Mittwoch, 25. September 2013

Neue Insel entstanden ?

NEWS:

Auch das ist möglich.
Bei dem schweren Erdbeben von ML7,7 gestern um 11.29 Uhr (GMT Zeit) im Südwesten von Pakistan, soll vor der Küste eine neue Insel entstanden sein.
Wie die pakistanische Express News (Foto) berichtet, hat sich ca. 1,5 km vor der Küste von Gawadar eine Insel aus dem Meer erhoben. Die Höhe der neuen Insel wird mit 20 - 40 Meter angegeben. Sie soll wie auf dem Foto auch zu sehen, stark zerklüftet sein. Es war in diesem Gebiet laut Express News nicht der erste Vorgang dieser Art. Bereits 1945 soll nach einem Beben, Landmasse aus dem Meer aufgetaucht sein.

Das Beben ereignete sich um 16.29 Uhr Lokalzeit (11.29 GMT) rund 100 Kilometer (60 Meilen) südwestlich von der Stadt Khuzdar in der Provinz Belutschistan (Karte USGS) in einer Tiefe von 22,9 Kilometer.

Wie das United States Geological Survey (USGS) mitteilte, dauerte der Erdstoß rund 8 Sekunden an.

Auch auf dem Seismografen CHIE auf El Hierro wurde dieses Beben mit 10 Minuten Zeit- Verzögerung aufgezeichnet. Die Nachschwingungen dauerten hier über mehrere Minuten an (links IGN Grafik).


Über die Opferzahlen gibt es noch unterschiedliche Angaben. Die Zahlen schwanken zwischen 49 und 210 Toten.
Das betroffene Gebiet ist schwach besiedelt. 90 % der Dörfer/Gemeinden wurden lt. der engl. Herald Tribune zerstört (Danke für die Leser- Hinweise).

Nicht nur durch Vulkaneruptionen oder Meeresabsenkungen können neue Inseln entstehen. Auch durch Erdbeben können flach unter dem Meeresspiegel liegende Landmassen oder Berge wie ein Phönix plötzlich über die Wasseroberfläche katapultiert werden.
Spannungen die sich über lange Zeit beständig aufgebaut haben und plötzlich lösen, können Verwerfungen von mehreren Dutzend Metern verursachen und je nach Lage - auch Tsunamis - auslösen. Beispiele dafür gibt es genug.

Unter El Hierro war es in den letzten 24 Stunden im Vergleich dazu ruhig. Es gab gestern 10 schwache Erdstöße bis ML1,6 aus 11 bis 14 km Tiefe. Die Lage unter dem Inselmassiv bleibt unverändert.
Für La Palma wurde kein weiteres Beben registriert.

 


Sonntag, 22. September 2013

Vulkan - ML3,0 Beben bei La Palma

NEWS:
Dienstag, 24.09.13 - 13.51 Uhr


Ein starkes ML7,6 Beben im Süden von Pakistan aus 42 km Tiefe um 11.29 Uhr hat heute mit 10 Minuten Verspätung - um 11.39 Uhr - auch alle Seismografen der Kanaren (wie oben La Palma) ausschlagen lassen.
Unter El Hierro gab es heute bereits 7 relativ schwache Erdstöße bis ML1,6 aus 11 bis 12 km Tiefe.
Als Nachtrag zum La Palma Beben vom Sonntag: Die IGN hat das Beben auf ML3,3 hoch gestuft.


