Dienstag, 3. Juni 2014

Erbeben, Ölbohrung und der König

Drei Dinge - die im ersten Augenblick wenig Gemeinsamkeit bieten:


 

Während es unter El Hierro zur Zeit ruhig bleibt, bebt die Erde in Deutschland. Genau im Dreieck Plauen-Hof-Eger wurde am 31. Mai 2014 um 12.37 Uhr ein ML4,4 Beben verzeichnet (siehe Geo- Observatorium. Collm). Das Epizentrum lag im tschechischen Novy Kostel unweit der Grenze und kam aus 8 km Tiefe. Es dürften tektonische Verschiebungen sein, die bereits in der Vergangenheit hier Erdstöße ausgelöst hatten. Ob der Mensch seine Finger im Spiel hat, vermag ich wegen fehlender Ortskenntnisse nicht zu sagen.
 
 
Auch in Indonesien ist der Vulkan Sangeang Api mit einer riesigen Aschewolke ausgebrochen. Hier ist der Flugverkehr durch Lavapartikel die bis zu 3000 m in die Atmosphäre gepustet wurden, gefährdet. Zahlreiche Flüge mussten im australischen Raum bereits gestrichen werden.





„Ein König tritt nicht zurück, ein König stirbt im Bett.“

 
Das ist seit gestern das Thema in Spanien. Der spanische König Juan Carlos - seit fast 40 Jahren auf dem Thron - dankt vorzeitig ab. Überraschend und doch nicht überraschend. Der einst geliebte König war doch die letzten Jahre vermehrt in die Kritik geraten.
 
Elefantenjagd in Afrika und amouröse Beziehungen
"Die Monarchie liegt in Spanien genauso am Boden wie die Regierung, die Wirtschaft und der soziale Frieden. Gestern demonstrierten Tausende in Madrid für die vollständige Abschaffung der Monarchie. Die Polizei musste den Königspalast schützen" - so die Presse heute.
 
Jetzt muss extra noch die spanische Verfassung geändert werden, um mit der Nachfolge klar zu kommen. Kronprinz Felipe soll seinem Vater auf den Thron folgen. Ein Rücktritt des König ist in der Verfassung bisher nicht vorgesehen.
 
Auf den Kanaren sieht es etwas anders aus - hier sieht man alles etwas lockerer. Das Königshaus ist nach wie vor beliebt. Ob Juan Carlos oder Kronprinz Felipe mit seiner Letizia.
Vergessen hat man nicht, dass der junge Juan Carlos - ein Ziehsohn von General Franco - 1983 die gerade erstandene Demokratie vor einem Militärputsch durch den Guardia Civil General del Bosch schützte.
Er verurteilte den Putschversuch öffentlich im Fernsehen und entzog den Putschisten die notwendige Sympathie.
Das Königshaus ist eigentlich neben den Millionen-Subventionen das Bindeglied zwischen Madrid und den Kanarischen Inseln.
Mit der Madrider Regierung ob unter José María Aznar, José Luis Rodríguez Zapatero oder jetzt unter Mariano Rajoy hant man nicht viel am Hut.
Madrid und Festlandspanien bleibt für viele Canarios "Ausland".

Ölbohrung vor Fuerteventura durch Madrider Regierung genehmigt

 
Jetzt ist es offiziell. Die spanische Regierung erlaubt Probe-Ölbohrungen vor den Küsten der Kanarischen Inseln. Der Vorschlag eines internationalen Konsortiums unter Führung des spanischen Konzerns Repsol sei befürwortet worden.
 
Trotz aller Bedenken und Ablehnung durch die Kanarische Regierung hat sich Madrid darüber hinweg gesetzt und den Startschuss erteilt.
Eine Probebohrung ist zwar noch keine gewerbsmäßige Erdölförderung. Wenn Repsol jetzt allerdings für eine Probebohrung bereits Millionen Euro investiert, wird es zum 2. Schritt, der Ausbeutung des Lagerfeldes, auch nicht mehr weit sein. 
Pikanterweise kommt hinzu, dass der entscheidende Minister für Industrie, Tourismus und Handel José Manuel Soria, früher beruflich eng mit dem Ölgiganten Repsol verknüpft war.
Seinem Geburtsort Gran Canaria macht er damit nach Meinung vieler Kanaren- Einwohner keine große Ehre. Auch wird erwogen, ihn zur unerwünschten Person zu erklären.
 
