NEWS:
Samstag, 01.03.14 - und es geht weiter. Um 13.55 Uhr ein ML3,3 Beben jetzt nördlich von Gran Canaria aus 46 km Tiefe.
Freitag, 28.02.14 - und gestern noch um 15.42 Uhr ein ML3,8 Beben wieder westlich von Lanzarote aus 59 km Tiefe.
Nachdem wir in den vergangenen Tagen bereits mehrere Beben unter dem kanarischen Archipel zu verzeichnen hatten, ging es heute mit neuen Erdstößen gleich weiter. Nördlich des Teide auf Teneriffa um 9.49 Uhr ein ML2,1 Beben (siehe IGN Karte). Die Tiefe wurde noch nicht ermittelt.
Um 14.42 Uhr ein ML2,4 Beben westlich von Lanzarote - auch hier die Ausgangstiefe noch unbekannt. Es dürften aber Ausgangszentren von mehr als 20 km Tiefe sein.
Nur unter El Hierro bleibt es weiter ruhig.
Wie ich bereits geschrieben hatte, treten diese Art von Beben um den kanarischen Hotspot schon seit Menschengedenken in größeren Abständen auf. Im Moment allerdings häufen sich diese Erdstöße und es ist kein klarer Fixpunkt auszumachen.
Wenn in großen Tiefen Magma aufsteigt oder es zu entsprechenden Magma- Umwälzungen kommt, wird diese Veränderung mit Zeitverzögerung wie eine aufsteigende Luftblase auch in flacheren Zonen Reaktionen auslösen. Über das weit verzweigte Kanalsystem kann es dann auf Teneriffa, La Palma oder El Hierro zu "Rülpsern" führen.
Das ist nicht weiter tragisch, kann aber in instabilen Zonen - wie im Augenblick auf El Hierro - neue Impulse, vielleicht der noch fehlende letzte Tropfen, sein.
Hier noch ein Fundstück vom Ausbruch des Vulkan San Juan 1949 auf La Palma. Bei meinen Vulkanexkursionen stoße ich immer wieder auf interessant gefärbte Lavabrocken. Dieses Lavasegment stammt von der gleichen Eruption und dürfte innerhalb weniger Minuten während des noch heißen und flüssigen Zustandes zusammen gebacken worden sein. Eine unterschiedliche Mineralienzusammensetzung von normaler dunkler Lava und sehr eisenhaltiger roter Schmelze. Die unterschiedlich ausgeworfene Mineralien- Zusammensetzung muss also bereits in der Magmakammer sehr eng beieinander gelegen haben.
Ganz anders sieht es hier im Norden bei Barlovento aus. Klar getrennte vertikale Schichtung von unterschiedlichen Eruptionen. Die Ausbrüche können im Abstand von hundert oder gar tausend Jahren erfolgt sein und haben sich entsprechend gestabelt.
Jeder der auf La Palma seine Augen etwas aufhält, findet solche Zeitzeugen aus der Entstehungsgeschichte der Insel.
Donnerstag, 27. Februar 2014
Vulkan - Beben auf den Nachbarinseln
Labels:El Hierro,Kanarische Inseln,Kanaren,Spanien
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Dienstag, 25. Februar 2014
Erdbeben - Seismograf und seine Geschichte
NEWS:
Etwas lebhafter hat sich gestern die vulkanische Aktivität entwickelt. Insgesamt 7 Beben bis ML1,9 mit Schwerpunkt um die Golfoabruchkante und den Tanganasoga. Davon auch zwei kleinere Erdstöße im Golfo- Küstenbereich (IGN Karte). Die Tiefe variierte um den bekannten Bereich von 9 bis 14 km Tiefe. Heute Morgen bereits ein Beben in diesem Sektor von ML1,4 aus 11 km.
Die letzten Tage gab es auch im weiteren Umfeld an der West- und Ostküste von Teneriffa und westlich der Insel Lanzarote Beben bis ML2,2. Hier meist aus großer Tiefe von 20 km. Das sind aber die "normalen" Beben die schon seit Jahrzehnten in unregelmäßigen Abständen auftreten - aber doch alle einen gemeinsamen Ursprung haben.
Der Ur-Seismograf
Dieser Topf aus China soll der erste Beben-Detektor auf Erden gewesen sein. Erfunden von dem Astronomen('Chang') Zhang Heng 132 Jahre n. Chr. - Foto oben Replik aus dem Chabot Space & Science Center in Oakland, Kalifornien.
