NEWS:
17.11 Uhr - kein Flugzeugabsturz vor Gran Canaria - Alarm wurde annulliert. Es ist wohl nur ein Schlepper oder ein Containerschiff das in Seenot geraten ist.
Nachdem wir nun den starken Seegang ohne große Schäden überstanden haben, meldet sich der Hotspot wieder zu Wort. Um 3.13 Uhr ein ML2,0 Beben aus 15 km Tiefe vor der Westküste von El Hierro. Weiter ging es um 4.43 Uhr mit einem ML2,4 Erdstoß (siehe Grafik IGN) zwischen Teneriffa und Fuerteventura. Die Ausgangstiefe konnte nicht ermittelt werden ... und last but not least um 5.12 Uhr noch ein Beben von ML1,8 etwas südlich davon zwischen Teneriffa und Gran Canaria aus 20 km Tiefe.
Die ganze Bandbreite der alten Hotspotspur von Osten nach Südwesten meldet sich in unregelmäßigen Zeitabständen zu Wort. Keine vulkanische Aktivität unter den Kanaren darf für sich isoliert betrachtet werden. Alles hängt miteinander zusammen.
Zwei Dinge wundern mich allerdings bereits seit Jahren.
Die Insel La Gomera, auf der Grafik als runde Insel zwischen La Palma und El Hierro, hat seit Menschengedenken keine Eruption erlebt. Wie eine Oase der Ruhe wird sie auch von Beben verschont. In den vergangenen Jahren seit ich intensiv die vulkanischen Aktivitäten betrachte, gab es hier keinen einzigen Erdstoß.
Auch La Palma macht keine Anstalten als ehemals aktivste Vulkaninsel (Ausbruch San Juan 1949 und Teneguia 1971) sich wieder in den Reigen einzureihen. Seit dem letzten Ausbruch vor über 40 Jahren gibt es wohl vereinzelt Beben, aber keine außergewöhnliche vulkanische Aktivität. Es mag sicher nur eine Frage der Zeit sein, bis die alten Stellen sich wieder reaktivieren.
Auch die Vulkanologen und Geologen gingen bis zum Jahre 2011 davon aus, dass die nächste Eruption mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit im Südteil der Insel La Palma stattfindet.
El Hierro war es aber, die völlig unerwartet 2011 auf sich aufmerksam machte. Es gibt einfach kein Schema und damit keine sichere Vorhersage welche Insel als nächstes betroffen sein wird.
Die Natur ... und wenn ich mich auch oft wiederholen muss, hat einfach ihre eigenen Spielregeln.
Der Mensch kann wohl viel Messen, Erforschen und Feststellen - den nächsten Schritt der Natur kann er aber noch nicht Entschlüsseln.
Donnerstag, 27. März 2014
Mittwoch, 26. März 2014
NASA Satellitenaufnahme und rauhe See
NEWS:
Nicht ganz so beeindruckend ist die grafische Darstellung links von den Inseln.
Hier geht es nicht um Schönheit, sondern um technische - genau meteorologische - Hinweise zu vermitteln.
Die Warnstufe "Gelb" gilt heute bis Donnerstag Morgen um 6.00 Uhr für alle Inseln. Stürme bis 70 km/h und hoher Seegang mit bis zu 5 Meter hohem Wellengang ist bereits vorhanden.
Entsprechend reagiert auch der CRST Seismograf auf El Hierro. Anpreschende Brandung versetzt die Insel in Vibration. Normal vom Menschen nur in Küstennähe zu spüren. Gestern hatte ich noch hier auf La Palma ein Gespräch mit einem Gast der direkt in einem Hotel am Meer wohnt.
" Ein wenig ungewöhnlich sei es schon, wenn das Zimmer im Intervall wie bei einem Beben zittert und rhythmisch das Grollen der anschlagenden Wellen ans Ohr dringt."
Es war immer schon etwas Besonderes auf den Westinseln seinen Urlaub zu verbringen. Langweilig wird es nie.
