NEWS:
21.02 Uhr - mehrere Beben gegen 18.30 Uhr bis ML1,9 in 11 bzw. 12 km Tiefe im Golfo.
Auch gestern wieder zwei Beben. Ein ML0,8 in der Golfowanne (roter Punkt) ca. 4 km vor der Küste im Meer und ein ML1,7 um 20.43 Uhr im näheren Küstenbereich (rosa) in nur 6 km Tiefe. Dies ist schon ein Beben im flacheren Bereich. Normal liegen hier die Erdstöße im 10 km Tiefenbereich. Vielleicht handelte es sich auch nur um ein Entspannungsbeben. Diese Ecke bleibt zu beobachten.
Auf der IGN Grafik habe ich die bis jetzt bekannten Eruptionspunkte mit Pfeilen gekennzeichnet. Der Eldiscreto im Süden und die "neu" entdeckten Eruptionsstellen an der äußersten Westspitze. Es würde mich nicht wundern, wenn noch weiter Austrittsstellen wie z.B. im nördlichen Golfo um die Salmor Felsen gefunden werden. Auch hier wurden im November/Dezember 2011 Meeresverfärbungen und Schwefelgeruch festgestellt.
Das Ganze sieht so aus als würde sich in einem Kreis um die vermutete Magmahauptkammer mit Zentrum unter dem Tanganasoga Spalten geöffnet haben. Wahrscheinlich sind die Gesteinschichten im Randbereich leichter zu durchdringen aus denen Magma und Gase entweichen können.
Es wäre jetzt auch einmal an der Zeit, mit einem bemannten Unterseeboot die Küstenlinie abzufahren und nach weiteren Austrittstellen Ausschau zu halten. Die Sichtverhältnisse dürften jetzt besser sein und ein Mensch (Wissenschaftler) kann doch mehr erkennen als ein Unterwasser Roboter. Daraus wären sicher weitere Rückschlüsse und eine bessere Einschätzung auf die zukünftige vulkanische Entwicklung möglich.
Hier die etwas unscharf vergrößerte Involcan Position der 5 Austrittsstellen. Sie liegen in einem sehr flachen Bereich an der Küstenlinie in 64 bis 88 Meter Tiefe. Ein Vulkankegel hat bereits eine Höhe von ca. 48 Meter erreicht. Zum Glück sind keine großen Mengen magmatischen Materials ausgetreten. In diesen geringen Tiefen besteht immer die Gefahr einer "Wasserdampfexplosion". Das hätte man dann aber sicher bemerkt.
Wie die Involcan noch mitteilte, wurden die Daten und Unterlagen zu den jetzt aufgefundenen Ausbruchstellen nicht von der IGN geliefert. Die Involcan musste sich erst mühsam von den einzelnen Instituten das Material zusammen suchen.
Ich gehe eigentlich davon aus, daß es der staatlichen IGN bisher schlicht unbekannt war, was sich überhaupt an der Westspitze ereignet hat. Das Interesse der IGN an El Hierro scheint heute nicht mehr allzu groß zu sein. Es gibt keine laufenden Gasmessungen. Zumindest werden keine Messergebnisse mehr veröffentlicht. Auch der Außenposten - das IGN Büro in La Restinga - soll wie zu hören, nur noch sporadisch besetzt sein. Ideale Voraussetzungen für eine umfassende Vulkanbeobachtung.
Von der Eruptionstelle des Eldiscreto im Süden haben wir nun besseres Kartenmaterial. So wie hier aus dem Forschungsbericht der Universität Las Palmas de Gran Canaria. Die Austrittstelle liegt genau in einer Tiefe von 225 Meter. Damit hat der Kegel eine Höhe von 137 Meter (noch 88 m bis zur Meeresoberfläche) erreicht. Schön ist auch das steile Gefälle, ein Barranco, zu erkennen. Es fällt von 225 m auf 1000 m Tiefe bei einer Strecke von rund 4 Kilometer ab. Durch diese Schlucht ist größtenteils die ausgeworfene Lava abgeflossen.