Wie man auch zu einer Erdölförderung in einem Urlaubsgebiet eingestellt ist, sollten - und das ist meine Meinung - keine schlafenden Hunde (Vulkane) geweckt werden. Eine Bohrung und Ölförderung in einem Hotspotgebiet wie unter den Kanaren, kann noch ganz andere negativen Folgen herauf beschwören.

Samstag, 31. Mai 2014

Vulkan - Seismograf, GPS und viele Unbekannten

NEWS:

Wie wird das Wetter heute? Während für Viele der erste Blick morgens zum Himmel oder auf den Thermometer geht -  oben die aktuelle Satellitenansicht und links die Wettervorhersage von El Hierro - werfe ich noch ein Auge auf die Seismografen. Seit Jahren gilt mein Augenmerk den seismischen Aktivitäten unter El Hierro. Es ist schon mein tägliches Standartprogramm bis zum Frühstück die aktuellen Messdaten parat zu haben.

Was war heute Nacht los? Die meist gestellte Frage zu Hause, von Nachbarn, Freunden und Kollegen. Nur bei Erdstößen über ML4,5 (die selten sind) verspürt auch jeder selbst auf La Palma was ihn in der Nacht geweckt hat.
Seit dem letzten starken Beben von ML5,1 am 27. Dezember 2013 auf El Hierro ist es relativ ruhig geblieben. Seit fast 6 Monaten gibt es nur noch schwache Erdstöße.
So auch am 28.5.14 ein ML2,9 und gestern ein ML1,1 Beben (siehe IGN Liste unten) im südlichen El Julan Sektor.

 
Auch für die Inselbewohner unbemerkt, verformt sich aber die Erdoberfläche immer weiter. Die Kurve links zeigt den kontinuierlichen vertikalen GPS Anstieg vom Messpunkt El Pinar im südlichen Inselteil.
Auch im Golfotal (links) ist genau diese Entwicklung zu beobachten. Weniger oder nur schwache Beben bedeuten im Falle El Hierro nicht, dass damit die Vulkanaktivität auch abnimmt oder zurück geht. Es ist nur eine Pause - der nächste Bebenschub wird kommen. Der aufgebaute Druck findet keine Möglichkeit sich zu verteilen oder abzubauen. Die japanische Universität Nagoya hat auf allen Kanarischen Inseln im Rahmen eines Forschungsprogramm diverse GPS Messpunkte eingerichtet. Es soll eine Vorhersage für bevorstehende Vulkaneruptionen ermöglichen. Dieser GPS Indikator hat sich inzwischen zu einem wichtigen und festen Bestandteil in der Vulkanforschung etabliert.
 
Wann aber dieser G-Punkt erreicht wird, hängt mit dem Gesteinsaufbau der Inseloberfläche zusammen. Die geologische Beschaffenheit bis in 15 oder mehr Kilometer Tiefe ist aber noch nicht genau erforscht. Wie viel Druck das Gestein noch verträgt bis es zu Bersten beginnt, bleibt die Unbekannte.
Gestein ist auch kein Material wie z.B. Metall bei dem ich eine exakte Sollbruchstelle ermitteln kann. Hitzeeinflüsse oder Aufschmelzungen durch die Magma verändern dazu ständig den homogenen Strukturaufbau des Untergrundes und damit seine Festigkeit.
 
Es ist ein Experiment - ein ständiges Messen und Beobachten. Irgendwann werden wir vielleicht schlauer sein und das "Spiel" der Natur etwas besser einschätzen können. 
100 % verstehen - so glaube ich, werden wir es aber nie.

Dienstag, 27. Mai 2014

Wo schlägt der Glücks-Seismograf am stärksten aus ?

NEWS:
Mittwoch, 28.05.14 - In den frühen Nachtstunden um 0.50 Uhr ein ML2,9 Beben aus 21 km Tiefe. Die Lage direkt an der äußersten Westküste im Gebiet der 2. Eruption.

Auch wichtig zu wissen:

Die glücklichsten Menschen auf diesem Erdball leben in Paraguay.
Einem Land von dem man nicht allzu viel weiß - nur dass es in Südamerika liegt. Es ist überhaupt erstaunlich, dass unter den ersten zehn glücklichsten  Ländern, gleich neun aus Südamerika kommen. Nur Dänemark auf Platz 8 ist als einziges europäisches Land ist in der Top Ten Liste zu finden. Als Exot scheinen hier die Dänen noch die meisten Glücks- Hormone zu spüren. Das ist das Ergebnis einer amerikanischen Studie des Gallup Institut. Befragt wurden im Jahre 2013 jeweils mehr als 1000 Bewohner aus 136 Ländern.

