Dienstag, 12. November 2013

Vulkane, Sonne, Strand und Träume


 
Der Tag erwacht!  Urlaubsträume - Sonne, Strand und Meer. Vom Sand haben wir allerdings nur die schwarze Lava-Variante zu bieten. Das alles bei angenehmen 20°C heute Morgen gegen 8.00 Uhr bei mir auf La Palma.
Üppige Natur, riesige Lorbeerwälder, Hochgebirge bis 2426 m Höhe und traumhafte Wanderrouten. Vulkane im Süden, tiefe Barrancos im Norden und den gewaltigen Senkkrater Caldera de Taburiente mit 10 Kilometer Durchmesser in der Mitte.
 
Ich möchte Sie nicht neidisch machen - mir ist die Wettersituation im November in Deutschland noch (gut) in Erinnerung. Auch wenn ich jetzt seit 17 Jahren keinen deutschen Winter mehr erlebt habe - ich vermisse ihn ehrlich gesagt auch nicht.
 
Zeit sich vielleicht zu überlegen, für 7 oder 14 Tage zu uns auf die Kanaren zu kommen - Platz haben wir noch genug. 
Es müssen ja nicht die überlaufenen Ostinseln sein - viel schöner, ruhiger und gemütlicher ist es auf den kleineren Inseln La Palma, La Gomera und natürlich El Hierro.
 
Seit Anfang November gibt es wieder mehr und günstigere  Flüge aus Deutschland. FTI schickt jeweils am Freitag eine Flotte von 6 SunExpress Flugzeugen (Direktflüge aus Stuttgart, Frankfurt, München, Düsseldorf, Köln und Leipzig) nach La Palma.
 
Auch Pauschalangebote auf La Palma mit Flug und Unterkunft z.B. als Lastminute ab 15.11.13 für 7 Tage und 251,00 Euro ab Köln werden angeboten. Wie die das machen bei diesem Preis ??? - da die Selbstkosten sicher nicht gedeckt sind - ich weiß es nicht.
Hier der Link (evtl. Blocker müssen Sie ausschalten).
 
Oder die immer beliebtere Möglichkeit auf einer Kreuzfahrt gleich mehrere Kanarische Inseln kennen zu lernen. Auch eine schöne Möglichkeit, ihr schwimmendes Appartement immer dabei zu haben. Heute auch finanziell erschwinglich. Alles weitere auf meiner Kreuzfahrtseite.
  
Kreuzfahrt ist ja auch mein berufliches Umfeld. Hier haben wir dann vielleicht auch die Chance, uns bei einem Landausflug persönlich kennen zu lernen.
So nun genug der Werbung.   

Unter El Hierro ist die Anzahl der Beben wie erwartet etwas angestiegen. Gestern 5 Erdstöße von ML1,6 bis ML2,0. Die Ausgangstiefe liegt bei 10 bis 11 km. Auch die Lage hat sich nicht groß verändert. Vom Golfo-Kraterrand (IGN Karte) mit leicht südlicher Tendenz in den El Julan Bereich.

Samstag, 9. November 2013

Jetzt wird dem Eldiscreto auf den Zahn gefühlt

NEWS:
11.11.2013 - 8.03 Uhr - in der vergangenen Nacht zwei Beben um 23.27 Uhr von ML1,6 und 2,2 beide aus 14 km Tiefe um den Tanganasoga.

Diese wissenschaftliche Boje wurde vor einigen Tagen vor der Südküste von El Hierro (Nähe Eldiscreto) in Stellung gebracht. Das 4 Meter hohe und fast 2 Meter Durchmesser große Instrument (Bilder: DC Servicios Ambientales) sendet seine Messdaten via Satellit direkt zu den beteiligten Instituten. Über die Seite Vulcano sollen ab dem 10. November 2013 in Echtzeit die Messwerte ins Netz gestellt werden. Das wäre natürlich eine Bereicherung zu den bereits vorhandenen IGN Daten.
Was soll die Boje nun messen:
Mit ihren auf hohe Genauigkeit und Auflösung konstruierten Sensoren, werden an der Meeresoberfläche die Temperatur, der Salzgehalt, die Konzentration des gelösten Sauerstoff, die Ph und CO²-Werte und weitere Parameter erfasst. Diese Daten werden gesammelt und im 3-Stunden-Takt über den Satelliten IRIDIM an die Empfangsstationen gesendet.

