Sonntag, 23. Juni 2013

Vulkan - Sabinosa auf La Palma

NEWS:



Die Folkloregruppe aus Sabinosa gestern Abend auf unserer Romeria in San Pedro. Wie versprochen habe ich einige Schnappschüsse eingefangen. Den Herrn links kennen wahrscheinlich nur Insulaner und Insider. Es ist der Senator im Gobierno de Canarias, ehemaliger stellv. Inselpräsident von El Hierro und "Vater" des Gorona Energiekonzept - Javier Morales. Hier in seiner Hobby- und Freizeitrolle. Als Kind von Sabinosa ist er in dieser traditionellen Gruppe groß geworden und lässt, sofern seine offiziellen Termine es zulassen, keinen Auftrittstermin aus. Ich hatte im Laufe des Abends Gelegenheit mich mit ihm zu unterhalten. Nicht über Energie und auch nicht über Vulkane, sondern über die enge Verbundenheit der Insel El Hierro mit La Palma und den schönen Abend. Hier auf La Palma sei er immer wieder gerne. Es sei heute die Generalprobe für die im nächsten Monat auf El Hierro stattfindende Bajada.

Und noch eine kleine Collage von unserer Romeria. Wenn Sie in den Sommermonaten Urlaub auf den Kanaren machen, kann ich Ihnen nur den Besuch einer der zahlreich stattfindenden Romerias empfehlen. Es sind die typischen Fiestas mit Trachten, Tieren und viel Folklore. Dort werden Sie  auch mit den kleinen "Tapas" und Wein kostenlos versorgt.
Auf der La Palma Seite werde ich noch einige weitere Aufnahmen einstellen.

 
 
Auch den Vulkan wollen wir nicht vergessen. Es gab gestern und in der vergangenen Nacht wieder 4 schwache Erdstöße bis ML1,7 aus 12 bis 27 km Tiefe. Der Schwerpunkt (siehe IGN Grafik) lag dieses Mal im südlichen Golfotal.

Samstag, 22. Juni 2013

Die Fiesta aller Fiestas auf El Hierro

NEWS:


Der Juli 2013 steht auf El Hierro ganz im Zeichen der "Bajada de la Virgen de Los Reyes" (Jungfrau der Könige). Das nur alle 4 Jahre größte Inselfest, findet jetzt bereits zum 65. Mal statt. Höhepunkt ist die Romeria (Prozession) vom Stammplatz der Madonna an der Westspitze der Insel über 28 Kilometer auf einem traditionellen Camino (Weg) bis zur Hauptstadt Valverde.
Hier auf der offizielle Cabildo-Seite sind alle Einzelheiten zu entnehmen. Es gibt auch eine Seite in Facebook - oder wer sich das Spektakel der letzten Bajada 2009 ansehen möchte, hier ein  Video von Miguel A.

Die Musik und der Tanz ist typisch nur für El Hierro. Auch die "Röckchen-Tracht" gibt es in dieser Form auf keiner weiteren Kanarischen Insel.
Ich werde wahrscheinlich heute Abend Gelegenheit haben, die Folklore-Gruppe von Sabinosa hier bei unserer Romeria in San Pedro (La Palma) Live zu erleben und einige Schnappschüsse einfangen.

Vulkantechnisch bleibt es ruhig. Keine weiteren Beben. Wollen wir hoffen, dass es während der Bajada weiter so friedlich bleibt.

Donnerstag, 20. Juni 2013

Vulkan - die Anreise-Odyssee

NEWS: Seit den beiden Erdstößen gestern Vormittag gab es keine weiteren Aktivitäten.

Wenden wir uns heute wieder den Fähr- und Flugverbindungen nach El Hierro zu. Gestern hatte ich bereits über die umständliche Verbindung auf die Insel berichtet.

In der Regel werden Sie als Gast mit Condor, Airberlin oder einer anderen Gesellschaft auf dem Südflughafen Reina Sofia auf Teneriffa am späten Vormittag ankommen. Nach 4 Stunden Flugzeit aus Deutschland brauchen Sie nun eine Transportmöglichkeit weiter nach El Hierro. Hier gibt es einmal den Seeweg mit der Fähre (Fred Olsen oder Armas) ab dem Hafen Los Cristianos (Transfer zum Hafen 30 min.) oder mit dem Flugzeug von Binter Canarias vom Nordflughafen Los Rodeos (Transfer zum Nordflughafen 90 min.).

