Mittwoch, 15. Mai 2013

Die Bajada wirft ihren Schatten voraus

NEWS:

Heute möchte ich zunächst auf die bevorstehende größte Fiesta auf El Hierro eingehen. Im kommenden Juli ist es wieder soweit. Die "Bajada de la Virgen de Los Reyes" (Jungfrau der Könige) startet nur alle 4 Jahre. Höhepunkt ist die Herabkunft, eine Art Prozession über 28,3 Kilometer Länge. Ausgangspunkt ist die kleine Stammkirche am Westzipfel in Nähe des Leuchtturm Orchilla. Das Ziel ist die Stadtkirche in der Hauptstadt Valverde. Die Inselheilige verweilt dabei einige Tage im Norden der Insel, um am 3. August über das Golfotal und Sabinosa in ihre Kapelle zurück zukehren 
 
Das ist Brauch seit dem Jahre 1745. Ursprünglich ist die Bajada als Bittprozession während einer großen Dürreperiode entstanden. Nach den alten Chroniken soll es beim Betreten der Kirche in Valverde damals erstmals seit zwei Jahren wieder, starken Regen gegeben haben.
Ein darauf hin abgelegtes Gelübde verpflichtete die Einwohner diese "Bajada" alle 4 Jahre zu wiederholen. Es ist nicht nur ein kirchliches Fest sondern der kulturelle Höhepunkt auf El Hierro mit einem umfangreichen Rahmenprogramm.
Anlass für für die Verwandtschaft in Südamerika und den kanarischen Nachbarinseln, ihren Clan zu diesem Fest auf der Insel zu besuchen.
2009 -  bei der letzten Bajada zählte man an die 15.000 Gäste.
Jede kanarische Insel hat ihre Schutzheilige und begeht regelmässig im 3 - 4 oder wie hier auf La Palma im 5 jährigen Rhythmus ihre Bajada.
 
Das Cabildo von El Hierro hat nun die Webseite Bajada 2013 ins Netz gestellt. Hier ist einiges über die Hintergründe, Fotos und der Ablauf - allerdings nur auf spanisch - beschrieben.

Zum Vulkan

Gestern gab es 4 Beben, heute bisher 2 Erdstöße bis ML2,1. Die Lage unverändert im Westen und die Tiefe zwischen 11 und 17 km. Also keine große Veränderung.

Dienstag, 14. Mai 2013

Vulkan - weitere Einblicke und Details

NEWS:
Eine zerklüftete und mit alten Vulkankegeln übersäte Unterwasserwelt um El Hierro. Um den Massivsockel der Insel tauchen hier Gebirgszüge, Berge und unzählige Krater auf. Die Vergangenheit und Zeitzeugen der vulkanischen Vergangenheit. Links das jüngste Produkt (weißer Pfeil), der Eldiscreto von 2011. Eine Landschaft, die mit dem bloßem Auge nicht zu erkennen und höchstens zu erahnen ist. Aber sicher genauso interessant wie der über dem Meeresspiegel liegende Inselteil. Auch für einen Taucher oder ein ROV sind nur kleine Ausschnitte aufgrund des beschränkten Blickwinkel und der Wassertrübung zu erkennen.

Die genaue kartografische Vermessung und obige Darstellung sind das Ergebnis der batymetrischen Untersuchung der Ramon Margalef und den Experten des IEO (Instituto Espanol de Oceanografia) und weiterer Institute vom März diesen Jahres.

Auch gestern wieder 8 Beben. Fast alle Erdstöße kommen nun aus dem Bereich von 10 bis 13 km Tiefe. Es waren schwache Beben bis ML2,1. Die Lage bleibt unverändert vor der Westküste. Es sieht so aus, daß das Magma Deckenschichten aufschmilzt und dadurch in höher liegende Spalten und Risse eindringen kann. Es bleibt nun zu beobachten, ob sich diese Entwicklung weiter fortsetzt.

Praktikum in Vulkanologie

Wer Zeit und Lust hat, vielleicht Student der Geologie oder Vulkanbegeistert ist, sich spanisch verständigen kann und vielleicht noch auf den Kanaren wohnt und sich für vulkanische Feldforschung begeistern lässt, wäre vielleicht folgendes interessant.
 
Die INVOLCAN sucht für El Hierro einen ehrenamtlichen Mitarbeiter der die Vulkanologen bei ihrer Forschungsarbeit unterstützt. Unterkunft und Verpflegung wird gestellt. Eine Chance Seite an Seite mit den Wissenschaftlern zu arbeiten.
Bei Interesse senden Sie eine Mail an gladys@iter.es

Montag, 13. Mai 2013

Vulkan - die Beben kommen langsam höher

NEWS:

In den letzten drei Tagen hat sich die Bebentiefe langsam verändert. Der Schwerpunkt liegt jetzt bei 12 bis 15 km (IGN Grafik oben) und wird damit flacher. Im März 2013 beim starken Bebenschwall lag das Zentrum noch um die 18 bis 20 km Tiefe. Der jüngste Erdstoß heute bei 9 km. Gestern gab es 7 Beben, dabei um  18.03 Uhr als stärkster Erdstoß ML2,4. Die örtliche Lage ist unverändert ca. 8 bis 12 km vor der Westspitze. Im Grunde keine großen Veränderungen. Auch das Aufsteigen der Beben in höhere Zonen findet immer noch in so großer Tiefe statt, daß kurzfristig Überraschungen ausbleiben dürften.
Es bleibt aber festzustellen, daß die Aktivität moderat weiter andauert und nicht von einem Ende gesprochen werden kann. Spätestens wenn der nächste Magmanachschub in die Kammer/Blase erfolgt, werden die Beben auch wieder in der Anzahl zunehmen, als auch deren Intensität ansteigen.

