Bizarrer Lava-Aufbau:
Wer mit einem oder auch zwei wachen Augen durch die Natur läuft, kann so manches Entdecken. Fels ist nicht gleich Fels. Wie gemalt escheinen so manche zerfurchten Steilwände wie hier links im Nordosten von La Palma. Es ist nicht nur die Erosion die den Blick des Lava- Aufbau freilegt, sondern die Mischung und Zusammensetzung der Mineralien die ein buntes Farbenspiel ergibt. Dunkle Lava hat förmlich den rötlich eisenhaltigen Kern eingekreist. Dunkle Magma dürfte beim Aufstieg jeden Spalt und jede poröse Stelle ausgefüllt haben, um den härteren rötlichen Block zu umschließen.
Noch deutlicher wird das in der Caldera de Taburiente sichtbar, wie auf dem Foto von Dr. Michael Grumbholz. Der Geophysiker an der Georg-August-Universität Göttingen hat Studien an tausenden magmatischen Gängen auf Island, Teneriffa und La Palma durchgeführt. Die Festigkeit des Wirtsgesteins ist entscheidend, wie weit ein aufsteigender Magmakanal kommt.
Seine Untersuchung zeigt, dass die Dicken- Verteilung der Magmagänge hervorragend der Weibullverteilung folgt. Die Weibullverteilung ist ein Begriff aus der Materialforschung und beschreibt mathematisch, wann ein Material bricht. Nach diesem Prinzip bricht Material immer zuerst an der schwächsten Stelle. So wie eine Kette immer am schwächsten Glied reißt. Die Verteilung berücksichtigt auch, dass zwei Proben des gleichen Materials aufgrund zufällig verteilter Schwachstellen niemals exakt gleich und damit auch niemals exakt gleich fest sind. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift "Nature Communications" veröffentlicht.
Zum Foto oben (aus 2 bis 3 km Entfernung aufgenommen) als ergänzende Erklärung:
Die hellen Aufstiegskanäle bestehen aus einem festeren Material als das Umgebungsgestein. Die weichere Umgebung ist verwittert und abgetragen. Wenn man direkt in oder unter der Steilwand steht, erscheinen die hellen Kanäle als 3 bis 5 Meter herausragende senkrechte Mauern und sind daher auch aus dieser Entfernung gut zu erkennen.
Oder eine so genannte "Lavabombe" die bei der Eruption aus dem Krater geschleudert wurde. Die Erosion legt nun langsam den Inhalt frei. Der dunkle vertikale Streifen ist ein Baumwurzel die sich um die Kugel voran gearbeitet hat und das Gestein sprengt. Alles ist vergänglich. Irgendwann wird auch dieses Material fruchtbarer Ackerboden werden.
Unter El Hierro ist es weiter ruhig. Kleine Erdstöße - gestern ein ML1,6 Beben aus 11 km Tiefe. Das Ausgangszentrum liegt im Moment am südwestlichen Golfoausgang etwas unterhalb vom Ort Sabinosa.
Dienstag, 6. Mai 2014
Vulkan - was uns der Lava Aufbau preisgibt
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Caldera de Taburiente,
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Michael Grumbholz
Freitag, 2. Mai 2014
Vulkan - mit Flugdrohne in den Schlund des Krater
Technik und Innovation:
Was früher noch als Spielzeug konzipiert war, findet heute immer mehr Nutzen im Alltag, in der Wissenschaft und auch in der Vulkanforschung.
Als Ing. Dieter Schlüter im April 1970 in Jügesheim bei Frankfurt/M. seinen ersten Modell- Hubschrauber zum Fliegen brachte, dachte er sicher noch nicht an die spätere vielseitige Nutzung seines ferngesteuerten Fluggerät. Ich hatte damals mehrfach die Gelegenheit ihn bei seinen Versuchen und Vorführungen zu beobachten.
Die modifizierte Form finden wir heute teilweise mit autonomer Steuerung bei der Polizei und dem Militär als Beobachtungs- und Erkundungsdrohnen oder demnächst vielleicht auch im Bereich der Logistik. Google und Amazon arbeiten bereits daran.