Die Chinesen sind nicht nur Spezialisten im detailgetreuen Nachbau, sondern die alten Chinesen waren auch innovativ mit eigenen Konstruktionen. Dieser Urzeit Beben- Detektor soll nicht nur Erdbeben angezeigt, sondern auch die Richtung aus der der Erdstoß kam, gemeldet haben.
Das Original war ein Bronzegefäß mit fast 6 Meter im Durchmesser (Foto links ist eine verkleinerte Nachbildung in einem Park in China) mit herab hängenden Drachen und 8 mit geöffnetem Mäulern am Boden sitzenden Kröten. Im Maul der Drachen befanden sich Bronze- oder Kupferkugeln. Durch einen besonderen Mechanismus öffneten sich bei einem Erdstoß der Mund des Drachen und gab die Kugel frei. Der Klang der herabfallenden Kugel in das Krötenmaul alarmierte die kaiserlichen Beamten.
Die genaue Funktionsweise lässt sich auch aus der alten Skizze links nur erahnen. Im Behälter soll eine Art Pendel nach einem Erdstoß durch seine Schwingung einen Stab beiseite geschoben haben, der das Drachenmaul öffnete. Wie die Richtungsanzeige dabei zustande kam ist unbekannt.
Mehrere Starkbeben im Südwesten der chinesischen Provinz Gansusollen und auch im heutigen Vietnam sollen so gemeldet worden sein.
Die alten Chinesen wussten damals noch nichts von tektonischen Plattenverschiebungen oder Hotspots. Für sie waren Erdbeben kosmischen Yin und Yang Störungen - der Unmut des Himmels und Zeichen dafür, dass in ihrer Herrscherdynastie etwas nicht stimmte. Beben wurden als Zorn der Natur und als letzter Hinweise für Schlimmeres gedeutet.
Es hat dann sehr lange gedauert bis der erste mechanische Seismograf im Jahre 1875 wieder erfunden - über den Elektrodynamische Seismometer (1904) und zum modernen Breitbandseismometer (1975) von heute in modifizierter Form - kam.
Wer sich die Entwicklung und die Wirkungsweise von Beben und Seismografen Live anschauen möchte, kann natürlich nach El Hierro oder La Palma kommen. Aber auch in Deutschland gibt es die Wiechertsche Erbebenwarte in Göttingen. Hier werden kostenlose Führungen und Bebendemonstrationen gezeigt.
Etwas lebhafter hat sich gestern die vulkanische Aktivität entwickelt. Insgesamt 7 Beben bis ML1,9 mit Schwerpunkt um die Golfoabruchkante und den Tanganasoga. Davon auch zwei kleinere Erdstöße im Golfo- Küstenbereich (IGN Karte). Die Tiefe variierte um den bekannten Bereich von 9 bis 14 km Tiefe. Heute Morgen bereits ein Beben in diesem Sektor von ML1,4 aus 11 km.
Die letzten Tage gab es auch im weiteren Umfeld an der West- und Ostküste von Teneriffa und westlich der Insel Lanzarote Beben bis ML2,2. Hier meist aus großer Tiefe von 20 km. Das sind aber die "normalen" Beben die schon seit Jahrzehnten in unregelmäßigen Abständen auftreten - aber doch alle einen gemeinsamen Ursprung haben.
Der Ur-Seismograf
Dieser Topf aus China soll der erste Beben-Detektor auf Erden gewesen sein. Erfunden von dem Astronomen('Chang') Zhang Heng 132 Jahre n. Chr. - Foto oben Replik aus dem Chabot Space & Science Center in Oakland, Kalifornien.
Die Chinesen sind nicht nur Spezialisten im detailgetreuen Nachbau, sondern die alten Chinesen waren auch innovativ mit eigenen Konstruktionen. Dieser Urzeit Beben- Detektor soll nicht nur Erdbeben angezeigt, sondern auch die Richtung aus der der Erdstoß kam, gemeldet haben.
Das Original war ein Bronzegefäß mit fast 6 Meter im Durchmesser (Foto links ist eine verkleinerte Nachbildung in einem Park in China) mit herab hängenden Drachen und 8 mit geöffnetem Mäulern am Boden sitzenden Kröten. Im Maul der Drachen befanden sich Bronze- oder Kupferkugeln. Durch einen besonderen Mechanismus öffneten sich bei einem Erdstoß der Mund des Drachen und gab die Kugel frei. Der Klang der herabfallenden Kugel in das Krötenmaul alarmierte die kaiserlichen Beamten.
