Donnerstag, 24. Januar 2013

El Hierro - neuer Rother-Wanderführer erschienen


NEWS: 
14.09 Uhr - kaum spricht man von Ruhe ist es schon wieder vorbei. Ein ML2,3 Beben um 12.32 Uhr in 17 km Tiefe unter dem Tanganasoga.

11.21 Uhr - Alles bleibt ruhig. Keine weiteren Aktivitäten nun bereits seit 4 Tagen. Ob diese Ruhe von Dauer ist wird sich noch zeigen.

Der neue Rother Wanderführer ist erschienen 


Vielen Kanarenbesucher bekannt sind die Wanderführer von Klaus und Annette Wolfsperger - erschienen im Rother Verlag.
Nun gibt es seit einigen Tagen den neuen und überarbeiteten El Hierro Wanderführer. Der alte Wanderführer aus dem Jahre 2003 war in die Zeit gekommen und nicht mehr aktuell. Viele beschriebenen Wege endeten durch neue Wege- und Straßenführungen oft in der Pampa.
Jetzt sind wir wieder UpToDate und kommen ohne große Umwege an das gewünschte Ziel.
Klaus Wolfsperger beschreibt Kurzwanderungen von 2 Stunden Wanderzeit, aber auch "Ochsentouren" quer über die Insel von bis zu 8 Stunden Dauer. Berücksichtigt werden muß, daß alle Stundenangaben reine Wanderzeiten sind. Pausen und vielleicht interessante Seitenschlenker sind nicht eingerechnet. Aus meiner Erfahrung rechne ich gleich eine Zuschlag von 50% mit ein und bin damit bisher gut gelaufen.



Auch die Höhenangaben sind bei jeder Tour enthalten. Insgesamt 42 Wandervorschläge in alle Höhenlagen dieser kleinen Insel wurden aufgenommen. Viele Rundwanderwege, da oft kein öffentliche Nahverkehr vorhanden ist, sind positiv zu werten. So bleibt das oft mühselige Planen und Suchen nach einer Rück-Transportmöglichkeit erspart. Für den modernen Wanderer der sich der GPS Navigation bedienen möchte, gibt es alle GPS-Daten über einen Code zum kostenlosen Download.
Ich habe den neuen Wanderführer noch nicht in der Praxis getestet, sondern nur überflogen. Kenne allerdings viele Strecken und denke, daß er passt.
Insgesamt ein gelungenes Werk und zu empfehlen. Besonders in Verbindung mit der Freytag&Berndt Wanderkarte, an der Klaus Wolfsberger mitgearbeitet hat, dürfte auch der "Gelegenheitswanderer" gut zurecht kommen.





Der Wanderführer ist ab sofort im Handel und über die Versandhändler wie z.B. Amazon zu erhalten. Links in der Seitenleiste habe ich es verlinkt. Dort ist auch ein Blick ins Buch für ein kurzes Einlesen möglich.

Mittwoch, 23. Januar 2013

El Hierro Vulkan - einfach nur Ruhe

NEWS:
14.02 Uhr - keine neuen Vulkan-Aktivitäten unter El Hierro sind zu vermelden. Zeit sich wieder etwas der Entstehungsgeschichte der Kanaren und den vergangenen Vulkanausbrüchen zuzuwenden.

4. Die Vulkane von La Palma

Ein erstarrter Lavasee und das mitten auf La Palma. Man stolpert nicht so einfach darüber, sondern muss erst vom Refugium El Pilar (1440m) in 3 Stunden anstrengendem Fußmarsch mit knapp 500 Meter Höhenunterschied zum Vulkan Duraznero (1902 m) aufsteigen. Damit will ich mich nun in Fortsetzung, der jüngeren Vulkanvergangenheit von La Palma widmen. Der Duraznero liegt an der so genannten "Großen Vulkanroute" die an vielen weiteren Vulkanen vorbeiführt und in Fuencaliente im Süden nach 19,4 km endet.

Bei der Haupteruption des Duraznero am 30.7.1949 bildete sich in einer Mulde dieser 600x900 Meter große Lavasee. Erst als er überlief floss die Lava Richtung Osten (linker Bildrand) durch das Gemeindegebiet von Mazo bis kurz vor die Küste, bevor der Nachschub versiegte.
Die Tiefe dieses See - die Lavaschicht - soll mehr als 20 Meter betragen. Über einen schmalen Pfad ist der Lavasee begehbar. Durch die Sonnenreflektion und das Speichervermögen der schwarzen Lava verspürt der Wanderer deutlich die aufsteigende Wärme. Zudem ist die Seeoberfläche durch seine Lage windgeschützt. Die Temperaturunterschiede können auf engstem Raum bis zu 10°C betragen.





