Freitag, 3. Mai 2013

Vulkan - es rumort weiter

NEWS:


Es kommt nicht zur Ruhe. Auch in der vergangenen Nacht grummelte es weiter. Bisher heute 6 schwache Beben bis ML2,1. Das Tiefenspektrum reicht von 11 bis 22 km Tiefe. Es ist wie ein Siedevorgang im Kochtopf bei dem mit reduzierter Wärmezufuhr die Suppe umgewälzt wird und ab und zu eine Luftblase nach oben steigt, die dann eine schwache Erschütterung in der Masse auslöst. Erst wenn wieder neue Energie (Magma) aus dem Erdinnern aufsteigt und zugeführt wird beginnt der Kochvorgang mit entsprechend stärkeren Beben von Neuem. So wie wir das im vergangenen März erlebt haben.
 
Hoffen wir nur, daß es noch eine Weile so mäßig weiter gärt und nicht im Sommer bei der großen Bajada so richtig zum Kochen kommt. Auf diese Fiesta hat man sich 4 Jahre gefreut und entsprechende Vorbereitungen getroffen.
 
Das Wetter auf El Hierro ist zur Zeit durchwachsen und für den Monat Mai zu kühl. Es gibt wohl keinen Regen, aber die Nächte sind kalt.
Wie hier auf der AEmet Prognose für El Pinar fällt das Thermometer weiter bis auf +13°C. Erst ab kommenden Sonntag haben wir auch wieder monatsgemässe Nachttemperaturen von 19/20°C und am Tage Sonnenschein.

Donnerstag, 2. Mai 2013

EU - Glück oder Fluch für die Kanaren

NEWS:
Gestern 7 kleine Beben bis ML1,8  vor der Westküste in 14 bis 19 km Tiefe.


Heute mal ein Thema das Sie auch interessieren dürfte und den wirtschaftlichen Aufstieg der Kanaren und den noch schnelleren Fall auf den Boden der Tatsachen aus meiner Sicht beschreibt. Ich konnte diese Entwicklung, die Stimmung und Euphorie und nun die Enttäuschung in den vergangenen 17 Jahren hier mehr oder weniger Live miterleben.

Die Europäische Gemeinschaft ein Glücksfall ?  Teil I

Während Deutschland die EU Krise bisher gut gemeistert hat und als Profiteur mit fast Vollbeschäftigung und einem Wirtschaftswachstum da steht, sieht es in den Südländern der Europäischen Gemeinschaft alles andere als gut aus.
Gerade die in den 1970er Jahren in die Gemeinschaft aufgenommenen Länder Griechenland, Portugal und Spanien durchleben zur Zeit die schlimmste Wirtschaftskrise ihrer jüngeren Geschichte.

Gerade in Spanien und gezielt auf den Kanarischen Inseln ist man Krisen wirtschaftlicher Art seit Jahrhunderten gewohnt. Waren es früher Dürreperioden, Heuschreckenplagen oder sonstige Naturereignisse die die Menschen in die Flucht - in die Emigration trieben. In Scharen sind die Canarios nach Südamerika ausgewandert. Die letzte große Auswanderungswelle erfolgte um 1960 nach Venezuela.

Mit dem Eintritt Spaniens in die EU und dem Zufluss der Subventions-Milliarden aus Brüssel entwickelte sich schnell eine künstlich aufgeblähte Wirtschaft. Es ging vor allem darum schnell die üppigen Geldgeschenke umzusetzen und fest zu zementieren.
Über Sinn oder Unsinn der Investition wurden keine großen Gedanken verschwendet. Alles wurde genommen, beantragt und meist in die Betonwährung umgesetzt. Wer weiß schließlich wie lange Brüssel so freigiebig bleibt.
Die Menschen waren dankbar, viele ausgewanderte Emigranten kehrten in ihre Heimat zurück und der Wohlstand hielt Einzug. Viele fanden bei neugegründeten Firmen Arbeit und Brot.