Wann das freilich sein wird bleibt die große Unbekannte. Nach den bisherigen Erfahrungen erfolgen diese Impulse in einem Zeitrahmen von 3 bis 6 Monaten Abstand. Eben dann, wenn sich wieder genügend Druck und Spannung aufgebaut hat.

Sonntag, 12. Mai 2013

Vulkan - Kohlendioxid verändert den Globus

NEWS:

Historische Fotos vom Ausbruch des Vulkan San Juan auf La Palma im Juni 1949. Links deutlich eine bei der Eruption durch Beben entstandene horizontale Spalte, die inzwischen aber nicht mehr erkennbar ist. Es ist nicht die Spalte oder der Riss aus der die Hypothese vom Abrutschen der Westflanke und dem "Tsunami-Szenario" durch Dr. Simon Day und der BBC Dokumentation entstanden ist. Diese Spalte liegt weiter oben in Kraternähe. Bei jedem Vulkanausbruch werden auch große Mengen an Gas ausgestoßen. Gase - die in entsprechender Konzentration für den Menschen gefährlich werden können, aber insgesamt für das Leben und das Klima auf der Erde notwendig sind. Vorgänge und natürliche Abläufe die es seit der Entstehung unseres Globus gibt. Ein Gas das in großen Mengen bei einer Eruption austritt, ist das Kohlendioxid (CO²).
 

CO² wird auch vom Menschen produziert. Seit der Industrialisierung steigen diese Werte stetig an. Es ist in den Abgasen der Schornsteine enthalten oder kommt aus dem Auspuff der Autos. Es wird mehr Kohlendioxid produziert als die Natur verträgt bzw. abbauen kann. Erderwärmung und eine Klimaveränderung mit katastrophalen Folgen sind die Auswirkungen. Im Diagramm links ist der stetige Anstieg in den letzten 4 Jahren dargestellt. Es gibt eine symbolische Obergrenze von 400 ppm (Teile pro Million) die von vielen Wissenschaftlern als Knackpunkt angesehen wird. Ab diesem Zeitpunkt ist kurz- und mittelfristig eine Rückkehr nicht mehr möglich. Die Erde wird sich übermäßig Überhitzen und das Leben auf dem Planeten grundsätzlich umgestalten.
 
Forscher vermuten, daß dieser Vorgang mit einer ähnlich hohen Kolendioxid- Konzentration zum letzten Mal vor mehr als 3 Millionen Jahren geschehen ist. Damals schmolz alles Eis in der Arktis, die Sahara war eine fruchbare Savanne und der Meeresspiegel lag etwa 40 Meter höher als heute.
 
Dieser Wert wurde nun erstmals im Monat April 2013 auf Hawaii erreicht. Ähnliche Messergebnisse von über 400 ppm im Monat zeigen inzwischen auch die Stationen in der Arktis an.
Wie Professor Ralph Keeling vom Observatorium Hawaii mitteilte, lag der CO² Gehalt 1960 noch bei 310 ppm. Vor dem industriellen Zeitalter waren 280 ppm normal.
 
Wir schlittern immer schneller in eine ökologische Krise, die Hochwasser, Orkane und vielleicht auch mehr Vulkanausbrüche bewirkt. Die Spirale wird immer enger.
 
Alle werden die Folgen zu spüren bekommen. Vor allem die Kinder werden sich über unsere engstirnige Tatenlosigkeit wundern und uns vielleicht verfluchen. Warum haben unsere Väter nicht -als es noch möglich war - etwas dagegen unternommen.
 
Palaver und ergebnislose Klimakonferenzen helfen hier nicht weiter. Darüber sollte sich Jeder einmal seine Gedanken machen.
 

Gestern gab es 3 Erdstöße, heute Morgen bereits 2 Beben bis ML2,2 in 12 bis 15 km Tiefe vor dem Westzipfel.
 

Freitag, 10. Mai 2013

Vulkan - El Hierro in Sichtweite

NEWS:
Keine Fata Morgana sondern die Insel El Hierro am Horizont schwebend. Aus 65 km Entfernung taucht bei klaren Sichtverhältnissen wie hier die Insel im Süden von La Palma auf. Im Vordergrund die südliche Kraterwand des Vulkan San Antonio bei Fuencaliente.


Aus der Satellitenperspektive der IGN sind die 5 Erdstöße von gestern zu erkennen. Zu erwähnen ein ML2,1 Beben vor der Südspitze in 15 km Tiefe (gelb) und ein ML1,8 Erdstoß unter dem Inselmassiv im El Julan-Gebiet (rosa) aus 20 km Tiefe. Die Verformungswerte sind leicht zurück gegangen. Am Messpunkt HI05 Faro de Orchilla auf der Westspitze beträgt die vertikale Erhebung jetzt 8 cm. Ein minimaler Rückgang von den März-Werten um ca.1,5 cm.