Montag, 10. Februar 2014

Beben von ML3,5 auf La Palma

NEWS:
10.22 Uhr - zum Beben auf La Palma. Inzwischen gibt es erste Rückmeldungen - "Ich wohne in El Castillo in Garafia und mein Haus hat gewackelt heute morgen" - der Erdstoß war auch auf der Westseite bis El Paso/Los Llanos zu spüren. Schäden scheint es aber nicht gegeben zu haben.
9.28 Uhr - auch gestern wieder zwei schwache Beben bis ML2,1 unter dem Inselmassiv von El Hierro aus 12 km Tiefe.



Heute Morgen um 5.56 Uhr ein ML3,5 Beben auf La Palma. Ja - auf La Palma vor der Nordostküste bei Los Sauces bzw. dem Küstenort San Andres. Der Erdstoß kam aus großer Tiefe von 40 km. Dieser Bereich um Los Sauces und Barlovento (siehe IGN Karte) war schon mehrmals in den vergangenen Jahren von Beben dieser Größe betroffen worden.
Es sind aber immer nur Einzelbeben die sich in großen Abständen (1 bis 2 Jahre) wiederholen. Es liegen zwar noch keine Meldungen vor - dürfte aber in der nördlichen Region spürbar gewesen sein.
Ich habe dieses Beben nicht wahrgenommen, wohne allerdings auch weiter südlich von Santa Cruz de La Palma (rechter unterer Rand auf Karte). 

Sonntag, 9. Februar 2014

Die Geburtswehen eines Unterwasser-Vulkan

NEWS:



Am 29. Januar 2014 erfasst die Advanced Land Imager (ALI) auf dem Satelliten Earth Observing-1 (EO-1), diese Unterwasser Eruption. Es ist der Kavachi, ein Unterwasser-Vulkan am südlichen Rand der Salomonen-Inseln im westlichen Pazifik. Die NASA Satellitenaufnahme oben, zeigt die durch das austretende Gas und Aschepartikel verfärbte und abdriftende Meeresverfärbung. Ähnliche Meeresverfärbungen hatten wir 2011 noch detaillierter bei der Eldiscreto Eruption im Süden von El Hierro beobachten können.

Bereits mindestens 8 Ausbrüche wurden seit dem Jahre 1939 hier beobachtet. Die NOAA Aufnahme links entstand während einer Erkundungsexpedition am 14.5.2000. Trotzdem hat es der Kavachi bis heute nicht geschafft, eine dauerhafte Insel über der Meeresoberfläche zu entwickeln. Immer wieder wurde die aus dem Meer ragende Vulkanspitze durch abrutschende Lavafragmente und die starke Meeresströmung nach bereits wenigen Tagen abgetragen. Die Basis des Kavachi Vulkan liegt auf 1100 m Meerestiefe und soll einen Durchmesser von inzwischen rund 8 km haben. Auch dieses Mal erwarten die Wissenschaftler keine neue Insel. Er wird also noch einige Anläufe benötigen, bis sich ein tragfähiges Fundament gebildet hat.

Während es zur Zeit auf unserem Globus eine Reihe von Vulkan Eruptionen und noch mehr Erdbeben gibt, bleibt es seit 6 Wochen um El Hierro verhältnismäßig ruhig. Ich denke, dass das starke ML5,1 Beben am 27.12.13 sehr viel Kraft gekostet hat und sich die aufgebauten Spannungen in der äußeren Erdkruste erst einmal entladen haben. Aber es gab auch am 7.2.14 ein ML1,5 und gestern zwei Beben bis ML1,7. Das Zentrum liegt um den Tanganasoga (IGN Grafik) in 10 bis 12 km Tiefe. Der Kammerdruck bleibt mit kleinen Abweichungen stabil, aber auf hohem Niveau.

Je länger diese "Ruhephase" nun andauert, desto mehr "Spannungsdruck" kann sich wieder aufbauen. Auch in dieser Phase wirkt der vorhandene Innendruck auf das umliegende Gestein und wird die Kammern und Kanäle weiter dehnen und ausweiten und das erzeugt neue Spannung und Energie.
Zu wünschen wäre eigentlich eine etappenweise Entladung durch kleinere Energieabgaben. Die Beben würden dabei schwächer ausfallen.

Neuer Magmanachschub aus größerer Tiefe scheint im Moment nicht zu erfolgen, da seit Wochen keine Erdstöße aus 15 und mehr Kilometer Tiefe registriert werden.
Es bleibt also interessant die weitere Entwicklung genau zu beobachten. Treffen die Einschätzungen  zu oder hat die Natur gar einen ganz anderen Weg im Auge.