Das Geld floß meist in die Infrastruktur. Es wurden neue Straßen, Flug- und Schiffshäfen und großartige öffentliche Bauten  aus dem Boden gestampft. Auch der Privatmann lies sich von dieser Euphorie anstecken und investierte in ein neues Haus, Appartement, ein neues Auto oder in seine Einrichtung.
Die Banken machten es dem Investor leicht und finanzierten mit billigen Krediten jeden Wunsch bis 100% ohne große Sicherheiten.
Alle profitierten - am meisten die Banken und Bauunternehmen. Die "goldene Zeit" war angebrochen. Ein Schlaraffenland für viele.
Die Hacke für den Acker blieb in der Ecke des Schuppen stehen, das Feld wurde aufgegeben und die Ziegen abgeschafft.
Schließlich hatte man nun eine gut bezahlte sozialversicherte Arbeitsstelle auf dem Bau oder im Planungsbüro. In Folge blühte natürlich auch die Bürokratie auf und brachte weitere Arbeitsplätze in den Behörden.

Mit den Subventionen kamen auch die EU Gesetze und Verordnungen. Globalisierung, Gleichheit und einheitliche Regeln mussten als Gegenleistung eingeführt werden. Das war das notwendige Übel das viele Traditionen, typische Bräuche und liebgewonnene Alltagsdinge plötzlich in Frage stellte.
Verkehrsregeln mussten umgesetzt werden, ein ITV (TÜV) wurde eingeführt, die Müllentsorgung wurde geregelt und das Küchenpersonal im Restaurant musste sich über Hygieneregeln schulen lassen.
Nur einige wenige Beispiele die in sehr kurzer Zeit umgesetzt wurden. Hatte man in Deutschland dafür 20 Jahre benötigt, erfolgte die Anpassung auf den Kanaren in 5 Jahren. Vorbilder und Erfahrungswerte hatte man ja aus Nordeuropa und musste nur noch kopieren.

Einiges sicher sinnvoll, anderes übertrieben. Man hat das Geld genommen und musste nun auch die Auflagen der Kommission aus Brüssel erfüllen.

Spanien und die Kanaren entwickelten sich zum EU Musterland mit der geringsten Arbeitslosigkeit und dem größten jährlichen Wirtschaftszuwachs im EU Raum.

Auch viele deutschen Konzerne und Firmen partizipierten vom plötzlichen Wohlstand in Spanien. Volkswagen, Siemens und Bosch oder die Solar- und Windenergiebranche um nur einige zu nennen, hatten einen riesigen Absatzmarkt.
Produkte "Made in Germany" waren und sind bekannt und gefragt. Es erfolgte nun eine Art Refinanzierung der ausgegebenen EU Subventionen.

Während der Hochkonjunkturphase gingen viele Menschen und auch die Politik davon aus, daß der erworbene Wohlstand allein mit eigenen Händen geschaffen und für alle Ewigkeit nun Bestand haben müsse. Man musste ihn nur noch etwas befeuern um ihn weiter zu mehren.
Das eigentliche Schmiermittel und die Antriebsenergie wurde verdrängt und hatte im stolzen Gehirn der Spanier keinen Platz oder große Bedeutung.
Wir zeigen den übrigen Euroländern wie man das macht - und auf dieser Welle ist man auch eine Zeit lang geritten. Endlich einmal die Vorreiterrolle in ganz Europa.

Ein Trugschluß wie sich bitterlich und für viele überraschend ab 2008 herausstellte. Nicht nur die eigene Schaffenskraft, sondern vor allem die Subventionen waren der Motor. Das wurde nun leider viel zu spät und auch heute noch nicht für alle Menschen, bewusst.
Dazu aber in den nächsten Tagen mehr.

Mittwoch, 1. Mai 2013

Vulkan - langsam schließt sich der Kreis

NEWS:

Nach dem ML3,4 und ML2,9 Beben um 7.52 Uhr gestern Morgen (grüner Kreis) gab es eine Reihe von kleineren Nachbeben. Gestern insgesamt 4 Erdstöße und heute in den früheren Morgenstunden 5 weitere Beben von geringer Intensität (siehe Avcan Auflistung). Der Ausgangspunkt liegt im 15 bis 16 km Tiefenbereich und damit insgesamt etwas flacher als der starke Bebenschwall vom März 2013. Damit aber immer noch tief genug im Bereich der vermuteten Magmahauptkammer. Das ganze Magmasystem wird durch stärkere Beben in Bewegung gesetzt, so daß sich vom momentanen eigentlichen Zentrum ca. 12 bis 15 km vor der Westküste die Auswirkungen bis auf die nahen Küstenbereiche und unter die Insel selbst (bei La Frontera) auswirken. Es ist wie ein Pudding der einmal in Bewegung gebracht seine Schwingungen gleich über die gesamte Masse weiterreicht. Der jetzige Intensitätpunkt im Westen ist jedoch nur ein kleiner Teil des Gesamtbildes.

