Sonntag, 29. September 2013

Das kurze Leben einer Vulkaninsel

NEWS: - 12.12 Uhr - Neues Beben erschüttert Pakistan wie NTV berichtet.

Während es unter El Hierro auch gestern 6 Erdstöße bis ML2,0 aus 10 bis 13 km Tiefe um den Tanganasoga gab, fiel mir der Beitrag (links) in Web.de auf. Es ist natürlich eine Aufnahme der Eldiscreto Eruption von 2011. Woher diese noch nicht an der Meeresoberfläche erschienene Insel kommt und wie der Unterwasserkegel entstanden ist, wissen wir.
Etwas anders verhält es sich mit der in der vergangenen Woche vor der Küste von Pakistan plötzlich aufgetauchten neuen Insel.



Eine ganz frische NASA Aufnahme aus dem Earth Observing-1 (EO-1) zeigt die etwa 1 Kilometer vor Gwadar liegende Insel. Sie ist schätzungsweise 75 bis 90 m im Durchmesser und ragt 15 bis 20 m aus der Meeresoberfläche hervor.
Am 24. September tauchte sie nach einem ML7,7 Erdbeben weiter nördlich im Landesinnern, vor der Küste - wie ein Phönix aus der Asche plötzlich auf.
Keine glühende Lava und Dampffontänen wie sonst üblich begleiteten die " kalte Eruption".
Es soll sich um einen "Schlammvulkan" handeln, der durch eine darunterliegende Gasblase angehoben wurde.
Komprimiertes Methan, Kohlendioxid und andere Gase aber auch Flüssigkeiten könnten durch das Beben gestört worden sein und an die Oberfläche drängen.
Tatsächlich wurde von austretendem Gas (Methan) das sofort Feuer fing, berichtet. Das Meer ist um die neu entstanden Insel flach und nur ca. 15 bis 20 Meter tief, wie Meeresbiologen erklärten.
Durch das expandierende Gas wurden Sedimente, Schlamm aber auch größere Felsbrocken an die Oberfläche befördert.
"Die Insel wirkt wie ein großer Schlammhaufen" - so Bill Barnhart, Geologe an der United States Geological Survey.
So schnell wie die Insel entstanden ist, kann sie nun auch wieder von der Bildfläche verschwinden. Entweicht weiteres Gas in die Atmosphäre, lässt der Innendruck nach und die Insel kann wieder im Vakuum der Blase versinken. Auch die Gezeiten und das an den Inselrändern nagende Meer werden ihren Beitrag leisten.
Schlamminseln (es gab bereits mehrere) sind in der Regel innerhalb eines Jahres soweit abgetragen und verschwinden.

Kein Komet und auch kein Meteorit, aber die ISS Raumstation ist am Mittwoch Morgen über den Kanaren sichtbar? Alles weitere dazu unter "ISS wird sichtbar"

Freitag, 27. September 2013

Flug über den Vulkan Eldiscreto

NEWS:

"Vuelo sobre el cono del volcán submarino" so beschreibt die IEO (Instituto Español de Oceanografía) ihre animierte Grafik die aus den letzten bathymetrischen Untersuchungen entstanden ist. Im März 2013 wurde zusammen mit dem Instituto Hidrográfico de la Marina unter anderem auch das Eruptionsgebiet um den 2011 entstandenen Eldiscreto näher unter die Lupe genommen. Es entstand ein Video, das den Vulkankegel und vor allem das nächste Unterwasserumfeld zeigt. Es ist gesäumt von unzähligen früheren Eruptionskratern und der Jüngste ist im Grunde jetzt nur einer von vielen Kegeln und Berge. Hier geht es zum  Video der IEO

Die Bebenaktivität hält aktuell verhalten weiter an. Gestern 7 Beben, heute bereits 6 neue Erdstöße. Der stärkste Erdstoß erfolgte am Morgen um 5.31 Uhr mit ML2,3 aus 16 km Tiefe vor dem Westzipfel. Das Zentrum bleibt aber unter dem Inselmassiv bei 10 bis 12 km Tiefe.
Auch unter La Palma wurden gestern mehrere Beben aufgezeichnet - von der IGN aber bis jetzt noch nicht klassifiziert. Atmosphärische Störungen wie Wind, Starkregen oder hoher Wellengang scheiden aus.

