Mittwoch, 11. Dezember 2013

Blitz und Donner und Unheil von oben

NEWS:


Der Blick auf die seismischen Kurven (oben) vermittelte gestern lebhafte Aktivitäten. Unter der Insel gab jedoch keine bemerkenswerten Ereignisse. Heute um 6.32 Uhr nur ein ML1,8 Beben aus 15 km Tiefe im Südteil. Wesentlich wilder geht es jedoch im Moment über und um die Insel zu. Eine Unwetterfront aus Westen, hat in der vergangenen Nacht mit Blitz und Donner, kräftigem Niederschlag und Sturm die Westinseln erreicht. Bereits zwei Todesopfer auf Teneriffa und Gran Canaria sind zu verzeichnen. Stromausfälle, Erdrutsche, Steinschlag und überschwemmte Häuser - die ganze Palette der Folgen hat das Sturmtief hinterlassen. Die Warnstufe "ROT" wurde inzwischen wieder herab gesetzt.

Auch die Seismografen zeichnen natürlich diese starke Brandung als "Tremor" auf. Atmosphärische Störungen durch Blitz und andere Einflüsse unterbrechen oder verfälschen die per Satellit übertragenen Daten.
Da ich mitten im Unwetter sitze, habe ich die Geschehnisse unter Lapalma.Info und was die Kreuzfahrtschiffe betrifft auf www.Kanarenkreuzfahrt.net beschrieben.

Sonntag, 8. Dezember 2013

Ob Eldiscreto oder Xaver - Naturgewalt kennt keine Grenzen

NEWS:

Am Freitag 15 Erdstöße, gestern 13 und heute bereits 2 Beben. Um 2.33 Uhr in der vergangenen Nacht ein ML2,0 Beben aus 12 km Tiefe. Auf der IGN Karte (links) sind die Beben der vergangenen 15 Tage gekennzeichnet. Das Zentrum bleibt dabei weiter im Bereich um den alten Tanganasoga- Kegel, mit leichter Tendenz Richtung Süden. Im Grunde genau auf der Linie zum Eldiscreto Eruptionspunkt. Die Ausgangstiefe der Beben (unterer Kartenteil) hat sich bei 10 km Tiefe festgefressen und schafft es einfach nicht, darüber liegende Gesteinsschichten aufzuschmelzen.

Das Rumoren findet auch nach über 2 Jahren kein Ende. Es sind keine dramatischen Beben, aber der Untergrund unter der Insel bleibt in Bewegung. Der vulkanische Prozess ist im Gange und wird über kurz oder lang wieder zu kräftigeren Aktivitäten führen.  In der geologischen Zeitrechnung sind 2 Jahre nur Bruchteile einer Sekunde.

Auf der Nachbarinsel Lanzarote hatte im 18. Jahrhundert diese Aktivität ganze 6 Jahre an gedauert. Von 1730 - 1736 dauerten die Beben an und führten schließlich zur Eruption. Es sind die Feuerberge (Montañas del Fuego) im heutigen Timanfaya-Nationalpark. Große Teile des fruchtbarsten Ackerlandes und mehrere Dörfer und Gehöfte mit 420 Häusern wurden dabei von den Lavamassen begraben.

Sturmtief Xaver und die Kanaren


Auf den ersten Blick hat das Unwetter über Norddeutschland und die Kanarischen Inseln nichts oder mindestens nicht viel miteinander zu tun.
Wäre da nicht Xaver Mayer aus dem deutschen Memmingen, der zur Zeit auf den Kanaren seinen Urlaub verbringt.
Nach ihm wurde dieser Orkan bzw. das Sturmtief benannt.
Seit 2002 verkauft das Institut für Meteorologie der Freien Universität Berlin Namenspartnerschaften für Hoch- und Tiefdruckgebiete über Deutschland um sich zu finanzieren.
Für 199,00 € hat nun Xaver Mayer die Patenschaft und das Namensrecht für das 128. Tiefdruckgebiet im Jahre 2013 erworben.
Dass sein Patenkind "Xaver" soviel Probleme und Zerstörung verursacht, war nicht vorhersehbar.
Gedacht war eigentlich mehr an eine Vermarktung des Tiefdruckgebiet für den Onlineshop "Stormsmoker.de". ( laut diePresse.com)

Auch wenn wir über 3600 Kilometer von Frankfurt entfernt und geographisch in Afrika liegen, gibt es doch viele Zufälle und Gemeinsamkeiten.

Freitag, 6. Dezember 2013

Vulkan ... und die Messboje sendet Daten

NEWS:

Die Messergebnisse der vor La Restinga eingesetzten Boje zeigen überraschende Werte. Es ist nicht der CO² oder Schwefeldioxidwert, sondern der Salzgehalt (grün) des Meerwasser der Anfang Dezember plötzlich rapide abfällt.

Dazu gibt es aber eine einfache logische Erklärung. Auch auf El Hierro hat es am 2./3. Dezember geregnet - und zwar sehr viel. Bis zu 200 l/m² haben das Oberflächenwasser derart verdünnt - und damit auch den Salzanteil im Bereich der Sensoren. Die Salzkonzentration fiel steil ab und ließ die Kurve stürzen. Inzwischen hat sich der Salzanteil wieder stabilisiert.

Die blaue Linie zeigt die derzeitige Wassertemperatur von rund 22°C. Also noch warm genug für ein Bad im Atlantik.
Auch die anderen Werte liegen im Normalbereich. Die Messboje von Vulcano funktioniert also und schickt ihre aktuellen Werte ins Netz.

