Dienstag, 23. April 2013

Vulkan - keine neue Entwicklung

NEWS:

Erstmals wieder einen leichten Erdstoß unter der alten Eruptionsstelle des Eldiscreto im Süden. Um 4.51 Uhr in der vergangenen Nacht ein ML1,6 Beben aus 19,2 km Tiefe. Gestern insgesamt 5 Beben bis ML2,1. Der flachste Erdstoß kam aus 11,2 km Tiefe. Alle im Meer vor der Westspitze. Es sind im Moment alles Versetzungs- und kleine Verlagerungsbeben die keine relevante Bedeutung haben dürften. Der Zustrom von neuem Magmazufluss aus tieferen Erdschichten ist unterbrochen oder hat im Augenblick ausgesetzt. Es ist der inzwischen gewohnte Verlauf wie wir ihn in der Vergangenheit schon mehrfach beobachten konnten.

Montag, 22. April 2013

Vulkan-Exkursion La Palma

NEWS: 11.12 Uhr - Beben von ML2,1 in 11 km Tiefe südlich des Leuchtturm Orchilla.
Während es vulkantechnisch unter El Hierro ruhig bleibt, wenden wir uns heute der Nachbarinsel La Palma zu. Die Insel auf der ich seit 17 Jahren lebe und so ziemlich jeden Fleck kenne.
In der Vergangenheit stand La Palma als aktivste Vulkaninsel der Kanaren (letzte Ausbrüche 1949 und 1971) oft in den Schlagzeilen. Dies hat dem Tourismus nicht geschadet, sondern ihn sogar wesentlich gefördert.
Wir haben wie alle Westinseln keinen Massentourismus (zum Glück), wo nicht per Zufall oder wegen eines günstigen Pauschalangebot so einfach Reisende stranden. Unsere Gäste kommen gezielt, weil sie die Natur und die Vulkanlandschaft schätzen.
Allerdings gibt es hier auf La Palma auch eine Reihe von Vorzeigevulkanen, Lavahöhlen oder wie auf dem Foto oben durchaus imposante Lavaströme (Vulkan San Juan auf der Westseite).

Nicht nur privat sondern auch mit Vulkanfreunden stapfe ich oft über die Berge und Lavafelder und kenne die Begeisterung die solch eine (auch anstrengende) Wanderung auslöst.
Für Mai 2013 ist wieder eine Exkursion (sollte eigentlich auf El Hierro stattfinden) geplant. Wer sich der Gruppe noch anschließen möchte, geht mal auf meine La Palma Seite.

Im September 2013 werden wir - ob mit oder ohne Pauschal-Arrangement - auf jeden Fall unsere El Hierro Exkursion durchführen.

Sonntag, 21. April 2013

Vulkan - Querdenker, Visionäre und etwas Fantasie

NEWS:

Zu den Vulkanaktivitäten gibt es im Moment wenig zu berichten. Die Ruhephase dauert weiter an. Gestern 3 Beben bis ML2,4 um 21.32 Uhr aus 19 km Tiefe (siehe IGN Grafik). Heute bereits auch 3 kleine Erdstöße unter ML1,5. Die Oberflächen- Verformung hat sich bei +10 cm am westlichen Leuchtturm stabilisiert und baut sich nicht weiter ab. Es sind die von mir erwarteten Werte (siehe mein Bericht vom 5.4.2013). Auf dieser Basis (insgesamt jetzt rund 20 cm) wird sich beim nächsten Bebenschwall der Druck weiter aufbauen.

El Hierro und sein Vordenker - der Visionär


Über die wenigen Visionäre und Vordenker auf den Kanaren hatte ich in der Vergangenheit schon mehrfach berichtet. Es ist ein Thema über das ich gerne Schreibe und leider in der Vergangenheit in vielen Köpfen keinen Platz fand und als Zukunftsspinnerei abgetan wurde. Hier und jetzt wurde das reichlich vorhandene Geld und die vielen Subventionen in den vergangenen Jahrzehnten in Beton gegossen. Viele unnütze und sinnlose Projekte ohne Zukunftsperspektive oder nachhaltige Nutzung wurden aus dem Boden gestampft.
Jetzt kommt auch der Präsident der Nachbarinsel La Gomera, Casimiro Curbelo, auf die glorreiche Idee es dem Gorona del Viento Projekt von El Hierro nachzumachen. 100% Inselstrom aus regenerativer Energie (Artikel in Universocanario).
Er hinkt aber mit seinen Gedanken der Zeit etwas hinterher. Vor Jahren war das Geld dafür vorhanden. Heute sind aber alle Kassen leer und die EU Subventionen fließen nur noch spärlich.
 