Jetzt wollen wir nur hoffen, dass am Donnerstag bzw. Freitag die Kreuzfahrtschiffe "TUI Mein Schiff 1" und "AIDAstella" in den Hafen Einlaufen können.
Unter den letzten vier Kandidaten ist die Aufnahme bereits. Wenn Sie jetzt alle dafür "Voten" sollte die nächste Stufe - das Finale, eigentlich erreichbar sein. Hier geht es zur Abstimmung.
Die Kanarischen Inseln machen immer eine gute Figur. Besonders der Blick aus dem All vom NASA-Satelliten Terra am 15. Juni 2013 zeigt das Lichtspiel der nach Südwesten verwirbelten Meeresoberfläche. Lange milchige windsackartige Abdriftschwänze machen auch ohne Pinsel und grafische Hilfsmittel ein einmaliges Bild.
Verursacht werden diese Lichtspiele durch den meist vorherrschenden Nordost Passatwind. Die rauhe und steil ansteigenden Inseloberflächen erzeugen an der Leeseite Verwirbelungen, die die Wasseroberfläche des Atlantik Gräuseln oder Glätten. Bei entsprechendem Lichteinfall kommen dann solche Aufnahmen zustande.
Auch 2014 gibt es wieder einen "NASA-Award" für die schönste Satellitenaufnahme des Jahres. Ob mit oder ohne Vulkan (2012 war der Sieger ja eine Aufnahme des Eldiscreto von El Hierro) gibt es gute Chancen das Podest wieder zu erklimmen.
Hier geht es nicht um Schönheit, sondern um technische - genau meteorologische - Hinweise zu vermitteln.
Die Warnstufe "Gelb" gilt heute bis Donnerstag Morgen um 6.00 Uhr für alle Inseln. Stürme bis 70 km/h und hoher Seegang mit bis zu 5 Meter hohem Wellengang ist bereits vorhanden.
Entsprechend reagiert auch der CRST Seismograf auf El Hierro. Anpreschende Brandung versetzt die Insel in Vibration. Normal vom Menschen nur in Küstennähe zu spüren. Gestern hatte ich noch hier auf La Palma ein Gespräch mit einem Gast der direkt in einem Hotel am Meer wohnt.
" Ein wenig ungewöhnlich sei es schon, wenn das Zimmer im Intervall wie bei einem Beben zittert und rhythmisch das Grollen der anschlagenden Wellen ans Ohr dringt."
Es war immer schon etwas Besonderes auf den Westinseln seinen Urlaub zu verbringen. Langweilig wird es nie.
Jetzt wollen wir nur hoffen, dass am Donnerstag bzw. Freitag die Kreuzfahrtschiffe "TUI Mein Schiff 1" und "AIDAstella" in den Hafen Einlaufen können.
NASA Tournament 2014
Geschafft haben wir es 2012 - auch Dank der Leser hier - mit der Eldiscreto Satellitenaufnahme. Jetzt beim NASA Tournament 2014 Earth sieht es auch wieder erfolgversprechend aus.Unter den letzten vier Kandidaten ist die Aufnahme bereits. Wenn Sie jetzt alle dafür "Voten" sollte die nächste Stufe - das Finale, eigentlich erreichbar sein. Hier geht es zur Abstimmung.
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Dienstag, 25. März 2014
Regeneratives Energieprojekt - Probelauf
NEWS:
Mit großem Werbeaufwand hat die Betreibergesellschaft Gorona del Viento El Hierro, den Start ihres Regenerativen Energieprojekt verkündet. Anlässlich einer Tagung in Madrid wurde die internationale Presse informiert. Darauf darf man auch Stolz sein, als erste Insel zu 100% den Strombedarf mit natürlicher Energie zu decken. Weltweit wird darüber berichtet. Es ist jetzt allerdings erst der Probelauf der Anlage.
Die Windräder drehen sich und das große Speicherbecken bei Valverde ist gefüllt. Jetzt muss erstmals das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten getestet werden.