Die genaue Funktionsweise lässt sich auch aus der alten Skizze links nur erahnen. Im Behälter soll eine Art Pendel nach einem Erdstoß durch seine Schwingung einen Stab beiseite geschoben haben, der das Drachenmaul öffnete. Wie die Richtungsanzeige dabei zustande kam ist unbekannt. Mehrere Starkbeben im Südwesten der chinesischen Provinz Gansusollen und auch im heutigen Vietnam sollen so gemeldet worden sein.
Die alten Chinesen wussten damals noch nichts von tektonischen Plattenverschiebungen oder Hotspots. Für sie waren Erdbeben kosmischen Yin und Yang Störungen - der Unmut des Himmels und Zeichen dafür, dass in ihrer Herrscherdynastie etwas nicht stimmte. Beben wurden als Zorn der Natur und als letzter Hinweise für Schlimmeres gedeutet.
Es hat dann sehr lange gedauert bis der erste mechanische Seismograf im Jahre 1875 wieder erfunden - über den Elektrodynamische Seismometer (1904) und zum modernen Breitbandseismometer (1975) von heute in modifizierter Form - kam.
Wer sich die Entwicklung und die Wirkungsweise von Beben und Seismografen Live anschauen möchte, kann natürlich nach El Hierro oder La Palma kommen. Aber auch in Deutschland gibt es die Wiechertsche Erbebenwarte in Göttingen. Hier werden kostenlose Führungen und Bebendemonstrationen gezeigt.
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Seismograph,
Vulkan
Sonntag, 23. Februar 2014
Vulkan - Zwischenbilanz
NEWS:
Montag, 24.02.14
Heute bereits 7 Erdstöße bis ML1,9 aus 9 bis 14 km Tiefe um den Tanganasoga und im Golfo Küstenbereich.
Ein vertrauter Anblick aus alten Tagen. Der Eruptionspunkt des Eldiscreto von 2011. Hier genau gab es heute in den frühen Morgenstunden um 3.15 Uhr ein ML2,0 Beben aus 22 km Tiefe. Die große Tiefe ist schon ungewöhnlich, da alle vergangenen Erdstöße an dieser Stelle bei 3 bis 10 km Tiefe lagen. Aber es dürfte nicht nur ein Magmakanal sondern ein ganzes Netz von Verbindungen vorhanden sein. Das Beben hat nach meiner Einschätzung seinen Ursprung am Boden oder im Eingangsbereich der Magmakammer.
Seit dem letzten großen Bebenschwall Ende Dezember 2013 ist es in den vergangenen zwei Monaten verhältnismäßig ruhig geblieben. Das 90 Tage Histogramm der IGN (links) zeigt die registrierten Beben. Trauen möchte ich diesem scheinbaren Frieden jedoch nicht. Auch in der Vergangenheit gab es immer wieder diese "Ruhephasen" mit anschließenden Überraschungen.
Das Forschungsschiff Ángeles Alvariño des Instituto Español de Oceanografía (IEO) will im März 2014 in einer neuen 20 Tages-Kampagne die Küstengewässer um den Eldiscreto näher unter die Lupe nehmen. Die Ángeles Alvariño der IEO war bereits 2012 eingesetzt und hat den Unterwasserroboter ROV Liropus 2000 mit an Bord. Schwerpunktmässig geht es jetzt darum, inzwischen eingetretene Veränderungen am Vulkankrater Eldiscreto zu vermessen und zu untersuchen.
Interessant auch der Größenvergleich links (Fotos: IEO) mit der Schiffschraube. Die Ángeles Alvariño wurde 2012 als jüngstes Foschungsschiff der IEO in Dienst gestellt. Das Boot ist fast ein Zwilling des Forschungsschiff Ramon Margalef. Nur noch etwas moderner und auf dem neuesten Stand der Technik als schwimmendes Labor. Es ist 46 Meter lang und Bau und Ausrüstung verschlangen rund 20 Millionen Euro. Finanziert wurde es überwiegend aus EU Töpfen.
Montag, 24.02.14
Heute bereits 7 Erdstöße bis ML1,9 aus 9 bis 14 km Tiefe um den Tanganasoga und im Golfo Küstenbereich.