Es waren nur wenige - genau genommen nur Javier Morales von El Hierro und der Inselpräsident von Teneriffa Ricardo Melchior die die Chancen für die Zukunft erkannten und auch politisch über den Tellerrand blicken konnten. Sie hatten den Willen auch gegen den Widerstand vieler eigener Parteigenossen die Idee politisch durch zu boxen.

Der ehemalige stellvertretende Inselpräsident und heutige Senator im Kanarischen Parlament Javier Morales wird heute zu Recht auch von seinen ehemaligen Kritikern als "Vater des Gorona Projekt" bezeichnet. Ein Visionär und Vordenker der für El Hierro weit seiner Zeit voraus war. Seine Idee ist heute fast umgesetzt. Bis Ende 2013/14 wird El Hierro die erste Insel der Welt sein, die ihren Strom zu 100% aus Wind- und Wasserenergie bezieht.


Ich hatte im Sommer letzten Jahres Gelegenheit zu einem längeren persönlichen Gespräch mit Javier Morales (siehe Beitrag vom September 2012). Seine Probleme und Widerstände, aber auch sein Wille und seine Überzeugung die Natur zu schützen und die natürlich vorhandenen Ressourcen sinnvoll zu nutzen sind auch nach Jahren mühsamen Kampfes ungebrochen. Ein sympathischer Mensch der nach meiner festen Überzeugung Hochachtung und Unterstützung verdient und noch so manche Überraschung im Hinterkopf hat.

Über seinen Weg und seine Ideen erzählt er in einem neueren Video (deutsch übersetzt) von Esther Weinz. Hier geht`s zum Video Javier Morales

Samstag, 20. April 2013

Vulkan - Spurensuche

NEWS:
Auch Erdbeben hinterlassen ihre Spuren. Wie auf der Aufnahme in Nähe der Arenas Blancas an der Westspitze von El Hierro (Danke an Hark Schröder) zu sehen, gibt es im Küstenbereich Bruchlinien. Diese Bruchkanten erstrecken sich über viele Meter. Ob sie allerdings erst bei der jüngsten Bebenaktivität entstanden sind, lässt sich nicht feststellen. Nicht nur durch Beben, sondern auch durch die Verformung der Inseloberfläche oder durch eine starke Brandung können in Meeresnähe Risse auftreten. Der Zahn der Zeit nagt an allen Kanarischen Inseln. Starker Regen und die Winde tragen die Oberflächen ab und das Meer bearbeitet die steilen Küstenbereiche. Die Erosion verkleinert im Laufe der Zeit die Inseloberfläche und irgendwann werden alle Inseln von der Meeresoberfläche wieder verschwunden sein. Am weitesten fortgeschritten ist dieser natürliche Vorgang auf der ältesten Kanareninsel Fuerteventura (24 Millionen Jahre) im Osten. Nur durch neue Vulkaneruptionen und Lavanachschub aus dem Erdinnern wird dieser Prozess gestoppt. El Hierro als die jüngste Insel (1,2 Mill. Jahre) ist noch im Aufbau und wird sich noch vergrößern.
Gestern hatten wir ein Beben von ML2,2 aus unbekannter Tiefe und heute Morgen um 4.56 Uhr einen Erdstoß von ML1,8 aus 23 km Tiefe. Es sind die für El Hierro inzwischen schon "normale" Aktivitäten die verhalten und auf der Oberfläche nicht spürbar weiter vorhanden sind.



Donnerstag, 18. April 2013

Vulkan - Saharawinde

NEWS:

Während es unter El Hierro weiter ruhig bleibt, wird es auf der Insel zum Wochenende ganz schön heiß. Der staatliche Wetterdienst AEmet hat schon einmal die Insel El Hierro auf "Gelb" gesetzt. Am kommenden Samstag werden Temperaturen bis 34°C erwartet. Es ist der Calima - Saharawinde mit viel Sand und geringer Luftfeuchtigkeit - der sich über die Kanaren ausbreiten soll. Auf den östlichen Inseln (orange) wird es noch etwas heftiger. Hier werden sogar bis 37°C erwartet.

 


Gestern hatten wir drei Beben bis ML2,4 aus 15, 17 und 27 km Tiefe. Heute wurde von der IGN noch kein Erdstoß über ML1,5 verzeichnet.