Strom wird mit Windkraft erzeugt und in das Netz eingespeist. Meerwasser wird in der Entsalzungsanlage gereinigt und in das Hauptspeicherbecken gepumpt. Bei Windflaute wird das gespeicherte Wasser abgelassen und schießt durch die Turbinen (Foto), sammelt sich im unteren Auffangbecken und wird bei entsprechender Windkraft wieder hinauf in das große Speicherbecken gepumpt. Erst dieses Zusammenspiel macht die Einmaligkeit dieser Anlage aus und das wird jetzt getestet.
Ich hatte mehrfach während der Bauphase Gelegenheit das Projekt zu besuchen und auch hinter die Kulissen zu schauen. Die Windräder kommen aus deutscher Produktion, die Transformatoren von BBC und die Turbinen aus Festlandspanien.
Die modernste internationale Technologie wurde verbaut (im Archiv links nach "Gorona" suchen).
Bis zum Juni 2014 soll die Erprobungsphase abgeschlossen sein. Dann wird es ans Netz gehen und zu 100% den Inselstrom liefern.
Während meiner geplanten Tour (bei entsprechender Teilnehmeranzahl) Anfang Juni auf El Hierro werden wir auch dieses Projekt näher in Augenschein nehmen - weiteres dazu hier.
Es gibt weiter Beben. Keine berauschende Stärke - nur bis ML2,1 aus 12 bis 21 km Tiefe. Quer verteilt vom Nordosten bis weit in den Westen (Kreise). Der Doppelkreis zeigt die letzten beiden Beben im Norden an. Hier genau befindet sich auch das Haupt- Wasserspeicherbecken der Gorona- Energieanlage. Bei der Planung vor vielen Jahren gab es noch keine vulkanische Aktivität und Beben auf der Insel. Solange die Bebenstärke im Rahmen bleibt, dürfte es mit der Dichtigkeit dort keine Probleme geben.
Auf La Palma haben wir im Norden bei Barlovento ein mehr als doppelt so großes Speicherbecken - die "Laguna de Barlovento".
Mehrere Leckagen konnten trotz Einsatz japanischer Spezialfirmen nicht abgedichtet werden. Das Becken darf heute nur noch zu 40% befüllt werden. Auch ohne große Erdbeben kann es also Schwierigkeiten geben.
Mit großem Werbeaufwand hat die Betreibergesellschaft Gorona del Viento El Hierro, den Start ihres Regenerativen Energieprojekt verkündet. Anlässlich einer Tagung in Madrid wurde die internationale Presse informiert. Darauf darf man auch Stolz sein, als erste Insel zu 100% den Strombedarf mit natürlicher Energie zu decken. Weltweit wird darüber berichtet. Es ist jetzt allerdings erst der Probelauf der Anlage.
Die Windräder drehen sich und das große Speicherbecken bei Valverde ist gefüllt. Jetzt muss erstmals das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten getestet werden.
Strom wird mit Windkraft erzeugt und in das Netz eingespeist. Meerwasser wird in der Entsalzungsanlage gereinigt und in das Hauptspeicherbecken gepumpt. Bei Windflaute wird das gespeicherte Wasser abgelassen und schießt durch die Turbinen (Foto), sammelt sich im unteren Auffangbecken und wird bei entsprechender Windkraft wieder hinauf in das große Speicherbecken gepumpt. Erst dieses Zusammenspiel macht die Einmaligkeit dieser Anlage aus und das wird jetzt getestet.
Ich hatte mehrfach während der Bauphase Gelegenheit das Projekt zu besuchen und auch hinter die Kulissen zu schauen. Die Windräder kommen aus deutscher Produktion, die Transformatoren von BBC und die Turbinen aus Festlandspanien.
Die modernste internationale Technologie wurde verbaut (im Archiv links nach "Gorona" suchen).
