NEWS:
Erdölförderung Ja oder Nein - das Thema erregt zur Zeit auf den östlichen Inseln Fuerteventura und Lanzarote die Gemüter. Gefunden wurde bereits 2001 ein riesiges Erdöl- und Gasfeld, ca. 65 km vor der Küste, an der Grenzlinie zwischen Marokko und den Kanarischen Inseln. Der spanische Ölmulti Repsol geht davon aus, dass hier möglicherweise über 20 Jahre lang, täglich zwischen 100 000 und 150 000 Barrel Erdöl gefördert werden können. Besonders das Gebiet nordöstlich von Fuerteventura scheint reiche Beute zu versprechen. Der kommerzielle Wert dieser Reserven soll sich in einem Bereich von 157 Milliarden Euro bewegen. Wenn diese Summen tatsächlich zu realisieren wären, würde das einen ungeheuren Schub für die Wirtschaftsleistung der Region und ganz Spaniens bedeuten.
Um Festzustellen ob sich überhaupt eine Förderung lohnt, will das Konsortium Repsol, die australische Firma Woodside Petroleum und die deutsche RWE Probebohrungen vornehmen. Den staatlichen Segen und die entsprechenden Genehmigungen aus Madrid liegen inzwischen vor. Die ersten Bohrungen mit einem Kostenaufwand von über einer Milliarde Euro in 3500 Meter Meerestiefe nach dem Gold zu suchen, laufen bereits an.
Das bringt natürlich die Umweltschützer und viele Einwohner der betroffenen Inseln auf die Palme. Auch die Touristikindustrie fürchtet um die Traumstrände, Fördertürme als Kulisse am Horizont und das Ausbleiben von Gästen. Tourismus ist auf den östlichen Inseln die Lebensader und bietet Arbeitsplätze für viele Einheimische. Von der Möglichkeit einer Ölpest wie im Golf von Mexiko erlebt, ganz zu schweigen. Mit Plakaten, Protestveranstaltungen und Aktionen manifestiert sich massiver Widerstand.
Es sind Interessenkonflikte zwischen einem möglichen "Ölboom" der Reichtum und Madrid nicht nur eigene Energie und wachsende Steuereinnahmen bringt sondern auch zusätzliche Arbeitsplätze schaffen soll und die bereits etablierten Touristik. Ein Bioreservat mit Ölförderung oder einem Atomkraftwerk vor der Haustür ist schwer vorstellbar.
Allerdings wird auch auf den Kanaren in Hülle und Fülle Erdöl für die Hotels, Meereswasser- Entsalzungsanlagen und die Fahrzeuge auf den Straßen verbraucht. Energiesparen war bisher nie die große Stärke und die alternative Energiegewinnung wurde eher als ein Stiefkind nebenbei behandelt. Ölförderung Ja - aber nicht vor unserer Küste.
Auch die Politiker geben kein einheitliches Urteil ab. "Wenn die Kanaren nicht an den zusätzlichen Steuereinnahmen durch die Ölförderung partizipieren - sind wir dagegen".
Mit dieser Einstellung wird der ganze Materialismus und nicht das Interesse am Schutze der Natur sichtbar. Der Bauwansinn und die Betonburgen der Vergangenheit spiegeln die Grundeinstellung wieder, die sich auch bis heute nicht geändert hat.
Geld und wirtschaftliche Interessen stehen an erster Stelle.
Doch wie sieht es bei einer Ölförderung geologisch im Untergrund aus?
Kommt es durch die Entnahme von Erdöl und Gas zu Hohlräumen und wird dadurch vielleicht die vulkanische Aktivität angeregt?
Die entdeckten Erdölfelder liegen direkt über dem vermuteten Hotspotkanal Richtung afrikanischer Küste. Viele Erdbeben der Vergangenheit und auch in den letzten Wochen ereigneten sich genau in diesem Areal.
Große Untersuchungen zu dieser möglichen neuen Gefahr wurden bisher nicht vorgenommen bzw. nicht veröffentlicht.
Diesen Punkt möchte ich in den nächsten Tagen behandeln und mit Beispielen aus anderen Regionen erläutern.
Aktuell gab es gestern 3 Beben unter El Hierro. Der stärkste Erdstoß um 18.34 Uhr mit ML1,7 aus 11 km Tiefe am Tanganasoga (rosa).