Freitag, 7. Februar 2014

Vulkanische Vergangenheit in Deutschland

Laacher-See und die Vulkaneifel


Während es unter El Hierro ruhig bleibt (gestern keine Beben), machen wir heute einen Ausflug in die Vulkan Eifel. Ein riesiger Vulkan-Dom (Foto: Vulkanpark) oder die Caldera des Laacher-See (Foto: Donar Reiskoffer) zeugen direkt vor ihrer Haustür von der vulkanischen Vergangenheit in Deutschland. Nicht mehr ganz jung - die letzte Eruption wird auf 10.930 Jahre v. Chr. datiert - dafür aber damals mächtig.


Riesige Mengen Asche und Bims wurden ausgeschleudert und bedeckten die Gegend mit einer bis zu 7 Meter dicken Lavaschicht. Geologen beziffern die Auswurfmenge auf etwa 6 km³ Stammmagmavolumen. Damit war der Ausbruch anderthalbmal so stark wie der des Pinatubo 1991, oder 6-mal so stark wie der Ausbruch des Mount St. Helens 1980.

Erloschen ist dieser Vulkan jedoch noch nicht. Er befindet sich im Moment nur im Ruhe- oder Schlafzustand. CO2 Entgasungen vulkanischen Ursprungs steigen hier zum Beispiel in Form der so genannten Mofetten (Gasblasen) am Ostufer des Laacher Sees empor und lassen auf anhaltende vulkanische Aktivität schließen.

Könnte dieser Vulkan wieder ausbrechen ?

Laut Prof. Dr. Schmincke (Vulkanologe) ist ein Ausbruch möglich:
„Die Aussage, der Eifelvulkanismus sei definitiv für immer und ewig erloschen, ist falsch. Die Aussage, weitere Vulkaneruptionen stünden in der Eifel unmittelbar bevor, ist allerdings genauso falsch und wissenschaftlich unhaltbar.
Wissenschaftlich seriös ist folgende Aussage: Sehr wahrscheinlich werden auch in Zukunft weitere Vulkane in der Eifel ausbrechen.“

Für jeden Heimat und Vulkanbegeisterten ist der Besuch der Vulkan-Eifel um den Laacher-See eine einfache Möglichkeit, auch in Deutschland Spuren und Zeitzeugnisse aus der vulkanischen Vergangenheit zu finden.
Der Vulkanpark Eifel - ein Zusammenschluss mehrerer Gemeinden aus diesem Gebiet - ermöglicht auf einfache, unterhaltsame und doch spannende Art, Einblicke in die jüngste Erdgeschichte zu finden.
Das Video Lava-Dome Mendig und die Webseite Vulkanpark Eifel geben darüber Auskunft.

Auch für Wanderer oder Radler gibt es Ausflugtipps zu den zehn geologischen Highlights der Osteifel: "Auf den Spuren der Eifel Vulkane" gefunden im Kölner Stadt-Anzeiger.

Für einen Tages- oder Wochenendausflug in den kommenden Frühlingstagen vielleicht nicht die schlechteste Idee. Zum Einlesen: Reiseführer Vulkaneifel: Vom Laacher See bis zu den Dauner Maaren

Mittwoch, 5. Februar 2014

Vulkan - Seismograph ist nicht gleich Seismograf

NEWS:

Zwei Seismogramme von der gleichen seismischen Aktivität heute Morgen zur gleichen Uhrzeit. Doch zeigen sie völlig unterschiedliche Erschütterungen und Bewegungen auf. Hier links die Station CTAB im südlichen Golfo ...
 
und hier die offizielle CTIG Station bei Valverde und von der IGN ins Netz gestellt. Beide Stationen liegen nur wenige Kilometer voneinander entfernt. Oben tremorähnliche Aufzeichnungen und links die völlige Ruhe. Es ist die Einstellung und Feinjustierung der Messanlagen, die diese Unterschiede ausmachen. Der Mittelwert aus beiden Aufzeichnungen, dürfte in etwa den tatsächlichen Verlauf im Untergrund widerspiegeln.
(nach Duden übrigens Seismograf oder alternativ Seismograph - beide Schreibweisen sind ok)



Um die Sache noch etwas mehr zu verwirren, links der Seismograf CRST im Süden bei La Restinga auch von heute. Pünktlich gegen 7.00 Uhr am Morgen setzen die Ausschläge ein, um gegen 19.00 Uhr am Abend (hier noch nicht zu sehen) wieder abzuflauen. Dieser Seismograf sitzt deutlich zu Nahe an der Südstraße nach Restinga und zeichnet den vorbei fließenden Autoverkehr mit auf.

Schauen wir auf die Bebenstatistik. Gestern und auch heute (bis 16.00) jeweils 4 Erdstöße bis ML2,0 aus 10 bis 12 km Tiefe.

