Dienstag, 19. Februar 2013

El Hierro Vulkan - Beben mit ML2,7 im Südwesten

NEWS:


Gestern um 16.39 Uhr ein ML2,7 Beben in Nähe des Leuchtturm im Südwesten der Insel. Das Zentrum lag in 22 km Tiefe und wurde von der Bevölkerung in El Pinar/Restinga wahrgenommen. Obwohl die Durchschnitt- Stärke noch unter der Wahrnehmungs- grenze lag, verzeichnete zum Beispiel der Seismograf CTAB in unmittelbarer Nähe eine Stärke von ML3,5. Es ist genau das Gebiet und auch die Tiefe der kräftigen Beben vom vergangenen Sommer. Im Juni/Juli 2012 lag hier der Bebenschwarm, der in der Folge eine Unterwasser-Eruption an der Westspitze auslöste. Diese Tatsache wurde erst vor wenigen Wochen entdeckt bzw. von der Involcan bekannt gegeben. Ein 48 Meter hoher Vulkankegel hatte sich still und heimlich unter der Wasserlinie entwickelt. Dieser Vorgang wurde von mir bereits im Juli 2012 beobachtet und ich hatte darüber berichtet. Ich hoffe nur, daß auch von der IGN diese küstennahe Stelle nun genauer beobachtet wird.

Neu war um Mitternacht ein Beben von ML2,0 zwischen El Hierro und La Palma. Auch dieser Erdstoß kam aus 22 km Tiefe. Es bleibt jetzt zu beobachten wie sich diese Entwicklung fortsetzt. Bereits in den gestrigen Morgenstunden gab es mehrere Erschütterungen bzw. Beben die von der IGN nicht zugeordnet werden konnten. Die Ausgangslage und Stärke bleibt unbekannt.

Montag, 18. Februar 2013

El Hierro Vulkan - weitere Erdstösse

NEWS:
Um 16.39 Uhr ein ML2,7 Beben in 22 km Tiefe im Meer vor El Julan im Südwesten.

Mehrere kleine Beben in den letzten 24 Stunden. Heute Morgen um 2.03 Uhr ein ML1,4 in 23 km Tiefe unter dem Tanganasoga.  Was der kräftigere blaue Ausschlag auf dem Seismogramm um 4.12 Uhr war, wurde von der IGN noch nicht aufgelistet. Es war ein lokales Ereignis und wurde auch von den direkten Nachbarstationen La Gomera und La Palma erfasst. Vielleicht ein Erdrutsch, da die Erschütterung keinen bebentypischen Verlauf aufzeigt. Warten wir einmal ab bis die IGN ihre Statistik ergänzt hat.

Sonntag, 17. Februar 2013

El Hierro - Vulkane der Nachbarinseln

NEWS:
Auf El Hierro bleibt es bis auf ein ein kleines Beben von ML1,3 um den Tanganasoga ruhig.


7. La Palma - Die Tsunami-Theorie Teil III



Der Mittel- und Südteil von La Palma gilt als die aktivste Vulkanzone dieser Erde. Seit 1493 brachen auf diesem 14 Kilometer langen Höhenzug sieben der 120 Vulkane aus. Auf der Karte (Carracedo) sind die Eruptionspunkte und der Lavafluß gut zu erkennen. Allein im letzten Jahrhundert hatten wir hier zwei Ausbrüche. Der San Juan 1949 und der Teneguia 1971 im Süden. Je mehr solcher Ausbrüche, desto höher wird die Insel. Damit werden die Seitenflanken steiler und können nach dem Schwerkraft Prinzip leichter abrutschen.  Vergleichbar vielleicht mit einem Sandhaufen den ich immer weiter anhäufe. Irgendwann rutscht eine Seitenflanke ab. Geschieht das an Land vergrößert sich nur die Basis.  Steht aber mein Sandhaufen im flachen Wasser wird beim Abrutschen Wasser verdrängt und es entsteht eine Welle. Nach diesem Prinzip könnte bei entsprechender Masse auch ein Tsunami entstehen.


Hier oben die Ausschnittvergrößerung des betroffen Inselteil, der Cumbre Vieja. Zwischen den Eruptionspunkten des 1949 ausgebrochenen Vulkan San Juan befindet sich die ca. 4 Kilometer lange Erdspalte (rote Pfeile). Ob sie erst 1949 entstanden ist oder bereits vorhanden war ist ungeklärt. Sie hat eine Versetzung horizontal- und vertikal von 1 bis 4 Meter. Im übrigen gibt es hier noch weitere Felsspalten im etwas tiefer liegenden Steilgelände. Nach der Hypothese von Dr Simon Day soll diese Spalte mindestens 1500 Meter Tiefe haben. Dies ist seine Theorie und nicht zu überprüfen. Durchaus kann sie auch bereits nach 20- 30 Meter Tiefe enden. In diese Spalte soll nach Day nun durch wasserführende Schichten große Mengen Regenwasser eindringen können.
Dies ist durchaus möglich, da wir in dieser Höhe auch eine Quelle am Vulkan San Martin haben.
Steigt bei einem zukünftigen Ausbruch die Magma im Vulkanschlot auf, verdampft die Hitze dieses Wasser unter großem Druck. Diese phreatomagmatische Eruption (Wasserdampfexplosion) könnte die Spalte auseinander drücken und einen gigantischen Inselrutsch auslösen. 

So stellt sich Dr. Simon Day das Abrutschen der Westflanke vor.  Bis zu 500 Milliarden Tonnen Gestein der Westflanke der Cumbre Vieja könnten sich bei einem weiteren Vulkanausbruch lösen, in den Atlantik stürzen und dort so gewaltige Wellen werfen, daß noch 6000 Kilometer entfernt Teile New Yorks von 25 Meter hohen Brechern verheert würden.