In Zukunft bekommen sie dann ihr Paket per Drohne direkt in den Vorgarten angeliefert. Heute noch etwas futuristisch, aber technisch sicher bald machbar.
Gerade über Vulkanen, wo nicht unbedingt menschliche Versuchskaninchen den giftigen Dämpfen, der Hitze und einem möglichen Lava- Ausstoß ausgesetzt werden müssen, bietet diese Technik eine interessante Möglichkeit und Alternative.

Was früher noch als Spielzeug konzipiert war, findet heute immer mehr Nutzen im Alltag, in der Wissenschaft und auch in der Vulkanforschung.
Als Ing. Dieter Schlüter im April 1970 in Jügesheim bei Frankfurt/M. seinen ersten Modell- Hubschrauber zum Fliegen brachte, dachte er sicher noch nicht an die spätere vielseitige Nutzung seines ferngesteuerten Fluggerät. Ich hatte damals mehrfach die Gelegenheit ihn bei seinen Versuchen und Vorführungen zu beobachten.
Die modifizierte Form finden wir heute teilweise mit autonomer Steuerung bei der Polizei und dem Militär als Beobachtungs- und Erkundungsdrohnen oder demnächst vielleicht auch im Bereich der Logistik. Google und Amazon arbeiten bereits daran.
In Zukunft bekommen sie dann ihr Paket per Drohne direkt in den Vorgarten angeliefert. Heute noch etwas futuristisch, aber technisch sicher bald machbar.
Gerade über Vulkanen, wo nicht unbedingt menschliche Versuchskaninchen den giftigen Dämpfen, der Hitze und einem möglichen Lava- Ausstoß ausgesetzt werden müssen, bietet diese Technik eine interessante Möglichkeit und Alternative.

Der schottische Wissenschaftler Andrew McGonigle von der Universität Sheffield (Fotos) in Großbritannien hat einen handelsüblichen Modell- Hubschrauber mit zwei UV Kameras ausgerüstet. Eine der Kameras nimmt Licht der Wellenlänge 310 Nanometer auf. Die zweite Kamera wurde auf eine andere Wellenlänge eingestellt. Bei 310 Nanometer wird Licht durch die Vulkangase abgemildert und teilweise vom Schwefeldioxid verschluckt. Bei der anderen Kamera kann das Licht ungehindert die Gaswolke durchdringen und kommt fast vollständig ins Objektiv. Aus der Differenz dieser Werte kann der Vulkanologe die Gasmenge abschätzen.
Getestet wurde das Verfahren am Ätna auf Sizilien. Mit einem Mini-Computer und einem Spektrometer an Bord wurden die vulkanischen Ausdünstungen gemessen.
Als angehängte Arbeitsplattform diente ein leichter Plastikhocker (Foto links). Eine einfache und primitive Konstruktion, aber für diesen Versuch ausreichend. Der Hauptschlot des Ätna stößt pro Sekunde 86 Kilogramm CO2 in die Atmosphäre aus. Doch noch mehr wurde festgestellt. Die Gase am Ätna steigen nicht konstant nach oben, er atmet in Intervallen. Alle 90 Sekunden spie der Berg eine unsichtbare Wolke Schwefeldioxid und Kohlendioxid in die Atmosphäre aus. Die beteiligten Forscher vermuten, dass Gasblasen aus dem Erdinneren sich ihren Weg durch den Schlot bahnen, die an der Oberfläche platzen und dann in Intervallen Gase freisetzen.
Interessant könnte es kurz vor einer Eruption werden. Wird sich dann das "Atmen" beschleunigen und vielleicht als Indikator für einen bevorstehenden Ausbruch nutzbar sein ?
Von El Hierro wissen wir, daß sich 2011 kurz vor der Eruption die Kohlendioxid- und Schwefelwerte um das Mehrfache erhöht haben. Die Gasausdünstung konnte direkt auf der Inseloberfläche bzw. vom bemannten Helikopter aus gemessen werden. Nicht ganz ohne Risiko.