Donnerstag, 7. Februar 2013
El Hierro Vulkan - weitere Details
Labels:El Hierro,Kanarische Inseln,Kanaren,Spanien
Eldiscreto,
Erdbeben,
IGN,
Involcan,
Vulkan
Mittwoch, 6. Februar 2013
El Hierro Vulkan - weitere Eruptionsstelle entdeckt
Im Juni/Juli 2012 gab es nach dem Bebenschwall vor der Westküste von El Hierro noch eine Zweite Eruption. Mit dieser "spektakulären" Neuigkeit trat gestern die Involcan an die Öffentlichkeit.
Alle Kanarischen Fernsehsender und Zeitungen berichten heute darüber. Entdeckt hatte ich diese Eruption bereits am 25.Juli 2012 und die Aufnahme geschossen. Dazu aber weiter unten mehr.
Die Involcan (Instituto Volcanologico de Canarias) bestätigt, daß es neben dem Eldiscreto Ausbruch bei La Restinga eine weitere unterseeische Eruption an der Westspitze im Juni/Juli 2012 gegeben habe. Aus mindestens 5 Schloten (Grafik 1-5 rot) trat ca. 2 km vor der Küste magmatisches Material aus. Die Vulkanschlote liegen nur 64 bis 88 Meter unter dem Meeresspiegel. Das sei das überraschende Ergebnis von einzelnen Wissenschaftlern (nicht Instituten) der Involcan, des Instituto Geologico y Minero de Espana (IGME) und Instituto de la Marina (IHM).
Viele Daten seien mit dem im Sommer 2012 vor der Küste operierenden ozeanographischen Forschungsschiff " Hesperides" gewonnen worden.
Es habe im Juni 2012 viele Warnzeichen für einen bevorstehenden Ausbruch gegeben. So sei ein starker Anstieg von Radon gemessen worden, der beim Höhepunkt das 10-fache des Normalwertes erreichte. Auch das Isotopenverhältnisse 3He/4He in Helium sei im Grundwasser extrem angestiegen. Viele - auch über ML2,5 Beben und eine starke Verformung der Inseloberfläche um 3 cm horizontal und vertikal seien sichere Anzeichen für einen bevorstehenden Ausbruch gewesen.
Die jetzige Entdeckung sei von großer wissenschaftlicher Bedeutung, um die aktuelle magmatische Reaktivierung unter El Hierro neu Beurteilen und Einschätzen zu können. Wichtig sei es auch für die Prävention und Sicherheit der Einwohner.
Glücklicherweise habe die "unentdeckte" Eruption keine Auswirkungen auf die Inselbewohner gehabt.
Auf dem nächsten internationalen Geologen-Kongress "European Geosciencis" in Wien vom 7. bis 12. April 2013 sollen die Forschungsergebnisse offengelegt und diskutiert werden.
Für mich waren die "Neuentdeckungen" keine Überraschung. Hier auszugsweise noch einmal mein Beitrag vom 25.7.2012 hier im Blog.
Nur ein Beben gestern Abend um 20.11 Uhr von ML1,7 - von der IGN inzwischen nochmals überprüft und von ML1,6 auf 1,7 korrigiert - erfolgte in nur 1 km Tiefe. Das Zentrum lag ca. 3 km vor der Küste unterhalb des Lomo Negro II. Zufällig führte am gestrigen Nachmittag unser Weg, zusammen mit meinem GEO Begleiter, an dieser Stelle vorbei.
Uns fiel bereits gegen 14.00 Uhr eine auffällige Meeresverfärbung auf. Verfärbungen gibt es immer wieder, aber diese war doch ungewöhnlich. Ein "Grünton" den ich so nur von der Eldiscreto Eruption kenne. Mein Begleiter - der Journalist Claus Peter Lieckfeld - machte mich sofort auf diese Besonderheit aufmerksam. Mit dem Fernglas beobachteten wir diesen grünen Teppich der sich über ca. 100 m erstreckte. Auf den Fotos kommt die grüne Färbung nicht richtig zur Geltung. In Natura war er wesentlich kräftiger.
