.
Jeder Eingriff, ob das Abholzen des Tropenwaldes im Amazonas oder das Verbrennen von Erdöl in unseren Heizungen oder Fahrzeugen, verändert das natürliche Gefüge.

Nicht, dass ich für eine Erdölförderung vor unseren Küsten wäre. Nein - ganz im Gegenteil. Nur sehe ich das Problem mit evtl. negativen Auswirkungen nicht primär in einer Umweltverschmutzung  mit  "katastrophalen" Folgen für den Tourismus.

Die geologische Beschaffenheit unseres Untergrundes mit einem Hotspot wird überhaupt bei all den Überlegungen nicht bedacht. Wir leben auf aktiven Vulkanen die nicht nur auf El Hierro beschränkt sind. Es ist ein Magmasystem das quer unter den Kanarischen Inseln verläuft. Gerade im Bereich des gefundenen Ölfeldes zwischen Fuerteventura und der westafrikanischen Küste verläuft, wie wissenschaftliche Untersuchungen ergeben haben, ein Magmakanal.

Ein instabiles Gebilde, das in der Vergangenheit schon oft Auslöser für Erdbeben war. Zunächst sind es nur Probebohrungen die vorangetrieben werden sollen. Sind die Probebohrungen erfolgreich, wird die Lagerstätte ausgebeutet. Große Mengen Erdöl werden entnommen und das Vakuum wahrscheinlich mit Meerwasser wieder aufgefüllt.

Das bei dem ganzen Procedere entstehende Ungleichgewicht mit Druckverlagerungen im Untergrund kann den Magmaauftrieb beschleunigen und fördern. Mit Auswirkungen die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können.
Hier wären jetzt zunächst die geologischen Institute (wie IGN oder Involcan) gefragt, dazu Stellung zu nehmen. Vielleicht wurden sie auch gefragt. Die Gutachten sind aber bis jetzt nicht öffentlich zugänglich.

Ähnliche Beispiele dazu gab es ja auch schon im Golf von Valencia in Festlandspanien. Nachzulesen in meinem Beitrag "Erdgasspeicher und Ölbohrung" vom 5. Oktober 2013.

Mittwoch, 21. März 2012

El Hierro Vulkan - die Zukunft des Tourismus

NEWS:
Schreck zur Abendstunde. Gestern um 18.14 Uhr schlugen alle seismischen Stationen der Kanaren, wie hier links auf Fuerteventura, wie wild aus und zeichneten einen in dieser Form noch nie gesehenen Tremor bzw. ein langes Beben auf. Schnell war jedoch geklärt, daß es die Erschütterung eines Beben von ML7,6 in Mexiko waren. Mit Verzögerung kommen auch diese Beben hier an und können registriert werden.
Nur die Stationen von El Hierro verzeichneten einen geringen Ausschlag, wie hier links zu sehen. Durch eine andere Justierung der Seismographen auf El Hierro wurde das Mexiko Beben nur schwach aufgezeichnet (rote Wellenlinie). Die IGN Wissenschaftler werden ihre Gründe haben, warum diese Geräte so eingestellt wurden. Vielleicht werden bewusst alle fremden Geräusche heraus gefiltert.
Es gab wieder zwei kleine Beben - am Dienstag um 3.12 Uhr mit ML2,0 im Süden und heute Morgen um 7.07 Uhr mit ML1,5 in 11 km Tiefe an der Westspitze. Sonst blieb es ruhig.

Zu den gestern veröffentlichten rückläufigen Touristenzahlen im Februar 2012 kamen interessante Meinungen.
Das Tauchgebiet um La Restinga ist durch die Eruption weitgehend zerstört. Das Unterwasserparadies mit seiner einzigartigen Flora und Fauna wird Jahre brauchen um sich wieder zu regenerieren. Restinga hat neben der Fischerei vom Tauchtourismus gelebt. Diese Einnahmequelle wird definitiv die nächste Zeit ausfallen. Kein Taucher wird extra anreisen, um eine öde Unterwasserwelt zu begutachten.
Vielleicht machen die Vulkantouristen diesen Ausfall wieder wett. Der Eldiscreto, auch wenn nicht viel zu sehen ist vor Restinga, gehört nun zum Pflichtprogramm jedes Urlauber. Ein Museumsbesuch, eine Küstenwanderung, ein Bootausflug und eine Tasse Kaffee - vielleicht auch ein Mittagessen, wird und kann schon hängen bleiben. Es kommt jetzt darauf an, wie attraktiv der "versteckte" Vulkan vermarktet wird. Ich hätte da so meine Ideen.
El Hierro wurde bekannter und wird in Zukunft stärker bereist. Nicht als "Bebeninsel" wie in einem Kommentar gestern sarkastisch angemerkt, sondern als die jüngste Vulkaninsel der Kanaren.

