Samstag, 15. März 2014

Vulkan - der Bebenschwall hält weiter an

NEWS:
15.25 Uhr - inzwischen haben wir heute 92 Beben. Auch ein ML1,5 Erdstoß aus nur 6 km Tiefe auf der Ostseite bei El Pinar.

Wie ein Fleckerl-Teppich reihen sich die neuen Erdstöße über den Nordwestteil der Insel. Die rot markierten Beben spiegeln die letzten 12 Stunden auf der IGN Karte wieder. Gestern gab es 82 Beben - heute kommen wir bereits auf 53 Erdstöße. Der bisher stärksten Erdstoß mit ML2,4 wurde heute Morgen um 4.13 Uhr aus 16 km Tiefe registriert. Alle Beben liegen noch sehr tief um die 15 bis 19 km Tiefe. Solange die Aktivität sich in dieser Tiefe abspielt, hat es keine großen Auswirkungen an der Inseloberfläche. Es besteht allerdings mit zunehmender Dauer die Gefahr, dass auch die Intensität und Stärke der Beben zunimmt. Ab ML3,0 sind sie auch von den Bewohnern spürbar.

Im Moment dürfte neue Magma in den Plume (Magmablase) eindringen. Heißes und flüssiges Gestein hat die Eigenschaft in der Blase aufzusteigen und Gase zu bilden. Im Deckenbereich der Blase entsteht ein immenser Druck, der die Kammer versucht zu erweitern. Durch diese Spannung können dann kräftige ruckartige Bewegungen entstehen, die als Beben gemessen und gespürt werden.


Neu ist bei der jüngsten Aktivität die örtliche Lage. Hier auf der Google-Karte der Bereich von den Roque de Salmor Felsen (links) über Las Puntas - Guarazoca bis zur Hauptstadt Valverde im Osten.

War bisher nur der südliche Inselteil betroffen, erweitert sich nun dieser Bereich der Magmakammer nach Norden. Man darf jetzt davon ausgehen, dass sich unter dem gesamten Inselmassiv in 15 bis 20 km Tiefe Magma befindet. Nicht nur unter dem sichtbaren Teil der Insel, sondern auch ca. 15 km nach Westen und ca. 5 km Richtung Osten unter dem Meeresgrund.

Von offiziellen Stellen hört man im Moment nicht viel. Während die IGN Vertreterin Carmen López von einer neuen Aktivitätsphase spricht, ist für den Inselpräsidenten Alpidio Armas, wie sollte es auch anders sein, - alles "Normal".

Freitag, 14. März 2014

Vulkan - seit 4.12 Uhr bisher 42 Erdbeben

NEWS:

Seit 4.12 Uhr in den Morgenstunden wird El Hierro von einem Bebenreigen heimgesucht. Bis jetzt (14.30 Uhr) wurden 42 Beben, davon 14 Beben mit mehr als ML2,0, von der IGN registriert. Auf der Inseloberfläche dürften die Erdstöße noch nicht wahrnehmbar sein. Die Stärke der Beben erreicht im Moment max. ML2,3. Die Lage ist völlig neu und liegt unter dem nördlichen Golfotal. In diesem Bereich hat es in den vergangenen Jahren höchstens Einzelbeben gegeben. Dieser Schwall dürfte vom nördlichen Rand der Magmakammer ausgehen und liegt bei 16 bis 24 km Tiefe.

Es ist zu vermuten, dass neue Magmamassen einschießen und damit den Kammerdruck weiter verstärken. In den nächsten Tagen werden mit Sicherheit die Boden- Verformungswerte in der GPS Messung in diesem Sektor ansteigen. Im Augenblick spielt sich alles noch in großer Tiefe ab.
Die aktuelle seismische Aufzeichnung links zwischen 14.00 und 14.30 Uhr vom CRST Messpunkt zeigt die fortdauernde Aktivität. Es kommt natürlich nicht überraschend.
Nach fast 3 Monaten Ruhe war die Bebenfortsetzung bei anhaltendem hohen Innendruck - zumindest für mich - vorprogrammiert. Die Magma könnte jetzt weiter aufsteigen und auch stärkere Beben in flacheren Zonen auslösen. Warten wir einmal ab was sich in den nächsten Stunden hier noch entwickelt.

Donnerstag, 13. März 2014

Vulkanbeobachtung mit vollautomatischer Drohne

NEWS:

Vulkane waren und sind unberechenbar. Zwar kann man heute eine Eruption mit Seismografen, GPS Verformungswerten und durch Messung der austretenden Gaskonzentration in etwa zeitlich zu 60 bis 70 Prozent vorhersagen. Den genauen Zeitpunkt, den räumlichen Ort der Eruption und die Menge des zu erwartenden Lava- Auswurf bleibt aber nach wie vor ein Rätsel. Ist ein Vulkan dann ausgebrochen, beschränkt sich die Tätigkeit der Wissenschaft auf Vorort installierte Messgeräte und auf das Beobachten aus sicherer Entfernung. Eine vielleicht neue Methode direkt am Eruptionspunkt und über dem Vulkan Beobachtungen und Messungen durchzuführen wäre eine unbemannte Drohne. Dabei wird zumindest kein Menschenleben gefährdet.

Es ist nicht eine amerikanische sondern eine spanische Firma, die als Erste eine Zulassung für ihre vollautonome Drohne Altea-Eko von der europäischen Luftfahrtbehörde EASA erhalten hat. Zunächst allerdings beschränkt auf den spanischen Luftraum. Die von der Flightech Systems aus Alicante entwickelte Drohne, besteht  aus Kohlefaser- Werkstoffen und wiegt damit lediglich 80 Kilogramm (Foto: Flightech System). Ausgerüstet mit einer hochauflösenden Kamera, Wärme- und Infrarot- sowie CO2-Sensoren, gibt die Drohne die Daten in Echtzeit an die Leitstelle weiter. Mit ihrem Autopiloten ist sogar eine automatische Landung bei Nacht möglich. Der Flug wird mittels GPS vorprogrammiert. Es kann jedoch von der Leitzentrale manuell zu jedem Zeitpunkt eingegriffen werden.
 