Nach dem Fred Olsen Fahrplan startet die Schnellfähre bereits um 8.oo bzw. 9.oo Uhr am Vormittag (Mittwoch, Freitag, Sonntag) und scheidet somit aus.
Ähnliches bei Naviera Armas. Hier geht es bereits (Dienstag+ Donnerstag) um 8.45 Uhr los. Die Überfahrt dauert bei Olsen ca. 2 Stunden und bei Armas 3 Stunden. Jeweils wird ein Zwischenstopp auf La Gomera eingelegt. Es ist also eine Übernachtung auf Teneriffa notwendig.
 

Mit dem Flugzeug von Binter sieht es da schon besser aus. Aus der Tabelle die Ankunftszeiten aller Flüge auf El Hierro vom heutigen Tage. Die unterschiedlichen Airlines sollen nicht weiter stören, es sind Tochterunternehmen von Binter und werden zentral von Binter abgewickelt. Es gibt Abflugmöglichen ab dem Nordflugplatz Teneriffa von 8.oo bis ca. 17.oo Uhr (Flugdauer Teneriffa - El Hierro 30 min.) und um die Mittagszeit ein Flug ab Gran Canaria (Las Palmas - El Hierro ca. 50 min.). Der einfache Flugpreis liegt bei rund 70.- Euro. Bei Sonderaktionen auch schon mal für 50.- Euro zu erhalten. Die Fähren liegen etwa beim halben Preis.























Für die Rückreise nach Teneriffa startet der erste Flieger in El Hierro um 8.50 Uhr. Bei einer Flugzeit von 30 min. und dem Transfer zum Südflugplatz Teneriffa von 90 min sind Flüge ab der Mittagszeit Richtung Deutschland zu erreichen. Hier ist normal keine Zwischenübernachtung auf Teneriffa notwendig. Wie Sie sehen ist es schon eine kleine Wissenschaft und einiges an Recherchen notwendig, um unser kleines Inselchen zu erreichen. Wesentlich stressfreier geht es natürlich mit einer Übernachtung auf Teneriffa.
 
Dies ist der Hauptgrund warum nur relativ wenige Touristen aus Nordeuropa die Insel besuchen. Interesse ist vielfach vorhanden, das weiß ich aus vielen Gesprächen und Mails - wären da nicht die komplizierten Anreisewege.
 
Das Problem hat man natürlich auf El Hierro auch längst erkannt. Es gibt Gespräche und Verhandlungen mit den Reedereien ihre Fahrpläne zu ändern. Am Abend eine Überfahrt nach El Hierro, die Fähre verweilt die Nacht im Hafen und startet am frühen Morgen zur Rückfahrt nach Teneriffa. So könnten auch am Nachmittag auf Teneriffa ankommende Gäste noch die Fähre erreichen und wären bei der Rückreise auch pünktlich wieder zurück für den Rückflug.

Soweit die Theorie. Ohne üppige Subventionen wird Armas und Olsen hier aber nicht mitspielen. Die Haupttransportkapizität (80%) wird nach La Gomera befördert. Die Weiterfahrt nach El Hierro ist nur ein Anhängsel.
Eingesetzt werden auf den Kanaren nur große Fähren mit einer Kapazität von 700 und mehr Passagieren sowie 150 Fahrzeugen. Diese Schiffe haben einen großen Energieverbrauch und lohnen sich nur bei entsprechender Auslastung.
Kein Reeder wird auf Dauer aus Spaß und Juxerei mit nur wenigen Gästen El Hierro anlaufen und seine Haupteinnahmequelle vernachlässigen. Es sei denn, dieser Fahrplanwechsel wird entsprechend honoriert.
 
Hier sind wir nun wieder bei den Subventionen. Diese Aufgabe und die Verhandlungsführung obliegt dem Vetreter der Insel Hierro, dem Senator im Gobierno de Canarias Javier Morales. Ein von mir hochgeschätzter Mann, Umweltaktivist und Vater des regenerativen Energieprojekt "Gorona del Viento".
Ich kann mir gut vorstellen, mit welch zwiespältigen Gedanken er nun das Ansinnen seiner Inselregierung in eine aus ökologischer Sicht unnützen Geld- und Energieverschwendung, umsetzen soll.
 
