Montag, 4. November 2013

Vulkan - Was war das ?


So erlebte man gestern gegen 12.37 Uhr die totale Sonnenfinsternis in Westafrika. Von den Kanarischen Inseln (Standort La Palma) war von dem Schauspiel nichts zu sehen. Pünktlich zogen am Morgen dichte Wolken auf und verwehrten jeden Blick zur Himmelsscheibe. Von den Kanaren wäre aber so und so nur eine partielle Sonnenfinsternis (ca. 35%) zu beobachten gewesen. Dafür gab es Regen - kräftigen Regen von 21,6 Liter/m².
Auch gut so - Regen haben wir noch dringender gebraucht. So bleibt der Trost das nächste Mal (totale Sonnenfinsternis statistisch alle 360 Jahre) von unseren Inseln beobachten zu können. Wenn nicht in diesem Leben, dann vielleicht in einem der Nächsten.

War das eine Eruption?

Konzentrieren wir uns wieder auf unser Naturschauspiel vor der Haustüre. Die Durchhänge- Partie ohne große Beben- Aktivität scheint beendet zu sein. Gestern um 13.01 Uhr meldete er sich mit einem ML2,5 Erdstoß aus 11 km Tiefe unter dem Inselmassiv zurück. Insgesamt gab es am Sonntag vier Beben. Wie auch auf der IGN Karte zu erkennen, wandern die Erdstöße vermehrt nun Richtung Süden in den Bereich von El Julan und damit in das Gebiet der alten Eldiscreto Eruption. In der vergangenen Nacht um 0.05 Uhr gar etwas Neues. Ein ML2,3 Beben in ca. 20 km Entfernung südlich des Westzipfel im Atlantik aus 25 km Tiefe (roter Punkt).
Interessant ist auch die Bodenverformung (oben) der letzten Tage. Alle GPS-Stationen melden einen starken Rückgang der Verformungswerte. Der Innendruck hat plötzlich nachgelassen. In Kombination mit dem Aussetzen von Beben, müsste es eigentlich auf eine Entlüftung und damit auf eine Eruption hindeuten.

Es könnte durchaus am vergangenen Donnerstag/Freitag zu einer Unterwasser Eruption gekommen sein.

Ein Ausbruch in 2- 3000 Meter Meerestiefe ist nicht unbedingt an der Meeresoberfläche zu erkennen. Die aufsteigende Gase werden durch die Meeresströmung so stark verdünnt und verwirbelt, dass von Land dieser Vorgang nicht zu beobachten ist.
Es wäre jetzt angebracht aus der Luft mit einem Flugzeug die Meeresoberfläche im südlichen Bereich nach Meeresverfärbungen abzusuchen.
Spuren wären vielleicht zu entdecken.


Einen Vulkan richtig in Szene setzen - das können Hollywood und findige Werbestrategen. Die vermeintlich rot glühende Lava (Foto) sind eine Vielzahl von Blütenblättern. Wenn dann auch noch diese Blütenlava durch die Straßen einer Stadt fließt, wird der Blick des Betrachters erst recht fixiert. Es ist ein Video vom Vulkan Irazu in Costa Rica für eine Sony Flachbild Fernseh Werbung. Doch schaut selbst - zum Video

Freitag, 1. November 2013

Partielle Sonnenfinsternis

NEWS:
Samstag, den 2.11.2013 -11.23 Uhr
Weiter nur eine sehr geringe Aktivität mit einigen leichten Beben.

Tipp: Wer Lust und Zeit hat - vom 5.12.-19.12.2013 findet eine Kreuzfahrt mit der "Albatros" auch nach El Hierro statt. Es ist eines der wenigen Schiffe, die auch die kleine Insel für einen Tag ansteuert. Alles weitere auf Kanaren-Kreuzfahrt.


Es ist seit gestern schon verdächtig ruhig unter El Hierro. Am Donnerstag kein einziges aufgezeichnetes Beben und heute Morgen um 00.57 nur ein kleiner ML1,6 Erdstoß aus 11 km Tiefe im Golfotal.
Ich traue dem Frieden nicht und möchte zunächst den heutigen und vielleicht noch den morgigen Tag abwarten, bevor ich kommentiere und Rückschlüsse ziehe.

Sonnenfinsternis


Am kommenden Sonntag, den 3. November 2013 kommt es in Teilen Afrikas zu einer totalen Sonnenfinsternis.
Nach Angaben der NASA wird der Höhepunkt der Sonnenfinsternis gegen 12.37 Uhr (UTC) - also um 13.37 Uhr (MEZ) über dem Atlantik eintreten. Etwa 330 Kilometer südwestlich Liberias - siehe Karte von elipse-maps.com - ist das Ereignis am besten zu beobachten. In Gabun wird etwas später die Sonne vom Mond für rund eine Minute völlig bedeckt sein.