Donnerstag, 18. Juli 2013
Vulkan und Erdölförderung
Labels:El Hierro,Kanarische Inseln,Kanaren,Spanien
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Dienstag, 16. Juli 2013
Vulkan - neues Leben im Atlantik
NEWS:
In den letzten 24 Stunden hatten wir 4 schwache Beben bis ML1,6. Die Erdstöße kamen aus 13 bis 20 km Tiefe im Westen und unter dem Inselmassiv. Während die Bebenaktivität verhalten andauert, entwickelt und erholt sich das Leben unter Wasser ständig weiter. Besonders im Taucherparadies um den Ort La Restinga im Süden - in Nähe der Eldiscreto Eruptionsstelle - wimmelt es inzwischen von Lebewesen. Vulkane bringen nicht nur Verderben sondern ermöglichen erst durch den Ausstoß von Mineralien und Gasen die Lebensgrundlage für Leben und oft auch die Ansiedlung bisher dort noch nicht beobachteter neuer Meeresbewohner.
Die Tauchschule Fandiving aus La Restinga dokumentiert regelmäßig die aktuelle Entwicklung. Hier geht`s zum im Mai und Juni 2013 entstandenen Unterwasser-Video
Nicht nur im Atlantik um El Hierro regt sich Leben. Die Wissenschaft entdeckte nun auch, daß selbst in 11.000 Meter Meerestiefe im Marianengraben im Westpazifik das Mikrobeleben deutlich höher als bisher vermutet ist.
In der Fachzeitschrift "Nature Geoscience" veröffentlicht ein internationales Forscherteam die neuesten Ergebnisse.
"Unvermutet reges Leben am tiefsten Punkt der Erde" - Nachzulesen in web.de
In den letzten 24 Stunden hatten wir 4 schwache Beben bis ML1,6. Die Erdstöße kamen aus 13 bis 20 km Tiefe im Westen und unter dem Inselmassiv. Während die Bebenaktivität verhalten andauert, entwickelt und erholt sich das Leben unter Wasser ständig weiter. Besonders im Taucherparadies um den Ort La Restinga im Süden - in Nähe der Eldiscreto Eruptionsstelle - wimmelt es inzwischen von Lebewesen. Vulkane bringen nicht nur Verderben sondern ermöglichen erst durch den Ausstoß von Mineralien und Gasen die Lebensgrundlage für Leben und oft auch die Ansiedlung bisher dort noch nicht beobachteter neuer Meeresbewohner.
Die Tauchschule Fandiving aus La Restinga dokumentiert regelmäßig die aktuelle Entwicklung. Hier geht`s zum im Mai und Juni 2013 entstandenen Unterwasser-Video
Nicht nur im Atlantik um El Hierro regt sich Leben. Die Wissenschaft entdeckte nun auch, daß selbst in 11.000 Meter Meerestiefe im Marianengraben im Westpazifik das Mikrobeleben deutlich höher als bisher vermutet ist.
In der Fachzeitschrift "Nature Geoscience" veröffentlicht ein internationales Forscherteam die neuesten Ergebnisse.
"Unvermutet reges Leben am tiefsten Punkt der Erde" - Nachzulesen in web.de
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Sonntag, 14. Juli 2013
Vulkan - wieder mehr schwache Beben
NEWS:
Heute in den den frühen Morgenstunden bereits 7 leichte Erdstöße bis ML1,7. Schwerpunkt war der südliche Teil des Tanganasoga (IGN-Grafik rot) bis vor die südwestliche Küste vor dem Leuchtturm (rosa). Die Beben kamen aus einer Tiefe zwischen 11 und 20 Kilometer. Gestern hatten wir nur zwei Beben (gelb) im Westen. Die schwachen Aktivitäten dauern unvermindert an. Wie ein siedender Kessel scheinen sich die Magmamassen umzuwälzen und die nur messbaren Erschütterungen auszulösen. Die Ausgangstiefe bleibt dabei im Moment relativ konstant.
Heute in den den frühen Morgenstunden bereits 7 leichte Erdstöße bis ML1,7. Schwerpunkt war der südliche Teil des Tanganasoga (IGN-Grafik rot) bis vor die südwestliche Küste vor dem Leuchtturm (rosa). Die Beben kamen aus einer Tiefe zwischen 11 und 20 Kilometer. Gestern hatten wir nur zwei Beben (gelb) im Westen. Die schwachen Aktivitäten dauern unvermindert an. Wie ein siedender Kessel scheinen sich die Magmamassen umzuwälzen und die nur messbaren Erschütterungen auszulösen. Die Ausgangstiefe bleibt dabei im Moment relativ konstant.
Donnerstag, 11. Juli 2013
Vulkan - Sommerzeit
NEWS:
Eine Reihe von kleineren Beben hatten wir in den letzten Tagen. Am vergangenen Mittwoch, dem 8.7.13 gab es 8 und gestern 5 Erdstöße. Die Beben lagen im Schwerpunkt unter dem Tanganasoga und kamen aus 11 bis 16 km Tiefe. Die Stärke lag bei max. ML2,3.
Heute blieb es bisher ruhig.
