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Sonntag, 8. Februar 2015

Lavaschmuck aus dem Vulkan

Lava in seiner schönsten Form


Es ist nicht nur die Form, sondern auch seine Farbe, der Lavaschmuck zum begehrlichen Mitbringsel von den Kanarischen Inseln macht.
Da schlagen die Frauenherzen gleich höher.  Gold, Silber oder Edelsteine zieren bereits viele Schmuckstücke – doch eine schöne Halskette aus Lava ist immer wieder ein Hingucker. Wenn der Lavaschmuck dann noch am Ort seiner Entstehung auf El Hierro, La Gomera oder La Palma erworben wurde, ist die Erinnerung und damit sein ideeller Wert noch ein ganzes Stück größer.

Dabei ist Lavaschmuck hier noch preiswert und erschwinglich. Bereits ab 20 € gibt es Arm- oder einfachere Halsketten. Lavaschmuckstücke mit echten Silber- oder Goldelementen sind auch für empfindliche Hauttypen tragbar. Es muss nicht nur die kanarische Mojo-Sosse, eine inseltypische Marmelade oder der Puro aus La Palma sein. Ein Stück Inselgeschichte mit seiner Farbenvielfalt und als Lavakette geschickt kombiniert, ist eine bleibende Erinnerung oder auch ein nettes Geschenk.

Doch wie entstehen die Farbtöne in der Lava?

 

Die Farbe der austretenden Lava hängt entscheidend von der Eruptions-Temperatur ab, kann aber auch auf die chemische Zusammensetzung der Gesteinsschmelze zurückgeführt werden.

Bekannt sind auf den Kanaren meist nur die dunklen Lavatypen. Von Tiefschwarz bis zu dem etwas helleren Anthrazit. Das ist der Hauptteil der auf El Hierro sichtbar erkalteten Lavaströme oder auch bei einer Wanderung auf La Palma zu sehen.
Entsprechend fällt auch die Farbe des Sandstrand aus. Nur schwarzer Sand so weit das Auge reicht. Nur auf den Ostinseln wie Fuerteventura und Lanzarote gibt es weiße bzw. gelbe Sandstrände. Dies hat aber keine direkte vulkanische Ursache.

Nach folgendem Schema entsteht die Farbe der Gesteinsschmelze:

























Bei einer Ausgangs Lavatemperatur von:
  • schwarz   600°C und weniger
  • dunkelrot  650°C
  • hellrot      870°C
  • gelblich    1100°C
  • weiß        1260°C
Gemessen wurde die Temperatur des Lavastromes nach der Eruption. Direkt am Austrittspunkt und in der Magmakammer können meist viel höhere Temperaturen herrschen. Je heißer die Lava, desto heller der Farbton.


Schwarz-Rot-Gelb – die mineralischen Komponenten

 

Je nach Mineralien entstehen so Rhyolith, Andesit, Basalt oder Pikrit. Aber auch die in der Lava enthaltene Mineralienzusammensetzung kann optisch die Lava beherrschen.
Die Silicate wie Feldspat, Quarz, Glimmer oder Olivin oder auch Sedimente, wie bei den weißen Restingolitas von El Hierro, sorgen für wunderschöne Verfärbungen. Eisen und Schwefelelemente sorgen für die rötliche oder gelbe Farbe.
Im Extremfall entstehen unter hohem Druck und bestimmten Bedingungen auch die wertvollen Diamanten. Die reichen auch als Splitter – führen aber zu keiner Verfärbung der Lava.
Sehr selten ist auch carbonatitische Lava (Vulkan Ol Doinyo Lengai in Tansania), welche beim Austritt dunkel ist, sich jedoch in relativ kurzer Zeit zu beige bis fast weiß verfärbt. Etwas anders verhielt es sich bei der Sedimentaufschmelzung beim Eldiscreto vor El Hierro.

Weiße Lava umhüllt von einem schwarzen Mantel. Eine bislang noch nie gesehene Lavamischung. Nur für wenige Stunden spuckte der Eldiscreto diese seltene und begehrte Rarität aus. Dass diese Restingolitas dann noch besonders “Strahlen“, liegt nicht unbedingt an der polierten Oberfläche, sondern an der überdurschnittlichen Radioaktivität dieser Mischung.
Weitgehend entgaster Gesteinsschmelzefluss bildet kompakte und schwere Blöcke – mit viel Gaseinschluß dann poröses, löchrig und leichtes Material wie etwa Bimsstein.


Gesteinsschmelze als Lavaschmuck

 

So vielfälltig die Natur – so unterschiedlich fällt auch der Lavaschmuck aus. Nicht alles ist direkt am Vulkan entstanden. Durch kleine Beifügungen von Farbe oder Korallen wird Lavaschmuck noch interessanter. Es ist ein künstlerisches Produkt, das die Grundelemente mit einer Brise Idee und Können zu einem kleinen Kunstwerk macht. Gesehen bei Lava Cristina (unten) an der Placeta de Borrero in Santa Cruz de La Palma. Die Inhaberin Ina und ihre Schwester haben da ein besonderes Händchen.


Montag, 21. Oktober 2013

Vulkan - Schatzkiste oder Scherbenhaufen ?

NEWS:

Nach dem kleinen Bebenschwall vom Samstag mit 21 Erdstößen bis ML2,2 ist diese Phase wieder abgeebbt. Gestern hatten wir noch 10 Beben bis ML1,8 aus 11 bis 19 km Tiefe. Das Zentrum bleibt unter dem Inselmassiv.

Wenn auch die kanarischen Vulkane keine Edelsteine oder imaginäre Schätze an die Erdoberfläche befördern, so liefern die Schlote mit ihrer Lava wichtige Mineralien ans Tageslicht.

Nährstoffe, die den Boden anreichern und intensiven Ackerbau ermöglichen. Kommt dann noch entsprechender Regen dazu, kann sich eine ertragreiche Landwirtschaft entwickeln. Gerade die Westinseln La Palma, La Gomera und El Hierro gelten als die grünsten Inseln der Kanaren, mit ausgedehnten Kiefer- und Lorbeerwäldern und einer ausgeprägten landwirtschaftlichen Nutzung wie der Bananenanbau.

Nutzbar wäre auch die thermische Energie die durch das heiße Magma Grund- oder Sickerwasser erhitzt und über Kraftwerke in Strom umwandelt. Davon wurde bisher auf den Inseln noch kein Gebrauch gemacht. Gute und erfolgreiche Beispiele haben wir aber z.B. in Island.

Schwefel - der in den ausströmenden Gasen gelöst ist, wird in der Industrie benötigt. Ob zur Reifenherstellung, Bleichmittel für Textilien, für die Herstellung von Schwarzpulver oder in der Medizin. Das "Sulfur" ist eine wichtige Basis in der Homöopathie.

Hier auf den Inseln wird es - wie immer wieder sichtbar - für den Pflanzenschutz im Wein- und Kartoffelanbau eingesetzt. Schwefel hält Schadinsekte fern und verhindert oder mildert aufkommende Pilzerkrankungen.


Nicht nur in den kondensierten Vulkangasen, sondern auch in der ausgeworfener Lava ist es enthalten. Gelb gefärbte Lavabrocken (Foto) zeigen einen hohen Schwefelanteil an. Allerdings lohnt sich die Herauslösung und Nutzung des so gebundenen Mineral nicht. Bei chemischen Prozessen fällt heute soviel Schwefel als Abfallprodukt an, dass die Industrie trotz riesiger Lagerstätten davon keinen Gebrauch macht. Nur in Indonesien riskieren noch Menschen inmitten von hochkonzentrierten Schwefeldämpfen unter Einsatz ihrer Gesundheit aus einem Vulkankrater das gelbe Mineral abzubauen und mühsam in das Tal zu schleppen. Dort wird es zum Bleichen von Zuckerrohr eingesetzt.