Bis zum Juni 2014 soll die Erprobungsphase abgeschlossen sein. Dann wird es ans Netz gehen und zu 100% den Inselstrom liefern.
Während meiner geplanten Tour (bei entsprechender Teilnehmeranzahl) Anfang Juni auf El Hierro werden wir auch dieses Projekt näher in Augenschein nehmen - weiteres dazu hier.
Es gibt weiter Beben. Keine berauschende Stärke - nur bis ML2,1 aus 12 bis 21 km Tiefe. Quer verteilt vom Nordosten bis weit in den Westen (Kreise). Der Doppelkreis zeigt die letzten beiden Beben im Norden an. Hier genau befindet sich auch das Haupt- Wasserspeicherbecken der Gorona- Energieanlage. Bei der Planung vor vielen Jahren gab es noch keine vulkanische Aktivität und Beben auf der Insel. Solange die Bebenstärke im Rahmen bleibt, dürfte es mit der Dichtigkeit dort keine Probleme geben.
Auf La Palma haben wir im Norden bei Barlovento ein mehr als doppelt so großes Speicherbecken - die "Laguna de Barlovento".
Mehrere Leckagen konnten trotz Einsatz japanischer Spezialfirmen nicht abgedichtet werden. Das Becken darf heute nur noch zu 40% befüllt werden. Auch ohne große Erdbeben kann es also Schwierigkeiten geben.
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Sonntag, 23. März 2014
Die Macht der Natur
NEWS:
Montag, 24.03.14 - in der vergangenen Nacht zwei Erdstöße. ML2,1 aus 12 km Tiefe im Norden und ein ML2,0 Beben aus 18 km Tiefe vor der Westküste.
Gestern gab es unter El Hierro zwei schwache Erdstöße bis ML1,8 aus 18 km Tiefe im östlichen Küstenbereich vor dem Hotel Parador. In der vergangenen Nacht um 4.46 Uhr ein ML2,0 Beben bei Valverde aus 19 km Tiefe. Sonst blieb es ruhig.
Die Kräfte der Natur wirken nicht nur in Erdnähe. Wenden wir uns heute einmal den Gefilden über El Hierro zu. Die NASA hat am 29. Oktober 2013 mit dem Hubble-Weltraumteleskop etwas ungewöhnliches beobachtet. Es sind keine Kometen aus Eis und Staub, sondern drei Stein- Asteroiden aus dem Asteroidengürtel auf dem Weg zur Sonne. Der größte Asteroid wird auf 200 Meter im Durchmesser geschätzt. Während Kometen bei der Sonnenannäherung durch das Sonnenlicht Materialien verlieren und den typischen Kometenschweif bilden oder auch zerbrechen, wurde ähnliches bei Asteroiden noch nie beobachtet.
Einige Monate später am 14. Januar 2014 entstand die linke Aufnahme. Aus den ehemals drei Stein- Asteroiden sind nun 10 kleinere Fragmente geworden. Sie sind zerbrochen.
"Dass ein Stein- Asteroid vor unseren Augen zerfällt, ist ziemlich erstaunlich" sagte David Jewitt von der University of California in Los Angeles. Die Größe des Trümmerfeldes entspricht jetzt ungefähr dem Erddurchmesser. Es ist unwahrscheinlich, dass der Asteroid wegen einer Kollision mit einem anderen Asteroiden, zerfallen ist. Andere Kräfte müssen hier gewirkt haben.
Durch eine subtile Wirkung des Sonnenlichts könnten die Asteroiden so stark in Drehung versetzt worden sein, dass die Zentrifugalkraft sie auseinander gerissen hat. Der Druck des Sonnenlichtes dürfte primär die treibende Kraft sein, die den Zerfall der kleinen Asteroiden verursachte - so der Astronom.
Seit Jahren wird diese Möglichkeit der Störung von Wissenschaftler bereits diskutiert. Jetzt konnte es erstmals auch beobachtet werden.
