Montag, 15. April 2013

Vulkan - Obama nach El Hierro ?

NEWS:

US-Präsident Barack Obama (Foto: Pete Souza) zu Besuch auf El Hierro. Das wäre natürlich das i-Tüpfelchen nach dem NASA Siegerfoto des Jahres 2012 von der Eldiscreto Eruption. Damit wäre El Hierro erst recht in aller Munde. Der Bürgermeister Juan M. Padron Brito von El Pinar war nach einem Bericht des Diario El Hierro vom Erfolg der NASA Satellitenaufnahme so begeistert, daß er gleich den Direktor der NASA und seinen Chef Barack Obama schriftlich auf die Insel eingeladen hat. Die Natur dieser schönen Insel und der versteckte Eldiscreto muss ihm gezeigt werden. Ich musste auch erst mehrmals Nachlesen, ob sich dahinter vielleicht ein April Scherz versteckt - aber unser 1. April Tag liegt hier im Dezember.
Es kam gleich die Frage auf, wo man denn wohl am besten die amerikanische Delegation unterbringt und ob das Einladungsschreiben auf Englisch oder nur "Herrenisch" vom Bürgermeister verfasst wurde.
All diese Überlegungen so denke ich, kann man getrost zurück stellen. Es war eine gut gemeinte Geste, aber Obama hat sicher anderes zu tun und selbst in seiner Heimat auf Hawaii genügend sichtbare Vulkane.

Heute Morgen um 1.27 Uhr ein ML2,7 Beben aus 17 km Tiefe. Gestern insgesamt 14 neue Erdstöße. Die Bodenverformung ging nicht weiter zurück, sondern hat sich wie vermutet um die 10 cm stabilisiert. Auf der GPS Grafik links der IGN können nach dem Ende des Bebenschwall starke Schwankungen zwischen 70 und 110 mm abgelesen werden. Es war nach der doch heftigen Aktivität ein Intervall - eine Art Setzung, zu beobachten. Ein entscheidender Druckausgleich oder eine unbemerkte Unterwasser- Eruption dürfte es danach nicht gegeben haben. Die Messwerte stammen von der Station HI05 in Nähe des Leuchtturm "Ochilla" an der Westspitze. 

Genauso verhält es sich mit der Verschiebung der Inseloberfläche Richtung Osten. Die Skalierung ist identisch mit der oberen Grafik. Wir liegen bei ca. 80 mm - nach der letzten GPS Messung sogar leicht ansteigend. Der in den letzten Wochen zusätzlich aufgebaute Druck bleibt also erhalten und die Gesamtmenge hat sich weiter summiert. Es ist jetzt die höchste jemals auf El Hierro gemessene Bodenverformung. Im Vergleich zu anderen Vulkanen weltweit aber ein geringer Wert. Ein direkter Vergleich ist allerdings nur bedingt möglich, da viele andere Messungen mit größerer Ausdehnung auf Festlandvulkanen mit wahrscheinlich anderen geologischen Bodenstrukturen erhoben wurden.

Sonntag, 14. April 2013

Vulkan - Botschaft per Flaschenpost

NEWS:

Die Flaschenpost war früher nach den Erzählungen oft die letzte Möglichkeit eines auf einer einsamen Insel gestrandeten "Robinson Crusoe", der Welt seinen Standort mitzuteilen und zu hoffen. Etwas größer - 8 Meter lang und 2,5 Tonnen schwer, etwas moderner - mit GPS Ortung und Live Kamera, hat nun ein norwegischer Getränkehersteller seine Monsterflasche dem Meer überlassen. Medienwirksam wurde Mitte März 2013 südlich vor Teneriffa das Objekt (als Boot registriert) ausgesetzt. Es wird nun mit der Meeresströmung Richtung Karibik treiben. Nach aktueller Ortung befindet es sich heute bereits ca. 500 Seemeilen westlich der Kanarischen Inseln.
Wer das richtige Endziel der Flasche tippt, erhält für jede gereiste Meile eine Flasche dieser Brause. Dies dürfte sich nachher auf gut eine LKW-Ladung mit Anhänger summieren ... nah denn Prost!
Mitverfolgen kann man das Spektakel auf der Solo-Seite.

Was die vulkanischen Aktivitäten unter El Hierro betrifft, blieb es auch in der vergangenen Nacht relativ ruhig. Gestern wurden von der IGN 9 Erdstöße, heute bereits 4 Beben registriert. Die Intensität reicht bis ML2,5 aus 10 bis 21 km Tiefe. Die örtliche Lage um die Westspitze und etwas näher zum Inselmassiv. Der letzte Erdstoß (rosa) im Süden vor der El Julan Küste aus 21 km Tiefe.