Auch hohe Eisen oder oxydierte Bestandteile (Foto) davon sind in der Lava enthalten. Wie beim Schwefel lohnt sich hier der Abbau auch nicht. Es gibt weltweit hochkonzentrierte Erzlagerstätten, die eine Eisengewinnung wirtschaftlicher machen. Bleibt noch die Nutzung der Lava als Bimsstein und Basalt für den Bausektor. Wurden früher die Häuser mit massivem Basalt errichtet, ist es heute auch der in Deutschland bekannte Hohlblock mit Bimsanteil. Im Mauer- und Straßenbau wird der hiesige Basalt weiter vewendet. Es sind die schön anzusehenden Natursteinmauern, früher als Trockenmauern aufgeschichtet, die hinter der Fassade jetzt mit Beton verstärkt werden.
Ob im verborgenen noch sinnvoll nutzbare Mineralien vorhanden sind, ist nicht bekannt.

Ein wesentlicher Bestandteil der Lava ist Siliciumdioxid (SiO2). Je nach Vulkantyp lassen sich vier Haupttypen unterscheiden:

  • Felsisches Magma enthält mehr als 63 % SiO                          - das Rhyolith
  • Intermediäres Magma enthält zwischen 52 und 63 % SiO2    - das Andesit oder Diorit
  • Mafisches Magma enthält zwischen 45 und 52 % SiO2            - der Basalt
  • Ultramafisches Magma enthält weniger als 45 % SiO2              - das Pikrit (hier Picon)

  • Je höher der Siliciumdioxid Anteil im Magma, desto explosiver verläuft eine Eruption. Unser Hotspot und die damit verbundenen Vulkane, wie jetzt unter El Hierro, enthalten nur geringe Siliciumdioxid Anteile. Sie sind der Gattung der mafischen und ultramafischen Magma zuzuordnen.

    In Verbindung mit Wasser aber, kann es zu heftigen Reaktionen kommen.
    Am Beispiel Eldiscreto in 84 m Wassertiefe, würde bei einer erneuten Eruption der Vulkaninnendruck den darüber liegenden Wassersäulen-Druck nach kurzer Zeit überwinden können. Die Folge wäre eine Wasserdampf Explosion oder auch eine phreatomagmatische Explosion. Dies hat aber nichts mit dem Anteil an Siliciumdioxid zu tun.

    Was ist nun Siliciumdioxid?


    Es ist auch unter dem Namen Quarzsand bekannt und wird z.B. im Lebensmittelbereich gegen das Verklumpen von einzelnen Komponenten, als Füllstoff, Trägerstoff und Trennmittel für bestimmte Lebensmittel verwendet. Das ist der Zusatzstoff der als  E 551  bezeichnet wird.

    Schon am frühen Morgen kommen Sie jeden Tag in Hautkontakt mit Siliciumdioxid. Vorausgesetzt Sie putzen regelmäßig ihre Zähne.
    In fast allen Zahnpasten wird es als Grobkörper zur Putzhilfe eingesetzt.
    Aber auch in Farben und Lacken, Kunst- und Klebstoffen ist es ebenso wichtig wie in modernen Fertigungsprozessen in der Halbleitertechnik oder als Pigment in Inkjetpapier-Beschichtungen

    Die mengenmäßig größte Bedeutung kommt Siliciumdioxid in Form von Glas zu - es sind die sogenannten Quarzgläser. Als Hauptbestandteil - meist noch veredelt - ist es aus der heutigen Welt nicht mehr weg zu denken.

    Damit lässt sich also hier auch kein Geschäft machen. Rhyolith mit hohem SiO² -Anteil wäre nötig und der ist hier nicht vertreten.

    Vielleicht finden sich aber noch andere, bisher unbekannte Mineralien in unserer Lava.
    Erst wenn neue technologische Innovationen nach neuen Stoffen schreien, wird man auch hier wieder suchen und vielleicht fündig.

    Für den Augenblick bleibt festzustellen: Unsere Magma- bzw. Lava- Zusammensetzung gibt es an vielen Stellen auf der Erdkugel. Wir haben also nichts Besonderes.

    Jamie Wilkinson vom Imperial College London hat nach eingehenden Untersuchungen einen Mechanismus entwickelt und eine Theorie aufgestellt, nach der "Vulkanische Erzlagerstätten mit großer Mengen von Kupfer, Molybdän, Gold und Silber" einfach gefunden werden können.

    Über seine Idee, Vorgehensweise und Gedanken in den nächsten Tagen mehr.

    Sonntag, 22. Februar 2015

    Vulkan Picon fördert Pflanzenwachstum?

    Oder schadet eine Vulkan Eruption der Vegetation?


    Pflanzen mögen keine stinkenden Vulkan-Dämpfe. Aufsteigende Gase wie Schwefelwasserstoff ist nicht nur für Pflanzen giftig. Es gibt nur wenige Spezies, die das Gasgemisch vertragen. Die meisten Pflanzen werden abgetötet – so aus einem Lehrbuch für Schüler.
    Diese Aussage gilt aber nur für die ersten Jahre nach einer Eruption oder einem Gasausstoss. Durch die austretende Lava wird alles Leben zunächst einmal unter teilweise meterdicken Lavaströmen begraben und erstickt.
    Nach und nach holt sich aber die Vegetation den verlorenen Lebensraum wieder zurück. Die meisten Böden die in der Nähe von Vulkanen vorkommen sind sehr fruchtbar und sorgen für ein äußerst robustes Pflanzenwachstum. Wie kommen aber diese Widersprüche zustande?

    Die Lava Picon Struktur (Teil I)

    Es sind die lockeren und sehr mineralstoffreichen Lavaablagerungen, die sich erst in der Witterung zersetzen und aufspalten müssen. Je nach klimatischer Bedingung kann das rasch oder erst über tausende Jahre erfolgen. Viel Regen begünstigt diesen Vorgang.
    Vulkanisches Gestein ist in der Lage, ausreichend Wasser zu speichern und bei Bedarf Pflanzen zu versorgen. Es sind die unzähligen kleinen Kanäle und Poren, die im Picon enthalten sind. Ein einziges kleines aufgeklapptes und auseinander gefaltetes Picon-Korn weist dabei eine Oberfläche von gut einem halben Quadratmeter auf.


    Auf dem Foto – mein kleiner Finger als Größenvergleich – ist die poröse Struktur eines Picon zu erkennen.

    … oder links auf einer gesägten Lavaplatte aus meinem Garten, können die kleinen Poren gut erkannt werden. Wie ein Schwamm kann Lava Wasser aufnehmen und über lange Zeit dosiert an Pflanzen abgeben. So ist Lava je nach Strukturierung in der Lage bis zum doppelten Trockengewicht Feuchtigkeit zu speichern.
    Bims ist dabei nichts anderes als Picon, das durch Wasserdampf und Kohlendioxid aufgeschäumt wird. Dadurch entsteht das für Bims charakteristische Porengefüge sowie dessen geringes Gewicht.

    Auch in Nordeuropa findet Picon als Kakteensubstrat oder als Zuschlags- bzw. Bodenhilfsstoff für Gartenböden oder Pflanzerden Verwendung. Zunehmend wird der lockere Aufbau heute auch künstlich nachgeahmt und in der Hydrokultur als Poroton-Kugeln eingesetzt. Es ist die besondere Eigenschaft der Wasser- und Nährstoffversorgung und die gute Bodenbelüftung die eine bessere Versorgung der Wurzeln und damit ein pflegeleichtes Gedeihen der Pflanzen ermöglicht.

    Es war die regenarme Nachbarinsel Lanzarote die hier Pate stand und die Gärtner und Biologen im Norden anspornte, nach Ersatzlösungen zu Suchen. Durch Picon Anhäufungen um Tomaten oder Weinreben wird auch heute noch auf Lanzarote der morgendliche Tau aufgefangen und die Wasserversorgung der Pflanzen sichergestellt. Auch die Austrocknung des Boden wird so reduziert.