Dieser fiktive Vorgang wurde in einem Schweizer Labor am Modell durchgespielt und berechnet. Bei diesem Prozess würde so viel Energie frei gesetzt, wie die gesamten USA in einem Jahr verbrauchen.
Das war diese Tsunami These die 1999 weltweit für Schlagzeilen sorgte.

Natürlich ist es möglich, ja sogar wahrscheinlich, daß mit dem weiteren Anwachsen der Cumbre Vieja ein oder mehrere Hangrutsche ausgelöst werden können. Die Wahrscheinlichkeit daß die heutige Generation dies miterlebt, bleibt aber gering. 

Nach Untersuchungen der Technischen Universität Delft ist es sogar in den nächsten 10.000 Jahren unwahrscheinlich, da die Cumbre erst noch kräftig um 1000 Meter anwachsen muß und heute noch nicht steil genug ist. Für einen kompletten Flankenrutsch wäre die Kraft von bis zu 28 Billionen Newton notwendig. 

Einen gewaltigen Flankenrutsch gab es bereits im Norden von La Palma vor 500.000 Jahren. Teile der Westflanke des ca. 3.000 Meter hohen Taburiente Vulkan rutschten ins Meer und hinterließen die heutige Caldera de Taburiente.
Genauso der Bergrutsch El Julan im Süden von El Hierro vor ca. 150.000 Jahren oder der Einsturz des Golfo-Vulkan vor 120.000 Jahren auf der Westseite.
Es sind also natürliche Vorgänge die es immer schon gab und auch in Zukunft weiter geben wird. Wir reden hier allerdings von geologischen Zeiträumen und nicht wie Day und die Presse von Menschenjahren.

Gehen wir einfach einmal davon aus, daß in Nähe der festgestellten Felsspalte auf der Cumbre Vieja eine phreatomagmatische Eruption mit großer Explosionskraft stattfindet. Wer sagt uns denn, daß gleich die komplette Flanke, der Westteil über 20 km Länge der Insel La Palma in das Meer stürzen muß? 
Das Gesteinsmaterial ist viel zu brüchig um aufgrund eines Ereignisses in seiner Gesamtheit abzurutschen.
Viele Vulkanologen wie auch Dr. Carracedo von der Uni Las Palmas halten höchstens einen Teilabrutsch, der keinen Tsunami auslösen kann,  irgendwann für möglich.

Viel früher und das ist meine Meinung, wird auf El Hierro die senkrechte über 1200 Meter hohe Golfosteilküste sich selbständig machen und abrutschen. Hier brauchen wir keinen explosiven Vulkan. Bereits mehrere ML5,0 bis ML6,0 Beben in unmittelbarer Nähe dürften dafür ausreichen.

Hoffen wir, daß Beides in unserem Menschenleben nicht passiert. Dafür stehen die Chancen gut. 
Daß es aber irgendwann passieren wird, ist so sicher wie das "Amen" in der Kirche.

Samstag, 16. Februar 2013

El Hierro Vulkan - leichte Erdstöße

NEWS: 12.06 Uhr - weiteres Beben von ML1,3 in 12 km Tiefe im Golfo/Tanganasoga

Es tut sich wieder etwas unter El Hierro. Zwei schwache Beben gestern um 18.21 Uhr mit ML1,5 (blau), Tiefe konnte nicht ermittelt werden, weit draußen vor dem Golfo. Um 18.42 Uhr ein weiteres mit ML1,4 (rosa) in 16 km Tiefe am südlichen Westzipfel. Es sind jeweils die Randbereiche der vermuteten Magmahauptkammer.

So wie unten auf dem Datenblatt sehen die Geologen die einlaufenden Messwerte der einzelnen Seismografen-Stationen. Aus den einzelnen Daten wird die Stärke des Beben, die genaue Lage nach Koordinaten und die Tiefe berechnet. Alle Informationen laufen via Satellitenübertragung nach Madrid in das zentrale Lagezentrum der IGN.

Auf dem langen Informationsweg kann es dann auch vorkommen, daß durch technische Störungen oder durch meteorologische Einflüsse Daten verfälscht oder Informationen ganz verloren gehen.
Aber auch  Ausschläge (Beben) die auf dem Seismogramm zu erkennen sind, vor Ort tatsächlich aber nicht vorhanden waren, müssen herausgefiltert werden. Erst ein Geologe oder Seismologe kann trotz aller Technik diese Störfaktoren erkennen und die Aufzeichnungen entsprechend korrigieren, bevor die Daten im Netz veröffentlicht werden.

Freitag, 15. Februar 2013

El Hierro Vulkan - scheinbare Ruhe?

NEWS:

Das letzte gemessene Beben war am 9. Februar 2013 ein Erdstoß von ML1,7 im Golfo. Seit fast nun einer Woche bleibt alles ruhig. Erfreulich für die Insel und die Bewohner. Allerdings kennen wir inzwischen die scheinbaren Ruhephasen. Ich glaube nicht, daß es schon das letzte Zucken war. Zu viel Energie steckt noch im Untergrund. Die Boden- Oberflächenverformung hat sich bisher kaum verändert. Sie ist immer noch auf hohem Niveau.

Zu unserer El Hierro-Exkursion 2013 muß ich Sie noch etwas vertrösten. Der Reiseveranstalter ist noch am Planen und Überlegen. Problematisch ist wie erwartet die Transferverbindung auf die Insel. Das werden wir aber sicher auch noch lösen. Wo ein Wille ist auch fast immer ein Weg.
Ich denke bis Ende Februar 2013 kann ich Ihnen alle Daten und Fakten liefern. Bitte haben Sie noch etwas Geduld.