Dienstag, 28. Januar 2014

Warum läuft das regenerative Energieprojekt nocht nicht ?

NEWS:
Mittwoch, den 29.01.14 - ein leichter ML0,9 Seufzer um 13.26 Uhr aus 11 km Tiefe unter dem Inselmassiv. Morgen wird starke Meeresbrandung erwartet - die Seismografen werden darauf mit Ausschlägen reagieren.


Mit dem alternativen Energieprojekt "Gorona" von El Hierro hatte ich mich schon mehrfach beschäftigt. Seit Herbst 2013 sind die Baumaßnahmen abgeschlossen und es könnte nun eigentlich in den Probebetrieb gehen. In der Tat steht es aber still (siehe Leserbrief von gestern). Nach den ursprünglichen Planungen sollte es bereits seit 2011 "grünen Strom" produzieren. Ich hatte in den vergangenen Jahren mehrmals die Gelegenheit vor Ort, mich etwas tiefer mit der Technik zu beschäftigen und auch Einblick in den Baufortschritt zu werfen ( siehe Natur und regenerative Energie und die Folgebeiträge).

Auch ein längeres Gespräch mit dem Kopf und "Vater" dieses Projektes, dem damaligen Vizepräsidenten von El Hierro - Javier Morales - der als Visionär und Initiator diese Idee auf El Hierro erst möglich machte, überzeugte auch mich von der einmaligen Chance, zu 100% die Insel mit sauberer Energie zu versorgen (...der Visionär).
Die Technik selbst ist nicht neu - aber die Koppelung von Wind- und Wasserkraft soll und das ist bisher einmalig, eine ganze Insel mit Strom versorgen.

.. und warum läuft nun die Anlage noch nicht ?

Es sind die Wirren und nur schwer zu durchschauenden Interessenlagen des politischen Alltags.

Der frühere Sozialist und Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero ermöglichte private Investitionen in die Strom- und Energieversorgung. Großzügige Subventionen sollten langfristig planbar einen Anreiz schaffen in Wind-, Wasser- oder Sonnenenergie zu investieren. Das wurde auch vieler Orts - auch auf El Hierro - gemacht. Beim Gerona-Projekt waren es wohl kaum private Anleger, sondern meist Finanzmittel von öffentlichen Töpfen aus Brüssel und Madrid. Hohe Subventionen für jedes eingespeiste KW/h waren der Köder.

Mit dem Regierungswechsel zu einer konservativen Regierung (PP) im Dezember 2011 änderten sich aber diese Prioritäten.

Erst wurde die Förderung auf 25 Jahre begrenzt, dann wurden die subventionierten Kilowattstunden beschränkt und zusätzlich im letzten Jahr noch eine Ökosteuer auf den eingespeisten Strom erhoben.
Sicher war die gutgemeinte Subvention für alternative Energie zu hoch und auf Dauer auch zu kostspielig.

Ein fast bankrottes Land wie Spanien konnte das nicht weiter verkraften. Bezahlt hat diese Kosten im Endeffekt sowieso der Endverbraucher über seine Stromrechnung. Der Strompreis stieg auf den Kanaren in den letzten 5 Jahren um über 60% an.

Durch das Gorona Projekt auf El Hierro und den selbsterzeugten Strom hätte sich für die Insel selbst nichts am Strompreis von heute rund 0,14 € pro KW/h geändert. Der Strompreis wird zentral aus Madrid, unabhängig wie viel Ökostrom vor Ort selbst eingespeist wird, festgelegt.
Es bleibt aber das schöne Gefühl, selbsterzeugten sauberen Strom zu verbrauchen.

Anders sieht es aber für den Eigner der Anlage, das Cabildo von El Hierro aus. Die Insel ist für die Wartung und Instandhaltung ihrer Anlage selbst verantwortlich. Über die Einspeisevergütung soll der Unterhalt finanziert werden. Bleibt davon noch etwas übrig, könnte das über eine Senkung des Wasserpreises zum Beispiel auch an die Anwohner weiter gegeben werden. So könnten dann Alle von dem Projekt doch noch profitieren.
So auch der Gedanke und Wunsch von Alpidio Armas, dem Inselpräsidenten.

Wäre da nicht schon wieder Minister Soria aus Madrid (Konservative Partei). Er entscheidet wie das alternative Energieprojekt von El Hierro in das nationale Tarifsystem für Energieerzeuger eingestuft wird. Hier gibt es gute und schlechte Varianten und letztendlich entscheidend wie der Gewinn oder auch Verlust ausfällt. Auch hegt der Minister Gedanken die komplette alternative Stromerzeugung in eine Hand unter Madrider Kontrolle zu stellen. Das käme dann fast einer Enteignung gleich.