Ziel ist es, die Variabilität der physikalisch-chemischen Eigenschaften, die geologische und biologische Charakterisierung um El Hierro von der Meeresoberfläche bis auf 2000 m Tiefe zu sammeln und aufzuzeichnen.

Federführend für dieses Projekt ist das Oceanographic Centre der Kanaren, das spanische Institut für Ozeanographie (IEO), die Universitäten von Las Palmas de Gran Canaria und La Laguna auf Teneriffa, die Banco Espanol de Algas (Algendatenbank)  und das Museum für Natur und Mensch auf Teneriffa.
Lassen wir uns überraschen welche Daten gesammelt und ausgelesen werden können und wie die optische Darstellung im Netz nachher aussieht.


Der Rückgang der Bodendeformation  - hier links die Aufzeichnung des Messpunktes Frontera - ist gebremst. Nach einem steilen Rückgang der vertikalen Aufwölbung (Dachform) haben sich die Messwerte wieder auf Normalmaß eingependelt. Dieser Vorgang ist auf allen GPS Stationen quer über die Insel zu beobachten. Was nun der Auslöser für diese doch ungewöhnliche Veränderung war, konnte (noch) nicht geklärt werden.

Das Histogramm der letzten 15 Tage zur Bebenbilanz (links) zeigt einen kontinuierlichen Rückgang der Erdstöße. Am 31.10. dann der plötzliche Einbruch auf 0 Beben. Dies war genau der Zeitpunkt als oben die Bodenverformung um 40 mm einbrach. Es war nach meiner Einschätzung ein starker Druckverlust der irgendwo - wahrscheinlich am Meeresboden - seinen atmosphärischen Ausgleich fand. Diese Lücke scheint nun geschlossen zu sein, da der Kammerdruck wieder ansteigt und das alte Niveau erreicht hat.

Abwarten und beobachten ist nun wieder angesagt. Es könnte durchaus sein, dass sich die Anzahl der täglichen Beben wieder erhöht und der so eben erlebte Vorgang seine Wiederholung findet.
Solange sich aber alles vor der Küste in tieferen Meeresregionen abspielt, hat es keine direkten Auswirkungen auf die Insel. Es ist ein Vorgang der sich in der geologischen Entwicklungsgeschichte sicher schon sehr oft ereignet hat und im Endeffekt nur die Fauna und das Leben in den Küstengewässern durch den Ausstoß neuer Mineralien und Gase bereichert und mehrt.
Das kleinere Manko für den Betrachter - dieses Naturschauspiel lässt sich nicht beobachten.

Mittwoch, 6. November 2013

Vulkan - rapider Rückgang der Bodenverformung


Das NASA Satellitenbild der Woche von den Vulkanen auf der russischen Halbinsel Kamtschatka. Der Vulkan Kljutschewskaja Sopka ist in der Sammlung dieser Feuerberge der aktivste und größte Vulkan auf der Nordhalbkugel. Seit Oktober ist der inzwischen auf 4800 Meter hochgewachsene Gipfel wieder aktiv.
Die NASA Aufnahme stammt vom Satelliten "Landsat 8" und wurde in Infrarot Falschfarben aufgenommen. Deutlich zu erkennen ist der Lavastrom und die bis in 10 Kilometer Höhe aufsteigende Rauchsäule.
Mit solchen Giganten können und wollen wir auf El Hierro nicht mithalten. Der Kljutschewskaja Sopka steht in einem fast menschenleeren Gebiet im Osten von Russland.

Unter El Hierro hatten wir gestern 4 und heute bereits 3 Beben. Schwache Erdstöße bis ML1,6 aus 11 und 12 km Tiefe. Das Zentrum liegt weiter direkt unter dem Inselmassiv südlich des Tanganasoga.
Die Insel ist in den letzten Jahren komplett mit Messgeräten bestückt worden. Links die GPS Messpunkte die die Bodenverformung messen. Blau gekennzeichneten sind die dauerhaft installierten Geräte - lila die nur sporadisch eingesetzten Standorte.