Ein vertrauter Anblick aus alten Tagen. Der Eruptionspunkt des Eldiscreto von 2011. Hier genau gab es heute in den frühen Morgenstunden um 3.15 Uhr ein ML2,0 Beben aus 22 km Tiefe. Die große Tiefe ist schon ungewöhnlich, da alle vergangenen Erdstöße an dieser Stelle bei 3 bis 10 km Tiefe lagen. Aber es dürfte nicht nur ein Magmakanal sondern ein ganzes Netz von Verbindungen vorhanden sein. Das Beben hat nach meiner Einschätzung seinen Ursprung am Boden oder im Eingangsbereich der Magmakammer.
Seit dem letzten großen Bebenschwall Ende Dezember 2013 ist es in den vergangenen zwei Monaten verhältnismäßig ruhig geblieben. Das 90 Tage Histogramm der IGN (links) zeigt die registrierten Beben. Trauen möchte ich diesem scheinbaren Frieden jedoch nicht. Auch in der Vergangenheit gab es immer wieder diese "Ruhephasen" mit anschließenden Überraschungen.
Die GPS Messkurven der Bodenverformung - hier meine drei Referenzpunkte im südlichen Inselteil - sind auf dem Niveau vom Dezember 2013 geblieben. Interessant ist der rechte Teil mit den von mir eingefügten Standorten. Sie zeigt die anhaltend vertikale Verformung um rund 40 mm seit den Dezember Beben. Bei Las Calmas gibt es einige Messaussetzer.
Der Kammerdruck ist also weiter vorhanden.
Interessant auch der Größenvergleich links (Fotos: IEO) mit der Schiffschraube. Die Ángeles Alvariño wurde 2012 als jüngstes Foschungsschiff der IEO in Dienst gestellt. Das Boot ist fast ein Zwilling des Forschungsschiff Ramon Margalef. Nur noch etwas moderner und auf dem neuesten Stand der Technik als schwimmendes Labor. Es ist 46 Meter lang und Bau und Ausrüstung verschlangen rund 20 Millionen Euro. Finanziert wurde es überwiegend aus EU Töpfen.
Überraschen würde mich auch nicht, wenn die Ángeles Alvariño eine bis heute noch nicht entdeckte neue Eruptionsstelle vom Sommer/Herbst 2013 finden würde. Damals sind innerhalb weniger Tage die Werte der Bodenverformung drastisch abgesunken (ich hatte berichtet).
Dieser damals vielleicht neu entstandene Vulkankegel müsste sich im westlichen Golfo in tieferen Meeresregionen befinden. Warten wir einmal ab, ob meine Vermutung zutrifft.
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Ángeles Alvariño,
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Vulkan
Freitag, 21. Februar 2014
Geothermie - Vulkane sind nicht zu unterschätzen
NEWS:
Samstag, 22.02.14 - 8.42 Uhr
Gestern Abend um 23.10 Uhr ein ML1,6 Beben unter dem südwestlichen Golfoausgang aus 12 km Tiefe.
Alles ruhig - im Moment keine weiteren Beben unter und um die Insel.
So sieht es aus, wenn unbeabsichtigt eine Magmakammer angebohrt wird (Foto: IDDP). Geschehen ist das Ganze im September 2011 am Vulkan Krafla in Island. Das Ziel war es eigentlich ein 5000 Meter tiefes Bohrloch nur in die Nähe der vermuteten Magmakammer zu treiben. Doch bereits nach einer Tiefe von 2100 Meter wurde eine dort nicht bekannte Magmablase direkt angebohrt. Mit hohem Druck schossen Gesteinsfragmente und Gase in einer schwarzen Wolke an die Oberfläche.
Nach 11 bis 12 Minuten färbte sich die Austrittswolke weiß. Jetzt kam vermehrt Wasserdampf unter hohem Druck an die Atmosphäre. Das Projekt wurde noch eine Weile weiter verfolgt, musste dann aber gestoppt werden, da die Hitze, der hohe Druck und aggressive Gase das Metall verformten und zersetzten. Als schließlich ein Ventil versagte, kam aus Sicherheitsgründen das schnelle Aus.
Als die Wissenschaftler die Bohrkrone herauszogen, entdeckten sie daran vulkanisches Glas - frisch erstarrte Magma. Jetzt wussten sie, dass die Bohrung mitten in das flüssige und 900°C heiße Gestein erfolgt war.
Dieses Experiment unter dem Namen Iceland Deep Drilling Projekt ging gerade noch einmal gut aus. Es hätte aber in der Folge auch zu einer unkontrollierten Eruption kommen können.
