NEWS:
10.46 Uhr - Die Tiefe des ML3,4 Beben wurde von der IGN auf 15,5 km korrigiert. Die Ausschläge um 6.40 Uhr stammen nicht von Erdstößen unter El Hierro. Es waren wahrscheinlich überregionale Erschütterungen.
Ein weiteres Beben um 7.52 Uhr von ML2,9 aus 16 km Tiefe und um 8.26 Uhr mit ML1.7 aus 10,9 km Tiefe schlossen sich bisher an. Die Lage ca. 12 bis 15 km vor der Westspitze im Meer. Die Beben waren auf der Insel nicht spürbar.
Ein kräftiges Beben von ML3,4 hat sich um 4.04 Uhr (Ortszeit 5.04 Uhr) vor der Westspitze von El Hierro ereignet. Der Erdstoß kam aus nur 12 km Tiefe und ist für diese Region in der bisher die meisten Erdstöße bei 18 bis 20 km Tiefe lagen, doch recht ungewöhnlich.
Weitere Beben kamen (siehe IGN Aufzeichnung) gegen 6.40 Uhr (Ortszeit 7.40 Uhr). Deren Auswertung dauert noch an.
Sobald die Daten vorliegen, werde ich berichten.
Dienstag, 30. April 2013
Montag, 29. April 2013
Vulkan - ein ruhiges Wochenende
NEWS:
Am Sonntag gab es insgesamt 6 Erdstöße. Darunter um 15.06 Uhr und eine Minute später um 15.07 Uhr je ein ML2,6 Beben aus 18 bzw. 15 km Tiefe. Auf der IGN Karte mit gelben Quadraten vor der Westküste markiert. Es ist immer noch das gleiche Gebiet des letzten großen Bebenschwall vor einigen Wochen.
Am Sonntag gab es insgesamt 6 Erdstöße. Darunter um 15.06 Uhr und eine Minute später um 15.07 Uhr je ein ML2,6 Beben aus 18 bzw. 15 km Tiefe. Auf der IGN Karte mit gelben Quadraten vor der Westküste markiert. Es ist immer noch das gleiche Gebiet des letzten großen Bebenschwall vor einigen Wochen.
Grundsätzlich sind keine Veränderungen oder Verschiebungen erkennbar. Die Bodendeformation ist in den letzten Tagen leicht zurück gegangen.
Auf der Insel selbst geht das Leben normal weiter. Alle Straßen und Wege sind frei befahrbar. Die Insulaner bereiten sich bereits intensiv für die nur alle vier Jahre im Juli 2013 stattfindende größte Fiesta, die Bajada, vor.
Es wird auch während dieser Zeit eine bessere verkehrstechnische Anbindung zur Hauptinsel Teneriffa mit Flügen und Fähren geben. Schließlich müssen die Besucher - viele auch aus Südamerika, irgendwie auf die Insel gebracht werden können.
Sonntag, 28. April 2013
Vulkan, Lava und unser Leben
NEWS: Um 15.06 und 15.07 Uhr heute je ein ML2,6 Beben in 18 und 15 km Tiefe vor der Westspitze.
In der vergangenen Nacht wieder einige kleine Erdstöße bis ML1,7 im Westen.
Aus einer relativ kleinen Eruptionsöffnung ohne mächtigen Krater kann sich je nach Menge der austretenden Lava, ein breiter und langer Lavastrom bilden. Am Beispiel des Llano del Banco - einem der drei Eruptionspunkte des 1949 auf La Palma ausgebrochenen Vulkan San Juan will ich das zeigen. Oben die an einem Steilhang liegende Öffnung. Die Lava hat sich im Oberlauf mit über 1000°C ein eigenes Barranco geschmolzen und läuft zunächst wie ein Gebirgsbach in einem noch eng begrenzten Lauf nach unten.

Im weiteren Verlauf kühlt die Lava immer weiter ab und schafft es nicht mehr einen eigenen Flusslauf frei zu schmelzen. Der Lavafluss verbreitert sich durch die nachrückende Lavamasse und erreicht schließlich eine Breite von fast 600 Meter. Hier entstehen dann auch die so genannten Lavaröhren (=Höhlen). Die oberflächig verlaufende Lavaschicht erkaltet und wird starr, während der tiefer laufende Lavastrom nun isoliert und die flüssige Form beibehaltend weiter strömt. Bis er nach ca. 12 Kilometer das Meer erreicht und ausströmt. Zurück bleiben Lavaröhren bis zu 7 km Länge.
