Dienstag, 13. August 2013

Vulkan - neue Erdstöße bis ML2,5

NEWS:
Donnerstag, 15.08.13 - Heute Morgen um 8.19 Uhr ein ML2,9 Beben aus 16 km Tiefe im Mar de Las Calmas im Süden. Auf dem CHIE Seismogramm ist dieser Erdstoß nicht verzeichnet. Dafür aber weitere 8 kleinere Erschütterungen bis ML1,4 heute.



Was sich bereits seit Tagen abzeichnet - die Bebenintensität hat seit gestern Nachmittag weiter zu genommen. Gestern gab es 29 Erdstöße - heute Morgen bereits mehr als 20 Beben. Darunter um 0.11 Uhr und 3.04 Uhr Beben von ML2,5. Das Zentrum liegt unter dem westlichen Golfobereich kurz vor der Küste (IGN Grafik). Die Erdstöße kommen aus 3 bis 15 km Tiefe mit einem erkennbaren Schwerpunkt um die 10 Kilometer Tiefe.
Ob es der Auftakt zu einer neuen Bebenserie wie im Monat März ist, muss im Fortgang beobachtet werden.

Auch auf dem relativ unempfindlich eingestellten CHIE Seismographen sind die heutigen Ausschläge gut zu erkennen.

Samstag, 10. August 2013

Vulkan - wieder mehr Aktivität

NEWS:
11. August 2013 - Gestern insgesamt wieder 11 Erdstöße. Um 12.46 Uhr ein ML2,3 Beben aus 12 km Tiefe südlich des Tanganasoga. Heute bereits 6 leichte Beben.

Was sich bereits seit Tagen andeutete, hat die Bebenaktivität weiter zugenommen. Gestern gab es 11 Beben bis ML2,0. Aus dem Histogramm links ist der jüngste Anstieg des Zyklus seit dem 3./4. August zu erkennen. Die Erdstöße kommen aus einer Tiefe von 10 bis 20 km. An der Westspitze aus großer Tiefe um die 13 bis 20 km und vermehrt im südlichen Golfobereich aus 10 km Tiefe. Es sind die altbekannten Magma Lagerstätten die seit Wochen gemeinsam agieren. Die Beben sind noch schwach was auf eine Magma Umwälzung hindeuten könnte. Aus der Vergangenheit wissen wir, dass es der Magmavortrieb im Golfo um Sabinosa bereits bis auf 5 km Tiefe geschafft hat. Dieser Sektor scheint im Augenblick aber noch nicht tangiert zu sein.


Donnerstag, 8. August 2013

Vulkan - es grummelt weiter

NEWS:

Auch in den vergangenen Tagen gab es Beben bis ML1,8. Allein gestern wurden von der IGN 7 Erdstöße registriert. Viele Mikrobeben werden von der IGN überhaupt nicht gelistet. Gestern Abend zwischen 21.00 und 22.00 Uhr zum Beispiel zeichnete der CHIE Seismograf (links) innerhalb einer Stunde diese Bewegungen auf. In der offiziellen Statistik fanden sie keinen Niederschlag. Es kann sich auch teilweise um Erschütterungen nicht seismischer Art oder um Fernbeben gehandelt haben. Dies lässt sich so aber nicht mit Sicherheit feststellen.
Wie bereits seit einigen Tagen liegt das Ausgangszentrum unter dem Inselmassiv (links IGN Grafik). Es ist der südliche Golfobereich um den Ort Sabinosa. Die registrierten Beben kamen alle aus einer Tiefe von 9 bis 11 km. Inzwischen sind diese schwachen Beben fast schon als "Normal" einzustufen - zumindest für El Hierro. Mit kleinen Unterbrechungen dauern diese Aktivitäten jetzt schon seit 2 Jahren an.

Sonntag, 4. August 2013

Erdbeben - Methan und die Rinder

NEWS:

Wie das Zusammenspiel der Natur funktioniert und welche Auswirkungen selbst Erdbeben auf die Klimaveränderung haben können, zeigt folgendes Beispiel.
Methangas ist jedem vom Namen her bekannt und selbst in kleinen Mengen in unserer Atemluft enthalten. Die Rinder als Produzenten von Methangas, Biogasanlagen oder unser Erdgas das zur Hälfte aus Methan besteht und uns die gewünschte Energie liefert.
Aber auch ungenutzt entweicht Methan in die Atmosphäre - vielleicht mehr als uns recht sein kann.

Nicht nur durch die Klimaerwärmung sondern auch bei Erdbeben können große Mengen von Methangas freigesetzt werden (Foto: Marum, Universität Bremen). Methan (CH4) ist ein farb- und geruchsloses und brennbares Gas, das in der Natur häufig vorkommt. Meist aber in gebundener Form als Methanhydrat - auch als "Methaneis" bezeichnet. Es ist unter der Erdoberfläche unter hohem Druck oder tiefen Temperaturen eingeschlossen. Wird es z.B. durch den Rückgang der Permafrost Gebiete  freigesetzt, steigt es wegen der geringeren Dichte als Luft, in die Atmosphäre auf. Dort wirkt es als Treibhausgas 20- bis 30- mal stärker als Kohlenstoffdioxid. Auch bei Erdbeben kann dieses Gas aus seinem Ruhezustand erweckt werden.

