Sonntag, 14. April 2013

Vulkan - Botschaft per Flaschenpost

NEWS:

Die Flaschenpost war früher nach den Erzählungen oft die letzte Möglichkeit eines auf einer einsamen Insel gestrandeten "Robinson Crusoe", der Welt seinen Standort mitzuteilen und zu hoffen. Etwas größer - 8 Meter lang und 2,5 Tonnen schwer, etwas moderner - mit GPS Ortung und Live Kamera, hat nun ein norwegischer Getränkehersteller seine Monsterflasche dem Meer überlassen. Medienwirksam wurde Mitte März 2013 südlich vor Teneriffa das Objekt (als Boot registriert) ausgesetzt. Es wird nun mit der Meeresströmung Richtung Karibik treiben. Nach aktueller Ortung befindet es sich heute bereits ca. 500 Seemeilen westlich der Kanarischen Inseln.
Wer das richtige Endziel der Flasche tippt, erhält für jede gereiste Meile eine Flasche dieser Brause. Dies dürfte sich nachher auf gut eine LKW-Ladung mit Anhänger summieren ... nah denn Prost!
Mitverfolgen kann man das Spektakel auf der Solo-Seite.

Was die vulkanischen Aktivitäten unter El Hierro betrifft, blieb es auch in der vergangenen Nacht relativ ruhig. Gestern wurden von der IGN 9 Erdstöße, heute bereits 4 Beben registriert. Die Intensität reicht bis ML2,5 aus 10 bis 21 km Tiefe. Die örtliche Lage um die Westspitze und etwas näher zum Inselmassiv. Der letzte Erdstoß (rosa) im Süden vor der El Julan Küste aus 21 km Tiefe.

Samstag, 13. April 2013

Vulkan - blühende "Lavawüste"

NEWS:

Heute zunächst einige Eindrücke von Mitte April auf El Hierro. Es ist die Landschaft und die Natur die den Besucher fesselt. Nach den ausgiebigen Regenfällen im vergangenen Winter blüht jetzt die sonst eher karge Lavawüste wie oben im nördlichen Golfotal bei Las Puntas gelb auf. Im Hintergrund die "Roques de Salmor" Felsen und links das ehemals kleinste Hotel der Welt - das "Punta Grande".
Auch die Naturschwimmbäder wie das "Pozo de Las Calcosas", gestern mit hohem Wellengang (Foto: Hark Schröder - Danke) im Norden, laden nun wieder zum Baden ein. Die vulkanische Vergangenheit ist auch beim Baden allgegenwärtig - wie hier die erstarrten Lavawülste.  

Unter der Insel ging es gestern ruhig zu. 5 kleine Beben bis ML1,8 aus 12 bis 24 km Tiefe im Westen.
Das IGN Histogramm vom Monat April zeigt die abfallende Bebentendenz. Allerdings darf man sich davon nicht täuschen lassen, wie am Donnerstag das ML4,1 Beben gezeigt hat. In der Ruhe liegt die Kraft - dieser Eindruck kann entstehen. Zeit um neue Kraft zu schöpfen - Energie aufzubauen, die dann urplötzlich wie aus heiterem Himmel zur Entladung kommt. Die Erfahrungswerte aus der Vergangenheit haben dieses Schema mehrfach schon gezeigt. Ein "Blender" für den der sich täuschen lässt. Es sind aber die Naturgesetze die auch unter El Hierro wirken. Nicht unbedingt berechenbar, aber im Groben mit etwas Logik doch abzuschätzen.

Freitag, 12. April 2013

Vulkan - ohne Vorwarnung ein ML4,1 Beben

NEWS:

Ein ML4,1 Beben ließ gestern um 15.46 Uhr die Insel erschüttern. Das Zentrum lag 12,7 Kilometer vor der Westspitze in 18,8 km Tiefe. Obwohl das Epizentrum weit draußen und tief im Meer lag, kam es selbst auf der Ostseite zu Steinschlag. Diese Aufnahme entstand vom Hotel Parador bei den Las Playas (Foto: Aavon Rodriquez/Involcan). Auch soll es im Golfotal und an den westlichen Küstenregionen zu Steinschlägen gekommen sein. Es ist nicht die Gefahr einer Eruption, aber die Auswirkungen von stärkeren Beben die Menschen, insbesondere Wanderer, durch herabstürzende Gesteinsmassen gefährden können. Die Bebensituation war ruhig - die Pevolca Ampel wieder auf grün geschaltet, als urplötzlich wieder ein Starkbeben auftrat. Ich hatte schon oft davor gewarnt, daß aufgrund der geografischen Struktur der Insel mit fast senkrechten Felswänden bis 1200 Meter Höhe insbesondere im Golfotal diese Gefahr nicht zu unterschätzen ist.
 
Gestern gab es insgesamt nur 6 Erdstöße, aber auch dieses ML4,1 Beben. Es ist auch in den kommenden Tagen nicht auszuschließen, daß weiter Beben in dieser Größenordnung folgen. Auch würde es nicht verwundern, wenn der Bebenschwall wieder auflebt.
Die große Tiefe weist eigentlich darauf hin, daß frische Magma nachrückt.
 