Bei einem hohen Vulkankegel wie dem Ätna ist dies noch um einiges schwieriger. Ein unbemanntes Flugobjekt das stationär über längere Zeit an einer Stelle verharren könnte, macht die Messung genauer und gefährdet kein Menschenleben.
Auch Temperaturmessungen mit Fernsensoren direkt im Schlund und andere wissenschaftliche Beobachtungen sind so möglich ... und wenn es doch verloren geht, dann sind es nur einige tausend Euro die in den Krater stürzen - und die sind zu ersetzen.
Die Idee ist gut - muss noch verfeinert werden, hat aber Zukunft.
Während es die letzten Wochen zur Vulkan-Aktivität unter El Hierro wenig zu berichten gab, wurde westlich von Lanzarote heute ein Beben registriert. Um 2.24 Uhr erfolgte hier ein ML2,7 Erdstoß in 40 km Tiefe (IGN Grafik). Es ist der Bereich in dem ein unterirdischer Magmakanal Richtung afrikanischer Küste vermutet wird. Es war wieder eines der Beben, die schon seit Jahrzehnten unregelmäßig aber immer wieder, in großer Tiefe registriert werden. Auch hier pulsiert die Magma.
Außer seismografischen Messungen gibt es kaum andere Möglichkeiten diese Vorgänge etwas näher zu Erforschen und die Entwicklung genauer zu verstehen. Der Meeresboden liegt hier bei über 3000 m Tiefe. Selbst eine Eruption würde an der Wasseroberfläche nicht bemerkt werden.
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Dienstag, 29. April 2014
Vulkan - Planspiel einer explosiven Eruption
NEWS:
Üben für den Ernstfall. Nur wenn der Lenkungsausschuss und die Administration mögliche Katastrophen durchspielt, kann es im Falle eines Falles auch klappen. So hat in den vergangenen Tagen der Kanarische Katastrophenstab (Pevolca) als Szenario einen Vulkanausbruch mit Beben der Größenordnung bis ML5,1 aus 2 km Tiefe auf Teneriffa simuliert. Angenommen wurde eine explosive Eruption am Pico Viejo, auch Chahorra genannt mit 3135 Meter Höhe (Fotos: Vulcanes de Canarias). Er ist ein Nebenkrater südwestlich des Teide. Sein letzter Ausbruch erfolgte im Jahre 1798 mit einem ausgedehnten Lavastrom.
Ein bewohntes Gebiet mit ca. 40.000 Menschen könnte durch Lava- und pyroklastische Ströme betroffen werden. Es galt Vorbereitungen für die Evakuierung der Gemeinde Icod und die Täler von La Orotava zu treffen, da die Bevölkerung in diesen Gebieten, am nächsten zum Vulkan liegen. Durchgespielt wurden Pläne und Routen der Evakuierung, die elektrische Versorgung, Telefon und Handy- Ausfall, mögliche Unterkünfte, Kontrolle der Straßen, Zwischenfälle im Luftverkehr, die Kommunikation und weiteres. Auf der Ostseite im Gemeindebereich von Candelaria, im Steinbruch Punta Larga, wurde auch praktisch geübt. Der Einsturz eines Gebäudes, Explosion eines Tank mit gefährlichen Gütern und die Evakuierung einer Schule.
Es war im Grunde eine Planübung am Tisch die fiktiv im Jahre 2024 spielte. Ein Szenario für den Ernstfall, das auf jeder anderen Kanarischen Insel - auch auf El Hierro - Wirklichkeit werden könnte.
Stabsrahmen-Übungen sind wichtig, um das Zusammenspiel aller notwendigen Hilfseinheiten ob militärisch, kommunal oder privat, die Einbindung von wissenschaftlichen Instituten und auch der Bevölkerung zu testen und zu simulieren.
Fehler und Fehleinschätzungen des Planungsstabes können nur so erkannt und bereinigt werden. Es ist natürlich nicht möglich real hier für eine Übung Tausende von Menschen zu evakuieren.
Jede echte Katastrophe wird auch anders aussehen.