Der Reiz der Insel wurde durch die Vulkanaktivitäten in seiner Natur und Vielfältigkeit sonst ja nicht beeinträchtigt. Lassen wir mal eine Insiderin und Kennerin der touristischen Szene - Karin Kamm, zu Wort kommen:

El Hierro, der Vulkan und die Touristen
Da ich vom Tourismus auf El Hierro lebe, spüre ich den Rückgang der Besucherzahlen am eigenen Geldbeutel recht deutlich, bin aber weit entfernt davon, die Schuld jmdm. im Besonderen zu geben. Wir waren im Winter durch die seismischen Aktivitäten in einer noch nie da gewesenen Ausnahmesituation, auf die sich alle hier erst einmal einstellen mussten. Die PEVOLCA wurde aus dem Boden gestampft, um irgendwie mit dem aktuellen Geschehen fertig zu werden und die Bevölkerung vor Schäden zu bewahren. Wie schlecht der Katastrophenschutz auf den Kanaren im Allgemeinen ist, war bekannt, streitende Experten trugen nicht gerade dazu bei, die Situation zu entspannen und Entscheidungsfindungen für die PEVOLCA zu vereinfachen, dazu Sensationsjournalismus, Verschwörungstheorien u.s.w.. Ich glaube, jeder hat auf seine Art getan was er konnte und aus Fehlern sollte man im günstigsten Fall lernen.
Gott sei Dank wurde die Insel nicht evakuiert, es hat keine schlimmeren Sachschäden gegeben und der Tunnel ist auch nicht eingestürzt. Den Wunsch, dass alles wieder so normal in seinen Bahnen läuft, wie vor dem Ausbruch der Beben und des Vulkans, hegen fast alle Insulaner. Was soll man auch anderes tun, als darauf zu vertrauen, dass es schon nicht so schlimm wird? Wie ein vor Angst gelähmtes Kaninchen auf die Webcam starren, in jedem Moment mit der gossen Explosion vor La Restinga rechnen und in Depressionen versinken? Bei niemanden steht die allwissende Glaskugel auf dem Schreibtisch, jeder hat seine eigene Theorie und wir versuchen hier unseren Alltag so gut es geht zu bewältigen und sind nicht scharf darauf, dass weiterhin Alarmstufe rot oder gelb bestehen bleibt.

Die Arbeitslosenzahlen steigen weiterhin, uns wurde eine neue Regierung beschert, Krise und leere Kassen, brutal wird der Rotstift auf allen Ebenen angesetzt, obendrein eine Dürre, wie es sie seit den 40iger Jahren nicht mehr gegeben hat und jetzt sind auch noch Erdölbohrungen in der Nähe von Lanzarote und Fuerteventura gegen den Willen der Bevölkerung geplant...

Das Buchungsverhalten nordeuropäischer Touristen ist in der Regel langfristig, ich hätte mir aus Deutschland im November El Hierro für den Frühling nicht als Urlaubsziel ausgesucht. Der Streichung der Fährverbindung nach La Palma folgt jetzt die Einstellung der Direktverbindung per Binter nach/von Gran Canaria, der Tourismus wird so sicher nicht angekurbelt und auch nicht, durch die Fahrpläne, die recht kurzfristig ins Netz gestellt werden. Hoffentlich finden die Politiker eine Lösung, sie suchen sie.

Trotzdem ist es mit entsprechenden Informationen möglich El Hierro von Deutschland aus an einem Tag zu erreichen und eine Zwischenübernachtung in La Laguna, der alten Universitätsstadt Teneriffas in der Nähe des Nordflughafens, die zum Weltkulturerbe gehört, kann eine Bereicherung des Urlaubes sein.