In unmittelbarer Nähe, ca. 700 m entfernt, haben wir den beindruckensten Vulkankrater des Hoyo Negro (schwarzes Loch). Durch eine phreatomagmatische Explosion am 12.7.1949 wurde dieses Loch aufgerissen.
"Die phreatomagmatische Explosion  bezeichnet in der Vulkanologie eine vulkanische Explosion, die aus dem direkten Kontakt von heißer Gesteinsschmelze (Magma oder Lava) oder heißen pyroklastischen Dichteströmen mit externen Wässern (Grundwasser, Oberflächenwasser, Meerwasser, hydrothermale Wässer und Wasser von Seen oder mit einem Gletscher) resultiert" - nach Prof. Wikipedia
Von wo allerdings das Wasser in dieser Höhe her kommen sollte, ist mir rätselhaft. Entweder war es eindringendes Meereswasser in 2000 Meter Tiefe oder doch eine Wasserader. Im nur wenige Kilometer entfernten Vulkan Martin (1602 m) gibt es tatsächlich eine Quelle, die allerdings im Sommer (Ausbruch war im Juli) kein Wasser führt.

Wie dem auch sei, beträgt die Krateröffnung mehr als 300 Meter im Durchmesser. Die Tiefe des Hoyo Negro liegt bei ca. 150 Meter. Es war 1949 nicht der erste Ausbruch des Hoyo Negro. Nur die obersten 5 m Lavaschicht stammen von dieser Eruption.

Die erwähnten Krater Duraznero, Hoyo Negro und noch ein dritter Krater, der Llano del Banco, bilden zusammen den schon öfter erwähnten Vulkan San Juan. Drei Vulkanschlote öffneten sich 1949 kurz hinter einander (Grafcan/Google Ansicht). Aber nur vom Llano del Banco floß die Lava (gelbe Pfeile) auf der Westseite bis zum Meer. Es entstand das vorgelagerte Plateau bei Puerto Naos, auf dem heute Bananen angebaut werden und der moderne Leuchtturm von Bombilla steht.
Beim Ausbruch des San Juan entstand damals 1949 ein Riss in der Inseloberfläche, der 50 Jahre später für so manche Theorie und Geschichte bis zum Abrutschen der Insel mit einem Mega-Tsunami sorgte. Dazu aber später mehr.
Das historische Foto unten (Quelle unbekannt) von 1949 zeigt die eruptive Phase.



Dienstag, 22. Januar 2013

El Hierro Vulkan - immer sonnige Inseln ?

NEWS:



Wer es so glaubt, soll es ruhig glauben. In der Praxis sieht es oft aber etwas anders aus. Für heute und morgen am Mittwoch hat der staatliche Wetterdienst AEMet alle Kanarischen Inseln auf "Gelb" gesetzt. Das ist die erste Unwetterwarnstufe.
Was dürfen wir erwarten: Der Regen wird mittelmässig ausfallen. Heute bisher auf La Palma 24,6 l/m²  - ab Morgen dann starke Winde bis 80 km/h in den Anhöhen und eine kräftige Brandung mit hohem Wellengang. Die an der Küste ankommenden Wellen hinterlassen bereits seit 11.00 Uhr heute Morgen auf dem El Hierro Seismogramm ihre Spuren (Grafik unten). Die zunehmend dickeren Linien werden von den an den Inselsockel anklatschenden Wellen, die das ganze Inselmassiv  in leichte Erschütterung bringen, aufgezeichnet. Optisch sieht die Bewegung wie ein leichter Tremor aus. Nur ist hier die Ursache eine ganz andere. Es gab in den letzten 24 Stunden keine weiteren Erdstöße.

 

Wir sind natürlich froh um den Regen - die zur Zeit auf den Inseln weilenden Gäste weniger. Jeder Besucher wünscht sich Sonnenschein und erst ab nächster Woche nach seiner Abreise Regen. So kämen wir allerdings nie zu unserem Nass. 

Ohne Regen gibt es kein Pflanzenwachstum und damit keine "grünen Inseln". 

Die mögliche Regenzeit kann noch bis Ende Februar andauern. Bisher liegt unser Niederschlagpegel erst bei 450 l/m² für diesen Winter. Also ungefähr die Hälfte der gewünschten durchschnittlichen Regenmenge  von 8- 900 l/m² auf der Ostseite von La Palma zum Beispiel.