Bei aller Kritik die die Pevolca bei der El Hierro Krise meist wegen der mangelhaften Öffentlichkeitsarbeit einstecken musste, bleibt festzuhalten:
Wenn es in der Vergangenheit bei den "Waldbrandkatastrophen" auf La Gomera, Teneriffa oder hier auf La Palma darauf ankam, wurden von der Pevolca innerhalb kürzester Zeit Löschflugzeuge, Hubschrauber und anderes technisches Gerät und hunderte von Löschmannschaften - selbst aus Festlandspanien - hierher geschafft.
Bemerkenswert war auch bei dieser Übung, dass Techniker und Wissenschaftler von den Azoren, Kap Verde, Madeira, Deutschland und Italien als Beobachter anwesend waren. Gefehlt haben allerdings Vulkanspezialisten aus Island. Das europäische Land mit der wahrscheinlich größten Vulkanerfahrung.
In den letzten Tagen nur wenige Beben. Am vergangenen Samstag ein ML2,1 Erdstoß südlich bei El Pinar und Vorgestern einige flache Erdstöße aus 4 und 9 km Tiefe im Golfo.
Üben für den Ernstfall. Nur wenn der Lenkungsausschuss und die Administration mögliche Katastrophen durchspielt, kann es im Falle eines Falles auch klappen. So hat in den vergangenen Tagen der Kanarische Katastrophenstab (Pevolca) als Szenario einen Vulkanausbruch mit Beben der Größenordnung bis ML5,1 aus 2 km Tiefe auf Teneriffa simuliert. Angenommen wurde eine explosive Eruption am Pico Viejo, auch Chahorra genannt mit 3135 Meter Höhe (Fotos: Vulcanes de Canarias). Er ist ein Nebenkrater südwestlich des Teide. Sein letzter Ausbruch erfolgte im Jahre 1798 mit einem ausgedehnten Lavastrom.
Ein bewohntes Gebiet mit ca. 40.000 Menschen könnte durch Lava- und pyroklastische Ströme betroffen werden. Es galt Vorbereitungen für die Evakuierung der Gemeinde Icod und die Täler von La Orotava zu treffen, da die Bevölkerung in diesen Gebieten, am nächsten zum Vulkan liegen. Durchgespielt wurden Pläne und Routen der Evakuierung, die elektrische Versorgung, Telefon und Handy- Ausfall, mögliche Unterkünfte, Kontrolle der Straßen, Zwischenfälle im Luftverkehr, die Kommunikation und weiteres. Auf der Ostseite im Gemeindebereich von Candelaria, im Steinbruch Punta Larga, wurde auch praktisch geübt. Der Einsturz eines Gebäudes, Explosion eines Tank mit gefährlichen Gütern und die Evakuierung einer Schule.
Es war im Grunde eine Planübung am Tisch die fiktiv im Jahre 2024 spielte. Ein Szenario für den Ernstfall, das auf jeder anderen Kanarischen Insel - auch auf El Hierro - Wirklichkeit werden könnte.
Stabsrahmen-Übungen sind wichtig, um das Zusammenspiel aller notwendigen Hilfseinheiten ob militärisch, kommunal oder privat, die Einbindung von wissenschaftlichen Instituten und auch der Bevölkerung zu testen und zu simulieren.
Fehler und Fehleinschätzungen des Planungsstabes können nur so erkannt und bereinigt werden. Es ist natürlich nicht möglich real hier für eine Übung Tausende von Menschen zu evakuieren.
Jede echte Katastrophe wird auch anders aussehen.
Bei aller Kritik die die Pevolca bei der El Hierro Krise meist wegen der mangelhaften Öffentlichkeitsarbeit einstecken musste, bleibt festzuhalten:
Wenn es in der Vergangenheit bei den "Waldbrandkatastrophen" auf La Gomera, Teneriffa oder hier auf La Palma darauf ankam, wurden von der Pevolca innerhalb kürzester Zeit Löschflugzeuge, Hubschrauber und anderes technisches Gerät und hunderte von Löschmannschaften - selbst aus Festlandspanien - hierher geschafft.