Nachfolgend die IGN Auflistung der in den letzten 24 Stunden registrierten Beben.

Donnerstag, 11. April 2013

Vulkan - alles im "grünen" Bereich

NEWS:
17.28 Uhr - doch noch keine Ruhe - um 15.26 Uhr ein spürbares ML4,1 Beben aus 19 km Tiefe vor der Westküste.

Die Pevolca (Krisenstab) hat gestern auch die in den letzten Wochen hochgestufte Warnstufe für die Westspitze auf den Normalzustand "Grün" zurück gesetzt. Alle Straßen sind ab sofort wieder befahrbar. Aber auch in den letzten Stunden um 3.11 Uhr und 3.26 Uhr gab es wieder Beben von ML2,5 und ML2,8 aus 16 km Tiefe. Ein Erdstoß kurz vor dem Leuchtturm, der Zweite ca. 12 km vor der Westspitze (rot auf IGN Karte).
Der Ausstoß von Kohlendioxid (CO²) liegt noch im höheren Bereich von 1475 Tonnen am Tag. Vor zwei Wochen wurden noch 1824 t/Tag gemessen. Der Normalwert liegt bei 345 t/Tag.
 
Es sind schon große Mengen die da jeden Tag freigesetzt werden. Diese Messungen erfolgen meist durch Involcan punktuell an verschiedenen Stellen der Insel und werden dann auf die gesamte Inseloberfläche hochgerechnet.

Mittwoch, 10. April 2013

Vulkan - die Lage heute

NEWS:
13.37 Uhr - um 9.09 Uhr an gleicher Stelle ein weiteres ML2,7 Beben. Jetzt aus 17 km Tiefe.

Heute wollen wir uns wieder mit den aktuellen Geschehnissen beschäftigen. In den letzten Tagen gab es eine Reihe von schwachen Erdstößen die in einem großen Radius an der Westspitze bis in den Golfo (IGN Karte) lagen. Ein festes Zentrum war dabei nicht erkennbar. Die Beben kamen aus mittlerer Tiefe zwischen 8 und 15 km. Die meisten Erdstöße dürften Nachwirkungen (Spannungsbeben) des vergangenen Bebenschwall gewesen sein. Erst gestern Abend um 22.27 Uhr gab es wieder einen spürbaren Erdstoß von ML2,7 aus 20 km Tiefe direkt an der Westspitze der Insel (weißer Kreis), der nicht diesen Setzungsbeben zu zuordnen ist. In unmittelbarer Nähe liegen die drei Eruptionskrater vom Juli 2012.

Der Innendruck um die Magmakammer hat in den letzten Wochen stark zugenommen (siehe IGN Grafik). Nach den GPS Messungen der vertikalen Oberflächenverformung, also der Dehnung nach oben, lag die Spitzenverformung bei 12 cm. Wie erwartet setzt sich im Moment die Verformung etwas und liegt jetzt bei rund 8,5 cm. Der Druck (Magma + Gase) kann sich in die umgebenden Gesteinsschichten verteilen oder ist auch dabei sich in flachere Höhen voran zu arbeiten, was natürlich dann auch die Beben in 8 bis 15 km Tiefe erklären könnte.

Die IGN Grafik oben zeigt jedoch nur die halbe Wahrheit. Nehmen wir die Langzeitgrafik links der japanischen Universität Nagoya (zur Vergrößerung anklicken), dann hat sich bereits im Sommer 2012 der Boden von minus 6 cm auf plus 5 cm, um ca. 11 cm (gestrichelte Linie) angehoben. Dieser Wert blieb bis März 2013 stabil, um nun um mindestens weitere 8,5 cm  an zuwachsen. Wir kommen somit im Jahresverlauf auf einen Verformungswert von knapp 20 cm.

Diese GPS Messwerte sind ein wichtiger Indikator um die zukünftige Vulkanentwicklung besser einschätzen zu können. Erst seit 20 Jahren gibt es dieses GPS-Messverfahren und wir müssen danach davon ausgehen, daß sich ähnlich starke Aktivitätsphasen auch in den kommenden Monaten wiederholen werden.
Interessant dazu auch die Ausführungen von Prof. Erik Klemetti von der USA Denison Universität vom 26. März 2013
 
Tauchen vor El Hierro: Schweben nach dem Beben - etwas erfreuliches aus dem Magazin Spiegel-Online zur Reaktivierung der Unterwasserwelt um den Eldiscreto im Süden bei La Restinga.
Ein Bericht über die Eindrücke zur Wiederbelebung und Neuansiedlung der Flora und Fauna nach der Eruption vor über einem Jahr. Fast zu schön um wahr zu sein.
 
Ich denke wir werden dazu heute auch Kommentare bekommen, von Lesern (Tauchern) die in den letzten Monaten Live vor Ort die Situation erlebt haben. Hier zum Artikel.