Samstag, 6. Dezember 2014

Lavastrom auf den Kapverden walzt alles nieder

NEWS: 07.12.14 - 18.00 Uhr - aktuelle Aufnahmen vom vorrückenden Lavastrom.

Der Lavastrom ist nicht aufzuhalten.

Es ist schon beängstigend wie machtlos der Mensch gegen den vorrückenden Lavastrom ist. Wie ein Bulldozer bahnt sich die glühende Lava auf der Insel Fogo auf den Kapverdischen Inseln seinen Weg. Was nicht verbrennt wird von der Lava zerstört, platt gemacht und begraben.


Auch wenn die kanarische Involcan mangelnde Frühwarneinrichtungen auf Fogo kritisiert, dürfte in den gefährdeten Gebieten überhaupt keine Wohnsiedlungen errichtet werden. Es ist nicht das erste Mal, dass die jetzt wieder betroffene Caldera (Tiefebene) von Lava geflutet wird.

Der Mensch lernt aber nicht dazu oder ignoriert einfach die latente Gefahr eines Lavastrom. Mut zum Risiko hat dann aber auch diese Folgen. Es mag vielleicht auch die Not der auf Fogo lebenden Bewohner gewesen sein, gerade in dieser fruchtbaren Talsenke zu siedeln.

Der Mensch ist gegen diese Naturgewalt machtlos. In einigen Fällen war es wohl machbar, den Lavastrom um kleine Orte mechanisch durch rasch aufgetürmte Felsbarrieren umzuleiten, in einem Kessel gibt es aber keinen Ausweg.
Auch in der "zivilisierten" Welt wie z.B. im italienischen Neapel wischt man die Folgen einer zukünftigen  Eruption des Vesuv beiseite. Hier ist es sicher nicht die Notlage, sondern die Ignoranz oder eine gewisse Lethargie und Überheblichkeit die Stadt sogar noch ständig zu erweitern. Die Eruption wird auch hier früher oder später kommen. Ob es allerdings nur bei einem Lavastrom bleibt, wird sich dann schnell heraus stellen.


Zum Glück wurden bisher nur Gebäude und Infrastruktur durch den Lavastrom vernichtet. Menschen kamen nicht zu Schaden.
Es liegt auch an der zähflüssigen Lava, dass die Bewohner rechtzeitig flüchten konnten. Fast im Schneckentempo - mit ungefähr 15 Metern in der Stunde rückt der Lavastrom vor. Nicht auszudenken und sicher auch mit Menschenopfern verbunden, würde eine schnell fließende Lava oder ein Pyroklastischer Strom auftreten. Mit bis zu 700 km/h Geschwindigkeit sind diese Ströme unterwegs. Ein Entkommen ist dann nicht mehr möglich.


Unsere Vulkane auf den Kanaren, wie auch auf den Kapverdischen Inseln, sind wohl von der Magmazusammensetzung für einen pyroklastischen Strom nicht prädestiniert. Entsprechende Ausbrüche sind bisher auch noch nie vorgekommen. Ich würde es aber auch nicht darauf ankommen lassen, da bei entsprechender Konstellation und einem anderen Mischungs- Verhältnis der Magma, dies doch möglich sein könnte. Eine Garantie für einen "harmlosen" Ausbruch kann niemand geben.


Auch wenn wir Menschen uns meist für besonders intelligent halten, zeigt aber oft genug die Natur, wer tatsächlich der Herr auf diesem Globus ist. Es sind dann Ausflüchte "wie unvorhersehbar, das war nicht voraus zu sehen oder völlig überraschend" - unsere oft dann armseligen Ausreden. So sind wir Menschen eben- unvollkommen und nur ein kleines unbedeutendes Rädchen im Gesamtgefüge des Universum.

Sonntag, 30. November 2014

Vulkanausbruch auf den Kapverdischen Inseln

Eruption südlich der Kanaren. 


Seit einigen Tagen ist auf den benachbarten 
Kapverdischen Inseln ein Vulkan ausgebrochen. Die Kapverdischen Inseln liegen rund 1500 km südlich der Kanarischen Inseln, 450 km westlich vor Senegal. Es ist ein selbständiger Inselstaat (Amtssprache ist portugiesisch) mit 15 Inseln.und wie die Kanaren vulkanischen Ursprung. 