Dienstag, 22. April 2014

Osterbilanz - Flugzeugwrack gefunden

NEWS:

Auch das ist El Hierro. Der Kontrast von saftigen und dicht bewaldeten Bereichen und die karge und von alten Vulkankegel übersäte Lavawüste im Süden (Foto: Jörg Gröger danke) und im Südwesten der Insel.
Erfreulich war die Osterbilanz im Tourismus. 75 % Belegung meldet die Wirtschaftsgesellschaft Ashotel für El Hierro und La Palma. Die Auslastung für La Gomera gar bei 90 % und Teneriffa bei 95 %. Auch der Der Präsident des Bundesverbandes der Arbeitgeber in Hotellerie und Tourismus (FEHT), Fernando Fraile, ist mit der Osterbelegung mehr als zufrieden. Auch wenn über die Feiertage die Flugpreise hoch sind, haben mehr Gäste als im Vorjahr auch die kleineren Westinseln besucht.

El Hierro, La Gomera und La Palma haben doch einiges mehr an unberührter Natur und Ruhe zu bieten, als die überlaufenen größeren Ostinseln. Jeder der schon einmal seinen Urlaub hier verbracht hat, weis diese Vorzüge, die Herzlichkeit der Menschen und die einzigartige Atmosphäre zu schätzen. Der Urlauber ist nicht nur zahlender Kunde, sondern ein gern gesehener Gast und das ist nachhaltig zu spüren und bleibt in Erinnerung.
Immer wieder kehrende Stammgäste sind das Ergebnis. Bei einem Massenansturm wäre dieses besondere Flair schnell verloren. Deswegen begnügen wir uns mit weniger Gästen, die dafür um so intensiver betreut und umsorgt werden können.
Auch die Kreuzfahrt-Saison geht nun langsam zu Ende. Die AIDA`s, TUI Mein Schiff und Co. befahren über die Sommermonate das Mittelmeer und die nördlichen Meeresgebiete.

Auch wenn ich schon 18 Jahre hier lebe, freue ich mich alle Jahre wieder auf den ruhigen Monat Mai. Kaum Touristen, dafür überall frisches Grün, blühende Landschaften und meine Urlaubszeit. Nicht in die Ferne - sondern hier auf La Palma.
Wandern, Barrancos und Vulkankegel erklimmen, die Natur genießen und neues Entdecken (gibt es auch noch für mich) - oder einen Abstecher auf eine Nachbarinsel.


Auch die vulkanische Aktivität unter El Hierro ist weiter in der Ruhephase. Gestern nur zwei schwache Beben bis ML1,4 aus 11 bis 13 km Tiefe unter dem Inselmassiv (siehe IGN Karte). Eine trügerische Ruhe. Jederzeit - und dafür sprechen die GPS Daten der Bodenverformung - kann es mit der Ruhe wieder vorbei sein. Anders als die überirdische Natur, kennt die vulkanische Naturgewalt keine Jahreszeit. Hier ticken die Uhren etwas anders, ohne Rhythmus oder mit einem Schema, das wir aber noch nicht genau durchschaut haben.



Hubschrauber-Wrack im Atlantik gefunden

Die Überreste des vor einem Monat südlich von Fuerteventura abgestürzten SAR Puma Helikopter mit vier Besatzungsmitgliedern wurde gefunden. Das Wrack liegt im Atlantik in 2362 Meter Tiefe etwa 55 Kilometer südwestlich der Insel Fuerteventura.
Ein ROV (Unterwasserroboter) hat es entdeckt und Aufnahmen auch mit den vier toten Soldaten an das Suchschiff gesendet. Ob es der ROV der Ángeles Alvariño des Instituto Español de Oceanografía (IEO) oder der Roboter des Bergungsschiff der US amerikanischen Firma Phoenix International Holdings war, wurde vom Militär nicht mitgeteilt.
Nun will man versuchen, die Überreste aus dieser großen Tiefe zu bergen. Dies wird keine leichte Aufgabe sein.

In eigener Sache:

Ich schreibe Bücher - ich schreibe gerne Bücher rund um mein Leben. Nicht nur Reise- oder Vulkanliteratur, sondern auch über den Selbstbau meines Kachelofen.