    Das so genannte Urgesteinsmehl oder der Basaltstaub zur Lockerung der Gartenerde hat den gleichen Ursprung. Im Hausbau wurde auch die wärmedämmende Eigenschaft der Lava (Picon) längst erkannt. Produkte wie Poroton oder Hebel Gasbeton nutzen diese natürlichen Vorgaben für ein ausgeglichenes Raumklima.
    Aber nicht nur der statische Substrataufbau des Lava Picon lässt fruchtbare Böden entstehen. Durch die stetige Verwitterung werden ständig auch viele mineralische Stoffe (Silikate) freigesetzt, die sich sehr förderlich auf die Fruchtbarkeit und das Pflanzenwachstum auswirken.
    Dazu aber in den nächsten Tagen mehr …

    Aktuelle NEWS:

    Auf El Hierro bleibt es weiter ruhig. Nur vereinzelte Beben werden aufgezeichnet. Die in den letzten Tagen verbreitete Meldungen, wie “Unterwasser-Vulkan vor El Hierro wieder ausgebrochen” vom 16. Februar 2015 sind Zeitungsenten oder schlecht recherchierte Beiträge und längst Vergangenheit. Es war die 2.Eruption an der Westspitze im Jahre 2012.

    Samstag, 31. Januar 2015

    Erzählt Lava die Frühgeschichte?

    NEWS: Kanada - Fracking löst bislang größtes Erdbeben von ML4,4 aus - weiter Infos

    El Hierro Restingolitas als Zeitmesser?


    Etwas mehr Licht in den Ursprung der Kanarischen Inseln soll eine Studie der Universität Uppsala in Schweden bringen. Als Ausgangsmaterial wurde die 2011 bei der Eldiscreto Eruption ausgeworfene Lava – die  Restingolitas (Foto) genommen. Jene seltene Lava mit schwarzer Haut und weißem Kern, das nach dem nahen Küstenort La Restinga auf El Hierro benannt wurde.

    Aufgeschmolzenes Sedimentgestein, außergewöhnlich radioaktiv und nur in den ersten Stunden der Eruption Ende 2011 an der Meeresoberfläche aufgetaucht. Bekannt und vermutet wurden alte Muschel und Kalkablagerung auf dem Meeresgrund, die von der aufsteigenden rund 1100°C heißen Magma als erstes weggeräumt und aufgeschmolzen wurde. Eine bisher in dieser Form noch nicht gekannte Lava Mischung.

    Restingolitas Lava auf dem Prüfstand

     

    Ein Team von Forschern, an dem auch die Universität Las Palmas de Gran Canaria, Uni Lissabon und die CSIC (Consejo Superior de Investigaciones Científicas) beteiligt waren, nennen die rätselhaft aufgetauchten Lavabrocken Xeno-Pumita. Mit deterministischen Methoden wurden die im Restingolita enthaltenen Nannofossilien aufgespaltet um ein Alterungs- bzw. Entstehungsmodell der Kanaren zu gewinnen. Der Beitrag ist in der Fachzeitschrift Nature (Bilder) veröffentlicht worden.

    Zunächst wurde festgestellt, dass das unter El Hierro lagernde Sedimentgestein in einer temporären Tiefe von 4,5 bis 5 Kilometer liegt. Die Sedimentdicke dürfte 0,5 bis 1 km stark sein und reichlich Gas enthalten. Das erklärt auch den raschen Aufstieg aus dem Reservoir zur Meeresoberfläche. Beim Transport zur Wasseroberfläche verloren die Restingolitas ihre Auftriebskraft um dann nach einer kurzen Verweildauer an der Oberfläche, vollgesaugt mit Wasser, auf den Meeresgrund zurück zufallen. Dort liegen sie noch heute und wurden von der nachrückenden schwarzen Lava begraben.

    Es war schon ein Glücksfall, dass während dieser ersten 3 bis 4 Stunden der Eruption, ein Boot der Küstenwache direkt an den Eruptionsstrudel fuhr und einige Restingolitas an Bord nehmen konnte. Dies ermöglicht heute eine Altersbestimmung des Sedimentmaterial, auf dem sich dann später die Insel El Hierro aufgebaut hat.
     
    Es sind natürlich keine exakten Jahresangaben möglich und nötig. In der geologischen Zeitrechnung sind tausend oder hunderttausend Jahre schon recht genaue “Minutenangaben”. El Hierro ist auch nicht in wenigen Jahren, sondern über einen langen Zeitraum entstanden … und die Inselbildung ist bis heute noch nicht abgeschlossen.

    So wuchsen die Kanarischen Inseln

     


    Von Osten nach Westen sind die Kanarischen Inseln gewachsen. Fuerteventura vor 20,6 Millionen Jahren bis zu den jüngsten Inseln des Archipel im Westen wie La Palma (1,7 Mio) und El Hierro von 1,1 Mio. Jahren. Es waren Tiefbohrungen und Meeresboden Untersuchungen die erst eine exakte Zeitbestimmung ermöglichten.

    Durch die Verschiebung der afrikanischen Platte von jährlich 2 bis 3 Zentimeter nach Nordosten, wandert der Hotspot immer weiter nach Südwesten. Auch in Zukunft werden hier neue Inseln entstehen, während die “alten” Ostinseln durch die Erosion irgendwann im Atlantik versinken werden. Das ist der Kreislauf der Zeit, der nirgends dauerhafte Monumente für alle Ewigkeit hinterlässt.
    Wir können uns jedoch trotzdem beruhigt zurück lehnen. Unser Leben dauert nur einen Wimpernschlag in der ganzen Geochronologie.

    Samstag, 18. Februar 2012

    El Hierro Vulkan - ein Eldorado für die Wissenschaft

    NEWS: - 8.48 Uhr - Beben von 1,5 RSk.(ML1,5) in 13 km Tiefe im Süden.
    Seit gestern ist nun ein neues Forschungsschiff die "Atlantic Explorer" um den Eldiscreto im Einsatz. Die Universität von Las Palmas de Gran Canaria hat dieses Schiff von der Firma QStar aus Barcelona gechartert. Sieben Forschungs- Kampagnen sollen nun in den nächsten drei Monaten erfolgen. Eine Kampagne dauert zwei Tage. Alle Fakultäten des Uni-Institut für Oceanography von Las Palmas sollen in wechselnder Zusammensetzung mit der Stammbesatzung eingesetzt werden. Das Schiff ist zwar kein ausgesprochenes Forschungsschiff - es wird für alle möglichen Zwecke eingesetzt - kann jedoch mit notwendiger Zusatzausrüstung bestückt werden. So auch mit Unterwasserrobotern (ROV) der Typen Seaeye Falcon, AC-ROV, Phantom HD 2 oder Ray PR03 XGTO Video. Welcher ROV Typ genau an Bord ist wurde bisher nicht mitgeteilt.
    ROV: SEAEYE FALCON
    Interessant dürften die Untersuchungen alle mal werden, weil intern zwischen den Fakultäten ein Konkurrenzkampf tobt. Die Uni Las Palmas wird sich besonders anstrengen um ihre besondere Fähigkeit zu zeigen. Oft ist es auch so, daß mit einfacheren Mitteln bessere Ergebnisse erzielt werden können. Wollen wir einfach mal sehen, was die Wissenschaftler aus Gran Canaria so Neues ans Tageslicht bringen.
    Der Tremor verläuft auch heute ruhig als schmales Bändchen. Über der Eruptionsstelle ist auch wegen der aufgewühlten See keine Aktivität zu beobachten. Zwei Beben um 10.37 Uhr mit 1,7 RSk. und ein für viele in La Restinga spürbares Beben um 13.16 Uhr mit 2,5 RSk., beide in 12 km Tiefe.

    Auch die genauen Untersuchungsergebnisse der ausgeworfenen Erstlava, den so genannten "Restingolitas" wurden bekannt. Diese Proben wurden durch die Anwendung von RX Fluoreszenz im National Museum of Natural Sciences (Madrid) und dem Institut für Geowissenschaften (Barcelona), beide Zentren der CSIC analysiert und erste Versuche der experimentellen Petrologie an der Universität von Huelva durchgeführt.