Bemerkenswert war auch bei dieser Übung, dass Techniker und Wissenschaftler von den Azoren, Kap Verde, Madeira, Deutschland und Italien als Beobachter anwesend waren. Gefehlt haben allerdings Vulkanspezialisten aus Island. Das europäische Land mit der wahrscheinlich größten Vulkanerfahrung.
In den letzten Tagen nur wenige Beben. Am vergangenen Samstag ein ML2,1 Erdstoß südlich bei El Pinar und Vorgestern einige flache Erdstöße aus 4 und 9 km Tiefe im Golfo.
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Pevolca
Donnerstag, 24. April 2014
Vulkan - Eruption verschlingt Nachbarinsel
Spannend:
Eine in Grün- und Brauntöne verfärbte Meeresoberfläche. Fotos wie wir sie auch von der Eldiscreto Eruption von 2011/12 von El Hierro kennen. Nur hat es dieser Unterwasser Vulkan über die Meeresoberfläche geschafft. Es ist der am 21. November 2013 ausgebrochene japanische Vulkan Niijima im Westpazifik. Er stößt auch heute noch weitere Lava aus (Fotos: Japan Coast Guard/ NASA). Auf der Aufnahme vom Dezember 2013 liegt die 1973 entstandene Nachbarinsel Nishinoshima noch einige hundert Meter von der Eruptionsstelle entfernt
Wie die jüngste NASA Satellitenaufnahme aus dem Earth-Observatory vom 30. März 2014 zeigt vergrößert der jüngste Vulkan seine Basis. Er ist gerade dabei die unbewohnte Nachbarinsel Nishinoshima zu verschlucken. Die über dem Meeresspiegel sichtbare Inselfläche hat sich in den letzten 6 Monaten von ursprünglich 25 Meter auf jetzt über 1.000 Meter im Durchmesser vergrößert. Auch wächst seine Höhe immer weiter an und liegt jetzt bei rund 60 Meter ü.M. Die vergrößerte NASA Satellitenaufnahme (unten) vom März 2014 zeigt die Vereinigung beider Inseln. So muss früher auch El Hierro entstanden sein. Hunderte oder gar tausende Eruptionen haben aus 3500 m Meerestiefe das Inselmassiv aufgebaut und dabei ständig durch überlagernde Lava das Aussehen verändert.
Auch der Eldiscreto im Süden ist nur eine Eruptionsöffnung am alten Inselmassiv und wird, falls er es noch schafft die Meeresoberfläche zu durchbrechen, nur temporär als neue Insel erscheinen. Im Laufe der Zeit und bei genügendem Magmanachschub wird sich der alte Süden von El Hierro um einige Kilometer weiter nach Süden erweitern.
Das ist links die jüngste Grafik der japanischen Vulkanologen. Der Vulkan Niijima hat bereits einen Teil der alten Insel überflutet. Magmanachschub scheint noch genügend vorhanden zu sein. In einigen Monaten dürfte dann die ehemaligen Inselstruktur Vergangenheit sein und unter frischer Lava begraben liegen. Ob dann die Insel Niijima heißt oder den alten Namen Nishinoshima behält, wird man sehen.
An diesem Zeitraffer-Beispiel lässt sich aber sehr schön sehen, wie sich die Erdoberfläche in kurzer Zeit verändern kann. Nach genau diesem Schema sind auch unsere Kanarischen Inseln, allerdings in Slow Motion, über 22 Millionen Jahre entstanden.
Aktuell heute wieder zwei schwache Beben. Der stärkste Erdstoß von ML1,3 aus 10 km Tiefe in Nähe des Tanganasoga (siehe IGN Grafik).