Vor 6 Jahren ist dazu eine einfache Bauanleitung erschienen, die ich in viele Länder von Australien, Südafrika, Israel bis Island und natürlich auch in die deutschsprachigen Länder versandt habe. Oft wurde nach dieser Bauanleitung inzwischen mein Kachelofen erfolgreich nachgebaut.

Es wurde nun Zeit, dass ich die Bauanleitung überarbeitet in Buchform erscheinen lasse. Seit einigen Tagen kann nun das Buch "Kachelofen Selbstbau" im Handel und bei den Versandhändlern - wie Amazon - bezogen werden. Alles weitere dazu hier.


Donnerstag, 18. Juli 2013

Vulkan und Erdölförderung

NEWS:

Erdölförderung Ja oder Nein - das Thema erregt zur Zeit auf den östlichen Inseln Fuerteventura und Lanzarote die Gemüter. Gefunden wurde bereits 2001 ein riesiges Erdöl- und Gasfeld, ca. 65 km vor der Küste, an der Grenzlinie zwischen Marokko und den Kanarischen Inseln. Der spanische Ölmulti Repsol geht davon aus, dass hier möglicherweise über 20 Jahre lang, täglich zwischen 100 000 und 150 000 Barrel Erdöl gefördert werden können. Besonders das Gebiet nordöstlich von Fuerteventura scheint reiche Beute zu versprechen. Der kommerzielle Wert dieser Reserven soll sich in einem Bereich von 157 Milliarden Euro bewegen. Wenn diese Summen tatsächlich zu realisieren wären, würde das einen ungeheuren Schub für die Wirtschaftsleistung der Region und ganz Spaniens bedeuten.

Um Festzustellen ob sich überhaupt eine Förderung lohnt, will das Konsortium Repsol, die australische Firma Woodside Petroleum und die deutsche RWE Probebohrungen vornehmen. Den staatlichen Segen und die entsprechenden Genehmigungen aus Madrid liegen inzwischen vor. Die ersten Bohrungen mit einem Kostenaufwand von über einer Milliarde Euro in 3500 Meter Meerestiefe nach dem Gold zu suchen, laufen bereits an.


Das bringt natürlich die Umweltschützer und viele Einwohner der betroffenen Inseln auf die Palme. Auch die Touristikindustrie fürchtet um die Traumstrände, Fördertürme als Kulisse am Horizont und das Ausbleiben von Gästen. Tourismus ist auf den östlichen Inseln die Lebensader und bietet Arbeitsplätze für viele Einheimische. Von der Möglichkeit einer Ölpest wie im Golf von Mexiko erlebt, ganz zu schweigen. Mit Plakaten, Protestveranstaltungen und Aktionen manifestiert sich massiver Widerstand.
Es sind Interessenkonflikte zwischen einem möglichen "Ölboom" der Reichtum und Madrid nicht nur eigene Energie und wachsende Steuereinnahmen bringt sondern auch zusätzliche Arbeitsplätze schaffen soll und die bereits etablierten Touristik. Ein Bioreservat mit Ölförderung oder einem Atomkraftwerk vor der Haustür ist schwer vorstellbar.

Allerdings wird auch auf den Kanaren in Hülle und Fülle Erdöl für die Hotels, Meereswasser- Entsalzungsanlagen und die Fahrzeuge auf den Straßen verbraucht. Energiesparen war bisher nie die große Stärke und die alternative Energiegewinnung wurde eher als ein Stiefkind nebenbei behandelt. Ölförderung Ja - aber nicht vor unserer Küste.

Auch die Politiker geben kein einheitliches Urteil ab. "Wenn die Kanaren nicht an den zusätzlichen Steuereinnahmen durch die Ölförderung partizipieren - sind wir dagegen".
Mit dieser Einstellung wird der ganze Materialismus und nicht das Interesse am Schutze der Natur sichtbar. Der Bauwansinn und die Betonburgen der Vergangenheit spiegeln die Grundeinstellung wieder, die sich auch bis heute nicht geändert hat.
Geld und wirtschaftliche Interessen stehen an erster Stelle.

Doch wie sieht es bei einer Ölförderung geologisch im Untergrund aus?