Wohlstand und Geld macht nicht glücklich. Als wohlhabendes Land reiht sich Deutschland an 46. Stelle (74 Punkte), gleich auf mit dem afrikanischen Senegal und Kenia, im Mittelfeld ein. Spanien und Portugal folgen mit 73 bzw. 72 Punkten. Zum kompletten Untersuchungsergebnis (engl.) von Gallup hier.

Das Glücksmoment ist sicher nicht mit wissenschaftlichen Methoden exakt zu messen. Es ist mehr eine Momentaufnahme. Wissenschaftlichen Stellenwert kann es vielleicht erlangen, wenn Statistiken über einen längeren Zeitraum erhoben werden. Dann spielen aber immer noch persönliche Lebensumstände, die Gene, die Telekommunikation und wahrscheinlich der Wissensstand eine Rolle. Je weniger ich aus der Welt weiß, desto weniger mache ich mir Sorgen. Nicht umsonst kamen andere Studien zum Ergebnis, dass abgeschottete Naturvölker die glücklichsten Menschen seien.

Glücklich und Zufrieden ist natürlich auch eine persönliche Einstellungssache. Würde ich heute nach meinem Glückszustand befragt - so wäre meine Antwort:
Zufrieden ja - mit Glücksmomenten. Würde ich allerdings nach meinem Lieblingswohnort gefragt, so fällt die Antwort eindeutig aus - La Palma oder El Hierro.
... und nicht wieder Deutschland oder eine andere Insel. Allerdings fehlen mir die letzten 18 Jahre Deutschland, um aktuell einen direkten Vergleich anstellen zu können. Dieses Thematik hatte ich aber mit allen Vor- und Nachteilen in meinem Buch " Soll ich Auswandern" ausführlich erläutert.


Glücklich wird aber sicher dieser Mensch sein. Er startet morgen als dritter Deutscher zur Internationalen Raumstation ISS. Dr. Alexander Gerst (Foto) hier bei einer Antarktis- Expedition, erfüllt sich seinen Lebenstraum. Als Landsmann aus dem nahen Künzelsau ist er der erste deutsche Vulkanologe, der vom russischen Weltraumbahnhof mit dem Russen Maxim Suraev und dem Nasa-Astronauten Gregory Wiseman ins All starten wird.
Als ESA Astronaut wird er 100 Experimente in der Schwerelosigkeit der ISS absolvieren - von der Materialphysik über die Raumfahrtmedizin bis hin zur Biologie. Davon werden 25 Experimente unter deutscher Leitung oder mit deutscher Industriebeteiligung durchgeführt. Sicher sind dabei auch Untersuchungen aus dem Bereich Vulkanismus dabei.
Als Geophysiker entwickelte er bereits in der Vergangenheit an der Uni Hamburg mit Kollegen neue wissenschaftliche Instrumente für die vulkanologische Forschung.
Seine Doktorarbeit trägt den Titel "The First Second of a Strombolian Volcanic Eruption" deutsch - "Die erste Sekunde der Stromboli- Eruption"

Für 6 Monate wird er nun über unseren Köpfen dahin schweben. Erst zum 10. November 2014 ist seine Rückkehr zur Erde eingeplant.
Für etwas mehr Einblick die Internetseite von Alexander Gerst.

Unter El Hierro hatten wir gestern ein ML1,6 Beben aus 12 km Tiefe. Der Erdstoß lag im südwestlichen El Julan Gebiet. In den nächsten Tagen werde ich mich etwas mit den aktuellen GPS Daten zur Bodenverformung beschäftigen, die konstant hoch sind und bleiben.

Samstag, 24. Mai 2014

Risiko oder provoziertes Risiko ?

