Dienstag, 25. August 2015

El Remo – ein Stück La Palma

Wenn Nostalgie zum Teufel geht


Vielen La Palma Urlaubern ist die Barackensiedlung El Remo auf der Westseite mit seinen drei Fischbuden, sicher noch in guter Erinnerung.

Am Ende der Küstenstraße, an Puerto Naos vorbei durch die Bananenplantagen, blockiert ein Felsklotz die Weiterfahrt. Rechts unten das „Westerndorf“ El Remo mit seinen rund 30 Hütten und Baracken. Zunächst kein sonderlich einladender Ort.

Wellblechabdeckungen, unverputztes Mauerwerk, Holzhütten mit Vorhängeschloss, aber mit Antenne und SAT-Schüssel auf dem Dach – und einem meist ausgetrockneten und brackigen Dorfteich. Vieles „Schwarz“ gebaut, aber nie groß beanstandet worden. Dies war in der Vergangenheit normal auf La Palma und auch El Hierro  ... Weiterlesen

Sonntag, 23. August 2015

Basalt-Kathedrale vor Teneriffa

NEWS: El Hierro – Ein Steinschlag hat am Samstagmorgen die Hauptzufahrtstraße nach Sabinosa im Golfotal unpassierbar gemacht. Zwei große Felsen zerstörten auch die Trinkwasserleitung. In der Nacht gegen 4.20 Uhr wurde die Erschütterung laut AVCAN auch von den Seismografen registriert.

Grandioser Meeresfund an der kanarischen Küste


Es sind diese Unterwasser- Aufnahmen die den Taucher und Fotograf Francis Pérez bekannt gemacht haben. Eine unbekannte Unterwasserwelt direkt vor der Küste von Teneriffa. 30 bis 40 Meter hohe Basaltwände am Atlantikgrund bei Santa Ursula im Nordwesten der Insel.

„Wir schwammen auf das Meer hinaus, als sich plötzlich vor uns hohe Schatten aufbauten. Zwei oder drei riesige Lava-Türme waren schemenhaft zu erkennen. Säulenförmige Formationen von erstarrter Lava – wir waren sprachlos.“ – so beschreibt Francis Pérez seine neue Entdeckung.
Ein riesiges und bisher unbekanntes Basalt-Gebäude – eine Basalt-Kathedrale, die ein Vulkan vor knapp einer Million Jahre erschaffen haben muss - mehr dazu auf Lapalma1.net

Freitag, 21. August 2015

Wissenschaft auf der Insel La Palma

Hightech Standort nicht nur für Astronomie- Wissenschaft


La Palma ist nicht nur eine traumhafte Ferieninsel, sondern auch ein Zentrum der Wissenschaft und Hochtechnologie. Besonders in der Astronomie wurde die Insel wegen ihrer besonderen Lage und den optimalen Wetter- und Luftbedingungen von der Wissenschaft zu einem 1a Standort ausgebaut. Es gibt nicht viele Orte auf dieser Erde, außer Chile und Hawaii, wo so erfolgreich Hightech Wissenschaft betrieben wird.
Nicht nur die weltgrößten Teleskope oder der in Planung befindliche Gammastrahlen-Park, sondern auch artverwandte Wissenschaft die klare atmosphärische Bedingungen braucht, führen auf dem Roque de los Muchachos ihre Experimente durch. Es ist die Laser und Infrarot Wissenschaft, die bereits vor Jahren den ersten erfolgreichen „Beamversuch“ durchführte. Noch sind es die Anfänge, die aber vielleicht in einiger Zeit ScienceFiction zur Wirklichkeit machen.

Am Wegener Center für Klima und Globalen Wandel der Universität Graz haben Forscher die erste Methode zur langfristigen und hoch präzisen Messung von Treibhausgasen in der freien Atmosphäre entwickelt ... Weiterlesen

Dienstag, 18. August 2015

Der letzte Vulkanausbruch der Kanaren

Vulkan Eldiscreto schon Geschichte ?


Vor vier Jahren rückte die kleine Insel El Hierro plötzlich in den Mittelpunkt der Weltöffentlichkeit. Vermehrte Erdbeben deuteten darauf hin, dass in Kürze ein Vulkanausbruch zu erwarten war.

"Vulkanausbruch im Ferienparadies" war nur eine der Schlagzeilen.

In den Folgewochen kam es dann im Südteil vor La Restinga, zu einer Unterwassereruption, die den Vulkankegel des Eldiscreto erschuf. Eine sprudelnde und bunt gefärbte Meeresoberfläche, auftauchende Lavabrocken und eine erhöhte Gaskonzentration die zur Evakuierung des Küstenortes La Restinga führte.
Alles verlief zum Glück glimpflich und ohne Personenschäden. Aber der Schock sitzt immer noch tief. Es ist die Ungewissheit, ob eine neue Aktivität in der nächsten Woche oder erst wieder in einigen hundert Jahren erfolgt.