Die Asteroiden - Überreste, mit einem Gewicht von etwa 200.000 Tonnen, bieten nun eine reiche Quelle von Meteoroiden für die Zukunft. Kleine Teile der Fragmente werden eines Tages über unseren Köpfen als Sternschnuppen in die Erdatmosphäre stürzen.
Montag, 24.03.14 - in der vergangenen Nacht zwei Erdstöße. ML2,1 aus 12 km Tiefe im Norden und ein ML2,0 Beben aus 18 km Tiefe vor der Westküste.
Gestern gab es unter El Hierro zwei schwache Erdstöße bis ML1,8 aus 18 km Tiefe im östlichen Küstenbereich vor dem Hotel Parador. In der vergangenen Nacht um 4.46 Uhr ein ML2,0 Beben bei Valverde aus 19 km Tiefe. Sonst blieb es ruhig.
Die Kräfte der Natur wirken nicht nur in Erdnähe. Wenden wir uns heute einmal den Gefilden über El Hierro zu. Die NASA hat am 29. Oktober 2013 mit dem Hubble-Weltraumteleskop etwas ungewöhnliches beobachtet. Es sind keine Kometen aus Eis und Staub, sondern drei Stein- Asteroiden aus dem Asteroidengürtel auf dem Weg zur Sonne. Der größte Asteroid wird auf 200 Meter im Durchmesser geschätzt. Während Kometen bei der Sonnenannäherung durch das Sonnenlicht Materialien verlieren und den typischen Kometenschweif bilden oder auch zerbrechen, wurde ähnliches bei Asteroiden noch nie beobachtet.
Einige Monate später am 14. Januar 2014 entstand die linke Aufnahme. Aus den ehemals drei Stein- Asteroiden sind nun 10 kleinere Fragmente geworden. Sie sind zerbrochen.
"Dass ein Stein- Asteroid vor unseren Augen zerfällt, ist ziemlich erstaunlich" sagte David Jewitt von der University of California in Los Angeles. Die Größe des Trümmerfeldes entspricht jetzt ungefähr dem Erddurchmesser. Es ist unwahrscheinlich, dass der Asteroid wegen einer Kollision mit einem anderen Asteroiden, zerfallen ist. Andere Kräfte müssen hier gewirkt haben.
Durch eine subtile Wirkung des Sonnenlichts könnten die Asteroiden so stark in Drehung versetzt worden sein, dass die Zentrifugalkraft sie auseinander gerissen hat. Der Druck des Sonnenlichtes dürfte primär die treibende Kraft sein, die den Zerfall der kleinen Asteroiden verursachte - so der Astronom.
Seit Jahren wird diese Möglichkeit der Störung von Wissenschaftler bereits diskutiert. Jetzt konnte es erstmals auch beobachtet werden.
Die Asteroiden - Überreste, mit einem Gewicht von etwa 200.000 Tonnen, bieten nun eine reiche Quelle von Meteoroiden für die Zukunft. Kleine Teile der Fragmente werden eines Tages über unseren Köpfen als Sternschnuppen in die Erdatmosphäre stürzen.
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Vulkan
Freitag, 21. März 2014
Vulkan - El Hierro wächst weiter
NEWS:
So sieht die alte und einfache Methode zu Erkennung einer Bodenverformung beim Aufblähen einer Magmakammer aus (Foto: US Geologica Survey). Eine ehemals gerade verlaufende Markierung (links) wird durch den Innendruck und die Boden Aufwölbung verformt (rechts). Wie beim Aufblasen eines Ballon verbiegt sich die Gerade in die Horizontale. Diese Markierung an einer Steilklippe könnte auch die vertikale Ausdehnung anzeigen.
Lange war auch die Verwendung von Neigungsmessern, dem so genannte Tiltmeter, üblich. Dieser ist mit einer Wasserwaage zu vergleichen.