Eine Tankfüllung reicht für eine Flugzeit von 5 Stunden. Auch braucht die Drohne für Start und Landung nur eine gut ausgebaute Straße von rund 100 Meter Länge. 
Entwickelt wurde sie eigentlich zur Beobachtung von Waldbränden. Kann jedoch jederzeit je nach Einsatzzweck umgerüstet werden.
 
Wie eine Drohne eine Vulkan Eruption aus der Nähe sieht, wurde am Stratovulkan Yasur auf der südpazifischen Insel Tanna getestet. Es war allerdings ein anderes Drohnen Fabrikat - zeigt aber wie eindrucksvoll dem Fluggerät die Lavabrocken um die Nase fliegen.




Unter El Hierro hatten wir gestern 3 Beben bis ML2,0 aus 10 bis 29 km Tiefe. Die örtliche Lage von der Ostküste, unter das Inselmassiv bis zum Westzipfel. Also keine klare Konzentration.

Dienstag, 11. März 2014

Vulkan - Verschollene Messboje gefunden

NEWS:
Mittwoch, 12.03.14 - um 2.39 Uhr ein ML2,0 Beben vor der Ostküste (Nähe El Pinar) aus 29 km Tiefe.


Die seit dem 5. Dezember 2013 verschollene Messboje wurde gestern vom Unterwasser-ROV Liropus 2000 auf dem Meeresgrund unweit des Eldiscreto Kegel aufgespürt. Mit Hilfe seiner Greifarme wurde ein Seil befestigt und die Boje an Bord der Ángeles Alvariño gehievt (Fotos: Vulcano). Eine erste Schadenaufnahme zeigt, dass der Auftriebskörper der starken Brandung nicht standhielt. Durch eindringendes Salzwasser dürfte nach 3 Monaten Meeresgrund- Aufenthalt auch die bordeigene Elektronik zerstört worden sein. Das Gerät soll zunächst an Land weiter untersucht und dann entschieden werden, wie es weiter geht.


Sehr gute Aufnahmen hat die Bathymetrie um den Eldiscreto gebracht. Im Vulcano-Video als Panoramaaufnahme ist auch das Umfeld und die örtliche Lage des Vulkankegel gut zu erkennen.



Mit seiner Basisbreite von 600 Meter und einer Höhe von 260 Meter steht der Eldiscreto inmitten eines steilabfallenden Barranco. Viel Lava dürfte bei der Eruption 2011 über den Steilabhang (linke Grafik) in das tiefer liegende Tal abgeflossen sein. Eine 5 bis 8 km lange Lavaspur lässt sich Richtung Süden verfolgen. Hätte sich die Auswurfmasse auf dem Kegel weiter aufgetürmt, hätten wir heute einen stattlichen Berg (Insel) vor der Südküste von El Hierro stehen.
Im Vergleich zur alten bathymetrieschen Vermessung vom März 2013 lässt sich im Augenblick optisch kein Unterschied feststellen. Die genauen Daten werden aber zur Zeit an Bord bzw. in den beteiligten Instituten ausgewertet. Ein Ergebnis wird sicher in den nächsten Tagen folgen.

In den vergangenen Stunden erfolgten 4 schwache Beben bis ML1,4 (siehe IGN Grafik). Alle lagen unter dem Inselmassiv und kamen aus 10 bis 12 km Tiefe. Also "Bebentechnisch" heute keine große neue Entwicklung.

Ein Lob möchte ich an die Besatzung der Ángeles Alvariño und an die beteiligten Institute verteilen. Anders als wie in der Vergangenheit wird jetzt offen und fast Live über die Aktionen und Ergebnisse berichtet. Jeder kann zeitnah mitverfolgen und mitfühlen was der Forscher vor Ort so alles entdeckt und erlebt. Aus den Fehlern der Vergangenheit wurde gelernt - gut so und genau so weiter machen.

El HierroTour

Wer hat Lust mit mir in den ersten Juni Tagen - zwischen dem 1.6. und 13.6.14 - für einige Tage El Hierro näher zu erforschen. Alles weitere unter "El Hierro näher kennenlernen"

Montag, 10. März 2014

Seismografen von El Hierro schlagen aus

NEWS:
17.40 Uhr - das "gute Stück" die gesuchte Hightech-Boje wurde heute gefunden und bereits geborgen ...dazu aber Morgen mehr.

Der erste Blick heute Morgen auf den CTAB Seismografen von El Hierro (IGN) zeigt eine ungewöhnliche  Reihe von Beben an. Es sind schon charakteristische Tremor-Aufzeichnungen, wie wir sie von der Eldiscreto Eruption kennen. Im Vergleich mit den Seismografen der Nachbarinseln die ähnliche Ausschläge anzeigen wird schnell klar, dass es sich um ein überregionales Beben handeln muss.

Es war ein starkes ML6,9 Beben vor der Nordküste von Kalifornien (GFZ Karte). Der Erdstoß kam aus 7 bis 10 km Tiefe nördlich von San Francisco. Es ist das Gebiet des pazifischen Feuerring - dort wo sich die Pazifische Platte an der Nordamerikanischen Platte reibt. Für den Sankt-Andreas-Graben werden schon seit Jahren starke Beben erwartet.
Über Schäden wurde noch nichts bekannt. In den nächsten Stunden dürfte es erfahrungsgemäß eine Reihe von Nachbeben geben.







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