... und dieser Prozess läuft. Javier Morales der Initiator wurde Senator im Gesamtkanarischen Parlament (er hatte nicht das richtige Parteibuch) und die jetzige Inselregierung von El Hierro unter dem Sozialisten Alpidio Armas nicht den richtigen Draht ins konservative Madrid.

So möchte ich kurz und hoffentlich verständlich die derzeitige Situation darstellen.
Bleibt also abzuwarten - vielleicht den Kopf zu schütteln und sich zu ärgern - über das Unvermögen und dieses politische Geplänkel.
Schade für die Umwelt und Schade für El Hierro.

Fast schon berechenbarer geht es mit den vulkanischen Aktivitäten unter El Hierro zu. Auch wenn die Natur unsere mathematischen Regeln nicht einhält oder besser wir die natürlichen Abläufe noch nicht ganz kapiert haben, bleibt die Bodenverformung im Südteil der Insel bestehen. Links die GPS- Referenzpunkte HI 08/09/10) von El Pinar und La Restinga. Auch wenn es tägliche Schwankungen gibt, haben wir im Durschnitt seit Mitte Dezember 2013 eine vertikale Verwerfung von 60 mm (von -20 auf +40). Der Innendruck bleibt also vorhanden und kann sich nicht abbauen. Seit 27.12.13 bis heute sind weitere Beben fast ganz ausgeblieben.
Nur Stillstand - aber keine Entwarnung.

Montag, 27. Januar 2014

Was macht die Kanaren so interessant ?

NEWS:


Nachdem wir nun das Unwetter mit starken Sturmböen und hoher Meeresbrandung überlebt haben - auf La Palma gab es Schäden in der Landwirtschaft, auf El Hierro waren Straßen wegen Steinschlag und umgestürzter Bäume gesperrt - ist heute an der Wetterfront wieder alles Normal.
Bei leicht bewölktem Himmel liegen die Temperaturen auf allen Inseln bei 20°C (siehe Eltiempo Karte oben).
Natürlich gibt es regionale Temperaturunterschiede. Hat es auf Meereshöhe 20°C, so ist es im Moment auf dem Roque de los Muchachos (2426 m Höhe La Palma) nur +6,2°C. Im Nordosten der Inseln unter den Passatwolken ist es um einige Grad kühler als in den fast wolkenlosen Südwestteilen wie z. B. dem Golfotal.

Wetterunbilden in den Wintermonaten (Dezember - Februar) mit Starkregen, Sturm und hohem Seegang sind hier Alltag. Die Inseln sind als Fels mitten im Atlantik doch wesentlich mehr der Natur und damit auch den Naturgewalten ausgesetzt, als in meiner alten Heimatstadt Würzburg mitten auf dem europäischen Festland.

Sorgt nicht gerade das Wetter für Aufregung, haben wir ja immer noch unseren Hotspot mit seinen Vulkanen. Der verhält sich aber im Moment ruhig. Es gab kein weiteres Beben auf El Hierro.

Es ist die Nähe zur Natur, die das Leben auf den Kanaren interessant und spannend macht. Das "Grün" der Landschaft, bizarre Bergflanken und auch Sonne, Strand und Meer - ein Mix von allem, das ich nicht mehr missen möchte.
Etwas Schwarzwald, die Alpen, die Nordseeküste ...und alles auf engstem Raum - und doch ist jede Insel verschieden.

Wie ein Urlauber El Hierro empfindet gibt diese Mail (leicht gekürzt) wieder:

"Ich sitze zur Zeit unterhalb von El Pinar auf der Terrasse unser angemieteten Finca und genieße die Sonne.
Wir machen hier 3 Wochen Urlaub. Die Hälfte des Urlaubs ist herum. Vor 2 Jahren wollten wir schon einmal hierher, um meinen 70. Geburtstag in der Sonne zu feiern, haben dann aber nach Teneriffa umgebucht. Diesmal habe wir uns durch die Beben nicht nervös machen lassen. Seit unserer Ankunft haben wir kein Beben, kein Vibrieren und keine Gerüche wahrgenommen. Ich hoffe, es bleibt so.
Vor einigen Wochen hat mich ein Artikel Ihres Blogs El Hierro zu der Spontanbuchung hierher inspiriert. Sie berichteten damals über die schönen und sonnigen Seiten von La Palma und El Hierro. Ich bekam sofort Fernweh.
Nun versuche ich meinen Urlaub zu genießen, soweit man dies bei dem meist bedeckten Himmel und Sturm kann.
Ich bin entsetzt und sprachlos über das Windkraftprojekt..
Wenn ich Geld hätte und Spanisch könnte, würde ich versuchen, dafür sorgen, dass das in der Welt einmalige Projekt hier auf der kleinsten Insel der Kanaren auf El Hierro auch zu Ende geführt wird.
Das haben die Menschen auf El Hierro nicht verdient, dass der Strom, der durch Windkraft erzeugt werden könnte, nicht in das Stromnetz eingespeist wird, sondern dass ein Dieselkraftwerk eines Stromkonzernes die Umwelt verpestet.
Ich habe die fertigen Windkrafträder gesehen, die trotz des Windes still stehen, dazu das fertige Staubecken, dass mit Wasser gefüllt ist und im Falle eines Windstillstandes die Turbinen antreiben soll. Wenn sehr viel Wind herrscht, so soll der überflüssige Strom dazu genutzt werden, den Wasserstand wieder aufzufüllen. Ein geniales Prinzip, dass nur einen Haken hat, wenn das Kraftwerk mal defekt ist, wer soll dann den Strom liefern? Dafür soll dann der bisherige Stromlieferer mit seinem Dieselkraftwerk herhalten. Leider hat dieser Stromkonzern wohl auch das Geld und die Macht dafür zu sorgen, dass sich der Strompreis für die Menschen hier nicht ändert, wenn der saubere Strom mal zur Verfügung steht. Außerdem hat der Stromkonzern auch kein Interesse daran, dass Projekt weiter voranzutreiben, da er wohl mit dem jetzigen Zustand mehr Gewinn erwirtschaften kann.
Sicher liegen die Verhältnisse etwas anders und komplizierter, aber ich denke auf einen kurzen Nenner gebracht, werden meine Gedanken wohl stimmen?
Wissen Sie, wie es mit dem Projekt weitergehen soll. In Ihrem Buch schrieben Sie, dass Sie eine Einsatzfähigkeit im Jahr 2015 erwarten? ich fürchte, diese Prognose stimmt nicht mehr?
Ich finde, hier müssten dringend mal die in der Verantwortung stehenden Personen wachgerüttelt werden.  
Auf der Insel sollen mal nur Elektroautos fahren, 3 - 4 Elektro-Tankstellen soll es schon geben. Eine davon steht auf dem Mirador de Pena, einem wunderschönen Aussichtspunkt mit Restaurant, dass der berühmte Architekt Manrique erschaffen hat.
Ich finde, die Menschen haben es hier verdient, dass das Projekt schnellstens zum Abschluss gebracht wird.
Soweit ich es erkennen kann, sind jetzt wesentlich weniger Urlauber auf der Insel, als vor dem Vulkanausbruch. Meist sind wir beim Essen die einzigen Urlauber in den Restaurants, das war vor 6 Jahren, als wir das erste Mal die Insel besuchten, anders. El Hierro braucht dringend wieder mehr Urlauber. Ich kann mir vorstellen, dass ein Bericht im Hamburger Abendblatt und ähnlichen großen Tageszeitungen in der Wochenendausgabe über die Vorzüge und Schönheiten dieser Insel viele Leser neugierig machen kann, so dass einige sicher einen Urlaub auf dieser Insel buchen werden.
Zu wünschen wäre es den Herrenos, dass die Insel wieder mehr Besucher bekommt, zumal Sie mit besonderen Eigenarten aufweisen kann:
Ich bin begeistert, wie schön sauber es hier auf der Insel ist. Überall stehen Abfallbehälter zum Trennen des Mülls. Auf der Insel wird nicht mit dem Auto gerast, sondern sittsam gefahren, auch zum Nutzen der Natur, um nicht noch mehr die Umwelt zu verschmutzen.
Es gibt sehr gut ausgeschilderte Wanderwege, sehr freundliche und hilfsbereite Menschen. Hier wird nachhaltiger Umweltschutz betrieben oder zu mindestens angestrebt.
Man hat hier auf der Insel an zahlreichen Standorten WiFi-Free-Stationen aufgestellt, mit denen man sich kostenfrei ins Internet einloggen kann. Dieser Service ist der einzige Service einer Insel auf der ganzen Welt.
Die Insel hat es bisher auch geschafft, sich die Insel von Bauruinen der Hotelketten frei zu halten.
Die Fischer waren sich einig, dass man der Überfischung Einhalt gebieten muss. Man hat im Süden der Insel Zonen eingerichtet, in denen nicht gefischt werden darf, damit der Fischbestand geschont wird. Auch haben sich die Fischer an die vorgegebenen Fischfangmengen gehalten, so dass sich ein gewisser Fischreichtum ergeben hat, sehr zur Freude auch der Taucher.
Dieses Tauchgebiet gilt als eins der besten der Welt. Schon das Schnorcheln in den Meeresbade-stellen ist ein Erlebnis.
Einen Komplex von einer großen Hotelanlage hat man hier verhindert. Auch eine Abschussrampe für Raketenstarts hat man vor Jahren durch den Aufstand der gesamten Inselbevölkerung verhindern können.
Die Inselbewohner könnten es hier gut haben, wären sie nicht auf die Hilfe von außen angewiesen. Sie können sich nicht selbst versorgen, sondern sind auf die Warenlieferungen mittels einer Fähre von der Insel Teneriffa angewiesen."