Schon seit Jahren erschüttern zeitgleich mit El Hierro Erdbeben die Inseln. Auf der südwestlichen Insel Fogo spukt nach 19 Ruhejahren der Vulkan Pico de Fogo jetzt wieder Asche und Rauch aus. Der Lavastrom hat bereits eine Länge von 4 km erreicht und bedroht die Ortschaft Cha das Caldeiras mit 1000 Einwohnern. Der Ort wurde evakuiert, da bereits erste Häuser und Gebäude den Flammen zum Opfer fielen. 


Die Situation auf Fogo spitzt sich zu.



"Die Lage ist unvorhersehbar, sie entwickelt sich sehr schnell" - so ein örtlicher Sicherheitsexperte der Kapverdischen Inseln in der Hauptstadt Praia auf der benachbarten Insel Santiago. Nachdem am vergangenen Freitag sich noch ein zweiter Schlot am 2829 Meter hohen Pico de Fogo geöffnet hat. Jetzt schießen mehrere Lavaströme den Berghang hinab und es ist zu befürchten, dass weitere Orte von den Lavazungen erreicht werden. Auf Fogo (dt. Feuer) selbst leben 22.000 Einwohner. Die Regierung hat gestern bei den "Vereinten Nationen" um Hilfe nachgesucht, da sich der Inselstaat selbst überfordert fühlt und eine Zuspitzung der Lage befürchtet.
Satellitenaufnahmen lassen eine Asche-Emission über den Kapverdischen Inseln erkennen, die bereits 9,1 km (30.000 ft) hoch und rund 220 km in nordwestliche Richtung über den Atlantik treibt. Eine hohe Schwefeldioxid Konzentration wurde von den Messgeräten ermittelt.


Die Kapverdischen Inseln stehen seit Jahren in engem Kontakt mit den Vulkanologen der Kanaren. Daher wurde ein Team um Dr. Nemesio Perez von Involcan zur Hilfe gerufen. Fogo (Pfeil) teilt das gleiche Schicksal wie El Hierro und ist auch eine der jüngsten Inseln. Auch diese Insel liegt am südlichen Westrand und ist die einzig vulkanisch aktive Insel des Archipel. Das gesamte vulkanische System hier ist eng miteinander verzahnt und reagiert in Wechselwirkung auch mit unseren vulkanischen Aktivitäten. Die genauen Zusammenhänge sind allerdings noch nicht richtig erforscht. 

Die Kapverdischen Inseln wurden in den vergangenen Jahren etwas touristisch erschlossen und werden auch regelmässig von der AIDAcara auf ihrer Kanarenroute angefahren. Fogo ist allerdings wegen dem kleinen Hafen und der spärlichen Infrastruktur keine Zielinsel. 
Ein erstes Video von der jüngsten Eruption gibt es hier:







Dienstag, 25. November 2014

Vulkanenergie wie nutzbar machen?

Vulkanenergie mit Geothermie als Energiequelle


Während es unter El Hierro weiter keine vulkanischen Aktivitäten zu vermelden gibt, möchte ich mich heute  mit der Energiegewinnung aus Vulkanen beschäftigen.
Die Geothermik ist eine schon viele Jahre genutzte Möglichkeit, die Vulkanenergie - die Vulkanhitze - in elektrischen Strom umzuwandeln oder als Warmwasserheizung für Häuser zu nutzen. Im Erdinnern sind riesige Energiereserven gespeichert, die nur nutzbar gemacht werden müssen.

Die bekanntesten Beispiele kennen wir aus Island, wo heute bereits 50 Prozent der benötigten Energie aus "Thermalquellen" gewonnen wird. Es sind natürliche Schlote aus dem Erdinnern, die erhitztes Wasser oder Wasserdampf an die Erdoberfläche drücken (siehe auch Geysir). Dafür sind Grundwasser oder eine wasserführende Schicht in Nähe einer Wärmequelle (Magmablase, Plume) und ein Kamin zur Atmosphäre nötig.

Diese Voraussetzung bringen aber die wenigsten Vulkane mit. 