Samstag, 13. April 2013

Vulkan - blühende "Lavawüste"

NEWS:

Heute zunächst einige Eindrücke von Mitte April auf El Hierro. Es ist die Landschaft und die Natur die den Besucher fesselt. Nach den ausgiebigen Regenfällen im vergangenen Winter blüht jetzt die sonst eher karge Lavawüste wie oben im nördlichen Golfotal bei Las Puntas gelb auf. Im Hintergrund die "Roques de Salmor" Felsen und links das ehemals kleinste Hotel der Welt - das "Punta Grande".
Auch die Naturschwimmbäder wie das "Pozo de Las Calcosas", gestern mit hohem Wellengang (Foto: Hark Schröder - Danke) im Norden, laden nun wieder zum Baden ein. Die vulkanische Vergangenheit ist auch beim Baden allgegenwärtig - wie hier die erstarrten Lavawülste.  

Unter der Insel ging es gestern ruhig zu. 5 kleine Beben bis ML1,8 aus 12 bis 24 km Tiefe im Westen.
Das IGN Histogramm vom Monat April zeigt die abfallende Bebentendenz. Allerdings darf man sich davon nicht täuschen lassen, wie am Donnerstag das ML4,1 Beben gezeigt hat. In der Ruhe liegt die Kraft - dieser Eindruck kann entstehen. Zeit um neue Kraft zu schöpfen - Energie aufzubauen, die dann urplötzlich wie aus heiterem Himmel zur Entladung kommt. Die Erfahrungswerte aus der Vergangenheit haben dieses Schema mehrfach schon gezeigt. Ein "Blender" für den der sich täuschen lässt. Es sind aber die Naturgesetze die auch unter El Hierro wirken. Nicht unbedingt berechenbar, aber im Groben mit etwas Logik doch abzuschätzen.

Freitag, 12. April 2013

Vulkan - ohne Vorwarnung ein ML4,1 Beben

NEWS:

Ein ML4,1 Beben ließ gestern um 15.46 Uhr die Insel erschüttern. Das Zentrum lag 12,7 Kilometer vor der Westspitze in 18,8 km Tiefe. Obwohl das Epizentrum weit draußen und tief im Meer lag, kam es selbst auf der Ostseite zu Steinschlag. Diese Aufnahme entstand vom Hotel Parador bei den Las Playas (Foto: Aavon Rodriquez/Involcan). Auch soll es im Golfotal und an den westlichen Küstenregionen zu Steinschlägen gekommen sein. Es ist nicht die Gefahr einer Eruption, aber die Auswirkungen von stärkeren Beben die Menschen, insbesondere Wanderer, durch herabstürzende Gesteinsmassen gefährden können. Die Bebensituation war ruhig - die Pevolca Ampel wieder auf grün geschaltet, als urplötzlich wieder ein Starkbeben auftrat. Ich hatte schon oft davor gewarnt, daß aufgrund der geografischen Struktur der Insel mit fast senkrechten Felswänden bis 1200 Meter Höhe insbesondere im Golfotal diese Gefahr nicht zu unterschätzen ist.
 
Gestern gab es insgesamt nur 6 Erdstöße, aber auch dieses ML4,1 Beben. Es ist auch in den kommenden Tagen nicht auszuschließen, daß weiter Beben in dieser Größenordnung folgen. Auch würde es nicht verwundern, wenn der Bebenschwall wieder auflebt.
Die große Tiefe weist eigentlich darauf hin, daß frische Magma nachrückt.
 
Nachfolgend die IGN Auflistung der in den letzten 24 Stunden registrierten Beben.

Donnerstag, 11. April 2013

Vulkan - alles im "grünen" Bereich

NEWS:
17.28 Uhr - doch noch keine Ruhe - um 15.26 Uhr ein spürbares ML4,1 Beben aus 19 km Tiefe vor der Westküste.

Die Pevolca (Krisenstab) hat gestern auch die in den letzten Wochen hochgestufte Warnstufe für die Westspitze auf den Normalzustand "Grün" zurück gesetzt. Alle Straßen sind ab sofort wieder befahrbar. Aber auch in den letzten Stunden um 3.11 Uhr und 3.26 Uhr gab es wieder Beben von ML2,5 und ML2,8 aus 16 km Tiefe. Ein Erdstoß kurz vor dem Leuchtturm, der Zweite ca. 12 km vor der Westspitze (rot auf IGN Karte).
Der Ausstoß von Kohlendioxid (CO²) liegt noch im höheren Bereich von 1475 Tonnen am Tag. Vor zwei Wochen wurden noch 1824 t/Tag gemessen. Der Normalwert liegt bei 345 t/Tag.
 
Es sind schon große Mengen die da jeden Tag freigesetzt werden. Diese Messungen erfolgen meist durch Involcan punktuell an verschiedenen Stellen der Insel und werden dann auf die gesamte Inseloberfläche hochgerechnet.