NEWS:
Gestern am späten Nachmittag und in der vergangenen Nacht hatten wir wieder 3 Beben zwischen ML0,9 und 1,6. Der letzte Erdstoß erfolgte um 0.27 Uhr mit ML1,6 (rosa) aus 15 km Tiefe. Die Zentren liegen dieses Mal an der südlichen Flanke im Bereich El Julan und Mar de Las Calmas.
Es waren schwache Erdstöße die aber weiterhin auf eine fortdauernde Aktivität in tieferen Erdschichten hindeuten.
Unsere für kommenden Mai vorgesehene El Hierro Exkursion kann nicht stattfinden, da sich leider kein Pauschal-Reiseveranstalter gefunden hat. Wir halten aber am September Termin fest. Bis dahin verbleibt noch etwas mehr Zeit und wir werden, notfalls individuell, diese Tour durchführen.
Für den Mai 2013 überlege ich mir im Moment eine Alternative.Mein La Palma bietet sich an. Dazu aber in den nächsten Tagen weitere Einzelheiten.
Freitag, 1. März 2013
El Hierro Vulkan - leichte Beben
Labels:El Hierro,Kanarische Inseln,Kanaren,Spanien
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Donnerstag, 28. Februar 2013
El Hierro Vulkan - Konsequenzen in Italien
NEWS: - 17.10 Uhr neuer Erdstoß von ML1,6 in 18 km Tiefe an der Steilküste von El Julan im Süden.
Unter El Hierro bleibt es weiter ruhig und ohne neue Beben.
Schlagzeilen erzeugte im Herbst 2012 eine Entscheidung des Gericht von L'Aquila in Mittelitalien das 6 Vulkanologen/Seismologen und einen Behördenvertreter wegen fahrlässiger Tötung für 6 Jahre ins Gefängnis schickte.
Den Fachleuten wurde vorgeworfen trotz klarer Anzeichen und Vorbeben die Bevölkerung über die Gefahr weiterer und schwererer Beben im Unklaren gelassen zu haben.
Sie sollen Mitschuld am Tod von 29 Bewohner von L'Aquila haben. Bei der Tragödie starben insgesamt 300 Menschen und viele Bewohner wurden verletzt.
Der Tagesspiegel hat unter "Verschobene Verantwortung" einen interessanten Bericht zur Urteilsbegründung, die erst jetzt bekannt gegeben wurde, veröffentlicht.
Nicht die unmögliche Vorhersage eines starken Beben, sondern die unvollständige, ungenaue und widersprüchliche Informationen zur Natur, Ursache, Gefahr und künftigen Entwicklung der seismischen Aktivität seien für das harte Urteil ursächlich. Die Angeklagten hätten damit ihre gesetzliche Informationspflicht verletzt.
Zum gesamten Artikel geht es hier.
Es ist natürlich für die Wissenschaftler nicht gerade einfach Verhaltensregeln für die Zukunft aufzustellen.
Evakuierung Ja oder Nein. Passiert nichts, war es überzogen. Gibt es aber Verletzte oder gar Tote kommt die Frage der Haftung oder gar strafrelevante Tatbestände zum Zuge.
Es ist zumindest in Deutschland oder Spanien keine kollektive Entscheidung. Hier sitzt dem Krisenstab ein Vorsitzender vor, der nach Abwägung und Einschätzung seiner Berater (Geologen, Vulkanologen usw.), eigenständig die Entscheidung fällt.
Er ist alleine für die Folgen verantwortlich oder im Erfolgsfall ein Anwärter für den Verdienstorden.
Beim Vorsitzenden des Krisenstab/Pevolca handelt es sich in beiden Ländern um einen Beamten oder/und einen Politiker. Haftungsrechtlich sieht es hier dann wieder ganz anders aus. In Ausführung seiner hoheitlichen Aufgaben wird er nicht wie ein Normalbürger strafrechtlich belangt.
Mir ist zumindest bisher noch kein Fall bekannt geworden, daß der Vorsitzende eines Krisenstabes strafrechtlich für eine Fehlentscheidung verurteilt wurde.
Unter El Hierro bleibt es weiter ruhig und ohne neue Beben.
Schlagzeilen erzeugte im Herbst 2012 eine Entscheidung des Gericht von L'Aquila in Mittelitalien das 6 Vulkanologen/Seismologen und einen Behördenvertreter wegen fahrlässiger Tötung für 6 Jahre ins Gefängnis schickte.