Heute werden elektronische Tiltmeter oder Extensionsmeter mit Laserstrahl eingesetzt. Sie ermöglichen die Dehnung der Oberfläche zwischen zwei Fixpunkten auf Bruchteilen von Millimeter zu erfassen. Auf 30 m lässt sich eine Veränderung von 0,3 tausendstel Millimeter nachweisen.
Ganz so genau muss es bei Vulkanen nicht zugehen.
Der "Navi" dürfte jedem bekannt sein. Die satellitengestützte Navigation, das Global Position System (GPS), hat längst den Alltag erobert. Ob als Autofahrer oder Wanderer findet man sich mit seinem SmartPhon auch in fremder Umgebung zurecht. Diese Technik kommt natürlich vom US Militär oder das „Glonass“-System von der russischen Seite. Ein GPS-Empfänger erhält Daten von mindestens drei Satelliten und kann daraus zentimetergenau seine eigene Position errechnen. Auf dem rotierenden Modell (links von Wikipedia) mit einem fixen Standort, werden die immer verfügbaren Satelliten angezeigt.
Genau dieses System wird von der Universität Nagoya auch zur GPS Messung der Bodenverformung auf El Hierro eingesetzt. Es sind allerdings keine passiven Geräte. Sie können mit dem Satelliten kommunizieren und ihre Daten senden. So kommen dann diese Tabellen mit der vertikalen Bodenverformung (siehe Grafik) vom Messpunkt Frontera zustande.
Aktuell haben wir seit dem Jahre 2012 eine Aufwölbung um 240 mm ( von -7 bis jetzt +17 cm) zu verzeichnen. Bei fast allen anderen GPS Messpunkten auf der Insel sieht es ähnlich aus.
Somit dürfte nun der höchste Berg der Insel - der Pico de Malpaso - von ehemals 1501,00 Meter - jetzt auf 1501,24 Meter in 2 Jahren angewachsen sein.
Interessant vielleicht der Vergleich mit dem Yellowstone Park in den USA. Dort stieg die Bodenhöhe über dem "Supervulkan" von 1923 bis 1985 um 74 Zentimeter an. In 62 Jahren würde das bei der El Hierro Ausdehnung von 12 cm/Jahr einer Blase von 744 cm (7,44 Meter) entsprechen.
Selbst das dehnungsfreudigste Gestein würde diese Belastung nicht lange aushalten und reißen.
Im Yellowstone Park wurde die Bodenverformung immer von einem beständigen Auf und Ab begleitet. Auf El Hierro kennen wir aber nur eine Richtung - den kontinuierlichen Anstieg. Mit jeder neuen Intrusion und jedem neuen Bebenschwall wächst der Druck weiter an.
GPS Daten sollen als Frühindikatoren dienen. Sie zeigen an, was zu erwarten ist. Was sie uns aber nicht sagen können, wann der Breakdown Point erreicht ist.
Hier sind wir am Ende unserer Wissenschaft angelangt. Zu wenige Informationen sind vom Gesteinsaufbau, der Festigkeit, der Elastizität und überhaupt von der Zusammensetzung der tragenden Schichten über der Magmakammer bekannt.
Der Druck will entweichen - und er wird auch über kurz oder lang entweichen. Vielleicht fehlt nur noch die richtige Initialzündung.
Es gibt noch viel zu Beobachten und zu Erforschen. Vieles wissen wir bereits heute. Es ist aber noch lange nicht ausreichend um nur annähernd sagen zu können, was der Vulkan die nächste Woche machen wird.
So sieht die alte und einfache Methode zu Erkennung einer Bodenverformung beim Aufblähen einer Magmakammer aus (Foto: US Geologica Survey). Eine ehemals gerade verlaufende Markierung (links) wird durch den Innendruck und die Boden Aufwölbung verformt (rechts). Wie beim Aufblasen eines Ballon verbiegt sich die Gerade in die Horizontale. Diese Markierung an einer Steilklippe könnte auch die vertikale Ausdehnung anzeigen.
Lange war auch die Verwendung von Neigungsmessern, dem so genannte Tiltmeter, üblich. Dieser ist mit einer Wasserwaage zu vergleichen.