Erforscht werden sollte eigentlich die Möglichkeit und Gewinnung geothermischer Energie in Nähe einer Magmakammer bei 400°C heißem Gestein. Die angebohrte Magmablase hatte aber über 900°C und war mit dem heute zur Verfügung stehenden Material und der bekannten Technik nicht beherrschbar.
Das IDDP-Projekt sollte beweisen, dass mit überkritischem Gas, anders als bei gewöhnlichen Erdwärmekraftwerken, ein Vielfaches der Energie transportiert und auf eine Turbine übertragen werden kann.
Normale Geothermie-Kraftwerke arbeiten mit höchstens 200°C heißem Wasserdampf. Auch halten handelsübliche Sensoren selten mehr als 300 Grad Celsius aus. Eingesetzt wurden in Island Elektronik-Bauteile die für die Venus-Sonde der Nasa entwickelt worden waren. Aber auch diese Teile sind der Hitze eines Vulkan nicht gewachsen.
Es ist aber eine Möglichkeit viel Energie durch Geothermie in vulkanisch aktiven Gebieten, wie auch auf den Kanaren, zu gewinnen. Es muss natürlich noch viel erforscht werden - aber eine mögliche Zukunftstechnologie die für die Inseln das Energieproblem langfristig lösen könnte.
El Hierro würde ich im Augenblick nicht als geeigneten Standort dafür auswählen, da durch die aktive Vulkanphase die Risiken viel zu hoch sind. Durch Bohrungen könnte nur noch der bereits jetzt unter kräftigem Druck stehende Untergrund zu einer Eruption angeregt werden.
Idealer sind da schon Lanzarote, Teneriffa oder die Insel La Palma. Hier liegen heiße Gesteinsschichten in nur wenigen hundert Meter Tiefe.
Die Idee, der Wille und die Umsetzungskraft muss allerdings dafür vorhanden sein. Man befeuert lieber Kraftwerke mit Schweröl und verpestet weiter die Umwelt.
Auch das so tolle regenerative Energieprojekt "Gorona" auf El Hierro, das seit Herbst 2013 fertiggestellt ist, dämmert im Stillstand weiter vor sich hin.
Die politischen Entscheidungsträger wollen und können sich einfach nicht einigen. Ein Jammerspiel, das das Unvermögen und die Engstirnigkeit lokaler und Madrider Gehirne nur wieder einmal mehr und deutlich zeigt.
Ich denke es wird so kommen, wie ich bereits im Jahre 2010 auf Seite 67 in meinem erschienenen Buch "Geheimnisvolles El Hierro" geschrieben habe:
"Ich wage einmal die Prognose der vollen Einsatzfähigkeit mit dem Jahre 2015.
Aber egal in welchem Jahr, - Ende gut, alles gut. Je früher desto besser ...gut für die Natur und die hier lebenden Menschen."
Samstag, 22.02.14 - 8.42 Uhr
Gestern Abend um 23.10 Uhr ein ML1,6 Beben unter dem südwestlichen Golfoausgang aus 12 km Tiefe.
Alles ruhig - im Moment keine weiteren Beben unter und um die Insel.
So sieht es aus, wenn unbeabsichtigt eine Magmakammer angebohrt wird (Foto: IDDP). Geschehen ist das Ganze im September 2011 am Vulkan Krafla in Island. Das Ziel war es eigentlich ein 5000 Meter tiefes Bohrloch nur in die Nähe der vermuteten Magmakammer zu treiben. Doch bereits nach einer Tiefe von 2100 Meter wurde eine dort nicht bekannte Magmablase direkt angebohrt. Mit hohem Druck schossen Gesteinsfragmente und Gase in einer schwarzen Wolke an die Oberfläche.
Nach 11 bis 12 Minuten färbte sich die Austrittswolke weiß. Jetzt kam vermehrt Wasserdampf unter hohem Druck an die Atmosphäre. Das Projekt wurde noch eine Weile weiter verfolgt, musste dann aber gestoppt werden, da die Hitze, der hohe Druck und aggressive Gase das Metall verformten und zersetzten. Als schließlich ein Ventil versagte, kam aus Sicherheitsgründen das schnelle Aus.
Als die Wissenschaftler die Bohrkrone herauszogen, entdeckten sie daran vulkanisches Glas - frisch erstarrte Magma. Jetzt wussten sie, dass die Bohrung mitten in das flüssige und 900°C heiße Gestein erfolgt war.