Seit Tagen bereits ist mein Augenmerk auf den rapiden Rückgang dieser Bodenverformung gerichtet. Links die aktuellen Messwerte von oben Frontera, HI02 und HI03. Alles Messpunkte in der Senke des Golfokessel - in der Linie La Frontera Richtung Pozo de La Salud (Sabinosa). Seit Jahren beobachte ich diese Messkurven und hatte bis jetzt noch niemals so einen schnellen Rückgang erlebt.
Von +40 mm Ende Oktober 2013 bis in den Minusbereich von -25 mm - also eine Veränderung von bis zu 65 mm innerhalb weniger Tage und ohne optisch an der Oberfläche eine Aktivität wahrzunehmen oder zu sehen.

Primär eigentlich ein gutes Zeichen. Allerdings - wohin hat sich dieser Druck abgebaut?  In das umliegende Gestein ist fast ausgeschlossen, dafür hatte es über 2 Jahre Zeit und niemals geschafft.

Es kann eigentlich nur eine Eruption in dem umliegenden Gewässer stattgefunden haben. So tief, dass an der Meeresoberfläche nichts davon wahrzunehmen war. Ein Vorgang der sich in früheren Jahrhunderten oft wiederholt hat.


Nicht umsonst zeigen Kartografien vom Küstenbereich unzählige alte oder auch jüngere Vulkankegel auf. Durch den steilen Küstenabfall haben wir bereits in einer Entfernung von 1 bis 2 km vor der Küste 1000 Meter Wasser unter unseren Füßen.
Große Eruptionen in dieser Tiefe wären sicher beobachtbar. Kleinere Eruptionen werden durch die Meeresströmung verteilt und verwischt - und damit für den Land-Beobachter unsichtbar. Nur Luftaufnahmen könnten diese These wahrscheinlich schnell beweisen.

Die IGN hat sich dazu bis heute noch nicht geäußert. Es wäre auch nicht zum ersten Mal (siehe Neue Eruptionstelle entdeckt), dass eine weitere Eruption "Verschlafen" wird.

Wie dem auch sei - alle Anzeichen deuten darauf hin und ich glaube damit richtig zu liegen.

Montag, 4. November 2013

Vulkan - Was war das ?


So erlebte man gestern gegen 12.37 Uhr die totale Sonnenfinsternis in Westafrika. Von den Kanarischen Inseln (Standort La Palma) war von dem Schauspiel nichts zu sehen. Pünktlich zogen am Morgen dichte Wolken auf und verwehrten jeden Blick zur Himmelsscheibe. Von den Kanaren wäre aber so und so nur eine partielle Sonnenfinsternis (ca. 35%) zu beobachten gewesen. Dafür gab es Regen - kräftigen Regen von 21,6 Liter/m².
Auch gut so - Regen haben wir noch dringender gebraucht. So bleibt der Trost das nächste Mal (totale Sonnenfinsternis statistisch alle 360 Jahre) von unseren Inseln beobachten zu können. Wenn nicht in diesem Leben, dann vielleicht in einem der Nächsten.

War das eine Eruption?

Konzentrieren wir uns wieder auf unser Naturschauspiel vor der Haustüre. Die Durchhänge- Partie ohne große Beben- Aktivität scheint beendet zu sein. Gestern um 13.01 Uhr meldete er sich mit einem ML2,5 Erdstoß aus 11 km Tiefe unter dem Inselmassiv zurück. Insgesamt gab es am Sonntag vier Beben. Wie auch auf der IGN Karte zu erkennen, wandern die Erdstöße vermehrt nun Richtung Süden in den Bereich von El Julan und damit in das Gebiet der alten Eldiscreto Eruption. In der vergangenen Nacht um 0.05 Uhr gar etwas Neues. Ein ML2,3 Beben in ca. 20 km Entfernung südlich des Westzipfel im Atlantik aus 25 km Tiefe (roter Punkt).
Interessant ist auch die Bodenverformung (oben) der letzten Tage. Alle GPS-Stationen melden einen starken Rückgang der Verformungswerte. Der Innendruck hat plötzlich nachgelassen. In Kombination mit dem Aussetzen von Beben, müsste es eigentlich auf eine Entlüftung und damit auf eine Eruption hindeuten.

Es könnte durchaus am vergangenen Donnerstag/Freitag zu einer Unterwasser Eruption gekommen sein.

