Donnerstag, 14. März 2013

El Hierro Vulkan - Eldiscreto im NASA Wettbewerb

NEWS:
Auch gestern kein weiteres Beben. Wer die IGN-Aufzeichnungen anschaut hat wieder festgestellt, daß während der Tageszeit auch am Mittwoch Erschütterungen durch menschliches Wirken (wie z.B. Bauarbeiten) aufgezeichnet wurden. Der Seismograf ist sehr sensibel und erfasst sogar den Fußtritt eines unmittelbar daran vorbeigehenden Wanderer. Allerdings sind die Geräte meist weit entfernt von Wanderwegen installiert.
Erst im IGN Zentrum in Madrid werden die echten Beben herausgefiltern, berechnet und in der Statistik aufgeführt.


Im NASA Satelliten Wettbewerb als schönstes Foto des Jahres 2012 hat es unser Eldiscreto bereits unter die letzten 16 Aufnahmen geschafft. Noch heute haben Sie die Möglichkeit ihr Votum erneut abzugeben. Morgen wissen wir dann ob er unter den letzten 8 Aufnahmen dabei ist. Es wäre natürlich eine Krönung für El Hierro, wenn der Eldiscreto als Siegerfoto im April gekürt würde. Also bitte abstimmen. Hier geht es zum NASA-Wettbewerb.

Mittwoch, 13. März 2013

El Hierro - etwas Seismik und die Knolle

NEWS:

Die gestern auf dem CHIE Seismografen aufgezeichneten Erschütterungen (links) hatten wohl keine seismische Ursache. Zu pünktlich um 9.00 Uhr am Morgen begannen die Aufzeichnungen, um dann gegen 19.30 Uhr wieder zu enden. Der Zeitrahmen entspricht einem kanarischen Arbeitstag, so daß wohl eine Baumaschine oder etwas ähnliches in Nähe der Station der Verursacher gewesen sein dürfte. Auch hat die IGN in diesem Zeitraum keine Beben ausgewiesen.
Wie die IGN dafür aber kurz mitteilte, werden zum 18.März 2013 die seit der vulkanischen Aktivität 2011 auf El Hierro eingestellte Internetseite mit Messdaten vom Netz genommen. Nur noch über die IGN Hauptseite werden Daten in eingeschränktem Umfang übermittelt.
Über die Gründe werden keine Angaben gemacht. Wahrscheinlich sind es aber auch hier wieder fehlende finanzielle Ressourcen.
 

Gemüseanbau auf den Inseln geht weiter zurück

 
 
Eigentlich sollte man erwarten, daß in Krisenzeiten die Selbstversorgung mit den Grundnahrungsmitteln ansteigt. Gerade die Kartoffeln (hier Papas genannt) die in der kanarischen Küche eine dominante Rolle spielen, werden aber immer weniger angebaut.
Nach den Erhebungen des Landwirtschaftsministerium ging die Fläche für den Kartoffelanbau in den letzten 5 Jahren auf den Kanaren um 31% zurück.
Vor 5 Jahren nahm die Wirtschaftskrise mit dem Platzen der Baublase 2008 ihren Anfang. Lieber werden heute Kartoffeln aus England, Irland oder gar aus Israel eingeführt. Trotz der hohen Transportkosten scheinen sie aber immer noch günstiger dort zu produzieren sein.

Zur Erinnerung - auf den Kanaren und damit auch auf El Hierro oder La Palma kann aufgrund der guten klimatischen Bedingungen jährlich bis zu 3x diese Knolle auf dem gleichen Stückchen Land geerntet werden.
Es sind wohl kleine Anbauflächen, meist in Hanglage und damit kein großflächiger Maschineneinsatz möglich, aber die vermehrten Ernten sollten diesen Nachteil doch ausgleichen.

Eine Rolle spielen sicher auch die inzwischen auf fast allen Inseln installierten internationalen Supermärkte wie SPAR, LIDL, Mercadona oder Supersol. Diese Konzerne kaufen global in großen Mengen ein und nehmen auf den örtlichen Erzeugermarkt wenig Rücksicht.
Die alten Tiendas (Tante Emma Läden) verfügten nicht über diese Logistik und bezogen ihre Waren vom örtlichen Erzeuger.

Letztendlich ist es aber der Verbraucher, dem es oft egal ist woher sein Lebensmittel stammt. Nur billig und günstig soll es sein.
Er hat es eigentlich in der Hand wo seine Kartoffel erzeugt wird und entscheidet wie es mit dem Agraranbau auf seiner Insel und damit auch mit seiner eigenen wirtschaftlichen Zukunft weiter geht.