Dieses Experiment unter dem Namen Iceland Deep Drilling Projekt ging gerade noch einmal gut aus. Es hätte aber in der Folge auch zu einer unkontrollierten Eruption kommen können.
Erforscht werden sollte eigentlich die Möglichkeit und Gewinnung geothermischer Energie in Nähe einer Magmakammer bei 400°C heißem Gestein. Die angebohrte Magmablase hatte aber über 900°C und war mit dem heute zur Verfügung stehenden Material und der bekannten Technik nicht beherrschbar.
Das IDDP-Projekt sollte beweisen, dass mit überkritischem Gas, anders als bei gewöhnlichen Erdwärmekraftwerken, ein Vielfaches der Energie transportiert und auf eine Turbine übertragen werden kann.
Normale Geothermie-Kraftwerke arbeiten mit höchstens 200°C heißem Wasserdampf. Auch halten handelsübliche Sensoren selten mehr als 300 Grad Celsius aus. Eingesetzt wurden in Island Elektronik-Bauteile die für die Venus-Sonde der Nasa entwickelt worden waren. Aber auch diese Teile sind der Hitze eines Vulkan nicht gewachsen.
Es ist aber eine Möglichkeit viel Energie durch Geothermie in vulkanisch aktiven Gebieten, wie auch auf den Kanaren, zu gewinnen. Es muss natürlich noch viel erforscht werden - aber eine mögliche Zukunftstechnologie die für die Inseln das Energieproblem langfristig lösen könnte.
El Hierro würde ich im Augenblick nicht als geeigneten Standort dafür auswählen, da durch die aktive Vulkanphase die Risiken viel zu hoch sind. Durch Bohrungen könnte nur noch der bereits jetzt unter kräftigem Druck stehende Untergrund zu einer Eruption angeregt werden.
Idealer sind da schon Lanzarote, Teneriffa oder die Insel La Palma. Hier liegen heiße Gesteinsschichten in nur wenigen hundert Meter Tiefe.
Die Idee, der Wille und die Umsetzungskraft muss allerdings dafür vorhanden sein. Man befeuert lieber Kraftwerke mit Schweröl und verpestet weiter die Umwelt.
Auch das so tolle regenerative Energieprojekt "Gorona" auf El Hierro, das seit Herbst 2013 fertiggestellt ist, dämmert im Stillstand weiter vor sich hin.
Die politischen Entscheidungsträger wollen und können sich einfach nicht einigen. Ein Jammerspiel, das das Unvermögen und die Engstirnigkeit lokaler und Madrider Gehirne nur wieder einmal mehr und deutlich zeigt.
Ich denke es wird so kommen, wie ich bereits im Jahre 2010 auf Seite 67 in meinem erschienenen Buch "Geheimnisvolles El Hierro" geschrieben habe:
"Ich wage einmal die Prognose der vollen Einsatzfähigkeit mit dem Jahre 2015.
Aber egal in welchem Jahr, - Ende gut, alles gut. Je früher desto besser ...gut für die Natur und die hier lebenden Menschen."
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alternative Energie,
Geothermie,
Island
Mittwoch, 19. Februar 2014
Können wir die Vulkanwärme auch nutzen ?
NEWS:
Unter El Hierro bleibt es weiter ruhig. Ein weiteres Beben von ML2,8 gab es nur an der Küste von Puerto de La Cruz auf Teneriffa aus 28 km Tiefe.
Energiegewinnung ist ein Thema das weltweit diskutiert wird und immer mehr in den Mittelpunkt rückt. Ohne Energie ist menschliche Leben und überhaupt in der heutigen Form, nicht mehr möglich.
Der Energieverbrauch steigt ständig weiter an. Die fossilen Energiespeicher, wie Kohle oder Erdöl sind bald aufgebraucht und werden irgendwann unbezahlbar. Neue Energiespender müssen her. Die Atomkraft ist auch nicht das Nonplusultra, da die Risiken nur schwer zu beherrschen sind. Uran ist ein natürliches Mineral und kann auch nur für eine begrenzte Zeit abgebaut werden.
Andere natürliche und regenerative Energieträger müssen her. Möglichst sauber ohne die Umwelt weiter zu schädigen, günstig zu gewinnen und langfristig verfügbar sein.
Die Sonne als Urquelle aller Energie liefert über Solaranlagen, Windkraftanlagen, Gezeitenkraftwerke bereits seit geraumer Zeit Wärme und nutzbaren Strom.
Wie sieht es aber mit der Nutzung der vorhandenen Wärmeenergie unter unseren Füßen aus.