Eine in Grün- und Brauntöne verfärbte Meeresoberfläche. Fotos wie wir sie auch von der Eldiscreto Eruption von 2011/12 von El Hierro kennen. Nur hat es dieser Unterwasser Vulkan über die Meeresoberfläche geschafft. Es ist der am 21. November 2013 ausgebrochene japanische Vulkan Niijima im Westpazifik. Er stößt auch heute noch weitere Lava aus (Fotos: Japan Coast Guard/ NASA). Auf der Aufnahme vom Dezember 2013 liegt die 1973 entstandene Nachbarinsel Nishinoshima noch einige hundert Meter von der Eruptionsstelle entfernt
Wie die jüngste NASA Satellitenaufnahme aus dem Earth-Observatory vom 30. März 2014 zeigt vergrößert der jüngste Vulkan seine Basis. Er ist gerade dabei die unbewohnte Nachbarinsel Nishinoshima zu verschlucken. Die über dem Meeresspiegel sichtbare Inselfläche hat sich in den letzten 6 Monaten von ursprünglich 25 Meter auf jetzt über 1.000 Meter im Durchmesser vergrößert. Auch wächst seine Höhe immer weiter an und liegt jetzt bei rund 60 Meter ü.M. Die vergrößerte NASA Satellitenaufnahme (unten) vom März 2014 zeigt die Vereinigung beider Inseln. So muss früher auch El Hierro entstanden sein. Hunderte oder gar tausende Eruptionen haben aus 3500 m Meerestiefe das Inselmassiv aufgebaut und dabei ständig durch überlagernde Lava das Aussehen verändert.
Auch der Eldiscreto im Süden ist nur eine Eruptionsöffnung am alten Inselmassiv und wird, falls er es noch schafft die Meeresoberfläche zu durchbrechen, nur temporär als neue Insel erscheinen. Im Laufe der Zeit und bei genügendem Magmanachschub wird sich der alte Süden von El Hierro um einige Kilometer weiter nach Süden erweitern.
Das ist links die jüngste Grafik der japanischen Vulkanologen. Der Vulkan Niijima hat bereits einen Teil der alten Insel überflutet. Magmanachschub scheint noch genügend vorhanden zu sein. In einigen Monaten dürfte dann die ehemaligen Inselstruktur Vergangenheit sein und unter frischer Lava begraben liegen. Ob dann die Insel Niijima heißt oder den alten Namen Nishinoshima behält, wird man sehen.
An diesem Zeitraffer-Beispiel lässt sich aber sehr schön sehen, wie sich die Erdoberfläche in kurzer Zeit verändern kann. Nach genau diesem Schema sind auch unsere Kanarischen Inseln, allerdings in Slow Motion, über 22 Millionen Jahre entstanden.
Aktuell heute wieder zwei schwache Beben. Der stärkste Erdstoß von ML1,3 aus 10 km Tiefe in Nähe des Tanganasoga (siehe IGN Grafik).
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Erdbeben,
NASA,
Vulkan,
Vulkan Niijima
Dienstag, 22. April 2014
Osterbilanz - Flugzeugwrack gefunden
NEWS:
Auch das ist El Hierro. Der Kontrast von saftigen und dicht bewaldeten Bereichen und die karge und von alten Vulkankegel übersäte Lavawüste im Süden (Foto: Jörg Gröger danke) und im Südwesten der Insel.
Erfreulich war die Osterbilanz im Tourismus. 75 % Belegung meldet die Wirtschaftsgesellschaft Ashotel für El Hierro und La Palma. Die Auslastung für La Gomera gar bei 90 % und Teneriffa bei 95 %. Auch der Der Präsident des Bundesverbandes der Arbeitgeber in Hotellerie und Tourismus (FEHT), Fernando Fraile, ist mit der Osterbelegung mehr als zufrieden. Auch wenn über die Feiertage die Flugpreise hoch sind, haben mehr Gäste als im Vorjahr auch die kleineren Westinseln besucht.
El Hierro, La Gomera und La Palma haben doch einiges mehr an unberührter Natur und Ruhe zu bieten, als die überlaufenen größeren Ostinseln. Jeder der schon einmal seinen Urlaub hier verbracht hat, weis diese Vorzüge, die Herzlichkeit der Menschen und die einzigartige Atmosphäre zu schätzen. Der Urlauber ist nicht nur zahlender Kunde, sondern ein gern gesehener Gast und das ist nachhaltig zu spüren und bleibt in Erinnerung.