Auch eine Zunahme von Erdbeben in Gebieten mit Erdöl- oder Erdgasgewinnung ist festzustellen. So hat sich die Zahl der Erdbeben in der Region Groningen (Holland), die durch die dortige Gasgewinnung verursacht werden, zwischen 2010 und 2012 verdoppelt.
Auch in diesem Jahr ist ihre Zahl im Vergleich zum Vorjahr erneut gestiegen. Der niederländische Wirtschaftsminister Henk Kamp (VVD) will nun prüfen lassen, ob die Gasgewinnung zurückgeschraubt werden muss, um das Risiko zu mindern. Lesen Sie die vollständige Veröffentlichung der Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Klar - Energie wird gebraucht und immer in größerem Umfange. Wenn der Erde Jahrmillionen alte Stücke entrissen werden, entstehen in der Erdkruste Hohlräume und instabile Zonen.
Auch wenn diese Lücken mit einer Ersatzflüssigkeit aufgefüllt werden, erreiche ich niemals die alte Konsistenz und das gleiche Innendruckverhältnis wie früher. Darauf erfolgt über kurz oder lang schon aus physikalisch/geologischen Gründen eine Reaktion - meist als Verwerfung oder durch Abrutschen nicht mehr stabiler Gesteinsschichten. Das sind dann die gemessenen Erdbeben.

Wir können uns darauf einstellen, dass derartige von Menschenhand geschaffenen Beben, in Zukunft weiter zunehmen. Je mehr ich die Erde entkerne, desto größer wird die Gefahr.

Noch sind es meist kleine Beben, die nur Risse in den Hausfassaden hinterlassen. Aber auch Tote sind bereits zu beklagen. Ich erinnere an die Beben in Festlandspanien oder Italien die wahrscheinlich durch eine ungebremste Grundwasserentnahme und das Absinken des Wasserspiegels ausgelöst wurden.

Wer ist Schuld und wen mache ich dafür Verantwortlich?

Ein beliebtes Spiel den Übeltäter zu benennen, vielleicht zu verurteilen und scheinbare Gerechtigkeit walten zu lassen.

Den Betreiber, den politischen Entscheidungsträger oder den gedankenlosen Verbraucher.
Im Grunde ist es eine Kollektivschuld, da Alle mehr oder weniger, von den Vorteilen partizipiert haben.
Oft wurde ohne Widerspruch oder aus mangelndem Interesse alles so hingenommen. Die demokratisch gewählten Vertreter werden es schon richten.

Darüber sollte sich jeder einmal Gedanken machen und beim nächsten geplanten Erdwärmeprojekt, Öl- oder Erdgasbohrung wie zum Beispiel vor Fuerteventura oder der in Deutschland zur Zeit diskutierten Frackingmethode etwas genauer und intensiver informieren und den Sinn und Zweck hinterfragen.
Ist es unbedingt Notwendig - bringt es Vorteile oder sind die Folgewirkungen durch den Eingriff in die Natur viel gravierender für mich und meine Kinder.

Ich bin kein "Grüner" oder "Alternativer", zumindest nicht im parteiklassischen Sinne. Mache mir aber so meine Gedanken, wie gedankenlos Parteien, Interessengruppen und Mitmenschen mit unserem gemeinsamen Eigentum und unser aller Lebensgrundlage umgehen.

Mittwoch, 25. September 2013

Neue Insel entstanden ?

NEWS:

Auch das ist möglich.
Bei dem schweren Erdbeben von ML7,7 gestern um 11.29 Uhr (GMT Zeit) im Südwesten von Pakistan, soll vor der Küste eine neue Insel entstanden sein.
Wie die pakistanische Express News (Foto) berichtet, hat sich ca. 1,5 km vor der Küste von Gawadar eine Insel aus dem Meer erhoben. Die Höhe der neuen Insel wird mit 20 - 40 Meter angegeben. Sie soll wie auf dem Foto auch zu sehen, stark zerklüftet sein. Es war in diesem Gebiet laut Express News nicht der erste Vorgang dieser Art. Bereits 1945 soll nach einem Beben, Landmasse aus dem Meer aufgetaucht sein.

Das Beben ereignete sich um 16.29 Uhr Lokalzeit (11.29 GMT) rund 100 Kilometer (60 Meilen) südwestlich von der Stadt Khuzdar in der Provinz Belutschistan (Karte USGS) in einer Tiefe von 22,9 Kilometer.

Wie das United States Geological Survey (USGS) mitteilte, dauerte der Erdstoß rund 8 Sekunden an.

Auch auf dem Seismografen CHIE auf El Hierro wurde dieses Beben mit 10 Minuten Zeit- Verzögerung aufgezeichnet. Die Nachschwingungen dauerten hier über mehrere Minuten an (links IGN Grafik).


Über die Opferzahlen gibt es noch unterschiedliche Angaben. Die Zahlen schwanken zwischen 49 und 210 Toten.
Das betroffene Gebiet ist schwach besiedelt. 90 % der Dörfer/Gemeinden wurden lt. der engl. Herald Tribune zerstört (Danke für die Leser- Hinweise).