Für unsere Exkursion 2013 im Mai nach El Hierro kann ich Ihnen allerdings schon heute zu 99 % Sonnenschein garantieren. Dafür brauchen wir keinen Meteorologen - hier reicht meine Erfahrung. 

Montag, 21. Januar 2013

El Hierro Vulkan - ein grüner Fleck

NEWS:

Der gestern aufgetretene grüne Fleck im Bereich der submarinen Eldiscreto Eruption im Mar de Las Calmas bei La Restinga dürfte durch eine Planktonblüte verursacht worden sein. Wie bereits vor einer Woche Dr. Antonio González Ramos vom Bereich Ozeanographie der Universität von Las Palmas de Gran Canaria meldete, entwickelt sich seit Wochen an den Westküsten Afrikas ein starkes Anwachsen von Plankton. Durch die Meeresströmung wurde das Bakterium bis an die Südküste von El Hierro getrieben.

Auf der AVCAN Karte ist türkis/grün der Strömungsverlauf von Afrika Richtung Kanaren gut zu erkennen. Bereits seit Dezember 2012 ist die Vermehrung des Plankton/ Chlorophyll oder auch Haliplankton an den westafrikanischen Küsten mit Werten von bis zu 0,3 mg/m³  zu beobachten. In den letzten Tagen hat sich die Vermehrung weiter verschärft
.
Plankton kommt in fast allen Gewässern vor. Aber erst durch die Zufuhr von Dünger, also einem Nährstoffüberschuss, wird die Vermehrung oder Blüte explosionsartig ausgelöst. Dies führt letztendlich zum so genannten "Umkippen" des Gewässers.

Im Mar de Las Calmas bei Restinga treten nach wie vor aus dem Eldiscreto Krater Gase aus. Das wurde auch in der Vergangenheit durch Unterwasseraufnahmen des ROV beobachtet. Diese Vulkangase enthalten sehr viele Düngstoffe.

Es stellt sich natürlich die Frage warum gerade jetzt die starke Verfärbung - es dürfte ungefähr die Fläche von 1 km² Größe sein - auftritt. Ursächlich sind die aktuelle Meeresströmung, aber auch die angestiegenen Druckwerte unter dem Südteil von El Hierro.
Während die GPS Verformungswerte inselweit leicht zurück gehen, steigen sie im Süden um das Mar de Las Calmas weiter an. Nach den jüngsten GPS Messungen der japanischen Nagoya Universität (Grafik links) vom Messpunkt El Julan sind wir inzwischen bei knapp 12 cm angelangt. Vermehrter Druck in der Magmakammer fördert zunächst den vermehrten Austrieb von Gasen und damit die Überdüngung.

Es wäre vielleicht jetzt wieder einmal angebracht, mit dem ROV Unterwasserroboter den Eldiscreto etwas Näher in Augenschein zu nehmen. Allerdings dürfte im Moment die Sichtweite sehr eingeschränkt sein.
Die vergangene Nacht blieb ruhig. Auf der IGN Grafik sind die letzten Erdstöße bis ML1,6 von gestern punktiert. Im Süden gab es keine seismischen Aktivitäten. Allerdings sind es wie auf der Karte erkennbar nur wenige Kilometer unter dem Inselmassiv nach Süden. Aktivitäten im Golfo können durchaus Auswirkungen auch im Süden zeigen. Die Eldiscreto Eruption 2011 war das beste Beispiel.
Auf der Inseloberfläche gibt es außer dem Farbenschauspiel im Süden (morgen vielleicht mit Fotos) keinerlei Beeinträchtigung. Alles läuft seinen normalen Gang.

Sonntag, 20. Januar 2013

El Hierro Vulkan - wieder kleinere Erdstöße

NEWS:
Heute Morgen um 10.45 Uhr ist über der alten Eldiscreto Eruptionsstelle  vor Restinga ein ungewöhnlich großer grüner Fleck an der Meeresoberfläche aufgetaucht. Es soll sich um Ausgasungen handeln. Eine Stellungnahme der IGN ist noch nicht zu bekommen.


Seit gestern Mittag wieder kleinere Beben. Heute kurz nach 17.30 Uhr mehrere Erdstöße bis ML1,6 kurz hintereinander. Die Tiefe lag zwischen 9 und 12 km (IGN-Listing). 
Das Zentrum westlich des Tanganasoga um Sabinosa. Das altbekannte Feld in gewohnter Tiefe. Also nichts außergewöhnliches.