    In den Analysen wird das Material als schwarzer Basanit identifiziert. Das weiße Material, jedoch stellt einen kompositorischen Bereich, der aus Trachyt und Rhyolith peralumínica dar, der beim Verschmelzen mit Sedimentgestein entstanden ist. 
    Diese Mischung wurde zum Zeitpunkt des Ausbruchs hergestellt, so dass es eine physikalische Mischung und nicht durch eine chemische Reaktion entstanden ist. Es hat eine 43-45% SiO 2 und hat einen Gehalt an flüchtigen (H2O, CO2, Cl, S, ...) insgesamt um die 2%, es entstand bei einer Temperatur von 1200 ° C und einer Dichte von 2700 kg/m3. Das Material hat eine felsischen kompositorischen Bereich, der von einem Magma mit einem SiO2-Gehalt von 63-64% (Trachyt) auf 71% (Rhyolith peraluminica) mit hohem Al2O3-Gehalt (15-19%) besteht, der Gehalt an flüchtigen Bestandteilen liegt bei etwa 4-5%, entstanden bei einer Temperatur von 850-900 ° C und einer Dichte von 2300 kg/m3. Dies hat möglicherweise viel mehr Sprengstoff als der Basanit, wenn der überwiegende Anteil der Eruption daraus bestehen würde. Allerdings ist der felsischen Magma Anteil vom Volumen unbedeutend da er nur in den ersten Stunden der Eruption ausgeworfen wurde.

    Kurz noch einmal auf Deutsch: Das Restingolita der ersten Auswurfphase ist in der Zusammensetzung einmalig. Es ist in der Mischung explosives Lava. Alles spätere ausgeworfene Material ist normales Lava und nicht explosiv.

    Da wir schon bei der Lava sind. Vor Tagen hatte ich die Frage in den Raum gestellt "Kann Lava auch für medizinische Zwecke eingesetzt werden?" Gibt es dazu Erfahrungswerte. Eine mir zugegangene Mail möchte ich Ihnen nicht vorenthalten:

    "Ich bin sehr erstaunt, dass sich die Behandlung von Fersensporn mit homöopathischen Globulis "Hekla Lava" schon so weit herumgesprochen hat.
    Ich habe dieses Mittel vor ca. 10 Jahren sehr erfolgreich eingesetzt. Alle Leuten, die Ärger mit Fersensporn haben, habe ich das auch empfohlen, aber kaum jemand glaubt das oder hat das Durchhaltevermögen, das durchzuziehen.
    Ich bekam vor etlichen Jahren durch Überlastung (ich war lange Jahre Marathonläufer) erst auf der einen Seite einen derart heftigen Fersensporn, das selbst Gehen kaum noch möglich war. Den ersten ließ ich operieren, d.h. 10tägiger Klinikaufenthalt, sehr lange Zeit, ehe wieder normales Gehen, geschweige denn Laufen, möglich war. Es hat ca. 1 Jahr gedauert, bis wieder alles ging.
    Dann kam die zweite Seite und ich dachte, diese Orgie machst Du nicht nochmal mit. Von einer Bekannten hörte ich damals von Hekla Lava, da ich ohnehin der Homöopathie zugeneigt bin,versuchte ich es. Nach täglichem Einnehmen und drei Monaten bereits Linderung der Beschwerden, nach einem
    Jahr vollständig weg die Beschwerden.
    Und das für sehr wenig Geld, wenn ich bedenke, was die Operations-Orgie gekostet hat. Und der Erfolg ist auch besser, denn die Ferse der operierten Seite ist taub, man hat wohl den Nerv verletzt. Die Homöopathie-Seite dagegen ist perfekt.

    Wie gut meine beiden Fersen noch funktionieren, habe ich Anfang Januar bewiesen. Ich habe die ganze Insel Hierro erwandert, vom Fähranleger bis La Restinga, von dort über den Malpaso in den Golfo hinab und zurück über die Hauptstadt zur Fähre nach Teneriffa (1 Woche auf Hierro). Und
    der El Diskreto war so nett, am 4. Januar abends (mein Geburtstag), als ich dort war, ein paar dampfende Brocken an die Meeresoberfläche zu schicken.
    Es war man erster Besuch von Hierro, aber bestimmt nicht mein letzter. Verglichen mit den Wanderinseln Teneriffa, La Palma, Gomera - hat das kleine Hierro einen ganz speziellen Reiz - ich bin tief beeindruckt!
    J.A. aus NRW" (dafür ein Danke)

    Dienstag, 15. Januar 2013

    El Hierro Vulkan - Lava ist nicht gleich Lava

    NEWS:
    An völlig ungewöhnlicher Stelle gab es gestern um 9.43 Uhr einen ML1.2 Erdstoß. Vor der Nordküste von El Hierro in 33 km Tiefe. Heute zeigen die seismografischen Aufzeichnungen ein sehr starkes Eigenleben. Verursacher ist der starke Wellengang im Küstenbereich. Die Meteorologen haben die Warnstufe für Dienstag und Mittwoch auf "Gelb" gesetzt.
    In Fortsetzung meiner kleinen Exkursion zum Vulkan Teneguia auf La Palma noch einige Detailaufnahmen. Je nach Magmazusammensetzung leuchtet Lava in allen möglichen Farbschattierungen. Um den Teneguia fällt besonders die ausgeprägte rötliche Verfärbung auf. Es ist das Mineral Eisen das hier in besonders starker Konzentration vorliegt. Die Laven bestehen meist aus Kieselsäure, dem SiO². Das Material aus dem Glas - das Siliciumdioxid - hergestellt wird. Daneben können dann noch Aluminium, Magnesium, Mangan, Kalium, Natrium, Calcium, Titan und wie hier Eisen enthalten sein. Es ist ein kompliziertes Gemisch das im Erdinnern und beim Aufstieg entsteht.Aluminan, usw.

    Sehr viele Gänge und kleine Lavahöhlen die vorwiegend dem Gasaufstieg dienten sind um den Kraterrand im Innen- und Außenbereich der Wände zu beobachten. Das waren die Austrittsöffnungen aus denen noch vor 20 Jahren heiße Gase entströmten. Heute sind sie so weit man hinein fühlen kann - kalt. Um den Teneguia sind eine Reihe von Messpunkten angebracht. In den Boden getriebene Eisenrohre dienten und dienen auch heute noch sporadisch dazu, um die Gaszusammensetzung und vor allem die Temperatur in tieferen Schichten zu beobachten und zu messen (Foto unten).


    Die Viskosität, also die Fließfähigkeit der Lava hängt vom Austrittsdruck, von der Temperatur, der chemischen Zusammensetzung, sowie von der Neigung des Vulkans - der Hangneigung ab. Je nach Zusammensetzung der Lava und dem SiO² Anteil wird das Magma in vier Haupttypen eingeteilt. Am Teneguia sowie an vielen weiteren Kanarischen Vulkanen haben wir das so genanntes "mafisches" Magma mit 45 bis 52 % SiO² - Anteil. Lediglich die Restingolitas bei der Eldiscreto Eruption hatten in der Anfangszeit eine etwas andere Mischung. Das daraus entstehende Gestein ist dann der Basalt. Beim Teneguia Ausbruch floß die doch relativ dünnflüssige Lava gen Meer ab und verursachte keine großen Schäden.

    Auf dem Foto unten mit Blick über die Picon-Flächen, das von früheren Ausbrüchen stammt, ist die einzige intakte Meerwasser-Salzsaline der Kanaren zu erkennen. Hier wird auch heute noch nach alter Art Salz gewonnen und in den Geschäften, nicht nur auf La Palma, vertrieben.


