Montag, 28. Oktober 2013

Vulkan - Lavabrocken und Diamanten

NEWS:
Dienstag, den 29.10.2013 - 07.51 Uhr
Gestern um 18.37 Uhr ein ML2,5 Beben aus 13 km Tiefe und heute Morgen um 04.09 Uhr ein ML2,2 Erdstoß aus 11 km Tiefe - beide unter dem Inselmassiv.


Ein eingeschlossener Diamant in einem Lavabrocken (Foto:Wikipedia) kann selbst im Rohzustand Begierden wecken. Ein seltenes und teueres Mineral für Industriezwecke und ... um den Hals der Liebsten zu schmücken. Größere Diamanten wie hier dieser aus einer südafrikanischen Mine, kommen aus unserer Erde. Kleinere Diamantensplitter oder besser Diamantenstaub, können aber auch mit Meteoriten oder Kometen auf die Erdoberfläche gebracht werden.
 

Doch wie entsteht überhaupt ein Diamant?

 
Diamanten bilden sich nur im Erdmantel in 150 bis 650 km Tiefe bei hohem Druck und Temperaturen von über 1200 °C. Das Diamant-Muttergestein im Erdmantel sind Peridotit und Eklogit.
Das Peridotit ist ein von Magnesium- und Eisensilikaten geprägtes Mineral mit Olivin als dominierendem Mineral.
Das Eklogit besteht aus Silikat und rotem Granat und ist das dichteste aller bisher bekannten Silikatgesteine.
Das genaue Zusammenwirken aller genannten Komponenten, kann dann den uns bekannten Diamanten produzieren.
Bei einer Vulkaneruption wird mit der Magma auch der Diamant ans Tageslicht befördert. Die Transportdauer aus großer Tiefe darf dabei nur wenige Stunden betragen, da sonst eine Umwandlung in Graphit erfolgt.
Nur wenn alle Voraussetzungen so auch eintreffen, können wir aus dem Vulkanschlot auch einen Diamanten heraus fischen. Dies passiert aber sehr selten und ist daher so teuer. 
Meist werden sie im offenen Bergbau gefördert.
 
500 Fundorte wurden bisher bekannt. Auch in Deutschland im Nördlinger Ries und bei Forchheim an der Taalsperre Saidenbach. Auf den Kanaren wurden bisher noch keine Diamanten- Funde bekannt.
 
Nun hat der englische Wissenschaftler Jamie Wilkinson vom Imperial College London vier wichtige Mechanismen herausgefiltert, wann und wo größere Mengen an Metall und Schwefel - aber auch Gold, Kupfer und andere Mineralien entstehen und gefunden werden können. 
 
  • Nach seiner in der Fachzeitschrift Nature Geoscience veröffentlichten These wird beim Eindringen von frischer Magma in eine alte Magmakammer die vorhanden Altmagma damit vermischt. Durch die Zirkulation und das Aufschmelzen der Kammerwände soll sich die Magma immer stärker mit Metall anreichern und Absondern.

  • Der Schwefelanteil im geschmolzenen Gestein der Magmakammer erhöht sich durch die neu nachströmende Magma. Flüchtige Bestandteile wie Wasser, Kohlendioxid und Schwefeldioxid entweichen aus dem frischen Magma und lösen in der Kammer vorhandene Schwefelablagerungen auf. Der konzentrierte Schwefel kann sich nun besser an Metall binden. Es kommt zu Metallablagerungen.

  • Die dritte These beschäftigt sich mit Kupfer und Gold. Mit dem Entstehen von Magnetiten wird der Sauerstoffanteil im Magma verringert. Notwendig ist dafür ein Umgebungsgestein, das reich an Kohle oder nicht-oxidiertem Eisen ist. Durch den geringen Sauerstoffgehalt geht Schwefel eine Verbindung mit Kupfer oder Gold ein. Bei Vorliegen dieser Voraussetzungen könnten sich dann ergiebige Erzlagerstätten bilden.

