Jetzt wissen wir etwas mehr. Gestern wurden die Ergebnisse der Unterwasser- untersuchungen vor La Restinga bekannt gegeben.
Wir haben es mit insgesamt drei Eruptionspunkten ca. 1- 1,5 km vor der Südküste zu tun. Der Eldiscreto spuckt also aus drei Vulkanschloten sein magmatisches Material aus. Diese Krateröffnungen liegen laut den Veröffentlichungen nahe beieinander und werden von nur einem Magmakanal aus der unter dem Golfo liegenden Hauptkammer mit Material versorgt.
Die Austrittsöffnungen dieser Krater liegen zwischen 150 m und 180 m unter der Meeresoberfläche. Das Ergebnis der Untersuchung des Forschungsschiff "Roman Margalef" spricht von 160 - 180 m, während die "Sarmiento de Gamboa" Wissenschaftler von nur 150 m ausgehen.
Der Großteil der bisher ausgetretenen Lava fand seinen Weg auf dem Meeres- boden. Die Lavazungen sollen sich in einem Gebiet der Größe von 1700 m bis 2000 m ausgebreitet haben.
Wer sich im gestrigen Beitrag die Reliefkarte der Unterwasserwelt vor der Südküste von El Hierro genau angeschaut hat erkannte, daß bei dem nach Süden verlaufenden Bergkamm genügend Füllraum nach Osten bzw. Westen vorhanden ist. Die Wissenschaftler sprechen allerdings von einer Ausdehnung der Lava nach Norden. Genaueres wird man erst nach Vorlage einer genauen Modellgrafik gewinnen können.
Der Katastrophenstab (Pevolca) hat daraufhin bei seiner gestrigen Sitzung beschlossen, die Warnstufe für Restinga von "Rot" auf "Gelb" zu senken und eine Meerespassage von 450 m Breite für die Schiffe von Restinga zu öffnen. Dieser Korridor führt vom Hafen La Restinga Richtung Osten bzw. Norden am Küstenabschnitt vorbei.
Begründet wurde diese Entscheidung mit der abnehmenden Bebentätigkeit und dem rückläufigen Magmaausstoß und sich einer stabilisierenden Lage.
Am Mittwoch gab es im Golfo nur wenige Beben, das letzte in der heutigen Nacht um 0.38 Uhr mit 2,2 RSk. in 22 km Tiefe.
Auch der Tremor (aufsteigende Magma) ist heute in der Nacht gegen 4.25 Uhr plötzlich zusammen gebrochen und verläuft seitdem nur noch als schmales Band. Wie ich meine, eine richtige Entscheidung des Krisenstabes. Nach der Aufhebung der Evakuierung von Restinga vor zwei Wochen wurde damals bereits faktisch die Gefahrenklasse herabgestuft.
Bedenken habe ich allerdings gegen die Schiffahrtspassage, da die Boote unmittelbar an den Eruptionsstellen vorbei fahren müssen und eine plötzlich erneut einsetzende starke Eruption mit Wasserstrudel und Auswurf von Lava nicht ausgeschlossen oder sogar wahrscheinlich ist. Eine Gefahr für die Boote und die im Hafen dann vielleicht eingeschlossenen Schiffe. Bewusst muß allerdings auch sein, daß Restinga ein Fischerdorf ist und vom Meer lebt und davon partizipiert. Inwieweit jetzt allerdings Fischfang oder Tauchsport überhaupt möglich ist, wird sich noch erweisen.