Kommt es durch die Entnahme von Erdöl und Gas zu Hohlräumen und wird dadurch vielleicht die vulkanische Aktivität angeregt?
Die entdeckten Erdölfelder liegen direkt über dem vermuteten Hotspotkanal Richtung afrikanischer Küste. Viele Erdbeben der Vergangenheit und auch in den letzten Wochen ereigneten sich genau in diesem Areal.
Große Untersuchungen zu dieser möglichen neuen Gefahr wurden bisher nicht vorgenommen bzw. nicht veröffentlicht.
Diesen Punkt möchte ich in den nächsten Tagen behandeln und mit Beispielen aus anderen Regionen erläutern.



Aktuell gab es gestern 3 Beben unter El Hierro. Der stärkste Erdstoß um 18.34 Uhr mit ML1,7 aus 11 km Tiefe am Tanganasoga (rosa).

Dienstag, 13. November 2012

El Hierro - Kanaren kontra Ölmulti

NEWS:
16.45 UHR (Kanarenzeit) - in 3 Stunden ist eine totale Sonnenfinsternis in Australien. Mit zu beobachten über das Gloria-Project der EU.

Unter El Hierro war es in der vergangenen Nacht ruhig. Es gab kein neues Beben.

Auf El Hierro wird jetzt aber erst einmal gestreikt. Für Mittwoch, den 14.11.2012 haben die Gewerkschaften einen Generalstreik ausgerufen. Dem Unmut gegen die starken Sozialkürzungen, Einschränkungen in vielen Lebensbereichen, die hohe Arbeitslosigkeit und dem Niedergang der Wirtschaft wird lautstark Luft gemacht.

Gegen wen richtet sich der Streik?
Primär zunächst einmal gegen die Madrider Regierung und gegen deren Politik "diktiert aus den Büros der Banken und Arbeitgeber" wie es aus der Verlautbarung der Gewerkschaft heißt. Aber auch gegen die Lokalpolitik die das Treiben in der Vergangenheit unterstützt und mit gemacht hat.

Wohlstand lässt sich auf Dauer nicht mit Subventionen und auf "Pump" finanzieren. Die Quittung kommt und der "kleine Bürger" darf zahlen. Eine alte Binsenweisheit - und warum sollte es hier jetzt anders sein?
Es ist ein großes Problem das nicht nur El Hierro, sondern alle kanarischen Inseln und das Festland betrifft. Ganz Spanien wurde vom Sog der Abwärtsspirale erfasst und das Ende der Spirale dürfte noch lange nicht erreicht sein.

Erdölförderung vor den Kanarischen Küsten



So könnte es nach dem Willen der Madrider Regierung und ihres für Energie zuständigen Industrieminister José Manuel Soria bald vor der Küste von Fuerteventura und Lanzarote aussehen (Foto: rebel / pixelio.de). Soria war früher Führungskraft beim Ölkonzern Repsol und anschließend von 2003 bis 2007 Inselpräsident von Gran Canaria. Das macht die überraschende Entscheidung noch delikater.
Geplant und inzwischen auch genehmigt sind Probebohrungen nach Öl und Gas, 61 Kilometer vor der Küste der Kanaren Richtung Westafrika.
Experten des multinationalen Konzerns Repsol sind sich sicher, vor den Kanaren ein riesiges Erdölfeld entdeckt zu haben.

Repsol S.A. (bis Mai 2012 Repsol YPF, S.A.) mit Sitz in Madrid ist ein börsennotierter integrierter Erdölkonzern mit Aktivitäten in 29 Ländern. Repsol ist Marktführer in Spanien und beschäftigt weltweit mehr als 25.000 Mitarbeiter. Es ist eines der zehn größten privaten Erdölunternehmen der Welt erzielte 2011 bei einem Jahresumsatz von 60,1 Mrd. € einen Nettogewinn von 2,5 Mrd. €. (Quelle: Wikipedia). Aber auch der Ölkonzern Woodsite und die deutsche RWE sind mit von der Partie.

Damit sind die Anwohner und die Touristikbranche aber nicht einverstanden. Ein Aufschrei geht durch die Medien.

