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Montag, 22. Oktober 2012

El Hierro Vulkan - rund um den Eldiscreto

NEWS:

Am Sonntag gab es insgesamt 5 Beben. Ein Schwerpunkt war nicht auszumachen. Die Erdstöße verliefen vom Süden über den Tanganasoga bis vor die Küste des Golfo. Der stärkste Erdstoß mit ML2,1 um 8.19 Uhr erfolgte im Nordwesten einige Kilometer vor der Küste in 28 km Tiefe (IGN Grafik). Auf der Erd-bzw. Meeresoberfläche war von den unterirdischen Aktivitäten nicht das Geringste auszumachen. Ideale Bedingungen für die geplanten Wochenend- Veranstaltungen.

Auch diese großen Meerestiere wie der am 7. Oktober 2012 vor der Küste von La Restinga beobachtete Walhai (Foto) verirren sich ab und zu in küstennahe Gewässer. Der Walhai (Rhincodon typus) ist der größte Hai und zugleich der größte Fisch der Gegenwart. Sie ernähren sich ähnlich wie Riesenhaie und Riesenmaulhaie von Plankton und anderen Kleinstlebewesen, die sie durch Ansaugen des Wassers filtrieren. Nach neueren Untersuchungen fressen sie aber auch Fische bis zur Größe von Makrelen und kleinen Thunfischen. Wegen seiner Nahrungsspezialisierung ist dieser Hai ungefährlich für den Menschen (Wikipedia).
Das komplette Video der Walhai Beobachtung habe ich am Ende angehängt.

16. Open Fotosub in La Restinga

Karin (danke) war am Wochenende vor Ort und schildert ihre Eindrücke:

Bin gerade aus La Restinga zurück und noch immer ganz im Bann vom Fotosub und dem Fast - Vulkanschwimmen. Bei strahlendem Sonnen und Mondschein, Windstille und angenehmen Temperaturen herrschte im kleinen Fischerdorf La Restinga am Wochenende reges Treiben, obwohl auf der anderen Seite der Insel die La Peña Jungfrau mit Prozession und typischen gratis Leckereien befeiert wurde.
Die bunte Abschlussveranstaltung des 16. Open Fotosub am Samstag Abend auf der Hafenmole war ein voller Erfolg. Ca. 300 Zuschauer liessen sich von den technisch ausgefeilten Unterwasseraufnehmen erstklassiger Fotografen begeistern und auch der Jury ist es sicher nicht leicht gefallen, die gesponserten Prämien im Gesamtwert von 15.000 € unter nur 9 der 22 Teams zu verteilen. Laut Fandiving soll das Niveau und die Qualität der Fotos noch nie so hoch gewesen sein wie in diesem Jahr. Arturo Telle von Gran Canaria bekam für seine atemberaubenden Serien den ersten Preis, aber die eigentliche Sensation ist, dass es wieder Leben im Mar de Las Calmas gibt. Schneller als erwartet erholt sich die Natur vom Vulkanausbruch des letzten Jahres und nicht nur kleine Fische wuseln in den atlantischen Tiefen.
Das Siegerfoto geschossen von Arturo Telle. Weitere prämierte Aufnahmen findet man bei El Hierro Digital.






























Vulkanschwimmen (Travesia A Nado Volcan De Las Calmas)
Auch die 121 Vulkanschwimmer versammelten sich am späten Samstag Nachmittag zu einer Informationsveranstaltung im Zelt auf der Mole und man konnte die Neugierde und spannungsvolle Erwartung der Sportler geradezu spüren. Bedingt durch die starke Strömung der vergangenen Tage Richtung Eldiscreto kam Plan B zum Einsatz, alternativ von Tacoron (6,4 km) und von Puerto Naos (2,5 km) entlang der Küste nach La Restinga zu schwimmen. Über mehrere Monate wurden Wetter, Wind und Strömung geradezu wissenschaftlich beobachtet und ausgewertet, um so die Sicherheit der Teilnehmer garantieren zu können. Vulkanschwimmen wäre toll gewesen, aber die Erlaubnis zu erhalten, durch die streng kontrollierte Reserva Marina schwimmen zu dürfen war auch etwas Besonderes, zumal dort Wale (ganz harmlose) beobachtet wurden.
Geni, vom Sportverein Nisdafe, und seinen 60 freiwilligen Helfern ist ein organisatorisches Meisterstück gelungen. Die Fischer von La Restinga markierten mit mehreren ihrer Boote die Route und andere schwammen für evtl. auftretende Notfälle nebenher. Außerdem stand, man höre und staune, ein Rettungshubschrauber für den Fall der Fälle bereit (wie die Veranstalter das erreicht haben, werde ich noch recherchieren...).
Sonntag früh brachte ein Bus die 81 (darunter 11 Frauen) Schwimmer der 6,4 km Route mit ihren Neoprenanzügen und Brillen nach Tacoron, die 40 (14 Frauen) der kürzeren Strecke kamen in den Genuss des Sahnestückchens, erst mit Fischerbooten in Tacoron den Start der Langstreckler zu erleben und dann selbst in Puerto Naos direkt ins Wasser gelassen zu werden.
Nach 35 Minuten belegten 3 Jungen zwischen 14 und 17 überzeugend die ersten 3 Plätze der Kurzstrecke und nach einer Stunde und 30 Minuten stiegen Arm in Arm die beiden Sieger der Langstrecke aus dem Wasser. Erschöpfte Sportler mit strahlenden Gesichtern, viel Lob, Begeisterung über die Schönheit der Natur und die Zusicherung im nächsten Jahr wieder dabei zu sein waren der Lohn für die Knochenarbeit der Organisatoren.
Beide Veranstaltungen waren ein echtes Aushängeschild für El Hierro und die zu erwartenden Fotos und Videoclips werden sicher viele Menschen neugierig auf unser schönes Inselchen machen.
 

Das von Günter Baumgartel von der TauchBasis FanDiving aufgenommene Video vom 7.10.2012.