Ich tat es zunächst als natürliche Meeresverfärbung ab die durch Algen oder andere Lebensformen hervorgerufen werden können (zum Vergrößern Bild anklicken). Erst einige Stunden später durch den Erdstoß um 20.11 Uhr wurde mir schlagartig klar, daß hier ein Zusammenhang bestehen muß. Das Beben in 1 km Tiefe erfolgte exakt in dieser Stelle, nur etwas weiter vor der Küste.
Es sind unsere Beobachtungen die noch nicht wissenschaftlich bewertet wurden. Durchaus könnte es sein, daß hier bereits Gase aus dem Meeresboden entweichen, die die Färbung verursachen.
Direkt zum Artikel "Neuer Gasaustritt" vom 25.7.2012.
Meine Feststellungen wurden im Sommer auch der staatlichen IGN - die eigentlich dafür zuständig ist - bekannt. Warum sie und der behördliche Krisenstab "Pevolca" nicht tätig wurden oder ihre Untersuchungsergebnisse unter Verschluss hielten, ist mir nicht bekannt.
Von der Involcan Veröffentlichung wusste ich bereits seit einer Woche. Ich gönne der Involcan und ihrem Leiter Dr. Nemesio Perez den jetzigen Aufmerksamkeits Rummel und gratuliere für den Mut. Wenigstens eine Organisation die umfassend relevante Dinge an die Öffentlichkeit bringt. Behödenvertreter waren bei der Präsentation nicht anwesend.
Die Zeitung Diario de Avisos (Principia) stellt bereits fest: Eine neue offene wissenschaftliche Diskussion über die El Hierro Vulkanüberwachung hat begonnen. Wird es Konsequenzen geben?
Dienstag, 5. Februar 2013
El Hierro Vulkan - ein Calima kommt
NEWS:
16.26 Uhr - ich mag es noch nicht genau einschätzen. Aber seit heute Morgen sind stärkere Zitterbewegungen auf dem Seismogramm zu beobachten - wie in den Kommentaren bereits festgestellt. Das Wetter ist bis auf den Calima normal. Kein Regen - aber vielleicht ein etwas stärkerer Seegang als üblich (komme gerade vom Hafen). Ob es die Wellen sind oder ob ein Tremor eingesetzt hat, ist im Moment schwer zu beurteilen.
Heute hat die Involcan mitgeteilt, daß im Juli 2012 tatsächlich eine erneute unentdeckte Eruption im Westteil, ca. 2 km vor der Küste stattgefunden hat. Morgen dazu mehr.
Gestern Abend um 21.27 Uhr ein kleiner Erdstoß von ML1,2 in 13 km Tiefe um den Tanganasoga.
So sah der über die Kanaren fliegende NASA Satellit gestern um 14.45 Uhr die östlichen Inseln. Ein Sandsturm aus der Sahara erfasst die Insel Fuerteventura und hüllt sie unter einer Staubschicht ein. Fuerteventura liegt gerade einmal 100 km westlich von der afrikanischen Küste entfernt.
Dieses Wetterphänomen nennt man hier "Calima" und tritt 3 bis 4 mal im Jahr auf und kann auch die entfernten Inseln El Hierro, La Gomera und La Palma erfassen. Der Sandschleier wirkt dann wie ein Treibhaus und lässt die Inseltemperaturen innerhalb weniger Stunden um bis zu 10°C ansteigen. Die Luftfeuchtigkeit sinkt schlagartig von normal 60- 70% auf 0- 10% Luftfeuchte.
In den Wintermonaten durchaus eine angenehme Erscheinung - im Sommer aber fast unerträglich heiß. Menschen mit Atembeschwerden bleiben dann besser im Haus.
Diese Wettererscheinung hält sich meist für 3 Tage. Sobald der Wind auf Nordost dreht und der Passat die Oberhand übernimmt, ist der Spuk genauso schnell wieder vorbei.
16.26 Uhr - ich mag es noch nicht genau einschätzen. Aber seit heute Morgen sind stärkere Zitterbewegungen auf dem Seismogramm zu beobachten - wie in den Kommentaren bereits festgestellt. Das Wetter ist bis auf den Calima normal. Kein Regen - aber vielleicht ein etwas stärkerer Seegang als üblich (komme gerade vom Hafen). Ob es die Wellen sind oder ob ein Tremor eingesetzt hat, ist im Moment schwer zu beurteilen.