Nicht El Hierro, sondern bei der Nachbarinsel La Palma ereignete sich um 11.33 Uhr (Ortszeit 12.33 Uhr) ein ML3,0 Beben (siehe Seismogramm links). Das Beben kam aus 27 Kilometer Tiefe. Nicht ungewöhnlich - aber innerhalb der letzten Stunden nun an fast gleicher Stelle bereits der 3. Erdstoß. Gestern ein Beben von ML2,5 aus nur 6 km Tiefe, heute Morgen um 10.22 Uhr ein ML1,9 Beben aus 10 km Tiefe und jetzt das ML3,0 Beben.
Das Zentrum liegt ca. 20 km vor der Nordostküste bei Barlovento. Der Erdstoß wurde auf der Insel nicht wahrgenommen. Zumindest nicht in meinem näheren Umfeld. Allerdings lebe ich einige Kilometer südlich bei Santa Cruz (A-Markierung auf der Google Karte). Erdbeben sind wir ja auch hier gewohnt, allerdings nicht in der Häufigkeit wie auf El Hierro. In den vergangenen 17 Jahren habe ich vielleicht 5 Beben hier bewusst wahrgenommen (darunter auch den ML4,9 Erdstoß vom März 2013 auf El Hierro).
Es bleibt jetzt einmal abzuwarten, ob hier noch Weiteres folgt.

Auf El Hierro wurden gestern 17 Beben registriert - heute bisher 4 schwache Erdstöße.

Samstag, 21. September 2013

Vulkan - Magma wandert nach Süden

NEWS:
18.35 Uhr - um 9.39 Uhr heute ein ML2,5 Beben ca. 20 km nordöstlich von La Palma in nur 6 km Tiefe.


Die aktuelle Bebenphase dauert weiter an. Heute Morgen bereits 9 Erdstöße, davon 4 Beben mit mehr als ML2,0. Um 3.34 Uhr der bisher stärkste Erdstoß mit ML2,3.
Das Zentrum bleibt wie aus der IGN Grafik (links) zu erkennen, unter dem Inselmassiv um den Tanganasoga. Die Beben haben sich in den letzten Stunden etwas nach Süden (rot) verlagert. Es dürfte auf eine Verschiebung der Magmamasse hindeuten. Die Ausgangstiefe der letzten Beben liegt bei 9 bis 11,3 km und damit fast unverändert.






Auch einen Seitenblick auf den Hurrikan "Humberto" wollen wir nicht vergessen. Er lag noch Ende letzter Woche ca. 1250 km südwestlich von El Hierro im Atlantik. Auf der jüngsten Cyclone Warnkarte der NOAA (National Hurricane Center der USA) taucht er inzwischen nicht mehr auf. Er hat sich aufgelöst oder soweit abgeschwächt, dass er keine Gefahr für die Kanarischen Inseln mehr darstellt .. und das ist gut so ! Zu tief stecken noch die Erinnerungen an den Hurrikan von 2005.

Donnerstag, 19. September 2013

Vulkan - es wird lebhafter

NEWS:



Heute einmal die vergrößerte Avcan- Karte (oben) mit den seismischen Zentren der vergangenen Nacht. Die Ausgangslage der Beben liegt unter dem Zentralmassiv der Insel, etwas nordöstlich des Tanganasoga, an der Abbruchkante zum Golfo. Heute zwischen 1.00 Uhr und 2.00 Uhr gab es dort eine Reihe neuer Erdstöße (Seismogramm links). Die stärkste Erschütterung um 1.36 Uhr mit ML2,3 aus 12 km Tiefe. Gestern insgesamt 16 Beben, heute wurden bereits 6 weitere registriert.


Es ist eine Fortsetzung der bereits seit 36 Stunden beobachteten verstärkten Aktivität. Alle Beben kommen aus einem Tiefenbereich von 9 bis 15 km - mit dem Schwerpunkt um die 10 km Tiefe.


Ein Blick auf das Beben- Histogramm seit 2011 zeigt, dass sich das jetzige Ausgangszentrum am Kopf der Magmablase (roter Pfeil) befindet. Es ist im Grunde nur eine logische Fortsetzung, die Kammer horizontal oder auch vertikal zu erweitern.

Wie es weiter geht ?
Hier müssen wir einfach die weitere Entwicklung abwarten. Es könnte der Auftakt für einen neuen Bebenschwarm werden oder wie bereits auch oft erlebt - wieder abebben.
Auf der Inseloberfläche ist davon nichts zu bemerken und alles ruhig.