Im Laufe der vergangenen 60 Jahre hat sich die Natur ein Stück davon zurück geholt. Inzwischen wachsen vereinzelt Moose, Blumen und Kiefern auf der Lavaschlacke. Irgendwann wird der gesamte Lavastrom im Oberlauf wieder bewaldet sein. Je nach Zusammensetzung der Mineralien entsteht dann über kurz oder lang fruchtbarer Boden. Das ist die Quelle, dem wir nicht nur unsere Inselfläche sondern in Kombination mit den ausgestoßenen Gasen überhaupt unser Leben zu verdanken haben. Ohne Vulkanausbrüche und Kometeneinschläge (hier ist sich die Wissenschaft noch nicht einig) würde es wahrscheinlich das Leben wie wir es auf der Erde kennen, überhaupt nicht geben.
In der vergangenen Nacht wieder einige kleine Erdstöße bis ML1,7 im Westen.
Aus einer relativ kleinen Eruptionsöffnung ohne mächtigen Krater kann sich je nach Menge der austretenden Lava, ein breiter und langer Lavastrom bilden. Am Beispiel des Llano del Banco - einem der drei Eruptionspunkte des 1949 auf La Palma ausgebrochenen Vulkan San Juan will ich das zeigen. Oben die an einem Steilhang liegende Öffnung. Die Lava hat sich im Oberlauf mit über 1000°C ein eigenes Barranco geschmolzen und läuft zunächst wie ein Gebirgsbach in einem noch eng begrenzten Lauf nach unten.
Im Laufe der vergangenen 60 Jahre hat sich die Natur ein Stück davon zurück geholt. Inzwischen wachsen vereinzelt Moose, Blumen und Kiefern auf der Lavaschlacke. Irgendwann wird der gesamte Lavastrom im Oberlauf wieder bewaldet sein. Je nach Zusammensetzung der Mineralien entsteht dann über kurz oder lang fruchtbarer Boden. Das ist die Quelle, dem wir nicht nur unsere Inselfläche sondern in Kombination mit den ausgestoßenen Gasen überhaupt unser Leben zu verdanken haben. Ohne Vulkanausbrüche und Kometeneinschläge (hier ist sich die Wissenschaft noch nicht einig) würde es wahrscheinlich das Leben wie wir es auf der Erde kennen, überhaupt nicht geben.
Samstag, 27. April 2013
Vulkan - Herzschlag und etwas Herzblut
NEWS:
Der bisherige Lebenslauf des Eldiscreto. So könnte man das IGN Histogramm (zum Vergrößern anklicken) über den Ablauf seiner Aktivität auch bezeichnen. Es ist im Grunde der Herzschlag - seine Bebenstatistik, die Aufschluss über das Wirken seiner Naturkräfte gibt.
Nach über 200 Jahren Ruhe meldete er sich im Sommer 2011 mit einer Vielzahl von Beben urplötzlich zurück. Vergessen war längst, daß El Hierro über dem nach Südwesten abdriftenden kanarischen Hotspot liegt und seine Existenz, wie auch die anderen kanarischen Inseln, nur ihm zu verdanken hat.
Als jüngste Kanareninsel ist El Hierro noch im Aufbau und wird im Laufe der Zukunft noch so einige Aktivitäten und auch Ausbrüche erleben. Die jetzige Phase ist im Gange und noch längst nicht abgeschlossen. Das hat er im Juni/Juli 2012 und jetzt im März 2013 mit weiteren Bebenserien gezeigt. Auch gestern wieder ein kleiner ML1,7 Erdstoß aus 17 km Tiefe vor der Westküste.
Solange Magma aus dem Erdinnern nachströmt und den Kammerdruck konstant hält oder gar vergrößert wird in Intervallen die Aktivität andauern. Erst wenn eine Entlüftung und ein Druckabbau gefunden ist, wird diese Phase abgeschlossen sein. Das kann schnell gehen, aber auch noch über Jahre andauern.
Der Mensch ist bei diesem Naturereignis nur Statist. Er kann den Ablauf nicht stoppen, nicht beschleunigen oder abkürzen, sondern nur beobachten und abwarten.
Auch wenn es seinen Genen und dem Drang hier irgendwie einzugreifen widerspricht, hat er nicht das notwendige Wissen und die vielleicht erforderlichen Werkzeuge und Geräte den Ablauf zu beeinflussen.
Nur Seismografen, GPS- und Gasmessungen und noch einige andere technischen Messeinrichtungen stehen ihm zur Verfügung.