Danke für diese Lesermeinung. Da es heute den Rahmen sprengen würde, gehe ich Morgen auf einige Punkte näher ein.

Samstag, 25. Januar 2014

Die Naturgewalten haben wir nicht im Griff

NEWS:
11.04 Uhr - Beben von ML2,0 aus 11 km Tiefe unter dem Inselmassiv bei El Pinar

Die starken Brandungswellen des Atlantik hinterlassen auch heute Morgen ihre Spuren auf den Aufzeichnungen der Seismografen (IGN Grafik). Schäden durch den hohen Seegang oder den böigen Wind wurden mir bisher aus El Hierro nicht bekannt.
Gestern hatten wir noch ein schwaches ML1,8 Beben im südlichen Golfobecken aus 8 km Tiefe.

Wesentlich heftiger hat das Unwetter auf La Palma zugeschlagen. Nicht nur die Kreuzfahrtschiffe wurden umgeleitet. sondern vor allem auf der Westseite in den Ayuntamientos Los Llanos de Aridane und Tazacorte gab es erhebliche Schäden (Foto: Guadelupe Tano). Alles weitere dazu aber auf La Palma Info.

Es ist nicht nur der starke Wellengang, sondern die gleichzeitigen Winde, die sich auf den Inseln regional begrenzt zu Stürmen oder Sturmböen entfalten können.
Durch die hohen Berge wird auf der dem Wind zu gewandten Seite die Luft komprimiert. Erreicht diese zusammen gepresste Luftschicht den Bergkamm kann sie sich entspannen und ungebremst auf der anderen Bergseite hinab schießen. Durch die tiefen Barrancos (Schluchten) wirken die Windwege wie ein Luftkanal. In wenigen Sekunden wird die Windgeschwindigkeit von 40 km/h auf 120km/h oder wie gestern, sogar auf 150 km/h beschleunigt. Hat man nun das Pech gerade am Ausgang so eines Barrancos zu wohnen, bekommt man die volle Kraft und die Macht der Natur zu spüren.

Donnerstag, 23. Januar 2014

Vulkan - Das Ohr im Atlantik

NEWS:
Freitag, 24.01.2014 - um 8.31 Uhr ein ML1.8 Beben im Golfobecken aus 8 km Tiefe. Der hohe Seegang lässt die Seismografen im Moment stark ausschlagen (kein Tremor). Auch die Kreuzfahrtschiffe konnten heute auf La Palma nicht Einlaufen und mussten wieder auf die hohe See Abdrehen (alles dazu auf www.Kanarenkreuzfahrt.net ).


Nachdem ich schon mehrfach über die akustische Aufzeichnung von Vulkaneruptionen und Erdbeben berichtet habe - heute zu einer weiteren Methode.
In Südfrankreich versuchen Wissenschaftler um den Seismologen Guust Nolet Geräusche von Erdbeben am Meeresboden einzufangen. Dazu haben sie eine Hightech-Sonde (Fotos: Euronews) entwickelt, die alle Unterwassergeräusche aufzeichnet und spezifische von Erdbeben erzeugte Töne heraus filtern kann. Das Hydrophon ist Antriebslos und treibt mit der Meeresströmung. Über Funk, eine eingebaute Zeitschaltuhr und eines Druckwandlers, kann es dann auf die gewünschte Meerestiefe absinken und schwebt mit der tieferen Meeresströmung davon. Sobald es ein relevantes Erdbeben erfasst, taucht die Sonde automatisch an die Meeresoberfläche auf, um per Funk die entsprechenden Daten über Satellit an die Heimatstation zu senden.