Mittwoch, 18. September 2013

Vulkan - der Hotspot und seine Auswirkungen

NEWS:


In der vergangenen Nacht gab es zwischen 21.05 und 6.12 Uhr 17 Erdstöße. Wie hier links zum Beispiel die Bebenaufzeichnungen zwischen 2.00 und 3.00 Uhr heute Morgen zeigt. Die Beben erreichten eine Stärke bis ML2,1 und kamen überwiegend aus 10 bis 12 km Tiefe. Als Zentrum kristallisiert sich im Moment der Berg Tanganasoga im Inselmassiv heraus (rot). Aber auch Erdstöße im Golfoküsten- Bereich bei Sabinosa (blau) oder gestern um 9.25 Uhr ein ML2,0 Beben vor der Westküste (gelb) aus 15 km Tiefe wurden aufgezeichnet. Es waren in den letzten 24 Stunden überhaupt bebenreiche Stunden. Auch nördlich von La Palma/Teneriffa wurde um 14.22 Uhr ein ML3,3 Beben in 65 km Tiefe registriert.

Die Magma im Untergrund scheint im Augenblick in Bewegung zu sein. Ob neues Material nachströmt oder eine größere Umwälzung im Gange ist, lässt sich nicht beantworten.
Das ganze Magmasystem unter den Kanaren ist miteinander verzweigt und lässt im Domino- Effekt an verschiedenen Stellen zeitversetzt Aktivitäten beobachten.
Vergleichbar vielleicht mit einer aufsteigenden Wasserblase die sich im Kochtopf vom Boden löst und kurze Zeit später an der Wasseroberfläche in die Atmosphäre vergast. Das ML3,3 Beben ca. 150 km nördlich der Kanaren könnte gestern der Auslöser gewesen sein.

 
 
 

Neues Computer- Modell zum Hotspot


In diesem Zusammenhang ist eine neue Studie der Universitäten Maryland und Berkley (Kalifornien) interessant. Mithilfe von Messungen der Ausbreitungsgeschwindigkeit von seismischen Wellen wurde mit einem weltweiten Netz von Seismographen, ein Computermodell entworfen. Durch unterschiedlich Dichte und Elastizität der Gesteinsschichten ergaben die Messungen ein fingerförmiges Modell. Der Prozess, bekannt als Seismische Tomographie, funktioniert genauso wie die bekannte Computertomographie die Einblicke in den menschlichen Körper ermöglicht.
Diese aus dem Erdmantel aufsteigenden heißen "Finger" können auch direkt unter einer Kontinentalplatte durch Wärmeübertragung Gestein aufschmelzen und durch die Erdkruste bis zur Oberfläche durchdringen.
Vermutlich reichen dafür an besonders schwachen Stellen, Temperaturunterschiede von nur 200° C aus (Maximaltemperatur 1300°C).
Das ganze nennt man dann einen Hotspot (heißer Punkt), wie wir ihn vermutlich unter den Kanarischen Inseln haben.
Auf dem Computermodell (oben) wurde das am Beispiel Zentral Pazifik um Hawaii dargestellt. Deutlich zu sehen im linken Bildteil, dass so ein Hotspot mehrere Inseln erschaffen hat und sie mit Magmanachschub weiter versorgt.

Bis vor kurzem hätte diese Analyse und das daraus entwickelte Modell noch 19 Jahre Rechenleistung erfordert, wie Prof. Barbara Romanowicz von der Uni Berkley betonte.
Nur durch modernste Technik und Bilder mit höherer Auflösung war das in kurzer Zeit zu schaffen.

Sehr spannend wäre es nun, auch einen Blick unter El Hierro zu erhalten und eine Tomographie oder ein Modell über unsere "Unterwelt" zu erhalten. Noch tappen wir meist im "Dunkeln" und sind auf Theorien und normale seismische Messungen angewiesen.
Aber es gibt nun eine gute Möglichkeit in einiger Zeit auch Näheres zu unserem Hotspot zu erfahren.

Wer sich mit diesem Thema näher auseinander setzen möchte, hier der Link zur Pressemitteilung der Uni Maryland.