Ein internationales Wissenschaftsteam hat bei Forschungsarbeiten im Arabischen Meer vor Pakistan untypische Profile von Sulfat und dem Mineral Baryt aufgespürt. Zusammensetzungen die erst vor 60 bis 70 Jahren entstanden sein können - also in jüngster geologischer Vergangenheit - so die Fachzeitschrift "Nature Geoscience".
Das gab Rätsel auf. Erst bei weiteren Nachforschungen wurde festgestellt, daß sich in diesem Meeresgebiet im Jahre 1945 ein starkes Beben von ML8,1 ereignet hatte.
Das Beben muss die Gesteins- und Sedimentschichten aufgebrochen und das darunter liegende Methanhydrat freigesetzt haben.
Es wird geschätzt, daß mindestens 326 Millionen Mol Methan (etwa die Ladung von zehn Tankschiffen) in die Atmosphäre gelangt sind.

Methan entsteht beim Faulen von organischen Stoffen, das unter Luftabschluss in Sümpfen oder am Meeresgrund im Sediment entstehen. Es wird in der Entwicklungsphase auch Sumpfgas genannt.
An den Eismeerkappen oder in den Permafrost Gebieten von Sibirien sind riesige Mengen davon gespeichert.
Nicht nur der Wiederkäuer, wie die Kuh, sondern auch Erdbeben wie geschehen und besonders Vulkanausbrüche können große Mengen Methan und in der chemischen Umwandlung - die so genannten Treibhausgase - freisetzen.
Ein ausführlicher Bericht dazu, ist in Spiegel-Online erschienen:
Treibhausgas: Erdbeben lassen Methan aus dem Meeresboden brechen 

Um El Hierro heute in den frühen Morgenstunden bereits zwei Beben. Ein ML1,6 aus 11 km Tiefe im Golfo (rosa) und ein ML2,0 Erdstoß aus 16 km Tiefe vor der Westspitze (rot). 


Donnerstag, 1. August 2013

Vulkan - Bebenband bis zur afrikanischen Küste

NEWS:

Gestern ein ML1,6 Beben aus 14 km Tiefe vor dem Westzipfel der Insel. Die vermehrte Aktivität der letzten Tagen scheint nur ein Strohfeuer gewesen zu sein.
Allerdings werden im IGN CHIE Seismografen, der im Moment auf "grob" justiert ist, nur die stärkeren Erdstöße angezeigt. Von anderen Messpunkten sind durchaus aber auch gestern mehrere Dutzend Mikrobeben zu erkennen. Warum die IGN nur die wenig aussagekräftigen CHIE Kurven ins Netz stellt, darüber kann spekuliert werden. Sicher hat sie dafür aber ihre Gründe.
Technische oder wissenschaftliche Parameter können es jedoch nicht sein - um es höflich zu formulieren.


Carlos Bernal hat sich die Mühe gemacht (vielen Dank) alle stärkeren Beben aus dem bisherigen Jahresverlauf 2013, nach den AVCAN Aufzeichnungen in die Google Übersichtskarte zu übertragen.
Es ergibt sich ein interessantes Bild über die Lage und Verteilung der Beben.

Um El Hierro im Westen haben wir wie erwartet eine Häufung von Beben. Nach Osten bei Teneriffa und vor Lanzarote und Fuerteventura aber ebenfalls Zentren von vermehrter Bebenaktivität. Die Grafik ließe sich noch nach Afrika im Osten in das Atlas Gebirge ausdehnen.
Die östlichsten roten Markierungen sind übrigens im Gebiet der beabsichtigten Erdölbohrung.

Es ist ein Band das die Wanderung des Hotspot vom Osten nach Westen oder um es korrekt zu formulieren, die Plattenverschiebung nach Nordosten aufzeigt.
Vorgänge die sich in den letzten Millionen Jahre ereignet haben, aber heute noch aktiv sind.

Hier kommt nun die Theorie vom "Magmatunnel" oder "Magmastrom" der sich von El Hierro bis ins marokkanische Atlas Gebirge erstrecken soll. Während die Beben im Osten aus großer Tiefe von 30 und mehr Kilometer kommen, hat die Magma um El Hierro als "Speerspitze" die Erdoberfläche erreicht.

Merkwürdig - und das frage ich mich schon seit geraumer Zeit, warum die El Hierro am nächsten liegenden Inseln La Gomera und La Palma wie unberührte Fleckchen vom Bebenreigen ausgenommen sind.

La Palma, in jüngster Zeit als vulkanaktivste Insel (Ausbrüche 1949 und 1971) bekannt, hat entweder sein Pulver verschossen oder frische Magma kann ungehindert und ohne Beben in die leeren Kammern nachströmen.
Bei La Gomera fehlt mir eine Erklärung.

Vielleicht sorgt auch die aufsteigende Magma auf El Hierro für eine Art Druckentlastung im Umfeld. Dinge die heute noch nicht zu erklären sind. Die Zukunft wird uns vielleicht darauf eine Antwort geben.