Donnerstag, 30. August 2012

El Hierro Vulkan - doch keine erhöhte Gasemission

NEWS:

Die Beben werden weniger. Gestern nur noch 3 Erdstöße, heute Morgen um 5.51 Uhr ein ML1,3 in 10 km Tiefe an der Golfoküste.
Keine erhöhten Gaswerte!  Zu diesem Ergebnis haben gestern Telefonate, Diskussionen und Kommentare beigetragen. Auch steht seit heute Morgen wieder die Messwert-Tabelle des Gobierno de Canarias (danke) online in Echtzeit zur Verfügung (links). Manches bewirkt anscheinend Wunder. Dieser Messwagen steht neben dem IGN Zentrum am Sportplatz von La Restinga (ich hatte darüber berichtet). Anwohner sowohl im südlichen Golfo als auch in Restinga können von keinen besonderen Gerüchen oder sonstigen Abnormitäten berichten. Trotzdem kursieren auch heute wieder in einigen Medien entsprechende Meldungen.
Es sei mir aber hier grundsätzlich gestattet, diese Frage zur Diskussion zu stellen. Nur so kommen wir zu einem Ergebnis.

Ein anderes Thema



La Restinga hat neben dem nicht sichtbaren Eldiscreto auch Optisch und Kulinarisch einiges zu bieten. Wie wäre es denn mit einem fangfrischen Fisch der so liebevoll auf dem Tisch (war fast zu klein) wie oben präsentiert wird. Ob ein Bonito (Pelamide), Rape (Seeteufel), eine Dorada (Goldbrasse) oder ein Vieja. Ein Kräuter-Knoblauchbrot als Appetitholer - die Papas arugadas im Kreis serviert und natürlich die typischen hausgemachten Mojosossen. Dazu ein Glas Vino Tinto aus dem Golfotal. Es hat sehr gut geschmeckt und daher bekommt das Restaurant "La Vieja Pandorga" meine Empfehlung. Es liegt in einer Seitenstraße zur Promenade in Restinga und ist eigentlich nicht zu übersehen.
 
Kleine Anmerkung am Rande: Bedient wurden wir vom Besitzer persönlich mit dem ich natürlich gleich ins Gespräch kam. Auf meine Frage ob der Fisch aus Restinga stammt, kam kurz und klar "Si".
 
Auf meinen daraufhin erstaunten und bohrenden Blick wohl wissend, daß hier zur Zeit nicht gefischt werden darf - der tatsächliche Ursprungsort: "Aus La Palma, aus Puerto Tazacorte". Also ein für mich heimischer Fisch auf einem La Restinga Teller.
 

. Neu fielen mir am Hafenbecken von La Restinga Ende Juli diese rostigen Monumente auf. Gusseiserne Tafeln, frisch einbetoniert, mit Auszügen von Wünschen, Beileidbekundungen und Anteilnahme an dem Eldiscreto Ereignis. Botschaften und Mitteilungen von den Nachbarinseln, die ihre enge Verbundenheit mit dem kleinen El Hierro hier dauerhaft zeigen. Die Tafel von Teneriffa hatte im Juli noch gefehlt - der Aufstellplatz war aber schon vorbereitet.
 

Dienstag, 4. Oktober 2011

El Hierro: Ruhestörung bei Nacht

... oder wenn der Vulkan anklopft.

Es ist schon irgendwie verhext. Immer zu Nachtzeiten ereignen sich die kräftigsten Erdbeben. Heute morgen um 2.10 Uhr wurden wieder viele Herrenos aus den Betten gerüttelt. Ein Beben der Stärke 3,6 auf der Richterskala, an der Küste im Süden, nahe beim Ort La Restinga ließ die Insel zittern.


La Restinga liegt am Südzipfel von El Hierro. Die roten Punkte kennzeichnen die letzten Erdstöße. Hier fand auch (siehe <<<) der starke nächtliche Erdstoß statt.
Auf der Grafik ist schön zu sehen, wie sich die Beben von Nordwesten über den Golfo Halbkrater, nun nach Süden verlagert haben. Das hat aber nicht auch zu bedeuten, daß sich dort das evtl. Event ereignet.

La Restinga, ein ehemaliges Fischerdörfchen, hat sich in den letzten Jahren neben dem Golfotal zu einem Touristenort gewandelt. Ähnlich wie wir das auf La Palma von Puerto Naos kennen. Ein großer Hafen wurde mit EU Mitteln errichtet. Ein stattlicher Hafen, der auch größeren Schiffe das Anlanden ermöglicht. Eine Spur zu groß, wie so einiges auf El Hierro. La Restinga und vor allem das umgebende Meer ist ein Eldorada für Taucher. Unter Kennern gilt diese Gebiet als das "Schönste" und fischreichste der Kanaren. Neu erbaute Appartmentanlagen, die meisten davon stehen leer, umgeben von Lava- und Steinwüste mit minimalem Bewuchs, lässt mein Herz beim Anblick nicht besonders hoch schlagen. Aber die Geschmäcker sind ja unterschiedlich.

Ja - und das ist mir noch im Hafen von La Restinga ins Auge gestochen. Ein richtiges U-Boot. Ein kleines, aber funktionsfähiges Submarine. Eigentümer ist die Inselregierung. Für wen und was brauchen die um himmelswillen ein solches Boot. Um vielleicht im Notfall auch unter Wasser Restinga verlassen zu können ? Der Betrachter rätselt ! Eine örtliche Zeitung beschrieb es als "Der 500.000.- Euro-Kadaver". Kurzum, es sollte einmal Touristen die fantastische Unterwasserwelt eröffnen. Allerdings kam es bisher nie zum Einsatz. In meinem Buch übrigens, habe ich mich genüsslich mit diesem "Kadaver" beschäftigt.

Sonntag, 24. Juni 2012

El Hierro - Spurensuche in La Restinga

NEWS: Kräftiges Beben von ML3,1 um 21.24 Uhr in 20 km Tiefe im Golfo.

15.30 Uhr - Alles ruhig - keine Beben und sehr entspannt. Die Lufttemperatur liegt im Norden bei 30° - im Süden bei 34°. Eine kräftige Brise mit aufgewühlter See und gut 22 - 23° Wassertemperatur.



Die Katamaran-Fähre "Bentago" von Fred Olsen beim Entladen im Hafen "Puerto de la Estaca" von El Hierro. Immerhin hatten wir auf der Überfahrt von La Gomera nach El Hierro einen Wal und mehrere Delphine beobachten können.