Wie können wir diese Vulkanenergie Quelle trotzdem anzapfen? 


Das soll nun erstmals an einem Vulkan in Oregon (USA) getestet werden. Das Testobjekt liegt weit von der nächsten Zivilisation entfernt, damit bei einem Fehlschlag keine Menschen gefährdet werden.

Die Unternehmen AltaRock Energy und Davenport Newberry (Grafik) wagen sich mit US Regierungsunterstützung von 21,5 Millionen Dollar an das Projekt. Auch der Internetriese Google als Investor steuert 6,3 Millionen Dollar bei. 

Mit einer ersten Bohrung bis in 3.230 Meter Tiefe Richtung Magmakammer sollen dann 91 Millionen Liter Wasser (3000 Liter pro Minute) als Wasserreservoir und Medium in die Tiefe gepumpt werden (blaue Leitung). Man glaubt natürliche Hohlräume in dieser Tiefe zu haben und damit Auffüllen zu können. 
Über eine zweite Stegleitung (rot) soll dann das erhitzte Wasser zurück an die Erdoberfläche strömen. Hier soll über Turbinen sauberer Strom erzeugt werden. Im Grunde ein einleuchtendes Prinzip, das theoretisch auch funktionieren könnte.

Der Teufel steckt aber im Detail. Der Bohrmeisel kann nur so tief in den Untergrund eindringen, wie es die Hitze zulässt. Die Reibungshitze und das als Kühlmittel eingesetzte Wasser wird bei zunehmender Temperatur den Dienst quittieren (Schmelzpunkt). Es ist nicht genau bekannt wie hoch die natürliche Gesteinstemperatur in Magmanähe sein wird oder wie weit das Magma überhaupt aufgestiegen ist.  Daher wird der erste Bohrabschnitt zunächst bei knapp 1000 Meter Tiefe enden. Hat das Bohrteam Pech und bohrt eine Magmablase an, fliegt dem Team das Bohrgestänge um die Ohren und löst damit vielleicht eine Eruption aus.

Sollte die Bohrung aber gelingen, taucht schon die nächste Frage auf. 
Die große Wassermenge wird mit Druck in den Untergrund eingepresst. Wie verhält sich das Gestein? Kommt es zu Verschiebungen im Gesteinaufbau, lösen sich Spannungen und werden dadurch nicht gewollte Erdbeben ausgelöst? 

Die Probleme beim Fracking oder von Geothermie Bohrungen sind bekannt. Ob eingepresstes Wasser oder entnommenes Grundwasser, oft hat es schon - auch ohne Vulkan - geologische Verwerfungen mit negativen Folgen für die Bewohner gegeben. 

In einen Vulkan zu bohren ist aber noch etwas heikler und eine ganz andere Sache. Im Untergrund wirken viel stärkere Kräfte unter hohem Druck, die nur eine Möglichkeit suchen an die Erdoberfläche zu gelangen. 
Der Grad bis zum Inferno ist hier wesentlich schmaler. Es wird dann sicher nicht einfach werden, die künstlich ausgelöste Naturgewalt auch wieder zu stoppen. 

Es ist aber der Forscherdrang des Menschen auch Risiken einzugehen um ein Geheimnis zu lüften. Sollte das Experiment nach dem Willen der beteiligten Firmen gelingen, könnte es der Schlüssel zu neuen und großen Energiereserven sein.

Vulkanenergie für die Kanaren?


Es wäre dann auch für die Kanarischen Inseln ein neuer Denkanstoß, diese hier auf allen Inseln liegenden Vulkanenergie Ressourcen zu nutzen. 
Im Timanfaya Nationalpark auf Lanzarote werden z.B. schon in 6 bis 8 Meter Tiefe Temperaturen von über 140°C gemessen, die in sekundenschnelle Wasser zu Wasserdampf verwandeln können. Es bedarf hier keiner allzu tiefen Bohrung um an nutzbare Energie zu gelangen. Geschlossene Wasserkreisläufe - ohne das Risiko ein Medium in den freien Untergrund pumpen zu müssen - sind denkbar.