Nicht nur durch Vulkaneruptionen oder Meeresabsenkungen können neue Inseln entstehen. Auch durch Erdbeben können flach unter dem Meeresspiegel liegende Landmassen oder Berge wie ein Phönix plötzlich über die Wasseroberfläche katapultiert werden.
Spannungen die sich über lange Zeit beständig aufgebaut haben und plötzlich lösen, können Verwerfungen von mehreren Dutzend Metern verursachen und je nach Lage - auch Tsunamis - auslösen. Beispiele dafür gibt es genug.

Unter El Hierro war es in den letzten 24 Stunden im Vergleich dazu ruhig. Es gab gestern 10 schwache Erdstöße bis ML1,6 aus 11 bis 14 km Tiefe. Die Lage unter dem Inselmassiv bleibt unverändert.
Für La Palma wurde kein weiteres Beben registriert.

 


Sonntag, 22. September 2013

Vulkan - ML3,0 Beben bei La Palma

NEWS:
Dienstag, 24.09.13 - 13.51 Uhr


Ein starkes ML7,6 Beben im Süden von Pakistan aus 42 km Tiefe um 11.29 Uhr hat heute mit 10 Minuten Verspätung - um 11.39 Uhr - auch alle Seismografen der Kanaren (wie oben La Palma) ausschlagen lassen.
Unter El Hierro gab es heute bereits 7 relativ schwache Erdstöße bis ML1,6 aus 11 bis 12 km Tiefe.
Als Nachtrag zum La Palma Beben vom Sonntag: Die IGN hat das Beben auf ML3,3 hoch gestuft.


Nicht El Hierro, sondern bei der Nachbarinsel La Palma ereignete sich um 11.33 Uhr (Ortszeit 12.33 Uhr) ein ML3,0 Beben (siehe Seismogramm links). Das Beben kam aus 27 Kilometer Tiefe. Nicht ungewöhnlich - aber innerhalb der letzten Stunden nun an fast gleicher Stelle bereits der 3. Erdstoß. Gestern ein Beben von ML2,5 aus nur 6 km Tiefe, heute Morgen um 10.22 Uhr ein ML1,9 Beben aus 10 km Tiefe und jetzt das ML3,0 Beben.
Das Zentrum liegt ca. 20 km vor der Nordostküste bei Barlovento. Der Erdstoß wurde auf der Insel nicht wahrgenommen. Zumindest nicht in meinem näheren Umfeld. Allerdings lebe ich einige Kilometer südlich bei Santa Cruz (A-Markierung auf der Google Karte). Erdbeben sind wir ja auch hier gewohnt, allerdings nicht in der Häufigkeit wie auf El Hierro. In den vergangenen 17 Jahren habe ich vielleicht 5 Beben hier bewusst wahrgenommen (darunter auch den ML4,9 Erdstoß vom März 2013 auf El Hierro).
Es bleibt jetzt einmal abzuwarten, ob hier noch Weiteres folgt.

Auf El Hierro wurden gestern 17 Beben registriert - heute bisher 4 schwache Erdstöße.

Samstag, 21. September 2013

Vulkan - Magma wandert nach Süden

NEWS:
18.35 Uhr - um 9.39 Uhr heute ein ML2,5 Beben ca. 20 km nordöstlich von La Palma in nur 6 km Tiefe.


Die aktuelle Bebenphase dauert weiter an. Heute Morgen bereits 9 Erdstöße, davon 4 Beben mit mehr als ML2,0. Um 3.34 Uhr der bisher stärkste Erdstoß mit ML2,3.
Das Zentrum bleibt wie aus der IGN Grafik (links) zu erkennen, unter dem Inselmassiv um den Tanganasoga. Die Beben haben sich in den letzten Stunden etwas nach Süden (rot) verlagert. Es dürfte auf eine Verschiebung der Magmamasse hindeuten. Die Ausgangstiefe der letzten Beben liegt bei 9 bis 11,3 km und damit fast unverändert.






Auch einen Seitenblick auf den Hurrikan "Humberto" wollen wir nicht vergessen. Er lag noch Ende letzter Woche ca. 1250 km südwestlich von El Hierro im Atlantik. Auf der jüngsten Cyclone Warnkarte der NOAA (National Hurricane Center der USA) taucht er inzwischen nicht mehr auf. Er hat sich aufgelöst oder soweit abgeschwächt, dass er keine Gefahr für die Kanarischen Inseln mehr darstellt .. und das ist gut so ! Zu tief stecken noch die Erinnerungen an den Hurrikan von 2005.