Was ist, wenn es zu einem Unfall kommt?
Die dramatischen Folgen des Ölunfall im Golf von Mexico sind noch in guter Erinnerung. Tourismus - die wirtschaftliche Schlagader von Fuerteventura und Lanzarote - dann aber ade.
Und wie wirken sich überhaupt Bohrungen und eine Erdölförderung auf den vulkanischen Untergrund aus? Wird der Hotspot angeregt und kommt es dann früher zu Vulkanausbrüchen?

Fragen über Fragen. Zu den Teilaspekten und möglichen Gefahren sowie dem Hindergrund, will ich nach genauer Recherche in den nächsten Tagen näher eingehen.

Mittwoch, 5. Dezember 2012

El Hierro Vulkan - Erdölbohrung und Vulkanismus

NEWS:

So sieht die Bebenbilanz der letzten Tage aus. In der IGN Aufstellung sind für gestern keine Beben aufgeführt. Die "Minibeben" sind weder in der Zahlen-Statistik noch im Histogramm aufgeführt.

Da die IGN nicht sehr auskunftsfreudig ist, gibt es dazu natürlich auch keine Stellungnahme oder einen Kommentar. Eine Fortsetzung der Erschütterungen war in der vergangenen Nacht nicht zu beobachten. Es blieb ruhig.

Erdölbohrung auf den Kanaren

 
 
Nachdem ich bereits in den vergangenen Wochen über das Pro und Kontra und die Situation zu der von der Spanischen Regierung in Madrid genehmigten Probebohrung berichtet habe, möchte ich mich nun mit den evtl. geologischen Risiken auseinander setzen.
 
 
Die Bohrungen sollen vom Ölmulti Repsol im Meeresgebiet zwischen den östlichen Inseln Lanzarote/Fuerteventura und Südmarokko stattfinden. Ungefähr 65 km von Fuerteventura entfernt. Es geht um mehrere Probebohrungen bis in 3000 Meter Tiefe. Ob von der Meeresoberfläche oder vom Meeresgrund gemessen, wurde nicht mitgeteilt. In einem Gebiet in dem es auch in jüngster Zeit vermehrt Erdbeben gab und eine rege vulkanische Aktivität im Untergrund zu vermuten ist.

Eine nicht ganz neue These von Wissenschaftlern des Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-Geomar) ist in diesem Zusammenhang interessant. Sie vermuten einen Lava- bzw. richtiger einen Magmakanal der sich unter den Kanaren bis zum afrikanischen Atlasgebirge und noch darüber hinaus erstreckt.
Dass es die Kanarischen Inseln überhaupt gibt, geht auf einen so genannten Hotspot zurück. Dabei strömt aus bis zu 2900 Kilometern Tiefe heißes Gestein nach oben, das wegen des ungeheuren Drucks anfangs noch fest ist. Ab etwa 200 Kilometern Tiefe fängt es an zu schmelzen und tritt schließlich als Magma an die Oberfläche.
Doch offensichtlich sorgt der Mantel Plume nicht nur auf den Kanaren regelmäßig für Magma-Nachschub. Wissenschaftler vom Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-Geomar) haben jetzt entdeckt, dass ein Teil des heißen Gesteins im Erdinneren bis in den Nordwesten Afrikas geleitet wird und dort als Magma an die Oberfläche tritt. Die Geomar-Forscher hatten Material vulkanischen Ursprungs aus dem Atlasgebirge untersucht. Dessen chemischer Fingerabdruck ähnle dem von Vulkangestein der Kanaren, schreiben Kai Hoernle und seine Kollegen im Fachblatt "Geology" ( 37, 3, S. 283-286).

Ausführlich hatte ich bereits am 22. April 2012 diese These beschrieben. Wer die Einzelheiten noch einmal mit den Links nachlesen möchte hier Lavatunnel bis nach Afrika?

Und genau in diesem Gebiet sollen nun die Bohrungen ausgebracht werden. Erfahrungswerte über Erdölbohrungen in einer vulkanisch sehr aktiven Zone die zudem über einem Hotspot liegt, gibt es nicht bzw. sind mir zumindest nicht bekannt. Auch gab es bisher noch keine großen Untersuchungen wie sich eine Druckentlastung durch eine Erdölförderung auf ein darunter liegendes Magmafeld auswirkt.
Wie tief liegen überhaupt die Magmaschichten im betroffenen Gebiet?
Wird dadurch der Magmaaufstieg begünstigt oder sogar eine Lawine los getreten, die wir dann nicht mehr stoppen können?
Könnte es auch Auswirkungen auf die Vulkanaktivität jetzt unter El Hierro haben?