Heute werden elektronische Tiltmeter oder Extensionsmeter mit Laserstrahl eingesetzt. Sie ermöglichen die Dehnung der Oberfläche zwischen zwei Fixpunkten auf Bruchteilen von Millimeter zu erfassen. Auf 30 m lässt sich eine Veränderung von 0,3 tausendstel Millimeter nachweisen.
Ganz so genau muss es bei Vulkanen nicht zugehen.
Der "Navi" dürfte jedem bekannt sein. Die satellitengestützte Navigation, das Global Position System (GPS), hat längst den Alltag erobert. Ob als Autofahrer oder Wanderer findet man sich mit seinem SmartPhon auch in fremder Umgebung zurecht. Diese Technik kommt natürlich vom US Militär oder das „Glonass“-System von der russischen Seite. Ein GPS-Empfänger erhält Daten von mindestens drei Satelliten und kann daraus zentimetergenau seine eigene Position errechnen. Auf dem rotierenden Modell (links von Wikipedia) mit einem fixen Standort, werden die immer verfügbaren Satelliten angezeigt.
Zur Zeit gibt es 24 NAVSTAR Satelliten die eine genaue Orts- und auch Höhenbestimmung ermöglichen. Im Laufe des Jahres 2014 soll dieses System mit 32 GPS II Satelliten noch modifiziert werden.
Genau dieses System wird von der Universität Nagoya auch zur GPS Messung der Bodenverformung auf El Hierro eingesetzt. Es sind allerdings keine passiven Geräte. Sie können mit dem Satelliten kommunizieren und ihre Daten senden. So kommen dann diese Tabellen mit der vertikalen Bodenverformung (siehe Grafik) vom Messpunkt Frontera zustande.
Aktuell haben wir seit dem Jahre 2012 eine Aufwölbung um 240 mm ( von -7 bis jetzt +17 cm) zu verzeichnen. Bei fast allen anderen GPS Messpunkten auf der Insel sieht es ähnlich aus.
Somit dürfte nun der höchste Berg der Insel - der Pico de Malpaso - von ehemals 1501,00 Meter - jetzt auf 1501,24 Meter in 2 Jahren angewachsen sein.
Interessant vielleicht der Vergleich mit dem Yellowstone Park in den USA. Dort stieg die Bodenhöhe über dem "Supervulkan" von 1923 bis 1985 um 74 Zentimeter an. In 62 Jahren würde das bei der El Hierro Ausdehnung von 12 cm/Jahr einer Blase von 744 cm (7,44 Meter) entsprechen.
Selbst das dehnungsfreudigste Gestein würde diese Belastung nicht lange aushalten und reißen.
Im Yellowstone Park wurde die Bodenverformung immer von einem beständigen Auf und Ab begleitet. Auf El Hierro kennen wir aber nur eine Richtung - den kontinuierlichen Anstieg. Mit jeder neuen Intrusion und jedem neuen Bebenschwall wächst der Druck weiter an.
GPS Daten sollen als Frühindikatoren dienen. Sie zeigen an, was zu erwarten ist. Was sie uns aber nicht sagen können, wann der Breakdown Point erreicht ist.
Hier sind wir am Ende unserer Wissenschaft angelangt. Zu wenige Informationen sind vom Gesteinsaufbau, der Festigkeit, der Elastizität und überhaupt von der Zusammensetzung der tragenden Schichten über der Magmakammer bekannt.
Der Druck will entweichen - und er wird auch über kurz oder lang entweichen. Vielleicht fehlt nur noch die richtige Initialzündung.
Es gibt noch viel zu Beobachten und zu Erforschen. Vieles wissen wir bereits heute. Es ist aber noch lange nicht ausreichend um nur annähernd sagen zu können, was der Vulkan die nächste Woche machen wird.
Labels:El Hierro,Kanarische Inseln,Kanaren,Spanien
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Vulkan
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