Heute hat die Involcan mitgeteilt, daß im Juli 2012 tatsächlich eine erneute unentdeckte Eruption im Westteil, ca. 2 km vor der Küste stattgefunden hat. Morgen dazu mehr.
Gestern Abend um 21.27 Uhr ein kleiner Erdstoß von ML1,2 in 13 km Tiefe um den Tanganasoga.
So sah der über die Kanaren fliegende NASA Satellit gestern um 14.45 Uhr die östlichen Inseln. Ein Sandsturm aus der Sahara erfasst die Insel Fuerteventura und hüllt sie unter einer Staubschicht ein. Fuerteventura liegt gerade einmal 100 km westlich von der afrikanischen Küste entfernt.
Dieses Wetterphänomen nennt man hier "Calima" und tritt 3 bis 4 mal im Jahr auf und kann auch die entfernten Inseln El Hierro, La Gomera und La Palma erfassen. Der Sandschleier wirkt dann wie ein Treibhaus und lässt die Inseltemperaturen innerhalb weniger Stunden um bis zu 10°C ansteigen. Die Luftfeuchtigkeit sinkt schlagartig von normal 60- 70% auf 0- 10% Luftfeuchte.
In den Wintermonaten durchaus eine angenehme Erscheinung - im Sommer aber fast unerträglich heiß. Menschen mit Atembeschwerden bleiben dann besser im Haus.
Diese Wettererscheinung hält sich meist für 3 Tage. Sobald der Wind auf Nordost dreht und der Passat die Oberhand übernimmt, ist der Spuk genauso schnell wieder vorbei.
Montag, 4. Februar 2013
El Hierro Vulkan - die La Palma Theorie
NEWS:
12.58 Uhr - Es bleibt ruhig. Bisher keine weiteren Erdstöße.
Heute möchte ich mich weiter mit der Entstehung der Kanarischen Inseln und mit einer Theorie zu La Palma befassen, die um die Jahrtausendwende international für Schlagzeilen gesorgt hat. Noch heute sprechen mich häufig Gäste an: "Was ist denn mit dem Abrutschen der Insel La Palma".
Eine Sache die mich persönlich über Jahre schon beschäftigt. Schließlich lebe ich auf dieser Insel und möchte auch gerne wissen, was mir in Zukunft vielleicht noch blüht.
Es ist ein "heißes Thema" und ich werde es nach bestem Wissen einmal behutsam angehen.
Um den Hindergrund und die Motivation von Dr Simon Day etwas besser zu verstehen muß man wissen, daß das Benfield Hazard Research Centre, ein Institut für Risikoforschung ist und sich mit den Folgewirkungen von Naturkatastrophen beschäftigt. Auftraggeber und Finanziers sind meist große amerikanische Versicherungs- Gesellschaften die mit den Forschungsergebnissen ihre zukünftigen Risiken besser einschätzen wollen.
Direktor des Benfield Hazard Research Centre ist übrigens der Geologe und Vulkanologe Prof. Bill McGuire, der aus vielen Wissenschaftsendungen bekannt ist. Er ist auch Autor von mehreren Fachbüchern die sich nicht nur mit Vulkanen sondern auch mit der Klimaerwärmung oder Meteoriteneinschläge und den daraus entstehenden Folgewirkungen beschäftigt.
Es sind alles anerkannte Wissenschaftler die nach neuesten wissenschaftlichen Methoden arbeiten und gemäß ihrer Aufgabenstellung auch nicht gern gehörte, aber mögliche "Horror" Theorien entwerfen. Soviel zur Ehrenrettung.
Was die Presse dann daraus macht ist ein anderes Kapitel.
Das 1994 gestartete Forschungsprojekt von Dr. Simon Day sollte mögliche Tsunami- Risiken für die USA heraus finden. Ein Tsunami kann durch großflächige Verwerfungen am Meeresgrund (siehe Indischer Ozean), durch einen Kometeneinschlag oder auch durch das Abrutschen von großen Landmassen ins Meer entstehen.