Dieser Blick von unserer Terrasse in der kleinen Bucht von Tamaduste (oben) entschädigt für alle Strapazen. Auf geht es nach Süden. Vom bautechnisch windigen Mirador Tanajara mit El Pinar im Hindergrund hat man bereits einen ersten Fernblick nach La Restinga. Im Sockel und den Mauern dieses Mirador finden sich recht interessante Lavaeinschlüsse von Pflanzen und Muschelschalen. In El Pinar war während der Eruption das Presse- und Informationzentrum eingerichtet und auch die erste private Webcam mit den verdreckten Linsen (Sie erinnern sich) installiert.
In der Ferne, rechts vom Bergkamm, ist der Hafen von La Restinga auszumachen. Die Entfernung dürfte ca. 10 km betragen. Die dunklen Linien auf dem Bergkamm sind Lavasteinmauern und haben die Grenzen zum Nachbargrundstück und den Raum für die dort weidenden Ziegen abgegrenzt. Heute trifft man im Südbereich wegen der Trockenheit und dem dürftigen Nahrungsangebot kaum noch auf Ziegenherden.
La Restinga wie es leibt und lebt. Vielleicht noch etwas ruhiger als wie in den Vorjahren, aber alles geht wie gewohnt seinen ruhigen Gang. Einige Touristen am Strand und in den schwach besetzten Bars und Cafe`s auf der Promenade. Die Fischerboote dümpeln angebunden vor sich hin. Die kleine Fischverkaufs-Halle im Hafen ist geschlossen. Gewundert hat mich allerdings der reiche Fischbesatz im Hafenbecken. Hier konnte ich keine Unterschiede zu den Vorjahren feststellen.




Der Blick über die neue Hafenmole von der Positionslampe an der Hafeneinfahrt. Im Hindergrund liegt die rote Salvamar Adhara, das Rettungsboot, welches in den vergangenen Monaten oft bei der Bergung der rauchenden Lavaklaster eingesetzt war. Trotz der heißen und dampfenden an Bord geholten Lavabrocken sind keine Brand oder Schmauchspuren auf dem Deck zu erkennen. Die Adhara wurde vor zwei Jahren erst in Dienst gestellt und ich hatte die Übergabe damals selbst miterlebt.
Es stellt sich nun die Frage " Wo ist das Cabildo U-Boot - der Kadaver? Er lag wochenlang als einziges Meeresfahrzeug fast alleine im Hafenbecken. Jetzt ist es wieder an Land hinter Schloss und Riegel und wartet auf einen Pächter.

Im Strandbereich von La Restinga ist wegen "Steinschlaggefahr" ein Teil der Ruheplätze an der Felswand abgesperrt. Durch die vermehrten Beben haben sich doch einige Felsbrocken gelöst und sind herabgestürzt. Andere drohen noch herab zu stürzen.



Eine kleine Fiesta gestern Abend unweit von unserem Haus, mit Folklore, Sardinas und Papas y Mojo galt nicht uns. Den" Dia de San Juan" eine Art Sonnenwendfest galt es zu Feiern. Zunächst natürlich auf Großbildschirm Spanien - Frankreich mit dem glorreichen 2:0 Sieg und anschließend viel Rum und Tanz bei voller Beschallung. Wie lange es noch ging - weiß ich nicht. Gegen 2.30 Uhr bin ich eingeschlafen.
Morgen geht es weiter direkt zu dem Lavahang oberhalb der Eruptionsstelle vom Eldiscreto mit einem Abstecher nach Tacoron der kleinen Badebucht, die wegen erhöhter Schwefel- und Kohlendioxidwerte für Monate gesperrt war. Wollen wir einmal sehen, was es hier neues festzustellen und zu beobachten gibt.

Dienstag, 18. August 2015

Der letzte Vulkanausbruch der Kanaren

Vulkan Eldiscreto schon Geschichte ?


Vor vier Jahren rückte die kleine Insel El Hierro plötzlich in den Mittelpunkt der Weltöffentlichkeit. Vermehrte Erdbeben deuteten darauf hin, dass in Kürze ein Vulkanausbruch zu erwarten war.

"Vulkanausbruch im Ferienparadies" war nur eine der Schlagzeilen.

In den Folgewochen kam es dann im Südteil vor La Restinga, zu einer Unterwassereruption, die den Vulkankegel des Eldiscreto erschuf. Eine sprudelnde und bunt gefärbte Meeresoberfläche, auftauchende Lavabrocken und eine erhöhte Gaskonzentration die zur Evakuierung des Küstenortes La Restinga führte.
Alles verlief zum Glück glimpflich und ohne Personenschäden. Aber der Schock sitzt immer noch tief. Es ist die Ungewissheit, ob eine neue Aktivität in der nächsten Woche oder erst wieder in einigen hundert Jahren erfolgt.

Erinnerungen an damals



Es sind nur wenige Zeugnisse, die heute an die damals dramatische Zeitspanne im Jahre 2011 erinnern. Optisch blieb nicht viel zurück. Es wurde kein sichtbarer Vorzeigevulkan, wie der Antonio oder Teneguia auf La Palma. Die Spitze des Vulkankegel ist nicht sichtbar und liegt 88 Meter unter der Meeresoberfläche. Nur eine Boje weist ca. 2 km vor der Küste auf den unter ihr liegenden Vulkan hin.


Ein im Februar 2015 eröffneter Geoparque an der HI-4 zwischen La Restinga und El Pinar und das Restingolita Museum (Foto) im Hafenort La Restinga stellen Fotos, Karten, Seismogramme und Unikate der erstmals mit einem weißen Kern ausgeworfenen Lava aus.

Mehrere Gedenktafeln im Hafen von La Restinga zeugen von dem Mitgefühl und der Anteilnahme der Menschen von den kanarischen Nachbarinseln, die alle auf einen guten Ausgang hofften. Solidarität unter den Canarios wird auch heute noch groß geschrieben.

Jeder Canario und hier lebende Mensch weiß, dass er auf einem Vulkan bzw. einem Hotspot lebt. Ohne vulkanische Aktivität gäbe es überhaupt keine der Kanarischen Inseln. Jederzeit kann sich ein Vulkan zurück melden. Man weiß aber auch, dass sich die Natur dafür Zeit lässt. Die letzten Vulkanausbrüche gab es 1949 und 1971 auf La Palma und 2011 auf El Hierro. Jede Generation hat also mindestens einmal die Chance oder das Pech, einen Vulkanausbruch Live mitzuerleben ...und Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich diese Regel.