Die größte Herausforderung bestand darin, die Erdbebengeräusche aus den vielen Unterwassergeräuschen herauszufiltern. Das ist die eigentliche neue Technik. Das Hydrophon lässt sich nicht nur zur Bebenerforschung, sondern nach entsprechender Programmierung zur Walbeobachtung oder dem Aufspüren einer Black-Box nach einem Flugzeugabsturz einsetzen.
Wer sich etwas tiefer damit befassen möchte, geht auf die Seite von Futuris. Hier ist auch ein Video von der Erprobungsphase eingestellt.
Dies ist auch wieder nur ein kleiner Schritt unsere Natur besser zu verstehen, zu beobachten und an Daten und Aufzeichnungen von Beben zu kommen.

Eine Erdbebenvorhersage ist natürlich noch um einiges Schwieriger, als die Vorhersage einer Vulkaneruption.
Beides ist heute, zumindest vom Eintrittszeitpunkt noch nicht möglich - und lässt nur ungefähre und vage Einschätzungen zu.
Um Leben zu retten ist es aber notwendig, den Eintritt des Ereignisses wenigstens auf einige Tage  einzugrenzen - und zwar vor Eintritt des Schadfalles.
Viele kleine Mosaiksteinchen ergeben aber irgendwann auch ein Gesamtbild. Daran wird weltweit gearbeitet.
Die Natur werden wir dadurch jedoch nicht beeinflussen können. Wir können uns aber die notwendige Zeit für eine Evakuierung und Rettung verschaffen - und das sollte uns die Sache auch Wert sein.

Bisher wurde - und das ist mein Eindruck - die Vulkanologie nur halbherzig bedient.
Was wissen wir den schon von den Vorgängen unter unseren Füßen im Vergleich zu den Erkenntnissen aus dem fernen Weltall?
Die Geologie und besonders der Fachbereich Vulkanologie wurden mehr als "Stiefkind", als ein zweitrangiger Wissenschaftssektor angesehen und auch mit geringeren finanziellen Mitteln ausgestattet. Irgendwie geniest sie keine vorrangige Priorität.

Dabei leben wir doch gerade heute und jetzt auf diesem Planeten. Das Hemd und die Hose sollte uns doch etwas näher sein, als ein erdähnlicher Planet in einer fernen Galaxie.
Darüber sollten wir einmal Nachdenken.

Wenn in den nächsten Stunden wieder ein "Tremor" auf den El Hierro Seismografen auftaucht, liegt es am Wetter. Ein kräftiges Wolkenband (siehe Eumetsat) bewegt sich von Norden auf die Kanaren zu. Mit bis zu 80 km/h starken Böen und hohem Brandungsgang an den Küsten, versetzt es das Inselmassiv wieder in Schwingungen. In (der,die,das) Intervallen erleben wir alle Jahre wieder in den Wintermonaten 3 bis 4 Mal diese Wetterlage. Bebentechnisch bleibt es aber unter El Hierro weiter ruhig.

Dienstag, 21. Januar 2014

Vulkan - der Intervall der Beben

NEWS:


Pünktlich zum Jahresende hat Eldiscreto noch einmal gezeigt was in ihm steckt. Ein Bebenschub mit bis zu 174 Beben am 23.12.13 - siehe links IGN Histogramm der letzten 90 Tage - um dann wieder in Lethargie zu verfallen. Bereits auf der absteigenden roten Linie noch den bisher stärksten ML5,1 Erdstoß am 27.12.13 zum Abschied. Das war es dann, bis heute. Im Januar 2014 nur noch ein paar leichte Zuckungen.

Sollte es das gewesen sein - ich denke wir sind noch nicht am Ende. Ein Blick auf die Bebenstatistik über den Gesamtablauf der vulkanischen Aktivität unter El Hierro zeigt die regelmäßigen Intervalle. Ganz links die Eruption 2011 und dann bis Ende 2013 vier weitere Aktivitätsphasen. Die Anzahl der Beben ging wohl insgesamt zurück, aber die Heftigkeit der einzelnen Beben (März 2013 ML4,9 - Dezember 2013 ML5,1) hat zugenommen. Wir dürften uns jetzt wieder in einer der trügerischen Regenerationsphasen befinden.

Erdbeben in Neuseeland:
Tonnenschwerer Hobbit-Adler stürzt in Flughafenhalle
- und was denken Sie jetzt bei dieser Schlagzeile?

Wahrscheinlich das gleiche wie ich - Tonnenschwerer Adler ???  - noch ein aufgetauchtes Relikt aus der Vorzeit? - oder ein Flugzeug?
Die Aufklärung verschafft ein Blick in die Süddeutsche.de