Vielleicht wäre das Problem auch einfacher, billiger und auch umweltverträglicher zu lösen.
 
Statt der großen Fähren, könnten die Binter Flugzeuge vom Südflugplatz Teneriffa starten. Jeweils die erste und letzte Maschine würde ausreichen.
Der ankommende Tourist könnte so einfach ohne großen Transfer nach Norden oder zum Hafen den letzten Tagesflieger nehmen und wäre auch bei der Rückreise gleich am Morgen wieder auf Teneriffa.
Ein Binter Flugzeug fasst rund 60 Passagiere und dürfte ausreichend sein.
Auf jeden Fall ist diese Möglichkeit günstiger, weniger umweltschädlich und in der Praxis sicher schnell umzusetzen.
Vielleicht wären dann auch einige Reiseveranstalter bereit, Pauschalpakete nach El Hierro in ihr Programm aufzunehmen.

Mittwoch, 19. Juni 2013

Vulkan - Tourismus und Verkehrsanbindung

NEWS:
Heute Morgen um 1.54 Uhr ein ML2,2 Beben aus 18 km Tiefe am Leuchtturm in Südwesten und um 11.17 Uhr ein ML1,9 Beben aus 14 km Tiefe vor der Westspitze.

Ein Thema das mich schon mehrfach beschäftigt hat, ist die Verkehrsanbindung und schlechte Erreichbarkeit der Insel. Wer ernsthaft an einem Besuch auf El Hierro interessiert ist, schafft auch die etwas anstrengende An- und Abreise. Es sind dann aber mehr die Individualisten die sich nicht scheuen und die längere Reisezeit und die zusätzlichen Flug- oder Fährkosten in Kauf nehmen. Die Insel El Hierro ist aus Nordeuropa nicht direkt mit dem Ferienflieger zu erreichen. Dafür ist die Lande- und Startbahn etwas zu kurz geraden. Es geht nur mit einem Zwischenabstecher auf Teneriffa oder Gran Canaria und mit dem Binter-Inselhüpfer (Foto) - mehrmals täglich -  oder der Olsen und Armas Fähre (eine Verbindung/Tag) anschließend weiter. Von Gran Canaria aus gibt es keine direkte Fährverbindung und auch nur wenige Flüge. Bleibt also faktisch nur die Insel Teneriffa übrig.

Teneriffa verfügt aber über zwei Flugplätze. Den Internationalen Airport Reina Sofia im Süden, auf dem die Ferienflieger ankommen und den alten Nordflugplatz Los Rodeos von dem Binter startet. Dazwischen liegt eine Strecke von ca. 1,5 Stunden Fahrzeit mit dem Bus oder Mietwagen.
Kommt mein Flugzeug aus Deutschland erst am Spätnachmittag in Teneriffa an, ist eine Zwischenübernachtung fällig. Ähnliches kann auf der Rückreise passieren.

"Der Weg ist mein Ziel" - sagt der Individualist, alles kein Problem. "Viel zu umständlich" - der Andere. Zudem gehen allein ein oder zwei wertvolle Urlaubstage verloren.

Wie man es auch sieht, es ist schon etwas anstrengend das Juwel El Hierro zu erreichen. Selbst von meinem La Palma aus (70 km Luftlinie), habe ich schon mit der Olsen Fähre mehr als 6 Stunden Zeit benötigt (LP-La Gomera-Teneriffa-La Gomera-El Hierro).

Kaum ein Reiseveranstalter sieht sich in der Lage El Hierro in sein Programm aufzunehmen und es als Pauschalreise anzubieten. Die Organisation ist wahrscheinlich zu kompliziert, mit zu viel Risiken behaftet (Flugverspätung/ Wetterrisiko) und dadurch der Reisepreis zu hoch oder die Gewinnmarge zu gering.
Dies habe ich im Frühjahr erlebt, als ich die Mai-Tour für 25 Gäste auf El Hierro zu planen hatte.

So bleibt ein Urlaub auf El Hierro nur den "Wenigen" vorbehalten. Zur Freude der Insulaner die ihre "Insel der Ruhe" erhalten wollen und zum Missfallen jener die vom Tourismus leben.
Bei dieser unterschiedlichen Interessenlage ist es fast unmöglich, es allen Recht zu machen. Sanfter Tourismus zum Wohle aller - hört sich gut an, ist aber in der Praxis nur schwer umzusetzen.