Den Fachleuten wurde vorgeworfen trotz klarer Anzeichen und Vorbeben die Bevölkerung über die Gefahr weiterer und schwererer Beben im Unklaren gelassen zu haben.
Sie sollen Mitschuld am Tod von 29 Bewohner von L'Aquila haben. Bei der Tragödie starben insgesamt 300 Menschen und viele Bewohner wurden verletzt.
Der Tagesspiegel hat unter "Verschobene Verantwortung" einen interessanten Bericht zur Urteilsbegründung, die erst jetzt bekannt gegeben wurde, veröffentlicht.
Nicht die unmögliche Vorhersage eines starken Beben, sondern die unvollständige, ungenaue und widersprüchliche Informationen zur Natur, Ursache, Gefahr und künftigen Entwicklung der seismischen Aktivität seien für das harte Urteil ursächlich. Die Angeklagten hätten damit ihre gesetzliche Informationspflicht verletzt.
Zum gesamten Artikel geht es hier.
Es ist natürlich für die Wissenschaftler nicht gerade einfach Verhaltensregeln für die Zukunft aufzustellen.
Evakuierung Ja oder Nein. Passiert nichts, war es überzogen. Gibt es aber Verletzte oder gar Tote kommt die Frage der Haftung oder gar strafrelevante Tatbestände zum Zuge.
Es ist zumindest in Deutschland oder Spanien keine kollektive Entscheidung. Hier sitzt dem Krisenstab ein Vorsitzender vor, der nach Abwägung und Einschätzung seiner Berater (Geologen, Vulkanologen usw.), eigenständig die Entscheidung fällt.
Er ist alleine für die Folgen verantwortlich oder im Erfolgsfall ein Anwärter für den Verdienstorden.
Beim Vorsitzenden des Krisenstab/Pevolca handelt es sich in beiden Ländern um einen Beamten oder/und einen Politiker. Haftungsrechtlich sieht es hier dann wieder ganz anders aus. In Ausführung seiner hoheitlichen Aufgaben wird er nicht wie ein Normalbürger strafrechtlich belangt.
Mir ist zumindest bisher noch kein Fall bekannt geworden, daß der Vorsitzende eines Krisenstabes strafrechtlich für eine Fehlentscheidung verurteilt wurde.
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Mittwoch, 27. Februar 2013
El Hierro Vulkan - viele Unterwasser Vulkankegel
NEWS: Gestern und in der Nacht keine weiteren Beben.
Inzwischen liegt auch eine Grafik der bathymetrischen Vermessungen des Instituto Espanol de Oceanografia (IEO) aus Barcelona vor. Die Karte hat leider keine große Auflösung, aber es ist doch die reiche Inselwelt um El Hierro zu erkennen.
Eine Vielzahl von Unterwasser Vulkankegel säumen den Randbereich um die Küste. Die meisten dieser Eruptionen dürften bereits vor langer Zeit erfolgt sein. Dies zeigt der Abrutsch im nordwestlichen Golfo (blauer Halbkreis) vor ca.120.000 Jahren. Auf der Abrutschhalde ist überhaupt kein Vulkankegel mehr vorhanden. Diese wurden wahrscheinlich damals beim Exodus mit ins Meer gerissen.
Interessant ist der Bereich im Süden bei El Julan im Mar de Las Calmas (auch blauer Bogen). Diesen Abbruch, der noch wesentlich umfangreicher als im Golfo gewesen sein soll, beziffert die Wissenschaft auf ein Alter von ca. 160.000 Jahren. Hier haben sich in der jüngeren Zeit neue Vulkankegel gebildet.
Es passt insgesamt in das vulkanische Gesamtbild, daß der Süden wesentlich häufiger von Eruptionen heimgesucht wird. Der jüngste Eldiscreto-Ausbruch reiht sich hier nur ein.
Diese bathymetrischen Untersuchungen wurden durch verschiedene Forschungsschiffe (Roman Margalef, Ángeles Alvariño u.a.) der IEO im vergangenen Jahr durchgeführt. Auch in diesem Jahr erfolgen wieder mehrere Kampagnen. Die nächste Tour soll Anfang März 2013 starten.
Es werden bei diesen Meeresgrund-Vermessungen nicht nur alte Fragmente und Kegel kartografiert, sondern wie im Juni/Juli 2012 auch gerade aktive Eruptionen, wie an der Westspitze, neu entdeckt.