Immer wieder kehrende Stammgäste sind das Ergebnis. Bei einem Massenansturm wäre dieses besondere Flair schnell verloren. Deswegen begnügen wir uns mit weniger Gästen, die dafür um so intensiver betreut und umsorgt werden können.
Auch die Kreuzfahrt-Saison geht nun langsam zu Ende. Die AIDA`s, TUI Mein Schiff und Co. befahren über die Sommermonate das Mittelmeer und die nördlichen Meeresgebiete.
Auch wenn ich schon 18 Jahre hier lebe, freue ich mich alle Jahre wieder auf den ruhigen Monat Mai. Kaum Touristen, dafür überall frisches Grün, blühende Landschaften und meine Urlaubszeit. Nicht in die Ferne - sondern hier auf La Palma.
Wandern, Barrancos und Vulkankegel erklimmen, die Natur genießen und neues Entdecken (gibt es auch noch für mich) - oder einen Abstecher auf eine Nachbarinsel.
Auch die vulkanische Aktivität unter El Hierro ist weiter in der Ruhephase. Gestern nur zwei schwache Beben bis ML1,4 aus 11 bis 13 km Tiefe unter dem Inselmassiv (siehe IGN Karte). Eine trügerische Ruhe. Jederzeit - und dafür sprechen die GPS Daten der Bodenverformung - kann es mit der Ruhe wieder vorbei sein. Anders als die überirdische Natur, kennt die vulkanische Naturgewalt keine Jahreszeit. Hier ticken die Uhren etwas anders, ohne Rhythmus oder mit einem Schema, das wir aber noch nicht genau durchschaut haben.
Hubschrauber-Wrack im Atlantik gefunden
Die Überreste des vor einem Monat südlich von Fuerteventura abgestürzten SAR Puma Helikopter mit vier Besatzungsmitgliedern wurde gefunden. Das Wrack liegt im Atlantik in 2362 Meter Tiefe etwa 55 Kilometer südwestlich der Insel Fuerteventura.
Ein ROV (Unterwasserroboter) hat es entdeckt und Aufnahmen auch mit den vier toten Soldaten an das Suchschiff gesendet. Ob es der ROV der Ángeles Alvariño des Instituto Español de Oceanografía (IEO) oder der Roboter des Bergungsschiff der US amerikanischen Firma Phoenix International Holdings war, wurde vom Militär nicht mitgeteilt.
Nun will man versuchen, die Überreste aus dieser großen Tiefe zu bergen. Dies wird keine leichte Aufgabe sein.
In eigener Sache:
Ich schreibe Bücher - ich schreibe gerne Bücher rund um mein Leben. Nicht nur Reise- oder Vulkanliteratur, sondern auch über den Selbstbau meines Kachelofen.
Vor 6 Jahren ist dazu eine einfache Bauanleitung erschienen, die ich in viele Länder von Australien, Südafrika, Israel bis Island und natürlich auch in die deutschsprachigen Länder versandt habe. Oft wurde nach dieser Bauanleitung inzwischen mein Kachelofen erfolgreich nachgebaut.
Es wurde nun Zeit, dass ich die Bauanleitung überarbeitet in Buchform erscheinen lasse. Seit einigen Tagen kann nun das Buch "Kachelofen Selbstbau" im Handel und bei den Versandhändlern - wie Amazon - bezogen werden. Alles weitere dazu hier.
Auch das ist El Hierro. Der Kontrast von saftigen und dicht bewaldeten Bereichen und die karge und von alten Vulkankegel übersäte Lavawüste im Süden (Foto: Jörg Gröger danke) und im Südwesten der Insel.
Erfreulich war die Osterbilanz im Tourismus. 75 % Belegung meldet die Wirtschaftsgesellschaft Ashotel für El Hierro und La Palma. Die Auslastung für La Gomera gar bei 90 % und Teneriffa bei 95 %. Auch der Der Präsident des Bundesverbandes der Arbeitgeber in Hotellerie und Tourismus (FEHT), Fernando Fraile, ist mit der Osterbelegung mehr als zufrieden. Auch wenn über die Feiertage die Flugpreise hoch sind, haben mehr Gäste als im Vorjahr auch die kleineren Westinseln besucht.