In Angst lebt deshalb aber niemand. Allerdings steckt im Unterbewusstsein immer das oft verdrängte Gefühl - "Morgen oder nächste Woche könnte es vielleicht wieder los gehen".  Daran glauben möchte man nicht, aber die latente Unsicherheit ist im Innern vorhanden.

Klar ist aber auch, dass eine Vulkaneruption nicht plötzlich und von jetzt auf nachher erfolgt. Zumindest bei dem kanarischen Vulkantyp (soweit dokumentiert) gab es immer schon Tage oder Wochen zuvor eindeutige Anzeichen. Wer wollte hatte immer die Zeit, rechtzeitig die Flucht zu ergreifen. Aber es scheint menschlich zu sein, lieber - vielleicht auch aus Bequemlichkeit - nicht gleich das Schlimmste zu befürchten.

Auch auf El Hierro waren die Hinweise auf eine bevorstehende Eruption eindeutig. Hier mein Beitrag aus dem Jahre 2011 zum Nachlesen:


Weitere Erdstöße auf El Hierro 
vom Donnerstag, 25. August 2011

Auf der kleinen Nachbarinsel El Hierro werden seit dem 20.07.2011 vermehrt Erdbeben registriert. Täglich ereignen sich bis zu 170 Erdstöße im Bereich des Golfotales. 

Da es sich um schwache Beben bis zu 2,3 auf der Richterskala handelt, werden sie vom Menschen kaum wahrgenommen. 
Ungewöhnlich sind leichte Beben auf den Kanaren nicht. Nur die Häufung der Stöße lässt die Geologen aufhorchen. Sie beobachten derzeit genau die weitere Entwicklung.
Genau im jetzigen Golfotal auf der Nordwestseite von El Hierro hat sich vor ca. 20.000 Jahren ein gigantischer Bergrutsch ereignet, der die heutige Hufeisenform der Insel entstehen ließ. Die Tsunamie Auswirkungen waren damals noch in der Karibik spürbar.

In meinem 2010 erschienen Buch "Geheimnisvolles El Hierro " bin ich ausführlich auf diese Katastrophe eingegangen

Wer die Entwicklung von 2011 Nacherleben möchte, geht in den Chronik-Rückblick. ... oder besorgt sich gleich mein Buch "Eldiscreto - Chronologie des El Hierro Vulkan". Alles aufbereitet und bequem zum Nachzulesen.

Betzwieser, Manfred
Preis: 19,90 EUR

Samstag, 4. Juli 2015

El Hierro heute

Was gibt es Neues auf El Hierro


Vier Jahre ist es nun her, seit der Vulkan unter El Hierro sich mit neuen Leben füllte. Nach über 300 Jahren Ruhezeit rüttelte er mit fast 24.000 Erdstößen bis ML5,1 die Insel wieder wach. Die Eruption kurz vor der Küste von La Restinga lies damals Größeres befürchten.

Es gab ein seltenes Naturschauspiel mit bunt gefärbtem Meerwasser durch austretende Gase und Schwebepartikel. Über viele Quadratkilometer konnte sogar aus dem Weltall dieses Spektakel beobachtet werden.

Auch wurden erstmalig bei einem Vulkanausbruch weiße Lavabrocken mit schwarzem Schokoladenüberzug ausgeworfenen- die Restingolitas.

Ein neuer Unterwasservulkan wurde geboren. Noch 88 Meter unter der Meeresoberfläche verborgen – der Eldiscreto. Seitdem ist wieder Pause angesagt. Aber noch keine Ruhe. Immer wieder gab es in den vergangenen Jahren Erdbeben und auch die letzten Tage kleinere Erdstöße.

Auf der Insel läuft alles wieder seinen geregelten Gang. Die spanienweite Wirtschaftskrise hat auch auf El Hierro tiefe Einschnitte hinterlassen. Viele Bewohner sind ausgewandert und noch mehr arbeitslos. Die maßlose Bauwut und eine verfehlte Wirtschafts- und Subventionspolitik hat gravierende Spuren hinterlassen. Das eine ist Vergangenheit, aber an den Folgen wird die Insel noch lange zu knabbern haben.

Zu geblendet haben die Aussagen von bleibendem Wohlstand und Reichtum. Madrid hat es vorgemacht und jede spanische Region, Provinz und Gemeinde wollte das versprochene Wachstum auch nicht versäumen. An Stillstand oder gar Rückschritt dachten nur die Pessimisten. Aber so sollte es dann auch kommen. Jede Medaille hat zwei Seiten. Solange die Subventionen aus fremden Kassen fließen und keine nachhaltige eigene Wirtschaft aufgebaut wird, es es nur eine Frage der Zeit bis sich die Medaille dreht.

Von Betonpalästen, breiten Straßen, Wellness Bädern oder einem Kongresszentrum im Rohbau kann niemand leben. Das kostet nur Unterhalt oder wird Verrotten.

Jetzt müssen und werden kleinere Brötchen gebacken. Hier hat man es im Gegensatz zu Griechenland kapiert und ist mit kleinen Schritten dabei sich langsam zu erholen. Einschnitte im Sozialsystem, im Arbeitsrecht, Steuererhöhungen und die Streichung von Vergünstigungen sind nur einige Punkte … und dann soll noch ein Land finanziell auch aus spanischen Kassen am Leben gehalten werden, das mit aller Gewalt seinen hohen Lebensstandard behalten will. Das soll mal ein Ziegenhirte auf Europas südlichsten Zipfelchen verstehen.

Globalisierung heißt das Schlagwort, wenn weit ab vom Golfotal die EU Milliarden in der Akropolis versenkt werden. Solange aus Brüssel Mittel kamen wurden die auch ungefragt von El Hierro genommen. Jetzt wo es ans Zahlen geht, erinnert man sich gerne wieder an die eigenen Interessen und an die eigene Partei. Im Mai 2015 wurde der bisherige Inselpräsident Alpidio Armas (Koalition überregionaler Parteien) abgewählt und eine Dame – Belén Allende der nationalen Inselpartei AHI, zur Präsidentin gekürt …ob Fortschritt oder Rückschritt vermag ich nicht zu beurteilen.