  • Die vierte Mechanismus beschreibt den Magmaaufstieg. Durch das schnelle Aufsteigen im engen Magmakanal kühlt die Magma schnell ab. Der enorme Tiefendruck, lässt rasch nach. Die Magma dehnt sich aus, und es kommt zu hochkonzentrierten Ablagerungen von Schwefel-Metall-Verbindungen im Vulkanschlot und dem umgebenden Gestein.

Nach seiner These - so Jamie Wilkinson könnte ein Computermodell entworfen werden, das das Auffinden von lohnenden Erzlagerstätten vereinfacht.

Dazu - und das ist meine Meinung, müsste zuerst genau festgestellt werden, welche Mineralien in den Tiefen überhaupt ruhen. Eine Art "Geologischer Mineralienkatalog" nicht nur von der obersten Erdkruste, sondern vom Bereich um die Magmakammern - und die liegen bei 10 bis 25 km und mehr Kilometer in der Tiefe.

Die bislang tiefste Bohrung ins Innere der Erde, zwischen 1970 und 1994 auf der russischen Halbinsel Kola, diese so genannte Kola-Bohrung erreichte eine Tiefe von gerade einmal 12.262 Metern. Hier gibt es also noch etwas zu tun.

Auf El Hierro gab es gestern 7 Erdstöße. Heute bislang ein Beben von ML1,4 aus 11 km Tiefe. Das Zentrum bleibt wie gehabt um den Tanganasoga (siehe IGN Karte).

 

Samstag, 26. Oktober 2013

Vulkan - Rauchfahne über Gran Canaria

NEWS:
20.07 Uhr - um 18.08 Uhr ein ML2,4 Beben aus 11 km Tiefe unter Inselmassiv.


 

Rauchfahne über Gran Canaria. Diese NASA Satellitenaufnahme von gestern Vormittag zeigt eine starke Rauchentwicklung über dem nördlichen Inselzentrum von Gran Canaria. Kein Vulkanausbruch - das wäre auch aus geologischer Sicht nicht erklärbar - sondern ein Waldbrand.
 
Über 470 ha Wald- und Buschland sind nach Angaben der Inselverwaltung abgebrannt. Das Feuer ist inzwischen unter Kontrolle. Auch mehrere Häuser und Schuppen fielen den Flammen zum Opfer. 5 Hubschrauber vom Militärflugplatz Ganto im Süden der Insel halfen bei den Löscharbeiten.
 
Dennoch ungewöhnlich für Ende Oktober. Normal sind wir auf den Kanaren Waldbrände in den heißen und trockenen Sommermonaten gewohnt. Im Monat Oktober hatten wir schon etwas Regen, aber anscheinend dieses Jahr noch zu wenig.
 

Auch die drei Puma Helikopter der BRIF Löschbrigade die seit Jahren in den Sommermonaten im Nordwesten auf La Palma stationiert sind wurden bereits von der Insel abgezogen. Vor 10 Tagen gaben sie ihre Abschiedsvorstellung auf dem Flugplatz Mazo (Bild) und flogen in ihre Heimatstandorte zurück.


Die leichte Bebenaktivität unter El Hierro hält an. Es ist zu beobachten, dass das Zentrum langsam um 1 bis 2 km Richtung Süden wandert. Auf der Avcan Karte links liegt das Ausgangszentrum jetzt oberhalb der El Julan Steilhänge. La Frontera liegt natürlich nur einmal im Golfobecken (nördlich). Die südliche Frontera Ortsbezeichnung ist irreführend. Gestern gab es insgesamt 15 Erdstöße - heute bereits 5 Beben bis ML2,1. Die durchschnittliche Tiefe der Beben kommt immer noch aus 10 km - mit Ausrutschern auch aus großer Tiefe von 22 Kilometern. Im Grunde hat sich aber in den letzten Wochen nicht viel verändert.





Muß das Leben immer so Ernst sein - nicht immer und am Wochenende schon gar nicht. Gehen Sie mal zum Schmunzeln auf diese Seite.

