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Die gestern auf dem CHIE Seismografen aufgezeichneten Erschütterungen (links) hatten wohl
keine seismische Ursache. Zu pünktlich um 9.00 Uhr am Morgen begannen die Aufzeichnungen, um dann gegen 19.30 Uhr wieder zu enden. Der Zeitrahmen entspricht einem kanarischen Arbeitstag, so daß wohl eine Baumaschine oder etwas ähnliches in Nähe der Station der Verursacher gewesen sein dürfte. Auch hat die IGN in diesem Zeitraum keine Beben ausgewiesen.
Wie die IGN dafür aber kurz mitteilte, werden zum 18.März 2013 die seit der vulkanischen Aktivität 2011 auf El Hierro eingestellte
Internetseite mit Messdaten vom Netz genommen. Nur noch über die
IGN Hauptseite werden Daten in eingeschränktem Umfang übermittelt.
Über die Gründe werden keine Angaben gemacht. Wahrscheinlich sind es aber auch hier wieder fehlende finanzielle Ressourcen.
Gemüseanbau auf den Inseln geht weiter zurück
Eigentlich sollte man erwarten, daß in Krisenzeiten die Selbstversorgung mit den Grundnahrungsmitteln ansteigt. Gerade die
Kartoffeln (hier Papas genannt) die in der kanarischen Küche eine dominante Rolle spielen, werden aber immer weniger angebaut.
Nach den Erhebungen des Landwirtschaftsministerium ging die Fläche für den Kartoffelanbau in den letzten 5 Jahren auf den Kanaren um 31% zurück.
Vor 5 Jahren nahm die Wirtschaftskrise mit dem Platzen der Baublase 2008 ihren Anfang. Lieber werden heute Kartoffeln aus England, Irland oder gar aus Israel eingeführt. Trotz der hohen Transportkosten scheinen sie aber immer noch günstiger dort zu produzieren sein.
Zur Erinnerung - auf den Kanaren und damit auch auf El Hierro oder La Palma kann aufgrund der guten klimatischen Bedingungen jährlich bis zu 3x diese Knolle auf dem gleichen Stückchen Land geerntet werden.
Es sind wohl kleine Anbauflächen, meist in Hanglage und damit kein großflächiger Maschineneinsatz möglich, aber die vermehrten Ernten sollten diesen Nachteil doch ausgleichen.
Eine Rolle spielen sicher auch die inzwischen auf fast allen Inseln installierten internationalen Supermärkte wie SPAR, LIDL, Mercadona oder Supersol. Diese Konzerne kaufen global in großen Mengen ein und nehmen auf den örtlichen Erzeugermarkt wenig Rücksicht.
Die alten Tiendas (Tante Emma Läden) verfügten nicht über diese Logistik und bezogen ihre Waren vom örtlichen Erzeuger.
Letztendlich ist es aber der Verbraucher, dem es oft egal ist woher sein Lebensmittel stammt. Nur billig und günstig soll es sein.
Er hat es eigentlich in der Hand wo seine Kartoffel erzeugt wird und entscheidet wie es mit dem Agraranbau auf seiner Insel und damit auch mit seiner eigenen wirtschaftlichen Zukunft weiter geht.
Es war natürlich auch ein Versäumnis der Politik die Landwirtschaft als alte Existenzgrundlage nicht entsprechend zu fördern. Lieber wurden die in der Vergangenheit reichlich geflossenen Subventionen in Beton investiert.
Jetzt ist es zu spät - vielleicht doch noch nicht ganz zu spät. Dann müsste aber ein schnelles Umdenken und die Bündelung der noch kargen vorhandenen Geldmittel in diesen Sektor erfolgen.
Der Markt ist vorhanden, nur muß die heimische Knolle konkurrenzfähig gemacht werden und Einzug in die Supermärkte finden.
Die Kartoffel ist nur ein Beispiel. Genauso sieht es bei der
Tomate aus. Auch hier ging die Anbaufläche in den letzten 5 Jahren um 26% zurück. Dieses Gemüse wird allerdings mehr auf den östlichen Inseln angebaut.
Es ist natürlich auch wichtig dem Canario klar zu machen, daß er mit dem Kauf jeder englischen Kartoffel im Grunde seine eigene Lebensgrundlage gefährdet.
Es mag etwas "Nationalistisch" und eigensinnig klingen, aber der Herreno hat keine großen Auswahlmöglichkeiten. Tourismus und Landwirtschaft ist Einzig vorhanden.
Keine Auto-, Elektro- oder chemische Industrie. Überhaupt keine Industriebetriebe die Arbeitsplätze anbieten könnten.
Auch ein Versäumnis der Vergangenheit. Interessenten und Fördermittel waren vorhanden.
Bleibt letztendlich wie bereits seit Jahrhunderten praktiziert -
das Auswandern nach Norden. Nach Deutschland, England, Belgien oder wieder in die "Neue Welt" nach Südamerika.