Das Thema Vulkanenergie und Geothermie-Nutzung hat hier keine Tradition. Schweröl ist nach wie vor, mit Ausnahme von El Hierro, die Devise. 
Es mag die Trägheit, etwas Angst und die bisher relativ günstige Mineralölbeschaffung gewesen sein (Diesel 1,02 € /Benzin 1,05 € - Stand 25.11.14), die alle Gedanken in Richtung alternative oder regenerative Energie gelähmt hat.

Andersdenkende wurden als Spinner, Fantasten und Träumer angesehen. Auch El Hierro hätte heute kein Regeneratives Energieprojekt, wären nicht die 90 %igen Subventionen aus Brüssel und ein Visionär gewesen.

Lassen wir nun erst einmal die Amerikaner ihre Versuche in dieser menschenleeren Gegend erfolgreich abschließen. 
Dann werden auch wir - davon bin ich überzeugt - die Energie direkt unter unseren Füssen suchen und in einigen Jahren auch Nutzen können ...oder wahrscheinlich sogar Nutzen müssen.

Dienstag, 18. November 2014

Kanarische Ölbohrung unter Militärschutz

Nur der Himmel kann noch helfen


Gewaltsam wurde am vergangenen Wochenende eine Protestaktion von Greenpeace (Foto) gegen die Kanarische Ölbohrung vor Fuerteventura beendet. Spanische Marine-Einheiten verhinderten die Kaperung des Ölbohrschiff Rowan Renaissance das nach Öl bohren soll. Mehrere Aktivisten wurden dabei verletzt. Als Greenpeace am frühen Samstag-Morgen mit Schlauchbooten in die einen Kilometer um die Bohrstelle verhängte Sperrzone um die Kanarische Ölbohrung eindringen wollte, wurden sie gewaltsam gestoppt. Marine-Einheiten des spanischen Militär mit Sturmbooten,  attackierten und beschädigten mehrere Boote. Eine italienische Aktivistin wurde dabei von einer Schiffsschraube so schwer verletzt, dass sie mit dem Hubschrauber ins Hospital nach Gran Canaria eingeliefert werden musste.


Madrid will Kanarische Ölbohrung mit allen Mitteln durchsetzen


Es wird ernst. Die technische Ausrüstung hat Repsol mit mehreren Schiffen zum Start der Kanarischen Ölbohrung rund 60 km vor Fuerteventura in Stellung gebracht. Die erforderliche Bohrerlaubnis aus Madrid ist auch gegen den Widerstand vieler Canarios erteilt … und das spanische Militär ist mit einer Fregatte zum Schutz vor Ort ... Weiterlesen

Samstag, 15. November 2014

Funde von organischen Elementen auf Komet Tschuri?

News:

Nachdem die Geschichte um die erste Landung auf dem Komet Tschuri so spannend ist, will ich noch bei diesem Thema bleiben. Grundbausteine des Lebens gefunden. Organische Elemente auf dem Kometen Tschuri entdeckt.  Das war das Nachrichtenthema gestern Abend. Eine Bodenprobe-Entnahme mit dem vorhandenen Miniaturbohrer soll den endgültigen Beweis liefern.
Eine erste Aufnahme vom Lander Philae vom 12. November 2014 vom CIVA-Kamerasystem an Bord des Landers zeigt links eines der drei Standbeine (Fotos: DLR). Die genaue Lageposition des Landers ist darauf nicht zu erkennen. Dafür aber einen seitlichen Felsbrocken der wahrscheinlich viel Sonnenlicht für die Solar Panels zur elektrischen Energieversorgung wegnimmt. Nur 1,5 Stunden direkte Sonneneinstrahlung am Tag stehen zum Aufladen der Akkus auf dem Komet Tschuri zur Verfügung. Zu wenig um den Bordbetrieb des Lander aufrecht zu halten. In der vergangenen Nacht wurde automatisch auf “Schlafmodus” umgeschaltet und die wissenschaftlichen Geräte haben damit ihren Betrieb eingestellt. Ob endgültig – das ist noch nicht ganz klar. Zunächst schläft Philae auf dem Komet Tschuri. Vielleicht kann bei weiterer Sonnenannäherung das Modul wieder zum Leben erweckt werden.
Es waren die nicht richtig oder überhaupt nicht funktionierenden Harpunen, die den Lander ... Weiterlesen