Mittwoch, 23. Oktober 2013

3 Millionen Aufrufe - Zeit für Gedanken

News:
Freitag, den 25.10.2013 - 07.20 Uhr - Heute bereits 14 schwache Erdstöße. Das bisher stärkste Beben um 5.04 Uhr mit ML2,1 aus 11 km Tiefe. Alle Beben kommen aus 9 bis 12 km Tiefe. Das Zentrum hat sich etwas nach Süden in den oberen Bereich von El Julan verlagert.


Gestern Abend hat diese Seite die 3 Millionen Grenze überschritten. 760 Beiträge habe ich in den letzten 26 Monaten verfasst. Viel Herzblut und Zeit waren dafür notwendig ... aber es scheint anzukommen und zu interessieren ... dazu aber später mehr.

Wenden wir uns dem aktuellen Geschehen zu. Auch heute in den frühen Morgenstunden 6 Beben zwischen ML0,9 und ML2.1 (siehe Avcan Grafik). Der ML2,1 Erdstoß erfolgte um 2.18 Uhr am Golfo- Kraterrand aus 12 km Tiefe. Es sind keine starken Beben - aber es sind Erdstöße, die nun seit Wochen stationär an der gleichen Stelle in 9 bis 12 km Tiefe ihren Ausgang finden. Es scheint im Moment kein neuer Magmanachschub aus tieferen Erdschichten zu erfolgen, obwohl vereinzelte Beben auch aus 22 km Tiefe weiter draußen vor der Golfoküste registriert wurden. Die Bodenverformung und der Magmakammer Druck bleibt dabei stabil auf dem für El Hierro Höchstwert vom März diesen Jahres.

Eine vom Instituto Hidrográfico de la Marina (IHM) und dem Instituto Español de Oceanografía (IEO) veröffentlichte Seekarte, zeigt den unterseeischen Lavastrom der 2011 vom Eldiscreto im Süden ausging. Nach deren Schätzungen sollen mehr als 329 Millionen Kubikmeter Lava in die tieferen Seitentäler abgeflossen sein.
Gut auf der Karte auch die Verlängerung der Insel nach Süden (als South-Riff bezeichnet) zu erkennen. Viele Eruptionen in den letzten 1,2 Millionen Jahren habe eine reiche unterseeische Insellandschaft erschaffen. Die Eldiscreto-Eruption war also nur die Fortsetzung des Inselaufbaues und weitere Eruptionen werden mit Sicherheit folgen.

Wer interessiert sich für El Hierro und seine vulkanische Entwicklung?
 
Links aus der Google Statistik die Besucher nach den Herkunftsländern. Deutschland führt erwartungsgemäß die Liste an. Gefolgt von Spanien, Schweiz und Österreich. Auch ein Blick auf die verwendeten Browser (unten) zeigt, dass der Firefox (39%) den Microsoft Explorer (24%) inzwischen überholt hat. Beim Betriebssystem ist aber Windows mit 73% führend.
 
Statistiken sind sicher hin und wieder interessant. Für mich aber nicht das Motiv zu schreiben. Sicher freut es mich die 3 Millionen Schwelle erreicht zu haben. Wichtiger jedoch ist die Neugier und das Interesse am Fortgang der Vulkanentwicklung unter meinen Füßen. Es ist inzwischen neben meiner beruflichen Tätigkeit (siehe Kreuzfahrt) zum Hobby geworden. Nicht nur das Schreiben, sondern die Recherche erfordert seine Zeit ... und wenn ich dabei auf viele Gleichgesinnte treffe ... um so besser. Das ist mein Ansporn und so soll es bleiben.
 
Bleibt mir den vielen treuen Lesern recht herzlich zu danken, für die Mails mit Anmerkungen, Hinweisen und Tipps.
Auch die Kommentarfunktion sollte wieder mehr benutzt werden - für sachliche Anmerkungen und Fragen. Nicht als Plattform für das eigene Ego oder Störfeuer. Ich werfe weiter meinen Blick darauf und schalte erst dann den Kommentar frei.
In diesem Sinne - nochmals vielen Dank.