Vielen, auch auf den Nachbarinseln, wird die Macht und das nebulöse Wirken des Beamtenapparat in Brüssel langsam unheimlich. Die anfängliche Euphorie vom Stern Europa ist längst verflogen. Der Regulierungswahn ist inzwischen in der letzte Bar in Tacoron angekommen. Nur noch eine auf Hygiene überprüfte Köchin darf jetzt die Pizza zubereiten. Schilder am Eingang sagen jetzt dem Gast, ob der Innenraum noch Kapazität aufnehmen kann oder die maximale Personenzahl bereits überschritten ist. Gemüseeinkauf geht nur noch mit dem Plastikhandschuh und die bisher kostenlosenTüten im Supermarkt kosten plötzlich Geld.

Nicht alles ist falsch. Aber damit ging das besondere Flair, die Atmosphäre und die gewissen Eigenarten immer mehr im Bürokratiesumpf verloren. Hatte man damals noch erwartungsvoll den teuren Euro gegen die Leichtmetall-Peseta eingetauscht, wäre ich mir heute nicht mehr so sicher.
Die langen Arme aus Brüssel, greifen schon bis zum Eldiscreto. Hier haben sie allerdings noch einmal ihr Füllhorn ausgeschüttet und den Bau eines Vulkanzentrum ermöglicht.

Der Vulkanpark von El Hierro


Der im Februar 2015 neu eröffnete Geoparque liegt an der HI-4 zwischen La Restinga und El Pinar, unweit der Abzweigung zur Badebucht Tacoron in einem renaturierten Steinbruch.
Auf den ersten Blick vielleicht etwas unscheinbar, ist er doch einen Besuch wert und bietet mit mehreren gut gemachten interaktiven Multimedia Shows eine Menge Informationen rund um den Unterwasservulkan vor La Restinga.  
Ralf Rehbock (Fotos) hat vor einigen Wochen El Hierro besucht und wird uns seine gewonnenen Eindrücke schildern (Danke).
In Vitrinen sind einige  Restingiolas zu sehen, die während der aktiven Phase vom Eldiscreto vor Restinga vom Rettungskreuzer aus dem Meer gefischt wurden.

Auf der kurzen geführten Wanderung zwischen den zwei Ausstellungsgebäuden macht eine Rangerin auf viele geologische Besonderheiten in dem Lavafeld aufmerksam an denen man sonst vielleicht achtlos vorbei gelaufen wären.

Sie hat auch erzählt das mitunter kleine Gruppen von Einwohnern aus Restinga vorbei schauen die sich dann oft sehr emotional an die Zeit der Evakuierungen erinnern. In einer Nacht und Nebelaktion mussten damals die Bewohner „Notevakuiert“ werden.

Hier die dramatischen Stunden zum Nachlesen „Restinga evakuiert„. Die Behörden hatten trotz eindeutiger Anzeichen die Gefahr falsch eingeschätzt und verharmlost.

Der Besuch dauert eine gute Stunde und ist kostenlos. Weitere Infos gibt es im Internet unter www.geoparqueelhierro.es

Das „alte“ Restingolita-Museeum der Gemeinde direkt in La Restinga ist weiter geöffnet.
In Folge erscheinen nun weitere Vorort Berichte von Ralf Rehbock zur heutigen Situation auf El Hierro.

Donnerstag, 17. Mai 2012

El Hierro - Urlaubserfahrung

NEWS: Gestern am Mittwoch und auch in der vergangenen Nacht gab es keine weiteren Erdstöße.
14.00 Uhr - Nachtrag - Gestern Abend um 21.00 Uhr doch ein leichtes Beben von ML1,1 in 7,4 km Tiefe im Golfo.

Urlaub auf El Hierro


Vor allem die An- und Abreise nach El Hierro gestaltet sich etwas abenteuerlicher als wie ein Direktflug nach Fuerteventura oder La Palma. Darüber hatte ich ja schon in den vergangenen Tagen geschrieben.
Am Besten lässt sich das an einem praktischen Beispiel nach vollziehen.

Hier nun der kleine Reisebericht von einer Familie, die im Februar 2012 für 2 Wochen ihren Urlaub auf El Hierro verbrachte.

"Ich muß erstmal anfügen, das wir schon viele Male auf La Gomera und La Palma gewesen sind, aber noch nie auf El Hierro.
Gebucht hatten wir eine Pauschalreise mit Transfer über den Reiseveranstalter L`tur ohne Mietwagen.
Vom Flughafen Stuttgart ging es zunächst zum Südflughafen Teneriffa (Reina Sofia). Nach dem Empfang durch den Reiseveranstalter (L`tur) erhielten wir unsere Fährtickets für die Hin- und Rückfahrt nach El Hierro. Mit einem Transferbus ging es dann weiter zum Hafen von Los Cristianos.
Die Olsen- Fähre fuhr allerdings erst gegen Abend.
Unsere Koffer konnten wir im Fährbüro der Olsen Agentur lagern, da die sonst am Hafen stehenden Koffercontainerwagen nur für die Gomera Fähre waren, nicht aber für die nach El Hierro.
So haben wir den Tag in Los Cristianos verbracht.
Abends ging es dann los mit der Fähre nach La Caleta (Hafen El Hierro). Dort sind wir mit einem Taxi abgeholt worden, das uns nach La Restinga zu unserer Apartmentanlage (Arenas Blancas) gebracht hat. Der Taxifahrer musste unterwegs in El Pinar kurz halten. Dort konnten wir den Schlüssel zu unserem Appartement entgegennehmen.



Die Appartements haben alle einen direkten Ausblick auf den Vulkan Eldiscreto.
Allerdings hat es während unserer 2 Wochen keinerlei Aktivitäten gegeben. In der Apartmentanlage (35 Einheiten) waren maximal 6 Einheiten belegt. Alle Gäste waren Spanier. Andere Touristen haben wir dort nicht gesehen.



