Freitag, 20. März 2015

Schnee und Rodel gut

Schnee und Wintereinbruch auf La Palma


Es klingt wie ein schlechter Witz oder ein vorgezogener Aprilscherz – aber mitnichten.
Zum Frühlingsanfang am 20. März 2015 gibt es auf La Palma Schnee.

Nicht im Küstenbereich, aber auf dem Roque de los Muchachos bei -3°C. Links die Webcam mit Blick auf das Magic-Teleskop heute um 13.00 Uhr. Die Zufahrtsstraße musste bereits wegen Schnee- und Eisglätte gesperrt werden.
Am Morgen konnten die Astronomen keine Sonnenfinsternis, wohl aber ... weiterlesen

Donnerstag, 19. März 2015

Geologische Spurensuche

Was hat die Natur da nur gemacht ?


Vulkanische Lehrstunde pur. Auf den jüngsten kanarischen Westinseln El Hierro (1,2 Mio. Jahre) und La Palma (1,8 Mio. Jahre) ist es schwer an den geologischen Zeugnissen der Entstehungsgeschichte achtlos vorbei zulaufen.
Natürlich bedarf es eines wachsamen Auges um Formationen und geologische Gesteinsfärbungen auch richtig zu deuten.

So führte mich in den vergangenen Tagen ein Familienausflug in das nur wenige Kilometer – nördlich von Santa Cruz de La Palma – liegende Gemeindegebiet von Puntallana.

Weinrot/Purpur bis Violett gehen die Gesteinsfärbungen und jede Menge an Lavahöhlen (Foto) und Felsüberhänge sind zu entdecken. Sehr eisenhaltige Lava erzeugte diese doch ungewöhnliche Farben (siehe auch Lavaschmuck). Aber nicht nur die mineralische Zusammensetzung sondern die Temperatur des Lavastrom von 650°- 870°C ist für den Farbton verantwortlich gewesen ... weiterlesen

Montag, 9. März 2015

Calima Sandsturm aus der Sahara

Calima – ein typisches Wetterphänomen


Ein dichter Calima Sandschleier überdeckte am vergangenen Wochenende die Kanarischen Inseln. Wie hier auf dem Bild der Calima bei Santa Cruz de La Palma.

Große Luftdruckgegensätze befördern Unmengen an Sand aus der Sahara und zaubern ein weiches, fast unwirkliches La Palma. Die normal übliche 60 bis 70% Leuftfeuchtigkeit, sinkt schlagartig auf nicht mehr messbare 0% Werte. Eingeschränkte Sichtweite und Atembeschwerden beim Asthmatiker sind die negativen Folgen. Calima Temperaturen von bis zu 24°C lassen gerade nach ... weiterlesen.


Samstag, 7. März 2015

Zeolithe der Lebensmotor ?

Vulkane bringen Leben.

 

Erst kommt der Tod und die Zerstörung. Langfristig sind Vulkane aber die Geburtsstätte für neues Lebens und der Treibstoff für unser Überleben.
Widersprüchlicher können die Gegensätze nicht sein. Nach meinem Beitrag ” Picon fördert Pflanzenwachstum” heute die Fortsetzung.

Was sind überhaupt Zeolithe? – II. Teil

Zeolithe sind das zweithäufigste Element auf unserer Erde nach dem Sauerstoff. Bekannt ist es auch unter dem Namen Silizium oder Kieselsäure. Es bildet eine Mineraliengruppe von mehr als 50 Mineralien.
Nicht nur in der Erde, sondern auch in unserem Körper ist es ein wesentlicher Bestandteil. Silizium dient dem Körper als wichtigstes Steuermineral für Körperabläufe. Daher kann ein Mangel auch verheerende Folgen nach sich ziehen und sich unter Haarausfall, beschleunigte Alterung, starke Faltenbildung, Abnutzung der Gelenkknorpel und Störungen im Mineralien-Haushalt zeigen.

Zeolithe entstehen beim Auskristallisieren magmatischer Bestandteile in Hohlräumen von Vulkangesteinen. Es ist die Magma die diesen Stoff aus den tieferen Schichten unserer Erde als Lava an die Oberfläche befördert.