NEWS:

Dieses Bild ging 2013 um die Welt. In rund 30 km Höhe explodierte über der russischen Millionenstadt Tscheljabinsk im Ural beim Eintritt in die Atmosphäre ein großer Meteorit. Eine greller Lichtblitz und seine Rauchspur (Fotos: ITAR-TASS) waren noch das geringste Übel. Die Druckwelle der Explosion beschädigte 7000 Gebäude und umher fliegende Glassplitter verletzten 1500 Bewohner. Ein großes Meteoritenstück das die Reibungskraft überstand, stürzte in einen nahen See (Foto unten). Insgesamt wurden in den Monaten danach mehr als 100 Bruchstücke des Meteoriten gefunden, zum Teil Hunderte Kilogramm schwer. Nach Berechnungen der Wissenschaftler betrug die freigesetzte Energie rund 500 bis 600 Kilotonnen TNT. Das entspricht der 30- bis 40-fachen Sprengkraft der Atombombe von Hiroshima. Der Meteorit selbst dürfte eine Größe von 20 Meter im Durchmesser gehabt haben.

In den aufgefunden Meteoriten- Segmenten entdeckten nun russische und japanische Forscher das Mineral Jadeit, das in glasige Adern in dem Meteoriten eingeschlossen ist. Die Zusammensetzung des Minerals und die berechnete Kristallisationszeit der Adern legt nahe, dass der Mutterasteroid vor höchstens 290 Millionen Jahren mit einem anderen Asteroiden kollidiert sein muss. Dies berichtet die Tohoku-Universität in Sendai im englischen "Scientific Reports". Nur ein kleines Bruchstück von 10.000 Tonnen Gewicht dieser Kollision, hat nun nach einem langen Flug die Erde erreicht. 76 % des Meteoriten sind bei der Explosion verdampft.

Jederzeit können solche und auch größere Meteoriten auf der Erde einschlagen. In den letzten 15 Jahren sollen nach einer amerikanischen Studie, mindestens 26 großen Meteoriten mit einer Sprengkraft zwischen einer und 600 Kilotonnen TNT die Erdatmosphäre erreicht haben. Viele davon unbeobachtet über dem Meer oder in unbewohntem Wüstengebiet. Sie kommen ohne Vorwarnzeit und haben in jüngster Zeit zum Glück bisher keine großen Schäden auf der Erde angerichtet.

Beobachtet werden im Moment nur die großen Asteroiden und Kometen mit mehreren Kilometer im Durchmesser, die die Menschheit auslöschen könnten. Viele bleiben dabei, wenn sie direkt aus der Sonne kommen, unentdeckt.
Was allerdings für Abwehrmaßnahmen ergriffen werden können, wenn eine Kollision mit der Erde bevorsteht - darüber diskutieren noch die Wissenschaftler.
Das Leben ist und bleibt ein Risiko. Die Natur hat es so eingerichtet und daran werden wir auch nichts ändern. Wir können wohl versuchen das Risiko zu minimieren, aber sicher nicht gänzlich ausschließen.
Anders sieht es mit den vom Menschen herauf beschworenen Risiken aus.

Erdgaslager löst Erdbeben aus


Jetzt steht es offiziell fest. In einem Gutachten des Instituto Geografico Nacional (IGN) war es das unterirdische Erdgaslager an der ostspanischen Mittelmeerküste, das im Herbst 2013 über 400 Erdbeben bis ML4,2 auslöste.
Darüber hatte ich berichtet Erdgasspeicher und Ölbohrung und Vulkan, Erdbeben und Erdölförderung

Es gab damals wohl keine größeren Schäden, aber die Bevölkerung der Provinzen Castellón und Tarragona ist in Angst und Schrecken versetzt worden. Weitere Beben können nicht ausgeschlossen werden.
Es zeigt sich wieder, dass alle menschlichen Eingriffe in die Erdkruste unerwünschte Reaktionen auslösen können. Ob Erdölförderung, Fracking oder geothermische Bohrungen zur Nutzung der Erdwärme wie im Schwarzwald oder bei Basel.
Es ist immer abzuwägen, ob es um die Sicherheit von Menschen geht oder ob die Energiegewinnung oberste Priorität hat. Es sind kalkulierbare und mögliche Risiken die politisch getroffen werden.

Welches Gut ist höher und nutzbringender einzustufen?
Wollen wir genügend und billige Energie und nehmen Bebenschäden in Kauf oder ist uns ein "Bebenfreies Leben" lieber.

Im Grunde entscheidet jeder Mensch für sich selbst. Arbeit, Wohlstand mit genügend Sprit und dieses Risiko ertragen?
Auf Dauer kann die benötigte Energie nicht nur in der Ferne geholt werden. Auch ein Windrad vor der eigenen Haustür muss dann geduldet werden.
Jeder der Energie verbraucht, kann nicht nur auf Kosten und Risiko der "Anderen" diesen Vorteil genießen und deren Vorräte verbrauchen.