Was lag also näher sich die in Reichweite liegenden Inseln einmal genauer anzuschauen. Auch wenn die Kanarischen Inseln einige Tausend Kilometer vom amerikanischen Kontinent entfernt liegen, hindert keine dazwischen liegende Landmasse einen evtl. Tsunami in den USA seine Gewalt zu entfalten.
Die Insel La Palma kam ins Visier.
Aufgrund ihrer hohen Berge (Roque de los Muchachos 2424 m) und vieler weiteren über 2000 Meter hohen Gebirge und der kleinen aus dem Meer heraus ragenden Grundfläche von nur 708 km², gilt sie als steilste Insel der Welt.
Wenn nicht hier wo dann, könnte in Zukunft ein gigantischer Bergrutsch erfolgen.
Dr. Simon Day entdeckte am Westhang eine Spalte von über einem Kilometer Länge, die 1949 beim Ausbruch des Vulkan San Juan entstanden war. Sie hat eine Breite von 2 bis 4 Meter und soll bis zum Meeresgrund reichen.
Durch eingedrungenes Wasser könnte sich bei einem der nächsten Vulkanausbrüche eine explosive Eruption entwickeln und den gesamten Westteil der Insel absprengen. Die in das Meer abrutschenden Gesteinsmassen von mehreren Kubikkilometern Größe würden einen "Mega Tsunami" auslösen, der 6 Stunden später die Küste der USA mit einer Wellenhöhe von 20 bis 50 Meter erreichen wird. So seine Theorie.
Was es tatsächlich mit dieser Theorie auf sich hat und welche optischen und geologischen Veränderungen vor Ort heute erkennbar sind, in den nächsten Tagen dazu mehr.
12.58 Uhr - Es bleibt ruhig. Bisher keine weiteren Erdstöße.
Heute möchte ich mich weiter mit der Entstehung der Kanarischen Inseln und mit einer Theorie zu La Palma befassen, die um die Jahrtausendwende international für Schlagzeilen gesorgt hat. Noch heute sprechen mich häufig Gäste an: "Was ist denn mit dem Abrutschen der Insel La Palma".
Eine Sache die mich persönlich über Jahre schon beschäftigt. Schließlich lebe ich auf dieser Insel und möchte auch gerne wissen, was mir in Zukunft vielleicht noch blüht.
Es ist ein "heißes Thema" und ich werde es nach bestem Wissen einmal behutsam angehen.
5. La Palma - Die Tsunami-Theorie
Wie die Überschrift schon sagt, handelt es sich um eine Theorie des englischen Vulkanologen Dr. Simon Day vom Benfield Hazard Research Centre und Dr. Steven Ward von der Universität Kalifornien. Mit der Veröffentlichung ihrer Forschungsergebnisse zu einem möglichen Abrutschen des Westteil von La Palma haben die Wissenschaftler 1998 ein breites Presseecho erhalten, das auch in einer Dokumentation der BBC verfilmt wurde. Wie an vielen Theorien ist auch hier etwas dran, das allerdings im Folgeszenario fast einen halben Weltuntergang prognostizierte.Um den Hindergrund und die Motivation von Dr Simon Day etwas besser zu verstehen muß man wissen, daß das Benfield Hazard Research Centre, ein Institut für Risikoforschung ist und sich mit den Folgewirkungen von Naturkatastrophen beschäftigt. Auftraggeber und Finanziers sind meist große amerikanische Versicherungs- Gesellschaften die mit den Forschungsergebnissen ihre zukünftigen Risiken besser einschätzen wollen.
Direktor des Benfield Hazard Research Centre ist übrigens der Geologe und Vulkanologe Prof. Bill McGuire, der aus vielen Wissenschaftsendungen bekannt ist. Er ist auch Autor von mehreren Fachbüchern die sich nicht nur mit Vulkanen sondern auch mit der Klimaerwärmung oder Meteoriteneinschläge und den daraus entstehenden Folgewirkungen beschäftigt.