Vom südlichsten Punkt Europas auf El Hierro (geographisch aber Afrika) wird man nur eine partielle Sonnenfinsternis beobachten können. Ungefähr 35% der Sonnenoberfläche sind dabei bedeckt.
Gegen 12.10 Uhr Kanarenzeit (entspricht im Winter der UTC-Zeit) sollte das seltene Himmelsschauspiel zu beobachten sein.
Klare Sichtverhältnisse ohne Wolken und Dunst einmal voraus gesetzt. Nur ca. 10 Mal in einem Jahrhundert kommt es zu einer beobachtbaren totalen Sonnenfinsternis.
Erst im Jahre 2026 wird in Europa - und zwar in Festland Spanien, wieder eine totale Sonnenfinsternis zu sehen sein.

Kurze Erklärung zu den unterschiedlichen Uhrzeiten:

Die UTC-Zeit ist die einheitliche koordinierte Uhrzeit die im Flugverkehr, beim Militär oder auch bei den seismischen Aufzeichnungen der IGN genannt wird. Das UTC steht für Universal Time Coordinated oder auch für Universal Time Code.
Für Deutschland ist es dann: UTC+1 die mitteleuropäischen Zeit (MEZ) und UTC+2 für die Mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ).

Da auf den Kanaren die Uhren etwas anders gehen, liegen wir immer -1 Stunde gegenüber der deutschen Zeit zurück. Im Winter also genau die UTC Zeit. Im Sommer wird auch hier die Zeit um 1 Stunde vorgestellt - dann +1 Stunde mehr als UTC-Zeit.

Mittwoch, 30. Oktober 2013

Vulkan - peu à peu im geologischen Zeitraffer

NEWS:

Ära, Periode, Epoche, Alter - Zeitbegriffe die nur ein Ereignis, aber nicht die Minuten, Stunden, Tage oder Jahre in ihrer genauen zeitlichen Begrenzung beschreiben.
Im Erstehungsprozess des Universum umspannt die Erdgeschichte davon etwas weniger als ein Drittel dieser Zeit. Gigantische Zeiträume die das menschliche Vorstellungsvermögen überfordern.
Beschränken wir uns daher auf einen Vorgang den wir jetzt erleben dürfen.



In den letzten drei Tagen hat die Intensität der Beben etwas zugenommen. Es kommen nun vermehrt Erdstöße über ML2,0 (siehe oben IGN Auflistung). Bis zu ML2,5 am Montag und heute in der vergangenen Nacht um 00.47 Uhr ein ML2,3 Beben aus 12 km Tiefe. Die Ausgangstiefe verharrt dabei bei 11 bis 13 km. Es scheint kein Durchkommen in der Vertikalen möglich zu sein. Nur die horizontale Lage hat sich leicht gen Süden bewegt. Das Zentrum liegt stabil zwischen dem Tanganasoga (links rosa Punkt) und dem etwas östlich liegenden Berg Malpaso. Die gelegentlichen Randbeben dürften in der Spannung/Entspannung ihre Ursache haben.


Bei der Bodenverformung sind allerdings Änderungen festzustellen. Nach den jüngsten GPS Messungen (links HI02 oben + HI03 unten) bläht sich der Boden in den letzten Tagen um bis zu 20 mm in die Höhe. Die IGN Grafik umfasst den Zeitraum von August 2013 bis heute.




Festzustellen ist: Die Magma liegt fest an einem Punkt. Es erfolgte auch kein Magmanachschub aus tieferen Schichten. Dies wäre an tieferen Erdstößen messbar gewesen. Bleibt eigentlich nur eine Ausdehnung durch das Aufschmelzen umliegender Gesteinsschichten mit erhöhter Gasentwicklung. Diese Volumenvergrößerung durch den Verflüssigungsprozess könnte den Druckaufbau erklären.
Es bleibt jetzt einfach nur zu beobachten, ob diese Entwicklung andauert oder wieder abflacht.

"Steter Tropfen höhlt den Stein" - auch wenn in der Geologie alles langsam ... sehr langsam abläuft, hat sich trotzdem in den vergangenen zwei Jahren (geologisch: Bruchteil einer Sekunde) hier auf El Hierro viel getan.
Wie lange dauert schon die Vulkanentwicklung am Ätna oder Vesuv in Italien an. Seit weit mehr als 2.000 Jahren wird von größeren und kleineren Eruptionen berichtet ... und ein Ende ist nicht abzusehen.