Viele Touristen bringen in der Regel auch mehr Einnahmen.
In der Vergangenheit waren es doch die eigenen Landsleute von den Nachbarinseln und aus Festlandspanien die das Hauptkontigent der Sommergäste brachte. Die Wirtschaftskrise in Gesamtspanien zwingt aber diesen Kreis jetzt auf einen Urlaub zu verzichten. Davon ist nicht nur El Hierro, sondern auch La Palma und die anderen Kanarischen Inseln betroffen.
Es sind die ausländischen Gäste aus Nordeuropa die den bescheidenen Tourismus noch am Laufen halten. Die schlechten Verkehrsanbindungen bremsen allerdings viele Interessierte aus.

Welche Vorschläge und Ideen zur Verbesserung diskutiert werden - dazu in den nächsten Tagen mehr.

Dienstag, 18. Juni 2013

Vulkan - vor 2 Jahren ging es los

NEWS:

Gestern Abend um 20.53 Uhr wieder ein ML1,8 Erdstoß (Avcan Grafik) aus 12 km Tiefe. Die Lage unverändert vor der Westspitze im Atlantik.
Zwei Jahre ist es nun schon her, als das erste Beben die Reaktivierung des El Hierro Vulkan ankündigten. Seit dem letzten Ausbruch im Jahre 1792 hatte er geschlafen, bzw. es sind keine Aufzeichnungen der Folgezeit mehr vorhanden. Den Startpunkt setzte am 8. Juni 2011 ein ML2,2 Beben aus großer Tiefe von 38 km vor der Golfoküste. Diesem Erdstoß wurde noch keine Bedeutung beigemessen. Es war ein "normales" Beben, wie es im Kanarischen Archipel häufig vorkommt und schon immer der Fall war.

Erst als ab dem 19. Juli 2011 eine Bebenserie mit hunderten Erdstößen pro Tag einsetzte, wurde man aufmerksam. Diese Beben kamen alle aus einer Tiefe von 10 bis 12 Kilometer Tiefe im Westen. Erst jetzt war klar, dass nun auch eine Vulkan-Eruption nicht mehr auszuschließen war. Der Fortgang ist bekannt.

Mit einer Aktivität von wenigen Wochen oder Monaten hatten die Vulkanologen gerechnet. Die Erfahrungswerte der vergangenen Eruptionen auf der Nachbarinsel (1971 Teneguia und 1949 San Juan beide La Palma) von max. 3 Monaten ließen diesen Schluss zu.
Hier hatten sich die Beobachter aber alle geirrt. Auch bei der Zeitdauer der Aktivität lässt sich unser Hotspot nicht in die Karten schauen. Die Natur hat eben ihre eigenen Regeln.

Eine animierte Grafik (von dfmorvan) zeigt den gesamten Bebenverlauf im Zeitraffer aus verschiedenen Perspektiven der vergangenen 2 Jahre. Gut ist die Wanderbewegung des Epizentrum von Nordwesten nach Süden (Eldiscreto) über den El Julan im Südwesten bis zum heutigen Zentrum vor dem Westzipfel zu erkennen. Die Beben haben in den vergangenen 2 Jahren die vermutete Magmahauptkammer umrundet und liegen heute fast wieder am alten Ausgangspunkt von 2011 vor dem Golfotal.



 
Totgesagte leben länger. Auch wenn bereits mehrfach das Ende verkündet wurde - die Aktivitäten dauern verhalten weiter an.
Es sind die bereits mehrfach beobachteten Zyklen einer vermeintlichen "Ruhepause", um anschließend wieder mit geballter Kraft los zu brechen.

Zu wünschen wäre jetzt natürlich ein baldiges Ende - so oder so. Die Anwohner könnten wieder ruhiger schlafen und müssten nicht weiter mit der latenten Gefahr von Beben oder gar einer Eruption leben. Auch wenn die Angst verdrängt wird - unterschwellig ist sie da.

Vulkanausbrüche sind zwar auf den Kanaren auch in der Zukunft immer möglich und auch sicher wahrscheinlich, aber der Zeitrahmen wäre größer und würde dann vielleicht nicht mehr die jetzige Generation betreffen.