Donnerstag, 25. April 2013

Vulkan - und die Bajada

NEWS:

Wie die Avcan Grafik zeigt, gab es auch wieder in den letzten 24 Stunden einige Erdstöße. Die Beben liegen nicht konzentriert, sondern erstrecken sich verstreut um den West- und Südbereich der Insel und kamen aus 16 bis 19 km Tiefe.
Das stärkste Beben gestern Abend um 21.03 Uhr mit ML2,6 in Nähe des Leuchtturm "Faro de Orchilla" aus einer Tiefe von 16 km.

Im Juli 2013 findet auf El Hierro die größte und älteste Fiesta zu Ehren der Inselheiligen der "Virgen de los Reyes"  (Jungfrau der Könige) statt. Nur alle 4 Jahre wird dieses Fest gefeiert. Höhepunkt ist die Romeria - eine Art Prozession mit Musik und Tanz, von der Santuario de Nuestra Senora de los Reyes (Kapelle) im Westen über 27 Kilometer bis zur Hauptstadt Valverde. Viele Gäste werden aus Südamerika und von den Nachbarinseln erwartet. Bei dieser letzten Bajada 2009 zählte man an die 15.000 Besucher.
 
Wer bis jetzt noch nicht die Unterkunft gebucht hat, wird sein Zelt mitbringen müssen. Es ist eine Fiesta die sich über mehrere Wochen mit vielen Begleitveranstaltungen erstreckt.
Über die Hindergründe und die Entstehung dieser Bajada möchte ich in den nächsten Wochen noch etwas mehr erzählen.
 
Es bleibt nur zu hoffen, daß in dieser Zeit auch der Vulkan mitspielt und wie im Moment weiter ruhig bleibt.

Mittwoch, 24. April 2013

Vulkan - Wetterphänomene

NEWS: Gestern am Nachmittag bzw. am Abend noch ein Beben von ML2,2 aus 29 km Tiefe direkt am Leuchtturm und um 21.31 Uhr ein ML1,5 Erdstoß aus 21 km Tiefe im Westen.

Seltenes Wetterphänomen

 

Was das Wetter angeht sind wir hier ja so einige Kapriolen und Schauspiele gewohnt. Die vergangenen Tage während des heißen Calima gab es aber doch etwas recht ungewöhnliches auf der Ostseite von La Palma zu beobachten. Wie ein heran rollender Tsunami stand für ungefähr eine Stunde am Morgen während des Sonnenaufgang diese Wolkenwand direkt über dem Küstenbereich stationär stehen. Wie ein überkochender Milchtopf fielen an der mir zugewandten Seite kaskadenartig die Wolken talwärts. Ein Schauspiel das man öfter auf der der Cumbre (Berggipfel) von der Westseite beobachten kann. Hier werden allerdings durch die Bergkette die heraneilenden Passatwolken durch ein festes Hinderniss abgebremst. Bei diesem Phänomen über dem Meer gab es allerdings keine sichtbare Barriere. Auch der Wind spielte keine Rolle. Wahrscheinlich waren große Luftdruckgegensätze für diese unsichtbare Wand verantwortlich.

Beobachtet habe ich diesen Vorgang nicht von irgendeiner Bergspitze, sondern direkt von unserer Terrasse in 440 Meter Höhe aus. Normal sieht der morgendliche Blick über das Meer wie auf dem Foto unten aus. Hinter der ca. 100 km entfernten Insel Teneriffa (links der höchste Berg Spaniens der Teide mit 3718 m) steigt die Sonne auf.

 

Dienstag, 23. April 2013

Vulkan - keine neue Entwicklung

NEWS:

Erstmals wieder einen leichten Erdstoß unter der alten Eruptionsstelle des Eldiscreto im Süden. Um 4.51 Uhr in der vergangenen Nacht ein ML1,6 Beben aus 19,2 km Tiefe. Gestern insgesamt 5 Beben bis ML2,1. Der flachste Erdstoß kam aus 11,2 km Tiefe. Alle im Meer vor der Westspitze. Es sind im Moment alles Versetzungs- und kleine Verlagerungsbeben die keine relevante Bedeutung haben dürften. Der Zustrom von neuem Magmazufluss aus tieferen Erdschichten ist unterbrochen oder hat im Augenblick ausgesetzt. Es ist der inzwischen gewohnte Verlauf wie wir ihn in der Vergangenheit schon mehrfach beobachten konnten.