Ähnlich verhält es sich mit unserem Kanaren- Hotspot. Nur durch die Plattenverschiebung wandert er optisch immer weiter Richtung Südwesten. Neue Eruptionen haben neue Vulkane und neue Inseln erschaffen. Aktiv ist er seit über 22 Millionen Jahren mit dem Aufbau der Ostinseln Lanzarote und Fuerteventura.
Wie eine fortlaufende Kette sind die restlichen Inseln Richtung Westen erstanden. Heute liegt das Zentrum des Hotspot bei La Palma/El Hierro ... und hier werden in Zukunft noch weitere Inseln entstehen.

Ob unsere Generation dies noch erleben darf ?

Unwahrscheinlich - dafür dürfte unser Leben zu kurz sein.
Wir erleben aber zur Zeit den berühmten "Geologischen Wimpernschlag", an dem wir nicht achtlos vorbei sehen sollten.

Montag, 28. Oktober 2013

Vulkan - Lavabrocken und Diamanten

NEWS:
Dienstag, den 29.10.2013 - 07.51 Uhr
Gestern um 18.37 Uhr ein ML2,5 Beben aus 13 km Tiefe und heute Morgen um 04.09 Uhr ein ML2,2 Erdstoß aus 11 km Tiefe - beide unter dem Inselmassiv.


Ein eingeschlossener Diamant in einem Lavabrocken (Foto:Wikipedia) kann selbst im Rohzustand Begierden wecken. Ein seltenes und teueres Mineral für Industriezwecke und ... um den Hals der Liebsten zu schmücken. Größere Diamanten wie hier dieser aus einer südafrikanischen Mine, kommen aus unserer Erde. Kleinere Diamantensplitter oder besser Diamantenstaub, können aber auch mit Meteoriten oder Kometen auf die Erdoberfläche gebracht werden.
 

Doch wie entsteht überhaupt ein Diamant?

 
Diamanten bilden sich nur im Erdmantel in 150 bis 650 km Tiefe bei hohem Druck und Temperaturen von über 1200 °C. Das Diamant-Muttergestein im Erdmantel sind Peridotit und Eklogit.
Das Peridotit ist ein von Magnesium- und Eisensilikaten geprägtes Mineral mit Olivin als dominierendem Mineral.
Das Eklogit besteht aus Silikat und rotem Granat und ist das dichteste aller bisher bekannten Silikatgesteine.
Das genaue Zusammenwirken aller genannten Komponenten, kann dann den uns bekannten Diamanten produzieren.
Bei einer Vulkaneruption wird mit der Magma auch der Diamant ans Tageslicht befördert. Die Transportdauer aus großer Tiefe darf dabei nur wenige Stunden betragen, da sonst eine Umwandlung in Graphit erfolgt.
Nur wenn alle Voraussetzungen so auch eintreffen, können wir aus dem Vulkanschlot auch einen Diamanten heraus fischen. Dies passiert aber sehr selten und ist daher so teuer. 
Meist werden sie im offenen Bergbau gefördert.
 
500 Fundorte wurden bisher bekannt. Auch in Deutschland im Nördlinger Ries und bei Forchheim an der Taalsperre Saidenbach. Auf den Kanaren wurden bisher noch keine Diamanten- Funde bekannt.
 
Nun hat der englische Wissenschaftler Jamie Wilkinson vom Imperial College London vier wichtige Mechanismen herausgefiltert, wann und wo größere Mengen an Metall und Schwefel - aber auch Gold, Kupfer und andere Mineralien entstehen und gefunden werden können. 
 
  • Nach seiner in der Fachzeitschrift Nature Geoscience veröffentlichten These wird beim Eindringen von frischer Magma in eine alte Magmakammer die vorhanden Altmagma damit vermischt. Durch die Zirkulation und das Aufschmelzen der Kammerwände soll sich die Magma immer stärker mit Metall anreichern und Absondern.

  • Der Schwefelanteil im geschmolzenen Gestein der Magmakammer erhöht sich durch die neu nachströmende Magma. Flüchtige Bestandteile wie Wasser, Kohlendioxid und Schwefeldioxid entweichen aus dem frischen Magma und lösen in der Kammer vorhandene Schwefelablagerungen auf. Der konzentrierte Schwefel kann sich nun besser an Metall binden. Es kommt zu Metallablagerungen.