In Zukunft wird es der Wissenschaft vielleicht möglich sein, Erdbeben und Vulkaneruptionen zeitlich genau vorherzusagen um die Anwohner rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Ein Beben oder einen Ausbruch wird man dadurch aber nicht verhindern können.
So beobachten wir also weiter, mit welchen Überraschungen uns die Natur noch beglückt und wie sich in unserem Fall Eldiscreto weiter entwickelt.
Das weiterhin große Interesse auch nach jetzt fast 2 Jahren erlebe ich täglich. Viele Mails, Telefonate und persönliche Kontakte (vor Ort oder hier auf La Palma) sind inzwischen zur "Normalität" geworden.
Längst ist aus einer kurzen und zeitlich begrenzten Berichterstattung ein zeitfüllendes Programm (Hobby) geworden, das mein Leben und das meiner Familie verändert hat.
Was macht denn heute unser Eldiscreto? - ist inzwischen die Standartfrage meiner Tochter am Frühstückstisch.
Diese Frage wird mir - auch von Anderen - täglich mindestens 10x gestellt.
Wer etwas zu den Anfängen Nachlesen möchte und ich habe es damals so glaube ich gut erklärt, geht mal auf diese Seite: ELDISCRETO
Der bisherige Lebenslauf des Eldiscreto. So könnte man das IGN Histogramm (zum Vergrößern anklicken) über den Ablauf seiner Aktivität auch bezeichnen. Es ist im Grunde der Herzschlag - seine Bebenstatistik, die Aufschluss über das Wirken seiner Naturkräfte gibt.
Nach über 200 Jahren Ruhe meldete er sich im Sommer 2011 mit einer Vielzahl von Beben urplötzlich zurück. Vergessen war längst, daß El Hierro über dem nach Südwesten abdriftenden kanarischen Hotspot liegt und seine Existenz, wie auch die anderen kanarischen Inseln, nur ihm zu verdanken hat.
Als jüngste Kanareninsel ist El Hierro noch im Aufbau und wird im Laufe der Zukunft noch so einige Aktivitäten und auch Ausbrüche erleben. Die jetzige Phase ist im Gange und noch längst nicht abgeschlossen. Das hat er im Juni/Juli 2012 und jetzt im März 2013 mit weiteren Bebenserien gezeigt. Auch gestern wieder ein kleiner ML1,7 Erdstoß aus 17 km Tiefe vor der Westküste.
Solange Magma aus dem Erdinnern nachströmt und den Kammerdruck konstant hält oder gar vergrößert wird in Intervallen die Aktivität andauern. Erst wenn eine Entlüftung und ein Druckabbau gefunden ist, wird diese Phase abgeschlossen sein. Das kann schnell gehen, aber auch noch über Jahre andauern.
Der Mensch ist bei diesem Naturereignis nur Statist. Er kann den Ablauf nicht stoppen, nicht beschleunigen oder abkürzen, sondern nur beobachten und abwarten.
Auch wenn es seinen Genen und dem Drang hier irgendwie einzugreifen widerspricht, hat er nicht das notwendige Wissen und die vielleicht erforderlichen Werkzeuge und Geräte den Ablauf zu beeinflussen.
Nur Seismografen, GPS- und Gasmessungen und noch einige andere technischen Messeinrichtungen stehen ihm zur Verfügung.
In Zukunft wird es der Wissenschaft vielleicht möglich sein, Erdbeben und Vulkaneruptionen zeitlich genau vorherzusagen um die Anwohner rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Ein Beben oder einen Ausbruch wird man dadurch aber nicht verhindern können.
So beobachten wir also weiter, mit welchen Überraschungen uns die Natur noch beglückt und wie sich in unserem Fall Eldiscreto weiter entwickelt.
Das weiterhin große Interesse auch nach jetzt fast 2 Jahren erlebe ich täglich. Viele Mails, Telefonate und persönliche Kontakte (vor Ort oder hier auf La Palma) sind inzwischen zur "Normalität" geworden.
Längst ist aus einer kurzen und zeitlich begrenzten Berichterstattung ein zeitfüllendes Programm (Hobby) geworden, das mein Leben und das meiner Familie verändert hat.
Was macht denn heute unser Eldiscreto? - ist inzwischen die Standartfrage meiner Tochter am Frühstückstisch.
Diese Frage wird mir - auch von Anderen - täglich mindestens 10x gestellt.
Wer etwas zu den Anfängen Nachlesen möchte und ich habe es damals so glaube ich gut erklärt, geht mal auf diese Seite: ELDISCRETO
Labels:El Hierro,Kanarische Inseln,Kanaren,Spanien
Eldiscreto,
Erdbeben,
Vulkan
Freitag, 26. April 2013
Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit
NEWS: Gestern 6 leichte Beben bis ML2,0. Also keine Veränderungen gegenüber den Vortagen.