Montag, 22. April 2013

Vulkan-Exkursion La Palma

NEWS: 11.12 Uhr - Beben von ML2,1 in 11 km Tiefe südlich des Leuchtturm Orchilla.
Während es vulkantechnisch unter El Hierro ruhig bleibt, wenden wir uns heute der Nachbarinsel La Palma zu. Die Insel auf der ich seit 17 Jahren lebe und so ziemlich jeden Fleck kenne.
In der Vergangenheit stand La Palma als aktivste Vulkaninsel der Kanaren (letzte Ausbrüche 1949 und 1971) oft in den Schlagzeilen. Dies hat dem Tourismus nicht geschadet, sondern ihn sogar wesentlich gefördert.
Wir haben wie alle Westinseln keinen Massentourismus (zum Glück), wo nicht per Zufall oder wegen eines günstigen Pauschalangebot so einfach Reisende stranden. Unsere Gäste kommen gezielt, weil sie die Natur und die Vulkanlandschaft schätzen.
Allerdings gibt es hier auf La Palma auch eine Reihe von Vorzeigevulkanen, Lavahöhlen oder wie auf dem Foto oben durchaus imposante Lavaströme (Vulkan San Juan auf der Westseite).

Nicht nur privat sondern auch mit Vulkanfreunden stapfe ich oft über die Berge und Lavafelder und kenne die Begeisterung die solch eine (auch anstrengende) Wanderung auslöst.
Für Mai 2013 ist wieder eine Exkursion (sollte eigentlich auf El Hierro stattfinden) geplant. Wer sich der Gruppe noch anschließen möchte, geht mal auf meine La Palma Seite.

Im September 2013 werden wir - ob mit oder ohne Pauschal-Arrangement - auf jeden Fall unsere El Hierro Exkursion durchführen.

Sonntag, 21. April 2013

Vulkan - Querdenker, Visionäre und etwas Fantasie

NEWS:

Zu den Vulkanaktivitäten gibt es im Moment wenig zu berichten. Die Ruhephase dauert weiter an. Gestern 3 Beben bis ML2,4 um 21.32 Uhr aus 19 km Tiefe (siehe IGN Grafik). Heute bereits auch 3 kleine Erdstöße unter ML1,5. Die Oberflächen- Verformung hat sich bei +10 cm am westlichen Leuchtturm stabilisiert und baut sich nicht weiter ab. Es sind die von mir erwarteten Werte (siehe mein Bericht vom 5.4.2013). Auf dieser Basis (insgesamt jetzt rund 20 cm) wird sich beim nächsten Bebenschwall der Druck weiter aufbauen.

El Hierro und sein Vordenker - der Visionär


Über die wenigen Visionäre und Vordenker auf den Kanaren hatte ich in der Vergangenheit schon mehrfach berichtet. Es ist ein Thema über das ich gerne Schreibe und leider in der Vergangenheit in vielen Köpfen keinen Platz fand und als Zukunftsspinnerei abgetan wurde. Hier und jetzt wurde das reichlich vorhandene Geld und die vielen Subventionen in den vergangenen Jahrzehnten in Beton gegossen. Viele unnütze und sinnlose Projekte ohne Zukunftsperspektive oder nachhaltige Nutzung wurden aus dem Boden gestampft.
Jetzt kommt auch der Präsident der Nachbarinsel La Gomera, Casimiro Curbelo, auf die glorreiche Idee es dem Gorona del Viento Projekt von El Hierro nachzumachen. 100% Inselstrom aus regenerativer Energie (Artikel in Universocanario).
Er hinkt aber mit seinen Gedanken der Zeit etwas hinterher. Vor Jahren war das Geld dafür vorhanden. Heute sind aber alle Kassen leer und die EU Subventionen fließen nur noch spärlich.
 
Es waren nur wenige - genau genommen nur Javier Morales von El Hierro und der Inselpräsident von Teneriffa Ricardo Melchior die die Chancen für die Zukunft erkannten und auch politisch über den Tellerrand blicken konnten. Sie hatten den Willen auch gegen den Widerstand vieler eigener Parteigenossen die Idee politisch durch zu boxen.

Der ehemalige stellvertretende Inselpräsident und heutige Senator im Kanarischen Parlament Javier Morales wird heute zu Recht auch von seinen ehemaligen Kritikern als "Vater des Gorona Projekt" bezeichnet. Ein Visionär und Vordenker der für El Hierro weit seiner Zeit voraus war. Seine Idee ist heute fast umgesetzt. Bis Ende 2013/14 wird El Hierro die erste Insel der Welt sein, die ihren Strom zu 100% aus Wind- und Wasserenergie bezieht.


Ich hatte im Sommer letzten Jahres Gelegenheit zu einem längeren persönlichen Gespräch mit Javier Morales (siehe Beitrag vom September 2012). Seine Probleme und Widerstände, aber auch sein Wille und seine Überzeugung die Natur zu schützen und die natürlich vorhandenen Ressourcen sinnvoll zu nutzen sind auch nach Jahren mühsamen Kampfes ungebrochen. Ein sympathischer Mensch der nach meiner festen Überzeugung Hochachtung und Unterstützung verdient und noch so manche Überraschung im Hinterkopf hat.

Über seinen Weg und seine Ideen erzählt er in einem neueren Video (deutsch übersetzt) von Esther Weinz. Hier geht`s zum Video Javier Morales