Im Erdinnern ist seit Entstehung der Erde unerschöpflich viel Energie gespeichert Diese Restwärme und durch auch heute noch ständig ablaufende radioaktive Zerfallsprozesse heizen den Erdkern auf 5000 bis 7000 Grad Celsius auf.
99 % unserer Erde ist heißer als 1000°C. Bereits in einem Kilometer Tiefe haben wir Temperaturen von 35 bis 40°C. In vulkanisch aktiven Gebieten - wie den Kanarischen Inseln - kommt diese Energie mit 1000 bis 1200 °C gar bis an die Erdoberfläche.
Wie können wir aber diese reichlich vorhandene Energie auch nutzen?
Die Eruption des Eldiscreto an der Südküste von El Hierro 2011 hat gezeigt, dass die austretende Lava selbst in 300 m Meerestiefe bei diesem relativ kleinen Vulkanausbruch große Wassermassen schnell um 10°C erwärmen kann. Dieser Energieschub hätte sicher ausgereicht die Insel selbst über Jahre mit Energie (Strom) zu versorgen.
Wenn man in der Lage wäre diese Energiequelle anzuzapfen und zu speichern - und genau hier liegt das Problem.
Es gibt heute noch keine Technologie und auch kein derartig hitzebeständiges Material um mit Temperaturen von 1000°C umzugehen. Auch ist die Geothermie Forschung zumindest auf den Kanaren noch nicht entwickelt. Es gibt nur wenige zaghafte Versuche aus der Vergangenheit die sich überhaupt mit dieser Möglichkeit beschäftigen.
Wesentlich weiter ist die Forschung und Nutzung dieser natürlichen Energiequelle auf einer anderen vulkanischen Insel weit im Norden. Island ist in Europa Vorreiter in der Forschung und Nutzung dieser geothermischen Energie. Heute werden bereits 36 % der benötigten Elektrizität aus Geothermie- Kraftwerken gedeckt. Allein das Krafla Kraftwerk (Foto: Christian Wirth) produziert 60 MW Energie. Außerdem liefert die geothermale Wärme Heizung und Warmwasser für circa 90 % aller isländischen Haushalte. Zusammen mit Wasserkraft deckt Island 100 % seines Strombedarfs aus erneuerbaren Energiequellen.
Es ist also bereits erwiesen, dass die Nutzung der vorhandenen natürlichen Erdwärme- Ressourcen, den Energiehunger in bestimmten vulkanisch aktiven Regionen decken kann. Auch wenn heute bereits 100% des Strombedarfs von Island, aus natürlichen regenerativen Energiequellen stammt, wird dort weiter geforscht. Effektivere Methoden (Foto: Hansueli Krapf) gilt es zu entwickeln. Erst wenn auch jedes Fahrzeug, jede Maschine oder die Bestandteile einer Plastikschüssel nicht mehr auf Erdöl angewiesen sind, wird man die Hände in den Schoss legen. Das ist das erklärte Ziel der isländischen Regierung.
Über diese Entwicklung in Island will ich in Zukunft mehr berichten. Es kommt mir zugute, dass ein alter Bekannter der viele Jahre auf El Hierro gelebt hat, Island als neue Heimat ausgewählt hat. Zur Zeit befindet er sich in der "Umzugsphase".
Wir haben einen regen Gedanken- und Informationsaustausch miteinander vereinbart - und das werde ich in meine Beiträge in Zukunft einfließen lassen. Ich denke, Island könnte auch ein "Vorbild" in Sachen Geothermie für El Hierro und die Kanaren sein.
Dass aber auch in Island nicht alles so reibungslos mit der Nutzung der Vulkanwärme abläuft und es immer wieder Überraschungen und Rückschläge gibt - dazu in den nächsten Tagen mehr.
Unter El Hierro bleibt es weiter ruhig. Ein weiteres Beben von ML2,8 gab es nur an der Küste von Puerto de La Cruz auf Teneriffa aus 28 km Tiefe.
Energiegewinnung ist ein Thema das weltweit diskutiert wird und immer mehr in den Mittelpunkt rückt. Ohne Energie ist menschliche Leben und überhaupt in der heutigen Form, nicht mehr möglich.
Der Energieverbrauch steigt ständig weiter an. Die fossilen Energiespeicher, wie Kohle oder Erdöl sind bald aufgebraucht und werden irgendwann unbezahlbar. Neue Energiespender müssen her. Die Atomkraft ist auch nicht das Nonplusultra, da die Risiken nur schwer zu beherrschen sind. Uran ist ein natürliches Mineral und kann auch nur für eine begrenzte Zeit abgebaut werden.