  • Die dritte These beschäftigt sich mit Kupfer und Gold. Mit dem Entstehen von Magnetiten wird der Sauerstoffanteil im Magma verringert. Notwendig ist dafür ein Umgebungsgestein, das reich an Kohle oder nicht-oxidiertem Eisen ist. Durch den geringen Sauerstoffgehalt geht Schwefel eine Verbindung mit Kupfer oder Gold ein. Bei Vorliegen dieser Voraussetzungen könnten sich dann ergiebige Erzlagerstätten bilden.

  • Die vierte Mechanismus beschreibt den Magmaaufstieg. Durch das schnelle Aufsteigen im engen Magmakanal kühlt die Magma schnell ab. Der enorme Tiefendruck, lässt rasch nach. Die Magma dehnt sich aus, und es kommt zu hochkonzentrierten Ablagerungen von Schwefel-Metall-Verbindungen im Vulkanschlot und dem umgebenden Gestein.

Nach seiner These - so Jamie Wilkinson könnte ein Computermodell entworfen werden, das das Auffinden von lohnenden Erzlagerstätten vereinfacht.

Dazu - und das ist meine Meinung, müsste zuerst genau festgestellt werden, welche Mineralien in den Tiefen überhaupt ruhen. Eine Art "Geologischer Mineralienkatalog" nicht nur von der obersten Erdkruste, sondern vom Bereich um die Magmakammern - und die liegen bei 10 bis 25 km und mehr Kilometer in der Tiefe.

Die bislang tiefste Bohrung ins Innere der Erde, zwischen 1970 und 1994 auf der russischen Halbinsel Kola, diese so genannte Kola-Bohrung erreichte eine Tiefe von gerade einmal 12.262 Metern. Hier gibt es also noch etwas zu tun.

Auf El Hierro gab es gestern 7 Erdstöße. Heute bislang ein Beben von ML1,4 aus 11 km Tiefe. Das Zentrum bleibt wie gehabt um den Tanganasoga (siehe IGN Karte).

 

Samstag, 26. Oktober 2013

Vulkan - Rauchfahne über Gran Canaria

NEWS:
20.07 Uhr - um 18.08 Uhr ein ML2,4 Beben aus 11 km Tiefe unter Inselmassiv.


 

Rauchfahne über Gran Canaria. Diese NASA Satellitenaufnahme von gestern Vormittag zeigt eine starke Rauchentwicklung über dem nördlichen Inselzentrum von Gran Canaria. Kein Vulkanausbruch - das wäre auch aus geologischer Sicht nicht erklärbar - sondern ein Waldbrand.
 
Über 470 ha Wald- und Buschland sind nach Angaben der Inselverwaltung abgebrannt. Das Feuer ist inzwischen unter Kontrolle. Auch mehrere Häuser und Schuppen fielen den Flammen zum Opfer. 5 Hubschrauber vom Militärflugplatz Ganto im Süden der Insel halfen bei den Löscharbeiten.
 
Dennoch ungewöhnlich für Ende Oktober. Normal sind wir auf den Kanaren Waldbrände in den heißen und trockenen Sommermonaten gewohnt. Im Monat Oktober hatten wir schon etwas Regen, aber anscheinend dieses Jahr noch zu wenig.
 

Auch die drei Puma Helikopter der BRIF Löschbrigade die seit Jahren in den Sommermonaten im Nordwesten auf La Palma stationiert sind wurden bereits von der Insel abgezogen. Vor 10 Tagen gaben sie ihre Abschiedsvorstellung auf dem Flugplatz Mazo (Bild) und flogen in ihre Heimatstandorte zurück.


Die leichte Bebenaktivität unter El Hierro hält an. Es ist zu beobachten, dass das Zentrum langsam um 1 bis 2 km Richtung Süden wandert. Auf der Avcan Karte links liegt das Ausgangszentrum jetzt oberhalb der El Julan Steilhänge. La Frontera liegt natürlich nur einmal im Golfobecken (nördlich). Die südliche Frontera Ortsbezeichnung ist irreführend. Gestern gab es insgesamt 15 Erdstöße - heute bereits 5 Beben bis ML2,1. Die durchschnittliche Tiefe der Beben kommt immer noch aus 10 km - mit Ausrutschern auch aus großer Tiefe von 22 Kilometern. Im Grunde hat sich aber in den letzten Wochen nicht viel verändert.





Muß das Leben immer so Ernst sein - nicht immer und am Wochenende schon gar nicht. Gehen Sie mal zum Schmunzeln auf diese Seite.