Unsere Eindrücke

El Hierro ist eine total wunderschöne ruhige Insel. Fast schon zu einsam.
Die Einheimischen dort sind alle sehr freundlich und zuvorkommend. Überall bekommt man Hilfe, wenn man welche braucht.
Man merkt, daß hier noch nichts vom (Massen)-Tourismus verdorben ist.
Wir haben uns dann die erste Zeit mit dem Bus (La Restinga-El-Pinar-Valverde) begnügt. Die Buspreise sind gnadenlos billig. 1,07 Euro für die Strecke La Restinga – El-Pinar. Dann noch mal 1,07 Euro für die Strecke El-Pinar- Valverde.
Zurück zahlt man dann nur 1,07 Euro für die komplette Strecke.
Später haben wir uns dann in Valverde einen Leihwagen für eine Woche gemietet. Gestaunt haben wir über den Preis von 25 Euro pro Tag (inklusive Vollkaskoversicherung) – noch nie hatten wir so einen günstigen Leihwagen.
Ostseite mit dem Hotel Parador an der Küste
Generell ist El Hierro die billigste Kanareninsel von allen - wenn man mal da ist.
Egal ob Lebensmittel, Mietwagen, öffentlicher Verkehr oder Restaurant`s.
2 Pizzen (egal welche) zusammen für 9 Euro in der örtlichen Pizzeria in La Restinga.
Bei unseren vielen Wanderungen auf der Insel, waren wir fast immer alleine. Es kam uns niemand entgegen und niemand hat uns überholt. Das lag aber auch wohl an der Jahreszeit und an der Angst, daß der Vulkan doch noch die Oberfläche erreichen könnte.
Deshalb waren wohl nur wenige Touristen dort.
Wir haben die komplette Insel „erforscht“ und „fast“ alles gesehen.
Das Wetter empfanden wir generell als wesentlich rauer als z.B. auf La Gomera. Einmal von den Temperaturen her und einmal vom oft frischen Wind.
Ich möchte jetzt nicht auf die Einzelheiten der Insel eingehen die sind ja auch in den Reiseführern beschrieben.
Zurück nach Teneriffa mussten wir dann am Freitag, da unser Rückflug nach Stuttgart am Sonntag war (Samstags fuhr keine Fähre).
Wieder wurden wir als Einzige mit dem Taxi abgeholt und zum Hafen gebracht.
Dann haben wir noch 2 Tage auf Teneriffa verbracht."

Vielen Dank an Familie Griepenburg für ihre Schilderung.

Außer der Fähre gibt es dann noch den Binter Flieger vom Nordflugplatz Los Rodeos in Teneriffa. Flugzeit ca. 35 min. Hier links habe ich den Flugplan für kommenden Montag mit vier Verbindungen, schön verteilt über den Tag, heraus gesucht. Am Wochenende sind die Flüge ausgedünnt. Es starten dann meist nur zwei Flieger - und der Direktlink zu  Binter Airways .

Samstag, 14. April 2012

El Hierro Vulkan - aktuelle Eindrücke

NEWS: Eine Gruppe von Madrider Parlamentarier weilt zur Zeit auf El Hierro. Sie wollen sich vor Ort ein Bild von der noch im Bau befindlichen "Hidroeolica", die El Hierro in einigen Jahren mit 100% erneuerbarer Energie versorgen soll und natürlich vom Eldiscreto machen. Vulkan- oder Bebenaktivitäten sind die letzten Tage nicht zu verzeichnen.
Heute kommen wir zum letzten Teil der Reise- beobachtung auf El Hierro - "In der Hauptstadt Valverde liegen zwei Lavastücke in der Touristeninfo ausgestellt und es gibt ein Faltblatt „Restingolita" mit Informationen auf Spanisch. In La Restinga gibt es in einer Seitenstraße eine kleine Ausstellung in der ein Film läuft („Fang" von Restingoliten vom Boot aus). Es gibt einen Bildschirm mit dem aktuellen Tremor, eine Übersicht des Tremors von Beginn bis Ende Januar, einige Erklärungstafeln und natürlich einige prachtvolle Lavastücke zu sehen.

Auf der Fahrt nach La Restinga am südlichen Ende entlang, kommt man durch beeindruckende Lavalandschaften, die noch sehr „frisch" wirken. Natürlich sind sie schon älter, aber noch weitgehend frei von Bewuchs, kann man alle Arten von Lava erkennen und die Fließrichtungen der Ströme verfolgen, sowie Aschekegel bewundern.

Ja, wir haben es „live" im Meer blubbern sehen. Wir haben mit einem Mietwagen fast alle Straßen der Insel befahren (wandern war grade nicht drin) und hatten einen erholsamen Urlaub mit viel Meeresrauschen, Nebelwald, Lavabergen, blühenden Bäumen und es gab auch wieder frischen Fisch. Und es wurde bereits vor Ostern wieder getaucht." - soweit die Reportage.
Ein herzliches Dankeschön an M.F. für die frischen Eindrücke. 
Unten sehen wir die Hafenpromenade von La Restinga. Leergefegte Restaurants und Cafés und das in der Osterwoche. Viele El Hierro Urlauber kommen wohl zu einer Stippvisite und vielleicht auf einen Kaffee nach La Restinga, wohnen jedoch auf einem anderen Teil der Insel.
Das Ort selbst wirkt auf mich wie ein Fremdkörper oder ein Satellitendorf mit seinen weißen Häusern in einer bizarren dunklen Lavalandschaft. Eine übergroße und auch bereits vor dem Vulkanausbruch meist schwach belegte Appartementanlage wurde in den letzten Jahren aus dem Boden gestampft. 
Das Dorf wurde erst um 1960 von zugewanderten Fischern aus La Gomera gegründet. Durch die interessante Unterwasserwelt haben sich Tauchbasen angesiedelt und es galt bis zum Vulkanausbruch als Zentrum für den Tauchsport. Bleibt zu hoffen, daß der Tauchtourismus wieder zurück findet und vielleicht die Eldiscreto Ereignisse bei richtiger Vermarktung sich als neuer Magnet entwickeln.

Sonntag, 18. Dezember 2011

El Hierro Vulkan - Urlaubskampagne 2012

NEWS:
Nach den neuesten Messungen der Involcan sind die Kohlendioxid (CO²) Werte weiter rückläufig. Am 16.12. wurde noch eine tägliche Emission von 770 Tonnen, nach dem Höchststand im November von 2398 t/Tag, festgestellt. Der Tremor bekommt inzwischen Atemaussetzer, wie auf der Grafik von gestern Abend an den weißen Stellen gut zu erkennen. Auch gab es in den letzten 24 Stunden keine neuen Erdbeben. Alles deutet auf ein Ende der Vulkanaktivität hin. 