Es war natürlich auch ein Versäumnis der Politik die Landwirtschaft als alte Existenzgrundlage nicht entsprechend zu fördern. Lieber wurden die in der Vergangenheit reichlich geflossenen Subventionen in Beton investiert.
Jetzt ist es zu spät - vielleicht doch noch nicht ganz zu spät. Dann müsste aber ein schnelles Umdenken und die Bündelung der noch kargen vorhandenen Geldmittel in diesen Sektor erfolgen.

Der Markt ist vorhanden, nur muß die heimische Knolle konkurrenzfähig gemacht werden und Einzug in die Supermärkte finden.
Die Kartoffel ist nur ein Beispiel. Genauso sieht es bei der Tomate aus. Auch hier ging die Anbaufläche in den letzten 5 Jahren um 26% zurück. Dieses Gemüse wird allerdings mehr auf den östlichen Inseln angebaut.

Es ist natürlich auch wichtig dem Canario klar zu machen, daß er mit dem Kauf jeder englischen Kartoffel im Grunde seine eigene Lebensgrundlage gefährdet.
Es mag etwas "Nationalistisch" und eigensinnig klingen, aber der Herreno hat keine großen Auswahlmöglichkeiten. Tourismus und Landwirtschaft ist Einzig vorhanden.
Keine Auto-, Elektro- oder chemische Industrie. Überhaupt keine Industriebetriebe die Arbeitsplätze anbieten könnten.
Auch ein Versäumnis der Vergangenheit. Interessenten und Fördermittel waren vorhanden.

Bleibt letztendlich wie bereits seit Jahrhunderten praktiziert - das Auswandern nach Norden. Nach Deutschland, England, Belgien oder wieder in die "Neue Welt" nach Südamerika.

Dienstag, 12. März 2013

El Hierro Vulkan - weitere Erschütterungen

NEWS:
17.09 Uhr - seit 9.00 Uhr am Morgen verzeichnet der Seismograf fortdauernde Erschütterungen, ähnlich einem Tremor. Wetterdedingte Ursachen liegen nicht vor. Es ist sonnig, kein Wind oder Regen und auch kein hoher Seegang. Die IGN führt in der Listung auch keine Beben auf.
Mögliche Ursache wäre eine Baumaschine in der Nähe des Seismografen. Dann müßten aber bis 19.00 Uhr (Arbeitsende) die Bewegungen ein Ende finden.



Es war in den letzten Stunden ein bunter Reigen  von leichten Erdstößen. Bis heute Morgen insgesamt 5 Beben bis ML1,9, quer verteilt über und um die Insel (siehe IGN Karte). Vom Golfo zur Westspitze, den Süden und erstmals auch im Osten. Ein ML0,7 Bebchen am Steilhang der Las Playas in nur 1 km Tiefe. Hier befindet sich an der Küste das Hotel Parador. Ich denke, daß es aufgrund der geringen Tiefe sich um ein Setzungsbeben (z.B. Einsturz einer Lavahöhle) gehandelt hat. Auch die Tiefengrafik der Ausgangszentren (Grafik oben) von 1, 5, 11 bis 21 km Tiefe lässt keinen Schwerpunkt erkennen.
Wie ich gestern bereits geschrieben hatte, wälzt sich wahrscheinlich die Magma im Untergrund um und verursacht im Randbereich der Magmakammer durch Aufschmelzvorgänge diese Erschütterungen.

Montag, 11. März 2013

El Hierro Vulkan - GPS und Bodenverformung

NEWS:
13.50 Uhr - heute Morgen bereits einige kleine Erdstöße im Golfo und an der südlichen Ostküste in flacher Tiefe von 1 und 5 km. Das bisher letzte Beben um 11.24 Uhr von ML1,9 in Nähe des Eldiscreto im Süden in 11 km Tiefe.

Nachdem es unter El Hierro ruhig bleibt, wollen wir uns heute mit der Oberflächenverformung der Insel beschäftigen. Genauso wie sich ein Luftballon beim Aufblasen wölbt, dehnt sich eine Magmakammer oder Magmablase beim Nachdringen von frischer Magma und den dabei entstehenden Gasen aus.
Die Verformung tritt am stärksten an der schwächsten Stelle auf. Das ist in der Regel die Erdoberfläche. Um dies Feststellen und Messen zu können, bedient man sich seit einiger Zeit der GPS-Satellitentechnik. Auf der Insel wurden verschiedene Messpunkte (siehe Karte oben) installiert, an denen Veränderungen der Inseloberfläche genau gemessen werden können.