Andere natürliche und regenerative Energieträger müssen her. Möglichst sauber ohne die Umwelt weiter zu schädigen, günstig zu gewinnen und langfristig verfügbar sein.
Die Sonne als Urquelle aller Energie liefert über Solaranlagen, Windkraftanlagen, Gezeitenkraftwerke bereits seit geraumer Zeit Wärme und nutzbaren Strom.
Wie sieht es aber mit der Nutzung der vorhandenen Wärmeenergie unter unseren Füßen aus.
Im Erdinnern ist seit Entstehung der Erde unerschöpflich viel Energie gespeichert Diese Restwärme und durch auch heute noch ständig ablaufende radioaktive Zerfallsprozesse heizen den Erdkern auf 5000 bis 7000 Grad Celsius auf.
99 % unserer Erde ist heißer als 1000°C. Bereits in einem Kilometer Tiefe haben wir Temperaturen von 35 bis 40°C. In vulkanisch aktiven Gebieten - wie den Kanarischen Inseln - kommt diese Energie mit 1000 bis 1200 °C gar bis an die Erdoberfläche.
Wie können wir aber diese reichlich vorhandene Energie auch nutzen?
Die Eruption des Eldiscreto an der Südküste von El Hierro 2011 hat gezeigt, dass die austretende Lava selbst in 300 m Meerestiefe bei diesem relativ kleinen Vulkanausbruch große Wassermassen schnell um 10°C erwärmen kann. Dieser Energieschub hätte sicher ausgereicht die Insel selbst über Jahre mit Energie (Strom) zu versorgen.
Wenn man in der Lage wäre diese Energiequelle anzuzapfen und zu speichern - und genau hier liegt das Problem.
Es gibt heute noch keine Technologie und auch kein derartig hitzebeständiges Material um mit Temperaturen von 1000°C umzugehen. Auch ist die Geothermie Forschung zumindest auf den Kanaren noch nicht entwickelt. Es gibt nur wenige zaghafte Versuche aus der Vergangenheit die sich überhaupt mit dieser Möglichkeit beschäftigen.
Wesentlich weiter ist die Forschung und Nutzung dieser natürlichen Energiequelle auf einer anderen vulkanischen Insel weit im Norden. Island ist in Europa Vorreiter in der Forschung und Nutzung dieser geothermischen Energie. Heute werden bereits 36 % der benötigten Elektrizität aus Geothermie- Kraftwerken gedeckt. Allein das Krafla Kraftwerk (Foto: Christian Wirth) produziert 60 MW Energie. Außerdem liefert die geothermale Wärme Heizung und Warmwasser für circa 90 % aller isländischen Haushalte. Zusammen mit Wasserkraft deckt Island 100 % seines Strombedarfs aus erneuerbaren Energiequellen.
Es ist also bereits erwiesen, dass die Nutzung der vorhandenen natürlichen Erdwärme- Ressourcen, den Energiehunger in bestimmten vulkanisch aktiven Regionen decken kann. Auch wenn heute bereits 100% des Strombedarfs von Island, aus natürlichen regenerativen Energiequellen stammt, wird dort weiter geforscht. Effektivere Methoden (Foto: Hansueli Krapf) gilt es zu entwickeln. Erst wenn auch jedes Fahrzeug, jede Maschine oder die Bestandteile einer Plastikschüssel nicht mehr auf Erdöl angewiesen sind, wird man die Hände in den Schoss legen. Das ist das erklärte Ziel der isländischen Regierung.
Über diese Entwicklung in Island will ich in Zukunft mehr berichten. Es kommt mir zugute, dass ein alter Bekannter der viele Jahre auf El Hierro gelebt hat, Island als neue Heimat ausgewählt hat. Zur Zeit befindet er sich in der "Umzugsphase".
Wir haben einen regen Gedanken- und Informationsaustausch miteinander vereinbart - und das werde ich in meine Beiträge in Zukunft einfließen lassen. Ich denke, Island könnte auch ein "Vorbild" in Sachen Geothermie für El Hierro und die Kanaren sein.
Dass aber auch in Island nicht alles so reibungslos mit der Nutzung der Vulkanwärme abläuft und es immer wieder Überraschungen und Rückschläge gibt - dazu in den nächsten Tagen mehr.
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