Jetzt wo die Vulkanaktivitäten am Abklingen und vielleicht bald erloschen sind, ist es Zeit über die Schönheit, Ruhe und Ursprünglichkeit dieser kleinen Insel El Hierro nachzudenken. Der ideale Ort für Naturliebhaber, Wanderer und Ruhesuchende.
Ich habe mir deshalb Gedanken gemacht, wie den leidgeprüften Herrenos am besten und nachhaltig geholfen werden kann. Jetzt, wo ohne Gefahr El Hierro wieder besucht und bereist werden kann, rufe ich Sie auf: "Verbringen Sie ihren nächsten Urlaub auf El Hierro".

Ich habe dazu eine extra Seite: http:// Kanaren1.blogspot.com erstellt.


Auf diese Weise können Sie am wirkungsvollsten Ihre Solidarität mit den Menschen dieser kleinen Insel zeigen und ihnen aus ihrer Notlage helfen. Ich bin überzeugt, daß Sie herzlich als "Freund" aufgenommen und nicht nur als Gast sondern als wirklicher Freund und Helfer empfangen werden.

Auf der neuen Urlaubs - Kampagne Seite werde ich kostenlos von Anbietern, Ferienunterkünfte und Tipps zur Anreise nach El Hierro veröffentlichen. Diese Seiten sind noch neu und werden sich erst füllen.
Machen Sie davon Gebrauch und empfehlen Sie die Möglichkeit bitte auch an Ihre Freunde und Bekannte weiter.

Hier die zur Zeit am häufigst gestellten Fragen - beantwortet von Karin Kamm vor Ort :
1. Spürt man die Beben, fallen Bilder von den Wänden, klirren die Gläser im Schrank oder liegen Steine auf den Strassen ?
Nein, in den letzten Tagen hat es kaum noch gebebt und gespürt hat man absolut nichts von den ein oder zwei Beben pro Tag.

2. Sind Strassen gesperrt oder kann man sich frei auf der Insel bewegen ? Ist der Tunnel stundenweise oder ganztägig geöffnet ?
Bis auf die Piste nach Tacoron sind alle Strassen/ Wege/ begeh und befahrbar und in gutem Zustand, der Tunnel ist durchgängig geöffnet.

3. Kann man Baden gehen
Ja, bis auf die Gegend um Tacoron und in La Restinga ist schwimmen in den Naturbecken im Golftal und an der Ostküste möglich.

4. Bekommt man problemlos Lebensmittel in den Geschäften ?
Ja, es gibt keinerlei Engpässe, die Supermärkte sind gut bestückt, sie bekommen alles, was es sonst auch immer auf der Insel gegeben hat.

5. Landen die Flugzeuge planmäßig, haben die Fähren Verspätung ?
Es hat in den letzten Monate weder Einschränkungen noch Verspätungen im Flug oder Schiffsverkehr gegeben.

6. Sind die Quartiere Steinschlag und Erdrutsch gefährdet ?
Da es nicht bebt, rutscht oder rollt nichts und die Häuser sind nicht gefährdet.

7. Wie ist die Stimmung tatsächlich vor Ort ? Wollen die Inselbewohner am liebsten weg (wenn sie könnten)?
Die Stimmung vor Ort ist durch die wirtschaftliche Krise etwas gedämpft und unaufdringlich vorweihnachtlich. Keiner möchte evakuiert werden oder fliehen, sondern weiterhin einen ruhigen Alltag, kaum jemand ist panisch, da sich die Situation bzgl. der Beben beruhigt hat.

8.Stinkt es den ganzen Tag nach Schwefel ?
Nein, ich hatte diesen Geruch auch in den letzten Monaten noch nicht in der Nase, die Einwohner von La Restinga und im Golftal zeitweise schon. Weder in den Bergen noch im Inselnorden oder Osten stinkt es zur Zeit.

9. Würden Sie selbst jetzt auf El Hierro Urlaub machen ?
Ja, überall, bis auf in La Restinga. Im November wäre ich nicht ins Golftal gegangen, bin gern auf der sicheren Seite, jetzt hätte ich dort auch kein Problem mehr. Fast alle Gäste, die "trotzdem" gekommen sind, haben es nicht bereut und verbrachten einen unvergesslichen Urlaub.

Die Temperaturen sind erheblich angenehmer als in Nordeuropa, es grünt bereits und Wanderungen durch die vielseitigen Landschaftszonen steht nichts im Wege. Außerdem ist das Naturschauspiel vor La Restinga im Meer durchaus sehenswert und inklusive. Sie bekommen auch kurzfristig Häuser und Appartements in den Bergen und am Meer. Auf El Hierro werden Sie sich nicht nur gut erholen, entschleunigen und abschalten können, sondern helfen durch ihren Besuch der Insel, wirtschaftlich wieder auf die Beine zu kommen.
Hasta pronto Karin Kamm

Mittwoch, 4. Juli 2012

El Hierro Vulkan - die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

NEWS: 10.48 Uhr - soeben kommen mehrere Militärflugzeuge/Transporter oder Aufklärung - auf dem von mir in Sichtweite liegenden Flugplatz an.
18.40 Uhr - heute am Tage bisher deutlich weniger Beben - das Kräftigste mit ML2,8 um 10.59 in 20 km Tiefe - das flachste Beben lag bei 16 km, alles an der Südwestküste.
- die Meeresverfärbung hat sich als nicht vulkanischen Ursprung herausgestellt. Das haben neue Überflüge und Messungen ergeben. Also Entwarnung !


Hubschrauberaufnahme im Mar de las Calmas westlich von La Restinga. Ungewöhnlich Spuren und weiße Meeresverfärbungen die an Gischt erinnert, hat gestern Abend der GES Helikopter entdeckt. Ob es sich um einen Gas- oder Lavaaustritt in ca. 180 Meter Küstenentfernung handelt, soll heute näher untersucht werden. Die Koordinaten wurden mit 27º 4.573” N y 18º03.761” W angegeben.
Das Bild unten das ich gestern von diesem Gebiet aufgenommen habe, lässt keine ungewöhnlichen Verfärbungen erkennen. Natürlich kann der Blickwinkel und die Entfernung Details nicht so gut erkennen. Mir erschien das Meer und ich habe es in Intervallen über mehrere Stunden beobachtet als normal.