Eine etwas andere Darstellung von Volcano (oben) der letzten 10 Tage. Im Januar 2014 kaum Beben und seit Anfang Februar wieder verstärkte Bebentätigkeit. Das Ausgangszentrum sammelt sich um die 10 km Tiefe (Kreise) und die Lage liegt mit Schwerpunkt um den Tanganasoga im Inselinnern (links IGN Grafik).  Auch wenn es ab und zu  Erdstöße aus 3 km Tiefe gibt, bleibt die Hauptaktivität doch auf tiefere Regionen beschränkt.



Montag, 3. Februar 2014

Müssen wir Vulkane fürchten ?

NEWS:

Zeigte die IGN Grafik im Januar 2014 noch ein jungfräuliches Bild ohne Beben, füllt sich langsam wieder seit Anfang Februar die Karte mit neuen Erdstößen. Vorgestern gab es 6 Beben, gestern 4 Beben und heute bisher 1 Erdstoß. Schwache Beben bis ML2,3 verteilt von Westen im Atlantik über die Insel bis nach Südosten. Auffällig dabei waren zwei flache Beben (gelber Kreis) aus nur 3 km Tiefe im Golfotal.
Die vertikalen GPS Verformungswerte sind gestern wieder leicht angestiegen und liegen im Südteil um El Pinar/Restinga auf dem alten Höchstniveau vom Dezember 2013. Der vulkanische Prozess ist mit gebremster Aktivität also weiter im Gange.

Müssen wir Vulkane fürchten ?

Dazu ein aktuelles Beispiel vom Vulkan Sinabung (Foto: Ade Sinuhaji) vom vergangenen Samstag auf der indonesischen Insel Sumatra.
Der Sinabung hatte mehr als 400 Jahre geruht, bevor er im August 2010 wieder ausbrach. Seit dem kam es immer wieder zu kleineren Eruptionen. Im September 2013 verstärkte sich die Aktivität, so dass sich der örtliche Katastrophenschutz gezwungen sah 30.000 Anwohner aus einem Sicherheitsradius von 5 km - später 7 km - um den 2460 Meter hohen Vulkanberg zu evakuieren.
Im Januar 2014 schliefen die vulkanischen Aktivitäten fast komplett ein und es wurde erst am vergangenen Freitag Anwohnern und Bauern wieder gestattet den äußeren Sicherheitsring (5 bis 7 km) zu betreten. Sie wollten nach ihren Häusern und der Ernte schauen.

Auch eine 7-köpfige Wandergruppe brach zum Vulkan auf. Ob es sich um Touristen, Studenten oder Geologen gehandelt hat, darüber gibt es unterschiedliche Angaben.
Urplötzlich gegen 13.10 Uhr am Samstag erwachte der Sinabung und es kam zu einer großen Eruption. Bisher wurden 16 Tote gezählt (darunter auch die Wandergruppe) - rund 30 Personen werden noch vermisst. Dazu eine Reportage von  Video tvOne

Waren die Todesopfer vermeidbar oder kam der Ausbruch zu überraschend ?

Jeder Vulkanausbruch kündigt sich vorher an. Keine gewaltige Eruption kommt aus "heiterem Himmel".
Vor jeder Eruption kommt es zu Beben, Bodenverformungen und erhöhter Gaskonzentration.

Diese Zeitspanne kann kurz sein, wie bei der Eruption des Teneguia von 3 Wochen 1971 auf  La Palma oder sich über Jahre hinziehen. Ganze 6 Jahre hat sich zum Beispiel die Aktivität im Timanfaya auf Lanzarote damals hingezogen.

Gewarnt wird man rechtzeitig. Nur die Finale-Eruption - das Entleeren der Magmakammer - kommt meist ohne Vorwarnung.

Viele Beispiele kennen wir aus der vergangenen Zeiten. Das bekannteste Beispiel war Pompeji beim Ausbruch des Vesuv im Jahr 79 n. Chr. Auch hier gab es Wochen vor der Eruption bereits heftige Erdbeben.

Trotz der Vorwarnung zieht es die Menschen immer wieder zu ihren Häusern, Grundstücken und vielleicht zurück gelassenen Tieren. Wer möchte schon gerne seinen Grund und Boden für vielleicht Jahre aufgeben müssen. Es ist der Lebensmittelpunkt, die Lebensgrundlage und dafür gehen viele auch dieses Risiko ein.

Wenn allerdings eine Touristengruppe aus Interesse, Neugier oder Sensationslüste einen gefährdeten Vulkanhang bewandert, sollte ihr auch das erhöhte Risiko bewusst sein ... und das kann mit dem Tod - wie im vorliegenden Beispiel enden.

Fazit: Warnungen der Natur sollten wir ernst nehmen und genau Zuhören. Ein Vulkan ist kein Spielball, sondern die Urkraft der Natur.
Kein Wissenschaftler und keine behördliche Institution ist darüber erhaben und kann uns rechtzeitig davor warnen. Auch wenn ab und zu dieser Eindruck vermittelt wird.
Fehleinschätzungen sind nur zu menschlich.