El Hierro, La Gomera und La Palma haben doch einiges mehr an unberührter Natur und Ruhe zu bieten, als die überlaufenen größeren Ostinseln. Jeder der schon einmal seinen Urlaub hier verbracht hat, weis diese Vorzüge, die Herzlichkeit der Menschen und die einzigartige Atmosphäre zu schätzen. Der Urlauber ist nicht nur zahlender Kunde, sondern ein gern gesehener Gast und das ist nachhaltig zu spüren und bleibt in Erinnerung.
Immer wieder kehrende Stammgäste sind das Ergebnis. Bei einem Massenansturm wäre dieses besondere Flair schnell verloren. Deswegen begnügen wir uns mit weniger Gästen, die dafür um so intensiver betreut und umsorgt werden können.
Auch die Kreuzfahrt-Saison geht nun langsam zu Ende. Die AIDA`s, TUI Mein Schiff und Co. befahren über die Sommermonate das Mittelmeer und die nördlichen Meeresgebiete.
Auch wenn ich schon 18 Jahre hier lebe, freue ich mich alle Jahre wieder auf den ruhigen Monat Mai. Kaum Touristen, dafür überall frisches Grün, blühende Landschaften und meine Urlaubszeit. Nicht in die Ferne - sondern hier auf La Palma.
Wandern, Barrancos und Vulkankegel erklimmen, die Natur genießen und neues Entdecken (gibt es auch noch für mich) - oder einen Abstecher auf eine Nachbarinsel.
Auch die vulkanische Aktivität unter El Hierro ist weiter in der Ruhephase. Gestern nur zwei schwache Beben bis ML1,4 aus 11 bis 13 km Tiefe unter dem Inselmassiv (siehe IGN Karte). Eine trügerische Ruhe. Jederzeit - und dafür sprechen die GPS Daten der Bodenverformung - kann es mit der Ruhe wieder vorbei sein. Anders als die überirdische Natur, kennt die vulkanische Naturgewalt keine Jahreszeit. Hier ticken die Uhren etwas anders, ohne Rhythmus oder mit einem Schema, das wir aber noch nicht genau durchschaut haben.
Hubschrauber-Wrack im Atlantik gefunden
Die Überreste des vor einem Monat südlich von Fuerteventura abgestürzten SAR Puma Helikopter mit vier Besatzungsmitgliedern wurde gefunden. Das Wrack liegt im Atlantik in 2362 Meter Tiefe etwa 55 Kilometer südwestlich der Insel Fuerteventura.
Ein ROV (Unterwasserroboter) hat es entdeckt und Aufnahmen auch mit den vier toten Soldaten an das Suchschiff gesendet. Ob es der ROV der Ángeles Alvariño des Instituto Español de Oceanografía (IEO) oder der Roboter des Bergungsschiff der US amerikanischen Firma Phoenix International Holdings war, wurde vom Militär nicht mitgeteilt.
Nun will man versuchen, die Überreste aus dieser großen Tiefe zu bergen. Dies wird keine leichte Aufgabe sein.
In eigener Sache:
Ich schreibe Bücher - ich schreibe gerne Bücher rund um mein Leben. Nicht nur Reise- oder Vulkanliteratur, sondern auch über den Selbstbau meines Kachelofen.
Vor 6 Jahren ist dazu eine einfache Bauanleitung erschienen, die ich in viele Länder von Australien, Südafrika, Israel bis Island und natürlich auch in die deutschsprachigen Länder versandt habe. Oft wurde nach dieser Bauanleitung inzwischen mein Kachelofen erfolgreich nachgebaut.
Es wurde nun Zeit, dass ich die Bauanleitung überarbeitet in Buchform erscheinen lasse. Seit einigen Tagen kann nun das Buch "Kachelofen Selbstbau" im Handel und bei den Versandhändlern - wie Amazon - bezogen werden. Alles weitere dazu hier.
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Erdbeben,
Flugzeugabsturz,
Kachelofen Selbstbau,
Tourismus,
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