Es bleibt nur zu wünschen, daß sich auch die Informationspolitik ändert und wesentliche Ereignisse nicht erst 6 Monate später an die Öffentlichkeit gelangen. Das ist aber Politikum und hat mit Wissenschaft nicht viel zu tun. Damit müssen wir wohl leben. Es fördert nicht gerade das Vertrauen in die Obrigkeit.
Als erste "kostenlose Wifi-Insel der Welt" wünscht man sich auch einen etwas schnelleren Umgang mit Vulkan Informationen.
Auf lange Sicht rächt sich diese Zurückhaltung. Es gibt nichts zu verstecken. Es sind seltene Naturphänomene die einen großen Kreis interessieren und mitbeobachtet werden wollen.
Das Wetter können wir alle Live mitbeobachten. Hier gibt es nichts zu verschweigen oder "schön" zu reden. Es hat geregnet oder besser "etwas geplätschert". Auf La Palma (Ostseite) in den letzten Stunden 11,7 L/m².
Nach der AEMet Vorhersage kann es aber bis zum Wochenende noch einiges mehr an Regen geben. Wasser das dringend gebraucht wird.
Für El Hierro wird Anfang nächster Woche eine Regenwahrscheinlichkeit von 85% vorher gesagt. In diesem Winter haben die Westinseln erst 50% des durchschnittlichen Jahresniederschlag empfangen. Die Hauptmenge fiel im November 2012.
Es besteht also Hoffnung, daß bis Mitte März (= Ende der Hauptregenzeit) die Niederschlagsbilanz noch etwas verbessert wird.
Inzwischen liegt auch eine Grafik der bathymetrischen Vermessungen des Instituto Espanol de Oceanografia (IEO) aus Barcelona vor. Die Karte hat leider keine große Auflösung, aber es ist doch die reiche Inselwelt um El Hierro zu erkennen.
Eine Vielzahl von Unterwasser Vulkankegel säumen den Randbereich um die Küste. Die meisten dieser Eruptionen dürften bereits vor langer Zeit erfolgt sein. Dies zeigt der Abrutsch im nordwestlichen Golfo (blauer Halbkreis) vor ca.120.000 Jahren. Auf der Abrutschhalde ist überhaupt kein Vulkankegel mehr vorhanden. Diese wurden wahrscheinlich damals beim Exodus mit ins Meer gerissen.
Interessant ist der Bereich im Süden bei El Julan im Mar de Las Calmas (auch blauer Bogen). Diesen Abbruch, der noch wesentlich umfangreicher als im Golfo gewesen sein soll, beziffert die Wissenschaft auf ein Alter von ca. 160.000 Jahren. Hier haben sich in der jüngeren Zeit neue Vulkankegel gebildet.
Es passt insgesamt in das vulkanische Gesamtbild, daß der Süden wesentlich häufiger von Eruptionen heimgesucht wird. Der jüngste Eldiscreto-Ausbruch reiht sich hier nur ein.
Diese bathymetrischen Untersuchungen wurden durch verschiedene Forschungsschiffe (Roman Margalef, Ángeles Alvariño u.a.) der IEO im vergangenen Jahr durchgeführt. Auch in diesem Jahr erfolgen wieder mehrere Kampagnen. Die nächste Tour soll Anfang März 2013 starten.
Es werden bei diesen Meeresgrund-Vermessungen nicht nur alte Fragmente und Kegel kartografiert, sondern wie im Juni/Juli 2012 auch gerade aktive Eruptionen, wie an der Westspitze, neu entdeckt.
Es bleibt nur zu wünschen, daß sich auch die Informationspolitik ändert und wesentliche Ereignisse nicht erst 6 Monate später an die Öffentlichkeit gelangen. Das ist aber Politikum und hat mit Wissenschaft nicht viel zu tun. Damit müssen wir wohl leben. Es fördert nicht gerade das Vertrauen in die Obrigkeit.
Als erste "kostenlose Wifi-Insel der Welt" wünscht man sich auch einen etwas schnelleren Umgang mit Vulkan Informationen.
Auf lange Sicht rächt sich diese Zurückhaltung. Es gibt nichts zu verstecken. Es sind seltene Naturphänomene die einen großen Kreis interessieren und mitbeobachtet werden wollen.
Das Wetter können wir alle Live mitbeobachten. Hier gibt es nichts zu verschweigen oder "schön" zu reden. Es hat geregnet oder besser "etwas geplätschert". Auf La Palma (Ostseite) in den letzten Stunden 11,7 L/m².