    Freitag, 27. Januar 2012

    El Hierro Vulkan - neue Forschungsergebnisse

    NEWS:
    Nichts kann die ruhige Idylle trüben. Diesen Eindruck erweckt zumindest heute der Anblick des Meeres bei Restinga und die Tremorstatistik.
    Bereitet sich Eldiscreto bereits auf den königlichen Besuch am kommenden Montag vor? Kronprinz Felipe und seine Gattin statten ihm am 30.1.12 einen Staatsbesuch ab. Felipe feiert zudem an diesem Tage seinen 44. Geburtstag. Welch eine Ehre für unseren Unbekannten.
    Aber wir sollten uns nicht täuschen lassen. Solche Siesta Ruhepausen hat unser Eldiscreto schon mehrfach eingelegt um anschließend mit gesammelter Kraft desto kräftiger weiter zu poltern.
    Im Untergrund sieht es dagegen nicht ganz so ruhig aus. Am gestrigen Nachmittag um 16.49 Uhr erfolgte in 23 km Tiefe im Golfo ein Beben von 1,9 RSk. und in der Nacht um 4.24 Uhr im Süden von 2,0 RSk. in 13 km Tiefe. 
    Jetzt dringen auch die ersten wissenschaftlichen Detail Untersuchungsergebnisse der wochenlangen baythymetrischen Vermessungsarbeiten der Forschungschiffe Ramon Margalef und der Sarmiento de Gamboa vom Instituto Espanol de Oceanografia (IOE) an die Öffentlichkeit. Danach sieht die Unterwasser Landschaft am Südzipfel von El Hierro wie auf der Karte aus. Prof. Elena Gonzales Cardenas, Dekan an der Universität von Castilla-La Mancha hat in Zusammenarbeit mit der Avcan die Ergebnisse erläutert.
    Die obere rote Aufnahme zeigt das Meeresgebiet vor Beginn der eruptiven Phase. Mit Ausbruchsbeginn im Oktober 2011 hat sich unser Eldiscreto (Crater) im Umfang und in der Höhe immer weiter ausgedehnt und dürfte vor zwei Wochen ungefähr die Ausmaße wie im Bild grün unten angenommen haben. Ein Großteil der ausgeworfenen Lava ist hangabwärts (Lengua) ins tiefer liegende Tal abgeflossen.
    Hier der Blick von der Rückseite (aus Norden) auf den Eldiscreto und dahinter das steil abfallende Meerestal (Richtung blau).
    Während der Eruptionsphase könnte dann, wie zeichnerisch dargestellt, die östliche Vulkanflanke abgebrochen sein und hat damit der nachströmenden Lava freien Ausgang talabwärts gegeben. Damit lässt sich auch der geringe Höhenaufbau des Vulkankegel erklären.
    Hier der Gesamtüberblick mit dem Eldiscreto (rot) und die davon geflossenen Lavamassen (braun). Der erste Blick sollte nicht täuschen, aber die Lavazunge hat eine Länge von mindestens 5 Kilometer. Auch das Gefälle der Landschaft beträgt vom Eldiscreto bis zum linken Bildrand fast 1400 m. Hier hat es natürlich die dünnflüssige Lava vorgezogen dem Talverlauf abwärts zu folgen.
    Der Querschnitt von Westen bzw. Süden aus gesehen macht die Sache noch etwas deutlicher. Warum allerdings die ausgetretene Lava entgegen aller physikalischer Grundsätze hier nach oben fließen soll, ist auch mir unverständlich. Nach jüngsten Verlautbarungen der IOE soll sich inzwischen die Südflanke (talabwärts) so stark ausgebaut haben, daß nicht mehr die großen Mengen Lava abfließen können. Dies kann dann einen schnelleren Kegelaufbau zur Folge haben.

    Im Laufe der zurück liegenden Eruptions- phasen wurden immer wieder räumlich auseinander liegende Gasausströmungen beobachtet. Wie hier auf der Aufnahme gut zu erkennen. Möglicherweise gab es mehrere Nebenöffnungen, ein so genannter "Mund oder Münder", die bei Überdruck zeitweise auch Gase abgaben. Inzwischen konzentriert sich der Lava- und Gasausstoß fast nur noch auf den Hauptkrater.




    Auch im Golfo gab es zwei Stellen mit erhöhter Gas Emission. Der eine Punkt lag bei Salmor Roques (Felsen) im Norden und der Zweite in Nähe der Arenas Blancas im Südwesten. Was sich hier genau ereignet hat, wird im Bericht nicht näher erwähnt. Soweit meine zusammenge- fasste Interpretation. Den gesamten Bericht (span.) finden Sie hier.


    Wer noch auf die Schnelle einen Vulkan Kalender 2012 von El Hierro erhaschen möchte, schreibt eine Mail an harald.kugel@arcor.de. Fam. Kugel hat von ihrem Teneriffa Besuch noch 3 Exemplare in Reserve.

    Sonntag, 21. Oktober 2012

    El Hierro Vulkan - Lava Aufbau näher erforscht

    NEWS:
    14.32 Uhr - 2 weitere Beben um 8.19 Uhr mit ML2,1 in 28 km Tiefe am Golfowestzipfel und um 10.10 Uhr mit ML1,5 in 11 km Tiefe unter dem Tanagasoga.
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    In den letzten 24 Stunden nur eine geringe Aktivität. Ein Beben im Golfo mit ML1,2 und im Süden mit ML0,6.
     

    Röntgenstrahlen ermöglichen tiefere Einblicke in die Struktur von Lava. Dadurch ist es erstmals gelungen in Echtzeit die Entstehung und den Aufbau des Vulkan Auswurfmaterial mit zu verfolgen. Foto oben ein Lavaklaster vom Eldiscreto und links ein Brocken unter dem Elektronenmikroskop  des BioLab Ars Electronica Center in Linz (Österreich). Birgit Hartinger vom BioLab hatte mir dankenswerter Weise einige Aufnahmen zur Verfügung gestellt.
    Experimente am Paul Scherrer Institut in der Schweiz haben nun gezeigt, daß die ersten Sekunden beim Übergang von flüssiger Magma in die etwas festere Lava entscheidend sind, welche Art von Vulkantyp entsteht. Die Zusammensetzung der Lava ist entscheidend, wie heftig ein Vulkan ausbricht.

     

    Das Experiment

    Ein internationales Forschungsteam hat mit einem Lasersystem ein kleines Stück vulkanisches Material so aufgeheizt, dass darin Bedingungen entstanden, wie sie am Beginn eines Vulkanausbruchs herrschen.
    Dazu wurde Gestein aufgeschmolzen und mit einem Röntgenlicht aus der Synchrotron Lichtquelle Schweiz SLS des Paul Scherrer Instituts PSI beobachtet.
    Die Blasenbildung in der sich entwickelnden Lava in den ersten Sekunden ist dabei entscheidend, wie heftig die Eruption erfolgt.
     "Auch wenn es verschiedene Faktoren gibt, die einen Vulkanausbruch auslösen, so spielt die Freisetzung von Wasser und Gasen aus dem geschmolzenen Gestein eine wichtige Rolle. Wenn das geschmolzene Gestein aus den Tiefen der Erde aufsteigt, erzeugt Wasser (und andere flüchtige Substanzen) Blasen im Gestein. Diese Blasen schwächen das Gestein und erzeugen gleichzeitig einen Pfad, auf dem die Gase entweichen können. Wenn sich die Blasen schneller ausdehnen als die Gase entweichen können, kommt es zu einem Vulkanausbruch. Dehnt sich das Gas langsamer aus, findet es einen günstigeren Pfad, über den es aus den Blasen entweichen kann, so dass sich die Gefahr eines Vulkanausbruchs verringert". 
    Es war ein Forschungsteam unter der Leitung von Don Baker von der McGill University (Kanada) und Wissenschaftler am Tomografie-Messplatz TOMCAT des Paul Scherrer Institut die an der Synchrotron Lichtquelle Schweiz des Paul Scherrer Instituts diese Untersuchungen durchgeführten und im Fachjournal Nature Communications veröffentlichten.
    Es sind die ersten Sekunden die darüber entscheiden ob es zu einem gemäßigten oder heftigen Vulkanausbruch kommt. Die rasche Zunahme der Blasen schwächt das Gestein und führte schließlich zum Zusammenbruch der beobachteten Proben. Bleibt das Magma dagegen stationär, können Gänge entstehen, über die Gase entweichen können. Es reduziert damit das Risiko einer Eruption.
    Diese Untersuchung liefert einen Beitrag zukünftig den Typ eines Vulkanausbruch besser zu verstehen und die Vulkanart voraussagen zu können.
     