Die AIDAstella (weiteres dazu hier) heute Morgen kurz vor Sonnenaufgang gegen 7.45 Uhr im Hafen von Santa Cruz de La Palma. Fast wolkenloser Himmel und strahlender Sonnenschein bis jetzt um 17.00 Uhr.
Was hat nun AIDA mit El Hierro zu tun?

Für heute wurde für die Westinseln El Hierro, La Gomera und La Palma vom staatlichen Wetterdienst AEmet Starkregen ähnlich wie zu Beginn der Woche angekündigt (ich hatte gestern berichtet). Die Wetter-Warnstufe wurde auf "Gelb" angehoben.
Das Wolkenband liegt inzwischen aber schon über der Küste von Westafrika und hat keinen Tropfen hier abgeregnet.

Gut für die AIDA Gäste und gut auch für unsere wasserempfindliche Technik. Also keine weiteren Stromausfälle oder eine Unterbrechung ins Internet.
Auch unsere Meteorologen kochen nur mit Wasser und liegen ab und zu völlig daneben. Die Natur hat ihre eigenen Regeln, die der Mensch auch in der Meteorologie noch nicht ganz deuten oder berechnen kann.


Auch heute bereits 12 leichte Beben unter El Hierro (links IGN Histogramm).  Die Beben erreichten die Stärke ML1,7 und kamen aus 12 bis 13 km Tiefe. Die Oberflächenverformung der Insel bleibt konstant im üblichen Bereich. Nur die GPS Station HI03 bei Pozo Salud im westlichen Golfotal melden einen leichten Rückgang von einigen Millimetern.
Das Epizentrum liegt weiter unter dem Inselmassiv um den Berg Tanganasoga/Malpaso. Auch hier keine große Veränderung.


Donnerstag, 5. Dezember 2013

Die Tücken der Technik - "Abgesoffen"

NEWS:

In den vergangenen Tagen war es mir leider aus technischen Gründen nicht möglich auf die vulkanischen Aktivitäten unter El Hierro einzugehen.
Meine (und nicht nur meine) Internetverbindung war im wahrsten Sinne des Wortes "Abgesoffen" Ich hatte keine Verbindung ins Netz.
Nach den starken Regenfällen vom vergangenen Sonntag und Montag von 140 Liter pro m² (Ostseite La Palma) fiel nicht nur zeitweise der Strom, sondern auch das Internet bis heute aus.
Jetzt hat es die Telefonica aber endlich geschafft, die Leitung wieder "Trocken" zu legen.

Nach der jüngsten Satellitenaufnahme von 17.00 Uhr heute von Eumetsat (links) ist allerdings das nächste Starkregengebiet bereits auf dem Atlantik in Lauerstellung und soll uns am morgen am Freitag erreichen. Auch nach den Prognosen der AEmet (unten) liegt die Regenwahrscheinlichkeit bei 100 %. Die Warnstufe wurde auf "Gelb" angehoben. Lieber Regen als wie Sturm oder Orkan.


Davon sind wir bisher in diesem Jahr zum Glück verschont geblieben. Noch allzu tief stecken die bitteren Erinnerungen an den Hurrikan mit Windspitzen von über 200 km/h vor 8 Jahren in den Knochen. Es ist auch eine Naturgewalt gegen die der Mensch relativ machtlos bleibt. Norddeutschland erlebt ja im Moment etwas ähnliches. Hoffen wir nur, dass keine Menschen zu Schaden kommen.

Die andere Naturgewalt der Vulkan unter El Hierro verhält sich unverändert. Eine Reihe von Beben in den letzten Tagen. Am 1.12. ein ML2,3 Beben aus 12 km Tiefe am Tanganasoga (rosa) und gestern auch wieder einmal ein ML2,2 Erdstoß vor dem Westzipfel (blau) aus 11 km Tiefe. Die anderen Werte habe ich noch nicht analysiert - werde das aber in Kürze nachholen.

Freitag, 29. November 2013

Vulkane "Erleben und Spüren"

NEWS:
Der Ausbruch des Ätna auf Sizilien im Jahre 2002. Diese Aufnahme der NASA wurde von der Internationalen Raumstation (ISS) geschossen. Es sind insgesamt vier Krater, die sich am Mongibello (3323 m) geöffnet haben. Ein imposanter Anblick aus sicherer Entfernung.

Es ist ja ein berauschendes Gefühl die Natur hautnah zu erleben. Steile Felswände, blühende Sträucher oder den am Himmel kreisenden Adler zu beobachten. Gerade Vulkaneruptionen sind ein besonders faszinierendes und seltenes Naturschauspiel. Bei Naturgewalten ist es allerdings angeraten, alles aus sicherem Abstand zu verfolgen. Zu gefährlich sind plötzliche Aufwallungen und eine verstärkte Eruption. Vermehrter Lavaauswurf, eine sich vergrößernde oder durch Wind in eine andere Richtung abdriftende Gaswolke, durch Begleitbeben ausgelöster Steinschlag und noch weitere nicht absehbare Gefahrenpunkte.
Dies wurde bei der jüngsten Eruption am 23.11.2013 des Ätna offenbar von einigen Zeitgenossen nicht oder zumindest nicht richtig einkalkuliert. Tony Motta hat seine Erlebnisse und die Folgen auf  Video gebannt.




Nicht nur das Besteigen von Vulkankratern mit Sandalen (mein Bericht v. 26.11.13), sondern auch das Befahren von gesperrten Straßen und Wegen in Vulkannähe, können bedrohliche Situationen herauf beschwören. 

Gerade dazu ruhig geht es unter El Hierro im Moment zu. Auch wenn wir heute bereits 8 schwache Beben bis ML1,4 hatten. Das Zentrum liegt weiter unter dem Tanganasoga in 9 bis 12 km Tiefe.