Ganz anders sieht es bei den Wirtschaftsdaten für Spanien, den Kanaren und El Hierro aus. Die "Crisis" hat sich längst zur Dauerkrise entwickelt mit immer fataleren Folgen für die Menschen hier. Ende März 2013 ist die Arbeitslosenquote in Gesamtspanien auf 27,2 % angewachsen (INE Grafik). 6,2 Millionen arbeitsfähige Spanier sind ohne Arbeit. Das sind die registrierten Arbeitslosen. Die Dunkelziffer liegt sicher noch um einiges höher. Auf den Kanarischen Inseln sieht es noch dramatischer aus.
Ganz anders sieht es bei den Wirtschaftsdaten für Spanien, den Kanaren und El Hierro aus. Die "Crisis" hat sich längst zur Dauerkrise entwickelt mit immer fataleren Folgen für die Menschen hier. Ende März 2013 ist die Arbeitslosenquote in Gesamtspanien auf 27,2 % angewachsen (INE Grafik). 6,2 Millionen arbeitsfähige Spanier sind ohne Arbeit. Das sind die registrierten Arbeitslosen. Die Dunkelziffer liegt sicher noch um einiges höher. Auf den Kanarischen Inseln sieht es noch dramatischer aus.
Nach den jüngsten ISTAC Zahlen liegt hier die Arbeitslosigkeit Ende März 2013 gar bei 34,27 %. Die Jugendarbeitslosigkeit (bis 24 Jahre) bei über 65 %.
Was sind das für Perspektiven ? Das einstige Euro Wunderland Spanien ist seit 2008 im Sturzflug und zum absoluten Schlusslicht abgestürzt ... und ein Ende ist nicht in Sicht.
Das ist das Thema das vielen Menschen unter den Nägel brennt und ihre Existenz bedrohlich gefährdet. Nicht einmal der Fußball kann heute kleine Lichtblitze mehr setzen und das Alltagsdilemma zumindest für einige Stunden in den Hindergrund verdrängen.
Die Wirtschaftskrise zwingt immer mehr Menschen aus- bzw. abzuwandern. In Gesamtspanien sank zum ersten Mal seit 1996 die Bevölkerungszahl um 205.788 Personen. Im Januar 2013 wurden noch 47.059.533 Einwohner gezählt. Auch bei den Ausländern wurde ein Rückgang von 3,8 % registriert.
Auch in meinem Bekanntenkreis wandern viele Deutsche, Holländer und Engländer wieder zurück in ihre alte Heimat. Ob es gesundheitliche Probleme oder mangelnde Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten sind - das Leben hier ist einfach viel schwieriger geworden. Da nützt auch die wunderbare Landschaft und das tolle Wetter nichts - Essen und Wohnen muß jeder... und dafür werden auch hier Euros verlangt.
Auf den Kanaren leben zur Zeit 2.113.345 Einwohner. Über 11.000 Ausländer (-3,6%) haben 2012 den Inseln den Rücken gekehrt ... und dieser Trend hält an.
Und den Bewohnern die nicht auswandern können oder wollen sitzen oft die Banken im Nacken. Viele haben in den vergangenen Jahren Wohneigentum erworben. Meist zu 90 bis 100 % fremdfinanziert - ja das war in der Vergangenheit hier möglich. Ohne Job und Einkommen kann die Hypothek nicht mehr bedient werden.
Die noch vor Jahren ach so freundliche Bank, wandelt sich dann schnell in einen erbarmungslosen Vollstrecker.
4.168 Familien haben auf den Kanarischen Inseln bereits ihre Wohnung verloren, weitere 9.500 stehen kurz vor der Zwangsräumung.
Das hat nun die hiesige Politik - die an der Misere auch nicht unschuldig ist - auf den Plan gerufen.
Nach dem Vorbild der andalusischen Provinz wird zur Zeit im Eilgang ein neues Gesetz im Parlament durchgeboxt, das den Banken das Pfändungs/Gebrauchsrecht der Wohnung/Haus für drei Jahre entzieht.
Es verschafft zumindest dem Eigentümer etwas Luft um seine Situation zu ordnen und zu überdenken.
Labels:El Hierro,Kanarische Inseln,Kanaren,Spanien
Erdbeben,
Vulkan,
Wirtschaftskrise
Abonnieren
Kommentare (Atom)