Montag, 21. Oktober 2013

Vulkan - Schatzkiste oder Scherbenhaufen ?

NEWS:

Nach dem kleinen Bebenschwall vom Samstag mit 21 Erdstößen bis ML2,2 ist diese Phase wieder abgeebbt. Gestern hatten wir noch 10 Beben bis ML1,8 aus 11 bis 19 km Tiefe. Das Zentrum bleibt unter dem Inselmassiv.

Wenn auch die kanarischen Vulkane keine Edelsteine oder imaginäre Schätze an die Erdoberfläche befördern, so liefern die Schlote mit ihrer Lava wichtige Mineralien ans Tageslicht.

Nährstoffe, die den Boden anreichern und intensiven Ackerbau ermöglichen. Kommt dann noch entsprechender Regen dazu, kann sich eine ertragreiche Landwirtschaft entwickeln. Gerade die Westinseln La Palma, La Gomera und El Hierro gelten als die grünsten Inseln der Kanaren, mit ausgedehnten Kiefer- und Lorbeerwäldern und einer ausgeprägten landwirtschaftlichen Nutzung wie der Bananenanbau.

Nutzbar wäre auch die thermische Energie die durch das heiße Magma Grund- oder Sickerwasser erhitzt und über Kraftwerke in Strom umwandelt. Davon wurde bisher auf den Inseln noch kein Gebrauch gemacht. Gute und erfolgreiche Beispiele haben wir aber z.B. in Island.

Schwefel - der in den ausströmenden Gasen gelöst ist, wird in der Industrie benötigt. Ob zur Reifenherstellung, Bleichmittel für Textilien, für die Herstellung von Schwarzpulver oder in der Medizin. Das "Sulfur" ist eine wichtige Basis in der Homöopathie.

Hier auf den Inseln wird es - wie immer wieder sichtbar - für den Pflanzenschutz im Wein- und Kartoffelanbau eingesetzt. Schwefel hält Schadinsekte fern und verhindert oder mildert aufkommende Pilzerkrankungen.


Nicht nur in den kondensierten Vulkangasen, sondern auch in der ausgeworfener Lava ist es enthalten. Gelb gefärbte Lavabrocken (Foto) zeigen einen hohen Schwefelanteil an. Allerdings lohnt sich die Herauslösung und Nutzung des so gebundenen Mineral nicht. Bei chemischen Prozessen fällt heute soviel Schwefel als Abfallprodukt an, dass die Industrie trotz riesiger Lagerstätten davon keinen Gebrauch macht. Nur in Indonesien riskieren noch Menschen inmitten von hochkonzentrierten Schwefeldämpfen unter Einsatz ihrer Gesundheit aus einem Vulkankrater das gelbe Mineral abzubauen und mühsam in das Tal zu schleppen. Dort wird es zum Bleichen von Zuckerrohr eingesetzt.


Auch hohe Eisen oder oxydierte Bestandteile (Foto) davon sind in der Lava enthalten. Wie beim Schwefel lohnt sich hier der Abbau auch nicht. Es gibt weltweit hochkonzentrierte Erzlagerstätten, die eine Eisengewinnung wirtschaftlicher machen. Bleibt noch die Nutzung der Lava als Bimsstein und Basalt für den Bausektor. Wurden früher die Häuser mit massivem Basalt errichtet, ist es heute auch der in Deutschland bekannte Hohlblock mit Bimsanteil. Im Mauer- und Straßenbau wird der hiesige Basalt weiter vewendet. Es sind die schön anzusehenden Natursteinmauern, früher als Trockenmauern aufgeschichtet, die hinter der Fassade jetzt mit Beton verstärkt werden.
Ob im verborgenen noch sinnvoll nutzbare Mineralien vorhanden sind, ist nicht bekannt.