Bei Temperaturen über 30°C und leichtem Calima spielt sich das Leben heute am Strand und erst in den kühleren Abendstunden in den Pueblos und Cafés ab. Auch alle festlichen Aktivitäten während der Bajada finden am Abend ihren Höhepunkt. Am Tage und vor allem um die Mittagszeit, sind die Dörfer wie ausgestorben.
Eine Reihe von kleineren Beben hatten wir in den letzten Tagen. Am vergangenen Mittwoch, dem 8.7.13 gab es 8 und gestern 5 Erdstöße. Die Beben lagen im Schwerpunkt unter dem Tanganasoga und kamen aus 11 bis 16 km Tiefe. Die Stärke lag bei max. ML2,3.
Heute blieb es bisher ruhig.
Bei Temperaturen über 30°C und leichtem Calima spielt sich das Leben heute am Strand und erst in den kühleren Abendstunden in den Pueblos und Cafés ab. Auch alle festlichen Aktivitäten während der Bajada finden am Abend ihren Höhepunkt. Am Tage und vor allem um die Mittagszeit, sind die Dörfer wie ausgestorben.
Dienstag, 9. Juli 2013
Das Fest der Feste - die Bajada
NEWS:
Am vergangenen Wochenende erlebte El Hierro den Höhepunkt der nur alle 4 Jahre stattfindenden "Bajada de la Virgen de los Reyes"- der Abstieg der Heiligen Jungfrau von Los Reyes. An diesem Tag wurde die Schutzpatronin in einer über 28 Kilometer langen Prozession in die Inselhauptstadt getragen. Tanzend und musizierend begleiten die Herreños ihre Schutzpatronin auf diesem traditionsreichen Weg von der kleinen Kapelle in La Dehesa im Südwesten zur Inselhauptstadt Valverde.
Schon seit Wochen waren alle Flug- und Fährverbindungen für dieses Wochenende ausgebucht. Auch die Hotels und Landunterkünfte melden eine 100% Belegung. Erfreulich für die Hotel- und Gastronomiebetreiber und die durch die Rezession und Vulkankrise gebeutelte Wirtschaft der Insel. Wenn auch nur für wenige Tage, aber ein kleiner Lichtblitz in der doch schwierigen Zeit. Fast alle Sorgen und Nöten wurden zurück gedrängt und es wurde nur gefeiert.
Erst in vier Wochen, am 3. August, erfolgt die Rückkehr der Schutzheiligen in ihr Heiligtum in La Dehesa.
Einen ersten kleinen Eindruck vom Fest vermittelt das Video Bajada 2013 von Hierro Bimbache.
Auch wenn der Vulkan im Augenblick auf der Inseloberfläche keine große Rolle spielt, hält sich die Natur nicht an traditionelle Regeln. Gestern um 12.35 Uhr erfolgte ein ML3,1 Beben vor dem westlichen Rand des Golfokessel. Der Erdstoß kam aus 22 km Tiefe und lag ca. 5 Kilometer vor der Küste (siehe IGN Grafiken).
Am vergangenen Wochenende erlebte El Hierro den Höhepunkt der nur alle 4 Jahre stattfindenden "Bajada de la Virgen de los Reyes"- der Abstieg der Heiligen Jungfrau von Los Reyes. An diesem Tag wurde die Schutzpatronin in einer über 28 Kilometer langen Prozession in die Inselhauptstadt getragen. Tanzend und musizierend begleiten die Herreños ihre Schutzpatronin auf diesem traditionsreichen Weg von der kleinen Kapelle in La Dehesa im Südwesten zur Inselhauptstadt Valverde.
Schon seit Wochen waren alle Flug- und Fährverbindungen für dieses Wochenende ausgebucht. Auch die Hotels und Landunterkünfte melden eine 100% Belegung. Erfreulich für die Hotel- und Gastronomiebetreiber und die durch die Rezession und Vulkankrise gebeutelte Wirtschaft der Insel. Wenn auch nur für wenige Tage, aber ein kleiner Lichtblitz in der doch schwierigen Zeit. Fast alle Sorgen und Nöten wurden zurück gedrängt und es wurde nur gefeiert.
Erst in vier Wochen, am 3. August, erfolgt die Rückkehr der Schutzheiligen in ihr Heiligtum in La Dehesa.
Einen ersten kleinen Eindruck vom Fest vermittelt das Video Bajada 2013 von Hierro Bimbache.
Auch wenn der Vulkan im Augenblick auf der Inseloberfläche keine große Rolle spielt, hält sich die Natur nicht an traditionelle Regeln. Gestern um 12.35 Uhr erfolgte ein ML3,1 Beben vor dem westlichen Rand des Golfokessel. Der Erdstoß kam aus 22 km Tiefe und lag ca. 5 Kilometer vor der Küste (siehe IGN Grafiken).
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