Einige Fragezeichen die zum Nachdenken anregen.

Ich möchte das Thema als Frage stehen lassen und würde mich über Ihre Meinung freuen.
Vielleicht hat unter den Lesern jemand andere Beispiele oder Quellen die er in die Diskussion einwerfen möchte 

Dienstag, 18. November 2014

Kanarische Ölbohrung unter Militärschutz

Nur der Himmel kann noch helfen


Gewaltsam wurde am vergangenen Wochenende eine Protestaktion von Greenpeace (Foto) gegen die Kanarische Ölbohrung vor Fuerteventura beendet. Spanische Marine-Einheiten verhinderten die Kaperung des Ölbohrschiff Rowan Renaissance das nach Öl bohren soll. Mehrere Aktivisten wurden dabei verletzt. Als Greenpeace am frühen Samstag-Morgen mit Schlauchbooten in die einen Kilometer um die Bohrstelle verhängte Sperrzone um die Kanarische Ölbohrung eindringen wollte, wurden sie gewaltsam gestoppt. Marine-Einheiten des spanischen Militär mit Sturmbooten,  attackierten und beschädigten mehrere Boote. Eine italienische Aktivistin wurde dabei von einer Schiffsschraube so schwer verletzt, dass sie mit dem Hubschrauber ins Hospital nach Gran Canaria eingeliefert werden musste.


Madrid will Kanarische Ölbohrung mit allen Mitteln durchsetzen


Es wird ernst. Die technische Ausrüstung hat Repsol mit mehreren Schiffen zum Start der Kanarischen Ölbohrung rund 60 km vor Fuerteventura in Stellung gebracht. Die erforderliche Bohrerlaubnis aus Madrid ist auch gegen den Widerstand vieler Canarios erteilt … und das spanische Militär ist mit einer Fregatte zum Schutz vor Ort ... Weiterlesen

Dienstag, 5. Februar 2013

El Hierro Vulkan - ein Calima kommt

NEWS:
16.26 Uhr - ich mag es noch nicht genau einschätzen. Aber seit heute Morgen sind stärkere Zitterbewegungen auf dem Seismogramm zu beobachten - wie in den Kommentaren bereits festgestellt. Das Wetter ist bis auf den Calima normal. Kein Regen - aber vielleicht ein etwas stärkerer Seegang als üblich (komme gerade vom Hafen). Ob es die Wellen sind oder ob ein Tremor eingesetzt hat, ist im Moment schwer zu beurteilen.

Heute hat die Involcan mitgeteilt, daß im Juli 2012 tatsächlich eine erneute unentdeckte Eruption im Westteil, ca. 2 km vor der Küste stattgefunden hat. Morgen dazu mehr.


Gestern Abend um 21.27 Uhr ein kleiner Erdstoß von ML1,2 in 13 km Tiefe um den Tanganasoga.

So sah der über die Kanaren fliegende NASA Satellit gestern um 14.45 Uhr die östlichen Inseln. Ein Sandsturm aus der Sahara erfasst die Insel Fuerteventura und hüllt sie unter einer Staubschicht ein. Fuerteventura liegt gerade einmal 100 km westlich von der afrikanischen Küste entfernt.

Dieses Wetterphänomen nennt man hier "Calima" und tritt 3 bis 4 mal im Jahr auf und kann auch die entfernten Inseln El Hierro, La Gomera und La Palma erfassen. Der Sandschleier wirkt dann wie ein Treibhaus und lässt die Inseltemperaturen innerhalb weniger Stunden um bis zu 10°C ansteigen. Die Luftfeuchtigkeit sinkt schlagartig von normal 60- 70% auf 0- 10% Luftfeuchte.

In den Wintermonaten durchaus eine angenehme Erscheinung - im Sommer aber fast unerträglich heiß. Menschen mit Atembeschwerden bleiben dann besser im Haus.
Diese Wettererscheinung hält sich meist für 3 Tage. Sobald der Wind auf Nordost dreht und der Passat die Oberhand übernimmt, ist der Spuk genauso schnell wieder vorbei.