Erinnerungen an damals



Es sind nur wenige Zeugnisse, die heute an die damals dramatische Zeitspanne im Jahre 2011 erinnern. Optisch blieb nicht viel zurück. Es wurde kein sichtbarer Vorzeigevulkan, wie der Antonio oder Teneguia auf La Palma. Die Spitze des Vulkankegel ist nicht sichtbar und liegt 88 Meter unter der Meeresoberfläche. Nur eine Boje weist ca. 2 km vor der Küste auf den unter ihr liegenden Vulkan hin.


Ein im Februar 2015 eröffneter Geoparque an der HI-4 zwischen La Restinga und El Pinar und das Restingolita Museum (Foto) im Hafenort La Restinga stellen Fotos, Karten, Seismogramme und Unikate der erstmals mit einem weißen Kern ausgeworfenen Lava aus.

Mehrere Gedenktafeln im Hafen von La Restinga zeugen von dem Mitgefühl und der Anteilnahme der Menschen von den kanarischen Nachbarinseln, die alle auf einen guten Ausgang hofften. Solidarität unter den Canarios wird auch heute noch groß geschrieben.

Jeder Canario und hier lebende Mensch weiß, dass er auf einem Vulkan bzw. einem Hotspot lebt. Ohne vulkanische Aktivität gäbe es überhaupt keine der Kanarischen Inseln. Jederzeit kann sich ein Vulkan zurück melden. Man weiß aber auch, dass sich die Natur dafür Zeit lässt. Die letzten Vulkanausbrüche gab es 1949 und 1971 auf La Palma und 2011 auf El Hierro. Jede Generation hat also mindestens einmal die Chance oder das Pech, einen Vulkanausbruch Live mitzuerleben ...und Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich diese Regel.

In Angst lebt deshalb aber niemand. Allerdings steckt im Unterbewusstsein immer das oft verdrängte Gefühl - "Morgen oder nächste Woche könnte es vielleicht wieder los gehen".  Daran glauben möchte man nicht, aber die latente Unsicherheit ist im Innern vorhanden.

Klar ist aber auch, dass eine Vulkaneruption nicht plötzlich und von jetzt auf nachher erfolgt. Zumindest bei dem kanarischen Vulkantyp (soweit dokumentiert) gab es immer schon Tage oder Wochen zuvor eindeutige Anzeichen. Wer wollte hatte immer die Zeit, rechtzeitig die Flucht zu ergreifen. Aber es scheint menschlich zu sein, lieber - vielleicht auch aus Bequemlichkeit - nicht gleich das Schlimmste zu befürchten.

Auch auf El Hierro waren die Hinweise auf eine bevorstehende Eruption eindeutig. Hier mein Beitrag aus dem Jahre 2011 zum Nachlesen:


Weitere Erdstöße auf El Hierro 
vom Donnerstag, 25. August 2011

Auf der kleinen Nachbarinsel El Hierro werden seit dem 20.07.2011 vermehrt Erdbeben registriert. Täglich ereignen sich bis zu 170 Erdstöße im Bereich des Golfotales. 

Da es sich um schwache Beben bis zu 2,3 auf der Richterskala handelt, werden sie vom Menschen kaum wahrgenommen. 
Ungewöhnlich sind leichte Beben auf den Kanaren nicht. Nur die Häufung der Stöße lässt die Geologen aufhorchen. Sie beobachten derzeit genau die weitere Entwicklung.
Genau im jetzigen Golfotal auf der Nordwestseite von El Hierro hat sich vor ca. 20.000 Jahren ein gigantischer Bergrutsch ereignet, der die heutige Hufeisenform der Insel entstehen ließ. Die Tsunamie Auswirkungen waren damals noch in der Karibik spürbar.

In meinem 2010 erschienen Buch "Geheimnisvolles El Hierro " bin ich ausführlich auf diese Katastrophe eingegangen

Wer die Entwicklung von 2011 Nacherleben möchte, geht in den Chronik-Rückblick. ... oder besorgt sich gleich mein Buch "Eldiscreto - Chronologie des El Hierro Vulkan". Alles aufbereitet und bequem zum Nachzulesen.

Betzwieser, Manfred
Preis: 19,90 EUR

Samstag, 15. August 2015

Webcam – Live vor Ort

Neue Webcam im Hafen von La Palma, El Hierro und La Gomera


Webcams sind schon eine feine Sache. Solange nicht in Schlafzimmern oder privaten Bereichen herum spioniert wird, können sie im Internet Zeitalter schnell und umfassend einen ersten und vor allem aktuellen Blick ermöglichen. Gemeint sind die öffentlichen Webcams an Stränden, Plätzen oder interessanten technischen Einrichtungen. La Palma verfügt inzwischen auch über ein Netz dieser optischen Beobachtungsposten, die von Kommunen, Interessenverbände oder auch Privat aufgestellt wurden.

.. und dazu gibt es Neu nun auch wieder eine Webcam im Hafen von Santa Cruz de La Palma.

Ausgerichtet auf die Container- und Fähr-Anlegestelle von Fred Olsen und Armas. Kreuzfahrtschiffe sind bei dieser Einstellung nicht zu sehen. Vielleicht wird die Webcam ab Beginn der Kreuzfahrtsaison am 5. September, dann aber etwas weiter nach Osten gedreht. 
Auch der Hafen von El Hierro, La Gomera und Teneriffa wurden mit einer öffentlichen Webcam ausgestattet ... mehr