Nach der AEMet Vorhersage kann es aber bis zum Wochenende noch einiges mehr an Regen geben. Wasser das dringend gebraucht wird.
Für El Hierro wird Anfang nächster Woche eine Regenwahrscheinlichkeit von 85% vorher gesagt. In diesem Winter haben die Westinseln erst 50% des durchschnittlichen Jahresniederschlag empfangen. Die Hauptmenge fiel im November 2012.
Es besteht also Hoffnung, daß bis Mitte März (= Ende der Hauptregenzeit) die Niederschlagsbilanz noch etwas verbessert wird.
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Dienstag, 26. Februar 2013
El Hierro Vulkan - kleine Beben und hoher Seegang
NEWS:
El Hierro verschwindet unter einem Wolkenband (Foto: Modis/NASA). Nicht nur Wolken sondern auch eine Menge Sand aus der Sahara brachte die gestrige Wetterlage über die Insel. Angenehm warme Tages-Temperaturen von über 20°C, sehr starker Seegang und heute Abend vielleicht etwas Regen. Wegen der stürmischen See wurde die Wetterwarnstufe für El Hierro auf "Gelb" gesetzt.
Von jedem etwas - so kann man es aushalten. Nicht gerade zum Baden im Meer geeignet, aber für eine Wanderung oder ein Sonnenbad oder wie der Kamerad links, nur die Gegend begaffen - ideal.
Gestern insgesamt wieder drei Erdstöße. Die schwachen Beben lagen zwischen ML0,8 und ML1,3 in 10 bis 12 km Tiefe. Die Lage im Zentrum der Insel um den Tanganasoga.
Etwas kräftiger ein Beben um 15.26 Uhr von ML3,5 westlich von Lanzarote in 37 km Tiefe.
El Hierro verschwindet unter einem Wolkenband (Foto: Modis/NASA). Nicht nur Wolken sondern auch eine Menge Sand aus der Sahara brachte die gestrige Wetterlage über die Insel. Angenehm warme Tages-Temperaturen von über 20°C, sehr starker Seegang und heute Abend vielleicht etwas Regen. Wegen der stürmischen See wurde die Wetterwarnstufe für El Hierro auf "Gelb" gesetzt.
Von jedem etwas - so kann man es aushalten. Nicht gerade zum Baden im Meer geeignet, aber für eine Wanderung oder ein Sonnenbad oder wie der Kamerad links, nur die Gegend begaffen - ideal.
Gestern insgesamt wieder drei Erdstöße. Die schwachen Beben lagen zwischen ML0,8 und ML1,3 in 10 bis 12 km Tiefe. Die Lage im Zentrum der Insel um den Tanganasoga.
Etwas kräftiger ein Beben um 15.26 Uhr von ML3,5 westlich von Lanzarote in 37 km Tiefe.
Montag, 25. Februar 2013
El Hierro Vulkan - der Tanganasoga
NEWS:
18.19 Uhr - heute Morgen noch davon berichtet - um 15.26 Uhr ein Beben mit ML3,5 in 37 km Tiefe westlich der Insel Lanzarote.
Auch heute Morgen um 4.57 Uhr ein leichtes ML1,1 Beben in 12 km Tiefe unter dem Tanganasoga. Der Tanganasoga (zum Vergrößern anklicken), auch in alten Aufzeichnungen als Vulkan "Hierro" bezeichnet, dürfte der Urvater-Vulkan für die Entstehung der Insel überhaupt gewesen sein.
Er bildet den Mittelpunkt um den sich über Magmaseitenkanäle im Laufe der vergangenen 1,2 Millionen Jahre die umliegenden Vulkankegel überhaupt erst gebildet haben und die Insel in der heutigen Ansicht formte. Durch das Abrutschen seiner Westflanke vor 120.000 Jahren (auf der Karte oben) wurde der alte Magmaaufstiegkanal freigelegt und blieb als Berg stehen.
Unter ihm steigt auch heute die Magma auf und sammelt sich in ca. 8 bis 12 Kilometer Tiefe, bevor sie sich über Seitenarme in die jüngeren südlichen Regionen verteilt.