Ein wesentlicher Bestandteil der Lava ist Siliciumdioxid (SiO2). Je nach Vulkantyp lassen sich vier Haupttypen unterscheiden:

  • Felsisches Magma enthält mehr als 63 % SiO                          - das Rhyolith
  • Intermediäres Magma enthält zwischen 52 und 63 % SiO2    - das Andesit oder Diorit
  • Mafisches Magma enthält zwischen 45 und 52 % SiO2            - der Basalt
  • Ultramafisches Magma enthält weniger als 45 % SiO2              - das Pikrit (hier Picon)

  • Je höher der Siliciumdioxid Anteil im Magma, desto explosiver verläuft eine Eruption. Unser Hotspot und die damit verbundenen Vulkane, wie jetzt unter El Hierro, enthalten nur geringe Siliciumdioxid Anteile. Sie sind der Gattung der mafischen und ultramafischen Magma zuzuordnen.

    In Verbindung mit Wasser aber, kann es zu heftigen Reaktionen kommen.
    Am Beispiel Eldiscreto in 84 m Wassertiefe, würde bei einer erneuten Eruption der Vulkaninnendruck den darüber liegenden Wassersäulen-Druck nach kurzer Zeit überwinden können. Die Folge wäre eine Wasserdampf Explosion oder auch eine phreatomagmatische Explosion. Dies hat aber nichts mit dem Anteil an Siliciumdioxid zu tun.

    Was ist nun Siliciumdioxid?


    Es ist auch unter dem Namen Quarzsand bekannt und wird z.B. im Lebensmittelbereich gegen das Verklumpen von einzelnen Komponenten, als Füllstoff, Trägerstoff und Trennmittel für bestimmte Lebensmittel verwendet. Das ist der Zusatzstoff der als  E 551  bezeichnet wird.

    Schon am frühen Morgen kommen Sie jeden Tag in Hautkontakt mit Siliciumdioxid. Vorausgesetzt Sie putzen regelmäßig ihre Zähne.
    In fast allen Zahnpasten wird es als Grobkörper zur Putzhilfe eingesetzt.
    Aber auch in Farben und Lacken, Kunst- und Klebstoffen ist es ebenso wichtig wie in modernen Fertigungsprozessen in der Halbleitertechnik oder als Pigment in Inkjetpapier-Beschichtungen

    Die mengenmäßig größte Bedeutung kommt Siliciumdioxid in Form von Glas zu - es sind die sogenannten Quarzgläser. Als Hauptbestandteil - meist noch veredelt - ist es aus der heutigen Welt nicht mehr weg zu denken.

    Damit lässt sich also hier auch kein Geschäft machen. Rhyolith mit hohem SiO² -Anteil wäre nötig und der ist hier nicht vertreten.

    Vielleicht finden sich aber noch andere, bisher unbekannte Mineralien in unserer Lava.
    Erst wenn neue technologische Innovationen nach neuen Stoffen schreien, wird man auch hier wieder suchen und vielleicht fündig.

    Für den Augenblick bleibt festzustellen: Unsere Magma- bzw. Lava- Zusammensetzung gibt es an vielen Stellen auf der Erdkugel. Wir haben also nichts Besonderes.

    Jamie Wilkinson vom Imperial College London hat nach eingehenden Untersuchungen einen Mechanismus entwickelt und eine Theorie aufgestellt, nach der "Vulkanische Erzlagerstätten mit großer Mengen von Kupfer, Molybdän, Gold und Silber" einfach gefunden werden können.

    Über seine Idee, Vorgehensweise und Gedanken in den nächsten Tagen mehr.

    Freitag, 18. Oktober 2013

    Vulkan - auf "Schatzsuche"

    NEWS:
    Samstag, 19. Okt. 2013 - 14.09 Uhr
    Es wird in den letzten Stunden wieder etwas lebhafter:

    10.52 Uhr - Auftakt mit einem ML 1,6 Beben aus 12 km Tiefe
    11.14 Uhr - ML2,1 aus 11 km Tiefe
    11.29 Uhr - ein ML2,2 Beben aus 9 km Tiefe - alle Erdstöße in Nähe des Tanganasoga.