Um den Gesamtkomplex besser zu verstehen, habe ich hier die IGN Zusammenfassung aller seit Sommer 2011 erfolgten Beben eingefügt. Der Mittelpunkt und das eigentliche Zentrum liegt unter dem Berg Tanganasoga ( ungefähr rosa Punkt). Hier hat es die Magma bis auf 5 Kilometer unter die Inseloberfläche geschafft. Die Eldiscreto Eruption 2011 war nur eine seitliche Entlüftung im Süden. Ähnliches kann in Zukunft wieder um den Druck abzubauen auch an anderer Stelle erfolgen. Die auf der Grafik farblich unterschiedlichen Seitenarme dürften nur Magmazuflüsse zum eigentlichen Kern und Zentrum unter dem Tanganasoga sein.
 
Das Bild und damit das Verständnis zu den geologischen und vulkanischen Vorgängen unter der Insel komplementiert sich von Tag zu Tag mehr und wird wie ein Puzzle irgendwann ein Gesamtbild ergeben. Dann wird es auch möglich sein etwas genauer den nächsten Schritt des Vulkan zu erahnen und vielleicht genauere Prognosen zu treffen. Mathematisch berechnen lässt es sich sicher nie, dafür hat die Natur zu viele unberechenbare Komponenten.
 

Und hier noch ein interessanter Sendehinweis. Der Sender "ARTE" bringt am kommenden Samstag, dem 4. Mai 2013 mehrere Beiträge zu allen Kanarischen Inseln. Um 16.00 Uhr (15.00 Uhr Kanarenzeit) auch zu El Hierro und La Palma. Also nicht versäumen. (Danke für den Hinweis an Klaus Heil)

Dienstag, 30. April 2013

Vulkan - neues ML3,4 Beben

NEWS:
10.46 Uhr - Die Tiefe des ML3,4 Beben wurde von der IGN auf 15,5 km korrigiert. Die Ausschläge um 6.40 Uhr stammen nicht von Erdstößen unter El Hierro. Es waren wahrscheinlich überregionale Erschütterungen.
Ein weiteres Beben um 7.52 Uhr von ML2,9 aus 16 km Tiefe und um 8.26 Uhr mit ML1.7 aus 10,9 km Tiefe schlossen sich bisher an. Die Lage ca. 12 bis 15 km vor der Westspitze im Meer. Die Beben waren auf der Insel nicht spürbar.

Ein kräftiges Beben von ML3,4 hat sich um 4.04 Uhr (Ortszeit 5.04 Uhr) vor der Westspitze von El Hierro ereignet. Der Erdstoß kam aus nur 12 km Tiefe und ist für diese Region in der bisher die meisten Erdstöße bei 18 bis 20 km Tiefe lagen, doch recht ungewöhnlich.
Weitere Beben kamen (siehe IGN Aufzeichnung) gegen 6.40 Uhr (Ortszeit 7.40 Uhr). Deren Auswertung dauert noch an.
Sobald die Daten vorliegen, werde ich berichten.

Montag, 29. April 2013

Vulkan - ein ruhiges Wochenende

NEWS:

Am Sonntag gab es insgesamt 6 Erdstöße. Darunter um 15.06 Uhr und eine Minute später um 15.07 Uhr je ein ML2,6 Beben aus 18 bzw. 15 km Tiefe. Auf der IGN Karte mit gelben Quadraten vor der Westküste markiert. Es ist immer noch das gleiche Gebiet des letzten großen Bebenschwall vor einigen Wochen.
Grundsätzlich sind keine Veränderungen oder Verschiebungen erkennbar. Die Bodendeformation ist in den letzten Tagen leicht zurück gegangen.
Auf der Insel selbst geht das Leben normal weiter. Alle Straßen und Wege sind frei befahrbar. Die Insulaner bereiten sich bereits intensiv für die nur alle vier Jahre im Juli 2013 stattfindende größte Fiesta, die Bajada, vor.
Es wird auch während dieser Zeit eine bessere verkehrstechnische Anbindung zur Hauptinsel Teneriffa mit Flügen und Fähren geben. Schließlich müssen die Besucher - viele auch aus Südamerika, irgendwie auf die Insel gebracht werden können.