Dabei ist Lava natürlich nicht gleich Lava. Unterschiedliche Zusammensetzungen können dabei auch unterschiedliche Zeolithe Auskristallisieren lassen.
So wie auf dem Foto (Matteo Chinellato) muss es nicht unbedingt aussehen. Es kann farblos, weiß, aber durch Fremdbeimengungen auch gelb, braun oder rosa gefärbt sein.

Auch dieser Lavabrocken von El Hierro enthält Zeolithe. Zeolithe sind ein regelrechtes Allzweckwunder.

Durch seine Eigenschaften als Ionenaustauscher und Molekularsieb verbessert es die Austausch- Kapazität sowie die Wasser- und Nährstoffspeicherfähigkeit von Böden und Erden. Nährstoffe können gebunden und bei Bedarf auch wieder abgegeben werden.

Auch als Filter im Aquariumbereich werden bestimmte Schadstoffe und Schwermetalle absorbiert. Zeolith hat einen leicht alkalischen pH-Wert von 8,5.

Unter dem Elektronenmikroskop ist die feine Struktur und Verästelung erst richtig zu erkennen.

Birgit Hartinger vom BioLab Ars Electronica Center in Linz hatte mir freundlicherweise diese Aufnahme zur Verfügung gestellt. Es sind Innenaufnahmen von ausgeworfenen Restingolitas während der Eldiscreto Eruption im Jahre 2011 auf El Hierro.

Jetzt ist auch zu verstehen, dass ein Gramm Zeolith eine mathematisch errechnete Oberfläche von 43 Quadratmetern hat. Also genügend Platz und Stauraum um nützliche Elemente, aber auch Schadstoffe und Schwermetalle zu absorbieren.
 

Wie helfen nun Zeolithe dem Menschen?

Da unser Körper das Silizium nicht selber produzieren kann, muss es von außen zugeführt werden. Dies geschieht in der Regel durch eine ausgewogene Ernährung. Es sind die Knochen oder die Steuerungselemte, die Funktionsfähigkeit des Gehirn und der Psyche die auf Silizium angewiesen sind.

Auch die gezielte Zufuhr von Silizium ist manchmal nötig. Es besteht nicht die Gefahr einer Überdosierung oder Vergiftung. Der Körper nimmt die Menge die er braucht. Der Überschuss wird ausgeschieden. Selbst radioaktive Stoffe können gebunden und neutralisiert werden.
So wurden nach der Tschernobyl-Katastrophe und dem japanischen Atomunfall den Opfern und verstrahlten Rettern erhöhte Zeolith Dosen verabreicht, um radioaktive Stoffe wie Cadmium und Cäsium zu binden und zu neutralisieren.

Aber auch im praktischen Leben finden wir genügend Zeolithe. Als Ionenaustauscher zur Wasserenthärtung, als Trockenmittel, in Waschmitteln, als Katalysator oder in Wärmespeicherheizungen.
Wahrlich ein Alleskönner der zum Leben zwingend gebraucht wird. Zeolithe sind so nötig, wie der Sauerstoff in unserer Atmosphäre … und den Nachschub liefern die aktiven Vulkane. Vulkane bringen eben Leben (siehe Überschrift).

Dieses Thema könnte man weiter vertiefen. Als Hobby-Vulkanologe möchte ich mich aber nur  auf die wesentlichen Eigenschaften beschränken.

Freitag, 27. Februar 2015

Wellengang und die Kraft des Meeres

NEWS: Kreuzfahrtschiff "Mein Schiff 3" reisst sich im Hafen von La Palma los ... mehr 

Hoher Wellengang an den Ostküsten der Kanaren.


Kräftiger Wellengang von bis zu 5 Meter Höhe hat in den vergangenen Tagen die ganze Kraft des Meeres wieder gezeigt. Es waren die Brandungswellen die im östlichen Küstenbereich von La Palma, La Gomera und El Hierro ihre Macht eindrucksvoll zur Schau stellten. Küstennahe Siedlungen wie die “Casitas” Maldonado bei Santa Cruz de La Palma mussten sogar geräumt werden.
Starke Nordostwinde der Stärke 8 hatten den Atlantik so aufgewühlt, so dass auch die Fähren und Containerschiffe ihre liebe Mühe hatten. Über die Insel fegten Stürme die auch auf den westlichen Inselteilen als Fallwinde Bäume zu Fall brachten. Auch das deutsche Kreuzfahrtschiff MS Hamburg ... mehr