Die Kanaren als vulkanisch sehr aktive Gegend werden beständig von Erdbeben heimgesucht. Es sind jährlich um die Tausend Erdstöße von schwacher bis mittlerer Stärke. Erst seit dem Aufblühen der Vulkanaktivität unter El Hierro (hier allein über 14.000) vor 18 Monaten hat sich die Anzahl stark vervielfacht. Die Bebenzentren der letzten 2 Jahre habe ich auf der Karte rot markiert. Ein Schwerpunkt liegt westlich von Fuerteventura, östlich bei Teneriffa und natürlich unter El Hierro.
Es ist ungefähr die Linie unter der der Hotspot vermutet wird - und durch das Abwandern der Kanarischen Tiefebene nach Nordosten - sich immer weiter nach Südwesten verschiebt.
Vor über 40 Jahren lag das Aktivitätsfeld noch unter La Palma mit zwei Vulkanausbrüchen 1971 und 1949. Hier ist es heute überraschender Weise ruhig. Fast zu ruhig.
Alle Beben werden von der IGN aufgezeichnet und wissenschaftlich ausgewertet. Dort wo stärkere Beben auftreten erfolgen als Vorbote oder meist als Nachläufer auch schwache Erdstöße unter ML1,5. Die Häufung und Anzahl der schwachen und stärkeren Beben die wir heute unter El Hierro zählen ist allerdings in der jüngeren Vulkangeschichte schon einmalig.
Selbst bei den Ausbrüchen damals auf La Palma wurden insgesamt nur rund 2000 Beben gezählt. Allerdings war damals die Messtechnik noch nicht so weit ausgereift und viele schwache Erdstöße dürften so unbemerkt geblieben sein.
18.19 Uhr - heute Morgen noch davon berichtet - um 15.26 Uhr ein Beben mit ML3,5 in 37 km Tiefe westlich der Insel Lanzarote.
Auch heute Morgen um 4.57 Uhr ein leichtes ML1,1 Beben in 12 km Tiefe unter dem Tanganasoga. Der Tanganasoga (zum Vergrößern anklicken), auch in alten Aufzeichnungen als Vulkan "Hierro" bezeichnet, dürfte der Urvater-Vulkan für die Entstehung der Insel überhaupt gewesen sein.
Er bildet den Mittelpunkt um den sich über Magmaseitenkanäle im Laufe der vergangenen 1,2 Millionen Jahre die umliegenden Vulkankegel überhaupt erst gebildet haben und die Insel in der heutigen Ansicht formte. Durch das Abrutschen seiner Westflanke vor 120.000 Jahren (auf der Karte oben) wurde der alte Magmaaufstiegkanal freigelegt und blieb als Berg stehen.
Unter ihm steigt auch heute die Magma auf und sammelt sich in ca. 8 bis 12 Kilometer Tiefe, bevor sie sich über Seitenarme in die jüngeren südlichen Regionen verteilt.
Die Kanaren als vulkanisch sehr aktive Gegend werden beständig von Erdbeben heimgesucht. Es sind jährlich um die Tausend Erdstöße von schwacher bis mittlerer Stärke. Erst seit dem Aufblühen der Vulkanaktivität unter El Hierro (hier allein über 14.000) vor 18 Monaten hat sich die Anzahl stark vervielfacht. Die Bebenzentren der letzten 2 Jahre habe ich auf der Karte rot markiert. Ein Schwerpunkt liegt westlich von Fuerteventura, östlich bei Teneriffa und natürlich unter El Hierro.
Es ist ungefähr die Linie unter der der Hotspot vermutet wird - und durch das Abwandern der Kanarischen Tiefebene nach Nordosten - sich immer weiter nach Südwesten verschiebt.
Vor über 40 Jahren lag das Aktivitätsfeld noch unter La Palma mit zwei Vulkanausbrüchen 1971 und 1949. Hier ist es heute überraschender Weise ruhig. Fast zu ruhig.
Alle Beben werden von der IGN aufgezeichnet und wissenschaftlich ausgewertet. Dort wo stärkere Beben auftreten erfolgen als Vorbote oder meist als Nachläufer auch schwache Erdstöße unter ML1,5. Die Häufung und Anzahl der schwachen und stärkeren Beben die wir heute unter El Hierro zählen ist allerdings in der jüngeren Vulkangeschichte schon einmalig.
Selbst bei den Ausbrüchen damals auf La Palma wurden insgesamt nur rund 2000 Beben gezählt. Allerdings war damals die Messtechnik noch nicht so weit ausgereift und viele schwache Erdstöße dürften so unbemerkt geblieben sein.
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