    Freitag, 18. Okt. 2013
    Auch die letzten Tage gab es immer wieder unter der Insel leichte Erdstöße bis ML1,6. Gestern 8 und heute bisher 5 Beben. Die Lage bleibt unverändert in ca. 10 km Tiefe.

    Heute möchte ich mich mit der Frage beschäftigen, ob Vulkaneruptionen auch wertvolle Rohstoffe an die Erdoberfläche befördern können.
    Eine kleine "Anleitung zur Schatzsuche" (wie Peter Kocksholt meinte - danke) kann ich Ihnen zumindest für die Kanaren nicht liefern.
    Es werden aber auch hier Edelsteine, wie das Olivin links (Foto: Hannes Grobe) gefunden. Es liegt allerdings nicht in reiner Form, sondern meist vermischt mit anderen Mineralien vor und findet in der örtlichen Schmuckfertigung Verwendung.

    Überlegen wir uns zunächst einmal grundsätzlich wie diese Mineralien- Ansammlung entsteht und an die Erdoberfläche kommen könnte.

    Flüssiges Magma entsteht erst in den oberen Erdschichten von 100 bis 150 km Tiefe. Darunter ist es wegen des immensen Druck ein fester Massenkörper.

    Das zähplastische Magma bildet bei einer Temperatur von 1000 bis 1300° C einen tropfenförmigen Magmaherd der aufsteigt und sich wie unter El Hierro in 5 bis 20 km Tiefe sammelt. Innerhalb dieser Magmakammer findet eine ständige Umwälzung von inzwischen an der Kammerdecke erkalteter Magma die absinkt und neuer erhitzter Magma die vom Kammerboden aufsteigt, statt. Es ist eine ständige Zirkulation im Gange.

    Dabei werden die Kammerwände und die Magmadecke weiter aufgeschmolzen und darin bereits enthaltene Mineralien gelöst. Jedes Mineral hat eine andere Dichte und Schwere. Leichte Stoffe schwimmen dabei mehr oben und schwere Elemente sinken auf den Magmakammerboden ab.

    Findet nun die Magma einen Eruptionsausgang werden zuerst die oberen leichten Mineralien an die Erdoberfläche gepustet.
    Das sind zumeist gelöste Schwefelteilchen die gasförmig austreten und den "verfaulten Eiergeruch" verursachen.
    Nach und nach kommen nun die tiefer gelagerten Mineralien an die Oberfläche. Das sind neben Silizium, Elemente wie Eisen, Aluminium, Magnesium, Calcium und Natrium. Häufig auch Plagioklas, Quarz, Olivin, Pyroxen, Amphibol oder Biotit.


    Es entstehen dann Lavaschichtungen wie auf dem Foto oben, das ich im Norden von La Palma bei Barlovento aufgenommen habe. Während einer Felsabtragung wurde unwissend genau an der richtigen Stelle das Gestein für die neue Straße abgetragen und dieses Lavaaufbau-Schema kam dabei zum Vorschein.
    Hier waren es sicher mehrere Eruptionen über einen längeren Zeitraum. Die unterschiedlichsten Lavamischungen und damit auch die Mineralien haben haben sich fein getrennt übereinander gelegt.

    Edelsteine, wie Diamanten oder Gold wurden bisher auf den Kanaren noch nicht gefunden. Soviel zur Beruhigung für die Schatzsucher. Zumindest nicht nach einer Vulkaneruption.

    Es kann aber durchaus möglich sein, dass sich hier noch alte Depots aus der Seeräuberzeit befinden.

    Was aber bisher gefunden wurde, wie es zu Erkennen ist und was damit bisher schon oder auch noch nicht gemacht wurde - in den nächsten Tagen mehr.

    TIP: Wer sich für Kreuzfahrten um die Kanaren interessiert, sollte sich meine neue Seite:  - Kanaren Kreuzfahrt - anschauen.