    Für diesen Hinweis Danke an Carlos und Nachzulesen bei der Schweizerische Eidgenossenschaft
    Zu BioLab Ars Electronica Center  ein Blogbeitrag : "Tiefe Einblicke"
     

    Montag, 20. Mai 2013

    Vulkan - Magma Recycling

    NEWS:
    Ein Restingolita - ein besonderer Lavabrocken, wie er nur in den ersten Tagen der Eruption 2011 vom Eldiscreto an die Meeresoberfläche ausgeworfen wurde. Auch diese Lava hat bereits mehrfach im Laufe der Erdgeschichte das Sonnenlicht gesehen. Unter Kreislauf der Gesteine - oder auch als Recycling bezeichnet, versteht die Geologie den Zyklus, wenn Lava/Gestein von der Erdoberfläche im Untergrund verschwindet und wieder an der Erdoberfläche auftaucht. Vergleichbar mit dem bekannteren Kreislauf des Wasser. Bisher gingen die Wissenschaftler davon aus, dass dieser Vorgang beim Gestein sehr langsam abläuft und ca. 2 Milliarden Jahre Zeit benötigt.


    Zur Verdeutlichung die Grafik oben (Quelle: Diercke Weltatlas). Das Gestein driftet (rechts) langsam durch das Ozeanbecken ab und versinkt über die Tiefseegräben im Erdmantel. Hier wird es aufgeschmolzen und erscheint dann wieder als nicht ganz frische Lava aus dem Vulkanschlot. Die Zusammensetzung der Magma hat sich natürlich inzwischen geändert. Bei unseren Restingolitas von El Hierro mit sehr viel aufgeschmolzenem Sedimentgestein (Ablagerungen vom Meeresgrund) und als weißer Kern sichtbar.

    Forscher aus Mainz konnten nun feststellen, daß dieser Kreislauf doch viel schneller abläuft. Nach ihren Beobachtungen benötigt der Zyklus nur ca. 300 Millionen Jahre.
    Die Forschergruppe um Alexander Sobolev vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz nahm sich den Mauna Loa Vulkan auf Hawaii vor. In diesen Lavaproben sind häufig Olivinkristalle, die oft mit blosem Auge sichtbar sind, enthalten. Winzige Einschlüsse in dem Olivin wurden nun analysiert und die darin vorkommenden Elemente auf ihre Isotopenkonzentration untersucht. Eine Methode zur Altersbestimmung von Gestein.
    Es fand sich in den Einschlüssen ein außergewöhnliches Verhältnis der Isotope Strontium-87 und Strontium-86. Es entsprach genau jenem Wert, den man ausschließlich in Resten von etwa 300 Millionen Jahren altem Meerwasser findet. Demnach müsste die Lava an der Erdoberfläche mit diesem Meerwasser in Kontakt gekommen sein.

    Ob derartige Untersuchungen auch mit der Eldiscreto-Lava durchgeführt wurden, entzieht sich meiner Kenntnis. Es wäre aber interessant, ob die auf Hawaii gewonnen Erkenntnisse sich auch auf El Hierro bestätigen lassen.
    Beide Typen sind Hotspotvulkane und werden aus ähnlich tiefen Herden gespeist. Natürlich mag es unterschiedliche Regionen geben, wo dieser Prozess langsamer oder auch schneller abläuft.

    Es bleibt aber die Erkenntnis - wir sitzen auf keinem statisch festen und stabilen Körper. Unter uns ist die Erdkruste in einer ständigen Bewegung und Umwälzung. Auch wenn wir in unserem menschlich begrenzten Zeitfenster keine große Veränderung feststellen können, sorgt doch die geologische Natur in ihrem Zeitrahmen für einen immer währenden Kreislauf.
    Genau wie in jedem Frühling die Blume aus ihrer alten Knolle aufblüht, entstehen fortwährend durch Vulkanausbrüche neue Landmassen oder Inseln aus altem Material. So ist der Kreislauf der Natur.

    Aktuell hatten wir gestern 3 Erdstöße bis ML1,9 aus 18 km Tiefe. Die örtliche Lage bleibt unverändert vor der Westküste.

    Sonntag, 9. November 2014

    Gewalt eines Vulkan kalkulierbar?

    Lässt sich die Gewalt eines Vulkan berechnen?


    Während es unter El Hierro weiter ruhig zugeht, spukt der Bardarbunga auf Island weiter große Mengen an Lava aus. Auf El Hierro werden aber auch fast täglich kleine Beben registriert, wie aus dem IGN Bebendiagramm der letzten 90 Tage links hervor geht. Es sind Mini-Erdstöße die selten die Stärke von ML1,5 überschreiten. Heftiger geht es in Island zu. Beben bis ML5,0 (am 6.11. gar bis ML5,4) sind an der Tagesordnung, Inzwischen wurde nach Schätzungen der IMO fast 2 km³ Lava an die Inseloberfläche befördert. Die Lava bedeckt eine Fläche von 70 km² und dürfte seit der Laki Eruption im Jahre 1783 - 1784 der größte Lavaauswurf auf Island sein. 

    Die Gewalt eines Vulkan kann sich auch langsam entladen. Anders als zunächst erwartet, verläuft die Eruption des Bardarbunga "friedlich". Keine hohen Aschewolken die über weite Teile Nordeuropa hinwegziehen und den Flugverkehr beeinträchtigen. Aber die Eruption ist noch nicht zu Ende. Unter dem Gletscher scheint sich Lava zu sammeln, das immer noch die große Eisschmelze auslösen und zu einer explosiven Eruption führen kann. Dann würde sich die Gewalt des Vulkan komprimiert offenbaren.


    Die Gewalt eines Vulkan steckt auch im Gas


    Im Moment beobachten die Vulkanologen aber mit Sorge die immense Gasemission. Täglich werden 20.000 bis 40.000 Tonnen Schwefeldioxid (SO2) ausgestoßen. SO2 verwandelt sich in Verbindung mit Wasser zu einer gefährlichen Säure, die das Leben und das Klima nicht nur in Island nachhaltig beeinträchtigen kann. Siehe auch hierzu "Klimafolgen von Vulkan Eruption - es könnte kalt werden" im Spiegel-Online.
    Die Schwefeldioxidwolke treibt auch heute (Grafik IMO) in die dichter besiedelten Gebiete um Reykjavik im Südwesten. SO2 ist nur ein Gas - auch große Mengen des umweltschädlichen Kohlendioxid (CO2) oder Methan werden freigesetzt.

    Experten vermuten, dass diese Vulkan Eruption noch lange andauern kann. Im fast menschenleeren Eruptionsgebiet im östlichen Teil der Insel, stören die großen Lavaströme kaum. Es ist nur wenig Infrastruktur vorhanden. Erst bei größeren Schmelzprozessen könnte das freiwerdende Wasser auch ins Inselinnere vordringen und Thermalkraftwerke und andere Einrichtungen gefährden. Das wären dann die sekundären Auswirkungen der Gewalt eines Vulkan.

    Eine interessante 3D Animation-Video (danke dfmorvan) von August 2014 bis heute zeigt, wie sich die Beben vom eigentlichen Vulkan Barbardunga zunächst nach Norden zur Spalteneruption verlagert haben. Um dann seit einigen Wochen wieder langsam zum heutigen Epizentrum zurück zu kehren. Magma als Bebenauslöser weicht genauso wie andere Elemente (Wasser, Luft) einem Hindernis aus, um an einer dünnen und leicht zu durchdringenden Gesteinsschicht seine Energie in die Atmosphäre abzubauen. 
    Es drängt sich die Vermutung auf, dass jetzt direkt in der Bardabunga Caldera (Höhlkörper) sich ein Sammelplatz für die austretende Lava gefunden hat. Allerdings gilt es, den einige hundert Meter dicken und darüber liegenden Eispanzer noch aufzuschmelzen. Ob das gelingt entscheidet der weitere Magmanachschub aus dem Erdinnern. Das Ergebnis werden wir sehen.

    Wie können wir die Gewalt eines Vulkan abschätzen?


    Es sind ungeheure Kräfte die bei einer Vulkaneruption freigesetzt werden. Die Energiemenge wie Druck, die Wärme oder die Kräfte der ausgestoßenen Gase lassen sich nicht einmal abschätzen, geschweige denn Berechnen.
    Bei der Bebenstärke die messbar ist und kumuliert wird, kann die freigesetzte Energie in etwa bestimmt werden. Wie bei Kernwaffen wird die Sprengkraft in Megatonnen TNT umgerechnet.