Es ist ein Forschungsprojekt der Universität Nagoya in Japan, die nicht nur auf El Hierro, sondern weltweit entsprechende Stationen betreibt.
Die IGN hat wohl inzwischen auch eigene Messungen vorgenommen, die veröffentlichten Kurven umfassen aber nur die letzten 3 Monate und sind für eine Trendbeobachtung nicht so gut geeignet.

Nach dem Nagoya Diagramm (leicht verändert) von La Frontera im Golfo wölbt sich seit Mitte 2012 (stärkere Beben) die Inseloberfläche beständig weiter nach oben aus. Interessant sind im Moment nur die blauen Punkte (rot = Schätzung).



Ähnlich verhält es sich beim Messpunkt El Julan im Süden.







Oder auf der südlichen Hochebene bei El Pinar. Es sind deutliche Zeichen, daß der Innendruck im Bereich der Magmakammer weiter anhält und auch durch die Unterwasser-Eruption im Juni 2012 an der Westspitze nicht wesentlich abgenommen hat. Leicht verändert und etwas zurückgegangen ist die Inselverschiebung in der horizontalen W/O Richtung.

Als Vergleich nehmen wir die Nachbarinsel La Palma am Messpunkt Mazo auf der Ostseite. Hier gab es im gleichen Zeitraum keine großen Veränderungen. Die Messpunkte liegen immer um die Normallinie.



Diese GPS Messungen sind ein wichtiger Indikator für einen sich im Untergrund aufbauenden Druck. Seit Einführung dieses umfassenden amerikanischen GPS Satellitensystem vor 20 Jahren werden viele Vulkane so vermessen und eingeschätzt.
Die Bodenverformung auf El Hierro mit max. 12 cm stellt weltweit betrachtet, keine allzu große Verformung dar.
Es gibt Vulkane in den USA oder Italien wo sich die Erde um mehrere Meter nach oben oder unten beugt. Allerdings sind dies Messungen auf einem Kontinent bzw. Festland. Wie es sich mit einer flächenmässig kleinen Insel im Atlantik verhält, konnte bisher noch nicht groß untersucht werden.

Bei einer fortdauernden vulkanischen Aktivität und dem Aufsteigen von neuem Magmanachschub aus tieferen Erdschichten, kann sich der Innendruck weiter erhöhen und eine Zunahme der Verformung bewirken.
Irgendwann wird die Hülle reissen und einen Druckausgleich ob im Meer oder an Land finden. Es ist also nur eine Frage der Zeit und der Festigkeit der Hülle, der Struktur des Gestein, bis der Knackpunkt letztendlich erreicht ist.

Sonntag, 10. März 2013

Perle der Kanaren - Kalender 2014

NEWS:
Gestern insgesamt zwei Erdstöße zwischen ML 0,9 und ML1,2. Das letzte aufgezeichnete Beben um 8.42 Uhr beim Tanganasoga in 12 km Tiefe.

El Hierro Kalender 2014 - Perle der Kanaren



Eine Insel mit Gegensätzen. Von sonnenverbrannten Steinwüsten aus erstarrter Lava im Süden nach nur wenigen Kilometern auf die satte und grüne Hochebene, wo feucht triefende Lorbeerwälder einen Hauch von Tropen verströmen. Dicht bewachsene unheimlich anmutende Regenwälder mit mächtigen in den Himmel wachsenden Baumkronen lassen den Menschen klein und bedeutungslos erscheinen .. so die einleitende Beschreibung.

Was lag näher, als aus meinen vielen Fotoaufnahmen die Schönsten heraus zu picken und daraus einen Kalender zu machen. Es ist jetzt wohl noch etwas früh bereits an 2014 zu denken, aber ich wollte nicht wie geschehen mit den Vulkankalendern, erst Ende Dezember (Auslieferung dann Jan/Febr.) auf den Markt kommen. Auch sollte der Versand einfacher möglich sein. 

Den Kalender gibt es in DIN A4 und als großes Exemplar in DIN A3 vom Calvendo-Verlag unter der ISBN 978-3-660-09584-5. Er ist ab sofort über jede Buchhandlung oder die Versandhändler, wie z.B. AMAZON für 19,90 Euro zu erhalten. Zunächst auf Deutsch und in den nächsten Wochen auch in spanischer Sprache.