Inzwischen hat auch die Dir. Maria Jose Blanco von der IGN in einer Pressekonferenz am Dienstag eingeräumt, daß stärkere Beben bis ML4,6 in den nächsten Tagen möglich wären. Eine Möglichkeit die ich schon vor 2 Wochen als die IGN noch vom Abklingen der Vulkanaktivität sprach, vermutet habe. Links die Bebenbilanz der vergangenen Tage. Am 3. Juli wieder ein leichter Anstieg auf 155 Erdstöße und heute bereits wieder über 50 Beben. Das positive aus momentaner Sicht: Die Beben verharren alle in 17 bis 21 km Tiefe, auch wenn kleinere Ausläufer in flacheren Tiefen (3-4 km)  gemessen  wurden. Auch mit der Verformung der Insel, vor allem die vertikale Verschiebung nach Nordosten, gibt es unterschiedliche Aussagen. Die Pevolca spricht von einem Rückgang der Verformung, obwohl die Messgeräte der japanischen Universität genau das Gegenteil anzeigen.

Ich hatte gestern in La Restinga Gelegenheit mit einem Wissenschaftler zu sprechen, der privat nicht die offizielle Meinung vertritt und nicht genannt werden möchte. Er schließt eine erneute Eruption im Eldiscreto-Bereich nicht aus. Wir hatten hier im letzten Jahr mehrere Eruptionsherde die in einer unterseeischen Spalte über einen Kilometer verliefen. Dort so denkt er, bestehe nun auch wieder die größte Möglichkeit einer Eruption.
Besucht habe ich auch das wieder eröffnete Headquarter der IGN in Restinga. Dazu aber Morgen mehr.
Ein Besuch beim Kapitän der Salvamar Adhara, dem roten Seenotkreuzer rief alte Bilder und Erinnerungen wach. Er schilderte mir wie er mit Kollegen bei stürmischer See mit seinem Fischernetz die dampfenden und im Innern noch bis 400° heißen Lavabrocken an Bord gehievt hat. Einige Brandspuren an seinen Unterarmen zeugen noch davon. In den nächsten Tagen bekommt er personelle Verstärkung und vielleicht auch einen weiteren Rettungskreuzer aus Teneriffa.

Gestern wurde auch beschlossen, daß notwendige Hilfsmannschaften des Militär, der Guardia Civil und anderer staatlicher Organisationen sowie Schiffe, direkt der Befehlsgewalt der Kanarischen Regierung unterstellt werden. Alles was evtl. gebraucht wird stellt die Madrider Regierung zur Verfügung. Wenn Hilfe gebraucht wird, ist auch auf Madrid Verlass. Aber das haben wir ja bereits im Vorjahr erlebt.

Das neue RESTINGOLITAS - Museum oder besser Ausstellung ist auch ein Besuch wert.



In La Restinga in einer Nebenstraße, gibt es alles um den Eldiscreto und die Restingolitas.

Oben der Aufbau eines Seismographen und links meine Schrittspuren aufgezeichnet.

Besonders schön fand ich diese Zettelwand mit Wünschen und Bitten von Besuchern, die einen guten Ausgang der Vulkankrise den Bewohnern wünschen.

Donnerstag, 8. Dezember 2011

El Hierro Vulkan - drei Lavaschlote bestätigt

NEWS:
Jetzt wissen wir etwas mehr. Gestern wurden die Ergebnisse der Unterwasser- untersuchungen vor La Restinga bekannt gegeben.
Wir haben es mit insgesamt drei Eruptionspunkten ca. 1- 1,5  km vor der Südküste zu tun. Der Eldiscreto spuckt also aus drei Vulkanschloten sein magmatisches Material aus. Diese Krateröffnungen liegen laut den Veröffentlichungen nahe beieinander und werden von nur einem Magmakanal aus der unter dem Golfo liegenden Hauptkammer mit Material versorgt.
Die Austrittsöffnungen dieser Krater liegen zwischen 150 m und 180 m unter der Meeresoberfläche. Das Ergebnis der Untersuchung des Forschungsschiff "Roman Margalef" spricht von 160 - 180 m, während die "Sarmiento de Gamboa" Wissenschaftler von nur 150 m ausgehen.
Der Großteil der bisher ausgetretenen Lava fand seinen Weg auf dem Meeres- boden. Die Lavazungen sollen sich in einem Gebiet der Größe von 1700 m bis 2000 m ausgebreitet haben.
Wer sich im gestrigen Beitrag die Reliefkarte der Unterwasserwelt vor der Südküste von El Hierro genau angeschaut hat erkannte, daß bei dem nach Süden verlaufenden Bergkamm genügend Füllraum nach Osten bzw. Westen vorhanden ist. Die Wissenschaftler sprechen allerdings von einer Ausdehnung der Lava nach Norden. Genaueres wird man erst nach Vorlage einer genauen Modellgrafik gewinnen können.
Der Katastrophenstab (Pevolca) hat daraufhin bei seiner gestrigen Sitzung beschlossen, die Warnstufe für Restinga von "Rot" auf "Gelb" zu senken und eine Meerespassage von 450 m Breite für die Schiffe von Restinga zu öffnen. Dieser Korridor führt vom Hafen La Restinga Richtung Osten bzw. Norden am Küstenabschnitt vorbei.

Begründet wurde diese Entscheidung mit der abnehmenden Bebentätigkeit und dem rückläufigen Magmaausstoß und sich einer stabilisierenden Lage.
Am Mittwoch gab es im Golfo nur wenige Beben, das letzte in der heutigen Nacht um 0.38 Uhr mit 2,2 RSk. in 22 km Tiefe.
Auch der Tremor (aufsteigende Magma) ist heute in der Nacht gegen 4.25 Uhr plötzlich zusammen gebrochen und verläuft seitdem nur noch als schmales Band.
Wie ich meine, eine richtige Entscheidung des Krisenstabes. Nach der Aufhebung der Evakuierung von Restinga vor zwei Wochen wurde damals bereits faktisch die Gefahrenklasse herabgestuft.  
Bedenken habe ich allerdings gegen die Schiffahrtspassage, da die Boote unmittelbar an den Eruptionsstellen vorbei fahren müssen und eine plötzlich erneut einsetzende starke Eruption mit Wasserstrudel und Auswurf von Lava nicht ausgeschlossen oder sogar wahrscheinlich ist. Eine Gefahr für die Boote und die im Hafen dann vielleicht eingeschlossenen Schiffe. Bewusst muß allerdings auch sein, daß Restinga ein Fischerdorf ist und vom Meer lebt und davon partizipiert. Inwieweit jetzt allerdings Fischfang oder Tauchsport überhaupt möglich ist, wird sich noch erweisen.