Es sind alles anerkannte Wissenschaftler die nach neuesten wissenschaftlichen Methoden arbeiten und gemäß ihrer Aufgabenstellung auch nicht gern gehörte, aber mögliche "Horror" Theorien entwerfen. Soviel zur Ehrenrettung.
Was die Presse dann daraus macht ist ein anderes Kapitel.
Wie entstand das Szenario?
Das 1994 gestartete Forschungsprojekt von Dr. Simon Day sollte mögliche Tsunami- Risiken für die USA heraus finden. Ein Tsunami kann durch großflächige Verwerfungen am Meeresgrund (siehe Indischer Ozean), durch einen Kometeneinschlag oder auch durch das Abrutschen von großen Landmassen ins Meer entstehen.
Was lag also näher sich die in Reichweite liegenden Inseln einmal genauer anzuschauen. Auch wenn die Kanarischen Inseln einige Tausend Kilometer vom amerikanischen Kontinent entfernt liegen, hindert keine dazwischen liegende Landmasse einen evtl. Tsunami in den USA seine Gewalt zu entfalten.
Die Insel La Palma kam ins Visier.
Aufgrund ihrer hohen Berge (Roque de los Muchachos 2424 m) und vieler weiteren über 2000 Meter hohen Gebirge und der kleinen aus dem Meer heraus ragenden Grundfläche von nur 708 km², gilt sie als steilste Insel der Welt.
Wenn nicht hier wo dann, könnte in Zukunft ein gigantischer Bergrutsch erfolgen.
Dr. Simon Day entdeckte am Westhang eine Spalte von über einem Kilometer Länge, die 1949 beim Ausbruch des Vulkan San Juan entstanden war. Sie hat eine Breite von 2 bis 4 Meter und soll bis zum Meeresgrund reichen.
Durch eingedrungenes Wasser könnte sich bei einem der nächsten Vulkanausbrüche eine explosive Eruption entwickeln und den gesamten Westteil der Insel absprengen. Die in das Meer abrutschenden Gesteinsmassen von mehreren Kubikkilometern Größe würden einen "Mega Tsunami" auslösen, der 6 Stunden später die Küste der USA mit einer Wellenhöhe von 20 bis 50 Meter erreichen wird. So seine Theorie.
Was es tatsächlich mit dieser Theorie auf sich hat und welche optischen und geologischen Veränderungen vor Ort heute erkennbar sind, in den nächsten Tagen dazu mehr.
Sonntag, 3. Februar 2013
El Hierro Vulkan - Azoren Beben
NEWS:
Gestern und heute Morgen zwei schwache Erdstöße nach der IGN Auflistung (oben). Das ML0,9 Beben erfolgte im Süden um den Eldiscreto. Leider konnte die Ausgangstiefe nicht ermittelt werden.
Etwas heftiger ging es um 2.08 Uhr heute weiter nördlich zur Sache. Ein ML4,9 Beben in 17 km Tiefe bei Cabo de San Vicente auf den Azoren. Die Azoren gehören genauso wie Madaira, die Kanaren und die südlich liegenden Kapverdischen Inseln zu den aktivsten Vulkan- und Bebengebieten im Nordatlantik. Diese Inselgruppen werden im botanischen Sinne auch Makaronesien (Inseln der Glückseligen) genannt. Fälschlicher Weise oft auch als "Makronesien" (weite Inseln) bezeichnet.
Gestern und heute Morgen zwei schwache Erdstöße nach der IGN Auflistung (oben). Das ML0,9 Beben erfolgte im Süden um den Eldiscreto. Leider konnte die Ausgangstiefe nicht ermittelt werden.
Etwas heftiger ging es um 2.08 Uhr heute weiter nördlich zur Sache. Ein ML4,9 Beben in 17 km Tiefe bei Cabo de San Vicente auf den Azoren. Die Azoren gehören genauso wie Madaira, die Kanaren und die südlich liegenden Kapverdischen Inseln zu den aktivsten Vulkan- und Bebengebieten im Nordatlantik. Diese Inselgruppen werden im botanischen Sinne auch Makaronesien (Inseln der Glückseligen) genannt. Fälschlicher Weise oft auch als "Makronesien" (weite Inseln) bezeichnet.
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