Es bleibt jedem die Wahl - morgen ist wieder die Gelegenheit dazu. Es sind in einer Demokratie die "Volksvertreter" die diese Entscheidung treffen und umsetzen.

Ich möchte nicht zu politisch werden, daher noch die aktuelle Entwicklung auf El Hierro:
Gestern zwei schwache Beben bis ML1,2 unter dem Inselmassiv im Südteil. Die Erdstöße kamen aus 12 und 14 km Tiefe.

.. und auch noch dieser Hinweis: Falls Sie damit liebäugeln ihren Wohn- oder Zweitwohnsitz nach La Palma zu verlegen. Ein Freund verkauft sein schönes Haus im Süden der Insel - weitere Infos hier.

Mittwoch, 21. Mai 2014

Die kleine Schwester - Insel im Indischen Ozean

Das Double:
Nur auf den ersten Blick gleicht die Insel links El Hierro. Mit seinem ausgeprägten Schwalbenschwanz auf der Westseite und dem längeren Südteil sind bei näherer Betrachtung zum darunter liegenden Original aber schon die Unterschiede zu erkennen.


Es ist eine Aufnahme mit dem Radarsatellit TerraSAR-X des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) von der Weihnachtsinsel. Nicht nur Osterinseln sondern auch eine Weihnachtsinsel gibt es auf unserem Planeten. Sie gehört politisch zu Australien und liegt 2616 Kilometer von Perth entfernt mitten im Indischen Ozean. Auch sie ist vulkanischen Ursprung mit einer ähnlich schroffen und steilen Küstenregion. Auch eine Art "Golfotal" ist im Nordwesten zu erkennen.
Mit rund 135 km² ist sie nur halb so groß wie El Hierro (268 km²). Die höchste Erhebung ist der Murray Hill mit 361 m (Malpaso auf El Hierro 1501 m). Nur 2072 Einwohner (Stand 2011) leben auf der Weihnachtsinsel (El Hierro 9000 oder etwas weniger).

Sie ist geografisch also die kleine Schwesterinsel zu El Hierro auf der anderen Seite unserer Erde. Nach einem Flug von über 11.404 km (Frankfurt - Christmas Island) kann dort - nach mehrfachem Umsteigen - gelandet werden. Auch sie hat nur einen kleinen Flugplatz für den Regionalverkehr in Nähe der Hauptstadt Flying Fish Cove. Die Uhr muss um +6 Stunden vorgestellt werden.

Die Inseloberfläche ist fast komplett mit tropischem Regenwald bedeckt. Auf der Weihnachtsinsel gab es auch eine Eisenbahnstrecke, die Christmas Island Phosphate Railway, die für den Phosphatabbau errichtet wurde, heute aber stillgelegt ist. Ein Regeneratives Energie Projekt gibt es dafür allerdings dort noch nicht.

Was auf El Hierro der Lagarto gigante - die El-Hierro-Rieseneidechse ist, sind auf der Weihnachtsinsel die rotgefärbten Weihnachtsinsel-Krabben (Gecarcoidea natalis). Diese Tiergattung kommt nur hier und auf den Kokosinseln vor. Jedes Jahr im November (je nach Mondphase) strömen Millionen von Krabben aus dem Wald zur Küste, um dort ihre Eier ins Meer abzugeben.
Einige Gemeinsamkeiten, aber keine derzeit aktiven Vulkane.




Während es auch unter El Hierro derzeit nur leichte Beben gibt, wollen wir einen Blick auf die Gesamt- Bebengrafik seit 2011 werfen (zum Vergrößern anklicken).

Neu hinzu gekommen sind im März 2014 die roten Beben (weißer Pfeil) im Norden der Insel. Dieser Bereich blieb in der Vergangenheit weitgehendst von Erdstößen verschont. Rechts davon die Tiefengrafik zeigt die Nord/ Südausdehnung der Aktivität. Weit über die sichtbaren Inselgrenzen reicht das Aktivitätsfeld und damit wahrscheinlich die Magmakammer hinaus.
Im unteren Teil der Grafik hat sich ein richtiger Magma-Dom (roter Pfeil) gebildet. Alle Hauptaktivitäten strahlen von diesem Punkt (weißes Kreuz) unter dem Berg Tanganasoga an der Golfo- Abbruchkante aus. Hier konnte sich die Magma schon am weitesten zur Inseloberfläche voran arbeiten.