Ein Ausbruch in 2- 3000 Meter Meerestiefe ist nicht unbedingt an der Meeresoberfläche zu erkennen. Die aufsteigende Gase werden durch die Meeresströmung so stark verdünnt und verwirbelt, dass von Land dieser Vorgang nicht zu beobachten ist.
Es wäre jetzt angebracht aus der Luft mit einem Flugzeug die Meeresoberfläche im südlichen Bereich nach Meeresverfärbungen abzusuchen.
Spuren wären vielleicht zu entdecken.


Einen Vulkan richtig in Szene setzen - das können Hollywood und findige Werbestrategen. Die vermeintlich rot glühende Lava (Foto) sind eine Vielzahl von Blütenblättern. Wenn dann auch noch diese Blütenlava durch die Straßen einer Stadt fließt, wird der Blick des Betrachters erst recht fixiert. Es ist ein Video vom Vulkan Irazu in Costa Rica für eine Sony Flachbild Fernseh Werbung. Doch schaut selbst - zum Video

Freitag, 1. November 2013

Partielle Sonnenfinsternis

NEWS:
Samstag, den 2.11.2013 -11.23 Uhr
Weiter nur eine sehr geringe Aktivität mit einigen leichten Beben.

Tipp: Wer Lust und Zeit hat - vom 5.12.-19.12.2013 findet eine Kreuzfahrt mit der "Albatros" auch nach El Hierro statt. Es ist eines der wenigen Schiffe, die auch die kleine Insel für einen Tag ansteuert. Alles weitere auf Kanaren-Kreuzfahrt.


Es ist seit gestern schon verdächtig ruhig unter El Hierro. Am Donnerstag kein einziges aufgezeichnetes Beben und heute Morgen um 00.57 nur ein kleiner ML1,6 Erdstoß aus 11 km Tiefe im Golfotal.
Ich traue dem Frieden nicht und möchte zunächst den heutigen und vielleicht noch den morgigen Tag abwarten, bevor ich kommentiere und Rückschlüsse ziehe.

Sonnenfinsternis


Am kommenden Sonntag, den 3. November 2013 kommt es in Teilen Afrikas zu einer totalen Sonnenfinsternis.
Nach Angaben der NASA wird der Höhepunkt der Sonnenfinsternis gegen 12.37 Uhr (UTC) - also um 13.37 Uhr (MEZ) über dem Atlantik eintreten. Etwa 330 Kilometer südwestlich Liberias - siehe Karte von elipse-maps.com - ist das Ereignis am besten zu beobachten. In Gabun wird etwas später die Sonne vom Mond für rund eine Minute völlig bedeckt sein.

Vom südlichsten Punkt Europas auf El Hierro (geographisch aber Afrika) wird man nur eine partielle Sonnenfinsternis beobachten können. Ungefähr 35% der Sonnenoberfläche sind dabei bedeckt.
Gegen 12.10 Uhr Kanarenzeit (entspricht im Winter der UTC-Zeit) sollte das seltene Himmelsschauspiel zu beobachten sein.
Klare Sichtverhältnisse ohne Wolken und Dunst einmal voraus gesetzt. Nur ca. 10 Mal in einem Jahrhundert kommt es zu einer beobachtbaren totalen Sonnenfinsternis.
Erst im Jahre 2026 wird in Europa - und zwar in Festland Spanien, wieder eine totale Sonnenfinsternis zu sehen sein.

Kurze Erklärung zu den unterschiedlichen Uhrzeiten:

Die UTC-Zeit ist die einheitliche koordinierte Uhrzeit die im Flugverkehr, beim Militär oder auch bei den seismischen Aufzeichnungen der IGN genannt wird. Das UTC steht für Universal Time Coordinated oder auch für Universal Time Code.
Für Deutschland ist es dann: UTC+1 die mitteleuropäischen Zeit (MEZ) und UTC+2 für die Mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ).

Da auf den Kanaren die Uhren etwas anders gehen, liegen wir immer -1 Stunde gegenüber der deutschen Zeit zurück. Im Winter also genau die UTC Zeit. Im Sommer wird auch hier die Zeit um 1 Stunde vorgestellt - dann +1 Stunde mehr als UTC-Zeit.