    Am Beispiel Bardarbunga haben sich von August bis Mitte Oktober 2014 insgesamt 7.7e17 Nm = Joule angesammelt. Das wären dann 184,8 Megatonnen TNT und entspricht rund 14.000 Hiroshima Atombomben (Danke an Peter Kocksholt für die Berechnung o. Gewähr).

    Eine unvorstellbare Kraft die sich in den letzten Wochen noch weiter maximiert hat - und das ist nur die Energie der Beben bis 15. Oktober 2014.

    Wer das ganze einmal Nachrechnen möchte, hier die empirische Formel:

    E [J] ≈ 10(4.8+1.5MS)
    Eine Erhöhung von MS um 1 bedeutet also eine Steigerung der abgestrahlten Energie um einen Faktor 101.5 ≈ 30.
    Sofern MS und MW übereinstimmen, ergibt sich hieraus
    E ≈ 10(4.8+1.5 (2/3 log10M0-6.1) ) ≈ 5×10-5 M0
    Das aktuelle Zahlenmaterial ist über diesen Link.: Bardarbunga Seismicity (ganz oben) zu entnehmen.

    Wenn wir einen Energie-Weltmeister auf Erden haben, dann Vulkane. Bei einer Eruption entfacht die Gewalt eines Vulkan Kräfte, die wir nur bestaunen können. In den Griff bekommen wir diese Giganten nicht - wir können nur davon laufen. In der Geschichte wurden Inseln auseinander gerissen, ganze Städte in minutenschnelle verschüttet oder eine Eiszeit ausgelöst. Diese Gewalt eines Vulkan gilt als stärkste und unberechenbarste Naturkraft auf unserem Globus und war aber auch maßgeblich an der Entstehen unseres Leben beteiligt. Dazu aber in einem späteren Beitrag mehr.

    Dienstag, 14. Februar 2012

    El Hierro Vulkan - Eldiscreto un artista !

    NEWS:
    - 13.01 Uhr - Beben von 2,2 RSk. in nur 6 km Tiefe im Süden.
    - 19.38 Uhr - Eldiscreto noch 120 m von der Meeresoberfläche entfernt. Neuer Tochterschlot hat sich gebildet.

    Eldiscreto ein Künstler! - nicht in Frageform sondern als Aussage - so heute unsere Headliner. Aufnahmen der Involcan vom gestrigen Montag aus der Wolkenperspektive. Ein Anblick der mich immer wieder zum Entzücken bringt. Nur von diesem Hubschrauberstandort lässt sich die überwältigende Farbenpracht in seinem ganzen Ausmaß überblicken. An dieser Stelle einmal Dank an die Wissenschaftler der Involcan und an die Piloten der Guardia Civil, die uns an diesem Schauspiel teilhaben lassen. Rechts wird gerade von einem Mitarbeiter eine Temperaturfernmessung mit Hilfe von Infrarotstrahlen vorgenommen. An der Verpackung des Wissenschaftlers ist zu erkennen, daß auch auf El Hierro im Februar Winter herrscht.
    Die Sonnenstrahlen sollen nicht darüber hinweg täuschen, daß auch am Tage nur 15 - 16° Höchsttemperatur erreicht wird. In der Nacht gar die Quecksilbersäule auf +10° fallen kann. In Anbetracht, daß kaum ein Haus über eine Heizung verfügt, doch eine frische Angelegenheit. In den vergangenen 24 Stunden gab es zwei Beben, um 8.27 Uhr mit 1,8 RSk. und um 1.15 Uhr mit 1,6 RSk in 11 bzw. 12 km Tiefe. Der Tremor läuft mit gelegentlichen Aussetzern als schmales Band dahin. In der Nacht werden regelmässig über die Webcam Lichterscheinungen um die Eruptionsstelle beobachtet. An Positionslichter von Sensoren glaube ich nicht, da eine feste Positionierung bei den doch starken Meeresströmungen stationär so nicht möglich ist. Ich denke eher an Lichtspiegelungen in der Kamera-Optik. Die "Ramon Margaleff" befindet sich wieder in ihrem Missionshafen Las Palmas de Gran Canaria. Hier werden im Institut die Messergebnisse der vergangenen Tage ausgewertet. In den nächsten Tagen werden wir dann hoffentlich etwas zum aktuellen Höhenwachstum unseres Eldiscreto erfahren.
    Daß aus Vulkanasche und Lava nicht nur Elemente wie Schwefel oder Eisen gewonnen werden, sondern auch medizinische Podukte hergestellt werden können, zeigen uns andere Vulkangebiete.
    Das "Bentonit-Natrium", gewonnen aus verwitterter Lava in Fort Benton, Wyoming (USA), soll aufgrund seiner großen Resoptionsfähigkeit, Schadstoffe - also Gifte aus dem Körper absorbieren und abführen können. Auch in der Landwirtschaft wird dieser Stoff eingesetzt.
    Oder die "Hekla-Lava" vom Vulkan Mount Hekla auf Island soll antisyphilitische Eigenschaften haben und wird in der Knochen- und Zahnheilkunde und für die Behandlung bei "Fersensporn" als homöopathisches Arzneimittel eingesetzt. Wer sich zu dieser Thematik etwas vertiefen möchte sei der
    Hekla Lava Laborbefund zum Lesen empfohlen.

    Wenn Sie lieber Leser/in bereits Erfahrung mit Lava Medizin gemacht haben, sind wir an ihrer Meinung und Beurteilung interessiert. 
    Natürlich hat jeder Vulkan eine andere Lavazusammensetzung. Bisher wurde nach meiner Kenntnis noch nie eine medizinischen Eigenschaft an Kanaren Vulkanen untersucht bzw. veröffentlicht.

    Samstag, 6. Dezember 2014

    Lavastrom auf den Kapverden walzt alles nieder

    NEWS: 07.12.14 - 18.00 Uhr - aktuelle Aufnahmen vom vorrückenden Lavastrom.

    Der Lavastrom ist nicht aufzuhalten.

    Es ist schon beängstigend wie machtlos der Mensch gegen den vorrückenden Lavastrom ist. Wie ein Bulldozer bahnt sich die glühende Lava auf der Insel Fogo auf den Kapverdischen Inseln seinen Weg. Was nicht verbrennt wird von der Lava zerstört, platt gemacht und begraben.


    Auch wenn die kanarische Involcan mangelnde Frühwarneinrichtungen auf Fogo kritisiert, dürfte in den gefährdeten Gebieten überhaupt keine Wohnsiedlungen errichtet werden. Es ist nicht das erste Mal, dass die jetzt wieder betroffene Caldera (Tiefebene) von Lava geflutet wird.

    Der Mensch lernt aber nicht dazu oder ignoriert einfach die latente Gefahr eines Lavastrom. Mut zum Risiko hat dann aber auch diese Folgen. Es mag vielleicht auch die Not der auf Fogo lebenden Bewohner gewesen sein, gerade in dieser fruchtbaren Talsenke zu siedeln.

    Der Mensch ist gegen diese Naturgewalt machtlos. In einigen Fällen war es wohl machbar, den Lavastrom um kleine Orte mechanisch durch rasch aufgetürmte Felsbarrieren umzuleiten, in einem Kessel gibt es aber keinen Ausweg.
    Auch in der "zivilisierten" Welt wie z.B. im italienischen Neapel wischt man die Folgen einer zukünftigen  Eruption des Vesuv beiseite. Hier ist es sicher nicht die Notlage, sondern die Ignoranz oder eine gewisse Lethargie und Überheblichkeit die Stadt sogar noch ständig zu erweitern. Die Eruption wird auch hier früher oder später kommen. Ob es allerdings nur bei einem Lavastrom bleibt, wird sich dann schnell heraus stellen.


    Zum Glück wurden bisher nur Gebäude und Infrastruktur durch den Lavastrom vernichtet. Menschen kamen nicht zu Schaden.
    Es liegt auch an der zähflüssigen Lava, dass die Bewohner rechtzeitig flüchten konnten. Fast im Schneckentempo - mit ungefähr 15 Metern in der Stunde rückt der Lavastrom vor. Nicht auszudenken und sicher auch mit Menschenopfern verbunden, würde eine schnell fließende Lava oder ein Pyroklastischer Strom auftreten. Mit bis zu 700 km/h Geschwindigkeit sind diese Ströme unterwegs. Ein Entkommen ist dann nicht mehr möglich.


    Unsere Vulkane auf den Kanaren, wie auch auf den Kapverdischen Inseln, sind wohl von der Magmazusammensetzung für einen pyroklastischen Strom nicht prädestiniert. Entsprechende Ausbrüche sind bisher auch noch nie vorgekommen. Ich würde es aber auch nicht darauf ankommen lassen, da bei entsprechender Konstellation und einem anderen Mischungs- Verhältnis der Magma, dies doch möglich sein könnte. Eine Garantie für einen "harmlosen" Ausbruch kann niemand geben.


    Auch wenn wir Menschen uns meist für besonders intelligent halten, zeigt aber oft genug die Natur, wer tatsächlich der Herr auf diesem Globus ist. Es sind dann Ausflüchte "wie unvorhersehbar, das war nicht voraus zu sehen oder völlig überraschend" - unsere oft dann armseligen Ausreden. So sind wir Menschen eben- unvollkommen und nur ein kleines unbedeutendes Rädchen im Gesamtgefüge des Universum.

    Sonntag, 16. Dezember 2012

    El Hierro - Vulkan und das Weihnachtsfest

    NEWS:

    Das IGN Histogramm (oben) vom laufenden Monat Dezember 2012. Fast täglich mindestens ein Beben. Den bisherigen Höhepunkt hatten wir am 10. Dezember mit 10 Erdstößen. Regelmässig auch stärkere Beben über ML2.0 (rot). In der vergangenen Nacht um 1.48 Uhr wieder ein ML1.1 Erdstoß aus 10 km Tiefe im Golfo (rosa). Es fällt auf, daß die letzten drei Beben (siehe Karte links) alle Nordöstlich des Berg Tanganasoga und nicht mehr im Westen bei Sabinosa liegen. Es ist der Bereich um den Hauptort Tigaday/Frontera. 
     

    Weihnachten, Navidad - gibt es auch einen Weihnachtsvulkan? 

     
    Oft werden Ereignisse oder Entdeckungen nach ihrem Erscheinungstag oder nach gewissen Ähnlichkeiten zu einem besonderen Jahrestermin benannt.  
    So haben wir die Osterinseln oder auch die Christmas Island im Indischen Ozean, die Christmas Hills oder den Christmas Valley oder den Christmas Creek in Australien.

    Doch gibt es auch einen Vulkan auf White Island in Neuseeland der als Christmas Crater bezeichnet wird. An Weihnachten 1976 öffnete sich dieser Schlot. Er wurde allerdings inzwischen durch neue Ausbrüche weitgehend verschüttet. Oder den Navidad-Schlackenkegel am Lonquimay in Chile (Foto: Flickr).
    Auch bei den Weihnachtsgeschenken sind Geschäftstüchtige bereits auf die Idee gekommen Vulkane oder die Auswurfschlacke - die Lava, zu Geld zu machen. Ob es wie auf El Hierro die Restingolitas als Schmuckanhänger oder die Vulkanasche des  Eyjafjallajökull von Island als Zifferblatt einer Armbanduhr ist.
    .
    Romain Jerome, Hersteller von Luxus-Uhren, hat schon in der Vergangenheit mit seinen Kreationen für Aufsehen gesorgt. Wie die Moon Dust-DNA, die mit Mondstaub der Apollo 11-Mission gefüllt war. Für mehrere 100.000 Dollar wechselte diese Sonderanfertigung damals den Besitzer. Die neueste Kreation, die Eyjafjallajökull Volcano DNA-Uhr dürfte da schon etwas günstiger sein.

    Auch in Deutschland werden Vulkane vermarktet.

    Wie wäre es denn zu Weihnachten mit einem Erlebnisgeschenk rund um die "Nacht der Vulkane" in der Osteifel?
    "Über 10.000 Jahre ist es her, dass feuerspeiende Vulkane im Laacher-See-Gebiet Asche in den Himmel pusteten und Ströme glühender Lava langsam zu fester Basaltlava erkaltete. Diese Naturgewalten ohne die negativen Begleiterscheinungen noch einmal zu erleben, ist Ziel der Organisatoren der "Nacht der Vulkane".
    Rund um die Veranstaltung "Nacht der Vulkane" finden Konzerte, Feste, Kirmes, Comedy, Führungen, Vorträge, unterirdisches Strassentheater, mystische Figuren, Basaltkegeln und vieles mehr statt. Die "Nacht der Vulkane" ist ein Mega-Event und könnte zu einem tollen Erlebnisgeschenk für liebe Menschen werden!" - Auszug aus der Beschreibung des Veranstalter.

    Oder die Vulkanpark-Card
    Verschenkt zu Weihnachten doch ein Stück Vulkanpark! Die Vulkanpark-Card bereitet gleich 5-fach Freude, denn sie berechtigt zum Besuch aller 5 Info- und Erlebniszentren des Vulkanparks.
    Mit der Vulkanpark-Card haben die Beschenkten einmaligen freien Eintritt in die Attraktionen Vulkanpark Infozentrum Plaidt/Saffig, Römerbergwerk Meurin bei Kretz, Lava-Dome Mendig, Lavakeller Mendig und Geysir Andernach.
     
     
    Wer es etwas exotischer braucht verbringt eine Nacht im Vulkanhotel.

    vulkan hotel 3 Chile   Schlafen In Einem Vulkan
    Das Zauberberg Lodge Hotel ( Montaña Mágica Lodge ) befindet sich im Huilo Huilo Reservat, 500 Meilen südlich von Santiago in Chile. Es ist ohne Zweifel eines der einzigartigsten und eigenwilligsten  Hotels Südamerikas. Das Hotel ist wie ein Vulkanberg geformt. Aus dem Vulkanschlund kommt hier keine Lava, sondern Wasser - das als Wasserfall herab plätschert. Diesen Traum können Sie für 300 bis 400 $ pro Nacht erleben.
     
    Und da haben wir noch etwas für Weihnachten und Silvester Vulkan statt Böller: Silvester in Costa Rica.
     
    Costa Rica-Reisende, die zum Jahreswechsel im Hotel Arenal Kioro einchecken erwartet schon vor Mitternacht ein Naturfeuerwerk mit Gänsehautgarantie - so der Veranstalter. Der Vulkan Arenal ist eine der aktivsten und feurigsten Attraktionen des Landes, Nacht für Nacht sorgt der Vulkanberg für ein leuchtendes Schauspiel am Nachthimmel. Vor dem Mitternachtsschlag können Gäste zunächst noch bei einem Bad in den hoteleigenen Thermalbädern über ihre Wünsche für 2012 nachdenken. Dann blickt man Richtung Arenal, entweder bei einem großen Dinner auf der Terrasse oder ganz privat beim Dinner for Two. Alle Zimmer und Suiten bieten nämlich direkten Blick auf den feuerspeienden Berg, sogar vom Bett oder Jacuzzi aus. Ein Silvesterarrangement mit zwei Übernachtungen im Deluxe Doppelzimmer inklusive Frühstück, einer Flasche Champagner, sowie einer halbstündigen Wellness-Behandlung wird ab 980,- Euro pro Person angeboten. (gesehen/Foto bei Art of Travel.de)

    Nicht jeder will oder kann sich das leisten oder gehört zu denen, wo Weihnachten und erst recht Silvester schon nach dem "Jüngsten Tag" liegt.
    Wie Alle sicher schon mitbekommen haben, soll Weihnachten dieses Jahr ausfallen, weil die Welt ja am 21.12.2012 untergeht.

    Ich habe auf jeden Fall - nur rein vorsorglich -  schon mal meine Weihnachtsente eingekauft. Sollten sich die Mayas in ihrem Kalender getäuscht haben möchte ich nicht, daß meine Familie über die Feiertage verhungert.